Varianta rulez

Manchmal muss man nur engetickt werden und alte Filme laufen ab.
Nachdem Sailing Anarchy die gute alte Varianta als „ugly beast“ bezeichnet und Carsten K. auf „Segelreporter“ einen Konter präsentiert hat, wurde es für mich Zeit, ein ganz altes Photoalbum herauszukramen. Ich bleibe an einem Bild hängen und der Projektor fängt an zu laufen. Baunummer 22. Hardtop. Selbstgeschnitzter Pinnenausleger. Gelber Rettungsring. Ungefähr 1968. Welt! Eine richtige Yacht unterm Hintern. Mit Vater und Schwester rund Fünen. Der Alte pennt im Cockpit. 1974 überlässt er mir den Dampfer für eine Rund-Seeland Tour. Dass das grenzwertig ist, merken wir, als aufm Belt das nicht selbstlenzende Cockpit bis Anschlag voll läuft. Wir schöpfen wie die Verrückten und kommen heil auf Fehmarn an. Bei wenig Wind sind wir auch auf Regatten gut dabei. So ist die Varianta im Rückblick ein wichtiger Teil meiner Segelsozialisation zwischen Opti, 420iger und später X-79 und X-95.
Sie ist und bleibt – gemessen an modernen Konstruktionen – eine „4 Knot Shit Box“. Aber manchmal muss man nur ein wenig warten, bis das vermeintlich Überholte wieder in Mode kommt. So werden zur Zeit auf „Sailing Anarchy“ ja auch die alten IOR-Tonner wieder gefeiert. Zu Recht.

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