Monatsarchive: April 2015

SV Lopto – Kerstin + Helmut Siebrecht GER

img_2015041838985LOTHAR FOERTHMANN unterwegs nach CHAGOS
Unser Plan erfaehrt in der Nacht eine kleine Aenderung. aus dem seit Wochen ruhigen Wetter zieht um Mitternacht eine Gewitterfront ueber uns hinweg. Binnen Minuten frischt es auf, irgendwann stuermt es mit 40 Knoten und mehr.
Soooo viel Platz haben wir nicht zum Riffsaum, der hier ueberall schnell ins endlose abfaellt. Wir ankern bereits auf 27 Metern Wassertiefe.

Blitze zucken ueber den Himmel. Tropengewitter haben es in sich und wir haben im zunehmenden Regen kaum noch Sicht bis zum Vorschiff.

Als neben uns im Dunkeln ploetzlich eine Schiffssilouette auftaucht. Helmut schreit nach mir und beide hetzen wir nackt an Deck, erkennen das Schiff unserer Freunde. Das vom Blitz getroffene Schiff….die beiden koennen ihre Maschine nur im Motorraum starten und in der Naehe der Welle an den Baudenzuegen ziehend und drueckend Gas geben und schalten. Suboptimal in Situationen wie dieser….
Es scheppert und das fuenfzig Fuss Schiff haengt in unserem Bugkorb. Dabei duerften wir noch Glueck haben. Die Dinghis beider Schiffe haengen hinaufgezogen an der Seite. Nun spielen sie Fender…Und machen ihre Sache gut. WEITERLESEN

SV Wereda – Janusz Abramowicz – USA

DER UNTERWASSERTIGER

Géraldine

Mit Martinique haben wir nicht nur eine französischsprachige Insel, sondern wieder auch Europa erreicht. Die Insel ist ein französisches Département. Hier zahlt man nicht nur mit dem Euro, sondern es sieht auch ganz anders aus als auf den Inseln, die wir…

Bergen erreicht!

20150421

Wo Du immer schon mal hin wolltest. Wir sind da.

“Hey Skipper, wir sind gleich in Bergen. Aufstehen.“ Wir haben eine Nacht Motoren durch die Kanäle hinter uns. Der Wind steht wenn, von Nord. Bergen begrüßt uns mit Regen. So steht es im Buch. Das Buch hat Recht. Erst mal an die Pier der Tankstelle. Da hat der Diesel hier mal 60 Cent gekostet hat, ist schon lange her. Das Buch hat Unrecht. Deutsche Preise werden verlangt und der Motor der MARLIN ist mit seinen 165 PS ein hungriger Bursche. Dafür überzeugt der Rest von Bergen. Die Stadtmarina ist total zentral und leer. Drei andere lokale Segelboote liegen hier. Wir können uns unseren Lieblingsplatz aussuchen. Es hört auf zu Regnen und die Stadt zeigt sich in ihrer ganzen Schönheit in einen paar Sonnenstrahlen, die ich zuvor mit einem Mail an Petrus bestellt hatte. 1030 hpa zeigt das Barometer. Frühling. An den Bäumen sprießen die Blätter. Die Norweger laufen mit Mütze und Schal rum. Von den japanischen Touristen erkennt man nur die Schlitzaugen, wenn sie an der MARLIN vorbeihuschen und unser Boot fotografieren, wenn nicht grade einer an Deck ist. Wir sind auch mehr im Boot und genießen die wohlige Wärme im Schiff. Hafentag ist angesagt. Ich trenne mich von meiner Crew. „Hier sind die beiden Crewschlüssel. Ich muss mich erst einmal um eine norwegische Telefon- und Internetsimkarte kümmern. Da müssen wir nicht als Horde hin.“ 30 Minuten später haben wir Internet über die LunaWLANnet von der Touristeninformation angezapft. Den Code finde ich dort an der Wand. „Funktioniert denn die SIM Karte auch in Spitzbergen?“ Die Gezupfte hinter der Theke lächelt mich an und erklärt im britischen Akzent: „Weiß ich nicht.“ Dafür, das sie keine Ahnung hat ist sie aber hübsch anzusehen. Der nächste Kunde hinter mir quatscht in norwegisch los: „Ich wohne dort. Funktioniert einwandfrei!“ Die Dame lächelt wieder. Ich auch. Der andere Kunde auch. Na denn, sind wir ja alle für einen Moment glücklich. Ich nenne 7GB für 65 Euro mein Eigen und entspanne mich. Ein Problemchen weniger. Wieder draußen falle ich über meine Crew, die sacken mich ein und ab geht es in die Schweitzer Seilzugbahn auf den Berg über Bergen. Aussichtspunkt. Geilonito. Etwas grau noch. Hätte ich gewusst, dass zwei Stunden strahlend blauer Himmel ist, ich wäre später für zehn Euro hochgefahren. Aber das mit dem Wetter hier in Norwegen ist insgesamt mehr Glücksache als alles andere.

Der Besuch im nächsten Supermarkt bringt uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Alles ist zwei bis dreimal so teuer wie in Deutschland. „Muss man sich halt dran gewöhnen!“, meint Günther. „Ich werde in Deutschland meinen Stundensatz erst mal auf 120 Euro anheben. Dann komme ich wieder auf die MARLIN.“ Dazu setzt er ein Gesicht, wie ein Honigkuchenpferd auf. Stadt, dass heiß Geld ausgeben. „Morgen Mittag fahren wir weiter“, verkünde ich. Auf 61 Grad Nord sollten wir endlich Segelwind bekommen.

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bodoe kannst Du mitsegeln zu den Lofoten und dann weiter nach Spitzbergen. Im Juni-July kannst Du Spitzbergen mit uns erkunden. Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

 

Show must go on

20150420

Zwischen Himmel und Erde

Am Morgen geht es direkt weiter. Ausgedehntes Frühstück und dann los. Himmel für uns Helden wieder in blau angemalt. Aquarellfarben. Das Licht ist unglaublich. Unwahr. Das Licht der hohen Breiten. Wir können bis zum Abend unter Vollzeug segeln, am Wind, mit wenig Wind. MARLIN zeigt die Vorteile ihres hohen Riggs. Nachteilig ist das allerdings auch oft. Manchmal können wir unter den vielen, vielen Brücken und Hochspannungsleitungen mit 28 Metern nicht durch. Die Navionics Charts sind unglaublich genau. Alle Leitungen und Brücken sind genau angezeigt. Wir genießen die Ruhe unter Segeln. 53 Motorstunden seit der Abfahrt in Dänemark. Ungewohnt viel. Der Wind war nicht besonders mit uns seit Kristiansand, mit der Folge: Das nächste Ziel heißt Bergen und wir müssen Diesel bunkern. Nachts wechseln sich jeweils zwei Leute im Vierstundenrythmus ab. Das Team spielt sich jeden Tag besser ein, die Manöver, Aufgaben sind ruhiger, fast schon entspannt. Als wenn man schon lange Zeit zusammen segelt. Die Eigenarten an Bord sind verinnerlicht und meine ständige Erklärerei muss mir selber nicht mehr auf den Senkel gehen.

Am Nachmittag kommt eine graue Wand auf uns zu. Dazu Strömung mit und plötzlich ändert sich die Wassertemperatur, steigt von 4,5 auf 6,7 Grad an. Haben wir den Golfstrom erreicht? Kein Wind. Beste Voraussetzungen für das was jetzt passiert: Dichter Nebel. Für Stunden fahren wir ohne Sicht unter Brücken und an Bohrinseln vorbei. Die Gegend ist industriell. Hunderte von Frachtern, Versorgern und anderem Gefährt sind auf dem AIS zu sehen, ohne das wäre die Weiterfahrt gar nicht möglich. So tasten wir uns mit Radar und einem Schuss gesunden Respekt vor der Situation durch die engen Kanäle. Jetzt gar nicht mehr romantisch.

Bergen. Ein paar mal schon haben wir alle davon in Büchern gelesen. Es heißt, dass es dort immer regnen soll. Für Dienstag und Mittwoch ist noch klarer Himmel angesagt. Erst am Donnerstag soll es zuziehen und die Wetterlage sich gravierend ändern. Es soll westliche und südliche Winde geben. Zwei kleine fiese Tiefdruckgebiete nähern sich an. Ich sehe eine Möglichkeit relativ schnell Aalesund zu erreichen und dann die generelle Segelrichtung auf fast Nordost anliegen zu können. Wir sind etwas unter Zeitdruck. Am 30ten April soll Crewwechsel in Bodoe sein. Also denn mal los MARLIN, meine Mitsegler würden gerne noch was anderes sehen als Wasser und das monotone Geräusch des Motors hören.

 


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Der schönste Norwegische Fjord

20150419

Patagonien für Anfänger

“Der Lysefjorden soll der schönste norwegische Fiord sein. Kennst Du einen, kennst Du alle. So sagt das Buch. Es wird gewissermaßen Recht haben und eben doch nicht. Wenn man zwei Wochen in Norwegen segelt und man hat die Möglichkeit den Lysefjorden zu besuchen und zumal mit der MARLIN, der sollte das unbedingt tun. Ein fast 600 Meter tiefer Einschnitt in die norwegischen Landschaft mit fast senkrechten Steinwänden, Nadelholz und Birkenbestand, kleinen Wasserfällen, das alles lässt mich zurückdenken an Patagonien. Da steht mir ein Träne im Augenwinkel. Ich vermisse Patagonien, was ich noch mehr vermisse ist die Zeit mit meinen Kindern und Nathalie dort. „Wenn Du einmal von den patagonischen Beeren isst, wirst Du immer wiederkommen, sagt das Buch.“ Es hat Recht.

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“Jürgen und Jan. Ihr lasst das Dinghy zu Wasser. Wir legen den Anker auf 25 Meter Tiefe und fahren rückwärts an die Felswand. Dann nehmt ihr die Landleinen aus den Satteltaschen am Heckkorb und belegt die MARLIN norwegisch-katholisch dort an der Birke und dort an dem vertrockneten Baum. Mitten aus unserer kleinen Minibucht rauscht ein Wasserfall von weit oben.“ Romantisch, romantisch. Dazu gibt es ultrablauen Himmel über uns. Wir können uns nicht beschweren. Die Sonne scheint seit Kristiansand. Ein dickes Hoch spielt hier norwegische Sommerträume auf einem Cello. Die lieblichen Töne schallen durch den Fjord und verzauben jeden der zuhört, Zeit zum Träumen hat und sich gleiten lässt. Die Landleinen liegen, patagonisch, so wie ich es gewohnt bin. Die MARLIN ist sicher für die Nacht! Es gibt keinen sichern Ankerplatz im Lysefjord, sagt das Buch. Das Buch hat nicht recht. Die Crew hat wieder was gelernt. Aber sie lassen sich nichts anmerken. Sie fühlen sich schnell als Profis – Sind sie auch. Gute Crew habe ich.

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Ich stelle mich wieder in die Küche. Da gehört ein Kapitän eben hin. Auch hier wird gezaubert. Eigentlich sollte es Fried Rice mit Schweinefilet geben. Ich habe noch eine thailändische Gewürzmischung gefunden. Heraus kommt ein italienischer Risotto. Dazu gibt es einen Pirramimma Petit Verdot. Wenn meine Crew beim Essen redet, muss es ihnen nicht schmecken. Sie reden nie. Beim Essen schweigen immer alle fast bis zum Schluss, wenn es um die gerechte Verteilung des Nachschlags geht. „Beim Wein bekomme ich immer am wenigsten!“, meine ich. „Der Skipper hat Unrecht!“, meint die Crew.

Morgen geht es weiter. Uwe, DD1HUR, von Intermar, begleitet uns professionell in Sachen Wetterrouting. Das macht er richtig gut, sympathisch und zuverlässig über e-mail. Danke Uwe. Funken können wir mit Intermar noch nicht. Wir sind noch zu nah an Deutschland für die Kurzwelle. Ansonsten haben wir aber auch Gribfiles über Sailmail und PACTOR. Nach dem Hoch soll es in den kommenden Tagen nass, feucht und grau werden. Aber auch mit Segelwind. „Schlaft aus und kämpft euch nach Bergen unter Motor durch. Dann bekommt ihr Segelwind.“ Wir sind gespannt. Wir halten uns an Uwes Ratschläge.

 


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Erst die Arbeit, dann dass Vergnügen

20150418

Ankertag und Angrillen

Nachdem wir gestern Nacht im Stockdunkeln hier bei Egersund einen Ankerplatz gesucht und gefunden haben, stand heute morgen erst einmal Arbeit an der Tagesordnung: Jan Küche aufklaren, Günther Dusche saubermachen und Jürgen Klo putzen. Anschließend ging es mit dem Dingi los, um einen windgeschützten Grillplatz auf einer Schäre zu finden. Jetzt nur noch den neuen dreibeinigen Grill aufbauen und die brasilianischen Monstersteak (geschätzte 400 g pro Mann!!!) aufgelegt. So einen idyllischen Essplatz bekommt man nicht alle Tage geboten!

Eins muss man Skipper Micha lassen: Neben Bootstechnik, Segeln und auch den richtigen Ankerplatz aussuchen kann er noch was: Nämlich gut kochen. Verhungern werden wir hier an der Norwegischen Westküste mit Sicherheit nicht. Dazu sind auch fast alle Stauräume der Marlin mit Lebensmitteln und Getränken gefüllt, unter anderem lagern (lagerten!) im Freezer 50 kg Fleisch.

Jetzt heißt es wieder, die Marlin für die kommende Nacht vorzubereiten. Geplant ist Abfahrt um 0:00 Uhr, um weiter nach Norden zu kommen. Dies ist aufgrund des beständig blasenden Nordwindes schwierig, so dass wir die nächtliche Schwachwindphase nutzen wollen, um gegenan zu motoren. Hoffentlich spielt der Seegang mit. Wenn alles glatt läuft, werden wir morgen in die Bucht von Stavanger einbiegen und uns in den nächsten Tagen den Lysefjord anschauen. Soll ein „must have seen“ sein. Wir sind gespannt.

Jürgen

 


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Getting North.

20150417

Kap Lindesnes passiert

Etwas beschwerlich der Weg um die SW Spitze von Norwegen. „Wenn wir Fahrtensegler wären, würden wir uns einen schönen Ankerplatz suchen und abwarten auf Wind von der Seite oder von hinten.“ Das will meine Crew aber nicht. „Wir sind zwar nicht auf der Flucht, aber das Kap sollten wir doch hinter uns bringen.“ Ich sehe das auch so. Also raus und Johann, die Hauptmaschine, rein. Eine Brise steht uns auf der Nase. Gegen Nachmittag setzten wir die Segel und fangen an aufzukreuzen. Nach der ersten Wende wissen wir, dass dies uns eine lange Reise bescheren wird. Gut anderthalb Knoten Strömung aus Nord läßt uns den Schlüssel drehen. Natürlich, es ist viel schöner unter Segeln. Doch andere, bessere Winde und die Möglichkeit in den Schären Nord zu segeln gibt es erst ab Tananger und erst ab Mitte der nächsten Woche. Also, beißen wir in den sauren Apfel und stampfen Richtung Nordwest durch die ruppige See.

Der erlebnisreiche Tag von gestern liegt hinter uns. Bis jetzt ist noch nichts kaputt gegangen, keine Behörden oder sonstiges. Aber es sind noch fünfzig Minuten. Für Morgen ist ein Verschnauftag bei Egersund geplant. Den Ankerplatz werden wir in einer Stunde erreichen. Wind auf die Nase mit 30 Knoten in Böen ist angesagt. Ich muss die MARLIN mal küssen, dass sie das so toll macht.

 


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Ein Tag voller Unglück. Geschichten aus der Gegenwart eines Weltumseglers.

20150416

Skagerrak die Zweite

Der Versuch, nach Westen zu kommen scheitert kläglich. Zurückgelegte Distanz 11 Meilen. Es beginnt mit dem ersten Unglück. Ein dicker Überläufer auf der Großfallwinsch. Nein, wir mussten nicht beschneiden, es war nur aufregend. Jürgen lernt dazu und ich auch, weil ich auch das im Auge behalten muss. Nur gut, dass die Elektrowinschen noch immer nicht installiert sind. So konnten wir das Großfall noch ein Stück höher ziehen mit der Hand und das Wirrwarr wieder lösen. Kaum haben wir Kristiansand verlassen, Böen bis 30 Knoten, aus West, auf die Nase! Aus dem zweiten Reff wird das dritte Reff. Kaum aus den Schären raus wird es wieder schräger und schräger. Noch habe ich gut Lachen. Das ändert sich. Als nächstes Goal des Tages geht der Motor immer wieder aus, wenn wir ihn brauchen. Denk, Stirnrunzel. Motor aus. Vielleicht mal Sprit checken Skipper? O.K. Ohne Diesel, keine Fahrt: Der Tagestank ist leer. Goal. Das Problem lässt sich einfach bewältigen.

20150416a

Die Phase geht aber noch weiter. Kurze Zeit später bricht ein neu angeschweißter Pütting für die Running Backstays, die Thorsten aus Flensburg drangeschweißt hat. Ehrlich Torsten: Darüber bin ich jetzt grade echt sauer. Scheiß Arbeit. So was darf nicht passieren. Jetzt ist das Running Backstay wieder mit einem Softschäckel aus Dyneema an der Klampe befestigt und die hässlichen Schweißnachtresten lachen mich an. Gut dass ich das noch nicht lackiert habe. Thorsten kann froh sein, dass ich grade nicht in Flensnburg bin.

Auf See geht es weiter. „Günther. Du steuerst Süd. Wo willst Du hin?“ Günther schreckt aus Träumen aus. „Stimmt!“ Er luft an. „Keine Ruderwirkung mehr.“ Jetzt will er mich auf den Arm nehmen, denke ich mir. „Lass mich mal!“ Das Gefühl kenne ich. Pin aus der Stangenverbindung zum Ruderstock ist rausgedreht. Ich lande wieder mal im Motorraum und hantiere mit den verschiedenen Schlüssel, die Jungs hantieren mit der Notpinne. MARLIN luft an, dreht über den Bug und dreht bei. Braves Mädchen. Da fällt mein Blick in die Motorbilge. Dort schwappen mindestens 120 Liter Wasser. Was macht das denn da? Die Geschmacksprobe ergibt nicht eindeutig Sals- oder Süßwasser. O.K. das kommt später dran. Wir liegen Kurs West an da piept es unangenehm laut aus dem inneren der MARLIN. Das Geräusch ist mir vollkommen neu. Die SeeBG wollte unbedingt dass unser SSB Funkgerät auch eine DSC Empfangsantenne bekommt. Diese hat es jetzt und es kommt eine Distress Meldung rein, die den lauten Warnton erzeugt. Die MMSI des Senders finde ich natürlich nicht in der Liste unserer AIS Ziele. Also außerhalb unseres Aktionsradius um zu helfen. Auf meinen Anruf meldet sich keiner. Also? Was nun. Rufen wir doch mal die Coast Guard. Die melden sich auch sofort auf Kanal 16. Nach ein paar Sekunden bekomme ich die Info, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. So weit so gut. „Habt ihr Wetter für mich?“, frage ich zum Abschluss. „Klar. Close to gale this afternoon aus West, Nordwest.“ „Jungs. Klar zur Wende. 35 Knoten brauchen wir heute nicht. Dann geht wieder was kaputt. Wir kehren um.“ Der Kurs führt uns in den nächsten Fjord. Das Eisen fällt. Die MARLIN steht. Nach dem obligatorischen Anlegergläschen, gibt es erst mal was für den Magen. Auf See scheiterte der Versuch des Kochens, am Beidrehen der MARLIN. „Morgen machen wir den selben Versuch wieder. Irgendwann müssen wir ja mal um das Kap rumkommen. Jan und ich pumpen 120 Liter Wasser aus der Bilge, die dort durch die Heizungsreparatur wohl angesammelt sind. Auch neue Augengelenke für die Schubstange der Ruderanlage habe ich dabei. „Jan, die müssen wir jetzt auch noch einbauen!“ Es ist bereits 21 Uhr. Jan grunzt. Er kennt mich zwischenzeitlich. „Immer unter Strom“, denkt er sich vielleicht. Kaum habe ich das zweite Gelenkauge in der Hand, sehe ich am Heck der MARLIN eines der typischen Goverment-Boote mit den netten Herren vom Zoll hinter der MARLIN. „Ob das so gut ist mit dem AIS? Aber irgendwann kommen sie ja eh.“

“Haben Sie Alkohol an Bord ist die Frage, die die Herren im Sinn haben. „Ja, antworte ich pflichtbewusst und ehrlich“, wie mir Nathalie das beigebracht hat. „Dann zeigen sie mal.“ Ich öffne unsere Bordbar im Salontisch. „Das ist alles? Kein Bier? Deutsche trinken doch viel Bier.“ Freundlich ist anders. Die beiden Herren in ihren schwarzen Anzügen sind Profis. Jeder Schapp wird geöffnet. Es ist offensichtlich, dass meinen Worten nicht viel Glauben geschenkt wird. Das ganze Procedere dauert gut eine Stunde. Im Internet finden wir später die Bemessungsgrenzen. Pro Flasche Wein sieben Euro Nachverzollung und eine dicke Strafe für Falschangaben. Ich bleibe tiefenentspannt. Nach dem die Herren nur noch fünf Flaschen finden sind sie netter und erzählen patriotisch von ihrem Land, von ihren Kindern, Spitzbergen und wie man mit 60.000 Euro Jahreseinkommen in Norwegen überlebt. Die MARLIN ist groß und tief. Jan und ich haben tagelang Proviant verstaut. „Das hätte deutlich, sehr deutlich in die Hose gehen können. Deutlich!“ „Jau Skipper. Aber Du hast ja die Ruhe weg.“ „Ich glaube, die hatten Feierabend und wollten nach Hause. Wir sind uns alle einig. An Kackeverdammtealten haben wir heute genug erlebt. Morgen muss die Pechsträhne ein Ende haben. „Ist heute Freitag, der dreizehnte?“

 


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Kurs Nord.

Auf Bequia wollten wir eigentlich nur eine Nacht bleiben. Wir hatten zu viel über Kriminalität auf der Insel gehört und tatsächlich wurde ein Segler in der Zeit, in der wir auf der Insel waren, bestohlen. Das hat ein ziemlich ungutes…

Wieviele Inseln hat das Mittelmeer?

Mit manchen Wahrheiten ist es schon vertrackt: Man weiß zwar, dass es eine exakte Antwort auf die Frage gibt. Aber es gibt niemanden, der diese Antwort wirklich kennt. Kein Mensch. Keine statistisches Landesamt. Kein Internet. Kein Nobelpreisträger.
Dazu zählt zum Beispiel die Frage, wieviele Sandkörner an einem Sandstrand liegen.
Oder die nach der durchschnittlichen Wassertiefe des Mittelmeers.
Oder wieviele Inseln das Mittelmeer hat.

Die Liste dieser Fragen ist beliebig lang. Und es tut gut, sie sich gelegentlich in Erinnerung zu rufen.

Gehen wir also an diesem Nachmittag einfach mal der Frage nach: Anzahl Inseln Mittelmeer?


Ein Antwort kann man auf verschiedene Arten finden. Man kann sich’s einfach machen, und zum Beispiel die Zahl „42“ sagen – laut Douglas Adams PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS die Antwort auf die ganz große Frage. Findig. Strukturierter ist das Vorgehen, die Inseln zu zählen, die einem einfallen. Vielleicht am besten von links nach rechts, also von West nach Ost. Wie folgt: 
Ibiza, Mallorca, Menorca, sind schon mal drei. 
Sizilien, Sardinien, Korsika… drei mehr. 
Und dann? Capri, Ponza, Ischia. Weiter: Die Tremiti-Inseln…. Drei plus vier. 
Und wie gehts weiter in Kroatien? Palagruza, Susak, Unije… oh jeeeee!

 

Tatsächlich ist die Zahl der Inseln im Mittelmeer weit größer, als wir an den Fingern abzählen können. Die nächste Methode der Wahl: Versuchen wir es mal mit reiner Schätzung:
100?
300??
3.000???
10.000????
Mehr?
Also. Schreiben Sie Ihre Zahl auf einen Zettel.
Wir kommen der Wahrheit gleich näher. Nach dem nächsten Bild.

 

Die Antwort ist näherungsweise nicht schwer, wenn man die richtige Frage stellt. In diesem Fall an Wikipedia:
Spanien: hat im Mittelmeer 58 Inseln, Eilande, Riffe.
Türkei: über 190.
Italien: über 200.
Kroatien über 1.240. 
Griechenland: über 6.000.
 
Nimmt man also die Summe dieser Staaten, die die Nordküste des Mittelmeeres bilden, so kommt man damit auf knapp 8.000 Inseln. Nimmt man die Ostküste sowie Nordafrika – hier versagt Wikipedia vollends – hinzu: dürfte das Mittelmeer zwischen 9.000 und 10.000 Inseln und Eilande besitzen. 
 

 

Von denen die allerwenigsten bewohnt sind. Zwar leben auf Sizilien mehr als fünf Millionen Menschen. Aber von den 200 italienischen Inseln, die ich im Internet zählen konnte, ist nicht mal ein Viertel bewohnt. Von den 1.240 kroatischen Inseln sind es ebenfalls nur 47 Inseln, auf denen Menschen leben. Tendenz weiter fallend. 
Und von den 6.000 griechischen Inseln? Die fast 20% der griechischen Landmasse ausmachen? Sind nach der letzten Volkszählung 2011 gerade mal 113 Inseln sowie 4 Binneninseln bewohnt. Nicht mal 2%.
 
Ein verschwindend kleiner Teil also. Und wir? Wir denken jetzt einfach an alle die Inseln, denen wir gute Momente im Leben verdanken. Verweilen wir also einen kleinen Moment bei den vergessenen Inseln. Und freuen wir uns einfach darüber, dass es so ist, wie es ist. Mit den fast 10.000 Inseln im Mittelmeer. Und wie es in diesem Sommer sein wird.
 
 
Die vergessenen Inseln auf den Pics dieses Posts heißen von oben nach unten:
Monemvasia/Griechenland.
Amorgos/Griechenland.
Cretaccio/Tremiti/Italien. Mit LEVJE im Vordergrund.
Kornat/Kroatien.
Auf Silba/Kroatien.

Jan versenkt den Außenborder

20150415

Skipper – Immer die Ruhe bewahren

“Telefon Micha!“ „Hier ist Jan. Skipper, ich habe da ein großes Problem. Mir ist der Außenborder ins Wasser gefallen.“ „Was hast Du gemacht? Jan? Hallo? Das ist nicht Dein Ernst.“ Eigentlich sollte Jan ein neues Kugelventil für die Heizung holen. Sonst nichts. Draußen bläst es mit 30 Knoten aus SW. Die MARLIN zehrt wie am Anker. Ich bin schon wieder den halben Tag damit beschäftigt, den Grund zu finden, warum diese blöde Heizung nicht auf Touren kommt. Mit Günther zusammen nehme ich den vorderen Heizkörper im Badezimmer ab. Mit einem Führungsdraht als Katheder suchen wir die Stelle wo sich Rost in den Leitungen abgelagert hat. Eine dicke braune Brühe kommt uns entgegen. Dann spülen wir das System rückwärts durch um die Partikel aus den Wärmetauschern auszuspülen. Eine tagesfüllende Aufgabe. Ich fluche schon den ganzen Tag.

“Du musst Dir jemanden suchen, der Dich mit dem Dinghy zur MARLIN schleppt. Du kannst bei dem Wind das Dinghy nicht mit einem Stechpaddel paddeln. Du treibst dann am Schiff vorbei. Wie zum Himmel hast Du es denn geschafft den guten 30PS Mercury zu versenken? Na wenigstens hast Du ihn noch.“

Heute kommt unser neuer Mitsegler an. Jürgen aus Husum soll die Crew vervollständigen. Deshalb liegen wir hier in Kristiansand wo es zehn Kneipen geben soll. Mit Skippers Partynase finden wir die beste natürlich innerhalb von zehn Minuten. Aber das war gestern. „Hallo Jürgen.“ „Ich sitze im Taxi und bin in 10 Minuten da. Kommst Du mich mit dem Dinghy abholen?“ „Jürgen, kein Problem. Jan wartet schon seit ein paar Stunden auf Dich. Ihm ist der Außenborder ins Wasser gefallen und er braucht Dich um wieder zur MARLIN zu paddeln. Macht aber nix mit dem Sturm. Der Wind kommt von hinten. Ihr müsst nur die Richtung halten!“ Günther und ich haben alles wieder zusammen geschraubt, als Jan, Jürgen und das Dinghy von Stadt aus sichtbar werden. Kurze herzliche Begrüßung. Erst mal müssen wir uns um den Außenborder kümmern. Kerzen raus und das Wasser spritzt aus den Zylindern als ich den Motor durchziehe. Ich baue den Vergaser aus und reinige den Rest. Kurzer Test ob die Kerzen funktionieren und alles wieder zusammenschrauben. Nach vier mal ziehen, stottert der Mercury kurz los und läuft wieder. „Geht doch!“, meint Jan trocken. „Jan, Du weißt gar nicht wie viel Glück Du gehabt hast!“ Wer den Skipper kennt, der weiß was ich meine. Um so ruhiger ich bin um so mehr koche ich innerlich. Am Abend gibt es ein Lachshälfte und wir feiern den Sieg über die Technik und das Jan nix passiert ist. Einen Grund zum feiern, finden wir ja eigentlich immer.

 


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