Archiv der Kategorie: Sailing Conductors

Auf den Spuren Bob Marleys

Es war die letzte Zeit etwas still auf unserer Seite – doch keine Angst, Marianne ist nicht untergegangen, wir liegen auch nicht den ganzen Tag am Strand, schlürfen Cocktails und rauchen Joints.

Gerade haben wir ein paar coole Jungs vom Männer-Mode-Lifestyle-Magazin CODE zu Besuch, die uns für die März-Ausgabe fotografieren. Da sind wir echt gespannt drauf, denn in den letzten zwei Jahren haben wir nicht wirklich auf unsere Klamotten geachtet und auf ein Mal sehen wir aus wie die letzten Pimps. Verrückt!

Bei uns auf dem Boot übernachtet derweil der großartige Marc van Fucht, der seine kleine Kamera mitgebracht hat und u.a. ein kleines “Behind the Scenes” für den Deutschland-Start des holländischen CODE Magazins produziert.

vlcsnap-2014-02-12-neu

Es bleibt weiterhin unglaublich: Spiegel-Online hat einen etwas längeren Bericht über uns veröffentlicht – falls ihr den verpasst haben solltet – hier findet ihr den vollständigen Artikel zum nachlesen. (Von dem Absatz über den “Seemannsgarn” und ein paar anderen Zitaten möchten wir uns allerdings ein wenig distanzieren.)

Und dann waren wir in der letzten Woche mit unseren Freunden vom “Project Moana” auf einem kurzen Segeltrip von MoBay nach Oracabessa Bay, von wo aus wir dann an Bob Marleys 69sten Geburtsag zu seinem Geburtsort und gleichzeitig auch seiner Begräbnisstätte “Nine Mile” aufgebrochen sind. Das wiederum hat dann die Nicole vom In.Puncto Magazin auf EinsPlus interessiert, die uns dann morgens um 4 Uhr dazu per Internetschaltung befragt hat. Die komplette Sendung findet hier hier.

Aus Zeitmangel und dem guten alten Rundfunkstaatsvertrag ist unser Bericht, den ich extra noch tagszuvor bis 5 Uhr morgens bearbeitet habe, leider etwas eingekürzt worden. Wir möchten euch diese kleine Perle aus Jamaika aber nicht vorenthalten, also schaut sie euch an!

Nachher geht es für uns weiter zu “Chokey Taylor“, einem Reggae Musiker und Produzenten, den wir hier zufällig in dem M.B.Y.C. kennen gelernt haben und den wir natürlich unbedingt aufnehmen müssen. Ob er den Song “Sunshine Reggea” nur gecovert, oder tatsächlich geschrieben hat, finden wir natürlich noch für euch heraus.

Soweit von uns ein kleines Zwischenupdate, entschuldigt bitte unsere FUNKstille, wir sind gerade etwas Reggae.

Es sendet euch einen schwitzigen Kuss,

die Crew von der “Marianne”

Glückliche Seemänner auf dem Weg nach Kolumbien

Alle guten Dinge sind drei! Und deshalb hier der dritte Reisebericht, mit Gymnasiasten-Weisheiten vollgestopft. Nach Erwartungen und Entschleunigung jetzt die thematische Weiterführung zum Thema Glück. Wer als erstes das richtige Zitat der Hamburger Gymnasiallyriker von Kettcar in die Kommentare postet, bekommt eine CD im Seesack nach Hause geschickt!

Oft weiß man ja eigentlich erst hinterher, wie gut man es gehabt hat. Es gibt Leute, die sehnen sich zurück in ihre Kindheit, die anderen in die Schule und dann noch welche zurück in die Studiums-Zeiten. Das kann ich persönlich hier jetzt so nicht unterschreiben, auf der „Segelyacht“ in der Karibik… Nein, ich muss zugeben: Das hier ist die schönste Zeit und das größte Glück meines/unseres Lebens.

Glück #1 – Maschine läuft

Trinidad und Tobago können wir doch tatsächlich noch im Sonnenuntergang und unter laufender Maschine verlassen. Mit gemütlichen fünf Knoten tuckern wir so von Chaguaramas (auch Drag-uaramas genannt, die Segler wissen, was gemeint ist) durch den Drachenschlund der vorgelagerten Huevos Inseln, wo wir vor sechs Wochen zweieinhalb Tage sinnlos herumgetrieben sind und dann geht es eigentlich auch schon los.

Glück #2 – Wind und Strömung

Wir drehen auf Raumschots, Spinnaker-Baum raus, Genua hoch, Motor aus, Selbststeuerungsanlage ran und da ist es, das Gefühl, das süchtig macht. Mit Maximalgeschwindigkeit zieht Marianne ohne unser Zutun durch die Nacht, das Wasser rauscht am Rumpf vorbei und wir stehen auf dem Vorschiff und genießen die rasante Fahrt durchs Wasser – unser Navi verrät uns dann, dass die Fahrt über Grund sogar noch einen Knoten schneller ist. Als wäre das noch nicht genug, taucht aus dem Nichts eine Gruppe von Delfinen auf und tänzelt zu dem wummernden Beat unseres Minimal-Techno vor Mariannes Bug herum.

Glück #3 – Keine Piraten

Eigentlich wollten wir ja auch einen Hafen von Venezuela ansteuern, doch viele Segler haben uns auf Grund der aktuellen Piratenangriffe davor gewarnt. Da ist natürlich viel Seemannsgarn dabei, doch nach dem wir Rob aus Irland kennen gelernt haben, der gerade aus Venezuela kam und dem eine Pistole an den Kopf gehalten wurde, während die Piraten alles aus seinem Boot geräumt haben, entscheiden wir uns doch für einen größeren Bogen um die Küste Venezuelas. Wir haben in der Nacht schon ordentlich Strecke gemacht, als im Morgengrauen, etwa zwanzig Meilen vom Land entfernt, plötzlich ein kleines Motorboot mit fünf-sechs Menschen und hoher Geschwindigkeit auf uns zu hält. Die sehen nicht wirklich aus wie Fischer und haben auch kein Zeug zum Fischen dabei. Das Boot ist eigentlich auch für die offene See viel zu klein, aber ein „Mutterschiff“ kann ich auch nicht erkennen. Alles viel zu seltsam und als ich den Captain wecke, muss ich mich schon sehr anstrengen, die in mir aufkommende Panik für mich zu behalten. Harpune? Schlagstock? Silversterknaller? Kampflos aufgeben? Ich bereite mich unter Deck auf das Ende vor während Benni von draußen den Jungs zuwinkt, nein wir wollen keinen Fisch kaufen und da drehen sie auch schon ab, mit ihren beiden pinken Außenbordmotoren.

Glück # 4 – Paradies auf dem Umweg

Kurz vor Abfahrt hatte mir noch Corinna von der „SY Ivalu“ den Tipp gegeben, wir sollten doch auf Klein Curaçao unbedingt Stopp machen. Für sie war es auf der Reise einer der schönsten Orte und dort gäbe es nichts außer einem Leuchtturm, einem Wrack und Schildkröten. Wir sind ja sonst eher so die Großstadtsegler, aber nun sind wir so schnell unterwegs, dass wir jeden Tag knapp hundertvierzig Seemeilen zurücklegen (das ist so in etwa die Strecke von meiner Heimat Rostock bis nach Berlin) und zeitlich ruhig einen kleinen Umweg einschieben können. Die Freude ist groß, als Klein Curaçao nur noch eine Nacht entfernt im Westen liegt und plötzlich ein dicker Fisch an unserer Angel hängt. Hach, beim Einholen läuft mir das Wasser im Mund zusammen, was für ein Timing, morgen machen wir ein schönes Lagerfeuer am Strand und es gibt gegrillten Fisch, wir ganz alleine auf einer karibischen Insel, wenn wir doch nur noch Bier hätten… und da reißt die Leine.

Am nächsten Morgen sehen wir schon aus einiger Entfernung den Leuchtturm, das Wrack und bei den ersten geschwommenen Zügen im türkisblauen, achtundzwanzig Grad warmen Wasser, um die Leinen an der Boje festzumachen auch gleich eine Schildkröte. Doch es kommt noch besser!

Wir dachten ja (Wikipedia übrigens auch), die Insel wäre unbewohnt, doch als wir ein paar Hütten erkennen, rattert es in meinem Kopf. Curaçao? Gehören die nicht zu Holland? Ob man da wohl mit Euro bezahlen kann? Sollten wir zu unserem Glück etwa Bier kaufen können, hier, auf dieser eigentlich unbewohnten Insel? Voller Vorfreude marschiere ich zu den Hütten, aha, „MY irgendwas“ steht da, das ist hier wohl so ein Ausflugsziel, und ja, dort liegt jemand in einer Hängematte – Halloooo! – und noch bevor ich meinen Namen sagen kann antwortet es, nein, befiehlt es mir: „Nimm dir ein Bier!“

Bei einem kühlen Bier erzählt uns Gutschieta (so, oder so ähnlich), dass hier drei Mal in der Woche ein Boot mit hundertfünfzig Touristen anlegt und er für die Leute dreißig Kilo Burger, dreißig Kilo Rippchen und dreißig Kilo Hähnchen grillt. Gutschieta kann „eine kleine wenig Deutsch spreche, aber l-a-n-g-s-a-m!“ und erzählt etwas von Kartoffelsalat. Super Idee! Anstatt des nicht gefangenen Fisches machen wir einen ordentlichen, deutschen Kartoffelsalat nach Insel-Art. Alle Zutaten kommen entweder auf, oder in Alufolie gewickelt, in den Grill, (beinahe hätte ich auch die Eier gegrillt – hat das schon mal jemand gemacht?), schön Majo, Gurken und Tamarindt Sauce dazu. Gutschieta haut ordentlich rein, schmatzt und macht Geräusche des körperlichen Glückes wie „Mhhhh“ und nimmt sich noch mal nach.

Hinterher erzählt er, dass er eigentlich drei Mal in der Woche auch kiloweise Kartoffelsalat geliefert bekommt und Kartoffelsalat eigentlich nicht mehr sehen kann. Und wir machen ausgerechnet Kartoffelsalat! Nach dem Essen haut er sich wieder in seine Hängematte und wir setzen uns mit zwei Stühlen in die erste Reihe an den Strand, trinken ein paar Bier und freuen uns über das türkise Wasser in der fast Vollmond hellen Nacht. Auf der Insel nur wir zwei, Gutschieta und hunderte kleiner „Pagurus bernhardus“, Einsiedlerkrebse in Schneckenhäusern. Jedes Mal, wenn man beim Bierholen an ein paar Dutzend dieser Müllbeseitiger vorbei geht, ziehen sie sich blitzschnell in ihre Häuser zurück, was auf dem Steinboden ein klickendes Geräusch macht. Klick, klick, klickklick, klick.

Glück #5 – Lässt auf sich warten

Am nächsten Tag wollen wir das volle Touristenprogramm mitmachen. Rippchen essen, Bier trinken und das bunte Treiben beobachten. Doch erst mal müssen wir die Boje wechseln, denn wir liegen an der Boje des Bootes, das Touristen und Rippchen bringt. Kaum bin ich wieder trocken und habe eine Tasse Kaffee in der Hand, kommt auf ein Mal ein Katamaran mit noch mehr Touristen an und scheucht uns von „seiner“ Boje weg. Das ist natürlich ärgerlich, und wie sich hinter herausstellt, auch noch gelogen.

An Land hat Gutschieta alle Hände voll mit dem Grill zu tun und wir werden unfreundlich von einem Crew Mitglied darauf hingewiesen, dass das hier Privatgrundstück wäre. Nach dem Motto „kein Bier vor vier“ müssen wir warten, bis die Meute wieder gen Curaçao ablegt und vertreiben uns die Zeit mit ein paar witzigen Fotos. Kaum ist der letzte an Bord kommen wir aus unserem Versteck, stürzten uns auf die Kühltruhe, Gutschieta ruft aus der Ferne „Nehmt euch ein Bier!“, da hatten wir schon jeder eins in der Hand. Kurz darauf holt er die letzten Rippchen und Bouletten, die er extra in Alufolie verpackt für uns aufbewahrt hat. Normalerweise nimmt das Boot die Reste alle wieder mit, denn Gutschieta isst selbst keine Rippchen mehr, nach zehn Jahren auf der Insel.

Wir trinken noch ein paar Bierchen mit ihm zusammen und wollen im Sonnenuntergang dann die Segel nach Kolumbien setzen. Als wir gehen wollen, holt er noch ein Sixpack für unseren Kühlschrank und ein „Wegebier“ müssen wir auch noch mitnehmen. Das trinken wir dann bei unserem Schlauchboot und beobachten aus der Entfernung, das rege Treiben einer Gruppe Holländern, von etwa fünfzehn Leuten, die sich anscheinend auf ein alkohollastiges Surf-Grill-Tauch-Paddel-Wochenende vorbereiten.

Als die Jungs und Mädels fertig sind mit Schleppen kommt einer rüber und fragt ob wir uns dazugesellen wollen… tja. Los? Mitmachen? Zeitdruck? Bier? Ist doch so schön hier! Alle sind super nett und wir entscheiden uns dazu zu bleiben, holen unsere Gitarren und werden überschwänglich mit Bier versorgt. Eine lustige Nacht, in der wir doch noch zu unserem Lagerfeuer kommen. Gegen zwei Uhr löst sich die Gemeinschaft dann langsam auf und wir machen mit unserem Dinghy paddelnder Weise rüber zur Marianne – der „neue“ alte Außenbordmotor wollte nicht anspringen (wir zwar voll, aber der Tank wohl nicht), aber egal, wir haben ja noch vier Bier!

Glück #6 – Das Gesetz drückt ein Auge zu

Während wir den Abend noch ein Mal Revue passieren lassen, steuert aus dem Dunkeln ein Boot auf uns. Coast Guard. Oha. Wir haben uns natürlich nicht einklariert, wollten ja erst nicht her und dann eigentlich auch schon längst wieder weg sein. Die Jungs wollen, nicht gerade vorsichtig, längsseits gehen, Benni schnauzt die Leute an, sie sollen doch bitte aufpassen, die Leute „Jaja, das ist ein Schlauchboot, keine Sorge, beruhigen Sie sich“. So sitzen wir bei einer leicht gereizten Stimmung in Unterhose mit Bier in der Hand kurz nach zwei Uhr in der Nacht dann drei uniformierten und bewaffneten Jungs im Cockpit gegenüber. Benni schafft es aber wieder die Situation zu entschärfen, er liebt die Marianne eben und viele Leute behandeln sie nicht gut, wir hatten schon oft Probleme, die Dame ist zart und nicht mehr die Jüngste, wollt ihr ein paar Chips?

Wollen sie nicht, nur die üblichen Papiere, Pässe und eine kurze Führung im Boot. Was ist das da? Er zeigt auf das einzige, exotisch aussehende, zwei auf einen Stab geschraubte Kokosnüsse, ein Rhythmusinstrument aus Brasilien. Ich führe ihm, immer noch in Unterhose und reichlich angeheitert das Ding vor. Ich schlage tok tok tik tik – und singe ü hüh ü hüh. Er lacht und die drei Jungs ziehen wieder von dannen. Das war es jetzt? Dafür fahren die hier nachts raus? Darauf erst mal noch das letzte Bier…

Glück #7 – Glück im Unglück

Noch vierhundert Meilen bis nach Santa Marta. Wind und Strömung sind wieder auf unserer Seite, zwischenzeitlich wird es ein bisschen dünn, aber Dank unseres Parasailors kommen wir trotzdem gut voran. Der Wind ist konstant, die Selbststeuerungsanlage macht prima, wofür sie gebaut ist, selbst steuern, sodass wir den Schirm auch nachts stehen lassen können. Am Morgen vor der Ankunft, die Sonne ist gerade aufgegangen und ich döse bei meiner Schicht im Cockpit, plötzlich ein seltsames Geräusch, dann ein Klatschen im Wasser, das Boot bleibt abrupt  stehen und ich denke, wir wären irgendwo gegen gefahren. Doch beim Blick nach vorne fehlt unserem Boot etwas Entscheidendes – wir haben kein Segel mehr drauf! So ein Scheiß, das Fockfall ist gerissen und der Parasailor liegt im Wasser.

Gemeinsam ziehen wir das Ding wieder an Deck. Und nun? Wieder hoch damit!

Und so kommen wir unbeschadet, kurz nach Sonnenuntergang in Santa Marta an, schmeißen vor der Marina den Anker und klatschen ab: Morgen sind wir in Kolumbien, Land Nummer achtzehn. Alles ist gut, wir sind glücklich.

Slow Boat to Africa

Dank dem zu reparierendem Motor sind wir jetzt lange genug in Trinidad und Tobago gewesen. Doch nun ist er endlich drin und schnurrt wieder wie eine Katze! Für uns heißt es also weiter segeln und die nächsten 2-3 Wochen “Slow Boat to Colombia”. Für euch heißt es dagegen nun “Slow Boat to Africa”…

Wer unsere CD “AAA” noch nicht sein eigen nennen darf, der mache das doch bitte schnell auf music.sailingconductors.com und wer schon stolzer Besitzer der Abenteuer Version ist, darf sich nun auf die ganz neu dazugekommene Steel Pan von der besten Steel Pan Spielerin von Trinidad und Tobago freuen.

Ahoi,
Eure Sailing Conductors

Besten Dank an:
K’an Burne – Vocals & Guitar (aufgenommen in South Africa)
Taryn Adamson – Backing Vocals (aufgenommen in South Africa)
Amado Dolinco – Conga (aufgenommen in Mozambique)
Smutje Hannes – Bass (aufgenommen in South Africa)
Juan Munhoz – Drums (aufgenommen in Brazil)
Natasha Joseph – Steel Pan (aufgenommen in Trinidad and Tobago)

Entschleunigung in Tobago

Chaguaramas – das Segler-Mekka schlecht hin, bietet dem zu Reparaturen genötigtem Segler alles, was er braucht in Laufnähe: Angefangen von Zoll und Einwanderungsbehörde über Supermärkte, Restaurants, Bars, Ersatzteilläden und diverse Werkstätten. Hier ist man unter hunderten Seglern, die alle ihre Boote klar machen und kann auch leicht mal Zubehör umsonst abstauben – wir haben jetzt ein paar dringend benötigte (gebrauchte) Batterien mehr an Bord. Obwohl es also schöner kaum sein könnte, tritt nachvier Wochen, während denen wir auf die Reparatur unseres Motors gewartet haben, schon mal langsam der Lager-Koller ein.

Ein Glück hat uns Natasha, die beste weibliche Steel-Drum-Spielerin von Trinidad nach Tobago eingeladen, sodass wir dankbar diese Gelegenheit nutzen rauskommen, aus diesem Dorf. Hin- und Rückfahrt kosten gerade mal zehn Euro pro Person und wir freuen uns, diese super schnelle Katamaran-Fähre nun aus der Nähe betrachten zu können, nach dem wir ja während unserer zweieinhalb tägigen Herumtreib-Aktion vor Trinidad von ihr schon ein paar Mal fast über den Haufen gefahren worden wären.

Auf dem Weg nach Port of Spain. Ein typisches Maxi-Taxi in Trinidad und Tobago

Mit dem Maxi-Taxi geht es bist zur Endstation in Port of Spain und nach der Überquerung einer achtspurigen Schnellstraße ist man schon am Fährterminal. Wir fühlen uns ein wenig wie am Flughafen – Pass zeigen, Taschen entleeren, Rucksäcke durchleuchten und schon ist das geliebte Feuerzeug weg. Die Sicherheitskontrollen lassen vermuten, dass wir das Land verlassen wollen. Dabei heißt es doch „Trinidad UND Tobago“… Bitte nicht filmen und keine Fotos, weder im Hafen noch auf der Fähre. Man merkt, dass wir den U.S.A. näher kommen.

Die Weihnachtsbäume sind an der Verspätung Schuld

Endlich auf der Fähre verzögert sich die Abfahrt ein wenig, da ein Kleintransporter mit Weihnachtsbäumen unbedingt mit will, erst nicht darf, dann aber doch im zweiten Anlauf Platz im Bauch der Fähre findet. Zweieinhalb Stunden soll die rasante Fahrt mit bis zu fünfunddreißig Knoten dauern. Wir stehen die Hälfte davon wie festgewurzelt am Heck und staunen über die Power, die dieses Monster hat. Danach tun wir es den anderen Passagieren gleich und suchen uns einen Platz zum Augen zu machen. Allerdings sind die Einheimischen besser vorbereitet und haben Decken und Laken dabei, um sich vor der eiskalten Klimaanlagenluft zu schützen.

Die TT-Spirit und im Hintergrund Trinidad

Die Einheimischen wissen um die eiskalte Luft der Klimaanlagen

Obwohl wir schon etwas spät dran sind und Natasha ungern warten lassen wollen, aber weil wir es eben so gewohnt sind, nach großen Überfahrten unsere von Entbehrung geschundenen Körper bei Ankunft mit Fast-Food zu verwöhnen, marschieren wir erst mal in den KFC am Fährterminal in Tobago. Die berühmteste Taxifahrerin von Tobago, wie uns Alicia von sich erzählt, macht unsere Verspätung danach auch nicht besser, als sie, nur „kurz fünf Minuten“ etwas mit ihrer Versicherung klären muss und uns im Taxi sitzen lässt. Es herrscht allerdings die gefürchtete „Island Time“ und aus fünf Minuten wird eine dreiviertel Stunde.

Da verlässt uns Alicia für "nur fünf Minuten"

So kommen wir ganz untypisch deutsch eine Stunde zu spät bei Natasha an und schaffen es nur noch einen Song mit ihr im Hellen vor dem Haus aufzunehmen. Zu zwei weiteren Songs trommelt sie auf ihrer Steel-Pan dann in ihrem Zimmer und wir haben wieder wahnsinniges Glück gehabt, so eine talentierte Musikerin gefunden zu haben. In Nullkommanix spielt sie die kompliziertesten Melodien, als wenn sie die Songs schon Ewigkeiten kennen würde!
Als sie nach drei Stunden und drei Songs dann los muss, dürfen wir uns erst mal ein Zimmerchen suchen, wo wir die Nacht verbringen können. Doch nicht weit von ihrem Haus entfernt gibt uns „Rusty“ nicht nur ein traumhaftes Zimmer in der obersten Etage seines Turms, sondern informiert uns auch gleich über seine gescheiterten Ehen mit Europäerinnen und seine vier Kinder in Deutschland und Schweden, die er aber alle seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Heftige Lachausbrüche markieren dabei seine Witze. Geschafft fallen wir nach Ewigkeiten mal wieder in ein richtiges Bett.

Natasha am Telefon - Ben am Aufbauen

Dort ganz oben im Turm befindet sich unser Zimmerchen

Am nächsten Tag müssen wir erst mal schauen, wo wir hier überhaupt gelandet sind und haben beim Frühstück in Strandnähe keine andere Wahl als zu gestehen, dass Buccoo schon ein schönes Fleckchen Erde ist. Leider unterbricht der Regen unsere Inselerkundung frühzeitig, sodass wir uns die Zeit bis zur Abfahrt mit einem Filmchen in unserem schicken Zimmer vertreiben. Als der Himmel aufklart und die Sonne heraus kommt, sind wir schon etwas wehmütig, wieder gehen zu müssen.

Mit Sonne sieht doch alles viel schöner aus

Auf dem Weg zum Fährterminal geben dann die ein Jahr alten Flip-Flops für zwei Euro aus Madagaskar von Benni endgültig auf. In einer weiteren Regenpause finden wir neue Treter in der Nähe einer Bar. Zweifünfzig für die Schuhe und zwei Euro für zwei Bier. Da kann man doch nicht nein sagen.

Die haben es eindeutig hinter sich

Nach einer weiteren rasanten Fahrt kommen wir wieder in Trinidad an und wollen auf dem Rückweg in die Marina noch kurz die erste Ladung Proviant für die nächste Überfahrt einkaufen. Es ist um Acht und wir stehen an der Achtspurigen Schnellstraße. Eigentlich keine schlechte Zeit. Doch für die ersten zehn Maxi-Taxis sind wir auf Grund unseres großen Einkaufs zu langsam, sodass sich andere einfach vordrängeln und als endlich niemand mehr da ist, der sich vordrängeln könnte, bleiben dann die Maxi-Taxis aus.

Wir warten ganz entlscheunigt mit unserem Einkauf auf das nächste Maxi-Taxi

Geschlagene anderthalb Stunden stehen wir so am Straßenrand. Ob wir überhaupt noch nach Hause kommen? Denn selbst wenn es hier normale Taxis gäbe, hätten wir kein Geld dafür, weil wir schon beim Einkaufen ein paar Dosen im Laden lassen mussten, da der Geldautomat heute extrem geizig war. Da heißt es Ruhe bewahren, sich selbst entschleunigen und schon nach nur fünf weiteren Island-Time Minuten kommt das sehnlichst erwartete Maxi-Taxi…

Slow Down von Jack Mantis

So sieht’s aus im Leben der Sailing Conductors: Eigentlich wollten wir “Radiate” von Jack Mantis aufnehmen, doch kaum hatten wir all unser Zeug aufgebaut, fing es natürlich an zu regnen. Aber von dem bisschen Wasser ließen wir Seemänner (auch Jack hat es per Segelboot über den Atlantik geschafft) uns natürlich nicht den Tag verderben und nahmen stattdessen “Slow Down” in unserem Unterschlupf auf. Vijai fuhr uns dann in seinem Auto zu einer verlassenen Militärbasis aus dem zweiten Weltkrieg ein paar Kilometer weiter und dann hatten wir endlich Glück mit dem Wetter und konnten “Radiate” aufnehmen. Bleibt gespannt!

music.sailingconductors.com
jackmantis.com

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Erwartungen und anderer Blödsinn

Erwartungen sollten abgeschafft und verboten werden. Ich glaube mittlerweile fest daran, dass der Pessimismus der wahre Optimismus ist. Wenn man nichts erwartet, kann man auch nicht enttäuscht werden und im Gegenteil: Alles wird im Endeffekt besser, als man es sich vorgestellt hat. Als ich damals auf die Salomonischen Inseln geflogen bin, habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet und irgendwie war dann doch alles echt okay…

Ganz anders nun auf dem Weg von Französisch-Guyana nach Trinidad und Tobago. Der Wetterberichtsagt wunderbaren Wind aus der richtigen Richtung voraus. Außerdem fließt entlang der Nordküste von Südamerika die Guyana-Strömung, die uns schon auf dem Weg nach Cayenne mit bis zu vier Knoten dem Ziel deutlich schneller entgegengebracht hatte. Wir stellen uns also auf einen wahnsinnig schnellen Trip ein, auf dem wir die siebenhundert Seemeilen in weniger als einer Woche schaffen könnten. Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt.

Dieser blinde Passagier verkroch sich während der Nacht und im Morgengrauen war er erstarrt. R.I.P.

Letztendlich brauchten wir fast doppelt so lange als geplant, haben die Hälfte der Zeit mit unseren Segeln geschimpft und unzählige Flüche gen Himmel geschickt. Zu wenig Wind, um die Segel zu füllen, aber zu viel, um sie komplett herunterzunehmen. Von dem ganzen Segelgeschlage ist dann auch noch unsere alte Fock gerissen, die wir zusammen mit der Genua am Vorstag als Passatsegel angeschlagen hatten…

Es folgen dutzende Delfinbilder

Nach neun Tagen ist nun aber endlich Land in Sicht. Doch dann werden wir plötzlich von einer Gegenströmung erfasst, die uns bis zu vierzig Grad vom Kurs abweichen lässt. Frisches Gemüse und Obst ist schon längst aufgebraucht, wir wollten ja bereits da sein und die Dosenravioli werden auch nicht besser. Kalt oder warm macht keinen Unterschied mehr. So ist die Stimmung an Bord. Abschalten. Durchhalten. Am nächsten Tag sind wir immer noch auf der Nordseite von Trinidad und schaffen es gerade so nicht vor Einbruch der Dunkelheit den sogenannten „Drachenmund“ zu durchsegeln. Drei kleine Inseln, die nah beisammen liegen und enge Kanäle bilden, in denen zur falschen Zeit Strömung von bis zu fünf Knoten gegen dich arbeitet.

Die nächsten 2 1/2 Tage Flaute vor Trinidad und Tobago

In den folgenden zweieinhalb Tagen versuchen wir wieder und wieder den Drachen zu besiegen, doch immer kurz vor dem Eingang geht uns der Wind aus und wir werden wieder zurückgetrieben. Eines Nachts unternimmt Benni mal wieder einen Versuch bei leichtem Wind im Schneckentempo in den Schlund zu schleichen, verschläft aber das Weckerklingeln, wir werden von einer Gegenströmung erfasst, der Autopilot beschwert sich nicht ob des falschen Kurses, Benni schreckt aber doch plötzlich auf, schaut auf das GPS, kann seinen Augen kaum trauen, blickt hinter sich und starrt im Dunkeln eine hundert Meter hohe Felswand hinauf, schafft es in der leichten Brise zu wenden und ruft dann mit zitternder Stimme nach mir, um das Boot erst mal wieder möglichst weit weg von dem Schrecken wegzumanövrieren. Drei Minuten später und wir wären gegen die Huevos Insel mit ihren steilen Klippen gesegelt!

Dem Käpt'n reichts so langsam...

Am nächsten Morgen schmeckt der Kaffee bitter, die Stimmung ist niedergeschlagen, ob wir das wohl jemals schaffen werden, die Ravioli sind alle und die T&T Fähre lacht uns nur höhnisch aus, als sie das zehnte Mal knapp an uns vorbei düst – von Trinidad nach Tobago und wieder zurück. Anstatt an Land Musiker aufzunehmen, unseren Motor reparieren zu lassen und irgendetwas zu schaffen, hängen wir hier auf Standby und lassen das Leben geduldig an uns vorbeiziehen, betäuben uns im stickigen Inneren von Marianne mit Filmklassikern á la „American Pie 6“, „Beerfest“ und „A good old fashioned Orgy“ – das deutsche Bier für neunundsiebzig Cent aus Cayenne hat es bis hier hin leider nicht geschafft.

Der Käpt'n freut sich schon auf den nächsten Film

Als am dritten Tag nach zwei weiteren erfolglosen Bändigungsversuchen des Drachens der alte Mann erneut die See mit seinem Fächer glatt gefegt hat, rufen wir per Satellitentelefon Deutschland an und bekommen eine Nummer vom Abschleppservice, der uns innerhalb von einer Stunde in die „Power Boats Marina“ zieht. Vielleicht liegt es an den Rostflecken am Rumpf, die der an Deck verstaute Anker hinterlassen hat, dass andere immer denken, sie könnten beim Docken unser Boot behandeln als wäre es aus Stahl und nicht aus Fiberglas – uns jedenfalls geht bei diesen Manövern der Arsch regelmäßig auf Grundeis, wenn wir gegen Stege, Pfeiler und andere Boote getrieben werden und mit letzter Kraft jegliche Gliedmaßen zwischen Marianne und Hindernis quetschen.

Da sind die Jungs auch schon. Die Leine reißt nur 1 Mal

Irgendwie schaffen wir es in die Box, sind an Land und der Abschleppservice hätte gerne fünfhundert Dollar – US-Dollar wie sich am nächsten Tag herausstellen wird, nicht TT-Dollar – aber das wissen wir ein Glück noch nicht am ersten Tag, treffen sofort unabhängig voneinander zwei alte bekannte Seglerpärchen aus Madagaskar wieder, freunden uns mit dem Nachbarboot „Papagei“ an und verbringen mit dem Besitzer Axel aus Deutschland, der in Rostock den Papageien schon auf die Sandbank im Breitling gesetzt hat, einen rumlastigen ersten Abend.

Wie Camping, anstatt Wohnwagen stehen hier eben Boote

In diesem Segler-Mekka mit hunderten Booten in Wasser und an Land haben wir mittlerweile schon die fünfte befreundete Crew getroffen, Jack Mantis – Rockstar und Freund von Andrew James aus Südafrika kennen gelernt, den deutschen Stammtisch entdeckt und indische Roti gegessen – das hätten wir nun wirklich nicht erwartet!

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Travelling Man

Der ein oder andere wird es vielleicht erkennen: Dies ist der erste Track unserer gerade erschienenen CD “AAA”. Während der PreRelease Phase konnten wir einfach nicht die Finger still halten und mussten noch weitere Musiker aufnehmen, die den Song “Low Tide” – auf dem Album ein reines Gitarrenstück mit Möwengekreische, eingespielt von Andrew James in Südafrika – mit ihren Ideen komplettierten.

Vicky Lucato aus Rio de Janeiro schrieb die Lyrics, Fernando Bastos, ebenfalls aus Rio, fügte ein großartiges Klavier hinzu und das NEOJIBA Orchester aus Salvador gab dem Song noch mal ein komplett anderes Feeling. Wir fühlen uns unglaublich geehrt, dass NEOJIBA (neojiba.org) drei Komponisten, ein Orchester und auch noch die Location für die Aufnahme für uns zur Verfügung stellte. Tausend Dank!

AAA gibt es ab 9 € als Download und 15 € als CD + immediate Download auf music.sailingconductors.com

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Kalighata (Rain Clouds)

Dies ist die erste Single aus unserem Album “AAA”, das am Freitag, dem 13. September veröffentlicht wurde! Aufgenommen wurde der Track in Indien, Südafrika, Thailand, Singapur, Australien, Sri Lanka und auf dem Atlantischen Ozean. Neun Musiker aus sechs Nationen haben diesen Song auf drei unterschiedlichen Kontinenten aufgenommen.

AAA” ab 9€ auf music.sailingconductors.com bestellen!

Vocals: Ujjayinee Roy (India)
Guitar: Andrew James (South Africa)
Tabla: Udaya Kumara (Sri Lanka)
Cello: Captain Ben (Germany)
Bass: Smutje Hannes (Germany)
Electronic Beats: Mark Fulgado (India)
Drums: Reinhard Liebers (Germany) & Idham Budiman (Singapore)
Sink Drums: René Wooller (Australia)

Mastered by kuzio.de

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Heute: VÖ von “AAA”

Wir können kaum glauben, dass heute wirklich der Tag ist, auf den wir seit zweieinhalb Jahren hinarbeiten: Unser erstes Album “AAA” ist auf unserem eigenen Label “For Headphones Only Records” erschienen! Geformt von Abenteuer, Schweiß, unglaublich talentierten Musikern und eurer Hilfe ist “AAA” viel großartiger geworden, als wir jemals zu träumen gewagt hätten

cd_vorn

Als kleinen Vorgeschmack, auf das, was sonst noch so kommt, haben wir heute zum Veröffentlichungstag noch ein ganz besonderes Video für euch: Travelling Man.

Wer die CD schon in den Händen hält, wird sich vielleicht ein wenig wundern, denn “Travelling Man” ist nicht auf dem Album drauf… oder doch?! Während wir die große Maschinerie einer CD Veröffentlichung (Mischen, Mastern – tysen takk an Kuzio, Cover designen, pressen lassen usw.) angestoßen haben, konnten wir die Finger einfach nicht still halten, und mussten noch weiter an dem ersten Track des Albums “Low Tide” arbeiten.

Nach dem Andrew James diesen Song im Februar 2013 in Südafrika nur mit einer Gitarre gestartet hat, konnten wir noch Vicky Lucato, Fernando Bastos und das NEOJIBA Orchester aus Salvador vor das Mikrophon bekommen.

Vicky schrieb fast aus dem Stehgreif die Lyrics, nach der Aufnahme von Fernando wurden wir überfallen, während wir unser ganzes Equipment, und das gerade aufgenommene Material, bei uns hatten, konnten die Angreifer aber zurückschlagen und ein ganzes Orchester haben wir auch noch nie aufgenommen…

Ungefähr eine Millionen Geschichten tragen zu diesem Song bei und noch mal an dieser Stelle: 1000 Dank an alle, die das ermöglicht haben!!!

Also, viel Spaß mit der CD (wer sie noch nicht hat, kann sie auf music.sailingconductors.com bestellen) und bis bald,
Die Crew von der Marianne

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Orlando Timóteo Dambujo

Orlando spielt Schlagzeug in Amados Band. Ich begegne ihm zum ersten Mal auf einem seiner Gigs, zu dem mich Amado eingeladen hat. Orlando hat definitiv den Rhythmus im Blut und was er für eine Freude beim Spielen ausstrahlt! Ständig ist er am Grinsen und Lachen – ich bin echt gefesselt und kann kaum die Augen von seinem Schlagzeug lassen. Orlando kann außerdem super englisch sprechen. Manchmal ist die Kommunikation hier in Maputo nämlich nicht so ganz einfach, da ja alle portugiesisch sprechen und englisch hier nicht so verbreitet ist. Aber eigentlich ist das total egal, denn wenn man gemeinsam musiziert, kann man sich manchmal besser verständigen als in irgendeiner Sprache der Welt…

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Amado Dolinco

Durch Mira, eine Freundin aus Deutschland, hören wir zum ersten Mal von Amado. Mira hat eine längere Zeit in Maputo verbracht und hat dort viele Freunde in der Musikszene. Amado ist super und wir verbringen in den nächsten Tagen viel Zeit zusammen. Ich besuche ein tolles Konzert von seiner Band, wo ich auch seine Musikerkollegen näher kennenlerne. Die Jungs sind gut drauf und nachdem ich ihnen von unserem Projekt erzähle, sind sie Feuer und Flamme.
Am nächsten Morgen marschieren wir gemeinsam zum etwas ausserhalb der Stadt gelegenen Proberaum und nehmen Musik auf, bis die Batterien der Kamera keine Lust mehr haben. Zwei Tage später setzen wir die Aufnahme-Session fort, da ich noch längst nicht alles im Kasten habe. Zum Glück nehmen die Jungs sich Zeit für mich und spielen und spielen und spielen…

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Felix Rock

Am Anfang ist Felix eher unscheinbar. Er ist ein guter Freund von Amado und ist immer dabei, wenn ich mich mit der Gruppe treffe, um Musik aufzunehmen. Ein sehr ruhiger und angenehmer Typ. Irgendwann erzählt er mir nebenbei, dass er gerne rappt. Achso? Ich denke an Wicked Aura und daran, dass wir dringend noch einen Sänger oder Rapper für den Song benötigen. Ob er sich das Lied mal anhören will. Na klar, und als er die ersten Takte im Kopfhörer hört, fängt er zu grinsen an und man sieht ihm an, wie er innerlich “A song about coffee” einen Text verleiht. Ich baue Mikro und Ständer auf, während er sich den Song ein paar mal anhört. Dann geht es los. Und dann fange ich an zu grinsen. Warum hat man mir das nicht schon früher gesagt, dass der Typ echt was auf dem Kasten hat! Ein Take, gekauft!

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