Archiv der Kategorie: Sailing Nonsuch

Frühlingserwachen auf dem Fuselfelsen

Der Saisonanfang ist ja schon für sich immer etwas besonderes. Letztes Jahr habe ich ihn mit Ostern, Geburtstag und Weihnachten auf einem Tag verglichen. Wenn dann das Wetter auch noch das erste Mal seit 5 Jahren gleich einen Saisoneröffnungstrip nach Helgoland zulässt geht es schon fast nicht mehr besser. Bis einen alte Erinnerungen noch einen neuen Plan dazu schmieden lassen….

Aber mal von Anfang an. Fast schon etwas widerwillig geht es morgens in Cuxhaven los. Die Morgen sind noch eiskalt und vor allem hat sich mein Biorhythmus noch nicht wieder an die Segelsaison gewöhnt. Obwohl ich ein ausgewiesener Langschläfer und eine Nachteule bin, bin ich an Bord im Sommer meistens schon um 7 wach und dafür spätestens um 23h in der Falle, wenn nicht noch irgendwelche feuchtfröhlichen Fachgespräche dazwischen kommen. Richtige Rentnerzeiten also. Und jetzt lässt mich die 0800 Brückenöffnung Samstag früh schon etwas grummeln. Lange dauert die Gewöhnungsphase jedoch nicht. Endlich bewegt sich das Boot wieder, der Motor läuft, die sanften Bewegungen der Nonsuch fühlen sich gleich vertraut und wohlig an. Dass die Nordsee spiegelglatt ist und die Temperaturen kaum mal über 8 Grad steigen, stört da gar nicht. Immerhin scheint die Sonne. Und endlich wieder draußen!

Gegen Mittag erhebt sich langsam die felsige Kulisse von Helgoland über den Horizont. Auch wenn man das Ganze als Elbsegler schon Dutzende Male gesehen hat, ist es doch immer wieder ein besonderes Erlebnis: Keine flache Düneninsel am Horizont, sondern auf einmal taucht ein 50m hoher Klotz von Felseninsel aus dem Dunst auf. Ein ungewöhnliches Bild an dieser Küste, denn Helgoland ist die einzige Felseninsel an der Deutschen Nordseeküste und nebenbei noch die Einzige Hochseeinsel, mehr als 30 Seemeilen von jeder anderen Küste entfernt. So kommt jedes Mal ein bisschen echte Seefahrtsstimmung auf wenn Cuxhaven am Horizont verschwindet und erst einige Zeit späte Helgoland vor einem auftaucht. Zumindest für ein paar Stunden. Und das ist der erste Grund weswegen Helgoland bei Seglern so ein beliebtes Ziel ist.

Der zweite wird an Land schnell offensichtlich. Auch die Landschaft ist in der näheren Umgebung einmalig. Der Hafen ist keine langweilige Marina sondern wird von Schiffen aller Art frequentiert. Dadurch ist die Stimmung sofort so angenehm maritim, selbst wenn 10er Päckchen hier in der Hochsaison eher Regel als Ausnahme sind. Es sieht hier auch nicht so typisch urig und antik wie z.B. oft in Dänemark aus; im Hafen eher fast schon industriell, trotzdem kommt hier draußen weit weg vom Festland sofort Urlaubsstimmung auf. Schnell fällt der Blick auch auf die kleine Nebeninsel namens „Düne“, welche als Badeinsel und Kinderstube für Hunderte Seehunde und Kegelrobben fungiert. Hier kommen vor allem die Naturfreunde auf ihre Kosten. Doch über allem thront das Oberland. Selbst Teile des Inseldorfes liegen auf dem bis zu 50m hohen roten Felsenplateau. Wer zum Brötchenholen oder in die Kirche hinauf will muss jedes Mal den Aufzug oder die Treppe nehmen. Auf dem Oberland lässt sich dann mit einer herrlichen Aussicht auf die aus der Deutschen Bucht in die weite Welt ausfahrenden Dampfer spazieren gehen. Dabei lernt man nebenbei auch noch viel über die bewegte Vergangenheit der Insel, die bis ins 20. Jahrhundert hinein zu England gehörte. Besonders eindrucksvoll sind die mittlerweile zugewachsenen Bombenkrater die von der Verwüstung in den Weltkriegen zeugen, welche fast bis zur Zerstörung der ganzen Insel und ihrer zeitweisen Unbewohntheit führten. Auch Geschichtsfreunde werden bei den zahlreichen Zeitzeugnissen hier auf ihre Kosten kommen.

Kommen wir nun zum Dritten Grund warum so viele Segler einen Trip nach Helgoland planen. Bei jeden Seefahrer an Nord- und Ostsee hat sich ein Spitzname für Helgoland eingebürgert: Der Fuselfelsen. Und das nicht nur bei Seglern. Den Namen kannste bei jeden Hafenmeister erwähnen, jeder wird sofort wissen was du meinst. Das ganze rührt daher, dass Helgoland eine steuerliche Sonderzone ist. Es gibt keine Mehrwehrtsteuer, und ich glaube einige andere Steuern fallen ebenfalls weg. So kostet der Liter Diesel beispielsweise nur 81 Cent.


Diese Besonderheit hat dazu geführt, dass fast die gesamte Insel vom Duty-Free Geschäft mit den Tagestouristen lebt. Das Dorfzentrum besteht fast ausschließlich aus Pafümerien, Schnapsläden, und Tabak-und Süßigkeitenverkäufern wie an jedem internationalen Flughafen. Nur in einer nie dagewesenen Fülle! Es soll auf der Insel vorkommen, dass die Dame des Hauses eine Parfümerie führt, er den angeschlossenen Schnaps- und Tabakladen, und dass der heimische Keller noch als Lager missbraucht wird. Selbst für den örtlichen Juwelier gilt die Mehrwertsteuerbefreiung. So kommt es dann, dass nicht nur die Tagestouristen sondern auch die Segler ihre Zollfreimengen gerne ausnutzen und ihr Schiff….ähem…“ausrüsten“. Ein weiterer Vorteil von einem Trip nach Helgoland gleich zu Beginn der Saison, können so doch die im Winterlager beim Arbeiten wegkondensierten Restvorräte wieder aufgefüllt werden. 😉

Im Hochsommer, wenn bis zu 7000 Tagestouristen die Insel bevölkern, bleiben die meisten Segler tagsüber zwischen 12 und 16 Uhr einfach auf den Booten und schauen sich die danach wieder leergefegte Insel in Ruhe an. Jetzt im frühesten Frühling ist es den ganzen Tag über angenehm leer. Selbst der Bäcker hat am Sonntag noch geschlossen. So schlendern wir ganz entspannt über die Insel, freuen uns an den ersten Sonnenstrahlen des Tages und beschließen den Tag mit einem kleinen Abendessen.

Anschließend darf ein kleiner Verdauungsspaziergang nicht fehlen. Und wo ginge das auf Helgoland besser als auf dem Oberland. Also die 181 Treppenstufen hochgetigert (als ob das zur Verdauung nicht gereicht hätte!) und einmal die große Runde gelaufen. Vorbei am riesigen Leuchtturm mit dem stärksten Feuer des ganzen Landes, Kleingärten, Vogelkolonien, grasenden Schafsböcken mitten auf dem Spazierweg bis an den Rand der Klippen mit  Blick über die Felsenstele „Lange Anna“, dem Wahrzeichen der Insel, und raus aufs Meer in den Sonnenuntergang.

Doch ich war nicht zum ersten Mal hier. Wie wir so die Szenerie, die Meeresluft und das Kreischen der Möwen genießen, fällt mir ein Gespräch mit meinem Papa wieder ein, mit dem ich genau an dieser Stellle bei meinem letzten Saisoneröffnungstrip nach Helgoland vor fünf Jahren hier stand. Und just dann begann sich in meinem Kopf eine neue Idee zu formen…
























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Mein Winterprojekt: Das neue Teakdeck

Ich gehöre zu den Menschen die auch im Winter ihr Boot nicht lange alleine lassen können. Manchmal habe ich fast das Gefühl ich verbringe fast genau so viel Zeit in der Winterlagerhalle wie im Hafen. Oft sitzt man auch einfach nur auf dem Boot rum, beschäftigt sich mit sinnlosen „Arbeiten“ und träumt dabei vom letzten und vom nächsten Sommer. Trotzdem fließt aber auch jeden Winter richtig viel Arbeit ins Schiff. Mindestens ein großes Projekt nehme ich mir jeden Winter vor, und habe die Nonsuch so in den letzten Jahren zum echten Schmuckstück gemacht. Zumindest finde ich das ;)

Dieses Jahr war dann mal wieder ein richtiger Hammer dran. Das Teakdeck der Nonsuch hat mit den Jahren gelitten. Immer öfter trocknete es nach Regen und Tau unregelmäßig, es blieben kleine Feuchtigkeitsnester an den Rändern einiger Fugen. Ein sicheres Zeichen, dass die Fugenmasse hier ihre Haftung verliert. Wenn das Deck nicht leiden und Feuchtigkeit in den Unterbau sickern soll muss jetzt was passieren. Also stand die Erneuerung des Decks mit neuen Fugen, neuen Schraubenpropfen und allem Pipapo an. Da ich selbst im Internet nur wenige brauchbare Anleitungen gefunden habe möchte ich hier für Nachahmer mal einen kleinen Überblick über den Aufwand, einiges an  benötigtem Spezialwerkzeug und die Arbeitsschritte geben. Ich habe als ambitionierter Hobbyhandwerker etwa 8-10 volle Wochenenden für die Arbeiten ohne Trödeln gebraucht. Eine leere Halle ist von Vorteil, denn dann hört niemand die vereinzelten Flüche und Verwünschungen. ;)

Zuallererst müssen sämtliche Beschläge abgebaut werden und die alte Fugenmasse raus. Es gibt viele Meinungen wie das am Besten funktioniert, doch für mich hat am Ende eine Kombination des elektrischen Fein Multimasters mit dem Fugenmesser und einem Anschlag zur sauberen Führung und einem speziellen Fugenhaken gut funktioniert. An engen Stellen wie den Butten auf dem Vordeck kam zusätzlich noch ein Skalpell zum Auftrennen und ein Dremel zum Einsatz. Am wichtigsten war letztendlich jedoch der Fugenhaken. Dieser hat 3 scharfe Kanten und funktioniert wie eine Mischung aus Unkrauthaken und Hobel. Vor allem für exaktes Arbeiten und ein leichtes tiefer Hobeln der Fugen ist der Fugenhaken fast unverzichtbar für diese Arbeiten. Sollten die Fugen flächendeckend weniger als etwa 4mm Tiefe haben kommt man um den Einsatz einer Oberfräse kaum herum, da die Fugenmasse für eine gute Haftung mindestens diesen Platz an Klebefläche braucht, für partielle Vertiefungen wie bei mir hat die Methode mit dem hobelnden Fugenhaken allerdings gut funktioniert. Für die Vorbereitung habe ich am Ende etwa 5 Wochenenden, also den Großteil der Zeit gebraucht.

Danach kommt die Vorbereitung für die neue Fugenmasse. Zuallererst müssen jetzt die Flanken der Fugen von letzten Rückständen der alten Fugenmasse befreit und geschliffen werden um eine gute Haftung der neuen Masse sicherzustellen. Auch hier hat sich wieder eine Kombination aus Maschinen- und Handarbeit bewährt. Ein Schleifaufsatz für den Multimaster und ein spezieller Schleifklotz zum Anschleifen der Fugen kamen zum Einsatz. Letzterer genau wieder wie der Fugenhaken ein Spezialwerkzeug welches man vermutlich selten sonst brauchen wird, für diese Arbeiten aber fast unverzichtbar ist. Gleichzeitig habe ich es für sinnvoll gehalten das Deck bereits jetzt einmal grob anzuschleifen. Beim Neuverfugen arbeitet man großzügig und mit viel Überstand und die Fugenmasse könnte sich in die durch Abnutzung und Verwitterung entstandenen Riefen im Holz setzen. Das später wieder rauszukriegen wird deutlich anstrengender als das Holz vorher etwas zu glätten. Also erst mal ein schneller Schleifgang. Außerdem kann man dann auch besser abschätzen wieviele Teakpropfen neu zu setzen sein werden, da einige bestimmt jetzt noch wegfliegen werden.



Anschließend werden die Fugen mit Aceton entfettet. Auch hier hilft der Fugenschleifklotz „Seam Sander“ oder alternativ ein Esstäbchen aus Holz weiter, da hiermit recht leicht ein mit Aceton getränkter Lappen durch die Fugen und wirklich bis in die letzte Ecke geführt werden kann. Als letzter Vorbereitungschritt wird nun ein Fugenband in die gesäuberten Fugen eingelegt. Dieses dient dazu zu verhindern, dass die Fugenmasse auch am Boden haftet. Dadurch kann sie sich bei wechselnden Wetterbedinungen nämlich weniger bewegen und leidet deutlich mehr. Auch wenn heute oft vertreten wird bei modernen Fugenmassen sei das nicht mehr zwingend notwendig beeinflußt es die Haltbarkeit der Fugen doch deutlich. Doch hier muss ich euch warnen, dieses Sch**&$s-feine Klebeband ist echt widerspänstig und dröselt sich wie Geschenkband auf. Am besten drückt man es mit einm dünnen Schlitzschraubenzieher auf den Boden der Fuge. Vereinzelte Wutausbrüche sind dennoch fast garantiert ;)

Doch von nun an wird es langsam angenehmer. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben sich die Teakpropfen über einzelnen Decksschrauben gelöst und müssen erneuert werden. Häufig müssen die Schrauben auch noch tiefergelegt werden. Nicht um den Coolnessfaktor zu steigern, sondern weil ein Teakpropfen mindestens 3-4mm Platz haben sollte. Dazu einfach die Schraube ausbohren, mit einem Forstnerbohrer (gibts im Werkzeughandel) das Loch vertiefen, und die Schraube wieder einsetzen. Habe ich vorher auch noch nie gemacht, ist aber wirklich kein Hexenwerk. Die neuen Propfen werden anschließend mit Resorcinharzleim (Ich habe Bindan CIN verwendet, da die dunkle Farbe später wenig auffällt) oder wasserfestem PU Leim wieder eingesetzt. Das abschließende Kürzen der überstehenden Propfen habe ich übrigens nicht wie von Puristen vorgeschlagen mit einem Stecheisen, sondern wegen der geringeren Gefahr etwas kaputtzumachen mit einem feinen Sägeblatt gemacht. Und nun kommt aber der Höhepunkt:

Die neue Vergußmasse kommt in die Fugen. Allein die Auswahl der Vergußmasse ist heillos umstritten. Ich habe mich nach etwas Recherche für TDS 440 entschieden. Erschien mir einfach am hochwertigsten und einfachsten zu verarbeiten, da kein Primer notwendig war und der Kram bereits ab 5 Grad aushärtet.
Die Fugen werden dann großzügig vom Boden aus aufgefült und die Vergußmasse mit einem Spachtel mit leichtem Druck zusätzlich in die Fuge gedruckt. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Fugenmasse während der Aushärtung minimal schrumpft, man sollte den Spachtel also nicht direkt auf das Deck aufsetzen und fest drücken, sondern einen leichten Abstand wahren. Ähnlich wie beim Streichen ist dieser Arbeitsabschnitt übrigens der kürzeste. Für das Deck der 26ft großen Nonsuch habe ich 12 600ml Kartuschen benötigt.

Nachdem das Ganze gut durchgetrocknet ist kommt nun der Höhepunkt. Die überstehenden Fugen werden abgestoßen. Dazu habe ich ein Schneideblatt für den Multimaster verwendet. Für die überstehenden Teakpropfen analog dazu ein feines Sägeblatt. Leider kann es abhängig von Alter und Zustand des Teaks hier leicht passieren, dass man leichte Späne aus den Decksstäben schlägt. Die Späne am besten aufheben und sofort mit dem selben Kleber der für die Teakpropfen zum Einsatz kam wieder einkleben.
Und nun kann man zum ersten Mal erahnen wie schön das Deck nach Abschluss der Arbeiten aussehen wird, denn der nächste Schritt folgt sogleich: Das Abschliefen der letzten Reste. Ich habe zwei Schleifgänge durchgeführt, einen mit K80 und einen mit K100. Glatter sollte das Deck eigentlich gar nicht werden, um seine Rutschfestigkeit nicht einzubüßen.

Nun wird man wahrscheinlich erstmal einige Zeit schmachtend vor dem aufgearbeiteten Deck stehen. In den allermeisten Fällen ist die Arbeit aber noch nicht vorbei, es sei denn ihr seit echte Naturtalente. Es ist seht wahrscheinlich, dass sich einige Luftblasen gebildet haben, oder die Fugen nicht überall perfekt an der Stabflanke haften. Solche Stellen habe ich anschließend mit einem Skalpell so weit wie nötig aufgetrennt, gesäubert, und mit einer Spritze ohne Nadel noch einmal neu verfugt. Wenn man exakt arbeitet lassen sich große Sauereien hierbei allerdings ganz gut vermeiden. Auch einige Propfen könnten eventuell noch nachgearbeitet werden müssen. Ich würde etwa ein Wochenende, also 2 volle Arbeitstage für Heimwerker für solche Nacharbeiten einplanen.

Nun müssen nur noch sämtliche Beschläge wieder montiert und eventuelle Abschlußfugen zum Decksaufbau oder Deck hin gezogen werden. Für diese sollte allerdings nicht die Teakdeckvergußmasse, sondern ein normaler MS Polymer Kleber verwendet werden. Einfach aufgrund der deutlich höheren Haltekraft…

Und nun könnt ihr euch ein Bier aufmachen und dem Frühjahr entgegensehen. Viel Aufwand liegt hinter euch, aber der Anblick des messetauglichen Decks im Wasser ist alle Mühen wert und die nächsten Jahrzehnte Benutzung können kommen! Ich hoffe ich konnte euch mit dieser kleinen Anleitung aus Laienperspektive ein wenig helfen und euch dazu motivieren auch euer Teakdeck aufzumöbeln. Es lohnt sich! Wenn ihr noch weitere Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren ;)

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Neue Vortragstermine: HAMBURG und BREMEN

Bevor die neue Saison bald wieder so richtig los geht werde ich noch mal an zwei Terminen über die Ostsee, Fahrtensegeln als Mittzwanziger und „Im Zweifel für den Segelsommer“ erzählen. Würde mich freuen ein paar von euch dort begrüßen zu dürfen!

  • Am Dienstag 28.02.17, 19:30
    Beim Blankeser Segel Club e.V., Mühlenberger Weg 1, 22587 Hamburg
    Der Vortrag ist öffentlich, wer interessiert ist schaut einfach vorbei!
  • Am Freitag, 10.03.17, 19:30
    Bei der Segelmacherei BEILKEN SAILS, Richard-Dunkel-Str. 120, 28199 Bremen
    Nähere Infos unter Im Zweifel für den Segelsommer @ Beilken , Um Anmeldung unter info@beilken.de wird gebeten.

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Vögelgeschichten

Nein, ich muss euch leider enttäuschen. Es bleibt in dieser Geschichte anständig. Geradezu langweilig, denn heute will ich quasi eine private Tierdoku erzählen. Ich bin zwar nicht plötzlich Ornithologe geworden, doch das Segeln findet ja immer nah am Puls der Natur statt.. Man ist den ganzen Tag an der frischen Luft, Wind und Wetter ausgesetzt, man beobachtet den Himmel viel aufmerksamer als in der Stadt und so mancher hat das Fernglas sofort minutenlang im Anschlag wenn sich nur einmal kurz die Flosse eines Schweinswals gezeigt hat. Und da spielen natürlich auch die Seevögel ihre Rollen. Jeder seine ganz eigene und trotzdem gehören sie für mich alle zum Segeln dazu.
Der erste Vogel mag allerdings gleich überraschen, denn es ist die Graugrans. Zwar kein klassischer Seevogel und doch hat mich ihr Geschnatter überhaupt erst zu dieser Geschichte inspiriert. Vor einigen Tagen nämlich stand ich mit dem Morgenkaffee am Fenster und hörte das erste Mal in diesem Jahr die gefiederten Kollegen auf ihrem Heimweg in den Norden. Und das heißt traditionell: Der Frühling kommt, die Segelsaison geht los. Obwohl ich in meinen Teenagerjahren so gar nix mit Natur am Hut hatte, hat es sich nämlich so ergeben, dass ich die Segelsaison zufälligerweise immer genau dann beendet habe, wenn die Gänse Richtung Süden gezogen sind. Zwar ungeplant, aber offenbar stimmt meine persönliche Komfortzone sich in unserem Breiten freiwillig draußen zu bewegen ziemlich genau mit der der Gänse überein und so kam es, dass immer wenn ich die letzte Nacht im Jahr an Bord auf dem Weg ins Winterlager, meistens so Ende Oktober  an der Gieselauschleuse im NOK, verbracht habe, die schnatternden Gänse mich dort an unserem gemeinsamen Rastplatz schon erwartet haben. Die Gänse sind für mich untrennbar mit dem Liegeplatz dort verbunden. Mal wieder so ein Moment, der mir zeigt wie zeitlos das Segeln ist. Segelsaison nach Kalender ist schön und gut, aber die besten Zeichen, ob man sich Ende Oktober oder Anfang März schon wohl auf dem Wasser fühlen könnte, sind immer noch die natürlichen. In diesem Fall die Gänse.
Wenn die Vögel dann wieder Richtung Norden ziehen, so etwa um diese Jahreszeit, kriegt dann auch der kleine Max meist schon Hummeln im Hintern. Die ersten zweistelligen Temperaturen rücken in Reichweite, es kann wieder losgehen.

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Ein echter Klassiker sind natürlich die Möwen. Ich bin an der Küste aufgewachsen, aber für Studium und Arbeit zog es mich dann nach Hamburg. Und schon dort verstummt das Geschrei der Möwen ganz schnell wenn man sich nur wenige hundert Meter von Alster und Elbe entfernt. Umso mehr freut es mich dann wenn ich am Wochenende zum Boot fahre und die Möwen schreien wieder um mich herum. Dann weiß ich, es ist Wochenende, ich hab Zeit und hier gehör ich hin.
Den Blauwasserseglern geht es genau andersrum. Zu den ersten Zeichen einer nahenden Küste gehörten schon immer die Möwen und so sind sie oft der erste Bote eines sicheren Hafens und einer heißen Dusche.
Selbst wenn die Möwen einem manchmal das Eis oder die Pommes am Hafen klauen, alles in allem ein absoluter Wohlfühlvogel.

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Auf See zu sein schafft ja bekanntlich immer neue Perspektiven, und so erging es mir auch bereits mehrfach mit kleinen Spatzen und anderen Seevögeln. Zum Beispiel war ich vor einigen Jahren zwischen Helgoland und Cuxhaven unterwegs. Etwa 35sm nichts als Wasser. So manchem kleinem Piepmatz geht da die Puste aus. Und so ging es auch diesem hier. Völlig entkräftet landete er im Cockpit, nahm ein paar Schlucke vom angebotenen Wasser und machte es sich für einige Stunden im Schwalbennest gemütlich. Als Cuxhaven schließlich in Sicht kam, flog er dann Richtung Land davon als wäre nie etwas gewesen. Für viele Segler kein unbekanntes Erlebnis und doch finde ich es jedes Mal wieder besonders. An Land sind Singvögel meist unglaublich scheu wenn man sich ihnen auf einige Meter nähert, doch auf dem Meer halten wie durch irgendeine Naturkraft alle Lebewesen unausgesprochen zusammen und jede Scheu geht flöten wenn es denn nötig ist um nicht übermüdet ins Wasser zu plumpsen.

Last but not least möchte ich euch noch vom Austernfischer erzählen. Und zwar von einem, der zunächst nicht unbedingt zusammenhalten wollte. Als Wattvogel hört man sein schrilles Gekreische vorwiegend an der Nordsee, dort wo ich herkomme. Und so steht dieser Vogel für mich immer für Heimat, und Meer. Auf meinen Reisen an der deutschen Nordseeküste entlang hatte ich am Watt stehend und Richtung Horizont durch die Matschwüsten schauend mehr als einmal das Vergnügen, dass die Szenerien von einigen Austernfischern begleitet wurde und ich sofort wusste: „Hier gehör ich hin!“
Allerdings können diese Gesellen auch durchaus aggressiv werden. Auf der Hallig Oland im nordfrisieschen Wattenmeer hatte ich letztes Jahr das Glück, im winzigen Watthafen komplett allein zu sein. Allein mit einem Austernfischer, den die Inselbewohner schon lange davor „Zorro“ getauft hatten. Und der Hafen war zu klein für uns beide. (An dieser Stelle müsst ihr euch im Hintergrund „Spiel mir das Lied vom Tod vorstellen“) Damit ich ungestört im Cockpit sitzen konnte mussten erstmal einige Fronten geklärt werden, denn Zorro versuchte pausenlos Sturzkampfangriffe auf mich und nur der Baum und die Dirk über mir verhinderten wohl ernsthafte Verletzungen. Eine kleine Schale mit Brotkrümeln,in einem ruhigen Moment auf den Kai gestellt, machten mir Zorro und seine Familie am Ende dann doch noch zum Freund, und ich konnte meiner Austernfischernliebe weiter treu bleiben.

 

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So, ich hoffe, dass euch dieser kleine ungewohnte Einblick gefallen hat. Ich werd jetzt fürs Wochenende Pinsel und Farbe kaufen gehen. Ich muss dringend in die Halle zu Nonsuch, die Gänse rufen schon, es geht endlich bald wieder los! ;-)

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Gastartikel auf BLAUWASSER.DE

Wie ihr wisst liegt mir als jungem Menschen das Thema Musik an Bord ja am Herzen. Playlists für die Saure-Gurken-Zeit (den langen Winter) habe ich gerade zwar nicht für euch, aber es gibt einen aktuellen  kleinen Gastartikel von mir über das Thema auf der Website http://www.Blauwasser.de von Weltumsegler Sönke Röver zu lesen. Viel Spaß dabei! ;)

Link:

Musik an Bord auf Blauwasser.de

...Und werde mehr als fündig...

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Nonsuch auf der HANSEBOOT – Vortragstermine

Hallihallo,

Die Blätter fallen herunter, die Boote steigen im Kran nach oben, so langsam kommt der Herbst. Eigentlich jedes Jahr die traurigste Zeit für jeden Segler. Gleichzeitig beginnt aber auch die Messesaison. Und das ist ja wenigstens ein kleiner Trost.

Um euch den Beginn der Wintersaison noch mit ein paar Erinnerungen versüßen halte ich dieses Jahr gleich zwei verschiedene Vorträge auf der Hanseboot! Die findet dieses Jahr vom Samstag, 29.10.16 bis zum Sonntag, 06.11.16 statt. Hier die Termine meiner Vorträge:

  • Täglich um 1400 am Stand der YACHT  in Halle B6: „Im Zweifel für den Segelsommer – Ein Sommer und 4069sm mit Nonsuch“Viele Geschichten von der ganzen Ostsee, dem Leben an Bord, witzige Ereignisse, Bilder, und Videos.

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  • „Fahrtensegeln als Mittzwanziger – Aussteigen statt Aufsteigen“
    Deutscher Segler Verband Bühne, Halle B3 Obergeschoss
    Dienstag 01.11.16 – 1900h
    Donnerstag 04.11.16 – 1900h
    Sonntag 06.11.16 – 1300hDieser Vortrag ist komplett neu gestaltet, beinhaltet das erste Mal auch einige Buchausschnitte und die Fotos und Geschichten von der deutschen Nordseeküste.

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Würde mich freuen wenn ihr die Saison mit einem Besuch in Hamburg beendet und mal bei mir vorbeischaut. Der Bootsstempel zum Signieren eurer Bücher ist natürlich auch dabei!?

Viele liebe Grüße,

Max

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Die Perle

Seit ich denken kann ist Sylt meine Lieblingsinsel. Weite Strände, Dünen, blühende Heide und Meeresrauschen. Schöner kann es eigentlich nicht werden. Oder doch? In den kommenden Tagen würde ich eines Besseren belehrt werden und eine Insel entdecken, die von ihren Insulanern ganz unbescheiden als die Perle der Nordsee genannt wird.

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Drei Häfen habe ich auf Sylt besucht. Mittlerweile bin ich in Hörnum und plane die Insel zu verlassen. Auf zu neuen Ufern. Um den Nervenkitzel etwas zu erhöhen geht es heute das erste Mal mit Nonsuch durch ein Wattfahrwasser. Das heißt, ich folge einem Fahrwasser, auf dessen Grund bei Niedrigwasser Touristen von Föhr nach Amrum wandern und die Möwen hin kacken. Es geht also mitten zwischen den Inseln hindurch. Bei mittlerem Hochwasser sollen dort allerdings etwa 1,80m Wasser stehen. Doch wie breit wird das Fahrwasser sein? Sind die Pricken gut sichtbar und ausreichend? Meine Planungsmaschine läuft auf Hochtouren. Am Ende sollte allerdings alles ganz entspannt werden.

Auch heute hält die bullerige Mordsee sich zurück und feinstes Sommerwetter mit einer leichten Backstagsbrise begleiten mich auf dem Weg zum Anfang der Prickengasse. Wider Erwarten lassen sich die junge, dünnen Birkenstangen gut am Horizont ausmachen. Eigentlich sogar zu viele davon, denn die Reihenfolge erschließt sich nicht sofort. Navigatorische Luxusprobleme. Und außerdem ist der Anfang eines Prickenweges immer mit einer Doppelpricke bezeichnet. Und wie beim Bindfaden ergibt sich der Rest wie von selbst wenn man den Anfang gefunden hat.
Für den Anfang taste ich mich mit dem Motor ran und fahre die Pricken sauber aus. Immer schön mit etwa 10m Abstand gleiten die Stangen an mir vorbei. Langsam werde ich entspannter und das Ganze beginnt mir Spaß zu machen. Die flachste Stelle passiere ich lehrbuchmäßig noch mit auflaufendem Wasser und schon bald bin ich wieder in einem der tiefen Priele die sich zwischen den nordfriesischen Inseln wie Adern hindurchwinden und das Echolot sinkt deutlich. Könnt man echt häufiger mal machen…

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Viel zu schnell ist das kleine Abenteuer schon nach wenigen Meilen vorbei und der Hafen von Amrum taucht vor mir auf. Schon weitem sieht er so schön einzigartig aus wie die meisten Nordseehäfen, doch ahne ich noch nicht wie gut es mir hier gefallen wird….
Offiziell heißt die ganze Veranstaltung hier „Seezeichenhafen“. Die eine Hälfte bilden die Stege des Amrumer Yachtclubs und die andere wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt mit seinem Tonnenleger, der von hier fast die gesamten nordfrisieschen Inseln mit Tonnen versorgt, dem Rettungskreuzer, einem Fischkutter und einem Ausflugsdampfer eingenommen. Dieses bisschen „echte“ Schifffahrt im Hafen sorgt für diese authentische maritime Stimmung in Häfen die ich so gern mag. Und stören tut das ganze auch nicht. Im Gegenteil: Nachdem ich mich hier eingelebt habe und nachmittags faul in der Pflicht liege, warte ich schon fast auf den Feierabend und damit die Ankunft des Tonnenlegers damit wieder etwas Leben im Hafen ist… Echt interessant übrigens immer wieder wie riesig die großen Tonnen sind wenn sie an Land liegen. Auf See hat man ja  von den Größenverhältnissen her manchmal das Gefühl man sucht einen bunten Kindereimer vom Strand…
Auch abgesehen vom Flair gefällt mir der Hafen. Sämtlicher denkbarer Service, Internet, Restaurant, alles da. Man liegt komfortabel an der Betonpier, deren gesamte Nordseite den Gästen vorbehalten ist, und so wird es hier nur im Hochsommer mal so voll, dass man mal ins Päckchen müsste. Am Betonsteg bleibt auch bei Niedrigwasser ein kleines bisschen Wasser stehen, der Rest des Bootes versinkt wie üblich im weichen Schlick. Mit Hochwasser ist der Hafen locker für Boote mit bis zu 2,40m Tiefgang geeignet. Der Kreuzer direkt nebenan hat schließlich auch 2,20m Tiefgang. Und wen ich immer noch nicht vom Trockenfallen in den Häfen überzeugen konnte, den soll noch eine weitere Story Mut machen mal einen Trip auf die nordfriesischen Inseln zu wagen: Hier in Amrum ist nämlich ein schön modernes Boot beheimatet. Eine Hanse 350 mit T-Kiel, tiefem Spatenruder und Saildrive. Und die versinkt ohne Probleme 2 mal im Tag, den ganzen Sommer lang im Dreck. Also gebt euch einen Ruck, es lohnt sich!?

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Nach einem entspannten Abend an Bord begleitet vom wunderbaren Geschrei der Wattvögel mache ich mich auf zur Inselerkundung. Als ich zurück am Hafen bin, werde ich mich komplett in Amrum verliebt haben. Und das obwohl ein Werbespruch auf Sylt „Schlafen könnt ihr auf Amrum“ lautet.

Schon auf der Seekarte erkennt man den riesigen Strand Amrums. Doch von der Promenade in Wittdün aus sieht das Ganze eher aus als stünde man mitten in der Wüste. Die Wanderer am Ufer kann man nur mit dem Fernglas überhaupt erkennen. So einen Strand habe ich selbst als Nordseekind noch nie gesehen. Und so muss eine kleine Pause am Strand auch sein. Einfach nur im Sand sitzen, die Füße im kühlen San vergraben und dem Meeresrauschen lauschen. Kann es etwas entspannteres Geben?

So kann man es auch sehen....

So kann man es auch sehen….

Bevor ich allerdings zum Faultier werde mache ich lieber noch etwas Aktivurlaub und besteige den Leuchtturm der Insel. Am besten kann man sich einen Überblick über die Insel natürlich von oben verschaffen. Also gehts im Schweiße meines Angesichts rauf auf den Leuchtturm. Der ist nämlich mit 64m immerhin der größte an der Schleswig-Holsteinischen Westküste. Belohnt wird man für die Anstrengungen der über 200 Stufen mit einem grandiosen Ausblick über das gesamte nordfrisiesische Wattenmeer. Von Keitum auf Sylt, bis zum Festland, nach Hooge, Pellworm und Eiderstedt reicht der Blick bei guter Sicht. Schön schaut die ganze Insel von oben aus. Lange Zeit lasse ich den Blick von hier oben schweifen. Gibt ja auch unendlich viel zu entdecken. „Hier würden mich selbst ein paar Hafentage nicht stören, andere zahlen schließlich viel Geld um hier Urlaub zu machen“ geht mir noch so durch den Kopf, während ich die Wendeltreppen unter Mitnahme eines schönen Drehwurms wieder herabsteige und die Insel weiter erkunde. Leider wird meine Geduld dann bald auch auf die Probe gestellt…

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Teaser „Stimmen im Nebel“ – Im Zweifel für den Segelsommer

Es ist soweit! Ab heute erhaltet ihr „Im Zweifel für den Segelsommer“ in jedem Buchhandel!:-) Zur Feier des Tages habe ich noch einen kleinen Video Appetithappen für euch: Am Anfang habe ich den Götakanal ja als reinen Zweckweg gesehen. Doch meine Meinung änderte sich ja schnell Hier nun einige bewegte Bilder aus dem Götakanal um euch dessen Faszination nahezubringen.

Und danach alle brav zum Buchhandel!:-)

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Kochen an Bord: Trennkost mal anders

Ein neues Rezept, perfekt für den Bordgebrauch. Die Saison neigt sich dem Ende zu und da müssen die Reste weg. Dazu zählen halt auch die Gemüsekonserven, die ich eigentlich nicht gebraucht habe. Eigentlich ist das hier kein großartig kompliziertes Rezept und sehr einfach zuzubereiten. Und gerade bei den einfachen Ideen zur Resteverwertung oder um was ganz Schnelles auf dem Tisch zu bekommen, kommt man ja manchmal ins Schleudern. Die Zutaten bekommt man wieder überall, die Füllung ist beliebig austauschbar und die Reste können auf See am nächsten Tag prima verwertet werden. Also eigentlich wieder alle meine Kriterien erfüllt.

Die Rede ist von Weizentortillas mit einer mexikanisch angehauchten Hack-Mais-Käsefüllung. Und wenn man darauf keine Lust hat, oder der dänische Supermarkt gerade leider keine gefräste Kuh im Angebot hat, könnte man sich ja zum Beispiel auch ne Chicken Ceasar Füllung basteln. Oder doch vegetarisch? Der Fantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Die Tortillas mache ich an Bord allerdings nicht selber. Das wäre dann doch etwas zu aufwendig. Fertige Tortillas halten sich ohne Kühlung viele Monate und eignen sich an Bord hervorragend zur Resteverwertung mit Stil. Also, los gehts:

Zutaten (2 Personen):

  • 4 Weizentortillas
  • 1 ganze Hühnerbrust
  • 2 kl. Schalotten oder 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 4 Tomaten
  • 1 Paprika
  • ca. 150g Salat
  • 100g Käse (z.B. geriebener Emmentaler)
  • 1 Mozzarella
  • 200g Salsa
  • Limone
  • gemahlener Koriander
  • gemahlener Kreuzkümmel
  • Paprikapulver
  • ggf. gemahlene Chilis
  • Pflanzenöl
  • Etwas Butter
  • Etwas Zucker
  • Salz Pfeffer
  • Balsamico

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Zubereitung, ca. 20 Min

1.Zwiebeln und Knoblauchzehen in kleine Würfel hacken, die Paprika in feine Streifen schneiden und die Tomaten ebenfalls separat würfeln.

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2. Die Hühnerbrust waschen und ebenfalls in etwa 2cm große Stücken schneiden.

3. Nun eine Marinade aus 2 Esslöffeln Pflanzenöl, 1 Esslöffel Kreuzkümmel, 1 Esslöffel Paprikapulver, 1 Esslöffel gemahlenem Koriander, einem halben Esslöffel Zucker und einer halben ausgepressten Limette (die andere Hälfte lässt sich super zu Cuba Lieber verwursten;) ) anrühren. Das Ganze je nach persönlichem Geschmack mit Salz, Pfeffer und gemahlenen Chilis schärfen und würzen. Anschließend die Zwiebeln, Paprika und das Hühnchen in der Marinade durchrühren.

4. Alles zusammen in der Pfanne etwa 10 min. mit etwas Butter anbraten. Den Salat waschen, klein zupfen und den Mozzarella in kleine Würfel schneiden. Anschließend alles zusammen mit dem geriebenen durchmixen.

5. Nun kommt die Trennkost ins Spiel. Für die Männer wird jetzt zu gleichen Teil die Hühnchenpfanne und die Salatmischung in einen Wraptortilla gegeben und gerollt. Alternativ gehen natürlich auch Brötchen, Pitataschen oder Ähnliches. Für die Damen und Figurbewussten lässt sich das Ganze jetzt auch einfach als Salat anrichten. Jetzt noch passende Getränke und einen Sonnenuntergang dazu, dann ist jeder glücklich. Wohl bekommt! ;)

 

Guten Appetit! Auf den Koch und den Skipper, den Abspüler und die klugen Ratschlaggeber am Niedergang! ;)

 

 

Viel Spaß beim Nachkochen!

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Teaser „Der schönste Hafen der Ostsee“ – Im Zweifel für den Segelsommer

Pünktlich zum Sonntagabend gibt es einen neuen Teaser für euch. Ein paar bewegte Bilder aus dem schönsten Hafen der Ostsee. In Einer Woche ist es endlich soweit: Im Zweifel für den Segelsommer! :-)

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Ferienwohnung auf Sylt – Für 12€

Von List sollte es gleich noch einen Hafen weiter gehen. Nach Munkmarsch. In die letzte Ecke die man mit dem Schiff im Wattenmeer erreichen kann. Nach einer kurzen Fahrt durch die Priele ankerten wir ein Stück vor dem Hafen bis das Wasser hoch genug gestiegen ist. Denn Munkmarsch ist vor allem eines: flach.  Während die Nonsuch dort vor Anker liegt schlägt das Wetter um. Regen, und eine frische Brise mit um die 20 kn aus West. Wie angekündigt zwar, und doch plötzlich. Mittlerweile sind wir ja hinter Sylt „in Deckung“, doch keine 6 Stunden vorher sind wir noch an der endlosen Außenküste langgetingelt. Vor den Wetterumschwüngen muss man hier echt auf der Hut sein.

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Der Hafen von Munkmarsch ist schon von Weitem durch das imposante weiße Fährhaus zu erkennen. Müde und kaputt laufen wir dort nach etwa 24 Stunden nach dem Auslaufen in Tönning ein. Gleich nach dem Anlegen sind wir auch schon von den Mitgliedern umlagert. Das übliche „Woher? – Wohin?“, doch irgendwie scheint man sich hier einfach mehr um seine Mitmenschen zu kümmern. Wie viele Häfen in der Nordsee ist der Hafen von Munkmarsch von einem Verein betrieben. Doch nicht nur das, er wurde sogar vor langer Zeit von den Mitgliedern eigenhändig gebaut. Dementsprechend viel Charme hat die Anlage. Wir sind die einzigen Gäste. „Joa, im Schnitt haben wir hier so 2-3 Gäste im Jahr“ erklärt uns der Hafenmeister. Das macht mich etwas stutzig. Zwar erreicht man den Hafen eine Stunde vor und nach Hochwasser nur mit etwa 1,60 Tiefgang, und doch sinkt man wie schon in Tönning mit einem Kielschiff sicher im Schlick ein. Wenn die Sicht klar ist, sieht man sogar die Zugspitze von hier. Nur halt die sich bewegende auf dem Eisenbahndamm zum Festland. Alter Inselflachwitz… Vor allem aber liegt der Hafen zentral in der Inselmitte von Sylt, der Deutschen beliebtester Ferieninsel, gelegen. Und im direkten Umfeld sind ein das Fährhaus mit dem untergebrachten Luxushotel, ein kleines Dorf mit überwiegend reetgedeckten Häusern, Dünen, und vor allem ein Sandstrand und das Watt direkt vor dem Boot. Und das alles für 12 Eumel pro Tag. Billiger kann man eine Ferienwohnung auf der mondänen Insel ganz bestimmt nicht haben. Und das auch noch mit Meerblick.

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Natürlich ist das Revier nicht immer einfach zu befahren, aber bisher wurden alle Anstrengungen immer mit traumhafter Landschaft vergolten. Nicht umsonst ist Sylt die beliebteste Urlaubsinsel des Landes. Und so nutze ich meine Absprungposition direkt in der Inselmitte und bleibe eine Weile. Wann hat man schon die Chance dazu so günstig ein paar Tage auf so einer schönen Insel zu verbringen? Strandbesuche an den endlosen Sandstränden der Insel, Kneipenbummel, ein bisschen Kulturprogramm, und Spaziergänge durch die frühsommerlicher Landschaft. Dazu noch ein paar kleine Ausflüge um die Insel per Boot. Eine Zeit lang lasse ich das Boot hier stehen und komme am Wochenende mit Freunden in mein ganz privates Inseldomizil. Und das schönste überhaupt natürlich noch dazu. Ich lasse einfach mal ein bisschen die Bilder sprechen, bevor ich mich nun langsam wieder Richtung Süden hangel…

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Über Nacht nach Sylt

Von Tönning ging es das letzte Stück die Tideneider bis zum gigantischen Eidersperrwerk hinab. Spätestens ab hier beginnt die Nordsee. Einem Gewässer dem ich seit jeher mit Respekt begegne. Bei den falschen Bedingungen hier draußen zu sein wird schnell mehr als unangenehm und so war selbst als ich in Kappeln losgefahren bin noch nicht mal klar ob und wie diese Tour ab hier weitergehen würde. Würde West 6 eine Passage von Außenelbe oder Außeneider ungemütlich bis unmöglich machen? Würden wir im Hafen festsitzen bis der Urlaub vorbei ist? Oder am Ende doch ganz entspannt bei leichtem Ostwind raus aufs Meer fahren? Die Nordsee kann eine absolute Wundertüte sein. In „Das Rätsel der Sandbank“ beschrieb die Figur Dollmann die Nordsee und das deutsche Wattenmeer ebenso:

Wer sich hier auskennt und mit den Verhältnissen arrangiert, der kann sich hier so sicher und behütet wie nirgendwo sonst fühlen. Wer sich aber töricht verhält, der wird auf der nächsten Sandbank enden.“

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Wieder mal ein Zitat, dass auch noch 100 Jahre später passt. Und so war der Plan ab dem Eidersperrwerk, welches seit den 70ern die Tideneider und Tönning vor Sturmfluten schützt, auch erst mal die Nase rauszustecken und zu schauen was da draußen so Sache ist. Und die Nordsee blieb heute friedlich! Wir glitten kurz vor Hochwasser durch die ersten Tonnen der Außeneider, und ein moderater Westsüdwest mit 15 Knoten blies uns ins Gesicht. Die Außeneider ist selbst für Nordseeverhältnisse eine berüchtigte Ecke. Ein enges, sich windendes Fahrwasser zwischen hohen Sandbänken, welches sich so rasend schnell verändert, dass selbst wenige Wochen alte Seekarten schon wieder überholt sein können. Mit diesem Wissen ausgestattet wunderte es uns dann auch nur mässig, dass das Fahrwasser mehrmals einen völlig anderen Verlauf als auf unseren Karten nahm. Trotzdem eine tricky Angelegenheit.

Mit der Ansteuerungstonne der Eider, die im Takt der Wellen ihr muhendes Pfeifgeräusch abgab, wurde die Sache dann aber schon entspannter. Wir gingen hoch an den Wind, groovten uns für die lange Fahrt ein und gewöhnten uns an den Takt der Nordseewellen. Während an Steuerbord langsam der Strand und die Häuser von St. Peter-Ording vorbeizogen, kam der erste Hunger auf. Morgens ins Tönning hatten wir extra noch frische Brötchen und 2 Pfeffermakrelen gekauft, die uns nun zum Festmahl herhalten sollten. War auch echt lecker. Das Problem von Fischbrötchen auf See ist nur leider, dass man bei jedem Aufstoßen über Stunden hinweg noch was davon hat. Das war dieses Mal dann so extrem, dass kurz vor Sonnenuntergang die Pfeffermakrele sogar in der Spalte „Gäste“ im Logbuch eingetragen wurde….

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Trotz des sommerlichen Wetters war nur wenig los. Ein klarer Vorteil des Reviers.. Mit der beginnenden Dämmerung mache ich mal eine kurze Bestandsaufnahme. Eigentliches Ziel dieses Trips soll Deutschlands nördlichster Hafen, List auf Sylt, sein. Das Intrikate an der Sache ist nur, dass der Weg dorthin nicht nur lang ist, sondern sich auf der gesamten Westküste von Sylt bei Wetterschwung überhaupt keine Möglichkeiten zum Unterkriechen ergeben. Keine Häfen, keine Buchten, noch nicht einmal Sandbänke hinter denen man Schutz suchen könnte. Und obwohl die Insel selbst nur ca. 35km lang ist, ist der Weg von Hörnum, dem südlichsten Hafen der Insel, nach List durch einige Umwege durch die Sände immer mindestens 40sm lang. Nun stehen wir in der Dämmerung etwa 10 Meilen westlich von Amrum. Nun wäre die letzte echte Möglichkeit abzudrehen und einen anderen Hafen anzulaufen. Doch das Wetter soll bis zum nächsten Mittag stabil bleiben, und so hangeln wir uns weiter an der 10m Linie gen Norden in die Nacht. Typisch Nordsee. Ein wenig Umsicht und Planung vorausgesetzt ist es hier kein Problem auch lange Strecken hinter sich zu bringen. Aber lieber einmal öfter auf den Wetterbericht geschaut als hier in unklares Wetter zu kommen.

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Eine wahrhaft traumhafte Nachtfahrt ist der Lohn für die Mühen. Mit einem schönen Halbwindkurs geht es nach Norden, während an Steuerbord, mittlerweile weit im Osten von uns die Leuchtfeuer erst von Amrum auftauchen, dann schon Hörnum auf Sylt, und bald schon Kampen und List West, während immer wieder die Lichter der verschiedenen Orte von Sylt durch die Dünenberge der Insel durchglimmern. Viel zu schnell kommen wir voran (In die Richtung möchte ich mich mal öfter verrechnen ;) und es dämmert noch nicht mal, als wir uns der Ansteuerung des Seegatts,  Lister Tiefs nähern. Schnell noch eine Ehrenrunde vor der Insel  gedreht, denn in ein ganz unbekanntes Seegatt muss ich ohne Tageslicht nun nicht auslaufen. Außerdem ist es gerade erst kurz nach Niedrigwasser, und ob das nur wenige Dutzend Meter an Sylts Nordspitze, dem Ellenbogen, entlangführende Nebenfahrwasser schon genug Wasser führt ist unklar. Mal wieder hilft aber eine typische Nordseesituation: Ich sehe wie ein Windkraftversorgerkatamaran  dort gerade durchprescht. Also fix mal per Funk nachgefragt. Die Antwort kommt freundlich, exakt und mit der Gegenfrage wie unsere Nacht war. Ein Berufsschiff in der Ostsee ohne echte Not um Rat zu fragen wäre eher die krasse Ausnahme. Doch hier in der Nordsee, wo das Revier rauer, wilder und urtümlicher ist, hilft man sich. Ganz gleich Ob Krabbenkutter, Segler, oder KüMo Frachter. Hier helfen sich alle. Echte Kameradschaft statt Zweiklassengesellschaft.

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Die Annäherung an Sylt ist dann mal wieder etwas ganz besonderes. Wie schon erwähnt führt das Lister Landtief ganz scharf am berühmten Ellenbogen, Deutschlands nördlichstem Punkt entlang, während hinter der Insel im Osten das erste Morgengrauen zu sehen ist. Außer dem schon am Horizont entschwundenen Katamaran ist kein Mensch außer uns unterwegs oder zu sehen. Diesen im Sommer oft von Touristen überlaufenen Ort haben wir ganz für uns allein. Damit ich aber nicht zu sehr ins Schwelgen gerate kommt mal wieder eine Nordseelehrstunde. Der Grund in diesem Seeganz steigt steil von ca. 15 bis auf 2,5m an. Der Wind, eine gemächliche 4 aus West kommt von schräg hinten und der Flutstrom schiebt uns mit ins Lister Tief. Doch trotz dieser moderaten Bedingungen kocht die See auf der Barre, der flachsten Stelle ganz gewaltig. Man kann das kaum beschreiben, und doch ist mit einem Mal dann auch alles wieder vorbei. Der kochende Wasserkessel läuft nicht etwa langsam aus, sondern ist hinter uns ganz scharf vom nun wieder ruhigen Wasser getrennt. Hier will ich definitiv NICHT bei Scheißwetter sein.

Der Rest des Weges wird entspannt und schön. Der Strom schiebt mit bis zu 5 knoten, an Backbord ist bereits die Insel Rømø in Dänemark zu sehen. Dänemark ist in der Ostsee ja oft fast Alltag, doch hier ist es etwas Besonderes. Die Sonne geht auf, und um kurz nach 0700 machen wir im winzig kleinen Lister Hafen fest. Deutschlands nördlichster; und der perfekte Ausgangspunkt um von nun an langsam durch Nordfriesland Richtung Elbemündung zurückzutingeln.

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Ich kenne den Hafen von Land ziemlich gut. Normalerweise ist hier Leben und Remmidemmi. Die Kutter fahren mit Touristen zu den Seehundsbänken, selbige (also die Touristen, nicht die Seehunde) fallen zu Hunderten in die umliegenden Buden und das bekannte Fischrestaurant Gosch, welches hier seinen Stammsitz hat, ein. Hier ist immer was los. Doch jetzt, morgens um 0700 ist hier kein einziger Mensch zu sehen. Kein Einziger. Alles ist verlassen. Echt mal ein ungewohnter Empfang auf Sylt…

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