Monatsarchive: Januar 2016

van de Stadt 36 ZEEHOND – zu verkaufen – for sale € 19.000,–

SV SPICA – LIEGEPLATZ RAIATEA/POLYNESIEN – WEGEN KRANKHEIT ZU VERKAUFEN

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Van de Stadt 36 Zeehond Rundspant Mittelcockpit
Baujahr 1984, Werftüberholt 2012
11,00 x 3,55 x 2,10 m
Verdrängung ca. 12 t
Radsteuerung (Gestänge)
Volvo Penta Maschine 45 PS
Wechselrichter
Starter-Batterie 120 Ah
Bordnetz-Batterie 220 Ah
Solar 2 x 100 W
Windgenerator

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An Deck
Spade-Anker 20kg,Bügelanker 16kg Kette 10mm, 60m+20m
Lofrans 1000, BJ 2012 elektrische Ankerwinsch,
Windsteueranlage Windpilot Pacific
AB Dinghi UL 8 Ft mit Aluboden, BJ 2015
Zweitdingi Zoodiak Zoom, BJ 2013
AB Tohatsu 3,5 HP ,BJ 2015
 
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Rigg Segel
2 x Groß (3-fach Reff) 28 m², Genua I 51 m², Genua II, Fock mit Reff, Sturmfock mit Reff
Alle Riggdrähte und Spanner in 2012 erneuert
Genua und Fock mit Rollreffsystem

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Navigation
Bordcomputer, Panasonic CF-29 und Ersatzcomputer, incl. Umfangreicher Navigationssoftware.
Div. Cruisingguides, z.T. Papier z.T. elektronisch
GPS, Furuno GP32, Hand GPS Garmin H-72
Lot, Log, AIS, Sextant
Autopilot ST 7000

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Sicherheit
Rettungsinsel, BJ 2012
E-pirb, BJ 2013
AIS
UKW mit DSC
akt. Radarreflektor, Sea Me
4 Automatik Rettungswesten, Bj 2012
 
Tanks und Sonstiges
Amateurfunk (KW mit Pactormodem)
Trinkwasser 2 x 200 l
Wassermacher (Handbetrieb)
Dieseltank 2 x 125 l
Dieselkanister 4×22 l
Freediver neuwertig
Sonnenschutzdach mit Schlauchanschluß zum Wassertank.
Neue Cockpitpolster
Angelausrüstung
Div. Ersatzteile
Komplett eingerichtete Bordküche
VHF Handfunke
Werkzeuge, Bohrmasch.230V, Akkuschrauber, Schleifmaschine.

Erforderliche Reparaturen und Wartungen:
-Dreifarbenlaterne erneuern,
-Schlauch der Handbilgepumpe erneuern
-Motoröl und Filter erneuern
-2 x Antifouling streichen

weitere Fotos

Für weitere Fragen an den Eigner / Verkäufer in Berlin:
Website der SV Spica
Norbert RÜSCH tel: 0157 38 09 62 50
norbo107@gmail.com

Fussballstar

So verschieden können Kinder sein

Maya spielt Saxohon, Lena Cajón. Sagt ja schon alles über die Entwicklung meiner inzwischen echten Flensburger Töchter. Klar das Lena im Fußballverein spielt, klar das sie im Jungenverein spielt, als einziges Mädchen bisher. Die Folgen sind prägnant. Den Samstag Mittag, Nachmittag, bis um 19 verbringe ich auf der Tribüne und folge dem Fußball-Hallentuier. Das erste Spiel ist noch interessant, dann kommen Spiele von Mannschaften, die ich nicht kenne. Nach drei Stunden taucht dann doch extreme Langeweile auf. Lena kommt regelmäßig um zu überprüfen, dass ich auch ja nicht einschlafe oder mich aus dem Staub mache.

Für die aktuelle Woche sind durchgehend Minus Grade angesagt. Das nächste Mal komme ich im Sommer nach Flensburg. Licht und Sonne sind mir in meinem Leben doch sehr wichtig.

 


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Was will uns die junge Dame sagen?

Ankündigung in der YACHT

Wer neugierig ist, der schaut in die Vorankündigung der YACHT in der derzeitigen Ausgabe. Wir sind neugierig am Bahnhof. Da ist ein Bild der IRON LADY vorm Kap Hoorn zu sehen. Warum das? Ehrlich, wir wissen es selber nicht so genau. Also die Ausgabe der YACHT kaufen oder am 24.1.16 auf den Stand der YACHT nach Düsseldorf kommen. Da stehen Müller Wnuk und machen dieses Jahr den wahrscheinlich einzigen exklusiven Vortrag: Von Kap Hoorn nach Spitzbergen Die Magie seglerischer Meilensteine. Eine Segelreise von 55°S nach 78°N

 


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Bilder aus Trinidad

Uns MARLIN im Kosmetikstudio

Die einen Frauen lassen sich perfekte rote Fingernägel lackieren, die anderen die Fußnägel dazu. Schick. Finde ich erotisch. Perfekt, das ganze Boot sieht auch gut aus. Ich steh auf beides. Aus Chaguramas kommen Photos vom Arbeitsfortschritt. Die Jungs kommen wesentlich schneller zum Ergebnis als ich hier in Flensburg. Der Schnupfen ist zwar fast weg, aber ein Arztbesuch jagt den nächsten. Also geht es mir eigentlich gar nicht so viel anders als unserem Schiff. Auch hier wird am alten Lack poliert.


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Neues Video und neuer Blogeintrag

Liebe Leser, seit mittlerweile drei Tagen liegen wir im Lee der Bahamasinsel Great Harbour Cay vor Anker, aber waren noch nicht einmal an Land. Das Wetter ist grau, kalt (20 Grad) und regnerisch, die nächsten Tage viel Wind zu erwarten – und…

Der Mensch und seine Sachen: Der Leuchtturm im Winter: Formentor auf Mallorca.

Der Leuchtturm von Kap Formentor auf Mallorca.

Bei meinen Reisen kehre ich oft an dieselben Orte zurück. Schließlich ist es ja nicht so, dass es viele Orte gäbe, die man einfach aufsucht: Und schon ist man glücklich mit sich und der Welt. In Formentor ist das aber so. Es ist ein abgelegener Ort in der nördlichsten Ecke Mallorcas, aber das ist noch nicht präzise genug: Man muss der äußersten gebirgigen Verlängerung der Serra Tramuntana, des langen nördlichen Gebirgszugs Mallorcas, bis an ihr alleräußerstes Ende folgen, dahin, wo nur noch Gestrüpp und dürre Gräser sich zwischen die Felsbrocken klammern.

Formentor ist ein abgelegener Ort, auch wenn dort heute – quer durchs Gebirge, über Heide, durch Kiefernwälder und Schafweiden – eine gut ausgebaute Straße hinführt, auf der sich selbst im frühen Januar tagsüber die Autos drängeln. Der Leuchtturm liegt da, wo die Welt endet: Auf einer Klippe zwischen anderen Klippen, ein Fels mitten in der Unendlichkeit. Nur noch ein Ziegeldach über einem weißen Gemäuer – und dann nichts mehr, aber auch gar nichts mehr als Blau und duftige Wolken jetzt im frühen Januar.

Kein Ort, wo man denn gerne wäre, im Sturm. Wie oft haben wohl Segler und Seeleute hinaufgeschaut zum 210 Meter hoch gelegenen Leuchtfeuer mit der inbrünstigen Bitte „Lass mich jetzt nur schnell herumkommen um diese Huk, in den Frieden und das ruhige Wasser auf der anderen Seite.“ Oder wie wir, nach 20stündiger Überfahrt herüber von Barcelona mit den Segelrebellen im März letzten Jahres – aber das ist eine andere lesenswerte Geschichte.

Weiterlesen bei: KEIN GANZ NORMALER TÖRN: Von Barcelona nach Mallorca. Hier.

Er hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel, der Leuchtturm. Wahrscheinlich hatten schon die Römer hier in der Nähe ein Leuchtfeuer, schließlich lag die wichtigere ihrer beiden großen Städte nur noch ein paar Seemeilen entfernt, Pollentia, die Mächtige, als die zweite Stadt Palma Palmensis wirklich noch die zweite und nicht wie heute die erste Geige auf Mallorca spielte. Spätestens als die Vandalen über die Insel kamen, sie ausplünderten und ihre kurzlebige Thalassokratie, ihr Seereich von Nordafrika aus errichteten, war Schluss mit Licht und Leuchtzeichen. Für lange Zeit. Erst um 1857, als die industrielle Schiffahrt einsetzte und das Mittelmeer dank Dampfschifffahrt einen neuen Aufschwung nahm, begann man mit dem Bau eines neuen Leuchtturmes. Das neue Feuer wurde am 30. April 1863 entzündet und mit Olivenöl betrieben. Der Bau war dermaßen schwierig, das Terrain derart abgelegen, dass es unerhörte Anstrengungen kostete, das Leuchtfeuer zu bauen. Weswegen dann auch der Bischof von Mallorca ausnahmsweise auch der Samstags- und Sonntagsarbeit zustimmte, allerdings den bischöflichen Dispens unter der Bedingung erteilte, dass die Arbeiter jeden Morgen an einem provisorischen Altar die Messe hören konnten

.

Auch die Versorgung des Leuchtturms blieb schwierig. Die ersten Arbeiter hatten einen 17 Kilometer langen Saumpfad von der Bucht Cala Muerta heraufgelegt. War das Wetter gut, was es in dieser sturmreichen Ecke offensichtlich nicht oft war, konnte man im nahegelegenen Moll dell Patronet anlegen, nicht mehr als einer Lücke in den Felsen, von der die Arbeiter 272 Stufen herauf in den harten Fels geschlagen hatten.

Die Sache mit dem Olivenöl entpuppte sich auch nicht als der wahre Jakob, so dass man bald auf Paraffin umstellte. Und kaum war das Benzin in der Welt, stellte man darauf um, bis der Fortschritt 1962 in Gestalt einer Stromleitung auf die Insel und vor allem nach Formentor kam. Neue Linsen gabs dann 1971, und so sendet der Leuchtturm heute Nacht, wie jede andere Nacht seine Blitze über 40 Kilometer weit in die Nacht hinaus: vier weiße Blitze alle 20 Sekunden. Und weist denjenigen den Weg, die in die Häfen von Pollenca und Alcudia wollen – dorthin, wo schon die Römer hinwollten vor 2.000 Jahren: Zu ihrer Hauptstadt Pollentia, die heute unter dem alten Alcudia liegt.

Weiterlesen bei weiteren Geschichten über Mallorca: Hier!

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Lust auf noch mehr Geschichten vom Meer?

Vom Autor von MARE PIU: 

Ein Mann verliert seinen Job.
Aber statt zu resignieren, begibt er sich einfach auf sein kleines Segelboot.
Und reist in fünf Monaten: Von München nach Antalya.


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Und nicht vergessen: wenn Ihnen diese Geschichte gefiel: unten auf „Tolle Geschichte“ klicken.

Wenn Fischerboote reden könnten. Ein Spaziergang durch den Hafen von Catania.

Es ist halb neun Uhr morgens im Hafen von Catania. Einer nach dem anderen kommen die Fischer herein, die die Nacht über draußen waren. Und laden aus, was sie über Nacht gefangen haben. Auf dem Achterdeck eines Fischers stapeln sich Kisten an Kisten: Obststeigen voller Heuschreckenkrebse. Styroporkisten mit Rotbarben, Drachenköpfen, Meeräschen, Meeraalen, alles bunt durcheinander. Blaue Bottiche voller Meerwasser, in denen Seespinnen die Fühler ausstrecken. Es riecht nach Tang und frischem Seegras, zwei Männer in knallorangen Latzhosen spülen mit  dickbauchigem Schlauch immer wieder den Inhalt der Kisten kräftig durch. Männer auf der Pier, die den Fang der Nacht …

kritisch beäugen, fachmännische Kommentare abgeben. Einer, der das Kommando hat auf der Pier, vielleicht der Großhändler, der mit dicken Bündeln Scheinen wedelt und dabei ständig „Luigi“, „Pepe“ ruft und die Männer hin und verscheucht, bis Steigen, Kisten und Bottiche endlich verladen sind auf ein kleines Dreirad, eine APE. So vollgepackt ist sie, dass ihre Hecktüren sich nicht schließen lassen. Zwei Männer bändseln endlich die Türen zu mit einem abgerissenen Strick, bis sich die APE qualmend, ruckelnd, spuckend aus dem Hafen bewegt, Richtung Kochtöpfe.

Die Fischer stecken sich eine Zigarette in den Mundwinkel, die wievielte dies Nacht. Die Männer auf der Pier verlaufen sich, die Arbeit ist getan. Zurück bleiben an diesem Morgen die Boote der Fischer, die im Schwippschwapp des Hafens behäbig schaukeln. Und darauf warten, dass die Fischer wiederkommen in ein, zwei Tagen, irgendwann am Abend, und in der Dämmerung wieder rausfahren, mit gespannten Mienen. Ohne die Männer an Deck und auf sich selbst gestellt, sind sie nun kleine Persönlichkeiten. Gesichter, die mir im Hafen begegnen.

Nehmen wir einmal PAOLA und NUNZIELLA. Wie Schwestern schaukeln die beiden einträchtig nebeneinander. Als kennten sie sich schon ein Leben lang. PAOLA jedenfalls, die ihr Besitzer wie die meisten hier in leidenschaftlichem Rot innen gestrichen hat, hat schon einiges erlebt, das sieht man den Kisten und Verschlägen auf dem Verdeck an. Aber sei es, um nur ja nicht zuviel preiszugeben; sei es, um die kostbare Inneneinrichtung zu schonen, hat PAOLA’s Eigentümer die Vorhänge hinter den beiden Fenstern geschlossen, über die er mit ungelenker Hand und dickem Faserstift die fünf Buchstaben mittig hingepinselt hat.

Etwas einladender geht es auf dem nächsten Fischkutter zu. Die Tür zum Inneren steht einladend offen. Ein Stuhl vom Campingplatz kündet davon, dass der Fischer auch noch Andres kennt als „Giro d’Affari“, das italienische Wort für Umsatz. Er scheint ein Freund der Gemächlichkeit zu sein, körperliche Arbeit? Die kann man doch im Sitzen erledigen. Während sein Schiff etwas verkniffen aus drei verhangenen Augen in die Welt schaut. Irgendeine Unzufriedenheit, die darüber lagert. Den Luftfilter im Motor zulange nicht ausgeklopft? Die Bilge länger nicht leergepumpt? Jedenfalls sagt das Gesicht mit verdrießlicher Miene: Es liegt was quer.
Setzen wir unseren Spaziergang auf der Mole an diesem Morgen weiter fort. Die Kleine da, mit dem hellblauen Hut. Sieht sie nicht gleichmütig aus, mit dem zusammengekniffenen Mund? Natürlich sind auch bei ihr die Vorhänge rammeldicht zugezogen, mit etwas Wehmut denke ich mich nach Holland, wo anders als in katholischen Gefilden immer alles offen steht an Fenstern. Wo jedermann sehen darf, dass es in diesem Haus rechtschaffen und gottesfürchtig zugeht. Aber dies ist nun mal Sizilien, Italien überhaupt: Ich kenne kein Land, in dem das private Leben so abgeschottet hinter den eigenen vier Wänden stattfindet wie Italien.

Endlich offenherzig zeigt sich dieses Fischerboot. Und siehe da: Im Inneren gibt es nichts Spektakuläres zu sehen. Ein Gashebel, ein Steuerrad, ein wenig Elektronik, die man so braucht. Funke, GPS, ein paar Schalter für die Lichter. Eine Gefriertruhe mit rostigem Deckel an Deck. Der Laderaum dürftig verschalkt, von einer Kette zusammengehalten. Vielleicht stimmt ja der Satz: „Reich ist nicht, alles zu haben. Reich ist, wer weiß, was er alles nicht braucht.“
Weiter links wieder ein Geschwisterpaar. Der Besitzer scheint die Farbe rot zu mögen, selbst ins Blau des Deckshauses ist kräftig Rot gemischt. Etwas streng sieht es mich an, das blaurote Gefährt, als ich so vor ihm stehe und versuche, ihm tief in die weit auseinandersetzenden, rotverhangenen Augen zu sehen. Nicht unser Tag heute. Man kann nicht jeden Tag ein Lächeln im Gesicht tragen. Warum eigentlich nicht?
Ach ja. ROSARIA. Da ist nun jemand wirklich stolz auf sein Schiff. Nein, schiere Größe zählt gar nicht. Nur das Glück. Und so prangt nicht nur der schöne Name auffällig über allem, nein: Sogar mit Sternchen versehen ist er, eins links, eins rechts. So, als wollte der Besitzer sagen: „Das ist nun die siebzehnte – aber so glücklich wie mit ROSARIA war ich mit keiner zuvor!“ Es bleibt nun uns überlassen, darüber zum mutmaßen, ob nicht noch andere Liebe im Spiel ist als nur die zu einem Boot. Und bei er Namensgebung nicht noch ein Jubel im Spiel war, endlich, endlich das richtige Du gefunden zu haben.

SANTA LUCIA hingegen blickt in verschiedenen Richtungen in die Welt: Nach links. Nach vorn. Nach rechts. Verhangen ist auch ihr Blick aus dem etwas breiten Gesicht, das ihr einen Hauch Würde verleiht. Da ist natürlich der Name nicht unschuldig. Santa Lucia, die Patronin aus dem wenige Seemeilen entfernten Siracusa: Ein eifersüchtiger Bräutigam, ein ungnädiger Richter, der sie während der diokletianischen Christenverfolgung in Siracusa ob ihrer christlichen Tugend und Standhaftigkeit zur öffentlichen Schändung ins Bordell verurteilte. Weder tausend Männer noch ein Ochsengespann (sic!!) waren in der Lage, so fortzuschaffen, sie blieb im Gerichtssaal wie angewurzelt. Nicht Pech, nicht Schwefel, nicht Feuer konnte ihr etwas anhaben. Bis sich einer erbarmte. Und ihr endlich ein Schwert in den Hals stieß. Dass derlei Geschichten bei der Namenswahl des Bootes eine Rolle spielten, darf bezweifelt werden. Santa Lucia ist einfach die Lokalheilige, und ihr Fest wird jetzt im Dezember in Siracusa ganz sicher gebührend gefeiert. Wie auch im bayerischen Fürstenfeldbruck die Kinder an diesem Tag das Lucienfest feiern. Und kleine selbstgebastelte Häuschen mit einer Kerze in der Dämmerung auf der Amper aussetzen. So weit ist Siracusa ja nun auch nicht weg.

Vo anderer Denkungsart ist der Besitzer dieses Fischkutters: Der freie Geist! Da ist jemand mal von der Ethik-Seite gekommen, hat sich freigeschwommen und hat das jahrtausendealte Handwerk des Fischers ergriffen. SPIRITO? Ja sicher, Geist immer! Aber nicht SPIRITO SANTO, den heiligen Geist. Sondern SPIRITO LIBERO, den freien Geist, der über allem thront. Zu so einem Namen gehört Mut. Und Ausdauer. Und die Überzeugung, dass man das auch ein Leben lang durchhalten kann, mit dem freien Geist. Nicht verknöchert, nicht verspießert, zwar immer ordentlich die Holzkisten links aufs gewienerte Vordeck sortiert, aber doch ein freier Kopf bleibt, bis ans Ende seiner Tage.

Beenden wir nun unseren morgendlichen Spaziergang durch den Hafen von Catania. Noch schnell ab in die BAR DEL PORTO, über die ich im letzten Post schrieb, wo nun der eine oder andere Fischer zusammen mit den Hafenarbeitern am Tresen steht, für einen kurzen Moment, eine Espresso-Länge. Verabschieden wir uns von der molligen Schwester des Barbesitzers und verlassen wir diesen schönen Ort. Und bewahren wir uns zumindest für den heutigen Tag den Blick für die netten kleinen Geschichten, die am Wegrand liegen.




Im nächsten Post: Wie ist das eigentlich, in Sizilien und seinen Häfen: Warum Siracusa nicht nur eine Reise wert ist.



Noch mehr gute Geschichten vom Autor von Mare Piu?
1:05 Stunden echte Ferien vom Alltag mit diesem Film: 
                         Als Download und auf DVD: € 19,99
Was passiert, wenn das Leben die gewohnten Bahnen verlässt? 
Was geschieht, wenn man sich einfach aufmacht und fünf Monate Segeln geht? 
Darf man das? Und wie ändert sich das Leben?
Der Film einer ungewöhnlichen Reise, der Mut macht, seinen Traum zu leben.



Der Film entstand nach diesem Buch: 
Geschichten über die Entschleunigung, übers langsam Reisen 
und die Kunst, mehr zu sehen. 
Einmal München – Antalya, bitte. 
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Und wenn Ihnen dieser Post gefällt, dann freue ich mich, wenn Sie ihn unten mit Häckchen bei TOLLE GESCHICHTE. MEHR DAVON“liken“.
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Unter Segeln von Korfu nach Sizilien, Tag 7: Ankommen unterm Ätna. Und:Abenteuer in der Hafenbar.

Auch wenn ich mich angesichts der Ereignisse in Frankreich frage, welchen Sinn es hat, heute einfach so weiterzuposten und einfach von meiner Reise von Korfu nach Sizilien weiter zu erzählen: so glaube ich, dass gerade dies wichtig ist. Sich nicht beeindrucken zu lassen von der Monstrosität des Grauens. Sich nicht abbringen zu lassen von dem, woran wir glauben: Dies ist meine Verbeugung vor all denen, die unschuldig tiefes Leid erfahren haben.
Fahren wir also fort, wo wir endeten: Dies ist der Bericht meiner Reise in der zweiten Oktoberhälfte von Korfu nach Sizilien. 

                                      Was bisher geschah: Hier lesen: Tag 6 – Weit weit draußen, zwei Nächte und einen Tag.

In der Straße von Messina waren Wind und Welle endlich ruhiger geworden. Was vorher zwei Nächte und einen Tag böig von achtern das Meer aufgewühlt hatte hinter uns, war nun ein netter Segelwind. Auch der Himmel hatte aufgeklart. Am Horizont über Messina erhellten Blitze den Himmel, deren zuckendes Licht Levje’s Großsegel wie eine Kinoleinwand zurückwarf. Am klaren Nachthimmel Sternschnuppen über Sternschnuppen, die einfach über den Nachthimmel zischten, kreuz und quer und so lange, bis ich nicht mehr wußte, was ich mir noch wünschen sollte. Ich hatte ja alles.
Weil Sven und sein Sohn Tino übermüdet waren vom langen Wachen nachts und tagsüber, blieb ich wach bis weit nach eins. Dann weckte ich Sven, schälte mich aus meinen Klamotten, wusch mir das Salz aus Gesicht und legte mich in meine Koje. Das „dümmliche Grinsen“ in meinem Gesicht, das sich noch bei jedem einstellte, der die Schönheit des Meeres und des Segelns erfahren durfte, war das letzte, was ich registrierte. Dann: Tiefer, tiefer Schlaf.
Gegen sechs wachte ich auf. Die Sonne schien hell, Tino war wach. Und hatte die beiden Schleppangeln ausgebracht. Und zum ersten Mal seit fast eineinhalb Jahren ging uns wieder ein Fisch an den Haken: Ein Bonito mittlerer Größe biss an, der kleine Bruder des Thunfischs, ein schneller Jäger, der zu dem blinkenden Köder nicht Nein sagen konnte, als der mit der Geschwindigkeit eines Marathonläufers an ihm vorbeizog. Ein schönes Tier, groß und schnell und stark, mit kleinen Finnen im hinteren Drittel seines Körpers. Und ich? Verstand die Welt nicht mehr. Meine letzte Makrele hatte vor über eineinhalb Jahren in Italien angebissen. In Griechenland, der Ägäis, der Türkei zog ich wochenlang meine Schleppangel hinter Levje her. Nichts mehr. Nicht ein Fisch war mir seit Italien an den Haken gegangen. Und kaum sind wir wieder in italienischen Gewässern, beißt ein Bonito an. Ist der Schutz der Fischbestände in Italien effizienter? Haben Griechen zuviel mit Dynamit gefischt und ihre Gewässer leergefischt? Oder gibt es die schnellen Jäger, Makrelen, Bonitos, die, die meiner Schleppangel erliegen, einfach nur in den italienischen Gewässern? Ein Rätsel.
Sizilien war nah. Wie angekündigt, hatte der Wind gedreht auf den letzten Seemeilen. Von 5-6 bft von „genau achtern“ auf 5-6 genau von da, wo wir hinwollten: Catania, unterm Ätna. Es machte nichts. Die Handvoll Seemeilen von der Küste baute der Wind keine Welle mehr auf, wir glitten dahin im Morgenlicht, und endlich lag der Hafen vor uns. Catania.
Der Ätna versteckte sich hinter einer dichten weißen Wolkenbank, der Südwest fegte mit Macht ins weite Hafenbecken. Italien ist – anders als Kroatien oder Frankreich – nur mit einer einfachen Yacht-Infrastruktur ausgestattet: Marinas in privater Hand sind selten, wenn man eine Marina findet, sind die überwiegend von den beiden großen Clubs CIRCOLO NAUTICO oder LEGA NAVALE vereinsmäßig betrieben. Oft gibt es gar keine Marina. Dafür besitzt Catania gleich deren vier – die Qual der Wahl. Um ruhig zu liegen, machten wir in der westlichsten fest, dem CLUB ETNEO. Leider eine teure Entscheidung, mit 45 Euro für Levje’s 31 Fuß, ohne Toilette, ohne Dusche, aber was machts – wir waren angekommen und lagen fest!
Und dann die ersten wackeligen Schritte an Land, ins Caffé del porto, mitten rein ins Leben eines italienischen Hafens. Eine italienische Hafenbar ist kein strahlender Ort, wohl aber ein Ort, an dem das pralle Leben stattfindet. Zwei Fischer, zwei Hafenarbeiter in blauen Overalls mit den orangen Neonstreifen. die an der Theke vor Espresso und Cornetto stehen und kurz palavern. Der Barista hinter der Bar, Wärme, Kaffeeduft, das Geduddel eines Radiosenders, „farbiger Krach“, ohne den in Italien nichts geht. Eine wunderbar gemütliche Mollige hinter der Kasse, die die Schwester des Barista sein könnte. Ihr Lächeln, und klar ist: sie ist der Magnet und das Unikum des Etablissements, das die beiden von ihren Eltern übernommen haben. Familie, die ihr Auskommen am Hafen findet. Die Hafenarbeiter bezahlen bei ihr an der Kasse, nicht ohne einen Scherz. Zu gern würde ich eintauchen jetzt gleich, gleich, ganz tief in dieses einzigartige Biotop an Beziehungen, in dieses jahrzehntelange Geflecht der Menschen an diesem Ort untereinander, das man „sich kennen“ nennt. Und das diesen verlassenen Ort am Hafen trägt durch die Zeit. Weil ich wie sie vom Meer komme, bin irgendwie ein Teil dieses Biotops, es ist keine Einbildung. Ein Scherzen, ein kurzes Hin- und Her, dann ziehen die Hafenarbeiter ihrer Wege. Eine ältere Dame, gut gekleidet, die auf dem Weg ins Büro hier ihren Cafe nimmt. Ich bestelle mir einen Espresso. Und eines dieser lecker aussehenden Schokoladen-Croissants, „un brioche“ heißen sie hier, darauf habe ich jetzt Lust nach all dem Salzwasser. Es kommt lauwarm über die Theke, prall unter dem Puderzucker lächelt es mich an, der Duft nach frisch Gebackenem ist unwiderstehlich. Als ich hineinbeiße, explodiert eine Woge an Nutella im Inneren des Brioche, tropft warm über die Theke, die ich, um mein Werk nur ja zu vervollständigen, mit Puderzucker und Brioche-Krümmeln eindecke. Mit einem derart üppigen Genuß hatte ich an diesem Ort nicht gerechnet, nur weil dies äußerlich ein ranziges Hafencafe ist, heißt das ja nicht, dass hier keiner was von gutem Essen verstünde. Der Barista reicht mir drei Servietten, die Kassiererin lächelt mir verständnisinnig zu, wir haben uns durchschaut, dass wir beide nur zu gerne, allzugerne gut essen und gern sinnlich sind. Und ich: Nutella-verschmiert, 54jährig, eben angekommen: Ich liebe Italien. Wie eh und je.


Im nächsten Post lesen Sie: Ganz weit oben: Auf dem Ätna.


Der Mensch und seine Sachen: Der Leuchtturm im Winter: Formentor auf Mallorca.

Der Leuchtturm von Kap Formentor auf Mallorca.

Bei meinen Reisen kehre ich oft an dieselben Orte zurück. Schließlich ist es ja nicht so, dass es viele Orte gäbe, die man einfach aufsucht: Und schon ist man glücklich mit sich und der Welt. In Formentor ist das aber so. Es ist ein abgelegener Ort in der nördlichsten Ecke Mallorcas, aber das ist noch nicht präzise genug: Man muss der äußersten gebirgigen Verlängerung der Serra Tramuntana, des langen nördlichen Gebirgszugs Mallorcas, bis an ihr alleräußerstes Ende folgen, dahin, wo nur noch Gestrüpp und dürre Gräser sich zwischen die Felsbrocken klammern.

Formentor ist ein abgelegener Ort, auch wenn dort heute – quer durchs Gebirge, über Heide, durch Kiefernwälder und Schafweiden – eine gut ausgebaute Straße hinführt, auf der sich selbst im frühen Januar tagsüber die Autos drängeln. Der Leuchtturm liegt da, wo die Welt endet: Auf einer Klippe zwischen anderen Klippen, ein Fels mitten in der Unendlichkeit. Nur noch ein Ziegeldach über einem weißen Gemäuer – und dann nichts mehr, aber auch gar nichts mehr als Blau und duftige Wolken jetzt im frühen Januar.

Kein Ort, wo man denn gerne wäre, im Sturm. Wie oft haben wohl Segler und Seeleute hinaufgeschaut zum 210 Meter hoch gelegenen Leuchtfeuer mit der inbrünstigen Bitte „Lass mich jetzt nur schnell herumkommen um diese Huk, in den Frieden und das ruhige Wasser auf der anderen Seite.“ Oder wie wir, nach 20stündiger Überfahrt herüber von Barcelona mit den Segelrebellen im März letzten Jahres – aber das ist eine andere lesenswerte Geschichte.

Weiterlesen bei: KEIN GANZ NORMALER TÖRN: Von Barcelona nach Mallorca. Hier.

Er hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel, der Leuchtturm. Wahrscheinlich hatten schon die Römer hier in der Nähe ein Leuchtfeuer, schließlich lag die wichtigere ihrer beiden großen Städte nur noch ein paar Seemeilen entfernt, Pollentia, die Mächtige, als die zweite Stadt Palma Palmensis wirklich noch die zweite und nicht wie heute die erste Geige auf Mallorca spielte. Spätestens als die Vandalen über die Insel kamen, sie ausplünderten und ihre kurzlebige Thalassokratie, ihr Seereich von Nordafrika aus errichteten, war Schluss mit Licht und Leuchtzeichen. Für lange Zeit. Erst um 1857, als die industrielle Schiffahrt einsetzte und das Mittelmeer dank Dampfschifffahrt einen neuen Aufschwung nahm, begann man mit dem Bau eines neuen Leuchtturmes. Das neue Feuer wurde am 30. April 1863 entzündet und mit Olivenöl betrieben. Der Bau war dermaßen schwierig, das Terrain derart abgelegen, dass es unerhörte Anstrengungen kostete, das Leuchtfeuer zu bauen. Weswegen dann auch der Bischof von Mallorca ausnahmsweise auch der Samstags- und Sonntagsarbeit zustimmte, allerdings den bischöflichen Dispens unter der Bedingung erteilte, dass die Arbeiter jeden Morgen an einem provisorischen Altar die Messe hören konnten

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Auch die Versorgung des Leuchtturms blieb schwierig. Die ersten Arbeiter hatten einen 17 Kilometer langen Saumpfad von der Bucht Cala Muerta heraufgelegt. War das Wetter gut, was es in dieser sturmreichen Ecke offensichtlich nicht oft war, konnte man im nahegelegenen Moll dell Patronet anlegen, nicht mehr als einer Lücke in den Felsen, von der die Arbeiter 272 Stufen herauf in den harten Fels geschlagen hatten.

Die Sache mit dem Olivenöl entpuppte sich auch nicht als der wahre Jakob, so dass man bald auf Paraffin umstellte. Und kaum war das Benzin in der Welt, stellte man darauf um, bis der Fortschritt 1962 in Gestalt einer Stromleitung auf die Insel und vor allem nach Formentor kam. Neue Linsen gabs dann 1971, und so sendet der Leuchtturm heute Nacht, wie jede andere Nacht seine Blitze über 40 Kilometer weit in die Nacht hinaus: vier weiße Blitze alle 20 Sekunden. Und weist denjenigen den Weg, die in die Häfen von Pollenca und Alcudia wollen – dorthin, wo schon die Römer hinwollten vor 2.000 Jahren: Zu ihrer Hauptstadt Pollentia, die heute unter dem alten Alcudia liegt.

Weiterlesen bei weiteren Geschichten über Mallorca: Hier!

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Lust auf noch mehr Geschichten vom Meer?

Vom Autor von MARE PIU: 

Ein Mann verliert seinen Job.
Aber statt zu resignieren, begibt er sich einfach auf sein kleines Segelboot.
Und reist in fünf Monaten: Von München nach Antalya.


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Und nicht vergessen: wenn Ihnen diese Geschichte gefiel: unten auf „Tolle Geschichte“ klicken.

VORTRAG in Flensburg – Mittwoch, 13.01.16 – 21:30

Als wäre es gestern gewesen sind die Bilder meines letzten Besuches in Flensburg in meinem Kopf präsent. Wie der Leuchtturm Kalkgrund auf einmal vor mir aus dem Nebel auftaucht, die Flensburger Förde glatt wie ein Ententeich vor mir liegt, und wie ich nach über 5 Monaten das erste Mal wieder in einem deutschen Hafen fest mache.

Nun komme ich am 13. Januar wieder nach Flensburg, um dort bei der Seglervereinigung Flensburg in Fahrensodde über meine Erlebnisse zu berichten. Kurzentschlossene Gäste sind herzlich willkommen! Los gehts um 2130 im Clubhaus der SVF. Bei Interesse findet ihr alles Nähere findet ihr unter: Vortrag in Flensburg bei der SVF

Würde mich freuen viele von euch dort begrüßen zu können!

Schmerzhafte Erinnerungen


Wer von euch war auch schon einmal länger unterwegs? Nicht Wochen, sondern Monate oder auch Jahre? Hat Job und Partner oder Familie zurückgelassen? Hat sich eine längere Auszeit gegönnt? Dann würde ich gerne wissen, wie ihr mit dem Thema Erinnerungen umgeht. Denn ich habe damit so meine Probleme. Warum? Sie tun so weh! Sie erinnern mich an eine der sorglosesten Zeiten meines Lebens. An Freiheit. An Abenteuer. An Unmengen von Zeit. An Glück in seiner reinsten Form. Ist doch super, könnte man denken. Ist es aber nicht, denn jeder Erinnerung haftet dabei auch ein ganz übler Gedanke an. „Werde ich so etwas noch einmal erleben? Werde ich mich jemals wieder so frei fühlen? Werde ich noch einmal für so eine lange Zeit losfahren können?“ 
Schliesslich kann man das ja meistens nicht so einfach wiederholen. Häufig hat es Jahre gedauert sich aus Verpflichtungen zu befreien und sich aus dem Alltag zu lösen. Geld anzusparen um sich dann wirklich auf den Weg zu machen.  Für das große Abenteuer des Lebens. An das man sich immer wieder gerne erinnern möchte. Glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende. Aber bei mir will das einfach nicht funktionieren. Bin ich zu gierig, zu undankbar; einfach nicht satt zu bekommen? Ist das der Grund warum ich überhaupt losgezogen bin? Oder geht es euch anderen Auszeitnehmern genauso? 
Das erste Jahr nach der Reise mochte ich gar nicht mehr an die Reise zurückdenken. Danach ging es langsam und stückweise. Meistens in Momenten, in denen ich glücklich und zufrieden im Bett lag, kurz vorm Einschlafen. Und es ist noch jede Erinnerung vorhanden. Jeder Hafen. Jeder Liegeplatz. Jeder Ort und seine Besonderheiten. Die Menschen. Der Hafenmeister. Die hübsche Supermarktkassierein. Alles noch da. Für immer eingebrannt in mein Gedächtnis. Und dann bin ich wieder unterwegs. Und Segel in Gedanken wieder über das Meer. Durch die Schären. Von Insel zu Insel. Und ich bin glücklich. Und dankbar, das ich das erleben durfte. Das ich meine Träume wahr gemacht habe. Ich spüre den Wind und rieche wieder das Meer.
Na gut, das klingt nun plakativ, Aber es stimmt.  Doch ich muss aufpassen. Und wie. Ich darf die Tür zu den verbotenen Gedanken nicht öffen. Ja, nicht einmal durch das Schlüsselloch schielen. Denn die kleine, doch stets präsente Frage, ob ich das noch einmal so erleben werde, lässt meine Tagträume wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Ich fühle mich dann  klein vor dem Leben, hilflos ob meines fremdbestimmten Schicksals und ohne Kontrolle über mein eigenes Leben. Daher meine Frage: Was macht ihr in solchen Momenten? Einfach nicht dran denken? Die Sehnsucht ignorieren oder mit Logik ausblenden? An andere denken, die so etwas nie erleben werden. Die froh über ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen sind? 
Kann ich mich wirklich erst wieder „glücklich“ erinnern, wenn ich noch einmal für lange Zeit loskomme? Ich denke, mir bleibt keine andere Wahl als es herauszufinden.   

Schmerzhafte Erinnerungen


Wer von euch war auch schon einmal länger unterwegs? Nicht Wochen, sondern Monate oder auch Jahre? Hat Job und Partner oder Familie zurückgelassen? Hat sich eine längere Auszeit gegönnt? Dann würde ich gerne wissen, wie ihr mit dem Thema Erinnerungen umgeht. Denn ich habe damit so meine Probleme. Warum? Sie tun so weh! Sie erinnern mich an eine der sorglosesten Zeiten meines Lebens. An Freiheit. An Abenteuer. An Unmengen von Zeit. An Glück in seiner reinsten Form. Ist doch super, könnte man denken. Ist es aber nicht, denn jeder Erinnerung haftet dabei auch ein ganz übler Gedanke an. „Werde ich so etwas noch einmal erleben? Werde ich mich jemals wieder so frei fühlen? Werde ich noch einmal für so eine lange Zeit losfahren können?“ 
Schliesslich kann man das ja meistens nicht so einfach wiederholen. Häufig hat es Jahre gedauert sich aus Verpflichtungen zu befreien und sich aus dem Alltag zu lösen. Geld anzusparen um sich dann wirklich auf den Weg zu machen.  Für das große Abenteuer des Lebens. An das man sich immer wieder gerne erinnern möchte. Glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende. Aber bei mir will das einfach nicht funktionieren. Bin ich zu gierig, zu undankbar; einfach nicht satt zu bekommen? Ist das der Grund warum ich überhaupt losgezogen bin? Oder geht es euch anderen Auszeitnehmern genauso? 
Das erste Jahr nach der Reise mochte ich gar nicht mehr an die Reise zurückdenken. Danach ging es langsam und stückweise. Meistens in Momenten, in denen ich glücklich und zufrieden im Bett lag, kurz vorm Einschlafen. Und es ist noch jede Erinnerung vorhanden. Jeder Hafen. Jeder Liegeplatz. Jeder Ort und seine Besonderheiten. Die Menschen. Der Hafenmeister. Die hübsche Supermarktkassierein. Alles noch da. Für immer eingebrannt in mein Gedächtnis. Und dann bin ich wieder unterwegs. Und Segel in Gedanken wieder über das Meer. Durch die Schären. Von Insel zu Insel. Und ich bin glücklich. Und dankbar, das ich das erleben durfte. Das ich meine Träume wahr gemacht habe. Ich spüre den Wind und rieche wieder das Meer.
Na gut, das klingt nun plakativ, Aber es stimmt.  Doch ich muss aufpassen. Und wie. Ich darf die Tür zu den verbotenen Gedanken nicht öffen. Ja, nicht einmal durch das Schlüsselloch schielen. Denn die kleine, doch stets präsente Frage, ob ich das noch einmal so erleben werde, lässt meine Tagträume wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Ich fühle mich dann  klein vor dem Leben, hilflos ob meines fremdbestimmten Schicksals und ohne Kontrolle über mein eigenes Leben. Daher meine Frage: Was macht ihr in solchen Momenten? Einfach nicht dran denken? Die Sehnsucht ignorieren oder mit Logik ausblenden? An andere denken, die so etwas nie erleben werden. Die froh über ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen sind? 
Kann ich mich wirklich erst wieder „glücklich“ erinnern, wenn ich noch einmal für lange Zeit loskomme? Ich denke, mir bleibt keine andere Wahl als es herauszufinden.