Monatsarchive: Mai 2016

SV Elenya – Jim Dilley NZ

REFERENZ FÜR 23 JAHRE 150.000 SM SEGELN MIT WINDPILOT

alongside Kopie

I have used a WindPilot Pacific for about 23 years. Have covered about 150,000 miles in that time. The gear has been fitted to our 26′ Warsash One Design for its voyage from UK to NZ, our 32 Hartley for South Pacific and our current Saga Saltram 40 for North and South Pacific and sub Antarctics. A wide variety of vessel types and sailing conditions.

The gear is excellent in both strong and light winds. In light winds it is important (in my opinion) to ensure the wind sensing vane is balanced well and has a streamer from its top end to help it catch the wind. Balance of the vessels and sails is always important. In general I would say if the gear isn’t working then the operator is doing something „wrong“. The „wrong“ may be not balancing the sails, over pressing the vessel, not maintaining the windpilot properly or has expectations of a wind steering system that is pre-emptive rather than reactive.

Being a very simple design it is easy to see and understand what is going on with it. The ruggedness of construction is supreme and our only breakages have been when the gear has been hit by other vessels at speed. Service from Peter has been excellent and amazingly fast. On three separate occasions I have been hit by other vessels when berthed. Each occasion needed spare parts of some kind (we are talking a 5 knot collision not a gentle tap). Peter got these spares to me within days in the various parts of the world I was in. Great gear, great service.

I have sailed with Monitor, Aries, Plastimo Navik and Hydrovane. I personally find WindPilot the best all round. LINK

enjoy the sailing
Jim Dilley, Auckland NZ

Peter´s Meinung – ein Foren Beitrag

40 JAHRE PETER + WINDPILOT

peter

Der Diskussion Pro und Contra WSA würde ich gern ein paar sachdienliche Hinweise hinzufügen, ohne hier in den Verdacht von Promotion zu geraten. Logisch, eine Diskussion, bei der Standpunkte, einmal eingenommen, gern vehement vertreten werden, weil man am Stil der Argumente schnell erkennt, wo die Hose des Verfassers brennt, oder er sich verrennt, wenn er einige Fakten ggf. verkennt. WEITERLESEN

Nike meets Mikel

Something special

Es gibt Begegnungen besonderer Art. „Bist Du nicht der Michael Wnuk!“ „Hallo?“ Ich komme grade vom Ausklarieren mit Damilka, meine Crew wartet, Olgita, Chefsecretaria der Marina hat mir vom wundersamen Havanna vorgeschwärmt, da sitzt Nike neben mir, mit der ich vor gefühlter Ewigkeit ein Smallchat über FB geführt habe. „Yes. I am Mikel from MARLIN.“

Wir haben wieder mal Cayo Largo erreicht. Ich lade mein Telefon auf und Honke, mein bester Segelfreund in Sachen Traumatologe, hat mir grade am Telefon erklärt, dass eine Schulter niemals wieder meine Schulter sein wird, die ich in den letzten 52 Jahren hatte. „Stell Dir eine Kugel vor, wie ein Erdball, auf der Spanien plötzlich am Nordpol steht. Alle Nerven, Sehnen und Muskeln sind verschoben. Dein Schulterkopf ist 90° versetzt zusammengewachsen. Mit einer OP kommst Du auf waagerechte Mobilität. Den Arm strecken wirst Du nie wieder können.“ Genug Realität um den heutigen Tag zu beenden. Alles dreht sich. Kunterbunt. Meine Phantasie schiebt Show.

Ich besuche Nike auf ihrer KARL, eine Reinke, die sie liebt. Man sieht es ihr an. Als ich ankomme telefoniert sie via Iridium mit Papa in Lüneburg. Einhandseglerin. Bloggerin. Videobloggerin. Wir kennen uns nicht. Ein paar Zeilen. Eigentlich oberflächig. Vorsichtig nähern wir uns an. „Ich hab Lambi. Etwas Salat. Gäste. Freunde. Kommst Du auch?“ Neben meinen Gästen ist es quasi eine Erholung something special zu treffen. Willenswert: Nike kommt, ich tucker wieder auf meine Baustelle MARLIN.

Zwei, die was zu sagen haben treffen sich, beschnuppern sich. Zwei die ein gemeinsames Meer–Leben haben, deren Lebenslinien sich kurzzeitig treffen, tauschen sich aus. Wo? In der Kombüse der MARLIN. „Schnibbel doch einfach noch etwas von der Mango in den Salat!“ „Die Tomaten sind schon angefault, die Hälfte können wir noch mit reinschneiden. Was klappert denn da in Deinem Rigg? Du hast den gleichen Anti Skid wie ich auf meiner KARL.“ Wir haben nicht nur der Welt etwas zu sagen, auch uns selbst. Ich genieße jeden Moment dieser Begegnung neben meinem derzeitigen Kojencharterleben. Tut es Nike Steiger auch? Ja, sie tut es. Es iat ein kurzes Kennenlernen, denn Steiger segelt morgen nach Cayman Brack, ich mit meinen Gästen Richtung Westen nach Campo. Sollte so sein, Schicksal halt. Nike hatte in Cienfuegos schon mal an der MARLIN angekloppft, aber ich war unterwegs, Nico und Katja hatten sich den Namen der Besucherin nicht merken können.

Wer mehr über Nike wissen will besucht ihre Internetseite: www.whitespotspirates.com und www.youtube.com/whitespotpirates

 


Mitsegeln auf der MARLIN. Buche jetzt Deinen Trip mit der MARLIN. Bahamas und Bermuda. Nord-Atlantiküberquerung 2016 von den Bahamas über Bermudas zu den Azoren! Du bist dabei. www.marlin-expeditions.com

 

Start Boating – Entdecke eine neue Welt

Kostenlose Probefahrten – Tourstart auf der hanseboot ancora boat show.

Port Soller Abendstimmung

Menschen für den Bootssport zu begeistern, das ist das Ziel der bundesweiten Kampagne für den Bootsport „Start Boating“. Zum Saisonauftakt ist die Kampagne vom 27.-29. Mai 2016 in Neustadt/Holstein bei der gleichzeitig stattfindenden hanseboot ancora boat show, 7. In-Water Boat Show zu Gast.

9 Segel- und Motorboote zwischen 4 und 10 m Länge stehen dort für die Testfahrten zur Verfügung. Entweder nach Anmeldung über die Kampagnenwebsite www.start-boating.de oder direkt vor Ort in der Start-Boating-Lounge. Die Testfahrten werden von erfahrenen Skippern begleitet.

Die bundesweite Kampagne für den Bootssport „Start Boating“ bietet auf insgesamt sieben regionalen Bootsevents die Gelegenheit, das Ruder in die Hand zu nehmen und im Rahmen von kostenlosen Probefahrten die Faszination Bootssport selbst und hautnah kennenzulernen. Einfach einsteigen und ablegen lautet das Motto.

Weiterführende Informationen erhalten die Gäste durch das 24-seitige, kostenlose Einsteigermagazin, in dem alle wichtigen Fragen rund um das Thema Bootssport erklärt werden, sowie durch die Start-Boating Crew vor Ort.

Über den genauen Ablauf der Veranstaltung, das Angebot für die Gäste und die Hintergründe zur Kampagne möchten wir Sie persönlich am

Freitag, den 27 .Mai 2016, 18.00 Uhr, in der Start Boating Lounge, (Bereich 4 Stand 10)

informieren. Kühle Getränke und ein Imbiss stehen für Sie bereit. Wir bitten um eine kurze Teilnahmebestätigung per Email an info@bvww.org. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Bootsevents 2016 für kostenfreie Probefahrten

  • 27.-29. Mai hanseboot ancora boat show, Neustadt
  • 18.-19. Juni Werder/Havel bei Berlin
  • 02.-03. Juli Warnemünder Woche, Rostock-Warnemünde
  • 13.-14. August Rhein in Flammen, Koblenz
  • 03.-04. September Düsseldorfer Yachtclub, Düsseldorf
  • 17.-18. September Maritime Woche Bremen
  • 24.-25. September Interboot Friedrichshafen

Start Boating wird durch den Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. (BVWW) sowie durch den Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verband e.V. (DBSV) organisiert. Das Start Boating Journal steht zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die ADAC Sportschifffahrt unterstützt die Kampagne und steht Interessierten mit umfassenden Informationen zu zahlreichen Revier- und Sachthemen beratend zur Seite.

 

Letzter Abschied vom Leuchtturm

Traurig. Oder?

Am Leuchtturm haben wir unter Segeln angelegt. Diesmal nicht weil die Kühlung der Hauptmaschine rumspinnt, sondern weil ich vermute, dass wir die Stahlangeleine der Amis in der Logge haben. Dem ist auch so! Rund 200 Meter Leine ziehen wir unter uns her, direkt am Propeller vorbei. Hätten wir den Motor angemacht, hätten die sich um den Propeller gewickelt. Das mit Stahlline, die man nicht durchschneiden kann, das wäre nicht lustig geworden. Das Manöver unter Segeln war einfach. So einfach, dass Peter meint: „Das machen wir jetzt immer so!“ Gefällt mir auch. Sollte man viel öfters machen. Die Stahlleine der Amis rolle ich auf eine Handrolle auf. Am Anfang ist der Plastikköder mit Plastikvorfach dran. Na denn. Scheinen ja Profis zu sein.

Den Tag verbringen wir am Leuchtturm. Alles geht sehr gemächlich zu. Ein gemütliches Frühstück, die Leuchtturmwärter William und Dolfin kommen vorbeigerudert, weil sie seit Tagen keine Zigaretten und keinen Rum mehr haben. Wir gehen an Land und besteigen gemächlich den Leuchtturm. Wieder verabschiede ich mich mit den Worten: „Bis nächstes Jahr!“ Etwas schlechtes Gewissen habe ich schon, wie schon beschrieben. Die Herren gehen schnorcheln, ich schnorchle in der Vorkabine, mache ein paar hundert Liter Wasser und die Bilge frei von der Papaya, die gemacht werden muss. Es gibt Lambi-Schnecken am Abend. Ich stehe in der Küche. Der Tag endet mit Petit Ponce, einem fürstlichen Essen und einem ebenso fürstlichem Sonnenuntergang. Am morgigen Tag soll es weiter gehen. Cayo Largo. Wieder verabschieden. Downwind Segeln. Prima, da kann ich wieder mal ein paar Dutzend Mails beantworten.

 


Mitsegeln auf der MARLIN. Buche jetzt Deinen Trip mit der MARLIN. Bahamas und Bermuda. Nord-Atlantiküberquerung 2016 von den Bahamas über Bermudas zu den Azoren! Du bist dabei. www.marlin-expeditions.com

 

Kochen an Bord: Nonsuch Breakfast Burger

Heute gibts mal wieder eine kleine Anregung für die Bordküche von mir. Auch wenn man das eigentlich nicht ernsthaft Kochen nennen kann, ist diese kleine Eigenkreation eines Rührei Burgers perfekt geeignet für ein Frühstück an Bord. Schmeckt gut, und ist schnell gemacht. Und wie immer braucht man nicht mehr als zwei Spiritusflammen für die Zubereitung und alle Zutaten sind auch ohnehin schon an Bord oder leicht verfügbar. Und die Reste lassen sich perfekt noch über einen Tag auf See verputzen! Also los gehts:

Zutaten (2 Personen/3 Burger):

  • 4 Eier
  • 3 Brötchen (vom Vortag schadet nicht, das Ei gibt genug Feuchte)
  • ca. 125g Baconstreifen
  • einige Kirschtomaten
  • eine kleine Schale Blattsalat
  • Salz/Pfeffer
  • Butter
  • ca. 80g geriebener Emmentaler
  • nach Belieben noch eine kleine Zwiebel oder andere Zutaten.

P1100318

Zubereitung ca. 10-15 min.

 

  1. Die Brötchen aufschneiden (am besten über der üblichen Hälfte wie im Bild zu sehen), aushöhlen und leicht mit Butter beschmieren.P1100321
  2. Die Kirschtomaten vierteln, den Salat waschen und in kleine Fetzen zupfen. Währenddessen den Speck bereits in der Pfanne anbraten. Entgegen dem klassischen Speck zu den Eiern sollten die Streifen am besten noch weich und nicht zu kross sein.P1100322
  3. Die Eier zu dem Speck in die Pfanne geben. Kleiner Kleinkreuzertip: Wer sich beeilt kann eine Schale zum Abwaschen sparen und die Eier für das Rührei schnell in der Pfanne verquirlen, salzen und pfeffern bevor sie zu stocken anfangen. Wer mag kann an dieser Stelle auch noch z.B. ein wenig Knoblauch oder gehackte Zwiebel mit ins Ei geben.P1100324
  4. Sobald das EI gestockt ist, den Käse unterrühren. Sobald dieser dann anfängt zu schmelzen, die Pfanne von der Flamme nehmen.P1100327
  5. Das Rührei mit Speck bis zum Rand in die vorbereiteten Brötchenschalen geben. Anschließend die Salatfetzen und Tomatenviertel drauf geben. Wegen der Vitamine! ;) Deckel drauf, fertig.P1100329

 

Ich präsentiere: den Nonsuch Breakfast Burger! Und wie man sieht, lässt er sich ob der Handlichkeit eines Burgers auch perfekt noch auf See verputzen. Gutes Gelingen beim Nachkochen und guten Hunger!

P1100463

Altherrensegeln

New Horizons. Technischer Erfolg auf ganzer Linie.

Na, schon mal hier gewesen und nix neues gefunden? Mal nen netter Kommentar als immer diese blöden FB Likes würden auch mal gut tun. Der Kartentisch ist halb aufgeräumt, aber eben nur halb und in mir sieht es noch nicht anders aus.

Cienfuegos ist schön wie immer. Freitag Abend: Bordflucht. Nico darf nicht mit, trotz letzter Abend. Katja zickt und setzt sich durch. Macht der Frauen. Ich stürze total ab und wackle breitbeinig morgens um vier Uhr über den Malecon, die Uferstrasse zum Punta Gorda. Ich finde, dass ich mir das verdient habe und sitze breit grinsend und gutgelaunt betrunken auf dem Mäuerchen, unterhalte mich mit einem Amerikaner. Davon gibt es jetzt ganz viele hier. Seit April dürfen die Amis nämlich jetzt nach Kuba. Obama macht’s möglich. Die Amis, die kommen, sind eigentlich ganz nett. Die doofen mögen das Fidelland immer noch nicht. Also was soll’s. Peter, neuer Mitsegler ist auch schon aufgetaucht. Der Oberbayer spricht aber wenigstens so, dass ich mich mit ihm verständigen kann. Peter kennt mich aus diesem Blog, ich kenne Peter gar nicht. Eigentlich auch egal. Katja und Nico verabschieden sich. Ich bin froh, dass ich eine Sonnenbrille aufhabe und die beiden und Peter die Krokodils träne nicht sehen die sich in an meiner Nase Richtung Erdmittelpunkt bewegt. „Jetzt nur nicht uncool und sensibel werden Micha!“, geht mir durch den Kopf. Ich hab mich an die beiden und vor allen Dingen an Nico massiv gewöhnt. Wunderbare zwei Wochen segeln und gemeinsam leben. Schade, dass ich nicht mit allen meinen Mitseglern verheiratet sein kann. „Ihr wart die beste Crew seit dem ich angefangen habe.“ Nico lacht. „Das sagst Du doch jedem.“ „Wirklich? Tue ich das. Oder habe ich nur tolle Mitsegler?“

Der Tag danach, der erste Mai, ist natürlich in Cuba besonders wichtig. Alle Patrioten versammeln sich um einen riesigen Umzug auf dem Malecon zu veranstalten. Danach wird am Stadion gefeiert. Wir, inzwischen mit Reiner, dem zweiten neuen Crewmitglied, mittendrin. Reiner und Peter sind beide gut 15 Jahre älter als ich. Ich bin ein wenig skeptisch, die Beiden sind es auch. Wir fangen an mit dem gegenseitigen beschnüffeln. So eine Konstellation hatte ich noch nicht. Bisher war immer ich der Älteste. Es ist die Crew 15. Erfahrene Chartersegler. Welche Erwartungen werden die Beiden haben? Wir fangen an mit Verproviantieren, Ankommen und Sicherheitseinweisung. Einkaufen auf dem Markt, Verstauen der Lebensmittel und in die beiden Kabinen einziehen. Ganz gut, dass beide ihre eigene Kabine haben und das Schiff nicht so voll ist. Langsam kommen wir uns näher. „Wird gehen“, denke ich mir. Morgen soll es losgehen. „Hast Du Lust mir bei meinem größten MARLIN Problem zu helfen?“, frage ich Peter. „Kein Problem“, antwortet dieser. Für die nächsten drei Stunden verschwinden wir im Motorraum. Nico hatte schon Schlauch und diverse Rückschlagventile und Verschraubungen aus PVC aus Deutschland mitgebracht, um der Toilette eine eigenständige Wasserzufuhr, von einem ungenutztem Einlassventil im hinteren Lagerbereich zu spendieren. Mit Nicos Hilfe hatte ich schon ein Rückschlagventil in die Spülwasserleitung der Toilette eingebaut. Besser gesagt: Ich habe Nico geholfen und das Werkzeug gereicht. Von Verrenkungen im Motorraum bin ich mit meinem Arm noch weit entfernt. Doch trotz der Reparatur haben weiter alle Toilettenbenutzer beim Segeln unbewusst Unterdruck im Kühlwasserkreislauf erzeugt. Danach haben wir einen nicht ganz geschlossenen Kugelhahn eingekreist, indem wir das Kühlwassersystem des Yanmars mit Luftdruck abgedrückt haben. Nach jedem Schlag unter Segeln: Kein Kühlwasser mehr im Motor. Mit der Folge, dass Skipper genervt und nassgeschwitzt im Motorraum sitzt und über die Rückspülfunktion des Wassermachers Süßwasser in den Motor einspeist. Es kann sich keiner vorstellen, wie sehr mich das genervt hat, dass ich dem Problem nicht Herr geworden bin. Bei jedem Problemfund ein Aufatmen und danach der gleiche Mist wieder. „Der Kugelhahn war es auch nicht“, komme ich muffelnd aus dem Motorraum. Nico krabbelt auch etwas genervt hinter den Motor und wechselt den vom ständigen Trockenlaufen, halbkaputten Impeller der Yanmar Wasserpumpe aus. „Das war das Problem.“ Nach dem nächsten Schlag wieder das gleiche Problem. Und so ging das über die letzten Monate. An dem Verteiler des Seewassers hing auch der Wassermacher, der dann trockengelaufen ist und repariert werden musste, der Generator, der Luftblasen im Kühlwasser hatte und überhitzte und kaputt gegangen ist. Eine lange Kette. SEIT HEUTE IST DAS ALLES VERGANGENHEIT. Mit Peters Hilfe hat die Toilette jetzt endlich ihre eigene Seewasserversorgung. 4 Meter Schlauch, eine Durchführung zum Motorraum, zwei Schlauchschellen, ein Rückschlagventil. Im Schauglas des Seewasserfilters sieht man jetzt kein Rinnlein an Wasser beim Betrieb des Yanmars, sondern ein Wassersturm. Die Betriebstemperatur der Hauptmaschine ist um 10 Grad niedriger und keines der ebenfalls angeschlossenen Aggregate hat unkontrollierte Luft in der Seewasserversorgung. Wir können jetzt, so wie es sich gehört, den Schlüssel drehen und aus dem Auspuff kommt jetzt verlässlich ein dicker Schwall Kühlwasser. Peter dreht auch schnell noch den neuen Öldruckschalter in den Yanmar rein, an dem letztens zwei Liter Öl in die Bilge gelaufen sind. Auch das Problem ist gemeistert. Ein großer Fortschritt und lange fehlender Sicherheitsfaktor beim Kojensegeln. Dem Skipper fällt ein dicker Stein vom Herzen. Das passt doch zum ersten Mai. Danke an Nico und Peter.

 


Mitsegeln auf der MARLIN. Buche jetzt Deinen Trip mit der MARLIN. Bahamas und Bermuda. Nord-Atlantiküberquerung 2016 von den Bahamas über Bermudas zu den Azoren! Du bist dabei. www.marlin-expeditions.com

 

Atlantiküberquerung 2016

Flüchtlingsschiffe.

Dienstag, 26. April 2016. Das Meer ist aufgewühlt, man sieht es durch den Bretterzaun auf der Pier. Seit ein paar Tagen weht es mit sechs, sieben Windstärken über die Südküste Siziliens, an der ich mit LEVJE im Hafen von Marina di Ragusa liege. Wenn Polarluft über Deutschland hinwegzieht, dann bläst es hier kurz danach aus Nordwest – so scheint es jedenfalls. Das Meer hat sein Türkis verloren, Grundseen haben den Boden aufgewühlt, nach zwei Tagen Starkwind ist das Meer schlammfarben und von weißer Gischt bedeckt, soweit das Auge reicht. Mein Windmesser zeigt in der Spitze 40 Knoten über dem Boden an. Während wir das Meer am Strand beobachten, sind Haare, Zähne, Ohren im Nu voller Sand. Arbeiten auf dem Boot ist ungemütlich: Selbst im Hafen, wo das Boot fest vertäut liegt und vor Wellen gänzlich geschützt ist, packen die Böen ein ums andere Mal LEVJE’s Rigg und drücken das Boot zur Seite. Feinmotorisches im Geschwanke erledigen ist meine Sache nicht. Sturmtage im Hafen.
Und weil der Segler nicht ruhen kann, fahren wir mit dem Wagen nach Pozzallo, etwa 20 Kilometer östlich Marina di Ragusa. Pozzallo ist ein Hafenstädtchen mit fast 20.000 Einwohnern. Vom Hafen gehen regelmässig Fähren nach Malta, aber jetzt liegt das große Areal verlassen im Licht des stürmischen Mittags. Starkwind, der mir beim Öffnen die Autotüre aus der Hand reißt, während auf der anderen Seite nur ein aubergine-farbener Bus steht, ein modernes Teil mit jeglichem Reisekomfort. Er ist besetzt überwiegend mit jungen dunkelhäutigen Männern, der aubergine-farbene Bus. Und sähen sie nicht so erschöpft aus, hätten sie nicht alle ein und dasselbe Krankenhaus-Handtuch um Kopf, um Nacken gelegt, man könnte tatsächlich denken: Der Kegelclub von Marsala macht einen Ausflug im Reisebus nach Pozzallo. Aber so ist es nicht. Die Insassen sind Flüchtlinge aus Eritrea. 308 Männer, Frauen und Kinder, die an diesem Tag bei sechs bis sieben Windstärken aus Nordwest das Meer gegenan überquerten. Und hier irgendwo an einem der langen Strände vom schlammfarbenen Meer an Land gespült wurden.

Was heute hier passiert, passiert seit einigen Jahren in Pozzallo. Regelmäßig landen hier Flüchtlingsboote, vielleicht weil es von hier aus nur 50 Seemeilen bis nach Malta sind und knappe
200 bis zur Küste Tunesiens. Und weil die Behörden nicht wissen, wohin mit jedem übriggebliebenen Flüchtlingsschiff, wird einfach eine Nummer draufgesprüht. Und sie werden hier in einer Ecke des weitläufigen, verlassenen Hafengelände Pozzallos einfach abgelegt – wie in anderen Häfen des südlichen Sizilien auch. Niemand kümmert sich darum. Es sind: Die vergessenen Schiffe.

Es sind zumeist stabile Fischerboote, feste Kähne, von denen mancher seine besten Tage lange hinter sich hat. Manche von ihnen wurden, um möglichst viele Menschen darauf unterzubringen, eigens für diesen Zweck umgebaut. Die Schlepper haben alle hinderlichen Aufbauten entfernt, um ein glattes Deck zu schaffen, auf dem viele Menschen transportiert werden können. Statt des Auspuffs ragt nur noch ein Ofenrohr aus dem übrig gebliebenen Rest des Deckshauses. Es sind auch keine kleinen Schiffe – Flüchtlingstransport in dieser Spielart ist offensichtlich Massengeschäft.

Eine dicker Deckel, der den Laderaum verschließt, in dem wer-weiß-wieviele Menschen während der 2-4 Tage dauernden Überfahrt kauern. Selbst für den Steuermann ist kein Deckshaus mehr da, alles ist abmontiert, am Heck ist nur noch eine Pinne mit langem Arm erkennbar.

Auch ein Schlauchboot liegt auf dem Schiffsfriedhof von Pozzallo. Es ist das Teil mit der Nummer 166 – oder das, was nach der Überfahrt noch übrig ist. Ein über 10 Meter langes Schlauchboot, dem längst alle Luft entwich, der Boden aus einfachen Sperrholzplatten, aus denen Unkraut wuchert. Wer weiß, wie viele Menschen auf so einem Gefährt das Meer überquerten, und bei was für einem Wetter, im langen zurückliegenden Winter.

Natürlich sind, wie das auf einem Schiffsfriedhof üblich ist, die Schiffe längst ausgeweidet. Alles, was nach der Ankunft irgendwie verwendbar, verwertbar war, wurde entfernt, kaum ein Schiff, an dem noch ein Steuerrad ist, Edelstahl haben die Schiffe in den Ländern, aus denen sie kommen, sicher nie gesehen. Nur weniges blieb an Bord. Doch dies wenige ist ergreifend, weil es die persönliche Habe von Flüchtlingen ist, die sie zurückliessen:

Der Schuh eines Mannes und eines Kindes, die auf den Planken rotten. Vater und Sohn?

Ein kleiner Rucksack mit einer Zahnbürste darin:

Die Zahnpastatube mit anderen Schuhen. Zwei BHs. Ein Spielwürfel. Ein Suppenlöffel. Gegenstände, die eine Geschichte darüber erzählen, was jemand mitnimmt, wenn er nichts mehr mitnehmen KANN. Was würde jeder von uns auswählen, einpacken, wenn es plötzlich hieße: „Nimm alles Wichtige mit. Heute Abend. Aber es muss in einen Rucksack passen.“ Was nähme man mit? Zahnpasta?

Es sind ihre Habseligkeiten, die die Flüchtlinge beim Ankommen an Bord ließen, die mehr über ihre Schicksale erzählen als manches Andere. Alte Wasserflaschen. Schlafsäcke. Und Berge von Schwimmwesten, zumindest das. Immer wieder sind Flüchtlinge in Zeitungen zu sehen, auf Gefährten, die kaum schwimmfähig scheinen. Doch Schwimmwesten tragen die meisten. Gibt es einen Gott, der vor der Abreise Schwimmwesten verteilt? Gibt es ein multinationales Amt, das dafür sorgt, dass jeder der Flüchtlinge zumindest eine Schwimmweste hat, wie es die Gesetze auf See vorschreiben? Gibt es im Auswandererland eine geheime Behörde, die wegschaut, wenn Flüchtlingsboote „umgebaut“, vorbereitet werden? Aber hinschaut, damit jeder eine Rettungsweste trägt? Gelten irgendwie doch noch Vorschriften dort, wo Menschen alles wagen, sich ins Ungewisse begeben, jedes Risiko auf sich nehmen, nur um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können? Es gibt so vieles, was ich an diesen Geschehnissen nicht verstehe.

Am Dienstag, den 26. April 2016 kamen in Pozzallo, Provinz Ragusa, Italien, 308 Flüchtlinge an. Einen Teil von ihnen habe ich in dem aubergine-farbenen Bus gesehen. Insgesamt 177 Männer. 72 Frauen, darunter sechs schwangere. 46 Jungen. 13 Mädchen. 100 von ihnen wurden weiter nach Trapani verbracht, 208 blieben zunächst im Erste Hilfe-Zentrum in Pozzallo. Es hat eigentlich nur Platz für 180 Menschen.

Anders als zu erwarten, ist der Zeitungsartikel, der am folgenden Tag in LA SICILIA erschien, voller Anteilnahme für die Not der Flüchtlinge – obwohl die Bevölkerung Italiens genauso wie die Griechenlands oder Spaniens längst der Probleme und der Last überdrüssig sein müsste, die sie seit bald zwei Jahrzehnten trägt.

Vielleicht ist jenes Europa, von dem wir träumen, doch spürbar, hier in Italien. In Pozzallo.

Was wirklich im Gewitter passiert – 
Herausgegeben vom Autor von Mare Piu: 



40 Segler berichten ihre Erfahrungen.
In 8 Revieren.
Auf 272 Seiten.
Mit über 100 Fotos.
Mit mehr als 100 Learnings über richtiges Verhalten im Gewitter.

Live-Interview im hessischen Rundfunk ansehen?

Weiterlesen über Gewitter hier auf MARE PIU: 

                       

Der Countdown läuft …

  Vielleicht der letzte Blogeintrag von dieser Seite des Atlantiks – wenn nicht noch etwas dazwischen kommt. Das Wetter sieht für eine Atlantiküberquerung momentan wirklich gut aus und wir wollen lieber heute als morgen starten. Momentan rechnen wir mit einer…