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Unter Deck der Jeanneau Sun Odyssey 319

Stehhöhe unter Deck

Aufgrund dieses hohen Freibords hat man unter Deck erstaunlich viel Bewegungs- beziehungsweise Kopffreiheit. Überall beträgt die Stehhöhe mindestens 1,80 Meter, in Salon und Pantry sind es sogar 1,95 Meter.

Die Raumaufteilung ist klass­isch. In der Vorschiffskabine findet man die obligatorische Dreieckskoje und zwei Schränke. Dahinter folgt der Salon mit zwei Längsbänken und mittig aufgestelltem Tisch. Erfreulicherweise gibt es auch hier viele Ablage- und Staufächer hinter den Rückenlehnen, in Hängeschränken und in den Sofakästen. Mit wenigen Handgriffen lassen sich aus den Salonbänken Kojen bauen. Dafür braucht man nur die Rückenlehnen anzuheben und nach oben auf die Schwalbennester zu schwenken, schon verbreitern sich die Sitzflächen auf im Schnitt 70 Zentimeter. Zwischen Salon und Nasszelle, die mit WC, Waschbecken und Duschschlauch ausgestattet ist, befindet sich ein vollwertiger Kartentisch mit Klappfach für Papierseekarten, Navi-Besteck und weitere Kleinutensilien. Gegenüber liegt die Pantry. Wie es sich eigentlich für jede Fahrtenyacht gehören sollte, wurde an einen extra Schrank für den Mülleimer gedacht. Hinzu kommen Schubladen für Besteck, Hängeschränke für Geschirr, Zweiflammenherd mit Backofen, Spüle und Kühlbox.

Im Backbordachterschiff ist die zweite Doppelkabine untergebracht, auch sie mit Kleiderschrank und Stauraum unter dem Bett. Leider ist diese Kajüte zu dunkel geraten. Tageslicht fällt nur durch eine einzige, schmale Luke ins Innere, und diese ist eingelassen in das Seitenteil der Plicht.

Betrachtet man die Einrichtung in ihrer Gesamtheit, lässt sich sagen: Alles, was man braucht, ist vorhanden und Stauraum und Kopffreiheit mehr als gedacht. Die Raumatmosphäre ist freundlich und einladend. Feinschliff zeigen die Möbel zwar nicht, aber bei einem Gesamtpreis von 85.000 Euro inklusive Segel ist das wohl auch nicht machbar. Wohlfühlen kann man sich an Bord der Sun Odyssey 319 auf jeden Fall, egal, ob für einen kurzen Wochenendtrip oder einen langen Urlaubstörn.

Pflege der Bordtoilette

Fauliger Geruch an Bord aus der Nasszelle gehört zu den weniger charmanten Eigenschaften der Bordtoilette. Meist nachdem das Boot eine gewisse Zeit nicht genutzt wurde. Hohe Temperaturen verstärken diesen Effekt noch. Auslöser sind Bakterien, die sich in dem stehenden Wasser der Schläuche befinden und organische Substanzen zersetzen. Als Stoffwechselprodukte entstehen dabei Faulgase, wie zum Beispiel der sehr stark riechende Schwefelwasserstoff.

Zu unterscheiden sind im Prinzip zwei Geruchsquellen. Erstens das Seewasser in der Zulaufleitung, also vor Eintritt in die Toilette, und zweitens die Abwässer, also das Schwarzwasser, welches nach dem Spülvorgang durch das System in Richtung außenbords/Fäkalientank gepumpt wird. Beide Flüssigkeiten unterliegen im Prinzip denselben biologischen Vorgängen.

Steht Seewasser längere Zeit unbewegt in Schläuchen, wird es unweigerlich irgendwann anfangen zu stinken. Dies liegt daran, dass das Seewasser voll ist mit Kleinstlebewesen und organischen Stoffen, die bei der bakteriellen Zersetzung einen üblen Geruch erzeugen. Diese Geruchsquelle liegt also im System vor der Toilette. Das ist auch der Grund dafür, dass der Fäulnisgeruch oft erst nach der ersten Benutzung der Bordtoilette nach Abwesenheit wahrzunehmen ist. Das abgestandene Seewasser wird nun in die Toilette gepumpt, von dort breitet sich der Geruch in das Bootsinnere aus. Erst nach kräftigem Pumpen und Nachspülen mit frischem Seewasser verschwindet der modrige Geruch.

Die zweite Geruchssituation ist folgende: Sie betreten das Boot, und bereits beim Entfernen der Steckschotten schlägt Ihnen ein abstoßender Geruch entgegen. Gerade auf älteren Booten, mit ebenso alten Schläuchen, trifft man relativ häufig auf dieses Problem. In diesem Fall lohnt sich ein Blick auf die verwendeten Schläuche und die Verbindungen der Bauteile untereinander: die Schlauchschellen. An Bord werden Sanitärschläuche verwendet, da nicht der notwendige Platz vorhanden ist, um starre Rohrleitungen wie an Land zu verbauen. Diese speziellen Schläuche, meist aus PVC, sind anfangs noch geruchsdicht, mit dem Alter verlieren sie aber immer mehr ihre Weichmacher – ihre molekulare Dichte nimmt ab – und sie werden spröde. Irgendwann können dann Geruchsmoleküle sogar durch den Schlauch diffundieren. Spätestens dann ist es an der Zeit, die Schläuche zu wechseln.

Eine einfache Methode, um zu testen, ob ein Schlauch noch geruchsdicht ist, ist einen mit heißem Wasser befeuchteten Lappen um eine tiefgelegene Stelle des Schlauches zu wickeln. Nach dem Abkühlen entfernt man den Lappen und riecht daran; hat dieser einen unangenehmen Geruch angenommen, empfiehlt es sich, den Schlauch zu wechseln.

Eine weitere Ursache für austretenden Geruch können unsachgemäß montierte Schlauchschellen sein. Werden sie zu fest angezogen, kann es im Bereich der Schelle zu mikroskopisch feinen Rissen im Schlauch kommen, durch die Geruch wandern kann. Sind die Schellen zu locker angezogen, können kleine Leckagen auftreten, die gar nicht unbedingt auffallen müssen, die aber für die Geruchsbildung ausreichend sind.

Generell gilt es, bei dem gesamten System Bord-WC mit allen Leitungen, Ventilen, Belüftungen und dem Fäkalientank darauf zu achten, keine unnötigen Bauteile zu verwenden und die Längen der Schläuche so kurz wie möglich zu halten. Oft findet man an Bord unnötige Ventile und Schlauchleitungen mit siphonartigen Stellen, die eine Geruchsentwicklung begünstigen, da sich in ihnen Abwasser sammelt. Sämtliche Schlauchleitungen müssen dem Sanitärstandard entsprechen, also diffusionsdicht sein.

Damit man an Deck nicht ungewollten Geruchswolken ausgesetzt ist, empfiehlt es sich, einen Aktivkohlefilter in die Entlüftungsleitung des Fäkalientanks einzubauen. Dieser hält circa zwei bis drei Jahre.

Große Vorsicht ist bei Additiven geboten, die teilweise in kleinen Tanks oder direkt ins System gegeben, dem Geruch entgegen wirken sollen. Viele solcher chemischen Produkte sind zu aggressiv und greifen die Schläuche und die Dichtungen der Pumpe an, was ihre Lebenszeit teils erheblich reduziert.

Häufig werden die Bord-WCs während der Saison mit den üblichen Haushaltsreinigern bearbeitet. Dies sollte unter allen Umständen vermieden werden, da diese für die Verwendung an Land gedacht sind. Nutzen Sie möglichst nur Spülmittel und Scheuermilch für die Reinigung der Toilettenschüssel. WC-Steine gehören ebenfalls nicht an Bord. Ähnliches gilt für das Einwintern der Bordtoilette. Auf keinen Fall sollte Frostschutzmittel verwendet werden, um die Leitungen damit aufzufüllen. Stattdessen die Toilette einfach bei geöffneten Ventilen leer zu pumpen, bis nur noch Luft kommt. An einer Ablasschraube lässt sich auch der letzte Rest Wasser entfernen.

Ein abschließender Tipp: Gießen Sie vor dem Verlassen des Bootes  eine Pütz voll Süßwasser in das Toilettenbecken und pumpen Sie anschließend ab. Dies spült die Ablaufleitungen und sorgt dafür, dass in tiefen Stellen der Schläuche nur Frischwasser steht.

Neue Pilotcharts des NV Verlages

Der NV Verlag hat sechs neue Pilot Charts veröffentlicht. Bei Pilotkarten handelt es sich um Seekarten, die ein großes Gebiet quasi als Übersegler darstellen. Zusätzlich sind noch wichtige nautische Informationen auf den Karten enthalten, die das Planen vereinfachen sollen. Auf den Karten sind so beispielsweise wichtige Leuchtfeuer, Distanzen, Hauptströmungen und die vorherrschenden Windrichtungen pro Monat aufgelistet. Je nach Gebiet werden allerdings auch Ölplattformen, Verkehrstrennungsgebiete oder Windparks eingezeichnet.

Auch die Ostsee gibt es als Pilotchart. Die Karte enthält nautische Informationen über das Revier

Die sechs Karten decken folgende Gebiete ab: Ostsee, Südwestliche Nordsee und Deutsche Bucht bis Dover, Tyrrhenisches Meer mit Adria und Ionischer See, Ostküste Atlantik mit Kanaren, Azoren und schließlich die Ostküste der USA.

Alle Karten werden im Format A1 gedruckt und lassen sich auf 15×30 Zentimeter für die Lagerung im Kartentisch zusammenfalten.
Preis: 14,80 Euro pro Kartensatz www.nvcharts.com

Bavaria Yachtbau: Auslieferungen erfolgen wieder kontinuierlich

Rund vier Wochen nach Beginn des Insolvenzantragsverfahrens hat sich die Situation bei der Bavaria Yachtbau gefestigt. Die Produktion wurde stabilisiert, und Auslieferungen erfolgen wieder kontinuierlich: Mehr als 30 Yachten haben die Werft in den vergangenen beiden Wochen verlassen und wurden an die Kunden übergeben. Alle 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Einsatz, mit allen wesentlichen Lieferanten konnten Vereinbarungen über die weitere Belieferung gegen kurze Zahlungsziele erreicht werden.

Geschäftsführung und Sachwalter haben einen Investorenprozess gestartet, um Bavaria Yachtbau für die Zukunft neu aufzustellen. Zielsetzung ist es, im Juli 2018 einen Investor präsentieren zu können. „Wir führen den Betrieb fort und wollen mit einem neuen Investor in die kommende Bestellsaison gehen. Erste Interessensbekundungen sind schon eingegangen, zudem sprechen wir potenzielle Investoren aktiv an“, erklärt Dr. Tobias Brinkmann von der Kanzlei Brinkmann & Partner, der im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens als Sanierungsexperte in die Geschäftsführung der Bavaria Yachtbau GmbH berufen wurde. Zur Unterstützung des Investorenprozesses hat Bavaria Yachtbau die M&A-Beratung One Square Advisors mandatiert.

Volvo Ocean Race: Wechselspiele im Nebel vor Newport

Im Nebel vor der US-Küste hat sich das Feld des Volvo Ocean Race kurz nach dem Start von Newport zur neunten Etappe nach Cardiff/Großbritannien aufgesplittet. Während die eine Hälfte des Feldes früh mit den Favoriten „Mapfre“ und „Dongfeng“ nach Norden steuerte, nahmen die anderen Yahten direkten Kurs nach Osten. Und nachdem zunächst der Norden bevorteilt schien, hat sich das Blatt nun gewendet. Die gen Osten segelnden Flotte ist inzwischen im frischen Westwind angekommen und kann mit Speed auf Europa zusteuern, während die andere Hälfte eine Schwachwindzone zu durchfahren hat. Team „Brunel“, die vor Newport das Fotofinish knapp gegen „Mapfre“ verloren hatten, hat sich vorerst an die Spitze gesetzt – vor „Vestas 11th Hour Racing“ und „AkzoNobel“.

Die erste Nacht hinterließ Spuren bei den Teams, als es durch den dichten Nebel vor Newport ging. „Es war eine verrückte erste Nacht. Teilweise hatten wir nur eine Sicht von 50 Metern“, berichtete Liz Wardley von „Turn the Tide on Plastic“. Auch ihr Team steuerte früh nach Norden, konnte daraus aber keinen Gewinn schlagen und kämpft mit „Dongfeng“ und „Mapfre“ derzeit um den Anschluss an das südöstlich liegende Führungsquartett. Doch die Verluste könnten im weiteren Verlauf schwierig zu kompensieren sein, denn die Etappe nach Cardiff ist mit rund 300 Seemeilen vergleichsweise kurz und das Quartett an der Spitze scheint den Expresszug nach Nordosten in Richtung Zielort bereits erreicht zu haben, um weiter auf das Tempo zu drücken und den Abstand in den nächsten Stunden weiter zu vergrößern.

Flaute prägen Zubringerregatten nach Helgoland

Noch bei kenternder Tide waren viele der Boote im Bereich der Elbmündung unterwegs und hatten mit langsam aufkommendem Gegenstrom zu kämpfen. Ihnen blieb nur die Wahl zwischen ausharren, also ankern und auf die abendliche Ebbe warten, oder aufgeben. Konsequenterweise wurde die Bahn der Regatta aus Cuxhaven von der Wettfahrtleitung verkürzt und der sportliche Teil endete an der Außenenlbe Tonne 2.

Auch die Wettfahrt aus Wilhelmshaven musste bereits nach rund 90 Minuten beendet werden, da bei abnehmenden ein bis zwei Windstärken keine Aussicht mehr bestand, noch rechtzeitig vor dem nächsten Flutstrom aus der Jade herauszukommen, so der Wettfahrtleiter der Willhelmshavener Regatta, Theo Kruse.

Wenig besser erging es den Seglern aus Bremerhaven, die ebenfalls noch in der Weser, rund zwei Stunden nach dem Start, die Zeiten für ihre Wettfahrten nahmen, um anschließend unter Maschine die Fahrt fortzusetzten.

Noch kein Ergebnis lag am Nachmittag für die Regatta aus Hallig Hoge vor. Bis auf zwei Teilnehmer haben hier aber alle Yachten das Rennen wegen mangelndem Wind aufgegeben.

Inzwischen haben fast alle der rund 130 gemeldeten Yachten und Besucher der Nordseewoche sicher den Hafen von Helgoland erreicht und steuern auf das  Landprogramm zu. Bei Sonnenschein, kühlen Getränken und Musik kommt ausgelassene Urlaubsstimmung im boot Düsseldorf Race Village auf, während Yacht um Yacht in den immer größer werdenden Päckchen vertäut wird.

Hier findet auch, wie an jedem weiteren Tag auf Helgoland am Nachmittag der Minox Foto Flash statt.  Am Abend folgt dann mit der boot Regattaparty in der Nordseehalle auf Helgoland das wohl größte Seglerfest in der Deutschen Bucht und die Verleihung der ersten Nordseewoche-Preise.

YES: Segelsport für den Nachwuchs und Spaß für die ganze Familie

Stimmengelächter schallt über das Hafenvorfeld und die mit Erwartung und Aufregung geladene Atmosphäre ist deutlich spürbar. Ab heute herrscht reges Treiben Kiel Schilksee. Rund 600 Nachwuchssegler aus acht Nationen gehen noch bis Pfingstmontag (21. Mai) bei den Young Europeans Sailing (YES), die der Veranstalter Kieler Yacht-Club zusammen mit dem Norddeutschen Regatta Verein organisiert, an den Start.

Die Veranstaltung ist fester Bestandteil im Regatta-Kalender des Nachwuchses und überzeugt mit professionellem Segeln und vielfältigem Rahmenprogramm. Ein Konzept, perfekt zugeschnitten auf die Zielgruppe der Jugendlichen und ihrer Familien. Auch in diesem Jahr findet die „Kieler Woche des Nachwuchses“ zu Pfingsten im Olympiazentrum Kiel-Schilksee statt. Dabei musste die Nachwuchssegler/innen zum Auftakt Nerven bewahren. Die Flaute zwang sie zum Müßiggang. Nach zwei Stunden Startverschiebung ging es um 13 Uhr verspätet aufs Wasser, bevor dreieinhalb Stunden später der Wettfahrttag abgeschossen wurde. „Leider konnte sich die Thermik nicht durchsetzen“, so der Oberster Wettfahrtleiter, Mandus Freese (Kieler Yacht-Club). Für den Pfingstsonntag wurden noch am Abend vier Wettfahrten angesetzt, so dass am Montag die Einteilung in die Gold-, Silber- und Bronze-Gruppen erfolgen kann.

Die Klassen 29er, Pirat, 420er, Europe, Laser 4.7, Laser Std. M, Laser Rad. W und Laser Rad. M starten bei der größten Jugend-Regatta in Europa. Gesegelt wird auf vier Regattabahnen in der Strander Bucht. Die olympischen Klassen Laser Std. M und Laser Rad. W tragen zudem ihre Deutsche Junioren Meisterschaft (DJoM/U22) aus, und im 29er sowie Laser Radial werden die Teilnehmer an den Jugend-Weltmeisterschaften ermittelt. Der Weltsegel-Verband „World Sailing“ hat die 48. Youth Sailing World Championships vom 14. bis 21. Juli 2018 nach Corpus Christi (USA) vergeben. Dazu können die nationalen Verbände nur eine Meldung pro Disziplin abgeben. Startberechtigt sind Jugendliche der Jahrgänge 2000 bis 2006. Nach den YES-Regatten sind die deutschen Qualifikationen abgeschlossen.

Im Laser Radial der Frauen gehen einige DSV-Hoffnungen, darunter die gesamte Jugend-Nationalmannschaft, an den Start. Ellen Wittenberg (SV 03 Berlin), Theresa Wierschin (ASV Greifswald), Katharina Schoch (Stuttgarter SC), Vanessa Gregor (Remscheider SC), Lina Kristin Fischer (SV Großenheidorn/alle Jugendnationalmannschaft), Pia Kuhlmann (SLSV/Wunsdorf), Lena Haverland aus dem DSV-Perspektivkader (Schweriner YC), Laura Schewe (KYC/5. bei der Jugend-WM U19/Nachwuchskader) und das Berliner Talent Julia Büsselberg (VSaW/Nationalkader), die 2015 und 2016 im Laser 4.7 alles abräumte – darunter auch die Kieler Woche 2015 –, werden versuchen, den Titel von Hanna Anderssohn zu übernehmen. Die Titelverteidigung kann verletzungsbedingt keinen Hattrick erreichen. Die Warnemünderin mit Wohnsitz Kiel gehört zu den größten Nachwuchstalenten des deutschen Segelsports, und im Vorjahr hamsterte die 18-Jährige zahlreiche Siege. Platz Eins bei der IDM, der Jugend-Weltmeisterschaft, beim Laser Europacup vor Hyères (U19) und die Vize-Weltmeisterschaft der U21 stehen zu Buche. Doch nicht zum ersten Mal verhindert eine Knie-Verletzung den Start.

Bei den 420ern kommt es zu einem deutsch-schweizerischen Zweikampf. Gleich mit 19 Jollen reisen die Eidgenossen an. Nachdem vor zwei Jahren eine parallel stattfindende IDJüM das 420er Feld in Kiel stark reduzierte, lohnt sich in diesem Jahr die Anreise aus den Alpen wieder. 93 Crews kämpfen um den YES-Titel. Bei den 29ern sorgen zwei schwedische und sechs dänische Crews für Internationalität in dem 56 Skiff umfassenden Feld.

Während im 420er Bjarne Studt/Piet Strohm (Düsseldorfer YC), Vincent Bahr/ Lars Kleinwächter (YC Berlin-Grünau) und Theresa Steinlein/Lina Plettner (Bayerischer YC) aus der Jugend-Nationalmannschaft starten, sind es im Skiff mit Finn Lennart Thun/Luk Magnus Thun (Schwedeneck/WUW), Jonas Schupp/Moritz Hagenmeyer (Diessener SC), Finn Walter/Marcus Borlinghaus (Münchener YC), Florian Steuerer/Moritz Fiebig (Augsburger SC), Louisa Müller/Celina Müller (Berliner YC), Lisa Maria Rausch/Eva Marie Becker (Wind und Welle), Ben Heinrich/Carolina Horlbeck (Kieler YC) und sowie Maru Scheel/Freya Feilcke (Kieler YC) gleich acht von zehn Crews des DSV-Nachwuchsteams. Spätestens seit des 5. Ranges bei den Youth Sailing Worlds vor Sanya (China) gehören die Kieler regelmäßig zu den Favoriten. Die amtierenden Deutschen Meister verfehlten um fünf Punkte eine Medaille in China und sorgten mit Rang fünf für das beste deutsche Ergebnis.

Bei den ersten Regatten des Eurocups 2018, zu dem auch die Kieler Woche (16. bis 24. Juni) zählt, fielen besonders Florian Steuerer/Moritz Fiebig (Augsburger Segler-Club) mit dem 21. Platz (trotz zweier Frühstarts) beim 1. Eurocup in Spanien, und Ben Heinrich/Carolina Horlbeck beim 2. Cup vor Cavalaire (Frankreich) mit Rang zwölf (bei 110 Startern) auf.

An Land lädt die beliebte Aktionswiese Jung und Alt zum Verweilen ein. Unterstützt von der boot Düsseldorf und der MVK Kiel verwandelt sich die Grünfläche zu einem Erlebnisspielplatz. Gemeinsam mit der Gastronomie und den Ausstellern lädt Kiel Schilksee die ganze Familie ein. Die Ch!ll-Out-Zone in der Vaasahalle gilt seit Jahren als Treffpunkt nach dem anstrengenden Wettkamptag auf dem Wasser. Unterstützt wird dies von der Müllverbrennung Kiel, boot Düsseldorf, Addix Internet Services, BS PAYONE, Hugo Hamann, SVG Service Verlag/Segler-Zeitung und 1&1 Versatel.

Nordeseewoche mit Elbrennen eröffnet

Das erste Rennen startet immer am Freitag des Pfingstwochenendes mit der Elbregatta von Wedel zum Yachthafen in Cuxhaven. Nordseewoche-Organisationsleiter Marcus Boehlich begrüßte die Teilnehmer und läutete den Abend mit Wortwitz ein. Allzu lange konnte die Feier aber nicht gehen: Tidenbedingt startete die Wettfahrt am Freitagmorgen bereits um 6:00 Uhr.

Bei guten Segelbedingungen aber trübem Wetter erreichte nach knapp über fünf Stunden die „Aquis Granus IV“ als erstes Schiff die Stege der Segler Vereinigung Cuxhaven, wo am Nachmittag die offizielle Eröffnung der Nordseewoche gefeiert wurde. Zu einem Sieg in der Gruppe ORCi 1 reichte das aber nicht, nach berechneter Zeit lag das Schiff vom Akademischen Seglerverein der RWTH Aachen mit Rolf-Hendrik Wittenberg am Steuer auf Platz vier am Ende ihrer Gruppe. Erster in der Gruppe ORCi 1 wurde die „Big Easy III“ mit Addi Bauer am Ruder.

Der rote Felsen in der Nordsee erwartet an Pfingsten rund 130 Yachten. Foto: segel-bilder.de

Von Cuxhaven aus startet dann am Sonnabend früh die größte Zubringerregatta zum Minox Cup nach Helgoland. Weitere Regatten segeln parallel aus Bremerhaven, Willhelmshaven und von Hallig Hoge los und bringen im Laufe des Sonnabends über 130 Segelyachten auf die Nordseeinsel.

Noch während die unterwegs sind, beginnt bereits das Regattaspektaktel auf der Insel selbst: Denn kurz nach der gemeinsamen Eröffnung durch das Nordseewoche-Organisationsteam und die Bürgermeister der Gemeinden Helgoland und Cuxhaven segelten die ersten Teilnehmer schon im Rahmen der Budweiser Budvar Early Bird Series zum Sundowner Race in Richtung Leuchtturm von Helgoland. Sie tragen tagsüber direkt vor dem Inselhafen den Hummer Cup ihre anspruchsvollen Up-and-Downs in Sichtweite des Hafens aus.

Bereits am Freitagabend legten die ersten Yachten im Hafen von Helgoland an. Foto: segel-bilder.de

Die Budweiser Budvar Early Bird Series verlangt von den Crews damit nicht nur die nächtliche Ansteuerung der Hochseeinsel Helgoland, sondern auch schnelle Manöver in einem engen und taktisch anspruchsvollen Revier.

Finnische Werft Nauticat ist zahlungsunfähig

Mit der Zahlungsunfähigkeit der finnischen Werft ist ein Hersteller qualitativ hochwertiger Yachten betroffen. Über die finnische Werft gab es indes noch keine Informationen zu den Problemen.

„Wir hoffen sehr, dass es dem Nauticat Team gelingt, alle Schwierigkeiten zu überwinden und weiterhin hochwertige Segelyachten zu bauen, die Maßstäbe in der skandinavischen Bootsbaukunst gesetzt haben“, erklärte Richard Gründl gegenüber dem SVG Verlag. Deutsche Kunden sind aktuell wohl nicht von der Insolvenz betroffen. Gründl hat alle Yacht-Order für Yachten aus dem Hause Nauticat, da in der finnischen Stadt Riihikoski beheimatet ist, bereits erfüllt.

DSV-Generalsekretär Goetz-Ulf Jungmichel freigestellt

Im April haben das DSV-Präsidium und der Generalsekretär Goetz-Ulf Jungmichel sich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit zum Jahresende zu beenden. Nach weiteren internen Beratungen hat das Präsidium sich nun dazu entschlossen, Jungmichel mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden und freizustellen.

„Für den Verband ist es wichtig, dass wir ab sofort alle gemeinsam nach vorne schauen und uns ganz darauf konzentrieren, wie wir uns bestmöglich für die Zukunft aufstellen“, erklärt DSV-Präsidentin Mona Küppers den Schritt. „Das Präsidium hat einstimmig beschlossen, Dr. Germar Brockmeyer mit sofortiger Wirkung zum kommissarischen Generalsekretär zu berufen.“

Match Race Germany: Wenig Wind zum Auftakt auf dem Bodensee

Das Eröffnungs-Match wurde dem Sieger von 2016 zugelost: Karol Jablonski und seiner jungen Crew vom Bodensee. Doch im Duell gegen Max Trippolt aus Bregenz waren die „Heimvorteile“ auf Seiten der Österreicher. Der Pole mit dem deutschen Pass und America’s Cup-Erfahrung verlor nicht nur dieses Match, sondern auch die beiden folgenden gegen Maxime Mesnil (Frankreich) und Dejan Presen (Slowenien). Sonst zeigte sich nach den ersten drei Flights am Donnerstagvormittag ein recht ausgeglichenes Feld. Vier Teams holten je zwei Siege in ihren drei Rennen: Neben Trippolt, Mesnil und Presen holte auch Lukasz Wosinski (Polen) zwei Punkte.

In ersten Flight der zweiten sechs Teams konnte der Hamburger Max Gurgel gegen den Polen Patryk Zbroja einen leichten Vorteil beim Start erringen und kam an der Luvtonne als Erster an. Den Vorsprung ließ er sich nicht nehmen, baute diesen bis kurz vor dem Ziel weiter aus. Gemäß der Taktik, immer zwischen dem Gegner und dem Ziel zu bleiben, segelte Gurgel trotz sicherem Vorsprung noch einmal vor den Bug des Gegners, halste da auf die Linie zum Ziel und kontrollierte ihn dort weiter. Gurgel holte damit seinen ersten Punkt. Der Hamburger grinste erleichtert, hatte er den Sieg doch gegen den Achten der Weltrangliste gefahren.

Sein nächster Gegner wäre Jelmer van Beek gewesen, gegen den er voriges Jahr bei der Deutschen Meisterschaft das Finale verloren hatte. Der Holländer hatte aber sein erstes Match auf dem Bodensee gegen Vladimir Lipavski mit doch deutlichem Rückstand verloren.

Geradezu Welten lagen im Duell zwischen Titelverteidiger Eric Monnin (Schweiz) und dem Portugiesen Afonso Leite. Während Monnin zum zwölften Mal in Langenargen dabei ist, die großen Boote und das Revier kennt, konnte Leite bei schwächer werdendem Wind das acht Tonnen schwere Schiff bei weitem nicht auf dem Speed des Gegners halten und kam erst Minuten nach Monnin ins Ziel. „Wir waren auf der ersten Kreuz noch gleichauf, aber er versuchte einen Lee-Durchbruch. Das darf man bei dem wenigen Wind mit diesen schweren Booten nicht machen.“

Nach dem ersten Durchgang mit den neuen Mannschaften musste Wettfahrtleiter Rudi Magg vom ausrichtenden Yacht-Club Langenargen immer wieder die Startvorbereitung abbrechen und den Wimpel für Startverschiebung setzen.
Den restlichen Nachmittag verbrachten Wettfahrtleitung und Bojenleger damit, mit jedem neuen Windhauch den Kurs neu auszulegen, den Wind zu messen und bei der Ansage „Null Komma null“ wieder alles einzusammeln. Um 16.30 Uhr steuerte die Flotte den Hafen an, wartete unter aufklarendem Himmel bis 18 Uhr vergebens. Am Freitag um neun Uhr wird das Match Race Germany fortgesetzt. (vg)

Kieler Woche startet Countdown bis zum Event

Wir haben wieder zahlreiche Highlights für die Kieler Woche gewinnen bzw. entwickeln können und freuen uns auf das 136. Jahr der Kieler Woche“, erklärte der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst, im Rahmen der heutigen Pressekonferenz in Hamburg. Gemeinsam mit Johannes Polgar (Event- und Sportmarketing Audi), der Deutschland zusammen mit Carolina Werner im Nacra 17 bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio vertreten möchte, mit Oliver Schwall, Projekt Director des Nord Stream Race und Gründer der Sailing Champions League der Frauen, sowie Hauke Peters, der bei der Laser Radial M WM startet, gab Ramhorst in den Räumen von Helly Hansen einen Ausblick auf die diesjährige Ausgabe der Kieler Woche.

Rund 4.000 Regattateilnehmer, 1.800 Boote, fast 400 Starts, Aktive aus über 50 Nationen, 38 Klassen/Disziplinen, zehn Regattabahnen an neun Tagen – so lautet das Zahlenwerk der Kieler Woche 2018, zu der 3,5 Millionen Besucher erwartet werden, von denen wiederum 400.000 die Segelfestspiele in Kiel Schilksee besuchen werden.

Schon bevor Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 16. Juni mit dem Typhon das offizielle Startsignal für die größte Segelveranstaltung der Welt und das gleichzeitig größte Sommerfest im Norden Europas gibt, beginnt am Samstagvormittag das Feuerwerk des Segelsports in Kiel Schilksee und vor der Kiellinie. „Wir haben wieder zahlreiche Highlights zu bieten. Zum Beispiel findet die letzte Nominierung der DSV-Teilnehmer der WM in Aarhus vor Kiel statt, was dazu führen wird, dass die Topsegler aus Deutschland in Kiel an den Start gehen werden. Daneben haben wir die Laser Radial WM der Männer sowie die EM der Para-Klassen, die nach der WM im letzten Jahr einmal mehr in Kiel beweisen wollen, dass Segeln 2024 in Paris wieder eine paralympische Disziplin werden muss – schließlich haben wir unsere Veranstaltungen auf der Seebahn als ORC Pre-Worlds positioniert und hoffen auf zahlreiche Crews aus den Ostsee-Anrainerstaaten auf dem Weg nach Holland. Zum Auftakt lockt zudem die Aalregatta, zu der wir neben wunderschönen Klassikern auch hunderte von Crews aus der Kieler und Eckernförder Bucht erwarten und damit in Deutschland an ähnliche große Veranstaltungen anschließen wollen“, umriss Ramhorst die Höhepunkte.

Die Organisatoren der Kieler Woche berichteten der Presse über die Planungen für das Event im Juni. Foto: segel-bilder.de

Doch nicht nur segelsportlich läuft es rund, auch im Bereich der Partner und Förderer geht es weiter voran. Neben den treuen Partnern Audi, HSH Nordbank und boot Düsseldorf konnte bereits im Rahmen der boot Düsseldorf verkündet werden, dass mit REWE und Goslings zwei weitere Partner ins Kieler-Woche-Boot gestiegen sind. Jetzt stoßen nach Nord Stream Race, Budweiser Budvar, und Accenture , AIDA und Remondis als weitere Förderer dazu. „Keine Angst: Wir werden nicht aus der Aida-Flotte neue Startschiffe oder Regattabegleitfahrten rekrutieren. Das Thema Start in Lee bekäme damit ja eine ganz neue Bedeutung“, so Ramhorst. „Mit Remondis möchten wir das Thema Nachhaltigkeit der Kieler Woche vorantreiben. Von der Mülltrennung über den Verzicht von Strohhalmen, schnell abbaubaren Kaffeebechern sowie der Gestaltung einer möglichst papier- und müllarmen Kieler Woche haben wir einige Ziele“, ergänzte der Organisationsleiter.

Audi Sailing Arena und KielerWoche.TV

Bereits im neunten Jahr ist die AUDI AG Partner der Kieler Woche. Johannes Polgar, zuständig für Event- und Sportmarketing bei der AUDI AG, unterstrich in Hamburg die enge Verbundenheit: „Audi wird sich den Teilnehmern und Besuchern auch in diesem Jahr als sportlicher Premium-Partner der Kieler Woche präsentieren. Dabei steht in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Kiel besonders der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund.

Das Audi Bootshaus im Olympiahafen Kiel Schilksee bleibt die zentrale Anlaufstelle für die vielen Audi VIP-Gäste. Dort präsentieren wir auf einer Großbildleinwand in der Audi Sailing Arena auch Live-Übertragungen der Segelregatten im KielerWoche.TV. Besonders gespannt sind wir auf den Ausgang des Audi e-tron Cups, einer Einladungsregatta, zu der wir Markenbotschafter und interessante Persönlichkeiten nach Kiel einladen. Um allen Teilnehmern einen möglichst reibungslosen Ablauf bei der An- und Abreise zu ermöglichen, unterstützt Audi den Trailer-Shuttle mit 15 Audi Q7 e-tron. Die Stadt Kiel kann auf den bewährten VIP-Shuttle mit zehn Audi Q7 e-tron zählen.“

Dazu wird es wie in den Vorjahren aktuelle Fahrzeugmodelle zu sehen geben. Dazu gehören der neue Audi Q8 sowie der erste voll elektrische Audi e-tron.

Aus dem Anzug auf den Nacra 17

Um die Audi-Gäste wird sich Johannes Polgar aber nur bis einschließlich Dienstag ganztags kümmern können, danach steigt der 40-Jährige mit Carolina Werner in den Nacra 17. Das Ziel des Duos Polgar/Werner sind die Olympischen Spiele 2020. Und vor Japan ist das Ziel eine olympische Medaille. „Keine Frage, das ist für mich immer noch unfinished business“, so Polgar.

Es ist seine dritte Olympia-Kampagne in der dritten Bootsklasse. Nach dem 8. Platz im Jahr 2000 im Tornado und der gescheiterten Starboot-Kampagne folgte im Vorjahr der Wechsel in den fliegenden Nacra 17 – vom Handling her sicherlich eine der schwierigsten Klassen. „Wir gehen die komplexe Herausforderung, die diese neue Foiling-Klasse mit sich bringt, sehr systematisch an. Dabei werden wir uns bis zur WM in Aarhus komplett auf einzelne Fortschritte innerhalb des Prozesses konzentrieren und erst dann einen Blick auf die Ergebnislisten wagen. Alles andere wäre unrealistisch. Das Ganze ist bis 2020 kein Sprint, sondern ein Marathon, und da befinden wir uns erst auf den ersten Meilen“, beschreibt Polgar die Olympia-Kampagne.

„Das wichtigste dabei ist, dass wir bislang weitestgehend verletzungsfrei durchgekommen sind und die Lernkurve weiterhin steil nach oben zeigt. Wir stehen mittlerweile recht sicher auf den Foils und können den Kopf immer weiter aus dem Boot stecken, um uns auch den strategisch/taktischen Herausforderungen zu stellen. Die Mischung aus Erfahrung und frischer Dynamik an Bord schätze ich als große Stärke unseres Teams ein“, erklärt Polgar, der für das NRV Olympic Team startet.

Gemeinsam mit Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) und Bundestrainer Marcus Lynch, der viel Foiling-Erfahrung vom GC 32 mitbringt, läuft das Training national auf Hochtouren. Dazu kommt die Partnerschaft mit Iker Martinez (Spanien). Der Volvo Ocean Race Skipper hat bereits olympisches Gold und Silber im 49er errungen. Nun peilt er mit Olga Maslivets 2020 eine Nacra 17-Medaille an. Bronze beim Weltcup vor Hyères (Frankreich) unterstreicht, dass die Spanier auf dem richtigen Kurs sind.

Diese Erfolge können Polgar/Werner noch nicht aufweisen, doch der Marathon beginnt ja erst. Und Ausdauer hat das Team, das menschlich zusammen passt. Werner, die ebenfalls schon olympische Erfahrungen gesammelt hat, beschreibt Johannes Polgar so: „ Jojo ist ein sehr ehrgeiziger Segler und ein Sportler durch und durch. Er hat genau die richtige Einstellung zum Leistungssport und einen tollen Charakter. Außerdem ist er ein sehr guter Teamplayer, ich kann mich 100 Prozent auf ihn verlassen.“

Nach ihrem 5. Rang bei der WM 2015 gemeinsam mit Paul Kohlhoff als „Wonderkids“ bezeichnet, ist nun deutlich mehr Routine an Bord. Nach der Kieler Woche und der EM in Gdynia (Polen) ist die WM in Aarhus (Dänemark) in diesem Jahr das Hauptziel, eine Etappe beim olympischen Marathon. Dabei hofft Carolina Werner, dass Johannes Polgar möglichst viel Zeit für sie und den Nacra 17 hat. Auf die Frage, ob sie bei diesem Ziel Johannes Polgar überhaupt noch für Audi „abstellen“ könne, lautet die klare Antwort: „So wenig wie möglich.“

WM-Qualifikation der Nationalmannschaft

Aber nicht nur im Nacra 17 geht es vor Kiel um WM-Tickets. Ihren Erfolg wiederholen möchten Frederike Loewe und Anna Markfort im 470er. Die beiden 24-Jährigen holten im Vorjahr Kieler Gold in der olympischen Zweipersonen-Klasse. Mit einem Sieg in Kiel wäre das Ticket für die Sailing Worlds in Aarhus gesichert. Insgesamt kämpfen im 470er drei Frauencrews darum, die deutschen Farben in Dänemark vertreten zu dürfen. Im Vorjahr hatten die Pharmaziestudentin und ihre Vorschoterin, die nach dem Studium nun Sportsoldatin ist, den Bug vorn.

Bei den Männer zählen Simon Diesch/Philipp Autenrieth (Württembergischer YC/Bayerischer YC) sowie Malte Winkel/Matti Cipra (Schweriner Yacht-Club/Plauer Wassersport Verein) aus dem DSV-Perspektivkader zu den Favoriten im Kampf um die WM-Plätze.

„Wir sind froh, dass der Deutsche Segler-Verband die Qualifikation in der Kieler Woche aussegelt. Es zeigt den engen Schulterschluss zwischen Kiel und dem DSV“, freut sich der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst, der hofft, dass zahlreiche Spitzensegler aus aller Welt die Kieler Woche als Pre Worlds nutzen.

Auf jeden Fall ist gewährleistet, dass die deutsche Segelspitze auch 2018 in Kiel Schilksee am Start sein wird. Bei Punktgleichheit in der Qualifikationsrangliste entscheidet die bessere Platzierung in Kiel.

Neben den deutschen Olympiahoffnungen um Jurczok/Lorenz (Berlin/49erFX), Lutz/Beucke (Kiel/49erFX), Buhl (Sonthofen/Laser), Schmidt/Boehme (Kiel/49er) und Heil/Ploessel (Kiel/49er) in den olympischen Klassen werden sich in der zweiten Kieler-Woche-Hälfte auch die besten Laser Radial Segler in Kiel Schilksee messen.
WM Laser Radial: Über 80 Starter aus 27 Nationen

Nach der harmonischen und guten Zusammenarbeit bei den Laser Jugend Weltmeisterschaften im 4.7, Radial und Standard 2016 vor Kiel Schilksee kommt es zur erneuten Kooperation Kiels und der Laser Klassenvereinigung. Von Mittwoch, 20. Juni, bis Sonntag, 24. Juni, kämpfen die Radial-Männer um den WM-Titel. „Die Zusammenarbeit hat gepasst, so dass wir gern wieder gemeinsam eine WM veranstalten“, so Sven Christensen (Point of Sailing) und Eric Faust (Präsident der Internationalen Laser Klassenvereinigung) unisono. Nach drei Qualifikationstagen folgen am Wochenende die Finalrennen in Gold-, Silber- und Bronze-Flotten. Über 80 Radial-Laser aus 27 Nationen werden bei den Männern in Kiel starten.

Nord Stream Race startet in Kiel

Neben Johannes Polgar war auch Oliver Schwall (Hamburg) in doppelter Funktion bei der Kieler-Woche-Pressekonferenz in Hamburg anwesend. Der ehemalige Tornado-Weltmeister (1993) ist Projekt Director des Nord Stream Races, das in diesem Jahr zum Abschluss der Kieler Woche startet, und Erfinder der Women’s Sailing Champions League, die ihre Weltpremiere zum Auftakt der Kieler Woche feiert.

„Nach der erfolgreichen Neuauflage des Nord Stream Race im letzten Jahr – unter dem Motto ‚Connecting Baltics Through Sport‘ – freuen wir uns sehr, dieses Jahr unser Debüt bei der Kieler Woche geben zu dürfen. Die fünf neuen ClubSwan 50 vom Saint Petersburg Yacht Club werden ein Eye-Catcher für Fans, Segler und Zuschauer sein“, so Schwall.

Geplant ist die Teilnahme der über 15 Meter langen Yachten mit ihren 24 Meter hohen Masten am Welcome Race und eventuell an den ORC Baltic Pre Worlds (Kiel-Cup, Montag bis Mittwoch).

Am zweiten Sonntag gehen die Yachten dann auf den 1.000 Seemeilen langen Törn, der über Kopenhagen (Dänemark), Stockholm (Schweden) und Helsinki (Finnland) nach St. Petersburg (Russland) führt. Dort werden die fünf Crews um den 6. Juli erwartet.

Weltpremiere: Women’s Sailing Champions League

In Sachen Liga-Segeln gehen die Innovationen weiter von Deutschland aus. Nachdem die Konzeptwerft aus Hamburg das Format der Segel-Bundesliga vor nunmehr sechs Jahren entwickelt und danach das Modell zu einer europaweiten Erfolgsgeschichte mit dem Höhepunkt der Sailing Champions League vorangetrieben hat, soll es zu dieser Saison jeweils Auftaktveranstaltungen zur Frauen- und Junioren Champions League geben. Die Kick-Off-Veranstaltung der Women’s Sailing Champions League wird in die Kieler Woche integriert (16. bis 18. Juni), die für die Youth Sailing Champions League ist für die Travemünder Woche geplant (27. bis 29. Juli).

Bei der Generalversammlung der ISLA (International Sailing League Association) im Dezember im vergangenen Jahr wurde die Ausweitung des Segel-Liga-Geschehens für die Frauen beschlossen, nun wurde der Termin in die Kieler Woche gelegt. Bis zu 24 Mannschaften aus 17 Nationen werden dann erwartet, um am ersten Wochenende der weltgrößten Segelveranstaltung zum Teil auf der Medienbahn vor Kiel Schilksee unter der Beobachtung der Kameras von KielerWoche.TV ihre Wettbewerbe auszutragen.

Jeder der 17 in der ISLA organisierten nationalen Verbände kann bis zu zwei Frauenteams melden, die dann jeweils mit vier bis fünf Seglerinnen nach Kiel reisen werden. Zusätzlich können die Organisatoren von ISLA und Sailing Champions League GmbH Wild Cards für das Event vergeben. Gesegelt wird nach dem bekannten Format mit sechs bis acht J/70 auf der Bahn Golf. Geplant sind an den drei Tagen 60 kurze Rennen. Ein Teil der Rennen wird live im Kieler Woche.TV mit Tracking und Analysen der SAP Sailing Analytics übertragen.

„Die Champions League der Frauen ist ein spannendes neues Format. Die Integration in die Kieler Woche verspricht spannende Rennen und eine Standortbestimmung des Segelsports für Frauen. Das Format knüpft logisch an die Entwicklung der „gender equality“ an, die auch das IOC bereits in Tokio 2020 umsetzt“, so Johannes Polgar von Audi, Partner der Segel-Bundesliga und Frauen Champions League.

Aalregatta: Mit Yardstick nach Eckernförde

Mit der erfolgreichen Wiedereinführung der Aalregatta zur Kieler Woche folgten der Kieler Yacht-Club und der Segelclub Eckernförde 2017 dem Wunsch der Seesegler und hatten gleich zum Auftakt Erfolg. In diesem Jahr hoffen die Veranstalter auf einen neuen Melderekord.

Nachdem im ersten Jahr die Aalregatta nach Kiel-Rating gesegelt wurde, werden die Yachten 2018 nach Yardstick gewertet. „Wir möchten, dass die Teilnehmer ihre Vermessungsgröße kennen“, so Wettfahrtleiter Ralf Paulsen. Da die meisten teilnehmenden Yachten bereits Yardstick-Werte haben, können diese jetzt für die Kieler-Woche-Regatta eingereicht werden. Das bietet zudem deutlich mehr Transparenz für die Bewertung. Der Yardstick-Rennwert ergibt sich aus einer empirischen Betrachtung und wird seit über 30 Jahren als „Gentleman‘s Rule“ angewendet. Das Yardstick-System senkt die Einstiegsbarrieren ins Seesegeln. Die Veranstalter, die außerhalb der Aalregatta alle anderen Kieler-Woche-Regatten für ORC Club und ORC Int. vermessene Yachten ausschreiben, folgten damit erneut einem Wunsch der Aktiven und legten ihre Yardstick-Scheu ab.

Als weiteren Service für die Aktiven wollen die Veranstalter am Samstagabend und Sonntagmorgen einen Busshuttle zwischen Eckernförde und Kiel und zurück anbieten. Da viele Segler/innen noch am Abend nach der Aalregatta wieder nach Kiel Schilksee zurück möchten, sollen jetzt nach der Siegerehrung Busse den Shuttle übernehmen. Die genaue Uhrzeit des Rücktransportes am Sonntag zur Rückregatta Eckernförde – Kiel wird noch bekanntgegeben. Zunächst wird die Resonanz der Aktiven abgewartet.

Das Regattabüro wird zum Hafenmeister umziehen, dort wird auch auf der nahen Bühne die Siegerehrung stattfinden.

Virtuelle Rennen und Kieler-Woche-App

Neben den 38 Klassen/Disziplinen, die sich auf dem Wasser messen, bietet Kiel auch e-Sailing an. Die Kieler Woche ist somit auch virtuell zu erleben, zu segeln und stellt damit erneut ihre besondere Innovationskraft unter den internationalen Segelveranstaltungen unter Beweis. Erster Start zur Qualifikation für dieses neue virtuelle Highlight auf der Kieler Woche war am 2 Mai. Das virtuelle Medal Race läuft dann parallel zu den Medal Races der olympischen Klassen am zweiten Sonntag.

Extra für die Kieler Woche hat der Kieler Yacht-Club zusammen mit dem französischen Spieleentwickler Virtualregatta.com das Spiel Virtual Regatta Inshore mit eigenem Logo getrimmt. Gesegelt werden die Finalrennen während der Kieler Woche auf zehn Computern, einer großen Leinwand in Kiel Schilksee und auf Kielbooten vom Typ J/70 mit Gennaker. „Am Abschlusswochenende wird es ein moderiertes virtuelles Medal Race geben“, so Ramhorst, der als langjähriger Digitalisierungsmanager die digitalen Themen zu seinem besonderen Steckpferd erkoren hat. „Zudem bauen wir eine App für die Segler/innen und deren Begleiter, und möchten die App zum Begleiter der Segler machen. Wir geben über die App verbindliche Information zu Veranstaltungen, Programmen, Flaggensignalen sowie Protestverhandlungen etc. Das ganze personifiziert für den Segler“, erklärt Ramhorst die Neuentwicklung, die dank der Partnerschaft mit Accenture den Weg zum Schwarzen Brett oder zum Flaggenmast ersetzen soll.

Dirk Ramhorst, Johannes Polgar, Oliver Schwall (von links) freuen sich auf die Kieler Woche. Foto: segel-bilder.de

Kieler Woche (16. bis 24. Juni)

Teil 1 (16.-19. Juni):
29er (Euro Cup, 18 Wettfahrten), 505er, Albin Express, Contender, Europe, FD, Folkeboot, Formula 18, Hobie 16, J/24, Laser 4.7, Laser Radial (Open), OK-Jolle (alle 11 WF.).

Teil 2 (20./21.-24. Juni):
Olympische Klassen (20.- 24. Juni/EUROSAF Champions Sailing Cup /10 WF + Medal Race): Laser Std. Männer, Laser Rad. Frauen, 470er Frauen, 470er Männer, Finn (+ Master-Wertung), 14 W + Medal Race: 49er Männer, 49erFX Frauen, Nacra 17 Mixed.
Eurosaf Para Sailing EM (20.-24. Juni/10 WF): Hansa 303, 2.4mR (Open, mit Extra-EM-Wertung)
Internationale Klassen (21. – 24. Juni/11 WF): 420er, J/70, J/80, Melges 24.
Laser Rad. WM der Männer (20.-24. Juni).

Offshore (16.- 23. Juni)
Aalregatta (16./17. Juni), ohne Vermessung (Yardstick) und Rendezvous der Klassiker
Welcome Race (16./17. Juni): ORC Club I-IV, Albin Ballad, Multihull.
ORC Baltic Pre Worlds (Kiel-Cup/18.-20. Juni/9 WF): ORCi I-IV + IRC/Gemeinschaftswertung.
Senatspreis (21. Juni): ORC Club I-IV
Silbernes Band (22./23. Juni): ORC Club I-IV