Monatsarchive: April 2015

Viel von Vorne, selten von Hinten – Die Slisand auf dem Weg in den Norden der Ostsee

Andreas Schiebel hat es wieder getan.

Nach seinem Film „Segeln unter weissen Nächten“ hat er mit „Viel von Vorne, selten von hinten“ erneut einen sehenswerten Film über einen Ostseetörn auf seiner „Slisand“ produziert. Diesmal geht es in den hohen Norden. Und der Name des Filmes ist Programm. Aber seht selbst…

Happy Birthday, Wilfried Erdmann!

Ich weiß, wir müssten langsam mal wieder einen Blogeintrag über Land und Leute posten … Der Neubau der Website hat in den vergangenen Tagen so viel Zeit gekostet, dass wir da ein wenig hinterher hinken. Aber heute muss ich erstmal…

Ehefrau oder Geliebte – Wie vergleicht man zwei Boote?

Mir wurde gerade ein sehr günstiges Boot in der Größe von „La Mer“ angeboten. Ich werde es mir natürlich anschauen, und habe daher  über einen realistischen Verkaufspreis für meine alte Dame nachgedacht. Irgendwo hatte ich doch 2014 eine stattliche Liste der durchgeführten Arbeiten zur Vorbereitung auf meine Reise erstellt. Genau, so sah sie aus: 
Einbau Drehzahlmesser
Einbau Motorthermometer mit Alarm
Neues Wasserpumpengehäuse und Welle
Impeller neu
Neue Lichtmaschine
Ventile eingestellt
Keilriemen neu
Gashebel an Einspritzpumpe neu
Kabel für Anlasser und D+ Kontakt neu
Kabel des Tankgebers neu
Einbau Tankpfeife, damit der Tank nicht überläuft
Logge und Lot neu
Zwei Seeventile neu
Antifouling neu
Bilgepumpe neu plus Automatikschalter
Kompass mit Beleuchtung, GPS, Krängungsmesser neu
Pinnenpilot eingebaut
Kabel für Positionslampen neu verlegt
Hecklicht neu
Akkustrahler mit Ladegerät neu
Safety Lines über beide Bootseiten verlegt
Ladegerät für 2 Batterien neu
Weiteres Ladegerät als Backup eingebaut
Drei neue Batterien angeschafft
Ladestromverteiler von Pro Split eingebaut
Signalhorn neu
Kabeldecksdurchführung neu
Einbau UKW Funk und Antenne
Einbau Radio plus Außenlautsprecher
Neue Rollanlage für Fock
Alle Wanten, Spanner, Stage und Fallen neu
Reffhaken und Reffleinen eingebaut
Drittes Reff ins Gross machen lassen
Alle Winschen überholt und teils auf selbstholend umgebaut
Neue Sturmfock und 2.te Genua gekauft
Einbau von einem Tablet mit Halterung als Plotter
Innenlicht auf LED umgerüstet
Navilichter auf LED umgebaut
Ruderlager neu
Fenster abgedichtet
Neue Pumpe für die Toilette
Anker und Kettenvorläufe neu
Baumniederholer nachgerüstet
Cunningham nachgerüstet
Heckleiter neu
Dinghi und Aussenborder neu
Aussenborder gewartet, Impeller, Zündkerzen neu
Bodenbretter neu lackiert und montiert
12Volt Steckdosen und USB Steckdosen eingebaut
FI Schalter für Bordstrom
Handfunke mit Halterung neu
Dosenhalter im Cockpit angebracht
Winschkurbeltasche im Cockpit und am Mast
Gelcoat am Rumpf ausgebessert
Deck abgedichtet
Weiche Stellen im Deck erneuern
Decksbelag erneuern
Rauchmelder eingebaut
Feuerlöschdecke mit Halterung eingebaut
Verbandskasten mit Halterung eingebaut
2x Feuerlöscher eingebaut
Kühlbox eingebaut
Heckkorbgrill
Neuer Verklickerer
Aussenborderbefestigung mit Schloss
Neue Washboardverschlüsse
Und ich habe hier sicher noch Einiges vergessen.
Die Liste der Arbeiten im Winterlager 2015 ist nun deutlich übersichtlicher:
Eine Sicherung ausgetauscht
Stopfbuchse erneuert
Impeller neu
Antifouling neu
Entgilben des Bootes
Ein paar Schrammen im Ruder repariert 
Unter dem Strich stellt sich mir nun die Frage, wie ich den finanziellen Wert meines komplett ausgerüsteten und bewährten Bootes in Relation zu einer Neuerwerbung setzen kann. Wie vergleicht man meine zuverläsige „Aussen pfui, Innen hui“ Dame mit ihrem wohl absoluten Gegenteil? Und zählt dabei dann nur die Vernunft? Schwierig, schwierig…

Hallo Welt. Wir sind in Kristiansand angekommen

20150414

Jetzt aber mal Butter bei de Fische

Der Trip nach Kristiansand war ganz das Gegenteil vom Skagerrak. Sonnig, Halbwild und in Lee der Schären. So hatte ich mir das vorgestellt. Bitte weiter so. Meine Besserwisserei mit Jan und Günther hört langsam auf. Die 1000 Regeln auf der MARLIN sind langsam alle erklärt und durch. „Der Tampen gehört dahin. Da schamfilt es. Ne, die Pfanne kommt da anders rein.“ Zum Anfang des Mitsegeltörns betone ich immer wieder: „Nehmt nicht, aber auch gar nichts persönlich Jungs! In ein paar Tagen wisst ihr wissen wie alles geht, auch warum die Toilette beim Segeln leergepumpt werden muss, aber vor dem Motorstart wieder einen See haben muss. Ich habe das auch alles erst lernen müssen und teuer bezahlt mit Ersatzteilen. Das brauchen wir also nur einmal.“ Jan und Günther haben beide die Ruhe weg. „Kein Problem Skipper! Was geht heute?“ „Wir über Einparken!“ Es folgt das ganze Programm mit An- und Ablegen. „So in der Zukunft mache ich das nicht mehr. Sondern ihr. Gut gemacht!“ Beim Rückwärtseinparken römisch katholisch müssen alle noch mal üben. Ohne Aufforderung. Aber die MARLIN macht rückwärts auch echt nicht was man sich so denkt. Zum Abschluss fällt der Rettungsring ins Wasser: „Heinz, ähm Mann über Bord.“ Auch das klappt. Heinz hängt wieder am Heckkorb. Wir erreichen Kristian wieder bei Nacht. Günther parkt ein. Am nächsten Morgen sehen wir, dass der Steg keine Verbindung zum Land hat. „Die Segelsaison startet hier im Juni! O.K.“ Dann gehen wir einfach mal vor Anker.

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bergen kannst Du mitsegeln zu den Lofoten und dann weiter nach Spitzbergen. Zwei Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

Das Seebärenfahrwasser – Eine wirklich abenteuerliche Route


Ich fahre auf Reisen ungern die gleiche Strecke zweimal. Egal ob im auto, auf dem Motorrad oder mit dem Boot. Auf den Ålandinseln suchte ich daher nach einer Alternativroute für den Rückweg um nicht wieder die gleiche, wenn auch schöne Strecke des Hinweges, zurücksegeln zu müssen. In dem sehr empfehlenswerten Hafenführer für die Ålandinseln http://www.aland-segeln.de/fand ich zufällig den Hinweis auf eine sogenannte Seebärenroute, die einen südlich von Föglö wieder in Richtung Westen bringen soll. Ohne den sonst notwendigen großen Schlenker nach Nord. Allerdings sind die Informationen nur einem lokalen Segelclub bekannt. Vor Ort konnte ich daher auch absolut nichts in Erfahrung bringen und segelte dann doch auf meinem alten Kurs zurück. 

Aber die Sache ließ mir keine Ruhe und ich probierte Kontakt zu den Autoren des Hafenführers aufzunehmen um weitere Nachforschungen anzustellen. Zu meiner positiven Überraschung erhielt ich auf meine Mail ins Blaue recht schnell eine Antwort von Thorsten mit der Bitte um etwas Geduld für weitere Nachfragen bei den Originalautoren des Buches. Er selbst besitzt einen alten Gaffelkutter mit 1,90 Tiefgang und kennt diese Route daher nicht persönlich.  Nach einiger Zeit erhielt ich nun, wenn auch leider nicht die Karte der Route, einige interessante Informationen über die Route. Das geheimnisvolle „Sjöbjörnsfaret“ (Seebärenfahrwasser) südlich um Föglö wird nur im clubinternen Revierführer des finnischen Segelclubs Sjöbjörnarna beschrieben. Leider ist dieser nicht frei erhältlich und würde daher die Mitgliedschaft in diesem exklusiven Club erfordern. Für mich also offensichtlich keine Alternative.  
  
Nach Gesprächen von Thorsten mit den „Ureinwohnern“ Kökars ergibt sich folgender Sachverhalt: Südlich von Föglö verläuft ein ehemaliges militärisches Fahrwasser aus russischen Zeiten, das wohl bis in die 90er-Jahre noch auf russischen Seekarten vom Schärengarten verzeichnet  gewesen sein soll. Selbst ein Teil der Baken scheint noch vorhanden sein. Die von mir gesuchte Route folgt zunächst diesem alten Fahrwasser. Für die Strecke zwischen Föglö und Kökar wurde dann eine provisorische und nicht betonnte Route vom Segelclub hinzugefügt. Die Vermessungen südlich und östlich von Föglö stammen dabei auch teilweise noch aus der Zeit der russischen Herrschaft über Finnland, womit das „Sjöbjörnsfaret“ dann wohl eher ein Tipp für Abenteurer oder Insider bleibt.
In meinen offiziellen Seekarten der Ålandinseln war von dieser Route so auch absolut nichts zu sehen. Im Gegenteil: Es lagen hier große markierte Bereiche auf den Karten mit dem Hinweis „Nicht vermessen“. Ich war auf den Inseln teilweise auch außerhalb der markierten Fahrwasser unterwegs und hielt mich dabei an die Tiefenangaben von Seekarte und Plotter, die übrigens sehr exakt waren. In „nicht vermessene“ Gebiete bin ich bei aller Abenteuerlust aber dann nicht gefahren.  
Mir geht die Seebärenroute irgendwie nicht aus dem Kopf, denn sie würde wirklich einzigartig durch die felsenübersäten Gewässer gehen, die mir wie das Ende der Welt schienen. Quasi die Essenz der Ålandinseln. Ich freue mich daher über jede weitere Information Dritter und auch Thorsten will sich vor Ort noch weiter informieren. Ich bin sehr gespannt. Stellt sich nur die Frage mit welchem Boot ich diese Route dann erkunden soll? Ein Charterschiff wäre wohl eher nicht geeignet und diese Tour würde wohl zurecht als grob fahrlässig, im Falle eines Auflaufens gewertet werden. Was soll‘s, dann fahre ich in ein paar Jahren eben selbst noch einmal hoch. Oder vielleicht sollte die Route auch einfach ein Geheimnis bleiben, um ihren Reiz nicht zu verlieren? 

Gewittersegeln


„Und, hast du auch mal einen Sturm erlebt?“ war die wohl meist gestellte Frage nach meiner Reise. Die Antwort ist simpel. Ja, habe ich…aber im Hafen. Denn wenn man sechs Monate unterwegs ist, erlebt man immer Tage mit Starkwind oder Sturm. Diese werden aber immer rechtzeitig angekündigt. So unzuverlässig einem der Wetterbericht auch oft scheint, die Windvorhersagen entsprechen schon meistens der Realität. Große Tiefdruckgebiete erscheinen nicht einfach aus dem Nichts, sondern kommen „unter Aufsicht“ der Wetterdienste vom Atlantik herübergezogen und können daher rechtzeitig angekündigt werden. Darauf stellt man sich dann eben ein und bleibt einfach 2-3 Tage im Hafen. In Borgholm auf Öland, so wurde mir erzählt, lagen mehrere Boote sogar über fünf Tage fest. Die Welle macht das Auslaufen unmöglich und im Hafen schaukelten die Boote so sehr, das viele seekrank wurden, heimfuhren oder an Land in Pensionen übernachteten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich habe unterwegs auch meine Portionen Starkwind und Sturmböen abbekommen, denn lokale Phänomene wie Seewind, Kap- und Düseneffekte können die Windverhältnisse schon manchmal überaschend verstärken, aber es war nichts, das ich nicht durch Verkleinern der Segelfläche und beherztes Segeln in den Griff zu bekommen konnte. 
Doch es gibt noch eine Bedrohung, die weit unberechenbarer ist als ein „normaler“ Sturm. Gewitter. Mit Blitz und Donner, prasselndem Regen, Sturmböen. In der Vorhersage heißt es: Es besteht die Gefahr von Gewittern und Gewitterböen. Oder anders ausgedrückt: Es könnte sein, das es Gewitter geben wird. Wo und wann genau ist fraglich. Und ob man unter eine Gewitterwolke gerät, ist ebenfalls ungewiss. In welcher Stärke man von einer Bö erwischt wird ist ebenfalls nicht vorhersehbar. Während ein angekündigter Sturm einen garantiert ärgern wird, ist diese Gefahr bei einer Gewitterwarnung einfach deutlich geringer. Teils sieht man Blitze und Wolken am Horizont, teils gerät man auch einmal direkt hinein, doch so wirklich dramatisch wird es eher selten. Kein Grund also lieber im Hafen zu bleiben? 
Schwer zu sagen, diese Entscheidung muss alleine der Skipper fällen und verantworten. Eine große Hilfe dabei wird auf jeden Fall das gerade erschienene Buch „Gewittersegeln“ von millemari. sein. 40 Autoren erzählen über ihre Erlebnisse mit und in Gewittern. Dazu gibt es Hinweise von Meteorologen, Tipps und Tricks sowie Erfahrungen des Yachtversicherers Pantaenius. Wie schütze ich mich vor Blitzen? Wie bereite ich das Boot vor? Was kann ich meiner Crew zumuten? 
Auf alle Fragen gibt es in diesem sehr umfassenden Buch eine Antwort. Und dabei ist das Buch nicht nur für Segler gedacht. Viele der abenteuerlichen Berichte sind genau richtig, um mit Gänsehaut und leichtem Gruseln im warmen und trockenen Heim gelesen zu werden. Denn die besten Geschichten schreibt doch immer noch das Leben.

Scheiß Skagerrak

20150412

Romantisch Segeln war das nicht

Gut. Normalerweise hätte man ja zehn Tage in Skagen auf Südwind warten können. Geht aber nicht mehr, wenn auf der anderen Seite des Skagerraks Mitsegler in ein paar Tagen ankommen. „Dann mal los.“ Es war ganz schön laut auf der MARLIN, bis das Groß im zweiten Reff stand. Die Fischer sind alle im Hafen geblieben. Hätte ich auch gerne gemacht. Aber ich wiederhole mich. Mit dem zweiten Reff wollte MARLIN nicht. Immer wieder ist sie in den Wind geschossen. Eindeutige Aufforderung zum dritten Reff. „25 Knoten. Wie soll dass denn bei 35 Knoten werden?“ Dann muss Carsten von Holm Segel wohl ein viertes Reff einnähen, denke ich mir. Irgendwie geht es dann aber doch und raus auf die Nordsee. Nordsee ist Mordsee, wer kennt diesen Film nicht? Der sollte sich ihn mal anschauen. Oder bei uns mitssegeln ;-) Aus der Welle wurde eine kurze hohe Welle und aus den zwanzig Knoten Wind wurden 29 Knoten, in Böen viel mehr. Allen wir erst mal komisch. Ich setze mich ins Pilothaus und schlafe für 30 Minuten im Sitzen ein, danach geht mir durch den Kopf: „Moment, ich bin Skipper. Ich darf nicht seekrank werden. Das geht so gar nicht.“ Und so sitze ich alleine im Pilothaus und schaue den Wellen dabei zu wie sie das Deck gründlich sauber machen. Die Süllkante zieht zeitweise tief durchs Wasser. Der Wind kommt wie immer von so weit vorne wie es nur geht. Immerhin, wir segeln, wir liegen Norwegen an, nicht Oslo, sondern fast Arendal. Ich gebe mich zufrieden mit dem Schicksal, meine Crew habe ich in die Kojen geschickt. Einfach flach hinlegen ist das beste gegen Seeunwohlsein. Noch stehe ich mit der GoPro auf dem Kopf, mutig, zitternd vor Kälte, die Nase über das Pilothaus steckend und denke mir, wie schön es ist, endlich wieder auf dem Meer zu sein und die Freiheit zu spüren. Dann aber ist es Zeit, das Schiff seiner automatischen Steuerung zu überlassen und sich auch flach hinzulegen im Pilothaus. Kino. Wellenkino. Möwen begleiten uns zum Greifen nah, Der Himmel ist kristallblau. Das Licht der hohen Breiten beleuchtet alles besonders kontrastreich.

Nach ein paar Stunden und der Hälfte der Strecke tauch abwechselnd die Köpfe von Günter und Jan auf. „Hunger?“ „Ne Danke. Mir ist nicht nach Essen.“ „War auch nur nen Spass. Ich kann jetzt nicht kochen.“ Stunden später kommen wir an. Es ist stockduster und wie Wnuk so ist, muss er blind durch die Schären gurken, wo er noch nie vorher im Leben war um einen Ankerplatz zu finden. Navionics und eine gute Portion Erfahrung führen uns zu einem ruhigen Ankerplatz im Nirgendwo. Es gibt eine Dose Aldi Hühnersuppe. Garant für zurückkehrende Lebensgeister. Es gibt Internet mit der LunaWLANnet. Ebenfalls Garant gegen das „Gibt es nicht.“ So. Und jetzt wird grade der Horizont hell. Ich geh mal ne Mütze Schlaf holen. Für Nathalie: „Wir haben nichts kaputt gemacht!“


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bergen kannst Du mitsegeln zu den Lofoten und dann weiter nach Spitzbergen. Zwei Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

Relaunch

JOE_1600

Huch, zu-zweit-auf-see.de sieht ja auf einmal ganz anders aus!

Einige von euch haben es sicher schon bemerkt: Wir haben die Webseite neu gestaltet. Dabei sah es zwischenzeitlich ganz schön durcheinander aus und vermutlich sind auch ein paar Testbeiträge an alle Newsletter-Empfänger versendet. Entschuldigung dafür!

Eigentlich wollten wir nur eine Ausrüstungsliste auf die Seite stellen … Allerdings ließ sich das in unserem altem Theme nicht so umsetzen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Ein guter Zeitpunkt, um alles einmal zu überarbeiten.

Anderthalb Tage haben wir unter Deck gesessen und an der Seite geschraubt und gebastelt. Insbesondere Johannes hat mehr als einmal in den Tisch gebissen und diverse Widgets umzuprogrammieren und Menüpunke zu vergeben. Ich glaube, ich habe sogar schon ein graues Haar gesehen. Jetzt ist aber alles fertig und wir haben viel mehr Möglichkeiten, als vorher. Unter anderem gibt es die besagte Ausrüstungsliste mit vielen Bildern. Wenn ihr mit der Maus über “Maverick too” oder “Ausrüstung” fahrt, erscheint ein Drop-Down-Menü und ihr könnt euch durch die verschiedenen Punkte wie “Sicherheit”, “Energie” oder “Wassereinbruch” klicken.

Wir haben noch eine ganze Menge Erweiterungen auf dem Zettel. Ihr dürft gespannt sein.

Nachdem wir zunächst ein bisschen Angst hatten, dass alles zu durcheinander und unübersichtlich gerät, sind wir jetzt sehr zufrieden und gespannt wie ein Flitzebogen, wie die neue Webseite bei euch ankommt. Schreibt uns gerne, was euch gefällt, was vielleicht verbesserungswürdig ist oder was ihr euch noch wünscht.

Wir gehen jetzt erstmal raus und gucken, ob die Karibik noch da ist …

Cati und Johannes

Arbeitsschlag

20150411

Wir machen Nord

Die Nacht und den Tag der letzten 24 Stunden haben wir hauptsächlich die Nase im Nebel gehabt. Dieser hat uns auf dem Weg von Hundestedt nach Skagen begleitet. Unser Nebelhorn findet zum ersten Mal praktischen Einsatz beim Queren der Schifffahrsstraßen. Wind gibt es nicht. Südwind 3-6 Knoten aus S bis SE. Zum Teil so leicht, dass wir einige Stunden unter Motor laufen mussten. Mir soll es recht sein. Günter und Jan können sich so erst mal an die MARLIN gewöhnen. Gegen Mittag klart es auf und ich fange an hier und da die Sicherheits-Installation fertig zu stellen. Die Markierungsboje muss noch mit Trillerpfeife, Treibanker und Wurfleine komplementiert werden. Der Handscheinwerfer. Muss mit einem Zigarettenanzünderstecker versehen werden. Und, und, und… Jan und Günter sind sofort bei der Sache. Lötkolben, Zangen und Kabel liegen im Pilothaus. Günter verschwindet für Stunden im Motorraum um unser HiFi Beschallungsanlage fürs Cockpit endlich sauber anzuverkabeln. Währenddessen frischt der Wind auf und nur mit dem ausgestelltem Groß platt vorm Wind schiebt uns der Wind mit sieben Knoten nach Skagen.

“Skagen ist hässlich und stinkt nach Fisch“, meint Jan. Landfall auf Laesoe wird diskutiert. Doch zum Schluss bekommt Skagen den Zuschlag. 30 Meilen weiter im Norden erscheint es uns der bessere Platz um das abzuwettern, was am Abend kommen wird. Vierzig Knoten in Böen aus West und eine dicke Regenfront. „Das brauchen wir nicht im Skagerrak morgen!“, stelle ich einfach mal so fest. Mit der großen MARLIN ist das Einparken in fremden Häfen ein gewohnt schwieriges Manöver. Immer wieder versuche ich die Wende auf kleinsten Raum mit Seitenwind. „Nein, dass will ich nicht!“, meint die MARLIN nur dazu. Wir sind das einzigste Boot in der Marina. Ein Segler nimmt die Leinen an: „Ihr seid aber früh dran in der Saison. Wo wollt ihr hin? Nach Norwegen? Ihr seid aber mutig. Es ist Sturm für die nächsten Tage angesagt. Wann? Morgen?“, der Segler steht staunend am Kai. „Na ja, mit dem Schiff sollte das klappen. „Denn mal toi!“ Und es passiert, als ich schnarchend in der Koje liege und den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachhole, den Anlegerrum verdaue. Der Wind dreht auf West, der Himmel verdunkelt sich und es schüttet aus Eimern.

Wir beenden den erfolgreichen Tag mit einer Flasche Barolo aus 2010, einem satten Abendessen und den Seglergeschichten im geheizten Pilothaus, die einfach dazugehören. Morgen wird es ruppig. 25 Knoten aus westlichen Richtungen werden gegen 2 Knoten Strömung aus der Ostsee zusammenknallen. Da müssen wir durch. Wo wir in Norwegen anlanden werden, weiß selbst ich nicht. Irgendwo zwischen Kristiansand und Oslo.

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bergen kannst Du mitsegeln zu den Lofoten und dann weiter nach Spitzbergen. Zwei Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

Reportage in der ZDF-Mediathek

 

Liebe Leser,

vielen Dank für die vielen hundert Mails und Facebook-Nachrichten zur Sendung am vergangenen Sonntag. Echt unglaublich, wie viele von euch sich den Wecker um 8.30 Uhr gestellt haben. Wir haben sogar Fotos bekommen, wie ganze Familien noch recht schlaftrunken vor der Glotze sitzen und unsere Reportage erwarten. Nun sind wir gespannt zu erfahren, wie die Einschaltquote war. Denn davon hängt letztlich ab, ob es weitere Teile geben wird. Ihr habt jedenfalls (genau wie wir und das Filmteam) euer bestes Gegeben. Wahnsinn, wie oft ihr den Beitrag bei Facebook geteilt habt! So haben den Beitrag dreimal mehr Leute gelesen, als den besten Post zuvor.

Vielen Dank auch für die vielen Mails an die Zuschauerredaktion. Mit Lob zum Film und Kritik daran, dass er nicht in der Mediathek steht. Auch das hat viel bewirkt – denn seit gestern ist das Video genau dort zu finden.

Viele Grüße!

Johannes und Cati

 

Abfahrt! Der Norden ruft

20150410

Abschied! Krokodils-Tränen.

Abschied ist nie schön. Aber manchmal muss man da durch. Große Kulleraugen laufen heute die Backen meiner Kinder runter. Da hebt mich glatt aus dem Sessel. Natürlich will ich mir nicht viel anmerken lassen. „Papa, Du wirst so lange weg sein. Ich will das nicht. Ich will mit.“ Lars bekommt die Situation gar nicht gebacken. Wie auch. In seinem Leben spielt die Nahrung und Schnüffeln ein hoher gestellte Rolle als Abschiedssehnsucht. Lena ist glücklich, dass Lars nicht mitsegeln will und sie ihn in Düsseldorf für sich ganz alleine hat.

Jan ist gestern Abend schon auf der MARLIN angekommen und hat letzte Einkäufe mitgebracht. Sowie einen Sodaatreamer. „Ach, wie geil ist das denn?“ Die kleine CO2 Kartusche wird aber bald leer sein. „Hmm.“ Aber wir haben vorgesorgt. Eine 10L CO2 Flasche steht in der Achterkabine, in unserem Keller, fest ans Schott angezurrt. Mit einem Adapter können wir den die kleine Kohlensäurekartusche nachfüllen. Für meine Gäste tue ich alles, hat aber auch einen Eigennutzen. Sprudelwasser mit selbst hergestellten Mineralwasser aus Seewasser. Das schmeckt echt ganz besonders.

Auch dabei ist seit heute morgen Günter. Günter war schon bei einem Schnuppersegeln dabei und wird uns bis zu den Lofoten begleiten. In Norwegen werden wir noch Jürgen aufnehmen. Eigentlich am 15ten in Bergen. Ob wir das schaffen. Ich runzel die Stirn. Am Sonntag und Montag ist Sturm im Skagerrak angesagt aus Nordwest. Na, wir werden sehen. Erst einmal muss ich meine Mitsegler durch die erste Nacht bringen. Da bin ich ganz froh, dass wir eher eine Flaute haben und nur mit Groß durch den Nebel auf der Ostsee gen Norden schieben. Um uns herum jede Menge Frachter, Fähreu und was es sonst noch gibt. Gut das wir AIS senden. Alle halten eine Meile Abstand von uns. Gut so, denn es ist dicker Nebel.

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bergen kannst Du mitsegeln zu den Lofoten und dann weiter nach Spitzbergen. Zwei Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

Bequia und die Sonnensegler

Liebe Leser,

hier in Bequia ist es wunderschön. Im nächsten Blogpost werde ich ein paar Bilder anfügen. Eigentlich ein Ort zum Verweilen. Aber leider ist Bequia auch ein heisses Pflaster geworden. Auf Noonsite liest man eine Menge über Diebstahl und Dinghyklau. Vorgestern wurde ein holländisches Pärchen, das nicht weit von uns ankert, auf dem Weg zurück zum Beiboot überfallen. Rucksack weg, Kamera und Pässe weg. Und noch viel schlimmer: Die Bilder der letzten vier Jahre. Das ist meine persönliche Horrorvorstellung, dass eine der Festplatten kaputt geht oder gestohlen wird. Wir haben immerhin schon mehr als 36.000 Fotos geschossen …

Deshalb setzen wir erstmal Segel und machen uns auf den Weg nach St. Lucia. Ihr könnt uns auf Marinetraffic verfolgen.

Damit es euch bis zum nächsten Blogeintrag nicht langweilig wird, gibt es heute einen Filmtipp von den Sonnenseglern. Nico und Sabrina sind genau wie wir im letzten Sommer gestartet und wollten über den Atlantik segeln. Während wir allerdings Ende Oktober noch über die Biskaya sind, waren die beiden vernünftiger und haben ihre “Eos” in Frankreich eingewintert. In ein paar Monaten segeln sie von dort aus weiter. Der Film der ersten Etappen ist sehr gut geworden. Viel Spaß beim Anschauen!

Mit Wind und Sonne um die Welt – Teil 1 – Raus aufs Meer from Nico Weinmann on Vimeo.