Monatsarchive: September 2013

Ed DeGenaro

Gegen Ende unseres einmonatigen Indien-Trips bekamen wir von Nitin den Kontakt von einer guten Freundin von ihm, die außerdem ausgezeichnet singen kann und einen Deutschen Ehemann haben soll, der außerdem genau wie unser Captain Cello spielt. Das war Ujjayinee mit ihrem Mann Ed. Das Cello hat er zwar schon ein paar Jahre nicht mehr angefasst und verdient sein Geld eigentlich als Berufsmusiker, für uns hat er aber trotzdem auch erst mal ohne Gage gespielt. Warum? “Weil euer Zeug ist der Hammer!” sagt Ed und fügt noch hinzu: “As… wie wir in den 70er gesagt haben, das war ja megageil!”

Nicht ganz so bekannt unter seinem bürgerlichem Namen Freimut Mühlbauer fiedelte er für uns einen Nachmittag lang vor seinem Haus etliche Gitarren, bis wir genug Material hatten, um dem “Song about Coffee” von “Wicked Aura” ein ordentliches Rock-Solo zu verpassen.

Der Traum vom Smutje ist ja, dass Ed beim Einlaufen auf der Hanse Sail in Rostock im August 2014 oberkörperfrei ein endlos langes E-Gitarrensolo vom Bug der Marianne aus schmettert, das über Funk dann auf der Hauptbühne übertragen wird.

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luscious friday

DesTopNews 2013-37

Realdo Salato

Maputo, Mosambik. Realdo spielt Bass in der selben Band wie Nandov Matsinhe, den ich durch meinen Aufruf im Fernsehen bei TVM kennengelernt habe. Zwei Stunden lausche ich der Bandprobe, die sich weniger nach Probe und mehr nach kleinem Konzert anhört. Diese Musiker beherrschen ihr Instrument!
Zwei Tage später treffen wir uns alle wieder, um eine schöne Stelle zum Aufnehmen zu finden. Ein Glück bin ich die etwas andere Zeitwahrnehmung der Menschen in südlicheren Ländern schon gewohnt, denn als die Musiker mit dreieinhalbstündiger Verspätung endlich eintreffen bin ich nur sehr leicht verwundert. Und ich hatte mir schon Vorwürfe wegen der 3 Minuten gemacht, die ich wegen des schweren Rucksackes mit all dem Equipment länger gebraucht hatte… Als Renaldo dann aber auf dem Dach unter der verschwindenden Sonne zu “Thousand Miles Away” abrockt, sind all diese Gedanken schon längst aus meinem Kopf verschwunden.

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Drew McCreadie

Peter Barry schleift uns eines Tages mal wieder in den Souay Vista Social Club, die Bar vom Kanadier Paul und dort sitzt dann auf ein Mal Drew mit seiner Gitarre und soliert so vor sich hin. Während wir zum Schneider marschieren und an Being Slow arbeiten, treffen sich Peter Barry und Drew zum gemeinsamen Musizieren. „Thousand Miles Away“ ist doch ein gutes Kind kurzer Arbeit!
So viel Musik macht Drew wohl nicht mehr, aber dafür versucht er sich als Comedian. Davon kann man sich eine Menge Sachen im Netz hier anschauen. Unter anderem hat er bei den Kandischen Comedy Preisen 2007 den ersten Platz belegt. Scheint wohl ein witziges Völkchen zu sein, dieser Kanadier…

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Die drei Mädels von Nosy Be

Wir waren doch ein paar Mal im „Taxi Be“ auf „Nosy Be“ und jeden Abend sahen wir diese drei Schönheiten oben auf der Bühne. Voller Leidenschaft gaben die Damen jeden Tag Englische und Französische Coversongs zum Besten. Irgendwie konnten wir sie dann überzeugen, für uns ein paar Lieder als Background Chor aufzunehmen, was sich dann aber schwieriger als erwartet gestaltete: Die Mädels konnten zwar zu den ihnen bekannten Songs 1A mitsingen, aber sich etwas eigenes zu unseren Songs ausdenken, klappte nicht so schnell und dann wollten sie auch noch sofort ihre Gage und akzeptierten keine Naturalien…

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Sankarshan Kini

Eine ganz einfach Geschichte: Benni lernt Lincoln in Berlin kennen, spielt dann mit ihm zusammen im „Lincoln Davis Trio“ in Sydney, wo Preshant die Tablas klopft und dieser empfiehlt uns dann Sankarshan Kini oder einfach nur „Shanky“ weiter, als wir gerade in Mumbai, Indien sind.
Es war nicht ganz einfach, das Appartement zu finden. Alle Leute, die wir in der Gegend trafen hatten keine Ahnung, die Straßenbezeichnungen waren nicht wirklich hilfreich, eher verwirrend, und so kommen wir leider eine halbe Stunde zu spät. Ist in Indien natürlich kein Problem. In der Zwischenzeit hatte Shanky auch noch seinem Kumpel Neil Bescheid gegeben, den wir dann unten am Aufzug vor der Wohnung treffen.
Shanky lässt uns in seine Wohnung und wir fühlen uns sofort wohl. Neben Wohnzimmer, Küche und Bad hat Shanky ein kleines Studio in seinem Zimmer. Das ist uns jedoch zu klein und so ziehen wir doch in das Wohnzimmer um, wo dann später am Abend auch noch der Mitbewohner einen zum Besten gibt.
Er ist ein großartiger Gitarrist mit Feingefühl, der für Lincolns „Growing Older“ extra die Mandoline rausholte und mit Neil zusammen nach nur 2 Stunden Proben, während Benni und ich ausversehen das bekiffteste Gespräch unseres Lebens aufzeichneten, ein fehlerfreies Stück ablieferte.
„Eat Meat – Go non-vegetarian!“

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Nandov Matsinhe

In Mosambik habe ich bereits einen Kontakt. Simon ist Lehrer, der in Maputo nicht nur Gott und die Welt, sondern auch reichlich Musiker kennt. Er führt mich den ganzen Tag durch die Stadt, ich schüttele eine Hand nach der anderen und dann geht es zum Abschluss auch noch ins Fernsehstudio von Mosambiks größtem Fernsehsender TVM zum Live-Interview. Simon kennt halt Gott und die Welt. Der Fernsehaufruf an Musiker in Maputo wirkt Wunder. Am nächsten Tag stehen zahlreiche Musiker mit ihren Instrumenten am verabredeten Ort, bereit zum Casting! Ich sitze also an einem Tisch und fühle mich ein wenig so wie Dieter Bohlen bei “Deutschland sucht den Superstar”. Allerdings brauche ich nur eine Runde, um den Sieger zu ermitteln, denn der vierte Musiker, der hereinkommt ist Nandov. Und als Nandov seine Gitarre auspackt und die ersten Akkorde erklingen, ist für mich schon alles klar. “Seropositivo” heißt der Song, oder auch “HIV” übersetzt mir Nandov. Und Probe mit seiner Band hat er auch noch später. Na, da bin ich doch dabei!

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Taryn Adamson

Taryn ist die Schwester von K’an. Beide sind seit Ewigkeiten mit Lauren befreundet, die an der Bar in unserem Yachtclub in Richards Bay arbeitet.
Zusammen mit ihren Eltern sind sie als Kinder für sieben Jahre auf dem kleinen Segelboot “Dreamer” um die Welt gesegelt. Unterwegs haben beide von ihrem Vater gelernt, wie man die Gitarre richtig hält. Und seitdem die Straßen und Marktplätzen der vielen Orte und Länder unsicher gemacht, um sich dabei mit der Musik das Taschengeld etwas aufzubessern.
Gemeinsam mit Lauren fahren wir an einem Wochenende von Richards Bay die 300 km an die Southcoast. Als wir ankommen sind die Geschwister schon im Proberaum und spielen ein kleines Konzert für einige Freunde, die es sich auf alten Sofas gemütlich gemacht haben. Nachdem erst K’an und dann Taryn ein paar ihrer Songs zum besten gegeben haben, ist für mich die Sache geritzt und wir verabreden uns für den nächsten Morgen. Die Songs muss ich unbedingt aufnehmen!
Zwei Tage, zwei Geschwister, zwei Songs für “AAA” – Was für ein erfolgreiches Wochenende!

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K’an Burne

Gleich bei unserer Ankunft in Richards Bay, Südafrika treffen wir Lauren, die in unserem Yachtclub hinterm Tresen steht. Wir freunden uns sofort an und natürlich hat sie auch Freunde, die Gitarre als ihr Lieblingshobby gewählt haben. K’an und Taryn, die sie schon seit Kindheitstagen kennt. Also fahren wir mit Sack und Pack eines schönen Wochenendes an die Southcoast und treffen die beiden im Proberaum an, wo sie gerade bei einer Jam-Session zu Gange sind. Ich kann nicht anders, greife sofort zum Akustikbass, drehe die Lautstärke hoch und versuche den Akkorden zu folgen. “Slow Boat to Africa” singen ein paar Freunde mit, die es sich auf ein paar Sofas gemütlich gemacht haben, der Musik lauschen und ihre Köpfe im Takt bewegen.
“Toller Song”, schreie ich im ersten Break. “Von wem ist der?” im nächsten.
“Von mir!” schreit K’an im dritten zurück! Na, umso besser, denke ich im Vierten.
Zwei Tage, zwei Geschwister, zwei Songs für “AAA” – Was für ein erfolgreiches Wochenende!

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Who wants to be a Tactician?

The Wisdom of the Second Line