Archiv der Kategorie: Sonnensegler

Letzte Vorbereitungen

Koffer ist gepackt, Rucksack ebenso und drei Pakete mit Ausrüstung sind bereits seit letzter Woche mit der Post auf dem Weg nach Griechenland.
Heute war ich noch zur Kontrolle bei meiner Zahnärztin. Alles bestens!
Jetzt sind es nur noch zwei Tage, bevor die Reise wieder beginnt und so langsam werde ich wirklich hibbelig.
Der Aufbruch ins Ungewisse, zum wiederholten Male und diesmal doch ganz anders. Im Gegensatz zu den Reisen mit Eos in den letzten drei Jahren weiß ich nicht was mich mit Nomade erwartet. Alles ist graue Theorie, vieles noch nicht genau bekannt. Denn auch wenn ich bereits zweimal im Shipyard an Bord war, so ist Nomade doch um einiges komplexer als Eos und ich habe noch nicht alles zu einhundert Prozent durchleuchtet.
Bevor Nomade allerdings zurück in ihr Element kommt, habe ich noch zwei Wochen Zeit, um sie dafür fit zu machen. Wenn nicht irgendetwas ganz gravierendes dazwischen kommt, sollte das auch gut machbar sein.
Am 7. April wird sie dann mit dem Travellift ins Wasser gesetzt. Beim Gedanken daran kribbelt es bereits. Eine Mischung aus großer Anspannung und riesiger Vorfreude.
Sobald der Volvo dann läuft und die Leinen los sind beginnt das Abenteuer. Ich werde am Anfang mit Nomade allein sein und bin schon sehr gespannt wie die ersten Manöver mit ihr so gehen. Ich hab einen riesigen Respekt vor diesem Schiff, das kann ich euch sagen!

Eine Woche nachdem Nomade ins Meer gesetzt wurde, wird Sabrina in Athen ankommen. Dann bringe ich den Mietwagen zurück zum Flughafen und wir werden gemeinsam mit einer Fähre, dem Flying Dolphin, zurück zum Schiff fahren.
Anschließend steht ein längerer Törn nach Norden an. Wir wollen zusammen in den Golf von Euböa segeln, um Filou abzuholen. Die lange Autofahrt auf die Peloponnes bleibt ihm so erspart. Sabrina kann es kaum erwarten ihn endlich zu sehen.
Ab dann ist alles offen und vieles wird davon abhängen wie sich Filou an Bord fühlt. Alles step by step und nichts überstürzen…
Vermutlich werden wir die drei Wochen, in denen Sabrina an Bord ist, überwiegend im Golf verbringen und kleine, sehr kleine Törns bei ruhigem Wetter segeln, um Filou langsam an das Bordleben zu gewöhnen.

Am Samstag bringt mich Sabrina zum Flughafen. Wird Zeit dass es endlich los geht!

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Videoupdate #38

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Der Trend geht zum Zweitboot

In drei Wochen sitze ich, wenn alles klappt, im Flugzeug nach Griechenland. One Way! Zurück geht es dann mit Nomade und mit Filou.
Ich habe in den letzten Wochen fast alles erledigt, die To-Do Liste ist tatsächlich kleiner geworden und ich bin guter Dinge, dass ich in den letzten Tagen vor dem Flug sogar noch etwas Freizeit haben werde. Ein guter Grund kurzfristig noch ein kleines Zwischenprojekt einzuschieben, oder was meint ihr?

Um es kurz zu machen: Ich habe letzte Woche ein Segelboot gekauft!

Darüber nachgedacht haben wir schon etwas länger. Es fing damit an, dass wir etwas gesucht haben, auf das wir ausweichen können, sobald Nomade zur Großbaustelle geworden ist und das Refit startet. Wir haben auch mal wieder über Wohnwagen und Wohnmobil nachgedacht, sind aber letztendlich doch wieder beim Segelboot gelandet.
Passt einfach am besten. Denn mit Nomade werden wir wohl eine ganze Weile keinen Törn machen, sobald da einmal reingerissen ist.
So ein kleines, trailerbares Bötchen dagegen ist schnell mal ans Meer oder woanders hin gezogen und ins Wasser gelassen.
Auch gefällt uns die Vorstellung tagsüber an Nomade zu arbeiten und abends in einem gemütlichen kleinen Boot im Hafen einzuschlummern.

Also Zweitboot!

Noch dazu hat es mir überhaupt nicht gefallen, dass ich schon wieder das Privileg bekomme, lange mit dem Boot unterwegs zu sein, während Sabrina auf dem Trockenen sitzt. Sie ist jetzt jedenfalls ziemlich happy und ich lege mich ins Zeug, damit das Boot fertig ist, bevor ich weg bin.
Es ist zwar grundsätzlich in einem guten Zustand und komplett, aber trotzdem muss ein bisschen was gemacht werden, damit es wieder erstklassig im Wasser liegt…

Und so sieht er aus, der NAUTIC PLAST HAI 590. Einen neuen Namen hat er auch bekommen!

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Videoupdate #37

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Filou bei der Tierärztin

Filou, fotografiert von Yanna.

Vor wenigen Tagen war Filou zum ersten Mal bei einer Tierärztin und wurde dort umfangreich untersucht. Blut abnehmen, Hautuntersuchung, allgemeiner Check und so weiter.
Er hat alles mit sich machen lassen und ist auch ohne größere Probleme im Auto mitgefahren. Autofahren ist allerdings noch nicht so richtig sein Ding. Allerdings auch kein Wunder, bei den vielen Serpentinen in Griechenland.
Die entzündete Bindehaut an seinem linken Auge ist bereits von allein fast verheilt, allerdings hat er noch ein paar gerötete Stellen an den Beinen. Das sind sehr wahrscheinlich Milben, die ihn dort ärgern und er hat bereits ein Medikament dagegen bekommen.
Seine Lymphknoten sind etwas geschwollen, was viele Ursachen haben kann, bedenkt man seine bisherige Lebenssituation.
Eine umfangreiche Blutuntersuchung auf verschiedene, sehr schlimme Krankheiten aus dem Mittelmeerraum ist auch bereits im Gange und die ersten Ergebnisse haben wir gestern bekommen. Leishmaniose = negativ, Ehrlichiose = negativ! Darüber haben wir uns sehr gefreut, aber noch stehen weitere Ergebnisse aus. Wir hoffen das Beste für Filou.

Ansonsten macht er sich sehr gut bei Yanna. Sie kümmert sich wirklich toll um ihn und wir bekommen fast täglich Bilder von ihr oder auch mal ein Video.
Filou spielt sehr gerne mit den anderen Hunden, frisst gut und ist entspannt. Er zeigt ein tolles Sozialverhalten und hat sich ziemlich schnell auf seine neue Umgebung eingestellt.

Wir wissen jetzt auch, wie alt Filou ist. Die Ärztin hat ihn auf etwa 1,5 Jahre geschätzt, was sehr gut ins Gesamtbild passt, denn er wurde in Kilada zum ersten Mal vor etwa einem Jahr im Winter gesichtet. Filou ist also irgendwann im Sommer 2015 auf die Welt gekommen und hat zwei Winter auf der Straße überlebt.

Jetzt hoffen wir, dass die anderen Tests auch negativ ausfallen und er bald wieder ganz gesund und kräftig ist.

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Videoupdate #36

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Filou und die Straßenhunde

So langsam kehrt wieder Alltag hier ein. Filou macht sich gut in Kapandriti und wir haben angefangen, alles was noch auf uns zu kommt, zu organisieren. Wie wir ja bereits vor kurzem erwähnt haben, wird es auch finanziell eine neue Hürde für uns, Filou aufzunehmen. Unterbringung, neue Ausrüstung und Tierarztbehandlungen kosten Geld, dazu die anstehende Überführung von Nomade und das alles nur mit Sabrinas Gehalt, während ich Schiff und Hund nach Hause holen werde. Keine leichte Aufgabe.
Es gab dazu aber auch schon Hilfsangebote und wir finden das ziemlich toll von euch, dass ihr Filou und uns unter die Arme greifen wollt.
Allerdings lehnen wir dankend ab, denn wir sind ziemlich sicher, das wir das hin bekommen werden und es gibt da jemanden, der eure Unterstützung viel, viel dringender benötigt als wir!

Stefan hat gleich mehr als ein Dutzend Hunde von der Straße zu versorgen. Er wohnt in Porto Cheli, hat dort ein großes Grundstück gemietet und rettet Straßenhunde und Katzen. Er päppelt sie auf, bringt sie zum Tierarzt, vermittelt sie in gute Hände und organisiert Transporte. Die Lage in Griechenland ist, was Tierschutz angeht, leider wirklich schlimm. Ein Hundeleben ist hier wenig wert. Welpen werden einfach lebend in Mülltonnen geworfen, störende Hunde vergiftet oder erschossen und fast täglich habe ich irgendwo einen überfahrenen Streuner auf der Straße gesehen. Die Tiere werden oft nicht alt und die, die das eine Weile überleben sind, vor allem in den kleineren Orten, meist ausgehungert und am Ende, gerade jetzt, gegen Ende des Winters.

Ich habe Stefan in Kilada getroffen und er hat mir dort mit Filou geholfen, mir gute Tipps gegeben und heraus gefunden, wo sich Filou tagsüber aufhält. Nebenbei bemerkt konnte er sich an einige Details aus Nomades Kajüte erinnern. Er arbeitet nämlich hauptberuflich als Mechaniker bei einer Bootswerft in Porto Cheli und hat vor Jahren einmal an Nomade gearbeitet. Die Welt ist manchmal wirklich klein.
Jedenfalls hat er in Griechenland alle Hände voll zu tun. Denn die Sache mit den Hunden macht er in seiner Freizeit, zusammen mit seiner Frau, 7 Tage die Woche.
Am liebsten hätten wir auch Filou bei ihm gelassen, weil es dem Hund den weiten Weg erspart hätte, aber Stefan ist momentan bis an die Belastungsgrenze mit Hunden ausgefüllt.

Wenn ihr also helfen wollt, dann besucht mal Stefans Facebookseite:
Porto Heli’s Strassentiere
Dort findet ihr recht weit oben verschiedene Möglichkeiten, seine Arbeit mit ein paar Talern zu unterstützen.

Oder noch besser: Wenn ihr einen Hund sucht, es gibt bei ihm jede Menge dankbare Tiere, die ein zu Hause suchen.

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Herz vs. Kopf

Eigentlich sollte hier jetzt ein Bericht über Nicos Woche auf Nomade kommen, denn in den letzten Tagen war er in Kilada, um vor Ort bereits einiges zu erledigen und erste Dinge auf dem Schiff für die Überführung vorzubereiten.
Doch schon am ersten Tag war der Inhalt unserer Gespräche nicht Nomade, sondern der „Nachbar“, wie wir ihn am Anfang genannt haben.
Zugegeben, sehr vertrauenserweckend sah er nicht aus, wie er da auf seiner alten Matratze auf dem Werftgelände gelegen hat, abgemagert und mit skeptischem Blick. Es ist ein Streuner, der sich dort seinen Schlafplatz gesucht hat, auf einer weggeworfenen Matte, in einem alten Bananaboot.
Als ich das erste mal von ihm gehört habe, dachte ich eher daran, dass es gefährlich sein könnte, wer weiß schon, wie so ein Straßenhund reagiert? Mitleid hatte ich allerdings mit ihm, dieses Leben hat er sich nicht ausgesucht.
Nico ist noch am ersten Abend so schwer verliebt, dass er mich fragt, was ich von ihm halte, ob er ihn mal füttern soll? Mein Herz sagt sofort „Ja!“, aber mein Verstand setzt sich noch durch und ich versuche ihn mit Argumenten aufzuhalten…nicht dass der Streuner sich an ihn gewöhnt, anhänglich wird und dann enttäuscht ist, wenn er dann doch wieder alleingelassen wird nach ein paar Tagen.
Insgeheim informiere ich mich allerdings schon, wie das denn so ist, einen ehemaligen Streuner aufzunehmen, der Papierkram der notwendig ist, Untersuchungen die gemacht werden müssen. Jede freie Minute nutze ich zum recherchieren.
Und immer wieder der Gedanke: Aber er ist so groß, und alles ist so plötzlich, können wir das wirklich?
Klar ist, er kann nicht in ein paar Tagen auf dem Rückflug mit nach Deutschland. Allein die Tollwutimpfung muss 3 Wochen vor der Einreise gemacht werden, einen Chip und einen Ausweis müsste er erst bekommen. Also doch die Idee aus dem Kopf schlagen, dachte ich erst. Aber einen Hund wollten wir ja sowieso wieder…nur nicht jetzt schon und eigentlich einen kleineren. Ein wildes Hin und Her, Gefühle und Argumente liefern sich eine Schlacht.
Wir denken darüber nach ihn aufzunehmen, wenn er im März noch dort zu finden ist, sobald Nico das nächste mal auf Nomade ist. Das hätte allerdings bedeutet, dass er bis dahin auf sich allein gestellt ist und das Risiko ist groß, dass er nicht mehr bis dahin durchhält, er war doch jetzt schon so dünn und der Winter ist noch längst nicht vorbei.
Dieser Hund lässt mich einfach nicht mehr los. In meinem Kopf gehe ich immer wieder die Möglichkeiten durch und im Internet suche ich nach Lösungen, doch es erscheint alles irgendwie nicht machbar.
Nico besorgt trotzdem schon mal Futter und der Streuner zeigt sich erstaunlich ruhig, zwar mit anfänglicher Skepsis, aber er gewinnt zusehends Vertrauen. Bei mir gewinnt immer mehr das Herz die Oberhand.

Jedes weitere Bild was ich sehe bestärkt mich darin weiter nach einer Lösung zu suchen.
Um dem Verstand nun die letzten Argumente zu nehmen, suche ich weiter im Internet, finde tatsächlich ganz in der Nähe von Kilada ein deutsches Paar, das sich um Straßenhunde kümmert und sehr aktiv im Tierschutz ist. Nach einem ersten Kontakt geht alles sehr schnell. Bei ihnen kann der Streuner zwar nicht unterkommen, denn sie sind selber bis an den Rand ihrer Kapazitäten ausgefüllt, aber sie kümmern sich, zusammen mit einer Tierschützerin hier aus Deutschland, um einen Platz in Griechenland für ihn, damit er dort bleiben kann, bis wir ihn mit an Bord nehmen können.
Puh, plötzlich war eine Lösung zum greifen nahe, nur wie sollte Nico, der zum ersten mal Kontakt zu einem Straßenhund hat, es schaffen ihn in den wenigen Tagen soweit an sich zu gewöhnen, dass er in einer Box, im Auto, über 200km weit zur Pflegestelle mitfährt? Das war die einzige Chance, die es gab, die Zeit war knapp und mehr konnte ich von hier aus nicht tun.
Es war nicht leicht, aber Nico ist es schließlich gelungen, den Hund an sich zu gewöhnen und er ist nun in Kapandriti, bei einer sehr guten Pflegestelle. Er ist jetzt kein Straßenhund mehr, sondern wartet darauf zu uns zu können.
Nach langem Überlegen haben wir uns für den Namen Filou entschieden, denn das ist er wirklich, ein kleiner Lausbub, der sich in unser Herz geschlichen hat und wir hoffen, dass er bald das Leben an Bord von Nomade mit uns kennenlernen kann. Bis dahin wird er in der Pflegestelle aufgepäppelt und ärztlich versorgt, bekommt die nötigen Papiere und muss leider noch etwas warten, bis wir ihn dort abholen können. Ich freue mich schon riesig darauf, ihn dann endlich kennenlernen zu können, denn ich kenne ihn bisher nur von Fotos und Videos, aber trotzdem habe ich ihn jetzt schon ins Herz geschlossen.



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Videoupdate #35

Heute zeigen wir euch mal Nomade!

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Videoupdate #34

Die Videoupdates werden so langsam wieder aktuell. In Video #34 fliegen wir nach Griechenland um uns Nomade anzuschauen.

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Da war doch noch was

welche-routeDie Frage, auf welchem Weg Nomade nach Hause kommen soll, haben wir ja bisher offen gelassen. Nicht etwa, weil wir euch zappeln lassen wollten, sondern weil wir selbst sehr lange hin und her überlegt haben, auf welcher der drei sinnvoll möglichen Routen Nomade nach Wesel kommen soll.
Denn alle drei Varianten haben ihre ganz speziellen Reize. Keine der drei Routen ist signifikant weniger schwierig als die anderen. Das hat uns die Wahl so schwer gemacht.
Am Ende haben wir uns schließlich für den kürzesten Weg entschieden. Ob das auch der schnellste ist, wird man ohnehin erst hinterher sehen.

Zunächst einmal etwas zu Variante A, die es nicht auf den Plan geschafft hat und warum:

Diese Route würde durchs Mittelmeer nach Westen bis nach Gibraltar führen. Dann weiter entlang der portugiesischen Küste nach Norden, über die Biskaya, durch den Ärmelkanal, ein Stück Nordsee bis zum Rhein und dann etwa 200km bergauf bis nach Wesel.
Diese Route war am Anfang unser Favorit. Der Volvo müsste jedenfalls nicht so viel leisten wie bei Variante B und C. Die Strecke ist allerdings auch die längste von allen. Dazu kommt, dass Nomade sehr lange, sehr weit weg von zu Hause ist, bevor die Distanz irgendwann schrumpft, was bei Zwischenfällen die ganze Sache noch verkomplizieren würde.

Variante B, die es leider auch nicht geschafft hat:

Die Route würde durch die Ägäis, über die Dardanellen und den Bosporus, ins Schwarze Meer führen. Dort würde man nach Norden bis zur Mündung der Donau segeln und schließlich 2.400 Kilometer die gesamte Donau quer durch Europa fahren.
Anschließend gelangt man über Main-Donau-Kanal und Main in den Rhein.
Diese Strecke war lange mein persönlicher Favorit und auch Sabrina ist ziemlich angetan von Variante B. Allein die Ägäis wäre schon ein Traum. In der Türkei war ich auch noch nie und würde das Land gerne mal selbst kennenlernen.
Dann das Schwarze Meer! Wann kommt man schon mal dort hin?
Und anschließend durch Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowakei, Österreich und vielleicht auch ein Stück Moldawien und Ukraine.
Viele Länder, die ich noch nie besucht habe und die mich unheimlich interessieren würden. Dazu die verschiedensten Landschaften.
Und warum dann nicht einfach diese Variante wählen? Weil sie ein ziemlich großes Loch in die Bordkasse reißen würde.
Bereits in der Türkei kämen einige Kosten auf uns zu. Cruising Permit, Grau-und Schwarzwassertank (keine Ausnahme für Durchreise), Chipkarte, …
Das allein wäre ja noch machbar. Spätestens bei der Rechnung für 2.400 Flusskilometer gegen den Strom auf der Donau hört es dann aber auf. Ich hab die Zahlen gerade nicht im Kopf, aber uns ist leicht übel geworden, als ich das ausgerechnet hatte. Mehrere hundert Motorstunden, einige Ölwechsel und locker zwei bis drei Monate mehr Zeit als bei den anderen beiden Varianten würden auf uns zukommen. Das ganze dann mit einem Motor, den ich noch nicht kenne.

Und deshalb haben wir uns letztendlich für Variante C entschieden:

Diese Route führt ebenfalls durchs Mittelmeer nach Westen, macht aber irgendwann einen Schlenker nach Norden, bis zum Löwengolf. Nach etwa 1.400 Seemeilen wäre Nomade an der Mündung der Rhône und die letzten 45 Kilometer dieses Flusses kenne ich noch nicht. Ein guter Grund dort mal hoch zu fahren, oder nicht?
Den „Rest“ der Strecke kennt ihr ja, denke ich.
Es geht also weiter bergauf nach Norden. Kilometer für Kilometer, bis zur Saône und anschließend nach Osten in den Rhein-Rhône-Kanal bis zum Rhein. Ab dort geht es dann nur noch bergab.

Es gibt zwei Dinge, die mich an dieser Variante reizen und auf die ich mich besonders freue. Das ist zum einen (man mag es kaum glauben) die Rhône und zum anderen und eigentlich noch viel mehr der Rhein-Rhône-Kanal.
Vermutlich liegt das an dem enormen Wetterpech und den Extremen, die ich dort mit Eos erlebt habe. Ich freue mich unheimlich darauf, wieder dort zu sein und ich hoffe auch irgendwie, dass ich die Rhône und den Kanal mal von ihrer/ seiner schönen Seite zu sehen bekomme. Jedenfalls bin ich optimistisch, dass ich nicht ein zweites Mal eine Rekord-Hochwasser-Serie erwische. Statistisch betrachtet ist das nahezu unmöglich… *räusper*.
Höchstens vor Niedrigwasser hab ich noch ein wenig Bammel. Nomade hat 1,80m Tiefgang (wenn sie wirklich leer ist) und der höchstzulässige Tiefgang im Kanal beträgt 1,80m.
Aber ich weiß auch, dass mit ein bisschen Hochwasser, ein ganz klein wenig mehr geht…

Ja, und dann wäre da noch die Sache mit dem Einhandsegeln. Da haben Sabrina und ich ebenfalls lange drüber gegrübelt und diskutiert.
Es müsste nicht sein, muss man ganz klar so sagen. Aber diese Fahrt ist möglicherweise die einzige Gelegenheit dazu.

Also Einhand!

Ich werde noch im Januar für zwei Wochen nach Griechenland fliegen, um erste Arbeiten am Schiff zu erledigen. Im März geht es dann für mich erneut nach Griechenland. Dann allerdings Oneway. Dort habe ich nochmal drei Wochen Zeit, um Nomade startklar zu machen und ins Wasser zu bringen, bevor Sabrina an Bord kommt.
Sabrina hat drei Wochen Urlaub. In dieser Zeit wollen wir zusammen die Peloponnes erkunden. Da geht es nur darum das Schiff kennenzulernen und das Mittelmeer zu genießen.

Auf der folgenden Karte könnt ihr euch die ungefähre Route anschauen. Ungefähr deshalb, weil bekanntlich das Wetter oder andere Umstände zur Richtungsänderung führen können.

sonnensegler-route-2017

Zu guter Letzt noch eine kleine Umfrage:

Sollen wir wieder einen Countdown zum Neustart einrichten, oder nicht?

 

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2017

Wir wünschen euch ein wunderbares neues Jahr!

Lightpainting 2017

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