Monatsarchive: Mai 2015

Vassilingalou – Die Stadt Düsseldorf

wir_haengen_jetzt_woanders_rum...

GEDANKEN AUF DER ANKERREEDE AN EINE STADT AM RHEIN
Es ist nach Mitternacht und wir laufen die nassen Straßen entlang auf der Suche nach dem „alten Griechen“. Der Hunger treibt uns. „Wir“ sind meine Frau und ich – ihr Mann. Sie kennt mich gut. Ich sie auch. Wir brauchen uns nichts vorzumachen. Schon lange nicht mehr. Etwa zwanzig Jahre. Schweigen.

Feuchte, einsame Autos. Ab und zu huscht ein Ahornblatt und ahmt die Ratten auf dem Weg zu ihren eiligen Geschäfte nach. Der Novemberwind poliert einem den Verstand glatt.
An einem offenen Schalter frage ich nach dem Weg. Die kugelige Frau drinnen fragt zurück – Türkisch? Ich erkläre – nein Griechisch, der Grieche. Bis ich begreife, dass es ihr um die Sprache in der wir uns verständigen sollen geht, wiederholen wir das Spiel fünf mal. Hoffnungslos, denn die Frau, ihre Tochter und der Vater sprechen kaum Deutsch. Die kleine Trinkhalle ist ja auch kein Treffpunkt für Polyglotte. Hier wird nur Auszeit verkauft. Durchgehend und nonverbal. Illusion in flüssiger und rauchiger Form.

Wieder frage ich nach dem Weg. Entschuldigung, es soll hier… „Is verste nich“ die junge Asiatin hat sicher gerade ihr Studium begonnen, oder kellnert im Restaurant reicher Landsleute. Oder beides. Ihr zierlicher Körper ist zu einem Eiszapfen gefroren. Durch die Härte der Straße droht er zu zerspringen. Wenn es jetzt passieren würde, würden tausende von Olivenhaut-, Perlenzahn- und Onyxaugen-Kristalle für immer verloren gehen! Wer wird ihren Geliebten streicheln, ihre Kinder gebären? Die Nacht schluckt sie in einem Happen.

Wir laufen und schweigen weiter. Der zwanzigjährige Satz aus Frust und Unzufriedenheit, aus Zweifel und Angst um die verlorene Zeit mit mir, wird langsam hochgewirbelt. Tief in ihrer Jacke wird der Zoff ausgebrütet. Ist das die richtige Straße?

Zwei schwarze Dealer hängen an einer Ecke und der Wind spielt Gartenschaukel mit ihren Körpern. Sie sind schon trocken und erschrecken niemanden mehr. Man hat sich irgendwie an sie gewöhnt.

Da ist es. Wurde auch Zeit. K3 schreit das blaue Neonlicht. Wärme und Gemüt für die Trinker und Obdachlosen, für die alten Nutten und ihre verzweifelten Freier. Der fette Grieche ist schon seit Jahren tot und sein ranziger Leib fließt vom Barhocker tropfenweise auf den Boden. Der Laden stinkt entsprechend. Die Gäste merken es nicht. Sie sind auch hin. Die Küche steht in Flammen. Der Boden, die Tische, alles ist glühend heiß. Da sitzt einer und isst seine Suppe mit einer riesigen Gabel. Er hält sie mit zwei Händen. Orpheus gleich, habe ich auf dem Hinausweg Angst mich umzudrehen um Sie nicht zu verlieren. Bitte Gott! Ich habe Sie hierher geführt, ich weiß! Nein! Nicht jetzt! Bitte Gott!

Die Stadt ist schön. Rausgeputzt und geschmückt mit ihren Diamanten, Lichtern, mit ihren glänzenden Vitrinen, sündhaft teuren Lackschuhen und Autos. Die Stadt ist anziehend, aufregend, anregend. Ich würde ihr gern unter den Rock schauen. Würde gerne ihr Geschlecht sehen. Ich würde sie gerne lieben, aber sie hat einen schlechten Atem. Ein Zahnarzt meinte neulich, sie wäre weltweit an fünfter Stelle was den Lebensstandard betrifft. Beeindruckend! Was den Standard der Ratten angeht, könnte ich zustimmen.

St. Martin, 03.2015

SV Casa – Bernhard Moser AT

SV Casa, Moser KopieEIN FLEISSIGES BOOT
Vor wenigen Tagen erreicht mich ein Hilferuf aus Uruguay. Eine Pacific schien unter Arthrose zu leiden, jedenfalls verweigerte sie bei leichten Winden zunehmend den Dienst, was ihren Chef eine ultrakurzes Mail an mich schreiben liess. Den Grund hatten wir schnell geklärt: es hatte sich seit Jahren Salz abgelagert, das man nun zu entfernen hatte.

Ein Wort gab das andere, das Schiff – eine KOOPMANS 32 – war unter seinem Namen SV Casa, in meiner Datenbank nicht zu finden. Auf meine Bitte erhielt ich obiges Foto und erkannte eine alte Bekannte, die unter wechselnden Namen und Eigner seit vielen Jahren den Atlantik durchpflügt.

SV M – unter diesem Namen hat der Hamburger Dirk Mennewisch als Sabbatical eine Atlantik Runde vollzogen und ein Buch darüber geschrieben: siehe

SV RUMO – unter diesem Namen hat Dirk Feldhusen ebenfalls ein Sabbatical im Atlantik verbracht, siehe

Als SV CASA ist dies Schiff nun bereits im Südatlantik angekommen und wir in Kürze wahrscheinlich weiter südlich segeln.

Ich vermute, dass es wenige Schiffe gibt, die in wenigen Jahren unter wechselnden Eigner derart viel Meilen im Atlantik verbringen.

meint
Peter Foerthmann

Skippers Feierabend – Gedanken über den Passageplan

 

20150513

Wie die Zeit vergeht

Das Mitsegeln ist ganz schön anstrengend. Meine Gäste wollen natürlich was erleben. Hier ein Grillen, dort segeln, etc… Heute Abend ist wieder Ausgehen angesagt. “Morgen ist Feiertag – Da muss doch in der Hauptstadt der Lofoten was gehen. Immerhin ist es mein vorletzter Abend.” Ein Grund zum Feiern gibt e immer und ich feiere ja auch immer gern mit. Dafür bin ich ja auch bekannt. Meine Mitsegler fahren mit dem Dinghy raus und gehen mal eben Abendessen angeln. Nach einer Stunde sind sie wieder zurück. Es gibt Dorsch. Ich ab in die Kücke. Fritiert und gegarten, als Thai- und indischem Masala, ich hab schon alles durchexerziert. Heute hole ich den Räucherofen raus und bereite eine exzellente Marinade zu. „Skipper. Schreibst Du mir das Rezept auf?“ „Heiko, ich hab schon wieder vergessen was ich da zusammengerührt habe. Aber es ist eigentlich wie immer. Knoblauch, Chili und was sonst noch so alles hier rumsteht. Heute hab ich noch eine Zitrone gefunden und einen Hauch Red Curry. Kochen kann man nicht aufschreiben. Kochen ist fühlen, riechen und schmecken. Wie ein blumig weicher Kuß mit der Frau Deiner Zuneigung. Da steckt alles drin ohne drüber nachzudenken.“ Beim Essen sagt wieder keiner was. Es wird wieder nicht dunkel und es regnet jetzt seit zwei Tagen. Unser Rocna Anker liegt am Grund des Hafenbeckens und ich habe mich heute vom Hafenmeister über Funk dazu überreden lassen nicht genau in der Mitte zu ankern. „Na siehste. Freundlich geht doch auch. Heute hatte er gute Laune. Wahrscheinlich auch gut zu Abend gegessen. Vielleicht geräucherten Dorsch und dann eine Frau geküsst.“ Ich spreche mit mir selbst.

Ende Nächste Woche kommt Bene. Einer der wenigen, also der einzige, der sich traut mit mir und Arved den Bug der MARLIN Richtung Spitzbergen zu richten. Ob wir fahren ist vom Wetter abhängig. Entweder es passt. Oder es passt nicht. Fahrtensegeln ist anders. Da wartet man auf gutes Wetter, manchmal hängen Wnuk / Müller einfach ein Jahr dran. So lange kann das dauern. Mitsegeln hier oben in Norwegen ist es anders. Da muss nicht nur das Wetterfenster, sondern auch das Urlaubsfenster der Mitsegler stimmen. „Bene, ich kann Dir nicht versprechen, dass wir in Spitzbergen ankommen, noch nicht einmal ob wir ablegen. Aber eine unvergessliche Zeit und die totale Entspannung und eine verändertes Segelbewusstsein, dass verspreche ich Dir. Norwegen ist eine Reise wert.“

Bis Bene kommt, haben wir noch einiges zu tun. Viele Kleinigkeiten die aufhalten, aber auch ein bisschen Entschleunigung und vielleicht mal ein Buch? Wie ein Buch. „Skipper, Du wirst doch kein Buch lesen wollen?“ „Doch. Muss ich. Das SSS Buch. Scheiße. Hört das denn nie auf? Hab ich doch letzten schon alles auf Englisch gemacht. Die Deutschlandflagge, teuerste Flagge der Welt!“

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bodoe kannst Du mitsegeln in den Lofoten und eventuell weiter nach Spitzbergen. Im Juni kannst Du Spitzbergen mit uns erkunden. Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

Unter Segeln: Gewitter über Ölü Deniz. Oder: Was es bringt, das Buch GEWITTERSEGELN zu lesen.

Bis dahin war eigentlich alles ganz normal: Das Wetter seit Anfang Mai über der Südtürkei war stabil und warm. Sehr wenig Wind, kaum lohnt’s, die Segel hochzuziehen. Aber dafür lockt die Küste mit leeren Ankerbuchten, und Reviere, in denen sich im Juli und August die Boote in Buchten drängeln wie im Golf von Fethiye: die gehören dem einsam Segelnden jetzt ganz allein.
Ab Samstag Mittag aber das Wetter instabil. Aufquellende Wolkentürme im Osten, die langsam über den Baba Dagi und über den Sandstrand von Ölu Deniz nach Westen zogen. Am Sonntag bereits am Vormittag tiefschwarze Wolken über dem Baba Dagi, dem großen Berg auf dem Bild im Hintergrund, von dem mutig immer noch Paraglider herunterschwebten. Plötzlich Blitze am Mittag, das Unwetter zieht aus Osten heran, über den weißen Sandstrand von Ölü Deniz und dann zur Ankerbucht vor der Insel Gemiler, der Insel auf der Heilige Nikolaus wohl tatsächlich einmal gelebt hatte. Heftige Gewitter über Ölü Deniz und Gemiler: das hatte ich schon häufiger.
                                  Weiterlesen bei: Ankermanöver im Gewitter. Oder: Warum mach‘ ich das bloß?
                                  Weiterlesen bei: Von schnellen Gewittern und von langsamen.
                                  Weiterlesen bei: Gemiler. Oder: Wer war der Mann, der Sankt Nikolaus hieß.

Zuerst Schwärze. Dann Blitze. Und dann brechen schlagartig von Westen her, vom Sandstrand her, dort, wo die großen Gülets ankern, starke Böen herein. Der Wind wirft Schaumkronen auf dem Wasser auf, pfeift im Rigg der beiden ankernden Gülets. Deren Kapitäne fühlen sich offensichtlich nicht mehr wohl in der Gemiler Reede. Sie wollen ablegen, starten ihre PS-starken Motoren, senden ihre Dinghis zum Ufer, um die Festmacher von den Felsen zu lösen. Die Böen nehmen zu auf 35 Knoten, LEVJEs Festmacher zum Ufer sind zum Zerreissen gespannt, die ungeheure Dehnung wringt Tropfen Meerwasser aus den Tauen. 
Da beide Gülets 100 Meter Kette quer durch die Bucht gesteckt haben, dauert es lange, quälend lange, bis die Schiffe frei sind. Dicken, unbeweglichen Käfern gleich kriechen sie an ihren Ankerketten entlang quer durch die Bucht, plötzlich trifft eine harte Böe das weiße Gület im Bild oben, das Schiff beginnt, mit dem Heck auf den Nachbarn zuzutreiben. Aufheulende Motoren.
Segelyachten, die sich von draußen in die Bucht zwängen und halbgare Ankermanöver starten. Andere Yachten, die ihren Ankerplatz aufgeben, wohl, weil ihr Anker im tiefen Wasser nicht hält. Wie die Kanadier genau gegenüber, die langsam nach draußen ziehen. Erneute Böen. Plötzlich setzt prasselnder Regen ein. Bei einem der beiden Gülets hat sich mitten in der Bucht der Anker verklemmt, der dicke Käfer liegt in Böen und Starkregen mitten in der Bucht und die Crew versucht, den Anker auszubrechen. Das zweite Gület fährt in der Bucht auf und ab. Und zwischen allen, laut rufend, wild gestikulierend, der türkische Marinero vom Restaurant in der Bucht, der versucht, den drei, vier Charteryachten und dem Kat im pfeiffenden Starkwind beim Bojenanleger zu helfen. Er kämpft, nur im Pullover im prasselnden Regen auf seinem schnellen kleinen Boot, um den Besatzungen zu helfen.
Tohuwabohu. Und ein guter Moment, um mich einmal zu fragen: Hat sich für mich – als User, als Segler – die Lektüre des Buches GEWITTERSEGELN gelohnt? Ein guter Moment, um mich zu fragen: Hat mich die Lektüre dieses Buches weitergebracht? Hat es sich gelohnt, dieses Buch überhaupt in die Welt zu setzen? Würde ich es meinem besten Freund in die Hand drücken, vor einem Juni-Törn im gewitterreichen Kroatien?
Ja, würde ich. Denn ich gehe mit der Situation anders um. Passieren kann zwar immer noch alles mögliche, davor ist niemand gefeit. Durch die Beschäftigung mit dem Thema und das Lesen der über 40 Berichte kam einfach mehr Know-How in die Sache. 
Wir haben jetzt einfach fast 50 Meter Kette draußen und der Anker hält. 
Ich habe eine überprüfbare Antwort auf Katrin’s besorgte Frage: ob LEVJE sinken würde, wenn im Mast der Blitz einschlägt. 
Ich überlege jetzt nicht mehr wie früher, ob’s wohl doch besser wäre, jetzt rauszugehen. Oder vielleicht doch besser gewesen wäre, dies, das jenes zusätzlich gemacht, unterlassen, getan zu haben.
Es ist schon so, wie Axel zu Puttlitz-Lührmann, der Schadenexperte des Yachtversicherers PANTAENIUS, sagte, als wir ihn für GEWITTERSEGELN in Hamburg interviewten: „Man kann schon viel machen, im Gewitter.“
Nein: zu unserem Projekt kann ich stehen. Und es auch mitten im Unbeherrschbaren jedem Segler guten Gewissens empfehlen.

                                                                                         Mehr erfahren über GewitterSegeln? Hier.

Unter Segeln: Gewitter über Ölü Deniz. Oder: Was es bringt, das Buch GEWITTERSEGELN zu lesen.

Bis dahin war eigentlich alles ganz normal: Das Wetter seit Anfang Mai über der Südtürkei war stabil und warm. Sehr wenig Wind, kaum lohnt’s, die Segel hochzuziehen. Aber dafür lockt die Küste mit leeren Ankerbuchten, und Reviere, in denen sich im Juli und August die Boote in Buchten drängeln wie im Golf von Fethiye: die gehören dem einsam Segelnden jetzt ganz allein.
Ab Samstag Mittag aber das Wetter instabil. Aufquellende Wolkentürme im Osten, die langsam über den Baba Dagi und über den Sandstrand von Ölu Deniz nach Westen zogen. Am Sonntag bereits am Vormittag tiefschwarze Wolken über dem Baba Dagi, dem großen Berg auf dem Bild im Hintergrund, von dem mutig immer noch Paraglider herunterschwebten. Plötzlich Blitze am Mittag, das Unwetter zieht aus Osten heran, über den weißen Sandstrand von Ölü Deniz und dann zur Ankerbucht vor der Insel Gemiler, der Insel auf der Heilige Nikolaus wohl tatsächlich einmal gelebt hatte. Heftige Gewitter über Ölü Deniz und Gemiler: das hatte ich schon häufiger.
Zuerst Schwärze. Dann Blitze. Und dann brechen schlagartig von Westen her, vom Sandstrand her, dort, wo die großen Gülets ankern, starke Böen herein. Der Wind wirft Schaumkronen auf dem Wasser auf, pfeift im Rigg der beiden ankernden Gülets. Deren Kapitäne fühlen sich offensichtlich nicht mehr wohl in der Gemiler Reede. Sie wollen ablegen, starten ihre PS-starken Motoren, senden ihre Dinghis zum Ufer, um die Festmacher von den Felsen zu lösen. Die Böen nehmen zu auf 35 Knoten, LEVJEs Festmacher zum Ufer sind zum Zerreissen gespannt, die ungeheure Dehnung wringt Tropfen Meerwasser aus den Tauen.
Da beide Gülets 100 Meter Kette quer durch die Bucht gesteckt haben, dauert es lange, quälend lange, bis die Schiffe frei sind. Dicken, unbeweglichen Käfern gleich kriechen sie an ihren Ankerketten entlang quer durch die Bucht, plötzlich trifft eine harte Böe das weiße Gület im Bild oben, das Schiff beginnt, mit dem Heck auf den Nachbarn zuzutreiben. Aufheulende Motoren.
Segelyachten, die sich von draußen in die Bucht zwängen und halbgare Ankermanöver starten. Andere Yachten, die ihren Ankerplatz aufgeben, wohl, weil ihr Anker im tiefen Wasser nicht hält. Wie die Kanadier genau gegenüber, die langsam nach draußen ziehen. Erneute Böen. Plötzlich setzt prasselnder Regen ein. Bei einem der beiden Gülets hat sich mitten in der Bucht der Anker verklemmt, der dicke Käfer liegt in Böen und Starkregen mitten in der Bucht und die Crew versucht, den Anker auszubrechen. Das zweite Gület fährt in der Bucht auf und ab. Und zwischen allen, laut rufend, wild gestikulierend, der türkische Marinero vom Restaurant in der Bucht, der versucht, den drei, vier Charteryachten und dem Kat im pfeiffenden Starkwind beim Bojenanleger zu helfen. Er kämpft, nur im Pullover im prasselnden Regen auf seinem schnellen kleinen Boot, um den Besatzungen zu helfen.
Tohuwabohu. Und ein guter Moment, um mich einmal zu fragen: Hat sich für mich – als User, als Segler – die Lektüre des Buches GEWITTERSEGELN gelohnt? Ein guter Moment, um mich zu fragen: Hat mich die Lektüre dieses Buches weitergebracht? Hat es sich gelohnt, dieses Buch überhaupt in die Welt zu setzen? Würde ich es meinem besten Freund in die Hand drücken, vor einem Juni-Törn im gewitterreichen Kroatien?
Ja, würde ich. Denn ich gehe mit der Situation anders um. Passieren kann zwar immer noch alles mögliche, davor ist niemand gefeit. Durch die Beschäftigung mit dem Thema und das Lesen der über 40 Berichte kam einfach mehr Know-How in die Sache.
Wir haben jetzt einfach fast 50 Meter Kette draußen und der Anker hält.
Ich habe eine überprüfbare Antwort auf Katrin’s besorgte Frage: ob LEVJE sinken würde, wenn im Mast der Blitz einschlägt.
Ich überlege jetzt nicht mehr wie früher, ob’s wohl doch besser wäre, jetzt rauszugehen. Oder vielleicht doch besser gewesen wäre, dies, das jenes zusätzlich gemacht, unterlassen, getan zu haben.
Es ist schon so, wie Axel zu Puttlitz-Lührmann, der Schadenexperte des Yachtversicherers PANTAENIUS, sagte, als wir ihn für GEWITTERSEGELN in Hamburg interviewten: „Man kann schon viel machen, im Gewitter.“
Nein: zu unserem Projekt kann ich stehen. Und es auch mitten im Unbeherrschbaren jedem Segler guten Gewissens empfehlen.

Mehr erfahren über GewitterSegeln? Hier.

 

Keine Gedanken an die Kollegen zu Hause

20150511

Aufbruch und Abdrift

Tja, der Chef (Übersetzung: Koch) ist mal wieder abgelenkt. Nein, diesmal spielt er nicht das Kellerkind und ist im Motorraum, sondern sucht Literatur und das Backgammon Spiel.

Es ist Montag, das Wochenende liegt hinter uns. Ein sehr anstrengendes. Nach der Ankunft am Samstag in Leknes und dem Ankern bei starkem Wind in einer kleinen Bucht bei Leknes, direkt neben dem Steg gab es mal wieder was richtig Gutes zu essen. Schweinefilet mit Kartoffeln, Brokkoli und einer genialen Rahmsoße. – Kostet natürlich extra ;) Ist Klar! Nach dem Festgelage beschließt der Heiko in die Stadt zu ziehen und der Rest kommt natürlich mit, weil er das erste Bier in der Surfer Bar ausgibt. Der Weg ist unklar, aber Google Maps sei Dank, ist der Weg schnell gefunden und allmähliche Passanten auch auf dem Weg in die Surfer Bar zeigen den Weg. Wir sind willkommene Gäste, zumal die halbe Stadt die Marlin bei Ihrer Ankunft bereits bestaunt hat und sich gerne mit den Weltenbummlern unterhalten will. – Ja, die Norweger (und besonders –innen) sind sehr offen und plaudern gerne, anders als die Deutschen… Einfach mal nach hier kommen und selbst erleben. Ein freies Plätzchen ist sicher noch da, zur Not wird Arveds Seemannsbraut „Genanker“ aus einer Koje geworfen um Platz zu schaffen ;)

Leider ist bereits um 3 Uhr Schluss. Pünktlich. Und wir sind mal wieder die letzten die raus gekehrt werden. Der Rückweg zur Marlin entschädigt mit einem grandiosem Sonnenaufgang um 3 Uhr morgens. Wir setzen uns nochmal kurz aufs Deck, genießen den Sonnenaufgang bei einer Runde Rammstein. Doch wo ist der Skipper?! Der ist in die Koje gefallen. Um 5 Uhr ist auch für uns Schluss. Gott sei Dank,- der Sonntag ist zum Entspannen da. Ausschlafen! Rumgammeln! Das Wetter ist auch nicht so toll. Abends schauen wir (leider) nicht den Tatort, sondern nur den Polizeiruf. Ein Stück Deutschland im Ausland.

Heute, gemütliches Aufstehen und weiter ziehen oder zumindest raus aus Leknes. Aber nein, der Anker hat sich unter einer alten Kette am Grund verharkt. Diese Stadt will uns nicht loswerden. Ich muss mich um meine Flugumbuchung kümmern und verbringe ca. 1 Std. in der Warteschliefe. Der Wetterbericht für die Weiterfahrt nach Spitzbergen sieht gut aus. Nein, dieses Land möchte nicht das ich gehe, es möchte das ich weiter hier bleibe. Aber die Kollegen warten ja schon auf mich, rede ich mir ein… Wir hantieren und röddeln. Den Anker kriegen wir frei, motoren aus dem Fjord und setzen die Segeln. Nach kurzer Zeit machen wir eine Wende und fahren wieder Richtung Küste. Wir suchen uns eine schöne kleine Bucht und ankern direkt vor einer Hafeneinfahrt. Arved und ich machen das Dingi klar, setzen nur den kleinen Motor drauf um die kleine Halbinsel zu erkunden.

Der Skipper macht in der Zwischenzeit die Vorbereitung für das Abendessen. Mit der Knochensäge. Heute wird es blutig! Wir kommen zurück. Der Skipper strahlt und schickt uns die Grillutensilien suchen. Mit alle Mann geht es auf die Insel zurück. Mit angeschwemmten Euro-Paletten wird ein Feuer gemacht und die ca. 500 gr schweren uruguayischen Steaks werden zusammen mit Folienkartoffeln gegrillt. Der Skipper hat uns mal wieder was tolles gezaubert. Wir sind satt und glücklich. Mal wieder. Der einsetzende Regen zwingt uns unseren tollen Grillplatz zu räumen und auf die Marlin zurück zu kehren. Sie empfängt uns mit ihren warmen Inneren Werten. 20 Grad. Da macht es Spass nach Hause zu kommen. Bei einem Glas Rum und einer Episode „Der Seewolf“ lassen wir den Tag ausklingen.

Heiko

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bodoe kannst Du mitsegeln in den Lofoten und eventuell weiter nach Spitzbergen. Im Juni-July kannst Du Spitzbergen mit uns erkunden. Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

Tagebuch Eintrag Nr. 7 /// Der Magic Bus bekommt einen echten Jack Mantis

Wir sind endlich in New York City, die Sonne scheint und Jack verpasst unserem Magic Bus ein neues Outfit. Im Stile des klassischen Graffiti, das wohl vor einiger Zeit irgendwo hier in der Gegend von Brooklyn erfunden wurde, trägt dieses Bild seinen Namen. Vielen Dank … Tagebuch Eintrag Nr. 7 /// Der Magic Bus bekommt einen echten Jack Mantis weiterlesen

SV Monsterpiu – Adriana Diaz – Jayme Santos Souza BR

Souza Maroc

MAROKKO – VERTRIEBEN AUS DEM PARADIES
Wir sind seit einiger Zeit im Magrebh, unser fünfter Besuch in Marocco. Eingangshafen MARINA SMIR

http://www.portmarinasmir.com/ing/

Eine Woche später haben wir in SMIR aufklariert und als nächsten Zielhafen EL-JEBHA aufgegeben, ca 47 nm östlich von Smir. Die Zollbeamten erteilten die Erlaubnis nachdem sie im Zielhafen angerufen hatten. YOU CAN GO.

Bei Ankunft im Schutze der Hafenmole hörten wir aufgeregte Rufe: GO AWAY, GO AWAY. Wir waren irritiert und erstaunt, gingen also zunächst bei einem Fischerboot längsseits. Dort sprachen wir mit anderen Leuten, die wenig entfernt vor Anker lagen.

Nachts um 11 dann der Schock: wir wurden mit Scheinwerferlicht angestrahlt, ein Militär Schnellboot war längsseits gegangen. Zwei Offizieren sprfangen bei uns an Bord, kontrollierten Pässe, Schiffspapiere und untersuchten unser Schiff und teilten uns mit, dass wir am nächsten Morgen unverzüglich den Hafen zu verlassen hätten. Unsere Erklärungsversuche, unsere vermeintlich Erlaubnis, wurden barsch beiseite gewischt – ganz offensichtlich sind wir zu vertrauenswürdig gewesen.

Keine gute Erfahrung, keine gute Erinnerung an ein Land, das so reich an wunderschönen Attraktionen ist.

Adriana/Jayme
Jayme Vital SV Monsterpiu WEITERLESEN

Riesendorsche im Fischerparadies

20150508

Buchteln in den Lofoten

Heute Morgen ist plötzlich Unruhe an Bord. Heiko und ich stecken unsere verschlafenen Köpfe aus dem Pilothouse und entdecken den Skipper in angeregter Diskussion mit dem Stegbesitzer. Dieser ist der festen Überzeugung, dass wir in einer Luxusmarina mit Leinenservice und angrenzender Sterneküche festgemacht haben und fordert ein dementsprechendes Liegegeld. Als keine Einigung zu finden ist verlassen wir umgehend den Steg und verholen die Marlin zwei Buchten weiter an einen Ankerplatz. Dieser kann dann auch mit grandiosem Ausblick statt kräftiger Trockenfisch-Note punkten.

Das Jagdfieber hat Heiko nun endgültig gepackt und er macht sich umgehend wieder mit dem Dingi davon, um den Dorschen nachzustellen. Meine Aufgabe ist es, die Marlin auch optisch wieder auf Hochglanz zu bringen – mit Musik an Deck, barfuß und im T-Shirt lässt sich auch das Deckschrubben sehr gut ertragen. Die ersten Zaungäste in Jack-Wolfskin-Vollausstattung lassen sich alsbald am Felsen blicken und fotografieren die Marlin mit riesigen Teleobjektiven. An das Wohnen und Arbeiten auf einem derartigen Blickfang muss ich mich noch etwas gewöhnen.

Von jetzt auf gleich setzen gegen Mittag die kalten Fallwinde ein. Ich gebe daraufhin meine Nordmeer-Badepläne auf und der Anker hat auf dem felsigen Untergrund keinen Halt mehr. Ein weiteres Mal steuern wir einen neuen Ankerplatz an. Nach einem opulenten indischen Curry mit –wer hätte es gedacht- frischem Fisch des von der erfolgreichen Dorschjagd zurückgekehrten Heiko, machen wir uns mit dem Dingi gemeinsam auf den Weg, das kleine Fischerdörfchen Å zu erkunden. Das Dingi tanzt auf dem gemächlichen Schwell, und nach kurzer Fahrt machen wir in einer Anglerhüttensiedlung fest. Heiko bekommt große Augen „So dicke Fische! Und soo große Pilker!“ Wir bekommen eine Vorführung in effizienter Fischverarbeitung.

Das restliche Dorf macht einen Eindruck wie von der Welt vergessen. Kleine, verschlafene Holzhäuschen haben sich in der felsige Landschaft festgesetzt, die Eintrittskarten für das mit Vorhängeschloss verschlossene Trockenfischmuseum, gibt es im Supermarkt um die Ecke zu kaufen. Heiko und ich nutzen den Rückweg zu Fuß, um weitere Bilder zu schießen. Als sich dann „Marlin für Marlin Mobile“ per VHF meldet kommt umgehend das Skipper-Taxi, um uns wieder an Bord zu holen. Plan für heute: Heiko weiter im Skat trainieren und, trotz der verwirrenden Lichtverhältnisse, etwas früher als bisher den Weg in die Koje finden.

Arved

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bodoe kannst Du mitsegeln in den Lofoten und eventuell weiter nach Spitzbergen. Im Juni-July kannst Du Spitzbergen mit uns erkunden. Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

Mare Più hat ein neues Buch herausgebracht. Unter dem Titel EINMALMÜNCHEN – ANTALYA, BITTE.

In ihrer neuesten Ausgabe, die kommenden Mittwoch, am 13. Mai am Kiosk ausliegt, kündigt die YACHT auf ihrer Titelseite einen Bericht über „MITTELMEER – Italien, Griechenland, Türkei – Törn auf der alten Handelsroute“ an. Es ist der Bericht über meine fünfmonatige Reise auf LEVJE im vergangenen Jahr von München nach Antalya.
Die Erwähnung auf der Titelseite hat dieser Bericht sicher nicht verdient. Denn: An dieser Reise war eigentlich nichts spektakulär. Im Gegenteil. Eigentlich ging es darum, endlich einmal Zeit zu haben. Und die fast 2.500 Kilometer lange Distanz, die man üblicherweise ferienfroh im Jet in 3 Stunden durcheilt, möglichst langsam, möglichst lustvoll zurückzulegen. Die Augen irgendwie offen zu haben für kleine Geschichten und große Geschichte, die unbeachtet am Wegrand liegen. Für die Menschen, die am Meer leben und arbeiten. Und genau diese Geschichten, die ich im Mittelmeer auf Schritt und Tritt und jeder Seemeile fand, zu erzählen. 
Ich habe gelernt, dass richtig Segeln Zeit braucht. Zeit, die dem normalen Segler nicht gegönnt ist, der sich für zwei, für drei Wochen aus seinem Beruf, seinen Verpflichtungen herausschält und auf sein Schiff oder eine gecharterte Yacht begibt. Und ich habe gelernt, dass alles, was wir zum Glücklichsein brauchen, eigentlich schon in uns steckt und nirgendwo anders. Nur auf dem Meer: da finden wir es leichter als im Getöse eines vollgepfropften Alltags mit drei- bis siebenfach-Belastung.
                                                      Weiterlesen bei: 5 Monate Segeln. Was hat mir das gebracht? Hier.
                                                      Weiterlesen bei: Segeln. Was ist das? Hier.
Nein, es waren leise Ergebnisse. Umso mehr hat mich gefreut, dass sich die YACHT im vergangenen Herbst für meine Segelreise auf der 3.500 Jahre alten Händler-Route zu interessieren begann. Und mich einlud, doch ein paar Seiten darüber zu schreiben. 
Aus den paar Seiten, die ich im Februar auf LEVJE für die YACHT schrieb, ist dann doch etwas mehr geworden – ein Projekt: mein erstes Buch. Es heißt EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE. Und es ist heute erschienen, als eBook. Und DASS dieses Buch überhaupt entstanden ist, verdanke ich Susanne Guidera, der Mitgründerin unseres Verlags millemari. Sie hat mir Mut und Dampf gemacht. Und zusammen mit ihrem Team in der Bücherschmiede von concepts4u, vor allem mit Wolfgang Appun von bora-dtp und Mediengestaltung, in liebevollster Kleinarbeit und Nachtschichten ein eBook mit vielen Fotos und etwa 100 Links auf Videos und Websites daraus gemacht hat. Und Gabi Becker von becker-pr schon mal Danke für die Presse-Kampagne, die ab Montag für das Buch startet.
Und weil man – was die eigenen Kinder angeht – meist blind ist und oft nicht mehr so ganz genau sagen kann: Was man denn da nun in die Welt gesetzt hat: Darum überlasse ich Susanne, in diesem Fall meiner wundertätigen Lektorin, die Beantwortung der Frage, was denn in diesem Buch drinsteht. Hören wir ihr also zu, was sie mir auf die Frage antwortete, was sie um Mitternacht ihrer besten Freundin über dieses Buch sagen würde:
EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE beschreibt die Reise mit einem kleinen Boot entlang der Küsten des Mittelmeeres. Mit Geschichten vom und über das Meer. Und über die Menschen, die dort leben.

Ein Buch, das in der Lage ist, die Sehnsucht nach dem Meer für einen Moment zu stillen, voll intensiver und leiser Beschreibungen, die geprägt sind von der Liebe zu weiten Horizonten.  

Ein Buch über Abschied und Neuanfang und über die Kunst, langsam zu reisen, um zu sich selbst zu finden.“
Hoffen wir also. Dass nicht nur meine hervorragende Lektorin um Mitternacht die richtigen Worte fand.
Wer reinschnuppern will: 
Das Buch ist seit heute als eBook bei AMAZON und anderen erhältlich. 
Es hat 320 Seiten und etwa 100 Fotos und noch mehr Links. 
Es kostet € 9,99. 
Und wer mehr darüber erfahren will: Hier sind alle Links: auf www.millemari.de.
Oder direkt zu AMAZON: Hier.
Als .pdf bei www.segel-filme.de. Hier.
Oder ab kommender Woche in den eBook-Shops von Weltbild, Hugendubel, Thalia und und und…
So. Und jetzt freue ich mich – so wie immer – auf möglichst zahlreiche Kommentare, Mails, Meinungen, Urteile, Kritiken von Ihnen. Oder einfach auf ihren leisen Klick unten am Ende des Artikels auf „Tolle Geschichte…“  


Mare Più hat ein neues Buch herausgebracht. Unter dem Titel EINMALMÜNCHEN – ANTALYA, BITTE.

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In ihrer neuesten Ausgabe, die am kommenden Mittwoch am Kiosk liegt, kündigt die YACHT auf ihrer Titelseite einen Bericht über „MITTELMEER – Italien, Griechenland, Türkei – Törn auf der alten Handelsroute“ an. Es ist der Bericht über meine fünfmonatige Reise auf LEVJE im vergangenen Jahr von München nach Antalya.
An dieser Reise war nichts spektakulär. Im Gegenteil. Eigentlich ging es darum, endlich einmal Zeit zu haben. Und die fast 2.500 Kilometer lange Distanz, die man üblicherweise ferienfroh im Jet in 3 Stunden durcheilt, möglichst langsam, möglichst lustvoll zurückzulegen. Die Augen irgendwie offen zu haben für die kleinen Geschichten und die große Geschichte, die unbeachtet am Wegrand liegen. Für die Menschen, die am Meer leben und arbeiten. Und genau diese kleinen Geschichten,die ich im Mittelmeer fand, zu erzählen.
Ich habe gelernt, dass richtig Segeln Zeit braucht. Zeit, die dem normalen Segler nicht gegönnt ist, der sich für zwei, für drei Wochen auf sein Schiff oder eine gecharterte Yacht begibt. Und ich habe gelernt, dass alles, was wir zum Glücklichsein brauchen, eigentlich schon in un steckt und nirgendwo anders. Nur auf dem Meer: da finden wir es leichter als im Getöse eines vollgepfropften Alltags mit Dreifachbelastung.
Nein, es waren leise Ergebnisse. Und nichts Spektakuläres. Um so mehr hat mich gefreut, dass sich die YACHT im vergangenen Herbst für meine Segelreise auf der 3.000 Jahre alten Händler-Route  zu interessieren begann. Und mich einlud, doch ein paar Seiten darüber zu schreiben.
Aus den paar Seiten, die ich im Februar auf LEVJE für die YACHT schrieb, ist dann doch etwas mehr geworden – ein Projekt: mein erstes Buch. Es heißt EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE. Und es ist heute erschienen, als eBook. Und DASS dieses Buch überhaupt entstanden ist, verdanke ich Susanne Guidera, der Mitgründerin unseres Verlags millemari.
Und weil man – was die eigenen Kinder angeht – meist blind ist und oft nicht mehr so ganz genau sagen kann: Was man denn da nun in die Welt gesetzt hat: Darum überlasse ich Susanne, in diesem Fall meiner wundertätigen Lektorin, die Beantwortung der Frage, was denn in diesem Buch drinsteht. Hören wir ihr also zu, was sie mir auf die Frage antwortete, was sie um Mitternacht ihrer besten Freundin über dieses Buch sagen würde:
EINMAL MÜNCHEN – ANTALYA, BITTE beschreibt die Reise mit einem kleinen Boot entlang der Küsten des Mittelmeeres. Mit Geschichten vom und über das Meer. Und über die Menschen, die dort leben.
Ein Buch, das in der Lage ist, die Sehnsucht nach dem Meer für einen Moment zu stillen, voll intensiver und leiser Beschreibungen, die geprägt sind von der Liebe zu weiten Horizonten.
Ein Buch über Abschied und Neuanfang und über die Kunst, langsam zu reisen, um zu sich selbst zu finden.“
Hoffen wir, dass nicht nur meine Lektroin um Mitternacht die richtigen Worte fand.
Wer reinschnuppern will: Das Buch ist seit heute bei AMAZON und anderen erhältlich. Es kostet € 9,99. Und wer mehr darüber erfahren will: Hier sind alle Links: auf www.millemari.de.
Oder direkt zu AMAZON: Hier.

Sicherheit auf See: Landesregierung in Schleswig-Holstein stoppt Prävention

Laut Information des Fachverband Seenot-Rettungsmittel e.V. plant die Landesregierung Schleswig-Holsteins die Einstellung der Präventionsarbeit zur Sicherheit auf See und sieht darin einen verantwortungslosen Tiefschlag. Künftig wird es durch die Wasserschutzpolizei keine “Skippers Sicherheitstipps” mehr geben.

Vorstand FSR

Der FSR-Vorstand kritisiert die Einstellung der „Skippers Sicherheitstipps“ in Schleswig-Holstein scharf: Jan-Ulrich Bernhardt (2. Vorsitzender von links), Michael Dibowski (Vorsitzender) und Holger Mügge (Kassenwart).

Mit Bestürzung und großer Sorge hat der Fachverband Seenot-Rettungsmittel e.V. (FSR) zur Kenntnis genommen, dass im Zuge der Umgliederung der Landespolizei Schleswig-Holstein sämtlichen Präventionsaktivitäten der Wasserschutzpolizei zum Bereich „Sicherheit auf See“ komplett eingestellt werden sollen.

„Auf Basis unserer Jahrzehnte langen Erfahrungen auf diesem Gebiet halten wir diese Entscheidung für grob fahrlässig, wenn nicht gar lebensgefährlich und somit unverantwortlich. Es ist ein Tiefschlag gegen alle, die sich um mehr Sicherheit auf dem Wasser bemühen“, kommentiert der FSR-Vorstand einmütig, zu dem Michael Dibowski (Vorsitzender), Jan-Ulrich-Bernhardt (2. Vorsitzender) und Holger Mügge (Finanzvorstand) zählen.

Diese Auffassung wurde jetzt jedem einzelnen Landtagsabgeordneten sowie dem Ministerpräsidenten und dem Innenminister per persönlichem Brief noch einmal klar gemacht.

Der FSR hat für seine Überzeugung gewichtige Argumente: Einerseits wird die Sicherheitsthematik im Unterricht zum Erwerb von Sportbootführerscheinen im Allgemeinen eher theoretisch gelehrt. Im praktischen Unterricht sind Übungen mit Rettungswesten etc. nicht verbindlich vorgesehen. „Ein Sicherheitsbewusstsein prägt sich bei Neueinsteigern in den Wassersport bei den Lehrgängen, die oft in Form von nur wenigen Wochenenden angeboten werden, nicht aus. Vereine, in denen kompetente Mitglieder Vereinskameraden schulen können, sind nicht die Regel“, so der FSR-Vorstand.

Andererseits können Gewässer und damit der Wassersport insbesondere durch Wetter aber auch durch Havarien hoch gefährlich werden. Verschärfend kommt hinzu, dass Opfer von Seenotfällen mit wachsendem Abstand von der Küste immer schlechter erreichbar werden. FSR-Vorsitzender Michael Dibowski: „Deshalb gilt: Je besser ausgebildet ein Wassersportler ist, desto höher sind seine Überlebenschancen im Seenot-Fall. Am Rande bemerkt: Rettungseinsätze für in Seenot geratene Personen sind in der Regel höchst aufwendig und damit ein erheblicher Kostenfaktor.“

„Deshalb sind die Schulungen der Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein „Skippers Sicherheitstipps“ in Vereinen, auf Fachmessen, Hafenfesten etc. ein wertvolles Element zur Unfallverhütung auf See. Sie sind ein Beitrag dazu, womöglich Leben zu retten“, so Dibowski.

Diese Logik wurde in Schleswig-Holstein als erstes erkannt, Tausende von Wassersportlern wurden geschult. Die Aktion ist derart beispielhaft und einleuchtend, dass die Wasserschutzpolizeien der Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern das Konzept übernommen haben und dort ebenfalls „Skippers Sicherheitstipps“ anbieten und weiterhin anbieten werden. „Mit der Aufgabe der „Skippers Sicherheitstipps“ fällt Schleswig-Holstein auf einem weiteren Gebiet hinter die Standards der anderen Bundesländer zurück“, heißt es in dem Brief an die Abgeordneten.

Der FSR hat die Wasserschutzpolizei gern bei seiner Arbeit durch das zur Verfügung stellen von Technik unterstützt. Rettungswesten, Pyrotechnik etc. wurden kostenlos geliefert. Inhaltliche Vorgaben wurden der Wasserschutzpolizei dabei in keinem Fall gemacht. Herstellerneutralität spielt für die FSR-Mitglieder eine entscheidende Rolle. Denn nur dadurch und durch die Kompetenz und Autorität der Fachleute der Wasserschutzpolizei wurde die Aktion für Wassersportler glaubwürdig und nicht als Werbeveranstaltung angesehen. Für die FSR-Mitglieder ist es zweitrangig, welcher Rettungswesten-Typ angelegt wird, selbst wenn es sich nicht um Produkte unserer Mitglieder handelt – denn die Hauptsache ist, es wird überhaupt eine Rettungsweste getragen, sobald es die Situation erfordert.

Der FSR-Vorstand schrieb den Abgeordneten: „Nach unserer Einschätzung soll jetzt diese unbestreitbar sinnvolle Präventions-Aktion „Skippers Sicherheitstipps“ leichtfertig der finanziellen Situation des Landes geopfert werden. Wir fordern Sie auf, dieses Vorgehen zu überdenken und Ihrer Verantwortung als gewählte Volksvertreter nachzukommen.“

Im FSR haben sich 14 führende deutsche Unternehmen – Hersteller und Importeure von Seenot-Rettungsmitteln – zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, die Sicherheit auf dem Wasser zu verbessern. Informationen rund um das Thema Seenot-Rettungsmittel und das Verhalten auf dem Wasser erteilt der FSR, Gunther-Plüschow-Straße 8, 50829 Köln, Telefon: 0221/595710 sowie unter www.fsr.de.com