Archiv der Kategorie: törn.de

Teil 3 der Atlantik-Doku 24h kostenlos + Der NEUE Film

Morgen ist es nun endlich soweit und mein langer Törn „UM DEN TIGER“ endet auf Fehmarn. Zur Feier des Tages gibt es den ansonsten kostenpflichtigen dritten Teil meiner Doku „EINHAND UM DEN ATLANTIK“ ab heute für 24 kostenlos auf Youtube. Viel Spaß damit und bis morgen … Ahoi !



Der neue Film `UM DEN TIGER`

Natürlich wird es auch über den Törn „UM DEN TIGER“ bald einen neuen Film geben. Wenn du als einer der Ersten über dessen Erscheinen informiert werden möchtest, dann trage dich jetzt unverbindlich und kostenlos in den „UM DEN TIGER“ Newsletter ein. Sobald es Infos zum neuen Film gibt, bekommst du so unaufgefordert eine Benachrichtigung von uns zugeschickt. Danke für Dein Interesse und bis dann ..


Ja, ich möchte kostenlos und unverbindlich informiert werden, sobald es Neuigkeiten zu Guidos neuem Film „UM DEN TIGER“ gibt.










    

Read more

Tracker aus

Sooo … n`abend zusammen. Nach meinem 25-stündigen Power-Schlag über knapp 140 Seemeilen von Laesoe nach Korsoer, bin ich heute ganz gemütlich weiter Richtung Süden gesegelt. Nun stehe ich im kleinen Hafen von Spodsbjerg an der Ostküste von Langeland. Deutschland und Fehmarn sind jetzt ganz nah. Für die letzten Meilen werde ich mir nun etwas Zeit lassen und außerdem den Tracker ab sofort ausschalten. Erst am Samstag werde ich das Gerät wieder answitchen und dann engmaschig Pings auf die Karte schicken. So könnt ihr meine letzten Meilen bis zu meiner Ankunft in Burgtiefe quasi live verfolgen. Ich freu mich schon auf euch. Ahoi !



Read more

Jemand …

… zu Hause ? Nach dem für dänische Verhältnisse fast schon quirligen Skagen, stehe ich nun auf der Insel Laesoe, ca. 30 Meilen südöstlich des Dänenkaps, und bin allein. Wirklich kein Schwein ist hier mehr unterwegs. Der Steg ist komplett von den Möwen zugedappt und aus lauter Not, tatsächlich der letzte Mensch auf Erden zu sein, bin ich eben mal in den örtlichen Minimarkt marschiert. Dort stand zumindest eine Oma am Brotstand und an der Kasse tat eine Wuchtbrumme Dienst, die mich misstrauisch beäugte. Die Marina ist naturgemäß auch komplett verwaist. Am Nachbarsteg stehen noch drei Boot im Wasser, die hier scheinbar überwintern. Die Toiletten und Duschen sind bis auf jeweils eine Einheit verrammelt und der Hafenmeister wird duch einen Automaten ersetzt. Einen Lichtblick gibt es allerdings, denn um die Ecke gibt es ein Spijselokal, welches sogar geöffnet hat und dem ich nachher mal einen Besuch abstatten werde.

Die Fahrt hierhin begann schon heute morgen um halb fünf. Um drei Uhr (!!) bin ich aus der Koje gekrochen, habe mich soweit fertig gemacht und die Leinen losgeworfen. Grund war der Wind, welcher nur heute ganz früh aus Westsüdwest blies und einen halbwegs vernünftigen Kurs nach Laesoe versprach. So war es dann auch, auch wenn die Brise längst nicht so stark war wie versprochen. Zur Erinnerung .. gestern abend pfiffen noch gute 40 Knoten durch den Skagener Hafen. Mittlerweile steht der Wind genau aus Süd und nimmt wieder zu. Also soweit erst mal alles richtig gemacht.

Was das Wetter im übrigen angeht, so habe ich es mir mit Petrus scheinbar irgendwie verscherzt. Ich traue mich schon fast nicht mehr neue GRIB-Daten zu laden, zu groß ist meine Angst vor neuen Hiobsbotschaften. Denn die Haupttendenz des Windes für die kommende Woche lautet Südwest. Nicht gut, gerade für meinen Generalkurs Richtung Süd. Hinzu kommt, das im Laufe der Woche mal wieder ordentlich was durchziehen soll. Boen von guten 30 bis über 40 Knoten sind gemeldet. Es wird also nichts mit dem gemütlichen absegeln der letzten Meilen, sondern ich muss vielmehr sehen, dass ich die kurzen Fenster nutze, um Strecke zu machen. Also werde ich morgen mal wieder in aller Frühe aufbrechen, um die Insel Samsoe zu erreichen. Das sind von hier gute 100 Meilen, etwaige Kreuzschläge nicht mitgerechnet. Das ist gleichbedeutend mit mindestens 20 Stunden segeln hart am Wind. Sontag steht der Wind dann zunächst genau aus Süd, weshalb ich dann einen Hafentag einplane. Montag dann erneut ein kurzes Fenster mit fast westlichen Winden. Dann will ich erneut versuchen so weit wie möglich nach unten vorzustossen. Ich will nur hoffen, dass es hinhaut. Es wär ja wirklch der Witz des Jahres, wenn ich es bis zum 21. nicht nach Fehrmarn schaffe und nur wenige Meilen entfernt alleine Bier trinken muss. Das darf nicht passieren :-).

Also drückt mir die Daumen, dass es passt. Bekanntlich ist zu dieser Jahreszeit ja immer noch viel Bewegung in den Wetterprognosen. Vieleicht wendet sich ja auch noch was zum Guten. Ahoi !

Read more

Skagerrak und Video-Botschaft

So es ist vollbracht. Ich bin übers Skagerrak rüber und zurück in Dänemark. Draußen hämmern gerade 40 Knoten über Carpe hinweg und sie legt sich selbst am Steg spürbar auf die Seite. Die Überfahrt selbst war gut, wenn auch in der Nacht etwas langatmig. Denn es fehlte zunächst am gemeldeten Wind aus West. Ergo eierten wir recht langsam durch die Dunkelheit und die Segel schepperten jämmerlich im Rigg. Alle Nase lang musste ich zudem meinen Kurs ändern und anderen Schiffen ausweichen. Wirklich geschlafen habe ich also kaum. Am Morgen kam dann endlich der Winddreher auf Süd und auch eine zunehmende Brise auf. Mit Groß und Genau gings also weiter. Im Tagesverlauf erreichte der Wind dann gute 15-20 Knoten, was uns eine gute Fahrt beschert hat. Hinzu kam der an der dänischen Küste endlich mal mitlaufende Strom gen Osten. So war Skagen am Nachmittag querab und man glaubt schon, bald da zu sein. Aber Pustekuchen. Den hinterm Kap dreht der Wind nochmal auf und es beginnt zu regnen. Dazu kommen die vielen Untiefen rund um das nördlichste Ende Dänemarks. Zwei lange Kreuzschläge hat es gebraucht, bis ich endlich vor der Hafeneinfahrt war. Die Sicht tendierte gegen null und der kalte Regen prasselte unablässig. Nicht so schön und gemütlich, gerade weil auch hier viel viel Verkehr unterwegs ist. Am Ende liege ich aber gut und sicher im Hafen, der im Sommer sicher gerammelt voll ist. Jetzt bin ich hier so was wie der letzte Mohikaner, bevor der Winter Einzug hält. Heute Nachmittag war ich dann wie üblich im Ort und natürlich auch am Grenen, dem Scheitelpunkt zwischen Nord- und Ostsee. Sehr schön war es dort, gerade weil der Wind ordentlich blies und die Sonne dazu lachte. Wenn der aktuelle Sturm durch ist, werde ich versuchen morgen früh weiter nach Süden zu kommen.



Außerdem wird es Zeit für die letzte Video-Botschaft in die Heimat. Diese geht an Ralf Wessels. Also lieber Ralf, auch an dich mein großer Dank für deine Unterstützung beim „UM DEN TIGER“ Crowdfunding und hier dein kurzer Clip mit ein paar Eindrücken der Überfahrt ins Königreich Dänemark. Bis demnächst … Ahoi !



Read more

Auf nach Dänemark 2

Hier ein kurzes Update in Sachen Wetter und Törnplanung für die Passage des Skagerrak. Nächste Meldung dann hoffentlicch aus Dänemark. Ahoi !



Read more

Auf nach Dänemark

Es ist soweit. Einer, wenn nicht der letzte längere Schlag meiner Reise steht an. Es geht nach Dänemark, endlich. Morgen (Dienstag) um 17 Uhr will ich aufbrechen, um anschließend durch die Nacht und den folgenden Tag zu segeln. Meine Ankunft in Skagen ist dann für den späten Nachmittag bzw. frühen Abend am Mittwoch geplant. Wirkliche Sicherheit, ob ich denn tatsächlich aufbreche wird es aber erst morgen geben. Denn ich warte auf den notwendigen Winddreher von Ost auf West und die Vorhersagen sind gegenwärtig doch recht wackelig. Ich bin gespannt …

Meine voraussichtlich letzte Station in Norwegen heißt Korshamn/Korshavn. Nach dem ein oder anderen doch etwas trostloseren Hafen endlich mal wieder ein wirkich schönes, gemütliches Örtchen mit viel Stimmung. Es ist mal wieder mucksmäuschenstill um mich herum. Nur ab und zu knattert eine Norweger mit seinem Boot vorbei, wenn er seine Fangkörbe einsammeln oder ausbringen fährt. Gestern war ich von Sirlevag knapp 40 Meilen nach Borshavn auf der Insel List gesegelt. Ja .. tatsächlich gesegelt. Eigentlich war ja Flaute gemeldet, am Ende blies es allerdings mit über 20 Knoten genau von achtern und Carpe schlingerte unter Genua wild durch die steile, kabbelige See. Dazu schien die Sonne. Kalt war es trotzdem, es wird halt so langsam aber sicher Herbst. Borshavn nutze ich ebenfalls als reinen Stoppover-Hafen. Viel mehr kann man hier ohnehin nicht machen. Um das innere Hafenbecken stehen ein paar Häuser und ein Kiosk. Auf dem Parkplatz davor stehen eine Handvoll Dorf-Jugendlichen mit ihren aufgemotzten Autos und verdrücken das ein oder andere Stück Fastfood aus eben diesem Kiosk. Der hat also offen .. sehr gut. Also bleibt heut` Carpes Küche kalt und auch ich gehe gleich mal eine kleine Portion Fett abholen. Danach gönne ich mir noch eine heiße Dusche, die ihren Namen wirklich verdient hat, und lasse den Abend gemütlich an Bord ausklingen. Die Zufahrt zum Liegeplatz ist hier übrigens verdammt eng. Während der Vorhafen mit Mole wirklich riesig ist, wird das kleine Fahrwasser nach hinten zusehends kleiner. Rechts und links wird es gesäumt von den mittlerweile gewohnten Spieren, welche die Fahrrinne markieren. Bei meiner Ankunft bläst es auch im Hafen noch ganz ordentlich. Also ist mal wieder Multitasking gefragt: Boot fahren, Fender und Leine klar machen, auf die Tiefe achten, Liegeplatz finden. Den Burger habe ich mir als wirklich verdient ;-).

Heute war dann mal wieder Bojenslalom angesagt Nahezu die halbe Strecke der heute nur knapp 18 Meilen musste ich scharf Ausguck nach den zahllosen Gummibällen halten. Das ist in der morgens noch tief stehenden Sonne, die das Wasser vor mir gleißend hell leuchten lässt, manchmal gar nicht so einfach. Und so dauert es nicht lange, bis ich eines der Fanggeräte übersehe. Kein Wunder, denn anstatt mit einer bunten Boje ist die Leine nur mit einem weißen Kanister markiert. Kurz erschrecke ich mich, als der Kanister unmittelbar neben mir an der Bordwand vorbeizieht. Viel mehr schockt mich allerdings die grüne Schwimmleine, die darunter quer im Wasser treibt. Sofort kuppele ich die Maschine aus, da beginnt uns der Kanister schon zu folgen. Mist ! Die Leine hängt an Kiel oder Ruder. Viel mehr als weiter zu treiben kann ich erst mal nicht machen. Und so kommt es, dass nur wenige Augenblicke später die Leine plötzlich wieder frei ist und der Kanister hinter mir im Kielwasser verschwindet. Offenbar ist die Strippe nur kurz an Kiel oder Ruder entlang gerutscht und war anschießend wieder frei. Meine Fresse .. die Pumpe geht mir eins zu tausend. Das hätte heute wirklich noch gefehlt.

Ansonsten ist der Tag undramatisch. Zeitweise läuft im Schwachwind der Volvo, später kreuze ich Richtung Korshamn auf. Im Ort angekommen beginnt dann die Suche nach einem Liegeplatz. Die Angaben im Revierführer sind insoweit nämlich etwas irreführend. Am Ende finde ich aber ein gutes Plätzchen zwischen zwei Arbeitsschiffen. Es gibt, Wasser und Strom und eine kleinen Laden finde ich später sogar auch noch. Ansonsten fällt der übliche Rundgang kurz aus. Es ist hier zwar sehr schön und eigentümlich gemütlich, aber die Menschen verstecken sich mal wieder irgendwo. Eben habe ich noch etwas Diesel aus dem Kanister ergänzt und mal ne neue Gaspulle angeschlossen. Morgen stehen dann ich ein paar letzte kleine Vorbereitungen an, bevor ich dann am Nachmittag hoffentlich los komme. Es wird langsam Zeit nach Hause zu kommen. Ahoi !

Read more

Puh …

N`abend zusammen aus Sirlevag an der norwegischen Südwestküste. Mal wieder ein reiner Fischerhafen mit einer dicken Betonwand samt LKW-Reifen als Fender. Vor einer halben Stunde bin ich hier quasi mit dem letzten Tageslicht eingelaufen. Das war auch gut so, denn hier ist gerade Lobster-Saison für Privatleute. Sprich man darf als Privatmann bzw. Nicht-Fischer seine Fangkörbe ins Wasser werfen, um Lobster zu fangen. Und genau das machen die Norweger auch gerade. Alles aber auch wirklich alles ist mit Fangkäfigen samt den dazugehörigen Bojen zugepflastert. Selbst vor Fahrwassern und Hafeneinfahrten machen die Leute dabei nicht Halt. Von daher ist es gerade nahezu fahrlässig bei schlechter Sicht bzw. Dunkelheit küstennah herumzuschippern, geschweige denn einen Hafen anzulaufen. Zu groß ist die Gefahr sich eine Boje und damit eine Leine zu fangen die sich an Kiel oder Propeller verfängt. Eigentlich wollte ich ja gestern schon weiter, habe mich aber angesichts der nach wie vor gemeldeten Wellen von bis zu 7 Meter dann doch anders entschieden. Erstens hätte ich das entsprechende Stück dann doch im Dunkeln passiert und zweitens kenne ich das Revier hier trotz allem einfach noch zu wenig um irgendwelche Experimente einzugehen. Safety first .. gerade jetzt im Endspurt. Also bin ich erst heute Mittag mit dem aufkommenden Nordwind los. Das war dann auch wirklich gut, denn die Sonne schien und der blaue Himmel lachte dazu. Kalt war es trotzdem und ich bin froh nun hier an der Fischermole zu sitzen und die wohlige Wärme der Dieselheizung zu genießen. Draußen dengelt es derweil gerade ganz schön. Und das obwohl der Wind bereits nachlassen sollte. An Carpes Bordwand quietschen leise die Fender und Reifen und vor mir steht ein Teller mit irgendeinem norwegischen Fertiggericht. Und apropos Wetter. Das bereitet mir hier doch langsam aber sich graue Haare. Es gibt hier oben zu dieser Jahreszeit scheinbar nur zwei Varianten: Starkwind oder Flaute. Hinzu kommen die mitunter ungünstigen Windrichtungen, wenn es zum Beispiel sehr stark auflandig weht. So kommt es also das morgen und übermorgen wieder mal Flaute gemeldet ist. Danach kommt dann direkt wieder Wind um die 30 Knoten und einiges an Regen. Der Wind soll aber wenigstens aus West blasen. Ich will versuchen diesen zu nutzen, um Mittwoch oder Donnerstag endlich das Skagerrak zu überqueren. Das wird deftig, aber scheinbar geht es nicht anders. Das geilste ist aber, dass dann in der nächsten Woche in der Otsee Südwind herrschen soll. Südwind ! Das gibts doch echt alles nicht. Ich werde natürlich versuchen, den 21. las Termin zu halten. Aber es bleibt spannend … und anstrengend. Ahoi !



Read more

180 Grad …

… genau das war heute morgen nach verlassen des Hafens von Langevag der Unterschied zwischen vorhergesagtem und tatsächlichem Wind. Kein Witz. Es war Nordwest gemeldet und vor der Küste blies es aus Südost. Mein „verwegener“ Traum von Halbwindsegeln mit beiden Segeln war also erst mal dahin. Unter Maschine und teils dann doch unter Segeln bin ich zunächst Richtung Haugesund gefahren. Trotz nur mäßigem Wind heute morgen stand vor der Küste noch eine Welle von sicher 4 Meter. Und genau das ist hier das Problem. Ich bekomme fast täglich Mails und Grußbox-Nachrichten mit Vorschlägen für Etappen und Häfen. Dafür bin ich natürlich erst mal dankbar. Ich gebe dabei allerdings zu bedenken, dass ihr gerade in diesem Revier nicht nur auf die Wetterkarte schauen dürft. Morgen Vormittag wird es beispielsweise an der Südwestspitze Norwegens mit berechenbaren 30 Knoten blasen. Zumal von achtern, was im Grunde kein so großes Problem ist. Schaut man aber in die entsprechende Wellenprognose (www.barentswatch.no/en/waveforecast) dann sieht es doch schnell anders aus. Denn allein morgen Vormittag stehen in den beiden Küstenfahrwassern, die man nun mal zwangsläufig durchqueren muss, bis zu 8 Meter Welle. Das ganze zusätzlich auf Legerwall. Wer schon mal 8 Meter Welle erlebt hat, weiß wovon ich rede. Kein wirklicher Spaß und gefährlich obendrein. Gerade mit einem kleinen, leichten Boot wie Carpe. Hinzu kommen die vielen lokalen Schauerzellen die hier Tag für Tag durchziehen und auf den Wetterkarten so nicht wiedergeben werden. Allein heute wurde ich 6 mal von einer schwarzen Wand „eingeholt“, die nicht nur Unmengen von Regen, sondern in aller Regel auch noch sehr unangenehme Schauerböen mit sich bringen. Hinzu kommt der zunehmend dichte Verkehr hier oben.

Heute waren es letztlich gute 45 Meilen bis Tananger, von denen ich am Ende sogar das meisten gesegelt bin. Dennoch ist mal wieder alles pitsche-patschenass und der Salon ähnelt gerade eher einer Wäscherei. Mal sehen wie sich das Wetter morgen entwickelt. Möglich das ich am Abend aufbreche und ein Stück in die Nacht segeln werde. Also dann .. Ahoi !

Read more

Gale warning & Co.

Da sitze ich also in Langevag/Harderland. Einem kleinen Kaff an der Südwestküste Norwegens, in dem es außer einem Supermarkt und einem Imbiss nichts weiter berichtenswertes gibt. Schon heute morgen (Dienstag) um 10.30 Uhr bin ich hier eingelaufen. Vorher hatte ich gute zehn Meilen von Mosterhamn zurückgelegt, wo ich bereits um 8 Uhr die Leinen losgeworfen habe. Mehr als diese zehn Meilen waren heute absolut nicht drin. Und selbst diese waren schon grenzwertig. Kaum aus der Landabdeckung des Hafens von Mosterhamn heraus, blies es gleich mit guten 20-25 Knoten aus Südwest. Nur unter Genua ging es mit Kurs 210 Grad Richtung Südwest. Mit jeder Meile die ich voran kam wurden die Böen stärker und selbst im Sund baute sich eine spürbare Welle auf. Viel schlimmer sind aber die unzähligen kleinen Schauerzellen die hier seit Tagen in regelmäßiger Abfolge wie aus dem nichts auftauchen und dabei Regengüsse wie aus der Dusche und heftigste Böen liefern. Obwohl wir nur unter Genua segeln erreichen wir spielend über 6 Knoten. Knallt eine der Böen in das Vorsegel legt sich Carpe schlagartig weit auf die Seite. Oft bleibt dann nur das sofortige fieren der Vorschot bzw. wenn es richtig kracht sogar das komplette loswerfen der Leine. Kurz vor der Hafeneinfahrt von Langevag kommt dann genau solch eine Zelle angezogen. Binnen Sekunden ist die Sicht weg, es prasselt auf mich herab und die Böen schmettern von Steuerbord voraus gegen Rumpf und Segel. Aber wenigstens ist es hell, was die ganze Sache doch etwas „angenehmer“ macht. Gestern abend (Montag) war das anders. Ich hatte mich am Nachmittag trotz wackeliger Wetterprognose dazu entschieden, aus Bekkjarvik auszulaufen und ungefähr 20 Meilen Richtung Süden zu machen. Der Wind blies zu dieser Zeit (wie schon seit Tagen) genau aus Südsüdost. Sprich, genau auf die Nase und damit unsegelbar, „Warum denn nicht aufkreuzen ?“, wird es jetzt sicher manchem in den Sinn kommen. Klar …. das wäre eine Option, macht aber aus den 20 Meilen gleich 40, was nicht nur eine Ankunft in stockfinstere Nacht bedeutet, sondern auch ein Überschreiten des ohnehin knappen Wetterfensters für den anstehenden kurzen Schlag. Also geht es etwa zur Hälfte unter Maschine Richtung Süden. Dann beginnt der Wind langsam auf Südwest zu drehen und ich kann endlich etwas seglen. Wieder nur unter Genua fahren wir so durch die wolkenverhangenen Schären zwischen Bekkjarvik und Mosterhamn. Das Groß bleibt wegen der auch an diesem Tag unberechenbaren Böen unten. Dann kommt der Hammer. Gerade als ich unter der Brücke etwa 2,5 Meilen vor der Einfahrt nach Mosterhamn hindurch bin, zieht eine dunkle Wolkenwand heran. Es ist ohnehin schon fast dunkel, aber jetzt wirds komplett finster. Kurz darauf beginnt ein Regenguss wie aus Eimern und der Wind legt von jetzt auf gleich sicher 10-15 Knoten zu. Ich kann es nur schwer beurteilen, aber die Böen unmittelbar vor der engen, felsigen Zufahrt erreichen sicher 35 Knoten, wenn nicht sogar noch mehr. Der Regen peitscht mir ins Gesicht und fliegt waagerecht durch den Lichtkegel meiner Stirnlampe. Ans filmen denke ich verständlicherweise nicht. Vielmehr versuche ich unter Maschine die letzten gut 600 Meter bis zur rettenden und hoffentlich abschattenden Einfahrt zu bewältigen. Aufgrund der kurzen steilen Welle, die sich in nulkkommanix gebildet hat, plus Wind stehen wir teilweise. Im Ernst. Der Plotter vor mir zeigt zeitweise 0 Knoten Fahrt über Grund an. Und das obwohl der Diesel sicher mit 2500 Umdrehungen jault. Rechts neben mir kann ich jetzt das grüne Feuer der Zufahrt sehen. Im Lichtschein des Feuers brechen die Wellen an den schroffen Felsen und die Gischt fliegt. Voraus ist das rote Pendant zu sehen. Auch hier wilder Seegang. Wieder habe ich das Gefühl zu stehen. Aber ganz langsam kriechen wir dann doch durch die beiden Feuer hindurch in die kleine Bucht von Mosterhamn. Hier ist von jetzt auf gleich zunindest der Seegang Geschichte. Dafür ist es sehr dunkel. Ich sehe nichts. Außerdem muss ich aufpassen nicht in eines der Flachs zu geraten. Nach zwei vergeblichen Anfahrten zu vermeintlichen Liegeplätzen liege ich schließlich an einer Holzpier und mache die Leinen fest. Ich bin echt fertig mit den Nerven. Das Ding draußen vor der Einfahrt nahe an den Felsen und mit teilweise null Fahrt über Grund hat mich doch ganz schön durchgeschüttelt. Horrorszenarien von ausfallendem Motor bis hin zu Legerwall-Situationen flitzten mir durch den Kopf. Und das alles im Dunkel der norwegischen Nacht und bei Monsterböen und Dauerschutt. Nur gut, dass ich es heute schon wieder fast vergessen habe :-).

Die heutige Zufahrt nach Langevag war am Ende dann nicht so dramatisch. Zwar kommt mir – wie üblich – genau zwischen den Molenköpfen von achtern eine riesige Fähre auf, aber alles klappt gut und das Fahrwasser zu den Liegeplätzen für Gäste bietet keinerlei Schwierigkeiten. Auch morgen wird es hier weiter ordentlich kacheln. Bis zu 40 Knonten werden draußen vor der Küste aus West gemeldet. Die Wellenprognose steigt stündlich und erreicht aktuell selbst auf dem kleinen Stück nach Haugesund um die 6 Meter. Also wird morgen ein weiterer Hafentag anstehen. Den werde ich für ein paar Arbeiten am Boot nutzen und mich ansonsten versuchen zu erholen. Am Donnerstag dreht der Wind dann auf Nord und soll endlich etwas nachlassen. Dann will ich möglichst viele Meilen nach Süden machen, bevor es gegen Abend wieder starkwindig wird. In Etappen soll es dann bis zu einem guten Absprungpunkt über das Skagerrak gehen. Ich hoffe auf Wetter und verbleibe mit einem kräftigen Ahoi :-).

Read more

Wetter-Kapriolen

Und nochmal schnell aus Norwegen. Sitze gerade vor den Grib-Files für die kommenden Tage und staune. Aber schaut selbst …



Read more

Bergen & Treffpunkt Fehmarn

Menschen, Menschen, Menschen. So mein erster Eindruck als ich in Bergen an Land gehe. Gestern abend um kurz nach sechs war ich hier. Hinter mir lagen gute 40 Seemeilen quer durch die schönen Schären und Sunde Südnorwegens. Der Wind blies wie schon die letzten zwei Tage auch sehr böig aus Südost. Das machte die ganze Angelegenheit doch etwas tricky. Denn während ich auf den freien Wassern doch besser segeln konnte als gedacht, stand in den Nord-Süd-verlaufenden Sunden der steife Wind meist genau auf der Nase. Ergo musste ich dort wohl oder übel mal wieder die Hilfe von „Volvi“ in Anspruch nehmen. Der macht aber seine Sache gut und so kommen wir realtiv gut voran. Die letzten zehn Meilen bis nach Bergen kann ich dann wieder segeln. Ich mache das vorsichtshalber nur mit der gerefften Genua, denn alle paar Minuten wird die plötzliche Windstille durch eine brachiale Boe abgelöst, die uns fast in den Wind schiessen lässt. Hätte ich da das Groß noch mit draußen, wäre der Autopilot ruckzuck am Limit und unser Kurs in die Gegenrichtung verkehrt. Ohnehin läuft Carpe selbst nur mit der verkleinerten Genua noch gute 5 Knoten. Bald kommt Bergen in Sicht. Eine schöne Stadt die ich bereits von einem früheren Besuch kenne. Besonders die typischen hölzernen Hansehäuser am Hafen sind auffallend. Der Hafen ist doch ganz gut besucht und so mache ich erst mal an der Hauptpier direkt an einer der Hauptverkehrsstraßen fest. Hier ist es laut und jede Menge Leute laufen durch mein „Wohnzimmer“. Außerdem ist der Stromanschluß so weit entfernt, dass ich selbst wenn ich alle meine Kakbel miteinander verbinden würde nicht genug Länge hätte. Also verhole ich mich an die mittlere Pier. Dort ist viel ruhiger, wenn auch hier viele Leute die ungewohnt warmen Temperaturen genießen. Der Rest des Abends ist dann mit der üblichen Bordroutine, etwas zu essen und ein wenig Lektüre schnell verbracht. Außerdem beauftrage ich per Mail einen Mechaniker, morgen bei Carpe einen Ölwechsel zu machen. Das hat sich der Motor redlich verdient und so will ich ihm ein wenig Wellness gönnen. Der Termin ist dann einfacher vereinbart als gedacht und um zehn Uhr will der Marina-Mann kommen und loslegen.

Heute morgen rappelt dann in aller früh mein Handy mit einer Mail des Handwerkers. „Um Missverständnissen vorzubeugen, der Termin muss bei uns außerhalb von Bergen statffinden. Ansonsten können wir den angebotenen Preis nicht halten“, schreibt er. Dabei hatte ich ihm gestern klipp und klar gesagt wo ich hinfahre und auf ihn warten werde. Jetzt will er plötzlich den doppelten Preis für seine Dienste. Der spinnt wohl. Ich lehne dankend ab und beschränke mich auf ein Lob für den Motor. Die letzten Tage wird er das Kind sicher auch so noch schaukeln. Mann , Mann, Mann …

Heute Vormittag drehe ich dann ne ausgedehnt Runde durch die Stadt. Es ist wirklich sehr sehr schön hier. Auch ein Ausflug auf den Floyen steht auf dem Programm. Ähnlich wie in Alesund kann man hier nämlich den „Hausberg“ erklimmen, um von dort eine grandiose Aussicht auf Stadt und Umgebung zu bestaunen. Gott sei Dank gibt es hier aber eine Bahn zum Gipfel und ich muss nicht schon wieder meine schweren Kadaver den steilen Weg hinaufwuchten :-).

Jetzt sitze ich im Cockpit, entspanne etwas in der Abendsonne und schreibe ein paar Zeilen. Eben war ich noch duschen, was auch ein ganz schöner Akt war. Denn man braucht einen Code für das hiesige „Servicecenter“. Der steht aber komischerweie nicht auf meiner Bezahl-Quittung. In der Tourist-Info kann man mir nicht helfen. Also rufe ich den Hafenmeister an, der mir das große Geheimnis schließlich verrät. Der Code lautet: 2017. Na da hätte ich auch so drauf kommen können. Als ich dann frisch geschniegelt zum Steg zurückkomme dreht eine norwegische Yacht ein paar Kringel. Die ältere Dame plärrt zu mir herüber, ob ich denn nicht mal ein bißchen Platz machen könnte, damit sie anlegen können. Die Lücke ist zwar auch so groß genug, aber freundlich wie ich nun mal bin, verhole ich Carpe ein Stück nach vorne. Dann kommt der Großmeister des Segelsports mit seiner 39er Hanse angedüst und knallt mir dabei fast wieder mal in den Windpilot. Nur die Heckleine die ich schnell von seiner Reling gegriffen und auf einem Poller belegt habe verhindert schlimmeres. Es dauert dann noch eine Weile bis das Team das Boot tatsächlich fest hat. Mir steht derweil der Angstschweiß auf der Stirn. Das wäre fast das dritte mal gewesen, dass mir irgendein Hirsch ins Boot fährt. Ich will ja nicht zu viel Klugscheißen, aber es gibt doch echt ne erschreckend große Menge Leute, die keinen Schimmer von dem haben, was sie da veranstalten und so regelmäßig sich und andere gefährden. Das geilste ist allerdings die Frau des Skippers, die mich anschließend sogar noch anmotzt, warum ich denn nicht norwegisch mit Ihnen reden würde. Ich glaub echt ich krieg nen Fön. Erst mache ich denen Platz, helfe beim Anleger und verhindere eine Kollision und muss mir dann noch son Senf anhören. Have a nice day …

Noch was Wichtiges: Heute habe ich endlich die Zusage vom „Cafe Sorgenfrei“ auf Fehmarn für unser Meet & Greet am 21. Oktober bekommen. Cool !! Das ganze findet also dort und nicht wie ursprünglich angekündigt im Sailors Inn statt. Das „Cafe Sorgenfrei“ hat in Burgtiefe zwei Lokale. Einmal draußen an der Zufahrt zum Hafen und einmal direkt am Rundsteg vom Yachthafen Burgtiefe. Und genau dort sind wir; am Rundsteg. Dort werde ich dann auch irgendwo anlegen. Essenstechnisch wird eine Kleinigkeit vorbereitet für die man dann je nach Hunger und Gustor nen kleinen Obulus in die Sammelbüchse werfen kann. Getränke latzt wie üblich jeder selbst. Ich freu mich schon.

Also dann .. schon wieder Zeit ans Essen zu denken. Ahoi !

Read more

Unterwegs nach Süden

Tach zusammen, hier ein kurzes Lebenszeichen von mir sowie ein paar bewegte Bilder der letzten Tage meiner Reise gen Süden. Leider ist es momentan sehr flautig und wird wohl auch noch ein büschen so bleiben. Dafür ballert jeden Tag die Sonne und die Temperaturen sind mehr als spätsommerlich. Vielleicht kann ich in der Nacht von Mittwoch auf Donnestag mal ein paar Meilen Richtung Bergen wegsegeln. Morgen gehts aber erst mal zum „Bruder Leichtfuss“. Kennt ihr nicht ? Dann schaut mal hier: www.bruderleichtfuss.com. Ein echter Spitzenblog gegen den ich kaum anstinken kann. Außerdem lebt der Timo gerade in einem Fjord nicht weit von hier und morgen besuche ich ihn. Bier soll schon kalt gestellt sein. Ahoi und Gruss aus Floro !



Read more