Monatsarchive: Dezember 2014

Der Song "The Black Tie"

Die Harmonien zu „The Black Tie“ habe eigentlich ich in wenigen Minuten zusammengeschrieben. Eigentlich  nur als kurzes Demo für eine Videovorstellung meines Ortega Basses gedacht, blieb mir der Song irgendwie im Ohr hängen. Als dann der Schlagzeuger und Kollege Stephan Böhme in der Band „Kati und die Schulmänner“ überraschend starb, schrieb ich kurz nach seiner Beerdigung den Text zu diesem bluesigen Song. Denn ich habe eine schwarze Krawatte, die ich nur zu Beerdigungen trage. Und mir natürlich wünsche, diese möglichst selten (am besten nie mehr) umbinden zu müssen. Aus diesen Gedanken entstand dann der fertige Song, kurz vor meiner Umkehr meiner langen Reise. Ich übersetze den Text wieder frei und ungereimt ins Deutsche:

Ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da alle meine Freunde fort sind.
Nein, ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da ich alleine übergeblieben bin.

Meine Freunde gingen einer nach dem anderen,
und keiner wird zurückkommen.
Und es gibt nichts, das ich dagegen tun könnte,
ausser mit die Krawatte umzubinden.

Das Leben behandelt dich wie eine Schlampe…
..und dann stirbst du.
Dieser Satz steht mir ins Gesicht geschrieben.
Und wenn meine Zeit dann kommt,
wird es nicht das Ende der Menschheit sein.

Ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da alle meine Freunde fort sind.
Nein, ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da ich alleine übergeblieben bin.

Schmerz, Enttäuschung und Sorgen,
sind alles, was ich je fand.
Und der einzige Ort, der jetzt noch auf mich wartet,
liegt sechs Fuss unter der Erde.

Ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da alle meine Freunde fort sind.
Nein, ich brauche die schwarze Krawatte nicht mehr,
nun da ich alleine übergeblieben bin.

Düstere Worte zu einem groovigen Song, gesungen von John Barron.

Sailing Conductors – Das Buch erscheint im Januar 2015

Wir sind super stolz euch ankündigen zu dürfen, dass ab dem 15.01.2015 unser Buch erscheinen wird! Wer hier schon bei uns vorbestellt, bekommt zum Veröffentlichungsdatum das Buch von uns beiden handsigniert per Post nach Hause, noch bevor man das Teil im Laden erwerben kann UND es gibt die CD zum Buch sofort als Download auf den Rechner!

Preis: 22,90 €
Versand: 1€
ISBN: 978-3-667-10160-0
Bibliografische Angaben:
ca. 350 Seiten, 100 Farbfotos, mit zahlreichen QR-Codes, Format 13,5 x 21,5 cm, flexibel gebunden, Delius Klasing
Erscheinungsdatum: ca. 15.01.2015

Titel: Sailing Conductors – Zwei Leichtmatrosen auf der weltweiten Suche nach Musik

Der Klappentext:
Wie kommt man nach einem Australienurlaub wieder zurück nach Deutschland? Und wie lassen sich die beiden Leidenschaften Segeln und Musik verbinden? Die „Sailing Conductors“ Hannes Koch und Benjamin Schaschek packen diese Wünsche in einem ganz einfachen, aber einmaligen Rezept zusammen: Für die Heimfahrt von Australien kaufen sie sich ein Segelboot. Damit sind sie immer drei Wochen auf dem Wasser unterwegs, drei Wochen gehen sie an Land. „Expedition Music“ nennen sie das Ganze, denn bei jedem Ausflug an Land sammeln die beiden landestypische Musik, musizieren gemeinsam mit den Einheimischen und zeichnen das Ganze auf. Insgesamt wollen die beiden Hunderte von Musikern in 35 Ländern aufnehmen. Das ist aber noch nicht alles. Die beiden jungen Segler fügen zudem die Aufnahmen verschiedener Künstler zusammen. So verschmilzt beispielsweise eine Melodie aus Jamaika mit einem kurzen Gesang aus Thailand und einem Steel-Drum-Solo aus Trinidad Tobago zu einem ganz neuen Lied. Das Ziel der beiden ist es, die Menschheit über politische und gesellschaftliche Grenzen hinweg zu vereinen und zu zeigen, dass genau das die Sprache der Musik bewirken kann.

Die angenehme Oberflächlichkeit der Amerikaner

Ja, ich weiss das es meist nicht ehrlich gemeint ist. Und aufgesetzt und einstudiert. Aber trotzdem gefällt es mir, wenn ich beim Betreten eines Geschäftes gefragt werde „Hey, how are you today?“. Wenn mich Passanten beim zufälligen Augenkontakt grüßen, statt wortlos wegzuschauen. Wenn ich freundlich lächelnd vorgelassen werde, obwohl ich mich versehentlich vorgedrängelt habe. Ja, die vorgespielte gute Laune erzeugt sogar gute Laune. Auf meiner Reise in Schweden ging es mir ähnlich. Freundlichkeit steht hier ganz oben, wobei die Schweden dieses Lebensgefühl scheinbar nicht einmal vortäuschen müssen. Hier in Amerika ist das Leben für die meisten deutlich härter, und umso mehr bewundere ich den Trotz, mit der hier an der Freundlichkeit festgehalten wird. Eigene Probleme werden nicht miesepetrig nach aussen getragen. So wie häufig in Deutschland, wo jeder drängelt und schubst und niemand freiwillig jemand anderen vorlassen würde. Jeder hat so wenig Zeit, und so viel zu tun und jeder soll sehen, wie viele Sorgen man hat. Mit dem Resultat, das sich alle irgendwie gegenseitig nach unten ziehen, ohne damit einen Schritt weiterzukommen. Da antworte ich doch lieber immer, das es mir „Awesome“ oder zumindestens „Great“ geht, und ein wenig glaube ich das dann auch selber. Und auch wenn es meinem Gegenüber komplett egal ist, ziehen doch beide lächelnd weiter ihres Weges. Und das ist doch schon eine ganze Menge.

ADLA 30 – Stahl-Blauwasseryacht – zu verkaufen – € 19.800,–

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SV HEAVY METAL, der Name ist Programm
Länge 9,40, 3,06, 1,80, 8.000 kg, Baujahr 1988, EW 1990, Werft Adolf Laux, Ausbau vom Eigner / Erstbesitzer / Verkäufer.
Das Schiff ist in gutem Zustand und vor allem: für die Blauwasserreise umfangreich und vollständig ausgerüstet. Der Eigner hat 2 Atlantik Runden gesegelt, ist 2014 zurückgekehrt.

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Aurüstung überkomplett:
Selden Mast und Großbaum, 2 Spinakerbäume, Maststufen
Grosssegel mit drei Reffreihen
Profurl Rollreffanlage für die Fock
Harken Rollreffanlage für die Genua
LED Positionslampen

Wasi Bügelanker in VA4 mit Power Ball
Ankerwinde 50m Niro Ankerkette 8mm

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festes Beiboot an Deck zum rudern, segeln, mit 2,5 PS Tohatsu
für Aussenborder 2 PS und mit Besegelung
Geräteträger am Heck mit Halterung für
Radar, AIS und GPS Antenne
Solar, Air Marin Windgenerator
mit neuen Flüsterflügeln 2013
LED Heckbeleuchtung
70cm hohe, stabile Seereling
Windpilot Pacific Selbststeueranlage

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Sprayhaut mit Griffbügel
feste Scheiben für die Sprayhaut
Abdeckung der Sprayhaut nach Achtern
Plichtpersening
geschlossene Kuchenbude
Sonnensegel für die Plicht
sehr feste Winterabdeckung für die Plicht

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UKW, GPS, Radar, AIS, Wetterempfänger mit Drucker
Dieselheizung am Kartentisch

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Taylor Petroleumkocher mit Backofen
kardanische Aufhängung
40 l Petroleum Drucktank mit Filter
Doppelspüle mit Abdeckung
Druckwasser für Trinkwasser
umschaltbar auf Fusspumpe
3 Trinkwassertanks aus Niro 2x 100l 1x 140l
getrennt von einander eingebaut
Seewasserentsalzungsanlage
Seewasserhandpumpe
Kühlschrank mit Seewasserkühlung

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Vorschiff
Vorschiffskoje für 1 Erwachsenen oder 2 Kinder
Stauraum unter den Kojen
Vorschiffsluke 50×50 Lewmar Offshore

Achterkajüte mit großer Liegefläche 140 x 200
Stauraum unter den Kojen
Durchgang im Schiff
Kein Engegefühl im Kopfbereich
Klappluke und Zugang von der Plicht
Gute Belüftung

Waschbecken
WC umschaltbar auf aussen oder 40l Fäkalientank,

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24 PS Bukh mit Zweikreiskühlung, Kurbel zum Handstart
Neu in 1999 ca. 2760 Betriebstunden
festeingebaute Handpumpe für Ölabsaugung
Verbindung Getriebe-Welle mit Kardangelenk und
Drucklager, keine übertragung von Vibration auf die Welle
keine Probleme und Fehler beim Motorausrichten
Wellenlager, Stevenrohr und Stopfbuchse mit
Fettschmierung
abgetrennte Moterbilge
Leichter Zugang zum Motor, Servicefreundlich
70 l Haupttank / 40 l Tagestank über dem Motor
im WC Raum eingebaut mit elek. Dieselpumpe
12 V / 220 V Bordnetz
Trenndiode für Ladestrom von der Lichtmaschine
Drei Batterien
1 Starterbatterie, 2 Verbraucherbatterien
getrennte Stromkreise, Motor / Verbraucher
220 V Batterieladegerät
für drei unabhängige Stromkreise

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Ausrüstungsliste
Selden Rigg weiss stehendes Gut in 7mm, Maststufen, 2 Achterstagen
Grosssegel mit drei Reffreihen, selbstwendene Baumfock 1x reffbar
Harken Rollreffanlage
Wasi Bügelanker in VA4, 50m Niro Ankerkette 8mm
Ankerwinde
Geräteträger für Radar, AIS, GPS, Solar, Windgenerator
70cm hohe, sehr stabile Seereling

Windpilot Pacific Selbststeueranlage
Halterung für Aussenborder. Badeleiter
Plichtpersening
feste Scheiben für die Sprayhood mit Griffbügel
geschlossene Kuchenbude. Sonnensegel

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UKW, Wetterempfänger mit Drucker
Stromwandler 12 V auf 220 V
Steckdosen 220 V Landstrom / 220 V Bordnetz

festes Beiboot an Deck mit Suzuki 2,5 PS, und Beseglung
Grosssegel (Leesails)
mit Bindereff und drei Reffreihen
Genua (Leesails) fest gefahren an der Harken
Fock (neu 2013) fest gefahren an der Profurl neu 2013
Halbwinder (Leesails) mit Bergeschlauch

Pantry
Taylor Petroleumkocher mit Backofen, 40 l Petroleum Drucktank mit Filter
Druckwasser für Trinkwasser umschaltbar auf Fusspumpe
3 Trinkwassertanks aus Niro 2x 100l 1x 140l
getrennt von einander eingebaut
einzeln regelbar zur Entnahme
Seewasserentsalzungsanlage 5-6 l in der Stunde
Kühlschrank mit Seewasserkühlung
Komplett mit Pütt und Pann

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Salon
Taylor Dieselheizung
UKW Autoradio
mit CD Player und Boxen

Sicherheit
EPRIB Boje, Rettungsinsel gewartet 2013
automatik Schwimwesten
Deckslaufgurte an StB und BB
drei Befestigungspunkte für Lifelines
im Bereich der Plicht

LIEGEPLATZ: Rendsburg bei Schreiber

VERKÄUFER
Uwe Berger
Forster Str. 56
10999 Berlin
+49 (0) 151 20747186
uwe.berger.hh@arcor.de

SV Witte Raaf – Petra + Jan Willem Versol NED

SV Witte Raaf Xmas card 2014WEITERLESEN

Tag 2 und 3 – Georgia on my Mind

Bilder sagen mehr als Worte. Daher hier nun unser heutiges Roadmovie:
Für die Neugierigen unter euch noch etwas präziser: Tag 2 unserer Tour bringt uns nach 450km nach Savannah. Vor vielen Jahren hatte ich einmal ein von dort handelndes Buch gelesen, und wollte seitdem einmal hierher. Auf dem Weg sehen wir die hier so typischen mit Louisianagras bewachsenen Lebenseichen und trödeln über den Interstate bis zu unserem Hotel in Savannah. Die Atmosphäre am Fluss erinnert uns stark an die Elbe in Hamburg und es ziehen auch einige dicke Pötte auf dem Savannah River vorbei. 

Die River Street ist zwar voll auf Tourismus ausgelegt, aber nach der langen Fahrt doch recht kurzweilig. Es ist warm und sonnig. Weihnachten scheint mehr als nur noch 5 Tage weit weg zu sein. Wir laufen dann sehr lange durch die Strassen von Savannah und finden hier in der einsetzenden Dunkelheit die alten Häuser und die Atmosphäre des Buches. Besonders ein alter Friedhof, ebenfalls von vielen Lebenseichen bewachsen, hat eine ganz eigenartige Atmosphäre. Als wären wir hunderte von Jahren zurückgereist. 

Das Seafood war eine einzige panierte Katastrophe und wir fragen uns, ob wir wohl unser Wechselgeld wohl ebenfalls frittiert zurück erhalten. Nur der Besuch im Supermarkt plus Verzehr einer Riesenschale Obst gibt uns etwas Lebensgeister zurück.

Morgens am Tag 3 dann der Aufbruch nach Brunswick bei den Golden Isles direkt an der Atlantikküste. Nur ein kurzer Trip, dann sitzen wir beinahe wie im Hochsommer unter Palmen am Pier und geniessen den Strand auf der St. Simons Insel. 

Später dann noch ein Sundowner mit Blick auf den Atlantik Mehr geht nicht. Die Zeitverschiebung macht uns immer noch zu schaffen, aber es gibt einfach so viel zu sehen. Nur eines ist nun sehr schräg: die überall laufenden Weihnachtslieder vor dem palmengesäumten Strand. Vor einer Woche standen wir noch frierend auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt :-)


Was ist eigentlich Segeln?

Für die einen ist es das Nonplusultra. Das, wofür sie leben, auch wenn sie im täglichen Leben etwas ganz anderes machen. Und fest im Leben stehen. Vor vielen Jahren las ich die Geschichte eines Chirurgen, dessen Tochter sagte: „Eigentlich hat mein Vater nur fürs Segeln gelebt. Für die Stunden auf dem Wasser. Er hat seinen Beruf geliebt. Und seine Familie. Aber gelebt hat er nur für die Stunden auf dem Wasser.“
Wie leicht kann jeder die Bilder dieses Sommers in sich wachrufen, jetzt, wo die Dunkelheit der Nacht am längsten und der Tag nicht über ein kurzes Grau hinauskommt. Damit ich nicht vergesse. Die Bilder, die ich oft in quälend langen Meetings wachrief: Das Türkis des Meeres im Juli, das oft in ein Grün übergeht, bevor der Regen einsetzt. 
Damit ich nicht vergesse.
Segeln ist: Im Niedergang sitzen und dem Regen zuschauen. 
Segeln ist: Auf dem Vordeck in der Sonne liegen, Musik hören, während LEVJE im Wind schwoit. Segeln ist: das Sieben-Uhr-Abendläuten an einem Sommerabend ankernd in der Bucht von Cres. Der Frieden im Hafen von Antalya, ein Glas kalten Weiswein in der Hand, nach einem langen Segeltag. 
Segeln ist: Nachts in LEVJE’s Koje leicht in den Schlaf gewiegt werden. Ein schwereloses Schaukeln. Und Einschlafen im leisen Geplätscher an der Bordwand. 
Segeln ist: Neugierig hinter jede Huk schauen wollen, immer weiter. Fahren wollen, immer weiter. Segeln ist… 

Damit ich nicht vergesse:  
Segeln ist:
Herausfinden, was man wirklich braucht.
Was man nicht braucht. 

Als ich die ersten 10 Wochen auf dem Meer unterwegs war, schrieb ich einen Beitrag darüber, was ich brauche. Und was ich nicht brauche. Es waren überwiegend einfache Dinge, die im Gegenzug zu vorher plötzlich Bedeutung hatten. 
Meinen Hut. Als Schutz vor sengender Sonne. 
Die Flasche Wasser in der Juli-Hitze. 
Das Ipad, auf dem ich meine gesamte Navigation mache. Und weil es meine Verbindung zur Welt ist. Und noch einige Sachen fielen mir ein. Aber es waren alles sehr, sehr einfache Dinge. 

Das Leben wird auf verblüffende Weise einfach, man braucht kein Buch mehr zu lesen mit dem Titel „Simplify your Life“. Denn das Leben wird einfach, auch in den paar Wochen, die man als „Jahresurlaub“ auf dem Meer verbringt. Es ist, als würden Leinen von uns abfallen, die uns in diesem Augenblick hierhin zerren. Und im nächsten dorthin – aber selten in die Richtung, in die WIR ursprünglich eigentlich mal wollten. Das Gezerre: es hat ein Ende. Beim Segeln.
                                                                          Weiterlesen bei: Resümee nach 10 Wochen. Hier.
                                                                          Weiterlesen bei: Wär ich Gott, würd ich hier     
                                                                                                     wohnen: Im Dom von Trani. Hier
Segeln ist: 
Wir. Und die Elemente.

19. Dezember 2014. Ein Tag irgendwo in einem wohlhabenden Land mitten in Europa:
Es ist schwierig, die Kräfte und Mächte zu verstehen, die an diesem Tag in diesem Land auf mein Leben einwirken. Und vor allem: mein Leben sehr dominant bestimmen.
Die Elemente, die Jahrtausende unser Leben bestimmten, haben wir gezähmt. Scheinbar. Der Winter macht uns keine Angst mehr. Ein Gewitter nehmen wir in unserer zentralbeheizten, vollgedämmten Wohnung kaum noch wahr. Ein trockener Sommer, der früher Hunger verhieß, bringt uns nicht um. Was früher sichtbar Einfluß hatte auf unser Leben ist heute gebändigt. Es zeigt nur gelegentlich die Krallen: Tsunamis, Taifune, Orkankatastrophen, die kennen wir nur mehr aus dem Fernsehen. Was früher unser Leben bestimmte: es ist weg.
Aber vor allem: Es wurde ersetzt durch Kräfte und Mächte, die wir nicht mehr sinnlich erfahren. Und schlimmer noch: nicht mehr verstehen. Warum hat der Zug heute früh schon wieder eine halbe Stunde Verspätung? Und schmeißt meinen Tag um? Ein Aufsichtsrat nickt die Entscheidung seines Vorstands ab, diese oder jene neue Firma zu gründen. Oder dieses oder jenes Produkt massiv in den Markt zu drücken. Was ist das, „Aufsichtsrat“? Hat es ein Gesicht? Kann ich es beschimpfen, gar ohrfeigen, wenn ich wütend bin? Irgendeines Unternehmens Werbekampagne weckt den Wunsch in mir, dieses oder jenes sofort zu bestellen, zu kaufen, „haben“ zu wollen. Kenne ich dieses Unternehmen? Na klar, sagen wir: „ich kenne die Marke“. Aber kenne ich meine Beweggründe, warum ich dies, das, jenes jetzt haben will? Und: wenn ich anfange, in dem Brei, „Marke“ genannt, herumzukratzen, auf den Boden des Topfes schauen zu wollen: was bleibt dann? Am Boden des Topfes oft nicht mehr als die leere Begriffe. „Umsatz“, „Shareholder Value“, „Wachstum“, „Rendite“ haben kein Gesicht.
Nein, die Kräfte, die bestimmend auf unser Leben einwirken, sind nicht mehr zu verstehen. Anders als früher Gott, haben sie kein Gesicht. Sie sind zu vielfältig geworden. Es ist zu komplex geworden.

Für den, der segelnd auf dem Meer unterwegs ist, reduziert sich die Undurchschaubarkeit dessen, was unser Leben bestimmt, ganz erheblich: „Nordwest 4-5 mit Seegang 2.“ Dies ist die Kraft, die heute meinem Segeltag bestimmt. Segeln schärft den Blick, für das, was unser Leben bestimmt. Und was wirklich in diesem Leben wichtig ist.

Klar gibts auch da Unvorhergesehenes: LEVJE’s Kühlwasserpumpe, die plötzlich mitten in den Wellen den Motor warnend pfeiffen läßt, weil sie den Geist aufgibt. Der Meltemi, der halt nicht als „Nordwest 4-5“, sondern als „6-7“ daherkommt. Oder eine leichte Lebensmittelvergiftung, die mich flachlegt. Oder ein Hafenmeister, der vor LEVJE austickt.

Wir beherrschen die Kräfte, die unser Leben bestimmen, auf dem Meer ebensowenig wie die Kräfte an einem x-beliebigen Tag in dem wohlhabenden Land mitten in Europa. Der Unterschied ist: auf dem Meer verstehen wir die Kräfte, die auf unser Leben wirken. Wir sehen sie. Wir können sie sinnlich erfahren. Wir können uns auf sie einstellen. Wir verstehen sie. Fast zu 100%. Sie sind einfach. 

Und vielleicht ist es das, was uns auf dem Meer sagen läßt: „Das Leben ist hier draußen so wunderbar einfach.“

                                               
                                                 Weiterlesen bei: Reden wir mal über die Angst. Hier.
                                                 Weiterlesen bei: 5 Monate Segeln – was bringt das? Hier.

                                                 Weiterlesen über den grollenden Hafenmeister von Peschici und       
                                                                    das liebe Geld? Hier.

Segeln ist: 
„Da wird eine Taste gedrückt. 
Und ein Urprogramm beginnt unweigerlich in uns abzulaufen.“

Für die manchen ist Segeln auch ein bisschen Hassliebe. Eigentlich ist für sie ihr Leben, das sie am Land leben, vollkommen in Ordnung. Es passt alles. Alles ist gut. Und im Lot.
Aber wehe, wenn sie auf dem Meer unterwegs sind: Dann ist alles anders. Der Blick in die Weite. Der leichte Wind, der besänftigend durch die Alltagsklamotten streicht. Das sanfte Wiegen auf dem Wasser. Dann wird etwas aufgerufen. Etwas wachgeküsst. Etwas, was mir Richard, ein alter Segler auf einem meiner ersten Törns mit den Worten des Ingenieurs und Erfinders, der Richard im Leben nun mal war, so erklärt hat: „Es ist, als wären wir ein Kassettenrecorder: Am Meer wird in uns eine Taste gedrückt. Und ein Lied oder ein Software-Programm, dass seit Urzeiten in uns einprogrammiert ist, beginnt zu laufen.“
Segeln ist:
„Das dümmliche Grinsen.“

Gelegentlich kommen, wie auf meiner fünfmonatigen Reise von Triest nach Antalya, auch Menschen aufs Boot und begleiten mich ein Stück. Freunde, die schon mal mitgesegelt sind. Meistens nehme ich jemanden mit, Freunde, Kollegen, weil ich denke, dass wir uns etwas zu sagen haben. Ich stelle mir vor, dass ich gerne mit Ihnen einen Abend in der Bucht verbringe: Dass wir gemeinsam abends Gedanken übers Leben lustvoll & locker drehen und wenden, so wie eine Auberginenscheibe in Mehl und Ei, bevor sie in die Pfanne kommt. Manchmal sind es Menschen, die ich gut kenne. Und die das Segeln kennen. Manchmal sind es Menschen, die ich kaum kenne. Denn am liebsten nehme ich Menschen mit, die eigentlich noch nie gesegelt sind. So wie Andreas, der mich in diesem Sommer begleitet hat vom Peloponnes bis Milos. Es hat mich immer gereizt, Menschen mitzunehmen, die noch nie gesegelt sind. Darüber, wie man vorher rausfindet, ob Segeln etwas für jemanden ist, ob er seekrank wird oder nicht, schrieb ich bereits in meinem Beitrag über das Segeln mit Nichtseglern.
                                                                                         Weiterlesen bei: Segeln mit Nichtseglern.
Um herauszufinden, ob sich jemand beim Segeln auf dem Boot wohlfühlt, gibt es einen einfachen Dreh: Sind die Leinen los, sind wir vom Liegeplatz weg, sind wir draußen unter Segel, dann drücke ich demjenigen einfach LEVJE’s Pinne in die Hand: „Halt mal kurz.“ Ganz absichtslos.

Für den, der noch nie gesegelt ist, ist die Pinne ein totes Stück Holz. Ein Fremdkörper. Etwas, das so verkehrt in der Hand ist wie 15 Regenwürmer. Aber oft stellt sich auf dem Gesicht desjenigen etwas ein, was ich „das dümmliche Grinsen“ nenne. Konzentration. Entspannung. Freude. Darüber, wie sich das Schiff, LEVJE, anfühlt, wenn man sie durch die Wellen steuert. Wie sich LEVJE leicht auf die Seite neigt und beginnt, mit leicht wiegenden Bewegungen durch die Wellen zu gleiten, zu schnüren wie ein Fuchs, der im Schnee konzentriert einer Fährte folgt. Dreieinhalb Tonnen, die sich, schwer wie ein 31-Fuß-Stahlcontainer, doch leicht wie eine reinweiße Feder vom Wind fortwehen lassen.  Ein leichtes Grinsen im Gesicht. Ein Konzentriertsein auf das Schiff, auf LEVJE, und wie sie auf leichte Bewegung der Pinne reagiert. Es ist viel, was sich in so einem Moment auf dem Gesicht desjenigen abspielt. Aber das „dümmliche Grinsen“: es ist unübersehbar. Es kündet von Glück. Und davon, dass hier eine(r) angekommen und am richtigen Platz ist.

Segeln ist: 

„Meinen Ort finden.“

Sulu Adasi, die Insel Sulu: eine Tagesreise südsüdwestlich von Antalya gelegen.
Segeln: das ist für mich meinen Ort finden. Nein, keinen bestimmten geografischen Ort auf der Landkarte, den man einfach nur finden müßte, weil man dann dort, ja nur dort: glücklich sein, sein Glück finden könnte. Nein, darum geht es nicht. 
Der Ort, um den es geht, ist ein anderer: Der Ort ist: „Wer bin ich in der Welt?“ Denn so merkwürdig es ist: auf dem Meer weiß ich das. Denn die Wellen und vor allem eine vergessene Insel wie Sulu, sie liegt eine halbe Tagesreise südlich Antalya, die ordnen mich ein in die Welt. Sie betten mich ein in den Kosmos. Und ich verstehe plötzlich, wenn der Anblick von Sulu mir sagt: Du bist zwar ein unendlich kleines Teil im Getriebe der Welt. Unendlich mikroskopisch klein in den Jahrmillionen, die es brauchte, um dieses Inselchen so zu schaffen, wie es heute unbewohnt, vergessen, gleichgültig im Meer liegt. Und doch: Du bist. Ein Teil des Ganzen. 

Um dies zu verstehen, ist es notwendig, kurz in den westlichen Teil des Mittelmeeres zurückzukehren, nach Capraia nördlich von Elba. Es war in der Bar Massimo auf Capraia, wo ich vom Tod meiner Großmutter erfahren hatte. Sie war gestorben in ihrem 97. Jahr, genau einen Tag nach ihrem Geburtstag und wenige Tage, nachdem ich sie ein letztes Mal besucht hatte. Ein paar Monate, nachdem sie, wie mancher alte Mensch es tut, einfach beschlossen hatte, nichts mehr zu sich zu nehmen. Und wie ein alter Elefant ins Dickicht zu gehen, allein, um sich zum Sterben niederzulegen, irgendwo. Sie hatte mehrere Wochen nichts mehr zu sich genommen, war in ein Dämmer hinübergeglitten, irgendetwas zwischen Schlaf und Ohnmacht, aß nicht mehr, trank nicht mehr, sprach nicht mehr, reagierte nicht mehr. Nur noch ihre geliebte Tasse Bier, die ließ sie sich von mir ein paar Tage vorher zum Mund führen.
Als ich von ihrem Tod erfuhr, war ich traurig. Traurig, weil sie nicht mehr da war, traurig, weil wir das, was wir gemeinsam hatten, unsere Begegnungen nun wirklich und endgültig Vergangenheit und vorbei waren. In dieser Stimmung waren wir um Korsika herum unterwegs. Ich hörte abends im engen Hafen von Bastia den überwältigenden Klang der Kirchenglocken. Und dachte an meine Großmutter. Wir umsegelten die Südspitze von Capraia, da wo lange Steinreihen aus wer weiß welchem urgeschichtlichen Erdzeitalter sich die kargen Hänge hinaufziehen, eine Steinreihe neben der anderen, ein Stein nach dem anderen: als hätte hier ein uraltes Volk einen Kultort hinterlassen. Ein Denkmal, bei dem alle unsere Vorfahren, unsere Ahnen, zu Stein geworden, aufgereiht stehen. Einer nach dem Anderen. Vom ersten Bakterium, mit dem alles begann, über jeden, jeden einzelnen, der daraus entsprang und danach kam, bis hin zu mir. Eine lange, lange Reihe. Vor mir. Keiner auch nur denkbar ohne den davor. Ohne all jene davor, die notwendig waren, um diesen einen hervorzubringen. Und das Leben weiterzugeben.

In diesem Augenblick auf Capraia fühlte ich, wie stark diese Verbindung ist, ich stellte mir die Gesichter all derer vor, die meine Vorfahren waren: Sammler, Jäger, Bauern die meisten. Männer und Frauen. Bettler, Königinnen, Heilige, Mörder waren sicher darunter. Priester und Pestkranke. Mönche und Magnaten. Bauern und Betschwestern. Und Sänger und Säufer. Bei mir, bei jedem von uns. Wir sind die Summe, das Endergebnis einer unendlich langen Reihe von Lebewesen, von Menschen. Manchmal, wenn ich in dem wohlhabenden Land mitten in Europa gerade nicht weiß, wer ich bin: dann stelle ich sie mir vor: die lange Reihe der Lebewesen, die nötig waren, um mir das Leben zu geben. Mir die Fackel in die Hand zu drücken. Und jetzt bin ich der, der gerade die Fackel trägt. Und sie weitergeben wird.
Und dies ist, was mir oft das Reisen auf dem Meer vermittelt: Meinen Ort in der Welt. Winzig, winzig klein, und unbedeutend wie die karge unbewohnte, die vergessene Insel Sulu. Und doch ein Teil des großen Ganzen. Verbunden mit allem. Im weiten Meer.
                                             Weiterlesen bei: Die rätselhaften Vogelmenschen der Daunier. Hier.






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Einbruch auf der MARLIN

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Da segelt man um die ganze Welt und wo kommen die Räuber? In Flensburg.

Statt an die Tür zu klopfen haben unsere ungebetenen Gäste die Tür zum Pilothaus einfach aufgebrochen. Das ist sicherlich nicht weiter schwierig gewesen. Julian hat weiter geschlafen, ich habe den Krach in meine Träume integriert und bin wohl kurz wach geworden, als Lars angeschlagen hat. Gut hat er das gemacht der Lars, denn weiter hatten die Räuber, wie Maya die Herren oder Damen nennt, es nicht geschafft. Stattdessen haben sie eiligst die Flucht ergriffen bevor der Wachhund rausgelassen wird. Die Steckschottbretter zum Salon waren auch drin, weil wir Nachts nicht das Pilothaus heizen wollen.

Am nächsten Tag kommen die Herren von der Wasserschutzpolizei. „Da habt ihr aber Glück gehabt. Das hätte ja auch schief gehen können. Die kommen auch gerne mal mit einer Eisenstange und ziehen den Leuten eins über die Rübe. Und ihr seid auch nicht die ersten.“ Eine ganze Reihe von Diebstählen und Einbrüchen hat sich in der letzten Zeit in Flensburg ereignet. Bei den Kindern in der Schule ist auch die Tage eingebrochen worden und das Lehrerzimmer verwüstet. Schlecht für LARS, weil der jetzt immer aufm Boot schlafen und wachen muss. Endlich hat er seine Bestimmung erreicht. Also. Lars wird nicht verkauft über e-bay und auch nicht verschenkt. In Venezuela würde ich mir jetzt erst mal ne Pump Gun kaufen und den Lauf absägen. In Deutschland geht so was natürlich nicht.

Wir waren das ein zigste Boot was besucht wurde in der Nacht vom 13.12 zum 14.12. Die Türen zu den Stegen sind zwar verschlossen und ohne Magnetkarte sollte man da nicht reinkommen. Aber die Türen sind nach Meinung der Polizei kein Hindernis für Profis. „Ne Sache von 10 Sekunden.“

Nichts ist passiert und das Blech an der Tür haben wir sicherlich in ein paar Minuten wieder grade gebogen. Aber was weg ist, ist das Gefühl der Sicherheit. Keineswegs sicher ist es in Flensburg. Die Grenze zum Osten ist nah du nach Aussage der Polizei kommen die Räuber und klauen auf Bestellung. Hmm. Was? Die wollen mein PACTOR Modem klauen? Oder meinen Laptop? Nun. Wir schlafen ja die ganze Zeit an Bord. Lars jetzt sowieso mit Julian. Und wenn der nicht da ist, ich mit Lars. Was man so auf die leichte Schulter nimmt kann ja auch mal so enden, dass die ganze MARLIN plötzlich weg ist und schwupps unter ner osteuropäischen Flagge fährt. Ne, ne… Jetzt haben wir soviel Arbeit in dieses Schiff reingesteckt und so viel Geld.

Fragt man sich, ob die MARINA imJaich denn so sicher ist. Ist sie nicht. Aber andere sind noch weniger sicher, denke ich mir. Herr Jaich meldet sich dann auch persönlich. Ich schlage ihm vor, dass er an den Toren doch Bewegungsmelder installieren soll, die ein ordentliches Licht anschalten. „Herr Wnuk, dass ist eine sehr gute Idee. Ich werde mal mit meinem Elektriker darüber sprechen.“ Hoffentlich bleibt es nicht nur bei dem Gespräch. Irgendwie habe ich das Gefühl hier ist mal Handeln statt Diskutieren angesagt.

Die Polizei verabschiedet sich mit den Worten: „Sie haben übrigends kein BSH zugelassenes Nebelhorn. Das müssen sie mal nachrüsten.“ Genau das war der Grund, warum ich die Herren an Bord gebeten habe. Da sag ich jetzt nix zu. O.K.?

Breakfast in America


Der erste Tag unserer 3-wöchigen Amerikareise war noch stark geprägt von Jetlag und dem langen Flug. Ich konntedank starker Kopfschmerzen gut durchschlafen; Merih lag seit 0430h wach. Nach einem Frühstück im Waflehouse mit den von mir so geliebten Free Coffee Refills holten wir unseren Mietwagen am Flughafen ab. Der kleinste Wagen Amerikas. Chryslers Antwort auf LUPO und co. Aber wenn ich den Kopf etwas schräg halte, kann ich auch fast unbeeinträchtigt durch die Windschutzscheibe sehen…
Unser Ziel war das so gelobte Georgia Aquarium. Auf dem Weg gerieten wir dann noch in die Abschlussfeier der Universität, samt den lustigen Kostümen mit viereckigem Hut. Überall Studenten, Zebrastreifen, Autos und Polizisten…prompt kam dann auch sofort ein Anschiss über Lautsprecher, da ich wohl 5 Zentimeter zu dicht vor einem Übergang stand. 
Das Aquarium war schon sehr beeindruckend und wir haben dort tolle Aufnahmen gemacht. Die Fische müssen sich allerdings über unsere Spezies wundern, die da samt und sonders mit ausgestreckten Armen und einem blinkenden Kästchen in der Hand vor den großen Scheiben steht. 
World of Coca Cola und CNN haben wir uns dann aber nur noch von außen angesehen. Ich bin ja eher nicht der Typ, der einen Reiseführer stoisch abarbeitet, sondern finde meist mehr Interessantes auf den Wegen von A nach B. Wie heute einen sehr coolen Diner im Original 50’s Style mit allem drum und dran. Dazu laufen überall wie selbstverständlich die amerikanischen Weihnachtssongs in Radio und Restaurants und überhaupt ist die ganze Atmosphäre eben sehr…amerikanisch. 

Wir haben dann noch eine Mitstudentin meiner Frau aus ihrem Musikstudium in Los Angeles vor gut 10 Jahrengetroffen. Samt Tochter in einem Karatedojo in einem Vorort von Atlanta. Von solchen Begegnungen lebt für mich so eine Reise, und gibt auch Einblicke in den Alltag. Leider auch mit Kritik an dem hier (im Gegensatz zu LA oder Hawaii) spürbaren Rassismus. 
Zu mehr hat die Kraft dann heute nicht gereicht. Im Fernsehen lief eben eine Michael Buble Special Christmas Show, alles live gespielt und mit ein paar speziellen Superstargästen. Grossartig! Morgen geht es dann nach Savannah und ich muss nun auch mal ins Bett….

Der Song "Aftershow", vollendet auf den Alandinseln


„Aftershow“ gibt es als Idee schon einige Zeit. Ich habe 3 Jahre lang in mehreren Musicals in Hamburg den Bass gespielt. Insgesamt wohl rund 1.000 Vorstellungen. Egal wie einem das Schicksal mitspielt hat, egal was man den Tag über getan hat…um Punkt 2000h wird der erste Song gespielt. Fehlerfrei und möglichst immer lächelnd. Und immer der Gleiche. Nach ein paar Wochen führt das dann dazu, das man über tausend Dinge nachdenkt und dabei seine Finger beobachtet, wie sie ihre Wege auf dem Instrument von alleine finden. Und lächelt. Ich erlebte in dieser Phase eine schmerzhafte Trennung, was die Sache natürlich nicht leichter machte. „Aftershow“ soll genau diese Atmosphäre der Zerissenheit wiedergeben. Ich übersetze dazu den Text einfach mal frei und ungereimt ins Deutsche.

Jeden Tag spiele ich hier meine Liebeslieder und gebe mein Bestes
Manchmal fühle ich mich dabei nutzlos, manchmal besser als alle Andere
Doch jede Show endet, und wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören
Doch manchmal fühlt sich auch mein Leben schon an, wie eine Show ohne Ende

Lasst mich euch von ihr erzählen
Sie war weit mehr as ich verdiente
Sie war der beste und liebenswerteste Mensch, den ich je traf
mit einem Augenzwinkern zeigte sie mir das sie zu mir gehört
doch eines Tages hörte sie damit auf
und am nächsten Tag war sie fort

Nun ist die Bühne leer, der Vorhang gefallen
die Scheinwerfer glimmen nur noch matt
ich sitze noch hier und warte auf sie
wie in all den Wochen davor
dann gehe ich alleine nach Hause

So meine Freunde
solltet ihr sie das draussen treffen
sagt ihr bitte, das ich hier warte um sie zu umarmen
sagt ihr das ich sie liebe, un das meine ich ernst,
denn wenn sie mir nicht zuhören kann
muss ich euch davon nun jeden Abend erzählen

Also hört mir gut zu
und merkt euch diesen Song
haltet eure Frauen heute gut fest
denn morgen sind sie vielleicht schon fort

Gesungen von Dara McNamara

Man muss nicht weit fahren um weit zu reisen

Feuerzangenbowle auf dem Weihnachtsmarkt. Dann zum Kult-Griechen „Olympisches Feuer“ im Schanzenviertel. Weiter zum Irish Pub „Shamrock“ im Karoviertel. Und danach Live-Musik der Gruppe Med Cezir im türkischen Club „Kirkbeslik“  in Stellingen. Hamburg multikulti. Lange nicht gehabt und immer wieder schön!  

Trailer zur Show The Sailing Bassman – "Segeln in den Schären" –

Und hier ist er nun. Der Videotrailer zur Show…