Monatsarchive: Januar 2015

Unterwegs auf dem Meer. Ein Resümee in 11 Punkten.

Vor Methoni, der Südwest-Spitze des Peloponnes.

Anfang August waren es zehn Wochen, die ich auf dem Meer segelnd unterwegs war. In Slowenien Mitte Mai aufgebrochen, die italienische Ostküste hinuntergesegelt, hatte ich Brindisi hinter mir gelassen und in einem langen Schlag mit günstigem achterlichem Wind die Straße von Otranto durchsegelt. Was hat mich damals beschäftigt, 10 Wochen, nachdem ich aufgebrochen war? In meinem Zettelkasten fand ich folgenden Beitrag. Und weil vieles davon nicht nur nach 10 Wochen richtig war, sondern heute noch richtiger ist: Für das, was man Segeln, für das, was man die „Kunst zu Leben“ nennt: deshalb dieser Beitrag heute.

Ich weiß sehr wohl, dass ich gerade etwas lebe, wovon viele Menschen träumen, denn ich habe selbst lange Jahre davon geträumt, einmal längere Zeit auf dem Meer unterwegs zu sein, und sei es auch nur für sechs, sieben Wochen. Kurz alles hinter sich lassen.

Aber: Kann man das? Darf man das? Und wie ist das jetzt? 
Hier mein Resümee nach zehn Wochen Segelreise:

 
 
1. Der beste Satz über die Kunst zu leben?
 
„It’s difficult to keep things in balance.“
Stammt von Brian, 68, seit 12 Jahren die Sommer segelnd in Griechenland verbringend. Eigentlich auf die Frage, wie er es schaffe, seit ebenso langer Zeit mit drei Partnerinnen in regelmäßigen Wechsel zusammenzuleben. Und die kennen sich alle.
2. Das überflüssigste Verhalten an Bord?
 
Das Haar in der Suppe suchen. Und finden.
Kleinigkeiten zum Wichtigen erheben: Will sagen: die Bucht ist herrlich. Das Wasser so blau, blauer gehts nicht. Aber: Im Kaffee ist leider zu viel Milch. Es ist zu heiß. Es schaukelt zu sehr.


Ist das Glas halbvoll? Oder ist es halbleer? 

Es ist so einfach, das zu sehen, was fehlt. Statt dem, was man bereits HAT. Was bereits da ist.
So viel einfacher, das Negative zu sehen. Und sich genau auf dies Negative zu fokussieren. Genau dies Negative im Alltag überhand nehmen zu lassen. 
Es ist eine unendlich schwierigere Übung: trotz negativer Dinge, Ängsten und realen Sorgen zum Trotz einen glücklichen Moment zu leben.
 
 
3. Drei Dinge, ohne die es plötzlich gar nicht mehr geht?
Es sind plötzlich sehr, sehr einfache Dinge:
 
 
Auflösung: Wasser, mein Hut und das Ipad.
 
 
 
4. Drei Dinge, die so überflüssig sind, dass ich 10 Wochen nicht daran gedacht habe?
Fernsehen.
Shopping-Center.
Der spezielle Bojen-Bootshaken von AWN.
 
 
4. Der meistgehörte Satz an Bord?
 
„Ooooch neeee.“
 
Immer dann, wenn:
– ein Knoten nicht aufgeht.
– das Lebensmittelschapp klemmt und ich nicht an die Spaghetti komme, während das Wasser kocht.
– eine Schraube, die aufgehen soll, frisst.
– eine Schot partout nicht durch die Öse will.
– Aceto und Öl von den Tomaten mit Mozzarella im Seegang über die beige Hose kleckern.
– der Kühlschrank vergessen wurde anzuschalten und Käse, Butter Laufen lernen.
– der Wind einschläft eine Minute, nachdem ich fünf Minuten mit Segelsetzen und -trimmen beschäftigt war.
– die Tunfischdose mit Öl ganz unten im Lebensmittelschapp ausgelaufen ist.
– ich über den dunklen Fleck auf dem Salonpolster grüble – und dann die nässend-gärenden Überreste der Tomate in meinem Rucksack finde, die ich vom Einkauf vor fünf Wochen dort vergaß.
– der 13. Angelhacken plötzlich futsch ist, weil ich auf 10 Meter Wassertiefe vor der Wende vergaß, die 30 Meter lange Schleppangel einzuholen.
– der Schäkel jetzt dringend zugehen muss, der sich aber unter Zug natürlich nicht schließen lässt.
– die Fockschot sich in der Wende zum 23. Mal unter dem Bootshaken verklemmt.
– sich alle meine Gläser quer durchs Boot auf den Boden ergießen und in Trümmer gehen, weil ich nach 8 Stunden „raumschots“ plötzlich auf „hoch am Wind“ gehen musste und das Gläserschapp nicht schloss.
– die Ankerwinsch plötzlich ächzend nicht mehr will.
– die Bugfenster-Dichtung sich eigentümlicherweise statt mit dem Boot mit der Fensterscheibe dauerhaft verklebt.
– die Milch, die auf dem Gasherd viel zu schnell heiß wird und überkocht.
– ich beim Übergeben der Festmacher im Hafen einen weiteren Festmacher in der braunen Hafenbrühe versenke.
Die Liste der „Och-Nee’s“ ist ohne Ende. Sie wird täglich weitergeführt.
 
 5. Das empörendste Verhalten bei Anderen?
Rücksichtslos, ahnungslos und unseemännisch ankern.
Schwätzer, die einen in die Irre schicken.


6. Das empörendste Verhalten bei mir?
Mich zuviel über solche Leute ärgern.
 
 
7. Drei Dinge, denen ich am meisten dankbar sind und auf die ich vertraue?
 

 

 

 
 


8. Die beste Begegnung? Mit wem würde ich gerne mal ein, zwei lange Abende verbringen?
 

             In den Straßen von Levkada, dem Hauptort auf Lefkas.

 
Mit Dieter von METRONIX Yachtelektronik in Lefkas.
 
Die Suche nach einem defekten kleinen Messinglager, das meinen Autopiloten lahmlegte, stiftete in Lefkas folgende Begegnungen, und ich möchte in meinem Leben keine davon missen:
 
– mit Roula vom NAUTILUS-Shop: hat mir rappszapps neue Kugellager für die ebenfalls defekte Ankerwinsch aus Athen organisiert.
– mit Robert vom Marina-Shop in Lefkas. Selber Segler, Niederländer, vor vielen Jahren in Lefkas hängengeblieben, Griechin geheiratet, heute der größte Laden im Hafen. Acht Angestellte, die rund um die Uhr Boote reparieren. Von ihm lerne die kluge Einsicht, dass Hersteller wie RAYMARINE oder JABSCO zwar keineswegs die besten Produkte bauen; aber deswegen unverzichtbar sind, weil man deren Ersatzteile auch noch im letzten Erdenwinkel bekommt.
– Andreas vom Sailland. Ein stiller, kluger Mann, der mir drei Mal weitergeholfen hat. Organisiert mir zuletzt eine neue Isolierung für meine Kühlschrank-Zuleitung und nimmt dann 2 € von mir. Und schickt mich wegen der Messingbuchse zu Dieter.
– Dieter: Österreicher. Elektronik-Ingenieur und Tüftler. War mit 43 verantwortlich für ca. 80 Service-Techniker einer deutschen Firma. Gefeuert. Dann 12 Jahre Segeln gegangen. Wo er überall war: das sagt er nicht. In Lefkas hängengeblieben. Vor drei Jahren einen Yacht-Elektronik-Laden in Lefkas übernommen. Heute glücklich. Aber mit Wehmut in der Stimme, wenn er über seine Jahre auf dem Meer erzählt. Dieter HAT die Messingbuchse rumliegen. Aber die dreiviertel Stunde vorher: die wir über das Leben quatschten: die war das Wertvolle.
9. Was habe ich beim Segeln fürs Leben gelernt?
 
Schauen. Erst mal schauen.
Damit ich nie vergesse:
Egal, ob man in eine Bucht einläuft.
Über die defekte Ankerwinsch nachdenkt.
Oder den kaputten Autopiloten.
Einen Ankerplatz sucht.
Oder einen Menschen zum ersten Mal sieht: Auf den eigenen Blick vertrauen. Erst dann: machen.
 


10. Die stärkste Erfahrung, die ich nach 10 Wochen an Andere unbedingt weitergeben will?
 
Lebe Deinen Traum.
Unbedingt. Unbedingt. Unbedingt.
Was immer es ist.
Finde den richtigen Zeitpunkt dafür.
 
Noch Tage vor meiner Abreise habe ich mich gefragt: Darf ich das? Kann ich das? Einfach losziehen? Ich habe Jahre damit verbracht, darüber nachzudenken, ob es richtig ist, meiner Neigung zum Segeln, meinem Segeltraum zu folgen. Und auf eine längere Fahrt zu gehen. Um jede Huk, die auf meinem Weg liegt und um die ich herumschauen wollte, einmal herumschauen. Und entdecken: was dahinter ist liegt.
 
Vertrauen Sie Ihren Traum. Ihn zu verwirklichen, gibt ungeheuer viel Kraft. Ich hätte es nicht gedacht.
 
11. Und was lernt man auf einer längeren Reise fürs Leben?
Wer lossegelt und sich auf eine längere Reise, zumal auf dem Meer, einlässt: der weiß nicht, was ihn erwartet.
Was wiederfährt einem?
Was ist da draußen zu lernen?
Wird man ein anderer? Ein besserer? Was ändert sich?

In den langen Jahren, in denen ich meinen Segeltraum träumte, habe ich mich das gefragt. In diesen Jahren habe ich immer wieder Charles Darwin’s REISE MIT DER BEAGLE gelesen und als Hörbuch gehört, es begleitete mich als Urahn eines Buches von einer Seereise, als staunenswertes Abenteuerbuch voller Naturbeobachtungen. Und dies nicht nur deshalb, weil Darwin es Jahre nach seiner legendären Reise als jugendlicher Seekadett und Wissenschafts-Novize veröffentliche. Von dieser fünfjährigen Reise um Südamerika herum und zu den Galapagos-Inseln brachte Darwin seine Evolutionstheorie mit. Daneben 368 Seiten zoologische und 1.383 Seiten geologische Beobachtungen. 1.529 in Spiritus konservierte Arten. 3.907 Häute, Felle, Knochen, Pflanzen. Und 770 Seiten Reisetagebuch. Und schöner und treffender, wie diese Seiten enden, kann man es nicht sagen, was eine solche Reise bringt:

 
„… unbedingt sein Glück zu versuchen und auf Reisen zu gehen, wenn möglich über Land, ansonsten: lange zu bleiben. Er kann versichert sein, dass er – allenfalls in seltenen Fällen – keinen derartigen Schwierigkeiten oder Gefahren begegnen wird, wie er sie am Beginn vorraussieht.
Unter einem moralischen Gesichtspunkt sollte eine solche Reise ihn 
– gutwillige Geduld lehren, 
– Freiheit von Selbstsucht, 
– die Gewohnheit, für sich selbst zu handeln, 
– und aus jedem Geschehnis das Beste zu machen, 
kurzum: er sollte die charakteristischen Eigenschaften des Seemanns besitzen. 
 
Reisen sollte ihn auch Mißtrauen lehren, aber gleichzeitig wird er entdecken: wieviele wahrhaft gutherzige Menschen es gibt, mit denen er nie zuvor Kontakt hatte und auch nie mehr wieder haben wird, und die dennoch bereit sind, ihm die uneigennützigste Hilfe zu gewähren.“
 
                                                                                                         Charles Darwin, 
                                                                                                         Die Fahrt mit der Beagle, 
                                                                                                         letztes Kapitel.
                                                                                                         

 

 

Traumhafte Chaostage

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Liebe Leser,

nachdem wir bereits einige sorgenvolle Emails erhalten haben, was denn mit uns los sei und warum wir schon so lange nichts mehr gepostet haben, schaffe ich es heute Abend endlich mal, ein paar Zeilen zu tippen. Zuerst einmal: Uns geht es gut und wir sind am 7. Januar (mit fast sechs Stunden Verspätung …) auf Madeira gelandet. Die Weihnachtstage in Deutschland waren wunderschön, im Kreis der Familie. Die ersten Tage im neuen Jahr hingegen sehr stressig: Ersatzteilbesorgungen, Arzttermine, … Vor allem für mich. Als ich meinen bereits seit einigen Wochen Probleme bereitenden Zahn am Montagmorgen meiner Zahnärztin in Hamburg präsentiert habe, warf sie gleich ihre Planung für den nächsten Vormittag um und notierte “Erdmann – Wurzelbehandlung” im Terminplan. Auweia … Aber dann beruhigte sich der Zahn über Nacht, es wurde eine normale Füllung aus Plastik verklebt (“sie kennen das ja bestimmt vom Bootsbau …”). Dann noch schnell am Abend ein paar letzte Impfungen in Fallersleben, beim Hausarzt, und dann konnte die Reise wie geplant fortgesetzt werden.

Doch wir flogen nicht allein zurück an Bord. Relativ spontan hatte mein Vater noch zwei Flüge für sich und meine Mutter gebucht, damit wir die tolle Blumeninsel Madeira noch für ein paar Tage zusammen erleben können, bevor Cati und ich dann über den Atlantik aufbrechen und die Flüge lang und teuer werden. Auf Madeira waren wir vor fast 20 Jahren schon einmal zusammen. Damals war ich zehn Jahre alt, ist also schon eine Weile her … Doch wir alle haben den Familienurlaub damals als so ziemlich die beste gemeinsame Urlaubsreise unseres Lebens erlebt. Grund für mich im Jahr 2005 noch einmal hierher zu kommen. Doch so ganz allein und ohne Gelegenheit etwas vom Innenland zu sehen, war es nicht dasselbe. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, dass uns die beiden hier besuchen und für ein paar Tagen in unser Bordleben hineinschnuppern.

Auf Madeira wollten wir eh etwas länger bleiben, denn hier haben wir einige Aufgaben zu erledigen. Zum einen muss ich für die YACHT ein Inselporträt schreiben, was mehrere Tage Recherche an der Küste und im Binnenland erfordert. Außerdem hat sich wieder einmal das Kamerateam angekündigt, das eine Reportage über unsere Reise produziert und uns in regelmäßigen Abständen besucht. Das Team aus Hamburg um Regisseur Arne Schröder hat unsere Vorbereitungen und die Abfahrt in Oberndorf genau begleitet, die Kameralinse in jede Ecke des Bootes gesteckt, und uns dann nochmal in Dartmouth (England) und Viveiro (Spanien) besucht. Als letzte zwei Drehtage für die Pilotfolge haben sie sich nun auf Madeira angekündigt. Den Rohschnitt haben wir bereits während unseres Heimataufenthalts gesehen und waren sehr begeistert. Der fertige, 45 Minuten lange Film wird dann im März auf ZDF-Info gesendet werden. Wir geben den genauen Sendetermin dann hier bekannt.

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Um in dem Film abzubilden, wie ich während der Reise etwas Geld verdiene, wollten mich Arne, Ole und Olli nun als letzten Part des Films bei meiner Arbeit als YACHT-Autor begleiten. Der erste Teil der Recherche bestand in einer Mietwagentour quer über die Insel, um gute Bilder der typischen Merkmale der Insel zu schießen. Das Kamerateam war immer mit dabei – mal mit dem Kameramann im Kofferraum oder im Fenster sitzend. Sie haben tolle Aufnahmen gemacht, zum Teil sogar mit einer Drohne – und wir sind sehr gespannt auf den Film : )

Als zweiten Teil der Recherchereise werden Cati und ich in den kommenden zwei Tagen mit Schlauchboot und “Maverick” an der Küste entlang segeln, um gute Segelbilder zu schießen. Danach verholen wir vermutlich in die Marina Calhetas im Westen der Insel. Dort habe ich viel Ruhe, um das Porträt zu Papier zu bringen. Die beste Auswahl der etwa 1500 Fotos, die ich in den vergangenen Tagen geschossen habe, könnt ihr dann in einer der nächsten YACHT-Ausgaben sehen.

Viel Spaß dabei!

Johannes

 

Trailer zur Show The Sailing Bassman – "Segeln in den Schären" –

Und hier ist er nun. Der Videotrailer zur Show…

Der Reiz des Einhandsegelns

War dir denn nie langweilig? Das wäre mir zu einsam! Die nach der Reise üblichen Fragen und Kommentare. Merkwürdig, aber während meines Törns habe ich darüber eigentlich nie viel nachgedacht. Gut, der Rückweg zog sich und als ich mehrere Tage in kaltem und nassem Wetter festlag, wurde mir schon manchmal einsam ums Herz. Aber sonst? Ständig neue Ziele und Eindrücke, täglich neue Pläne und immer alle Hände voll zu tun. Da hat man andere Dinge im Kopf als Langeweile und Einsamkeit. 
Im Gegenteil, jetzt mit einigen Wochen Abstand werden mir die Reize des Einhandsegelns erst richtig bewusst.

1) Tagesablauf nach Lust und Laune. Früh aufstehen, früh ins Bett oder andersherum. Wie es mir gerade passt. Keiner wartet auf mich oder mault wenn der Segeltag zu lang wird.
2) Zwölf Stunden auf dem Wasser oder einfach faul im Hafen bleiben. Spontane Entscheidung ohne Abstimmung mit der Crew.
3) Man ist nicht verantwortlich für das Wohlbefinden der sich einem als Skipper anvertrauenden Crew.
4) Einkaufen und Kochen ohne Diskussionen.
5) Wenn etwas kaputtgeht ist man selber Schuld und verfolgt nicht ständig andere mit Augen und Ohren.
6) Seekrankheit ist (bei mir zum Glück) kein Thema.

Durch diese Punkte gerät man in einen fast meditativen Zustand. Jeder Gedanke wird zu Ende gedacht, jeder Tagtraum ausgeträumt, wenn nicht gerade Wind und Welle die volle Aufmerksamkeit erfordern. Es ist als würde ein Teil des Gehirns ausgeschaltet bleiben. Es müssen keine Antworten formuliert werden auf  Fragen wie: Dauert es noch lange? Wo wollen wir denn heute noch hin?
Ja, Kommunikation kann durchaus auch sehr anstrengend sein.

Dazu einmal diese beiden Punkte: 
– Kommunikation findet immer in der inneren Erwartungshaltung statt, dass all das, was das Gesprächsgegenüber spricht, mit dem übereinstimmt, was wir nonverbal, also über den sprachlichen Inhalt hinaus, wahrnehmen. Soll heissen: Wenn der Segelpartner zitternd sagt: „Mir ist nicht kalt, segel gerne noch 3 Stunden weiter“ werden wir misstrauisch :-)
– Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch das: http://www.vier-ohren-modell.de/
Hier wird sehr schön deutlich wie die Frage: „Wie lange segeln wir heute noch?“ zu mehreren Interpretationen  führen kann (Habe ich selbst so erlebt).

Aber es gibt da eine Sache am Einhandsegeln, die mir wohl am Wertvollsten war. Und zwar die langen Abende nach einem Segeltag. Man hat gegessen, sich etwas ausgeruht. Es ist gegen sechs oder sieben Uhr. Hier im Norden dehnen sich die Tage,denn es wird kaum und sehr spät dunkel. Lesen, Schwimmen, Paddeln, Musikhören, durch die Natur laufen oder einfach nur träumend herumsitzen. Nie habe ich meine viele Zeit so deutlich gespürt, wie in diesen Augenblicken. Endlos dehnten sich die Stunden, und ich genoss jede Sekunde davon; ohne eine Spur von Langeweile! Zeit, Zeit, Zeit! Wie habe ich diese vor der Reise  vermisst…irgendwann krabbelt man dann, eher träge als müde, in die Koje um sofort wegzudämmern. In Vorfreude auf den nächsten Tag. 

Ich denke diese Momente kann man wohl nur alleine so intensiv erleben.

10 Roadmovies einer Reise mit dem Auto durch die Südstaaten der USA

#1 Atlanta

#2 Savannah
#3 Albany

#4 Pensacola & Houma
#5 New Orleans
#6 Mississippi Delta
#7 Memphis Part One
#8 Memphis Part Two
#9 Nashville
#10 Lynchburg

Schweden – Reisetipps für Segler



Basierend auf den Erfahrungen meines langen Segelsommers in 2014 habe ich hier einmal ein paar Tipps zum Segeln in Schweden in alphabetischer Reihenfolge zusammengestellt. Ich könnte und werde diese wohl noch ständig erweiteren, doch auf meiner Festplatte nützen sie niemanden etwas…also erst einmal ab ins Netz damit. Ich hoffe es hilft dem einen oder anderen bei der Reisevorbereitung. Anregungen und Fragen sind stets willkommen!

Dinghi: In den Ankerbuchten beinahe ein Muss, sollte man es in Schweden auf jeden Fall dabei haben. Den Außenborder habe ich nicht gebraucht, die Distanzen sind dann doch meistens eher gering.



Duschen: Meist wurden hier vom Automaten 5 Kronen Stücke verlangt, teils gab es aber auch keine Automaten und das Duschen waren frei. Bis auf ganz wenige Ausnahmen (meist die teuren Großstadthäfen) immer sauber. 

 
Einkaufen: Es gibt fast überall gut sortierte Supermärkte die oft bis 22:00h geöffnet sind. In größeren Städten gibt es in Schweden auch Lidl-Filialen, in denen der Großeinkauf sehr viel günstiger ist als in den schwedischen Geschäften. Es gibt viele gut sortierte Filialen der ICA Kette. Das Preisniveau entspricht unserem EDEKA, die Qualität aber auch.


Fahrradverleih: Von sehr günstig bis sehr teuer; von privat bis professionell ist alles vorhanden.

Hafengebühr: Im Gegensatz zu Dänemark gibt es fast überall noch Hafenmeister. Hier muss man bei späterer Ankunft dann andere Lieger nach dem Code für die Sanitäranlagen fragen, oder die oft angegebene Telefonnummer des Hafenmeisters anrufen. Die Hafengebühren bewegen sich im Rahmen von €15-30.- und sind in der Hochsaison oft  höher als davor oder danach. In der Vor- und Nachsaison ist mancher Hafen zwar geöffnet, aber es ist oft alles verschlossen und niemand ist zu sehen. Dort war es dann auch nicht möglich eine Gebühr zu bezahlen. 


Hafenführer: Neben den teils  auf dem Markt vorhandenen recht guten Hafenführern (für Buchten und Schärenplätze unverzichtbar) in Deutsch und Englisch gibt es noch die Website/App
Die gedruckte Version liegt in vielen Häfen aus. Sehr informativ und vor allem mit aktuellen Kontaktdaten.

Internet: Es gibt vor Ort in den Supermärkten sehr günstige PrePaid Internetkarten mit großem Datenvolumen. Beispiel: 10GB für €19,90.- Ich würde diese immer vor Ort kaufen. Nach Freischaltung der mitgekauften SIM Card, kann man diese dann überall nach Bedarf wieder aufladen lassen. Es gibt fast überall einen guten Empfang mit schnellem Internet, selbst auf den kleinsten Inseln.


Kreditkarten: Auch bei Kreditkartenzahlungen wird an Automaten (z.B.: Tankstelle) und oft auch an Kassen die PIN Nummer verlangt. Da das in Deutschland unüblich ist, sollte man sich vor Abreise noch einmal die PIN ins Gedächtnis rufen.

 
Liegeplätze: Meistens findet man Heckbojen. In Kombination mit einem Bojenhaken sind diese enorm praktisch und es können sich auch zwei Boote eine Boje teilen. Häufig sind auch Boxen mit schwimmenden Auslegern, die Fender tief genug hängen! Nur in den Großstadthäfen findet man Mooringleinen und hin und wieder legt man auch längsseits an. In den ganz kleinen Schärenhäfen legt man mit Heckanker am Steg an. Diese Methode wird auch oft benutzt um sich noch in feie Lücken, vorwiegend am Stegkopf zu legen. Nicht gesehen habe ich die im Mittelmeer übliche Art  mit vor Buganker mit dem Heck an den Steg zu gehen. Das ist auch nicht zu empfehlen, da der felsige Grund oft schnell ansteigt und man sich so das Ruder beschädigen würde. Auch Päckchenbildung ist eher selten, da man statt längsseits zu liegen, eben mit Heckanker den Platz besser ausnutzt.


Mücken: Mit Einbruch der Dunkelheit tauchen sie überall auf. Selten in großen Schwärmen, aber doch immer reichlich. Die Stiche der recht kleinen Mücken jucken recht stark. Empfehlung: Mückennetze für alle Luken plus Mückensprays.


Sauna: In vielen Häfen vorhanden, aber selten inklusive. Meistens recht teuer bei Einzelnutzung, da oft die ganze Sauna stundenweise vermietet wird. Ich konnte aber teils spät, wenn alle Gäste verschwunden waren, noch gut mit der Restwärme saunieren. 


Seekarten: Die benötigten Kartensätze sind vor Ort häufig ausverkauft. Daher besser vorher besorgen um nicht teure Einzelblätter erwerben zu müssen. Für die Schärengebiete hatte ich mir die aktuellsten Karten besorgt, für nur schnell durchsegelte Gebiete kam ich mit gebrauchten Karten ebenfalls sehr gut zurecht. In Verbindung mit meinem Tablet samt Software von Navionics hatte ich stets alles im Griff. 


Sonnenschutz: In den Sommermonaten scheint die Sonne oft rund um die Uhr. Ich habe mich konsequent mit Faktor 30 eingecremt und bin damit gut zurechtgekommen. Auch Kopfbedeckungen sind sehr wichtig. Selten habe ich mir ein Bimini gewünscht, da hat die Sonne am Mittelmeer dann doch mehr Kraft. Wichtig ist auch eine gute polarisierte Sonnenbrille.


Sprache: Lassen Sie den Sprachführer im Regal. Fast jeder spricht in Schweden sehr gutes Englisch. Einzige Ausnahme: Der auf Englisch vorgelesene Wetterbericht…

Strom: Die Spannung ist mit 220V wie in Deutschland und für die Steckdosen benötigt man keinen Adapter. In den Häfen findet man fast immer den bekannten blauen 3-poligen Anschluss, seltener auch einfach Schukosteckdosen. Manchmal können die Wege jedoch weit sein, also genügend Kabelmeter einpacken. In der Hochsaison hilft ein Y-Adapter um Anschluss zu finden.


Tankstellen: Aufgrund der großen Motorbootdichte in Schweden gibt es recht viele Bootstankstellen. Es lohnt aber der Weg zu den wesentlich günstigeren Straßentankstellen. Siehe Hafenführer.

Tiden: Auch in den Gewässern der Ostsee sind die Gezeiten zu bemerken. Wasserstände und Strömungen werden davon beeinflusst. Dazu kommen dann noch Wasserstandsveränderungen durch Windsituationen. Fazit: Die Angaben in der Seekarte sollten gerade in flachen Gewässern mit denen des Echolots verglichen werden um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.


Toiletten: Nur in den kleineren Schärenhäfen häufig Plumpsklos mit Deckel, die aber nicht so schlimm waren wie befürchtet. Auf jeden Fall besser als die bekannten Dixi-Klos.  


Waschen: In den Hafengebühren ist recht oft die Benutzung von Waschmaschine und Trockner enthalten. Teilweise gibt es jedoch auch Bezahlautomaten. 

Wasser: Eigentlich überall gut zu bekommen. In den Schärengebieten wurde es aber manchmal schwierig und eine regelrechte Jagd nach dem Wasser setzte ein. Es gibt dann auch teils hohe Literpreise, die zu entrichten sind. Faustregel: Den Tank immer randvoll auffüllen, wenn es irgendwo geht und faltbare Kanister für Trinkwasser einpacken.


Wetterbericht: Über Internet. Bewährt hat sich für mich
dieser Bericht wird auch zweimal am Tag über UKW ausgestrahlt, nach Ankündigung auf Kanal 16.


WLAN: Ist in allen größeren Häfen Standard, jedoch nicht immer sehr schnell.

Zecken: Südschweden gilt als Zeckenwarngebiet. Ich habe mir in der Apotheke eine Zange zur Entfernung besorgt. Dort wurde mir aber gesagt, das die Apothekerin plus ihre Bekannten noch nie einen Zeckenbiss hatten und die Situation wohl nicht so dramatisch wäre. Mich hat dort auch nichts gebissen, aber barfuss durchs hohe Gras würde ich auch nicht laufen wollen. Bedingt durch den meist felsigen Untergrund passiert das auch eher selten. Ich denke, es geht mehr um die echten Wälder in Südschweden.


Logbuch – Mittwoch, den 14. Januar 2015

Standort: Hamburg-Schnelsen, 4.ter Stock, Regen und Sturmböen

Der letzte Abschnitt des Logbuches meiner Ostseereise 2014 fehlte noch. Ich bin nach meiner Ankunft in Kiel und den Vorbereitungen auf meinen Vortrag bzw. der USA Reise einfach nicht mehr dazu gekommen. Daher nun der letzte Teil der Reise zur Vervollständigung für den interessierten Leser.

Von Svendborg ging es nach Abflauen des Sturms hart am Wind nach Avernakø. Im Hafenführer wurde eine neue Hafenmole mit Anlegemöglichkeit erwähnt, hier wurde es aber so flach, das ich (zum Glück gegen den Wind) sanft auf Grund kam. Kurz danach, und vom Wind wieder freigeblasen, legte ich dann einsam zwischen den Pfählen an und meldete mich beim Automaten für die Hafengebühr.
Avernakø am Rande der dänischen Südsee sollte mein letzter Absprunghafen in Richtung Festland werden. Doch auch hier wurde ich wieder eingeweht und der erste Versuch der Überfahrt scheiterte (siehe   ). Es gab auf der Insel um diese Jahreszeit nichts mehr zu unternehmen. Strandspaziergänge und die kostenlose warme Dusche waren meine Attraktionen. Später fuhr ich dann mit der Fähre ins halloweengeschmückte Faaborg, um dort für einige Stunden Abwechslung zu suchen. 

 Endlich passte das Wetter und ein wunderbarer Segeltag (täusche ich mich, oder wird in allen Berichten der letzte Segeltag immer als der Schönste dargestellt?) brachte mich in die Schlei, und weil es gerade so gut passte, bis in den Stadthafen von Kappeln. Auf etwas Action vorbereitet, war ich um so überraschter das keinerlei Querstrom herrschte. So, nun hatte ich wieder deutschen Boden unter den Füßen. Ein merkwürdiges Gefühl nach all den Tagen in Schweden und Dänemark. Interessant auch wie sich die Wahrnehmung von Entfernungen verändert, wenn man so lange unterwegs ist. Ich genoss den Abend und wäre gerne noch etwas länger in der Schlei geblieben, aber der Wetterbericht mahnte schon wieder zum Aufbruch in Richtung Kiel am nächsten Tage.

Kurz vor Maasholm traf ich dann meinem Kumpel Mike von klassisch-am-wind bei einem Skippertraining auf dem Folkeboot. Der Lehrling schaute recht ehrfürchtig drein, wie mein Boot so mit Autopilot und mir vorne am Mast dahinglitt. Wieder einmal die Saat für einen Traum gelegt.

Der Weg nach Kiel zog sich unspektakulär in die Länge und ich fuhr nur bis Laboe; hatte ich meine offizielle Rückkehr in Kiel-Düsternbrook doch erst für den übernächsten Tag vorhergesagt. Das Wetter wurde dann auch noch einmal wirklich mies, und ich war froh schon rechtzeitig „vor Ort“ zu sein. Aus Langeweile bin ich dann noch die kurze Meile bis Schilksee gefahren, nur um dort in der Hafeneinfahrt mit üblem Schwell zu kämpfen. Das ging alles grade mal so gut….ich sag es ja immer wieder, kurz vor der Ankunft muss man ganz besonders aufpassen.

Der letzte Tag meiner Reise brachte Sonne und Flaute, so das ich unter Diesel fahren musste. Nicht wie in meinen Träumen, aber auch OK. Wurde ich doch im Hafen von Frau, Familie und Freunden herzlichst empfangen und gefeiert. Nun musste nur noch das Boot aus dem Wasser. Dazu fuhr ich in den Nord-Ostsee-Kanal bis zur Rader Insel und verbrachte noch eine letzte Nacht an Bord. Morgens dann Mastlegen, Diesel einwintern und auskranen; das jährliche Gerödel. Und ehe ich mich versah war das Boot leergeräumt und ich stand mit meinen Klamotten vor der Tür, aus der ich 6 Monate vorher alles herausgeschleppt hatte. Schluss, Ende, Aus…unwiderbringlich, bis zum nächsten Mal!

 

VIDEO: Tage 18-20 – American Trilogy

Unsere 3-wöchige Rundreise geht zu Ende. Hier nun das letzte Roadmovie unseres Besuches bei Jack Daniels in Lynchburg.

So ganz kaufe ich denen hier ihr Marketingkonzeptnicht ab, welches besagt, das jeder Tropfen genau hier langsam und in Ruhe hergestellt wird. Ich vermisse die vielen LKWs, Abfüllanlagen, Flaschen, Karton, Container etc. für eine weltweit sicher riesige Produktionsmenge. Aber darum geht es letztendlich ja nicht. Die Romantik und das Flair von Destille und kleiner Stadt passen perfekt. Und es geht hier wirklich einmal entspannt zu. Die Rundtour ist interessant, alleine vom Geruch der großen Anlagen wird man schon beschwipst. 

Marketingtechnisch interessant auch die Single Barrel Society. Man kann für 8.000-12.000 Dollar ein ganzes speziell gelagertes Fass erwerben. Dieses wird dann in rund 250 Flaschen abgefüllt und ausgeliefert. Dazu bekommt man eine goldene Plakette an der Wand der Firma. Army, Obama, Sinatra und Motley Crüe hängen unter den vielen Namen an der Wand

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Nach diesem schönen Tag geht es über Chattanooga und Atlanta zurück in Richtung Rückflug. Wir besorgen noch ein paar Mitbringsel, besuchen eine befreundete Familie in Atlanta und treten dann den langen, langen Rückflug an. 3 Wochen und gute 5.000 Kilometer voller Erinnerungen bleiben hinter uns zurück. Ich bin der Geschichte der amerikanischen Musik ein Riesenstück nähergekommen und auch einige typisch amerikanische Verhaltensweisen sind vor Ort viel leichter nachzuvollziehen.

Kurzum: Es hätte besser nicht sein können!! Die Rückgewöhung nach Deutschland wird uns jedenfalls sehr, sehr schwer fallen. Aber es gibt ja zum Glück den Superbowl…

Der Cash-Song ist gesungen von Peter Caulton mit Band und mir am Bass.

Showtime auf der boot

Gute Nachrichten für boot-Besucher: Die ADAC Sportschifffahrt präsentiert gemeinsam mit mit den Partnern der ADAC Yachtschule Möhnesee und dem Yachtausrüster A.W. Niemeyer erneut die bewährte Sicherheitsshow, zusätzlich werden unter den Besuchern attraktive Preise im Rahmen eines Gewinnspiels ausgelost.

Rettungsmittel wie automatische Rettungswesten und die Rettungsinsel sind an Bord von seegehenden Sportbooten allgegenwärtig, das ist gut so. Jedoch stellt sich im glücklicherweise sehr seltenen und unwahrscheinlichen Seenotfall immer wieder heraus, dass der sichere Umgang und die Funktion mit solch lebensrettenden Ausrüstungsgegenständen bei der Törnvorbereitung meist sträflich vernachlässigt wurde – im Ernstfall kann das Menschenleben kosten.

Rettungsinsel boot

Diese Informationslücke möchte die ADAC Sportschifffahrt, die ADAC Yachtschule Möhnesee und AWN schließen: Im Rahmen einer gemeinsamen Sicherheitsshow möchten die Partner in entspannter Atmosphäre, ohne Seegang, Sturm und Panik, die Funktionsweise von Insel, Weste und weiteren Rettungsmitteln anschaulich erläutern – in der Hoffnung, dass das hier erlernte Wissen in der Praxis nie Anwendung finden muss.

Die Sicherheitsshow findet jeweils an den Wochenenden am Aktionsbecken der Halle 14 statt, die genauen Termine sind wie folgt:

Samstag (17.01.), 10:15-10:45 Uhr

Sonntag (18.01.), 13:15-13:45 Uhr

Samstag (24.01.), 13:30-14:00 Uhr

Sonntag (25.01.), 17:30-18:00 Uhr

Im Rahmen der Sicherheitsshow werden auch in diesem Jahr wieder attraktive Preise verlost, folgende 15 Gewinne warten auf die Teilnehmer:

1. Preis: Teilnahme an einem Skipper-Akademie-Kurs Ihrer Wahl von A.W. Niemeyer (Wert max. 400€, der Gewinn kann nicht bar ausgezahlt werden.) Termine und nähere Informationen unter www.awn.de.

2. bis 5. Preis: Teilnahme an einem Theoriekurs für jeweils eine Person „Sportbootführerschein See“ oder „Sportküstenschifferschein (SKS)“ der ADAC Yachtschule Möhnesee.

6. bis 8. Preis: Eine Motorbootfahrstunde für jeweils eine Person bei der ADAC Yachtschule Möhnesee.

9. bis 15. Preis: Jeweils einen wasserdichten Packsack von A.W. Niemeyer.

Die Gewinnspielkarten gibt es jeweils während der Sicherheitsshow in der Halle 14 an der Aktionsbühne sowie während der gesamten Messezeit an den Messeständen des ADAC und AWN.

Clubmitglieder sparen beim Messeeintritt:
ADAC Mitglieder erhalten beim Vorverkauf bei den teilnehmenden ADAC Geschäftsstellen (Verkaufsstellen-boot-2015) oder im Online-Kartenverkauf die Eintrittskarten zum ermäßigten Preis von 14,- € (statt 20,-€) für Erwachsene und zum Preis von 6,- € für Kinder von 7 bis 12 Jahren einschließlich.
Die Online-Kartenbestellung können Sie direkt im Ticketshop der Messe Düsseldorf unter https://eshop.messe-duesseldorf.de/ADAC_2015  vornehmen.

Alle Eintrittskarten beinhalten die Fahrt zur Messe und zurück mit Bussen, Bahnen und Zügen innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR).

Bereits ermäßigte Eintrittskarten für Schüler, Studenten, Senioren, Schwerbehinderte, Zwei-Tages- und Familienkarten sind ausschließlich im Online Vorverkauf und nicht im Vorverkauf über die ADAC Geschäftsstellen erhältlich.

An der Tageskasse der Messe sind die vergünstigten Eintrittskarten ebenfalls nicht erhältlich.

Öffnungszeiten
Die boot 2015 ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr auf dem Messegelände Düsseldorf geöffnet.

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Der Reiz des Einhandsegelns

War dir denn nie langweilig? Das wäre mir zu einsam! Die nach der Reise üblichen Fragen und Kommentare. Merkwürdig, aber während meines Törns habe ich darüber eigentlich nie viel nachgedacht. Gut, der Rückweg zog sich und als ich mehrere Tage in kaltem und nassem Wetter festlag, wurde mir schon manchmal einsam ums Herz. Aber sonst? Ständig neue Ziele und Eindrücke, täglich neue Pläne und immer alle Hände voll zu tun. Da hat man andere Dinge im Kopf als Langeweile und Einsamkeit. 
Im Gegenteil, jetzt mit einigen Wochen Abstand werden mir die Reize des Einhandsegelns erst richtig bewusst.

1) Tagesablauf nach Lust und Laune. Früh aufstehen, früh ins Bett oder andersherum. Wie es mir gerade passt. Keiner wartet auf mich oder mault wenn der Segeltag zu lang wird.
2) Zwölf Stunden auf dem Wasser oder einfach faul im Hafen bleiben. Spontane Entscheidung ohne Abstimmung mit der Crew.
3) Man ist nicht verantwortlich für das Wohlbefinden der sich einem als Skipper anvertrauenden Crew.
4) Einkaufen und Kochen ohne Diskussionen.
5) Wenn etwas kaputtgeht ist man selber Schuld und verfolgt nicht ständig andere mit Augen und Ohren.
6) Seekrankheit ist (bei mir zum Glück) kein Thema.

Durch diese Punkte gerät man in einen fast meditativen Zustand. Jeder Gedanke wird zu Ende gedacht, jeder Tagtraum ausgeträumt, wenn nicht gerade Wind und Welle die volle Aufmerksamkeit erfordern. Es ist als würde ein Teil des Gehirns ausgeschaltet bleiben. Es müssen keine Antworten formuliert werden auf  Fragen wie: Dauert es noch lange? Wo wollen wir denn heute noch hin?
Ja, Kommunikation kann durchaus auch sehr anstrengend sein.

Dazu einmal diese beiden Punkte: 
– Kommunikation findet immer in der inneren Erwartungshaltung statt, dass all das, was das Gesprächsgegenüber spricht, mit dem übereinstimmt, was wir nonverbal, also über den sprachlichen Inhalt hinaus, wahrnehmen. Soll heissen: Wenn der Segelpartner zitternd sagt: „Mir ist nicht kalt, segel gerne noch 3 Stunden weiter“ werden wir misstrauisch :-)
– Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch das: http://www.vier-ohren-modell.de/
Hier wird sehr schön deutlich wie die Frage: „Wie lange segeln wir heute noch?“ zu mehreren Interpretationen  führen kann (Habe ich selbst so erlebt).

Aber es gibt da eine Sache am Einhandsegeln, die mir wohl am Wertvollsten war. Und zwar die langen Abende nach einem Segeltag. Man hat gegessen, sich etwas ausgeruht. Es ist gegen sechs oder sieben Uhr. Hier im Norden dehnen sich die Tage,denn es wird kaum und sehr spät dunkel. Lesen, Schwimmen, Paddeln, Musikhören, durch die Natur laufen oder einfach nur träumend herumsitzen. Nie habe ich meine viele Zeit so deutlich gespürt, wie in diesen Augenblicken. Endlos dehnten sich die Stunden, und ich genoss jede Sekunde davon; ohne eine Spur von Langeweile! Zeit, Zeit, Zeit! Wie habe ich diese vor der Reise  vermisst…irgendwann krabbelt man dann, eher träge als müde, in die Koje um sofort wegzudämmern. In Vorfreude auf den nächsten Tag. 

Ich denke diese Momente kann man wohl nur alleine so intensiv erleben.