Archiv der Kategorie: Sailing Conductors

Soundwave2Berlin – Episode 4

Mehr als drei Jahre auf See, hunderte Musiker, unzählige Abenteuer … Soundwave2Berlin – Episode 4 weiterlesen

Soundwave2Berlin – Episode 3

Madagaskar, Kapstadt, Rio de Janeiro: Der dritte Teil der Reise … Soundwave2Berlin – Episode 3 weiterlesen

Soundwave2Berlin – Episode 2

Jam-Session in Singapur, Ratte an Bord und der Geruch von … Soundwave2Berlin – Episode 2 weiterlesen

Entdecke das Unerhörte – LIVE!

Meine Geographiekenntnisse sind zugegebener Maßen ziemlich beschränkt. Durch die letzten drei Jahre hat sich dies durch das Herumreisen jedoch merklich verbessert. Zum Beispiel weiß ich jetzt wo Französisch-Guyana liegt, dass die Endstadtion einer Zuglinie von Kuala Lumpur die Hafenstadt Port Klang ist und dass Brasilien ein echt großes Land ist. Um meine deutschen Geographiekenntnisse ist es allerdings immer noch schlecht bestellt. Doch das wird sich jetzt ändern, denn:

Wir gehen auf Tour!

So, wie Arved Fuchs von seinen Expeditionen erzählt, wollen wir euch auch von unseren Abenteuern erzählen. Vielleicht nicht ganz so trocken und mit etwas mehr Humor, dennoch, die Idee bleibt die gleiche: Wir haben so viel erlebt, so viel gefilmt und so viel tolle Musik(er) gefunden – das können wir unmöglich für uns selbst behalten! Deshalb würden wir uns freuen, euch an einem unserer Termine begrüßen zu dürfen und etwas aus dem Nähkistchen zu plaudern.

Sollte eure Stadt nicht auf unserer Tourliste stehen, dann schreibt uns doch einfach an, wo wir bei euch vorbeikommen sollten und wir versuchen unser bestes, eine Veranstaltung zu organisieren.

Alle Termine findet ihr hier: www.live.sailingconductors.com

Bis bald hoffentlich,
Smutje Hannes und der Rest der Crew

Die Segelsaison 2014 ist beendet

Butter bei die Fische: Marianne steht aufgebockt und trockengelegt am Rande des Lake Okeechobee in Florida und wird sich dort auch erst mal nicht wegbewegen. Der Captain und ich sind in der Heimat, knapp achttausend Kilometer entfernt von unserem schwimmenden zu Hause der letzten drei Jahre.

Unser Traum war seit geraumer Zeit im August diesen Jahres in meinem Heimathafen, auf der Hanse Sail in Rostock einzulaufen – mit Rückenwind und Parasailor, dröhnendem Minimal Techno aus dicken Boxen an Bord und Guitarhero Ed DeGenaro, der dazu DAS Gitarrensolo seines Lebens auf dem Bug der Marianne zockt. Doch aus die Maus, der Traum ist geplatzt… vorerst.

Wann Vision und Realität angefangen haben auseinander zu driften, kann ich gar nicht so genau sagen. Wir waren irgendwie schon immer unserem Zeitplan ein wenig hinterher, doch so schlimm schien es zunächst nicht.

Mit dem Finger auf der Landkarte: Ausschnitt aus einem unserer Videos

Mit dem Finger auf der Landkarte: Ausschnitt aus einem unserer Videos

Mit dem Finger auf der Weltkarte steckten wir unsere Strecken ab. Zwei Daumenbreiten sind achthundert Seemeilen, schafft man in zwei Wochen, vielleicht zehn Tage, wenn der Wind mitspielt. Noch war ja genügend Puffer, um mal hier und dort ein paar Tage weniger in einem Land zu verbringen und so doch noch rechtzeitig vor der Sturmsaison Ende Mai aus New York über den Atlantik gen Heimat aufzubrechen.

Smutje Hannes bei der Eimerdusche

Smutje Hannes bei der Eimerdusche

Wenn man die Zeit an Bord mit einem Eimer voller Salzwasser vergleicht, das aus einem Loch langsam raustropft, dann stand der Pegel bei der Ankunft in Brasilien im April 2012 noch auf seinem Spitzenwert. Doch eine Mischung aus langwierigen Reparaturarbeiten an unserem vierzig Jahre alten zwölf PS Einzylinder Dieselmotor und großartigen brasilianischen Musikern, bohrten ein größeres Loch in unseren Zeiteimer.

Einer von vielen brasilianischen Mechanikern bei uns an Bord

Einer von vielen brasilianischen Mechanikern bei uns an Bord

Egal wie viele Mechaniker Brasilien uns auch an Bord schickte, keiner vermochte unseren Motor wieder zum Laufen zu bringen. Etliche Reais wechselten die Portemonnaies, doch spätestens kurz vor der Einfahrt in einen neuen Hafen sprang unsere Maschine wieder nicht an. So haben wir im Prinzip die brasilianische Küste komplett ohne Maschine abklappern müssen und dank Fußball WM dürfte nun fast jeder wissen, dass Brasilien nicht gerade das kleinste Land ist.

Eigentlich braucht man seinen Motor auf Hoher See auch gar nicht und sogar in einen Fluss in Französisch-Guyana sind wir schon unter Segeln rein und wieder raus. Doch manchmal wurde es in Landnähe ganz schön aufregend, wenn plötzlich der Wind nachließ und wir auf irgendwelche Felsen zutrieben.

Dem Käpt'n reicht es nach zweieinhalb Tagen Flaute vor Trinidad und Tobago

Dem Käpt’n reicht es nach zweieinhalb Tagen Flaute vor Trinidad und Tobago

In Trinidad und Tobago war unsere Rostlaube dann so hinüber, dass wir uns nach zweieinhalb Tagen des Herumtreibens vor den Toren Chaguaramas dazu entschlossen, das Teil generalüberholen zu lassen.

Unsere Knatterkiste ist endlich draußen

Unsere Knatterkiste ist endlich draußen

Bei der schwierigen Angelegenheit den großen Motor durch die kleine Öffnung im Cockpit zu manövrieren und Ersatzteile zu organisieren, verplemperten wir doch einiges von unserer salzigen Zeit mit dem Lebensgefühl der entspannten Insulaner. Als dann bei der Abfahrt aus Kuba Rauch aus dem Motorraum die Kajüte vernebelt, kann auch der größte Optimist in mir die schlechten Gedanken nicht mehr wegreden. Wir schaffen es nicht.

Dunkler Rauch aus dem Motorraum

Dunkler Rauch aus dem Motorraum

…jedenfalls nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Anstatt „Segeln und Musik“ wäre unser Motto bis zur Ankunft auf „Segeln“ zusammengeschrumpft. Doch sind wir nicht gerade deshalb zu diesem Weltmusikabenteuer aufgebrochen, weil wir uns nicht von heraustropfender Zeit aus imaginären Gefäßen determinieren lassen wollten? Das Recht der Jugend, den salzigen Mittelfinger gen gesellschaftliche Konventionen zu erheben können wir uns doch jetzt nicht einfach aus der Hand nehmen lassen!

Nun gut, als Mittzwanziger sind wir dem Jugendalter wohl so langsam entkommen und spüren das erste Mal in unserem Leben, was es heißt, erwachsen zu werden und Verantwortung für andere zu übernehmen:
Den vielen großartigen Künstlern sind wir es schuldig, nicht durchzurasen, sondern uns Zeit zu nehmen, um das Beste aus ihren Songs herauszuholen. So viele Perlen liegen noch versteckt in unseren Archiven, dass wir uns derzeit hinter die Rechner klemmen und versuchen, all die Schätze zu heben. Wir haben noch ganz viel vor und die Sailing Conductors sind noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil – wir gehen in die Verlängerung!

Wer so lange nicht warten möchte, kann ab September im digitalen Programm der ARD auf EinsPlus unsere Reise in vier Episoden nachvollziehen. Im halbstündigen Serienformat Soundwave2Berlin bekommt ihr intime Einblicke in drei Jahre selbstgefilmtes Segelmusikabenteuer.

Da Universal seltsamerweise den Soundtrack zur Serie nicht haben wollte, mussten wir diesen im letzten Jahr auf unserem eigenen Label selbst veröffentlichen und ich kann verraten, eine limitierte Auflage von ca. tausend Stück ist noch vorhanden…

Also ran an den Speck und fleißig auf music.sailingconductors.com bestellen, das freut Musiker aus aller Welt.

Bis dahin,
Smutje Hannes und sein Captain Ben

Soundwave2Berlin – Episode 1

Vier Kontinente, über vierzig Länder und hunderte Musiker — seit … Soundwave2Berlin – Episode 1 weiterlesen

USAiling. Ein Road Trip durch die Staaten. Teil 3. LA und San Francisco

Habe ich schon erwähnt, dass wir keine Karte haben? Und es hier kein Netz gibt und das GPS nicht funktioniert? Also, wir haben keine Karte. Und kein Netz. Und wir wollen noch schnell zum Lake Powell, denn Lincoln hat sich den Stausee in den Kopf gesetzt und will da jetzt hin. Wir sehen ein Schild mit der Aufschrift „Lake Powell“ und geben Gas. Naja, Gas ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Wir bedienen vorsichtig das Gaspedal, denn auch hier überall wieder – Speed Limit. Wir müssen dringend tanken, doch weit und breit nichts außer Highway und Schwärze (es ist mittlerweile dunkel).Doch dann nach zwei Stunden ein Licht am Ende des Tunnels. Ein Dorf. Drei Häuser. Davon eines eine Bar. Wir fragen nach, wie weit es noch zum Lake Powell ist, denn gefühlt müssten wir schon vier mal dagewesen sein. Wir sind auf der richtigen Straße, noch eine halbe Stunde. Zum Glück. Es geht weiter und immer noch keine Tankstelle. Die rote Lampe leuchtet schon lange. Eine halbe Stunde später rollen wir mit den letzten Tropfen Sprit in Flagstaff ein. Hier soll doch der Stausee sein. Schnell tanken und das nächstbeste Motel, denn es ist schon wieder viel zu spät. Auch der Gutenacht Drink in der nächsten Bar wird abgewunken. Dafür machen wir schnell noch mal den Laptop an, denn hier gibt es Internet. Und sind zu müde, um uns aufzuregen. Wir stellen nämlich fest, dass Lake Powell genau da ist, wo wir vor drei Stunden gestartet sind. Als wir in der Bar nach dem Weg gefragt haben, waren wir zwar auf der richtigen Straße, nur in der falschen Richtung. Und dann ist Flagstaff auch noch südlich vom Grand Canyon. Also da, wo wir eigentlich auf gar keinen Fall sein wollten. Ein völliger Griff ins Klo, aber hey! Was soll’s. Wir verbuchen alles unter „Shit happens – all the time“ und machen das Licht aus.

Na, geht doch. Endlich mal ein paar Schilder

Na, geht doch. Endlich mal ein paar Schilder

Wir lassen Lake Powell Lake Powell sein und setzen neuen Kurs. Las Vegas, die Stadt, die niemals schläft. Wir sind gut drauf, voller Energie und Tatendrang. Wir wollen ankommen. Laut Musik an und los. Bestimmt ist das langsame Auto vor uns Schuld, dass wir kurze Zeit später hinter uns ein Blaulicht sehen. Oder das langsame Auto neben uns. Was will der jetzt von uns? Der will bestimmt nichts von uns. Wir wollen doch nach Las Vegas! Genervt zieht Reini auf den Standstreifen rüber und bleibt stehen. Leider kommt auch Mr. Blaulicht hinter uns zum Stillstand und steigt aus. „Good Morning, Sir. You drove 90 in a 65 mph zone. Are you in a hurry?“ Ja Mann, Las Vegas wartet!

Wir erklären dem Cop, dass wir den Highway aus Versehen mit einer deutschen Autobahn verwechselt haben

Wir erklären dem Cop, dass wir den Highway aus Versehen mit einer deutschen Autobahn verwechselt haben

250 Dollar leichter rollen wir wieder los. Und erwischen uns wieder ständig bei 90 Meilen auf der Nadel. Zum Glück keine Cops mehr. Das wäre bitter. Schnell noch kurz den Hoover Dam anschauen, den größten Stausee der USA, und dann rein ins Geschehen. Nach den paar Tagen im absoluten Nichts ist das Getümmel in Las Vegas ganz schön aufregend. Jetzt brauchen wir nur noch eins von diesen tausend Hotels und ab dann heißt es: What happens in Vegas, stays in Vegas…

Der Hoover Dam, Amerikas größter Staudamm

Der Hoover Dam, Amerikas größter Staudamm

What happens in Vegas, stays in Vegas

What happens in Vegas, stays in Vegas

Eine Nacht in Las Vegas reicht dann auch. Mit schwerem Kopf machen wir uns auf in die Stadt der Engel – Los Angeles. Es ist nicht mehr sehr weit, doch in unserer Kondition zieht sich jede Meile endlos dahin. Und der Magen knurrt auch. Also Pause und Burger in einem kleinen Kaff direkt neben dem Highway. Beim Bezahlen erzählt uns die Bedienung von einer Geisterstadt, die hier in der Gegend sein soll. Na, das lassen wir uns doch nicht entgehen. Wir geistern also zu Kaliforniens größter Silbermine in 1881. Calico Ghost Town. Als wir ankommen ist alles schon geschlossen. Aber anstatt den Kopf in den Silbersand zu stecken, entdecken wir lieber auf musikalisch experimentelle Weise, wie es sich vor über 130 Jahren angefühlt haben muss, in diesen Minen zu arbeiten.

Calico Ghost Town

Calico Ghost Town

In Los Angeles haben wir uns in einem Hostel einquartiert, da wir hier ein paar Tage bleiben wollen. Wir haben auch schon einige Kontakte über Freunde erhalten und wollen alle Musiker in den nächsten Tagen abgrasen. Leider geht von hier für Reini schon bald der Flieger nach Hause. So schnell können drei Wochen umgehen und der Schreibtisch zuhause fühlt sich vernachlässigt und ruft nach Hilfe. Aber ein bisschen Zeit bleibt ihm noch und deshalb kochen wir etwas zusammen in der Hostelküche. Und während wir so kochen, lernen wir unsere Zimmernachbarin Shai kennen. Shai ist aus New York, ist aber vor kurzem nach LA gekommen, um hier eine Karriere als Sängerin zu starten. Na, dann kann’s bei uns mit der Karriere ja gleich losgehen und schon stehen wir in unserem Hostelzimmer und das rote Record-Lämpchen leuchtet.

Shai singt spontan ihren Song

Shai singt spontan ihren Song “Secret Identity” ein

Wir haben noch viel vor heute und packen schnell unser ganzes Zeug zusammen, denn gleich treffen wir auch schon Will am Strand von Longbeach. Dieser hat, glaube ich, die ganze Nacht durchgefeiert, spielt seinen Bass aber trotzdem, als hätte er die ganze Nacht geübt. Will spielt hauptsächlich Bass in seiner Band, mit der er viel durch die USA tourt, aber er möchte auch ein kleines Ständchen auf der Gitarre zum Besten geben.

Will am Bass für Chokey's

Will am Bass für Chokey’s “Live Up” aus Jamaika

Wir sind begeistert von LA, doch es ist so wahnsinnig groß. Wenn man von A nach B will, sollte man besser eine Stunde Fahrtzeit einplanen. Im Grunde genommen sind LA viele größere Städte, die mit riesigen Highways verbunden sind. Und wo wir schon mal hier sind, müssen wir natürlich auch das berühmte Venice Beach abchecken, was ich bis jetzt nur aus Tony Hawk’s Pro Skater 2 kenne. Es ist auch wirklich zum verwechseln ähnlich. Fast als wäre ich schon mal hiergewesen. Dann hat Lincoln plötzlich starke Surf-Entzugserscheinungen und kauft sich das günstigste gebrauchte Brett im Laden. Ganz praktisch sind diese weit ins Wasser herausragenden Docks. Da kann man ganz nah dabei sein und dem Surfer auf die Finger gucken, auch wenn man selbst nicht ins eiskalte Wasser will.

Hier dürfen nur die Besten rein

Hier dürfen nur die Besten rein

Vom praktischen Dock aus können wir Linc ganz genau auf die Finger schauen

Vom praktischen Dock aus können wir Linc ganz genau auf die Finger schauen

Weiter geht es am nächsten Tag mit Mark, einem leidenschaftlichen Reggae-Gitarristen und Sänger. Mark hat das Konzept unseres Projektes voll verstanden und so schlägt er vor, in den Ballona Creek Wetlands aufzunehmen, eines der letzten bedeutendsten Feuchtbiotope von Los Angeles. Mark wuchs schon als Kind mit Reggae auf, da sein Kindermädchen aus Jamaika kam und immer Reggae hörte. Das gefiel im besser als Beethoven, Mozart und Bach, was seine Eltern immer hörten. Interessanterweise erfahren wir, dass Reggae in Kalifornien im Moment total angesagt ist und fast größer ist als Reggae in Jamaika. Sagt Mark jedenfalls und dem glauben wir jetzt mal. Er spielt dann seinen großartigen Summertime Blues für uns und dann greifen sich auch Linc und Reini noch Instrumente und spielen zu einem Reggae Song aus Jamaika ein.

Alle greifen sich Instrumente und spielen zu Chokeys

Alle greifen sich Instrumente und spielen zu Chokeys “Live up” aus Jamaika

Natalie Emmons kommt zu Besuch aus San Diego. Ich habe Natalie vor fünf Jahren in Sydney kennengelernt und die damalige Musical Tänzerin arbeitet jetzt fleißig an ihrer Gesangskarriere. Und möchte unbedingt bei unserem Projekt mitwirken. Wir gehen alle zusammen feiern, denn morgen früh fliegt Reini leider nach Deutschland zurück. Wir sind ganz traurig und lassen es deshalb ordentlich krachen. Danach sind wir wieder froh, denn Reini hat seine 9-Uhr Maschine nicht verpasst. Guter Mann. Mit Natalie beginnt jetzt ein sehr intensiver Tag. Nach gefühlten 20 Minuten Schlaf zeige ich ihr einen Song von Thales Branches aus Brasilien. Der hat damals ein Improvisations-Instrumental Stück ausgepackt und Natalie ist begeistert davon und schreibt in 20 Minuten ihren eigenen Text dafür. Dann packen wir wieder mal unsere sieben Sachen zusammen und ziehen um die Häuser, um nach einem tollen Ort in Downtown LA Ausschau zu halten. Natalie erzählt uns von den vielen Graffiti Wänden überall und davor will sie singen. Klingt gut, auf geht’s. Und tatsächlich sehen wir zahlreiche Graffitis an den Wänden. Nicht irgendein Geschmiere, sondern richtige Künstler stehen hier an den Wänden und arbeiten. Und irgendwann finden wir dann auch eine geeignete Stelle für uns und bleiben bis die Sonne unter geht und es zu dunkel wird zum filmen.

Künstler bearbeiten die Wände von Downtown LA

Künstler bearbeiten die Wände von Downtown LA

Die Arbeiter freuen sich bestimmt über das kleine Ständchen

Die Arbeiter freuen sich bestimmt über das kleine Ständchen

Abends verabschieden wir uns von Natalie. Sie muss zurück nach San Diego und wir weiter nach San Francisco, unserem letzten Ort auf diesem Road Trip durch die USA. Es ist allerdings noch ein ganzes Stück bis dahin und wir sind müde, deshalb entscheiden wir uns für einen Zwischenstopp in Santa Barbara. Hier will Lincoln auch noch mal sein neues gebrauchtes Surfbrett ausprobieren. Am nächsten Morgen gibt der Bursche an der Rezeption uns den Insidertipp, wo hier der beste Ort zum Wellenreiten ist. Der Mann hat nicht gelogen. Lincoln ist begeistert und will gar nicht mehr aus dem Wasser raus. Trotz 15 Grad Wassertemperatur und seinen halb abgefrorenen Füßen.

Die Wellen sind heute traumhaft

Die Wellen sind heute traumhaft

Und dann sind wir endlich in San Francisco. Nach etwa 2600 Kilometern und 10 Tagen im Chevrolet Impala mit schlechten Lautsprechern und ganzen 2 CDs. Ein Glück wartet Max schon auf uns, mein Kumpel, mit dem ich in Sydney 10 Monate lang das Zimmer geteilt habe. Jetzt dürfen wir bei ihm und seiner Freundin für eine Woche auf dem gemütlichen Sofa unser Lager aufschlagen. Nach den letzten vollgepackten Tagen während der Reise, lassen wir es hier ein bisschen entspannter angehen. Wir fahren mit dem Auto (oh nein, nicht schon wieder Auto!) über die Golden Gate Bridge und schauen uns San Francisco von den Bergen auf der anderen Seite an. Wir besuchen spontan ein Baseball Spiel – San Francisco Giants gegen die Cleveland Indians – wo wir den weltbesten Home Run miterleben dürfen. Fast hätten wir den Ball gefangen! Wir gehen ins Nachtmuseum und werden zum schlechtesten Konzert der Welt eingeladen. Yoshiki, du bist der Größte! Die Woche geht wie im Fluge vorbei. San Francisco ist eine geniale Stadt. Hier könnte ich mir durchaus vorstellen, irgendwann mal zu wohnen.

Das Giants Stadion. Hier braucht man ein Segelboot mit hohem Mast, dann kann man das Spiel mit anschauen

Das Giants Stadion. Hier braucht man ein Segelboot mit hohem Mast, dann kann man das Spiel vom Wasser aus mit anschauen

Yoshiki gibt Vollgas

Yoshiki gibt Vollgas

Max zeigt, wie man richtig Cello spielt

Max zeigt, wie man richtig Cello spielt

Und dann sitze ich auch schon wieder im Shuttlebus zum Flughafen. Es geht nach 25 Tagen zurück nach Miami und zurück zur Marianne. Wir haben ganz schön viel erlebt und ich bin zufrieden, denn außer den 200 Kilos Equipment im Gepäck, habe ich jetzt noch zusätzliche 200 Kilo tolle Musik im Sack stecken. Also, jetzt erst mal in Miami ein bisschen verschnaufen und dann schauen, wie es weitergeht. Das nächste Abenteuer steht bestimmt schon vor der Tür.

Na, geht doch. Endlich mal ein paar Schilder
Wir erklären dem Cop, dass wir den Highway aus Versehen mit einer deutschen Autobahn verwechselt haben
Der Hoover Dam, Amerikas größter Staudamm
What happens in Vegas, stays in Vegas
Las Vegas. Das erste Hotel ist doch zu teuer
Calico Ghost Town
Alles ist schon zu in Calico Ghost Town
Gut sehen die beiden Minenarbeiter aus.
Shai singt spontan ihren Song "Secret Identity" ein
Wir suchen nach einem ruhigen Plätzchen am LA Longbeach
Das ruhigste Plätzchen am Longbeach ist ein Café
Will am Bass für Chokey's "Live Up" aus Jamaika
Will's Freundin macht es sich gemütlich und hört aus der Ferne zu
Will gibt sein Lied "Take it Easy" zum Besten
Venice Beach, LA
Wer hat das nicht als 14-Jähriger gespielt?
Hier dürfen nur die Besten rein
Lincs erster Testrun mit neuem gebrauchten Brett
Vom praktischen Dock aus können wir Linc ganz genau auf die Finger schauen
Reini will auch mal. Mutig bei 15 Grad Wassertemperatur
Wir treffen Mark
Wir laufen durch das Biotop Ballona Creek Wetlands
Mark hört schnell mal in die Aufnahmen rein
Nicht einfach einen geeigneten Platz für den Laptop in diesem Morast zu finden
Alle greifen sich Instrumente und spielen zu Chokeys "Live up" aus Jamaika
Künstler bearbeiten die Wände von Downtown LA
Die beiden spielen einfach großartig zusammen
Die Arbeiter freuen sich bestimmt über das kleine Ständchen
Natalie Emmons aus San Diego
Wir bleiben bis die Sonne untergeht
Lincoln Davis aus Sydney
Natalie hat ihren eigenen Text zu Thales Gitarrenstück aus Brasilien geschrieben
Linc muss das Salz wieder auf der Haut spüren
Linc ist die Kälte des Wassers egal. Er muss da einfach rein
Die Wellen sind heute traumhaft
Jetzt ist es wirklich nicht mehr weit
Cable Cars in San Francisco
Das Giants Stadion. Hier braucht man ein Segelboot mit hohem Mast, dann kann man das Spiel vom Wasser aus mit anschauen
Home Run?
Man muss wohl Ami sein, um Baseball richtig gut zu finden...
Wenn dieser Baum Geschichten erzählen könnte
Linc bestaunt den fetten Mammutbaum
Wie sollen wir denn an dem Oschi jetzt vorbei kommen?
Das mieseste Konzert der Welt
Yoshiki gibt Vollgas
Die Menschen im Saal sind begeistert
San Franciscos steile Straßen sind überall
Fisherman's Wharf
Der Hafen am Fisherman's Wharf
Die Golden Gate Bridge im Nebel
Das Gefängnis von Alcatraz
Max zeigt, wie man richtig Cello spielt
Unsere Reiseroute. 2600 Kilometer in 10 Tagen

USAiling. Ein Road Trip durch die Staaten.Teil 2. Zion und Grand Canyon

Es ist Dienstag früh. 8 Uhr. Unser Chevy Impala ist vollgepackt. Ich bin nur froh, dass wir keinen Sportwagen gemietet haben, wie ursprünglich geplant. Die Mietwagenfirma bietet einen Dodge Challanger, Charger, Ford Mustang oder Chevy Camaro an, von denen wir lange geträumt haben, lassen uns aber doch in letzter Sekunde von unserer Vernunft besiegen. Zum Glück. Sonst hätten wir das Cello womöglich auf das Dach schnallen müssen. Und mich gleich daneben.

Es geht auf die Reise

Es geht auf die Reise

Unser erstes Ziel heißt Zion National Park. Das liegt auf dem Weg zum Grand Canyon, wo wir auf jeden Fall hinwollen. Wir sind guter Dinge und haben vor, irgendwo auf den Hügeln von Zion eine Aufnahme von Lincoln machen. Doch Amerikas Straßen sind lang. Und es gibt überall Speed Limits. Es fühlt sich so an, als könnte man während des Fahrens neben dem Auto herlaufen, wenn wir ganz allein auf den unendlich langen und breiten Straßen dahinschleichen. Denn überall ist 110 km/h das höchste aller Geschwindigkeitsgefühle. Das hätte ich sogar damals mit meinem alten VW-Bus noch hingekriegt, obwohl mich schon immer alle LKWs überholt haben. Hier lange Strecken fahren nervt. Da juckt es einen ganz schön im rechten Fuß. Der Weg zum Zion National Park zieht sich mächtig dahin. Doch irgendwann können wir doch die roten Berge am Horizont ausmachen.

Der Eingang zum Zion National Park

Der Eingang zum Zion National Park

Und ganz plötzlich sind wir mitten drin. Rote Steine und Berge soweit das Auge reicht. Richtiges Indianerland. Ich würde mich nicht wundern, wenn jetzt eine Horde Büffel vorbeiziehen würde, gefolgt von schreienden Cowboys und rauchenden Colts, gefolgt von buntbemalten Indianern mit Pfeil und Bogen. Zurück bleibt nur eine Staubwolke und eine Flasche Feuerwasser, die wohl beim schnellen Reiten aus einem Sattel gefallen sein muss. Naja, Büffel sehen wir zumindest wirklich gesehen. Nur grasen diese ganz friedlich am Straßenrand.

Wenn man jetzt nur ein Vogel wär...

Jetzt müsste man ein Vogel sein

Eigentlich wollen wir den bekannten „Angel’s Landing“ Weg ablaufen, doch wir merken schnell, dass dafür keine Zeit mehr bleibt. Blöde Geschwindigkeitsbegrenzung. Ablaufen ist wohl auch das falsche Wort – entlang hangeln wäre hier passender, denn der Weg ist für den/die fortgeschrittenen Wandersmann/frau und ein Großteil besteht nur aus wenigen Zentimetern Pfad und einer Kette, an der man sich festkrallen muss. „Gut festhalten und nicht hinunterschauen“ schreiben die Reiseführer. Schade, das hätten wir gerne mitgemacht, doch wir wollen heute noch ein wenig weiterfahren, damit es morgen nicht mehr so weit bis zum Grand Canyon ist. Also müssen wir uns mit dem „Watchman Trail“ begnügen, der als ein leichterer und kürzerer Weg eingestuft wird. Na gut.

Zum

Zum “Watchman Trail” gehts… da lang. Schade nur, dass wir unsere Hunde und Fahrräder zurücklassen müssen.

Hier wären wir gerne ein bisschen länger geblieben

Hier wären wir gerne ein bisschen länger geblieben

Leider bleibt auch für eine Aufnahme im Zion National Park keine Zeit mehr. Wir überlegen zwar hin und her, weil es uns wahnsinnig gut gefällt, doch entscheiden uns schließlich dagegen. Dann machen wir das eben im Grand Canyon. Kann ja auch nicht so schlecht werden. Es dämmert schon und wir steigen wieder in unser Auto und tragen den neuen Zielort im GPS auf dem Smartphone ein. Smartphone. Die ganze Welt hat eins. Jede Oma und jeder 4-jährige Lümmel. Nur ich nicht. Bis jetzt habe ich es noch ohne geschafft. Das Salz auf der Marianne hätte das Ding wahrscheinlich eh in null Komma nichts aufgelöst. Und jetzt würde ich das Ding am liebsten mit meinen Blicken auflösen. Denn Netz gibt es auf dem Weg zum Grand Canyon nur ab und zu. Und damit auch nur GPS ab und zu. Und somit verfahren wir uns  ab und zu. Vielleicht sogar auch ein wenig öfter. Wo ist diese Karte, die ich doch die ganze Zeit besorgen wollte? Eine richtige Landkarte. Wie in den guten alten Zeiten. Und die Amerikaner machen uns es auch nicht gerade leichter mit ihren verwirrenden Schilderaufstellungen. Wir sind verwirrt. Des Öfteren. Fahren so manches Mal im Kreis, verstehen die Welt (oder besser dieses Amerika) nicht mehr. Und kommen doch bei Dunkelheit in einem Motel an, das nicht weit vom Grand Canyon entfernt liegt. Wir sind hundemüde und glücklich endlich etwas gefunden zu haben. Ein undefinierbarer Gestank umhüllt die Rezeption, die etwa 100-jährigen Eigentümer kommen direkt aus einem Horrorfilm und wir versuchen nicht an die Kettensäge unter dem Tresen zu denken. Und nicht zu atmen. Uns ist jetzt alles egal. Das Zimmer hat 3 weiche Betten, der Gestank entpuppt sich als das gemütliche Zusammenleben und dessen Ausdünstungen von rund 500 Katzen, die hier auch wohnen. Und die Bar ist nicht weit für einen Gutenacht-Drink. Mehr wollen wir doch heute gar nicht mehr.

400 Katzen belagern unser Motel

500 Katzen belagern unser Motel. Mäuse gib es hier jedenfalls keine

Gemütliches Zeitunglesen bei dünnem Kaffee und Blaubeer-Bagels

Gemütliches Zeitunglesen bei dünnem Kaffee und Blaubeer-Bagels

Nach einem gemütlichen Frühstück auf dem Kofferraum geht es morgens weiter. Es ist nur noch eine halbe Stunde bis zum Canyon. Jetzt gibt es auch hier und da mal ein paar Schilder, die uns das sichere Gefühl vermitteln, dass wir auf der richtigen Straße sind. Doch dann versperrt uns ein Schild mit der Aufschrift „Road Closed“ plötzlich den Weg. Es ist die einzige Straße und wir denken schon daran, das Schild einfach wegzutragen, als wir eine Frau auf einem Parkplatz entdecken. Vielleicht sollten wir sie mal interviewen, bevor wir mit unserer Umbauaktion beginnen. Linc spricht mit der Frau und wir erfahren, dass die Straße und damit die Nordseite des Grand Canyon bis nächsten Monat geschlossen ist. Wir überlegen kurz, solange wollen wir aber dann doch nicht warten. Wir wissen nicht so richtig weiter. Wollen wir an die Südseite fahren, die noch geöffnet ist? Das wäre ein Umweg von einigen Stunden Fahrt. Direkt weiter nach Las Vegas? Linc schlägt Lake Powell vor, ein Stausee, nicht weit von hier. Während wir noch brainstormen, kommt die Frau wieder auf uns zu und gibt uns den nötigen Geheimtipp. Es gibt einen kleinen Waldweg, der kreuz und quer durch den National Park geht und der dann nach einer Stunde am Canyon enden soll. Sie drückt uns eine abenteuerliche Karte in die Hand, wir gucken uns kurz gegenseitig an, nicken und es geht los. Empfohlen wird für diese Strecke ein Wagen mit Allradantrieb, aber wir haben ja schließlich unseren Chevy Impala. Zwar ohne 4×4, aber das kriegt der schon hin. Wir vertrauen auf American Engineering. Der Weg ist großartig und überall sehen wir wilde Tiere. Ständig müssen wir hart abbremsen, weil wieder ein Reh den Weg mit einem Parkplatz verwechselt. Und Linc hält die Augen nach Bären offen. Er will unbedingt einen sehen und wir vertreiben uns die Fahrzeit, indem wir uns ausdenken, was wir machen würden, wenn uns jetzt ein riesiger Bär über den Weg laufen würde. Rennen, sich tot stellen, auf Bäume klettern und dem Bär ins Gesicht treten, den Bär würgen – alles ist dabei. Und dann sind wir da. Und der Bär ist vergessen. Und wir sind die glücklichsten Menschen überhaupt. Denn das hier ist der schönste Ort der Welt.

Eine Frau gibt Linc den Geheimtipp, wie es trotz geschlossener Straße zum Grand Canyon geht

Eine Frau gibt Linc den Geheimtipp, wie es trotz geschlossener Straße zum Grand Canyon geht

Mit der Geheimkarte machen wir uns auf die Suche

Mit der Geheimkarte machen wir uns auf die Suche

Wir erkunden ein wenig die Gegend und suchen einen geeigneten Platz zum Aufnehmen, denn eines ist sicher: Hier gehen wir nicht mehr weg, bevor wir etwas im Kasten haben. Linc packt seine Gitarre aus und setzt sich an den Rand des Canyons. Es ist ein magischer Ort zum Musik spielen. Irgendwas liegt hier in der Luft, dass uns in seinen Bann zieht. Wir reden nicht viel, lauschen nur den Klängen von Lincolns Gitarre, während ich Kameras und Mikros vorbereite.

Besser als jedes Recording Studio der Welt

Ein magischer Ort. Besser als jedes Recording Studio der Welt

Während der letzten Aufnahmen, geht Reini noch mal auf Entdeckungsreise. Plötzlich hören wir ihn laut rufen, doch können ihn nirgends sehen. Erst nach einer Weile und weiteren „Hier“-Schreien können wir ihn endlich ganz klein und winkend ausmachen. Er steht auf einem Felsvorsprung, der mitten in den Canyon ragt. Gefährlich sieht das aus. Wie ist er da bloß hingekommen? Von hier könnte man meinen, dass nur die Adler, die hier überall herumfliegen, es bis dorthin schaffen. Als Reini kurze Zeit später wiederkommt, erzählt er uns, dass dieser Felsvorsprung der perfekte Ort zum Aufnehmen und gar nicht so schwer zu erreichen ist. Naja, als wir noch mal hingehen, muss ich feststellen, dass „nicht schwer zu erreichen“ eine deutliche Untertreibung ist. Aber Reini ist ja der Kletterer und bietet sich großzügig an das Cello zu tragen und wir haben einen Deal. Während wir die schweren Rucksäcke über die tiefe Schlucht tragen (es geht an beiden Seiten des „Weges“ einige 100 Meter in die Tiefe), bemerken wir, dass wir nicht alleine sind. Ein Pärchen hat es sich mit Zelt und einer kompletten Campingausrüstung nicht weit von uns gemütlich gemacht und beobachtet unser Treiben. Während Linc und ich seinen Song “Into the Wild” aufnehmen, sitzen die beiden auf einem Felsen, trinken ein Glas Rotwein und lauschen aufmerksam der Musik.

Ein epischer Ort zum Musik spielen

Ein epischer Ort zum Musik spielen

Als wir nach einer Stunde unser ganzes Zeug wieder zusammenpacken, laden unsere Zuhörer uns auf ein Bier ein. Da können wir natürlich nicht nein sagen. Die beiden kommen aus Las Vegas und fahren gelegentlich für ein Wochenende zum Grand Canyon und campen. Wir ärgern uns, dass wir uns doch gegen das Zelt und Schlafsäcke entschieden haben, denn hier kann man es gut auch ein wenig länger aushalten. Linc spielt schnell noch ein Ständchen für die einzige Dame, denn die hat heute Geburtstag. Und dann müssen wir uns auch schon verabschieden, weil es schon wieder zu dämmern anfängt und wir noch ein wenig Strecke machen wollen. Denn das nächste Ziel heißt – Las Vegas. Und bis dahin sind es noch ein paar Hundert Meilen.

Es geht auf die Reise
Dampf ablassen nach vielen Stunden Autofahrt. Wer wirft am weitesten?
Der Eingang zum Zion National Park
Zum "Watchman Trail" gehts... da lang
Manchmal kann das Smartphone auch nicht weiterhelfen. Dann muss die gute alte Karte her
Jetzt müsste man ein Vogel sein
Hier wären wir gerne ein bisschen länger geblieben
Jetzt will Reini es aber wissen
Überall lange und breite Straßen
500 Katzen belagern unser Motel. Mäuse gibt es keine
Gemütliches Zeitunglesen bei dünnem Kaffee und Blaubeer-Bagels
Endlich mal ein Schild. Damit sparen die Amis hier ganz schön
Die Straße zum Grand Canyon ist bis nächsten Monat geschlossen
Eine Frau gibt Linc den Geheimtipp, wie es trotz geschlossener Straße zum Grand Canyon geht
Mit der Geheimkarte machen wir uns auf die Suche
Unser Auto hinterlässt eine riesige Staubwolke
Wir genießen die absolute Stille
Linc spielt Gitarre für alle wilden Tiere im Grand Canyon
Linc spielt ein paar Instrumental-Stücke ein
Besser als jedes Recording Studio der Welt
Ein epischer Ort zum Musik spielen
Es fängt langsam an zu dämmern
Nur nicht runter schauen...
Linc ist froh, dass die Aufnahmen vorbei sind. Er hat es doch nicht so mit Höhen...
Unsere einzigen Zuhörer außer Vögeln, Salamandern und Schlangen
Nicht mehr weit...

USAiling. Ein Road Trip durch die Staaten. Teil 1. Großes Wiedersehen in Salt Lake City

Marianne macht Pause. Die hat sie sich redlich verdient. Hier im Miami Yacht Club gibt es zu viele andere schöne Segelboote. So viele auf einem Haufen, wie in den gesamten letzten drei Jahren nicht. Sie schließt sogleich neue Freundschaften und beschließt sich hier vor Anker zu legen, erst mal die Beine hochzulegen und ihre Segel einzurollen. Na, was soll man da machen? Sie hat schließlich immer das letzte Wort.

Marianne macht auf Urlaub

Marianne macht auf Urlaub

Da fällt mir ein, dass ich ja in Amerika bin, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Land, in dem Tellerwäscher zu Millionären werden. Das hört sich doch gut an. Millionär wollte ich immer schon mal werden, denke ich und räume kurzerhand Marianne ein bisschen auf und meine sieben Sachen zusammen. Es geht auf Reise. Aber diesmal über den Landweg. Wasser hat jetzt erst mal Pause. Also eigentlich erst mal in die Luft. Das Flugzeug nach Salt Lake City steht schon bereit. Ich schnalle mir meine sechs Rucksäcke auf den Rücken, gefüllt mit 200 Kilo Mikrofonen und Kamerazeugs. Und das Cello muss diesmal auch mit. Wer weiß, was alles so passiert. ROAD TRIP! Yeah.

Mit 200 Kilo Gepäck zum Flughafen

Die Bushaltestelle und AIDA Traumschiff im Hintergrund. Mit 200 Kilo Gepäck zum Flughafen

Schnell zur Bushaltestelle, in den Bus, in die Bahn, in die nächste Bahn, in den Airport Shuttlebus und rein ins Flugzeug. Der Rücken schmerzt. 200 Kilo sind halt nicht ohne. Augen zu. Augen auf. Salt Lake City. Utah. Und wer steht am Gepäckband und hat meine Koffer schon in Hand? Reini! Unser Freund, Kollege, English Correctorrer, No.1 – Fan und Schlagzeuger. Er hat alles in Heidelberg stehen und liegen gelassen, seinem Chef ein Blümchen gepflückt und einen schönen Gruß bestellt und ist schnurstracks in die USA. Hier hat er vier Jahre lang mit seiner Familie gelebt, als er 10 Jahre alt war, hat hier noch viele Freunde und wollte mir immer schon mal seinen absoluten Lieblingsort auf der ganzen Welt zeigen.

Freudiges Wiedersehen am Gepäckband

Freudiges Wiedersehen am Gepäckband

Und dann gibt es noch ein großes Wiedersehen. Auch Lincoln hat die lange Reise aus Australien auf sich genommen. Linc und Reini waren damals 2011 gemeinsam mit uns in Thailand unterwegs. Jetzt wollen wir uns einen alten 79er Pontiac Trans Am, Firebird, einen roten Ford Mustang, einen alten Dodge Challenger, Charger oder einen rostigen Chevy Camaro besorgen und ab auf die Straße. Ziel ist San Francisco, über Las Vegas und Los Angeles. Wir wollen den Grand Canyon sehen und im Pazifik surfen gehen. Und tausend Musiker aufnehmen. Und das alles in 25 Tagen. Und los.

Nach Thailand zum ersten mal wieder vereint

Nach Thailand zum ersten Mal wieder vereint

Moment, nicht so schnell. Erst mal eine kleine Schadensinspektion. Mein Cello hat es leider erwischt. Es sieht nicht mehr so frisch aus, als ich es nach dem Flug aus der Tasche ziehe. Zwei Saiten sind gerissen und der Bogen kann nur noch als Peitsche verwendet werden. Er ist vom vorsichtigen Flughafenpersonal leider entzwei geteilt worden. Naja, Schwund ist immer. Google. „Violin Shop Salt Lake City“. Nicht weit. Also hin da. Mit dem neuen Leihauto. Wir sind ein bisschen enttäuscht. Aus sind die vielen Träume von alten und rostigen Muscle-Cars. Na, immerhin wird es ein Chevrolet. Impala. Grau. Grrr. Themawechsel.

Vom netten Flughafenpersonal misshandelt

Vom netten Flughafenpersonal misshandelt

Erste Station: Rocky Mountains. Wenn wir schon mal hier sind, muss Reini natürlich seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und will klettern. Jaja, er redet von nichts anderem. Wir geben uns endlich geschlagen und packen neben der Kletterausrüstung auch Lincs Gitarre ins Auto. Die wird ab jetzt nie mehr fehlen. Linc kann sich nämlich nicht weiter als Sichtweite von seinem Instrument entfernen. Das muss angeboren sein.

Der Berg ruft - Trotz verstauchtem Finger muss er wieder an die Wand

Der Berg ruft – Trotz verstauchtem Finger muss Reini wieder an die Wand

Wir fahren die Straße entlang, weiter und weiter in die Rocky Mountains hinein. Reini ist wählerisch mit seinem Berg. Überall sehen wir Menschen in den hohen Felswänden hängen. Irgendwann ist unser Mann doch überzeugt und wir ziehen mit unseren Rucksäcken los, überqueren einen reißenden Fluß, um uns schließlich zur Felswand durchzukämpfen. Das ist mit dem vielen Equipment auf dem Rücken gar nicht so einfach. Während Reini sich mit anderen Kletterern unterhält, um sich ein Seil zu ergattern (er hat selbst leider keins dabei), suche ich mit Linc einen schönen Ort für die erste Aufnahme. Wir müssen uns beeilen, denn die Sonne verschwindet langsam hinter den Bergen. Wir treffen viele von Reinis alten Freunden aus der Schulzeit. Super Jungs. Eigentlich keine Jungs. Richtige Männer. Und richtige Männer in Utah gehen am Wochenende Schießen. Es ist Wochenende. Wir gehen Schießen. Jeder der Burschen hat mehr als zehn Waffen – Pistolen, Shotguns, MG’s und wie sie auch alle heißen. Ein richtiges Waffenarsenal. Sowas hab ich noch nie gemacht und bin etwas aufgeregt, doch als ich sehe, wie sorgfältig und vorsichtig die Kerle mit ihren Waffen umgehen, entspanne ich mich. Alle haben enormen Respekt vor den Dingern und das spürt man. In Utah ist es eben normal in der Freizeit mal eine Runde „Ballern“ zu gehen. So wie andere Leute an Sonntagen Golf spielen oder kegeln gehen. Ich fange mit der kleinsten Pistole an, doch nach und nach reichen mir Reinis Freunde immer größere und schwerere Waffen. Ich muss sie alle mal testen. Und ich muss gestehen – es macht schon tierisch Spaß!

Habt ihr gesehen? Voll ins Schwarze!

Habt ihr gesehen? Voll ins Schwarze!

Abends sind wir bei Reinis altem Nachbarn Alex zum BBQ eingeladen. Beide sind früher regelmäßig zusammen Snowboard gefahren und wäre Reini nicht wieder zurück nach Deutschland gegangen, wäre er wohl auch Snowboard Profi geworden. Wir sind begeistert von seinem Haus. Er hat sich eine eigene Skateboard Rampe im Garten gebaut, die wir alle mal testen. Mit mehr oder weniger viel Erfolg. Und als es dunkel wird, holt Linc seine Klampfe aus dem Auto (komisch eigentlich, dass sie so weit weg liegt…) und gibt ein kleines Konzert. Ein toller Abend bei Würstchen, Steak und echten amerikanischen Burgern. Nur ans Bier müssen wir uns noch ein wenig gewöhnen. Mir wurde ja schon viel davon vorgeschwärmt, aber so richtig überzeugt mich dieses Gebräu doch noch nicht…

Linc hat selber einen neuen Trick erfunden

Linc hat selber einen neuen Trick erfunden

Die meiste Zeit, die wir in Utah verbringen, wohnen wir bei Bryan. Der Gitarrist hat vor einiger Zeit eine Konzert Tour durch Australien gemacht und da Lincoln bei einem Gig in Sydney kennengelernt. Natürlich will ich ihn aufnehmen. Und Schnee hatten wir auf unserer gesamten Reise auch noch nicht so richtig. Also, ab ins Auto und in die Berge. Zehn Minuten später sind wir da. Und es schneit heftig. Wie ist das möglich? Unten in der Stadt ist T-Shirt Wetter. Und keine zehn Minuten später schneit es? Verrückt. Das ist eben Utah. Es ist bitterkalt. Armer Bryan. Zum Glück gibt es heißen Kaffee in der Bude nebenan. Und zum Glück hat Bryan den passenden Song für diese Umgebung: „Trudging through the Snow“. Wir wollten ja eigentlich nicht – aber wir können nicht anders! Wir haben es versucht, aber der Schnee hat uns in seinen Bann gezogen. Es gibt kein Zurück. Wir müssen Snowboarden gehen. Und das war jeden blauen Fleck wert.

Traumhafter Schnee, da es den Tag zuvor noch geschneit hatte

Traumhafter Schnee, da es den Tag zuvor noch geschneit hatte

Abends statten wir dann noch Samuel Smith einen Besuch ab. Wir lernen Sam einige Tage zuvor in einer Bar mit einer der unfreundlichsten Barfrauen von Utah kennen. Er entpuppt sich als der letzte Rockstar von Salt Lake City, ist betrunken und hat einfach durch und durch eine echte Rockstar-Attitüde. Ist laut, frech, und eitel. Aber trotzdem einfach nett. „Call me or don’t. I don’t fucking care!“ sagt er zum Abschied, nachdem wir von unserem Projekt erzählt haben. Also, den wir müssen wir einfach treffen! Und er hat uns nicht zu viel versprochen. Er zieht sich während der Aufnahmen einen Joint nach dem anderen rein. Leider vergisst er dann aber auch manchmal ein wenig Text oder versemmelt ab und zu ein Ende. Aber egal! Sam Smith ist jetzt schon eine Legende.

Sam zeigt uns sein neues Tattoo, was die Tattowiererin anscheinend völlig vergeigt hat

Sam zeigt uns sein neues Tattoo, was die Tattowiererin anscheinend völlig vergeigt hat

Es gibt einfach zu viele schöne Dinge, die man in Utah machen kann. Doch wir haben ja schließlich noch etwas vor, deshalb beschließen wir am nächsten Morgen loszufahren mit Kurs auf Grand Canyon. Aber wie beim Segeln heißt es auch hier: „Never stick to your plan!“, denn wir erfahren von einem super Geiger, der sich mit uns treffen möchte und so verschieben wir unsere Abreise um einen Tag. Und gehen sogleich ins Full Fidelity Studio, wo wir den Eigner Steve, den Geiger und eine Sängerin treffen. Während Steve die Mikros aufbaut, zeigt Linc uns anderen einen seiner Songs und es wird ausprobiert. Alle dürfen mitmachen. Und irgendwann wird der Krach doch fast schon zu einem waschechten Utah-Jam. Jetzt aber noch schnell tanken und etwas zum Naschen für Unterwegs einkaufen. Denn morgen früh geht es nun wirklich los. Grand Canyon, wir kommen.
Testrun mit dem neuen Bogen
Alles muss schnell gehen, die Sonne geht gleich unter
Ein Paradies für jeden Kletterer
Ein ganz normales Wochenende in Utah
Die letzten Anweisungen
Let's go Rambo!
Ups! Der arme BMW. Ich merke zu spät, dass er alle meine leeren Hülsen abkriegt...
Die Amis wissen, wie man richtiges BBQ macht
Alex kann nicht nur gut Snowboard fahren...
... er zeigt uns auch, wem die Rampe gehört
Linc gibt ein Ständchen zum Besten
Die Zuschauerplätze sind gefüllt
Der Studio Eigentümer Steve bei der Arbeit
Wir üben schon mal ein wenig den Song, bevor der Geiger kommt
Im Studio wird es zu fünft ganz schön gemütlich
Die breitesten Straßen der Welt
Der Salt-Lake-Tempel, der größte Stolz der Mormonen, im Vorbeifahren
Reini zeigt mir sein altes Haus, wo er 4 Jahre lang gewohnt hat
Bryan spielt den passenden Song zur Umgebung "Trudging through the Snow"
Linc snowboardet zum zweiten Mal. Zitat auf dem Lift: "Das war eine scheiß Idee, Jungs"!
"And now I'm flying like an angel to the sun.
My feet are burning and I grab into another world"
Manchmal muss man auch mal mit dem Gesicht bremsen
On the road...

Ein Mix aus den 70ern, 80er und dem Besten von heute

Eigentlich sind wir schon in Miami angekommen, aber nach dem wir noch ohne einen Fuß an Land gesetzt zu haben schon von einem Polizeiofficer angebrüllt worden sind und danach dann auch noch auf einer Sandbank stecken blieben, schwelgen wir lieber noch eine Weile in einem Kuba im Jahre zweitausendvierzehn, dass sich anfühlt wie ein Mix aus den Siebzigern, Achtzigern und dem Besten von heute.

Wir bleiben auf einer Sandbank im Hafen von Miami stecken

Wir bleiben auf einer Sandbank im Hafen von Miami stecken

Die Sonne steht im Zenit und ich stehe seit Stunden auf einem Dach in Santiago de Cuba. Vermutlich werde ich morgen den Sonnenbrand meines Lebens haben, aber das ist mir egal. Es sieht einfach so großartig aus und ich filme, so viel ich kann. Egal wo ich die Kamera hinrichte, entdecke ich großartige Szenen. Ein Mann im weißen Unterhemd raucht eine Zigarre auf dem Balkon. Zwei Bauarbeiter mit Schnäuzern auf dem Nachbardach machen Pause und essen ihre selbstgeschmierten Brote. Eine junge Schwangere hängt bunte Wäsche auf ihren grauen Balkon.

Über den Dächern Santiago de Cuba

Über den Dächern Santiago de Cuba

Der Pfarrer, auf dessen Dach ich stehe, zeigt mir in der Ferne die original Bacardi-Fabrik, das Wasserwerk, die private Tanzschule und wenn er nicht recht weiter weiß, was er mir noch zeigen soll, dann streichelt er in Kreisen über seinen dicken Bauch. Er spricht sehr gut Englisch, obwohl er in seinem sechzig Jahre andauernden Leben noch nie im Ausland war. Vorbereitet wurde er zwar darauf, bei einem Austauschprojekt zu helfen in einem armen Land, einem ärmeren als Kuba, aber das ist lange her. Damals war er Arzt, jetzt ist er Pfarrer und heute hat er uns sein Dach zur Verfügung gestellt, damit wir Musiker aufnehmen können.

Der typische kubanische Balkon

Der typische kubanische Balkon

Er besitzt eine eigene eMailadresse und hat sogar einen Computer zu Hause. Das mag schon was heißen, hier in Kuba. Ich frage ihn, ob das nicht verboten ist, doch er meint nur, so richtig legal sei das zwar nicht, aber so richtig verboten eben auch nicht. Erinnert mich irgendwie an meine Helden aus der Jugend. Damals sang ich in meinem Kinderzimmer mit den Punkern von Slime im Chor: Legal, illegal, scheißegal!

Während ich bei dem gemütlichen Pfarrer auf Toilette sitze, höre ich eine entfernt vertraute Musik. Aber es ist definitiv nichts aus dem Radio, ohne Gesang, eher so klimpernd, düdelnd. Als ich mir den Eimer schnappe, um zu spülen, ihn noch mal nachfülle, weil ich einen sehr großen Haufen in die Toilette gemacht habe und der erste Eimer nicht gereicht hat, fällt es mir auf ein Mal ein. Da spielt jemand Sims 2! Ein vorsichtiger Blick um die Ecke bestätigt, dass in ihrem eigenen Zimmer die Tochter des Pfarrers an einem Laptop sitzt und zockt. Vor zehn Jahren, allerdings an einem Desktopcomputer mit zwanzig Gigabyte Festplattenspeicher muss ich bei dem selben Spiel genauso vertieft gewesen sein, dass ich eine Kubanerin, die in mein Zimmer luscherte gar nicht bemerkt hätte.

Ich bin neugierig und würde gerne wissen, wie sie ihren Charakter konzipiert hat, muss aber wieder die Kamera schnappen und die Ankunft unserer Musiker filmen. Miguell hat seinen Kontrabass dabei und schaut stutzig die schmale Wendeltreppe aus den zwanziger Jahren an, die zum Dach führt. Das große Instrument ist in keinem Koffer, oder einer Tasche, er hat es einfach so in der Hand gehabt, der Aufkleber von der deutschen Brause „bizzl auf der Zunge lacht“ für jedermann sichtbar. Ob er mit dem Kontrabass auch Motorrad-Taxi gefahren ist? Mit einem dieser alten Dinger aus dem Motorenwerk Zschopau, das letztes Jahr in Deutschland in Insolvenz gegangen ist?

Ein Kontrabass auf der Straße

Ein Kontrabass auf der Straße

Wie lange der Aufkleber da wohl schon dran klebt?

Wie lange der Aufkleber da wohl schon dran klebt?

Mario ist bestimmt auf dem Sozius einer MZ mitgefahren, er hat nämlich nur eine Trompete und spielt sie sehr oft. Seine Lippe ist vom vielen Spielen punktuell geschwollen, es sieht sogar aus, als hätte er Hornhaut an einer Stelle. Mario geht schon mal vor und nimmt den Bass auf halber Höhe entgegen, schiebt ihn noch ein wenig weiter und schon kann Benni von der obersten Etage den Hals greifen und das Ding zu sich ziehen. Das wäre also geschafft.

Seine Lippe vom vielen Spielen schon ganz geschwollen

Seine Lippe vom vielen Spielen schon ganz geschwollen

Der Kontrabass wird die Wendeltreppe hinunter bugsiert

Der Kontrabass wird die Wendeltreppe hinunter bugsiert

Nach den Aufnahmen wollen wir beide noch interviewen. Dazu stelle ich einen Stuhl so hin, dass im Hintergrund möglichst viel von Santiago zu sehen ist, dass die Sonne aus dem richtigen Winkel kommt und bedeute Miguell Platz zu nehmen. Doch er will nicht recht und ich blicke Hilfe suchend den Pfarrer an, der uns beim Übersetzen hilft und die ganze Recordingsession über im Hintergrund seinen Bauch gekrault hat. Er versucht einen Witz zu machen, fragt ob ich Adolf hieße. Es rattert in meinem Kopf, so witzig hatte ich ihn gar nicht eingeschätzt, deshalb dauert es einen Moment, bis ich verstehe. Er vergleicht meine Interviewpraxis mit den Konzentrationslagern unseres damaligen Führers. Ja, was soll man da denn sagen? Okay, die Sonne steht immer noch ziemlich hoch, doch so heiß ist es nun wirklich nicht, dass man sich da jetzt fünf Minuten in der Sonne nicht auch noch interviewen lassen könnte…

"Was soll ich bloß sagen?"

“Was soll ich bloß sagen?”

Schon in Indien wurde ich mal angesprochen, dass Hitler ja voll toll war. Aber ich bin doch der Anti-Nazi, da darf man die Diskussion mit mir dann erst wieder verlassen, wenn man zugibt sich geirrt zu haben und mindestens drei Mal laut „Fuck the Nazis, I hate Hitler!“ gesagt hat.

Nach dem wir das also geklärt hätten, können wir irgendwann doch noch unsere Musiker interviewen, den Kontrabass wieder die Wendeltreppe hinunter bugsieren und nach diesem erfolgreichen Tag alle zusammen Essen gehen. Das ist immer ein ganz besonderes Erlebnis in Kuba. Man öffnet die Tür zu einem Lokal und denkt als armer Seemann zunächst, dass man erstens „back in the eighties“ ist und dass das jetzt aber ein bisschen zu teuer aussieht. Mindestens fünf Kellnerinnen stehen sich um fünfzehn freie Tische die in Netzstrumpfhosen verpackten Beine in den Bauch. Auf der Karte sind hinter den Gerichten die genauen Grammanzahlen gedruckt. Nudeln mit Putenstreifen – zweihundertzweiundfünfzig Gramm. Bunter Salat – hundertachtundzwanzig Gramm.

Prost!

Prost!

Ein alter Mann im Anzug kümmert sich um einen anderen Bereich des Lokals. Er arbeitet seit fünfundzwanzig Jahren hier, immer im gleichen Anzug, wie sich Vladimir unser Freund und Tourguide erinnert, mit einem schicken Schlips und polierten Schuhen. Mit Haltung nimmt er Bestellungen entgegen, räumt ab und achtet auf saubere Tischdecken, ganz wie in einem 5-Sterne Restaurant. Sollte eine Decke doch ein mal mit dem dickflüssigen Käse der Pizzen bekleckert sein, der nach geschmolzenem Schablettenkäse schmeckt, nimmt er sich ein Messer und schabt die eingetrocknete Käsekruste professionell und fast rückstandslos ab. Dann lächelt er der dienstältesten Kellnerin zu, die trotz, dass sie das Rentenalter schon längst erreicht hat noch immer in dem gleichen Lokal arbeitet, in dem sie vor langer Zeit ihre berufliche Karriere begonnen hat und an einem anderen Tisch Käsekrusten entfernt.

Am Ende wird uns die Rechnung überreicht. Für jeden von uns fünf ein füllendes Mahl, zwei Bier und Wasser für insgesamt zwanzig Euro. Da lädt man doch gerne zum Essen ein!

Einen Tag später heißt es dann für uns verproviantieren für die Überfahrt auf die Bahamas. Mit Lauren, unserem Besuch aus Südafrika und wie immer Vladi, unserem Freund und Tourguide klappern wir die vielen kleinen Stände ab. Mal gibt es Tomaten, Bananen und Kartoffeln, woanders dann Orangen, irgendwo gibt es Salat und Ananas.

Wir sind noch unsicher, wieviel wir einkaufen wollen

Wir sind noch unsicher, wieviel wir einkaufen wollen

Wir stellen uns die Bahamas so vor, dass es dort im Prinzip nichts gibt. Nur fast unbewohnte Inseln, weiße Strände und Menschen, die sich von Kokosnüssen ernähren. Das hilft uns zu rechtfertigen, dass wir unbedingt unendlich viel Rum, Wodka und Wein noch einkaufen müssen, denn damit könnten wir auf den Bahamas dann handeln. Unsere erste Flasche Rum wollen wir auf alle Fälle gegen eine Machete eintauschen, sodass wir die Kokosnüsse öffnen können, die an den unzähligen Palmen nur darauf warten, von uns geknackt zu werden. Dass die Bahamas dann ganz anders sind, das konnten wir ja nun wirklich nicht ahnen…

Ein wenig bewegtes Bild gibt es von uns auch in der In.Puncto Sendung auf EinsPlus vom 07. April:

Zur richtigen/falschen Zeit am richtigen/falschen Ort

Die Überfahrt von Jamaika nach Kuba war nicht gerade die einfachste. Hundertvierzig Meilen von Montego Bay bis nach Santiago de Cuba – hundertvierzig Meilen lang Wind auf die Fresse aus Santiago de Cuba. Vier Tage fünfundvierzig Grad Krängung. Normalerweise hätte man den Trip in vierundzwanzig Stunden machen können, doch wir kreuzten vier mal so lange vor der kubanischen Küste.

Dicht unter Land haben wir haeufig wechselhaftes Wetter

Von unserem Kumpel Reini und auch von Bennis Vater bekommen wir alle zwei, drei Tage Wetterberichte auf das Satellitentelefon zugeschickt. Wenn es nach mir ginge, bräuchten sie das in neunundneunzig Prozent der Fälle nicht tun, denn meistens wecken sie Hoffnungen in uns, die dann enttäuscht werden. Da freuten wir uns kurz vor Kuba auf läppische zwei bis fünf Knoten Wind, gleichbedeutend mit einer glatten See ohne viel Welle, aber trotzdem genug, um unter vollen Segeln bequem voran zu kommen, doch wenig später fuhren wir nur noch mit der Fock, ohne Großsegel, weil es mindestens zwanzig Knoten geworden sind.

In Action bei einer der vielen Wenden

In Action bei einer der vielen Wenden

Dazu kamen nahe der Küste Kubas noch unstetige Winde, die dem Captain mindestens eine schlaflose Nacht bescherten, da er keine Meile verlieren wollte. Kein Wind, Segel runter, Maschine an – wenig später Wind, Segel hoch, Maschine aus – Windrichtungswechsel, Wende, dazu die Strömung, die uns unweigerlich von unserem Ziel weg zog.

doch drinnen ist alles in Ordnung

doch drinnen ist alles in Ordnung

Von Segelgefährten HinnerkWeiller kursierte vor ein paar Wochen ein Bericht auf Spiegel Online herum, der von seinen, meist negativen Erfahrungen, mit den kubanischen Behörden berichtete. Einen Tag lang wurde sein Boot bei der Einreise von unfreundlichen Beamten und Drogen-Hunden auf den Kopf gestellt. Dazu machte uns direkt bei der Ankunft in der Marina noch ein Belgier Angst, in dem er uns erzählte, dass die Beamten kleinste Krümel aus irgendwelchen Ritzen hinter Matratzen hervorkramen und auf Spuren von Marihuana testen würden. Wir hatten zwar absolut nichts an Bord (von dem wir gewusst hätten), aber wir kamen nun mal aus Jamaika! Da verkaufen Taxifahrer Joints und wer weiß, was da bei einer steifen Brise auf unsere MARIANNE geweht wurde…

Der Moment, in dem ich die Leine an Land werfe

Der Moment, in dem ich die Leine an Land werfe

Es kamen insgesamt fünf Uniformierte zu uns aufs Boot, alle sehr freundlich, MARIANNE wurde eine Stunde lang durchsucht, unser Bündel Thymian erst nach dreißig Minuten kritisch beäugt, mein brasilianischer Tabak mit zum Test genommen. Schließlich träufelte manChemikalien auf „Beweiskrümel“, es zeigte sich die richtige Farbe und schon waren wir frei! In Australien hatte ein Beamter unser Boot eine Stunde lang durchsucht und am Ende unseren noch eingeschweißten Käse, samt anderem Müll mitgenommen und dafür auch noch dreihundertdreißig Dollar verlangt, hier ist das umsonst.

Wir bewaffnen uns mit Kameras, ich schnalle mir eine GoPro mit dem Brustgurt um und wir stürzen uns ins kubanische Leben, Land Nummer zwanzig, wir kommen!

Nach der ersten Dusche fuehlt man sich gleich ganz anders

Nach der ersten Dusche fuehlt man sich gleich ganz anders

Doch zunächst brauchen wir Kohle, Zaster, Mäuse. In der Marina gibt es keinen Geldautomaten, doch Norbert, der Marinamanager leiht uns freundlicher Weise zwanzig CUC („CubanConvertibles“ oder auch „pesosconvertibles“, etwa zwanzig US-Dollar), um in die Stadt zu fahren. Punkt eins unserer Liste erledigen wir sofort – für einen CUC gibt es das erste kubanische Bier in der Marina. Das Bier schmeckt einfach nur großartig nach der Überfahrt, besser als das jamaikanische, aber natürlich kein Vergleich zum deutschen. Ich bezahle mit fünf CUC und bekomme einen Drei-CUC-Schein zurück. Schon mal einen Schein gesehen, wo eine drei drauf steht?

Marianne liegt sicher am etwas zu hohen Dock

Marianne liegt sicher am etwas zu hohen Dock

Kuba ist gerade dabei sich der Welt zu öffnen und viele Dinge sind hier noch nicht selbstverständlich. So wie ich mich über den Drei-CUC-Schein wundere, schauen mich die Kubaner mit meiner umgeschnallten GoPro an. „Was ist das? – Eine Kamera! – Ohh! Eine Kamera? Kannst Du ein Foto von mir machen? – Ja, aber eigentlich mache ich damit immer Videos… – Videos? Mit DER Kamera?“ Und so ist es für mich als Kameramann eine einmalige Gelegenheit, unbemerkt zu filmen. Selbst die große Kamera, mit Stativ und Mikrofon fällt den Leuten nicht so sehr auf, wie meine nackten Füße. Ich hab mir zwar mittlerweile Sandalen hier gekauft, doch der rechte Schuh scheuert dermaßen, dass ich nach einem Tag des Herumlaufens in der Stadt eine offene Wunde habe und doch lieber wieder barfuß gehe.

Ja, er kann kaum glauben, dass das eine Kamera ist

Ja, er kann kaum glauben, dass das eine Kamera ist

Nummer zwei auf unserer Liste ist natürlich das Internet. Mittlerweile überall auf der Welt vermutlich ein Grundbedürfnis, noch grundlegender als Essen und Schlafen, doch in Kuba noch eine echte Rarität. Wir fragen unseren Taxifahrer, der uns von der Marina in die Stadt fährt, wo man WiFi finden kann und er bringt uns in das beste Hotel der Stadt. In das 5-Sterne Hotel „Santiago de Cuba“. Nur hier kann man mit seinem Laptop sitzen und sich ins WiFi einloggen, nirgendwo anders in ganz Santiago de Cuba. Der Preis dementsprechend: Zwölf Dollar, für zwei Stunden, für eine Person. Doch wir sind zu zweit und das kleine Smartphone möchte auch ins Internet… Ein Hoch auf die „Internet Sharing“ Funktion der MacBooks. Benni loggt sich ins Hotel-WiFi ein, teilt dieses über Bluetooth mit meinem MacBook und ich wiederum teile dieses Internet über ein eigenes WiFi-Netzwerk mit meinem Smartphone. Als das Smartphone schließlich Internet hat, fühle ich mich, wie Frankenstein sich gefühlt haben muss, als er sein Monster endlich zum Leben erwecken konnte! Anbei eine kleine Skizze meines Internet-Monsters, dass vor drei-vier Jahren hier noch nicht hätte aufleben können.

So entsteht das Internet-Monster

So entsteht das Internet-Monster

Nummer drei auf unserer Liste ist standardgemäß etwas fettiges zu Essen. Vom Hotel aus irren wir durch die Straßen, auf der Suche nach einem netten Lokal. Nach einer viertel Stunde in der Hitze werden wir fündig, schauen durch die Fensterscheiben ins Dunkle des Restaurants, Plastikstühle und –tische, ein paar einfach gekleidete Gäste und die Kellner winken uns schon herein.

Wir freuen uns ueber zwei Pizzen und eine Flasche Wein fuer nur 3,30 Euro

Wir freuen uns ueber zwei Pizzen und eine Flasche Wein fuer nur 3,30 Euro

Wir schauen auf die Karte und können nicht so ganz glauben, dass eine Pizza zwanzig „Wasauchimmer“ kosten soll und eine Flasche Wein fünfzig. Doch irgendwas hatte der verrückte Belgier am Dock erzählt, von wegen dass es hier zwei Währungen gibt. CUC und Pesos. Er gab uns den Tipp, zwanzig CUC gleich in Pesos umzutauschen. Unser Essen kostet demzufolge entweder hundert CUC, also hundert Dollar, oder aber hundert Pesos, etwa vier Dollar. Wir sind uns nicht wirklich sicher, denn die zwanzig Minuten Taxifahrt hierher hatten schließlich zehn CUC gekostet, alles ist möglich, doch als die Kellnerin mit der Weinflasche ankommt, in der sie den Korken reingedrückt hat, uns und dann sich selbst einschenkt, wissen wir, dass wir im Paradies sein müssen. Alles zusammen: Vier Dollar / 3,30 €.

Das habe ich das letzte Mal mit 15 gemacht

Das habe ich das letzte Mal mit 15 gemacht

Im nächsten Lokal kommen wir mit Vladimir ins Gespräch. Er ist Kubaner und hat gerade Urlaub. Wir quatschen ein paar Stunden lang und schweben sofort auf einer Wellenlänge. Da bei uns in der Marina einfach nichts ist, da sie außerhalb des Stadtzentrums liegt und jede Taxifahrt hin, oder zurück zehn CUC kosten würden, organisiert Vladi für uns ein Zimmer für fünfzehn CUC die Nacht. Außerdem kennt er jemanden, der unseren Kühlschrank reparieren, meine Hosen nähen und unsere Wäsche waschen könnte, wo wir die günstigsten Zigarren schwarz herbekommen, wie wir an Musiker kommen, wo man Brot kaufen kann… wir tauchen dann mal unter, es gibt viel zu tun, uns scheint, als wären wir trotz des anstrengenden Trips zur richtigen Zeit, am richtigen Ort!

Ah, 25 Cohibas fuer 50 Dollar. Was kosten die so in Deutschland?

Ah, 25 Cohibas fuer 50 Dollar. Was kosten die so in Deutschland?

Der Ausblick

Der Ausblick

Kontrastprogramm in Jamaika

Die letzte Woche in Jamaika war einfach unglaublich: Wir waren Fotomodels, haben mindestens einen Hit aufgenommen und uns auf eine Party mit Ralph Lauren geschlichen. Doch man soll fahren, wenn es am schönsten ist. Deshalb heißt es für uns nun Leinen los – auf nach Kuba! Für euch lassen wir die letzten Ereignisse noch mal Revue passieren.

In den letzten drei Jahren, die wir (aus Versehen) nun schon fast unterwegs sind, spielten bei uns Musiker, Marianne und Bier die Hauptrolle. Keine Zeit und Geld für alles andere. Verschlissene Klamotten, verfilzte Haare und zottelige Bärte deshalb unser Look. Da ist es schon mindestens ironisch, dass uns jetzt die Jungs vom CODE Männer-Mode-Lifestyle Magazin für ein Fotoshooting besucht haben.

Gleich am ersten Abend schliff uns Stylist Clyde zum „One Love Barber Shop“, um unsere Mecken etwas zu stutzen. Schon verrückt, was für deutsche Frisuren der Typ uns im Handumdrehen auf die Köpfe gezaubert hat, während er die ganze Zeit mit seinem Freund telefoniert hatte.

Am nächsten Morgen wollte Photograph Jussi dann ein paar Bilder mit uns auf der fahrenden Marianne machen. Für fast zwei Monate bin ich nicht mehr gesegelt und der Start ging schon herrlich los: Der Rückwärtsgang wollte sich einfach nicht einlegen lassen und so mussten wir Marianne mit Muskelkraft aus ihrer Parkposition drücken.

Wir müssen Marianne aus ihrer Parkposition herausdrücken, da der Rückwärtsgang nicht mitspielt

Für drei Tage hieß es rein in Klamotten, raus aus Klamotten, nicht in die Kamera gucken, in die Kamera gucken, cool gucken und am Ende eines jeden Tages immer wieder rein in die ausgeblichene kurze Hose und das löchrige Shirt. Wie es sich für Models gehört, gab es Abends dann schön was fettiges zu Essen.

Eine Still aus Marcs MakingOf für das Fotoshooting des CODE Magazins

Am letzten Tag des Shootings hatten wir uns mit Chokey Taylor verabredet, einem großartigen Sänger und Komponisten, den wir hier im Montego Bay Yacht Club getroffen hatten. Wenn er nicht gerade Musik macht, verchartert er hier zwei Boote.

Chokey Taylor

Wir durften ihn bei sich zu Hause besuchen, wo er dann für uns den Song „Live up“ eingesungen hat, während das Fotoshooting weiter ging. Nebenbei erzählte er, dass er am Samstag im „Round Hill“ auftritt, zur Bespaßung des wohlhabenden Klientels während eines Spendenballs und das eventuell auch Sir Paul McCartney vor Ort sein könnte!

Paul McCartney. Von den Beatles, wenn wir den bequatschen könnten, für uns etwas einzuspielen, wie geil wäre das denn?! Allerdings kostet so eine Eintrittskarte 250 Dollar pro Person und unser Fotoshooting war leider unbezahlt. Wie kommen wir also rein? Chokey kann uns leider auch nicht weiterhelfen, doch ich erinnere mich an eine Szene aus dem Film „Richie Guitar“. Dort nimmt Richie einfach einen Gitarrenkoffer mit zu einem ausverkauften Konzert und behauptet, er gehöre zur Band. Wir verabreden uns also zu um 16 Uhr zum Soundcheck mit Chokey und hoffen, dass wir einfach mit durch dürfen.

Am nächsten Tag kramen wir unsere maßgeschneiderten Anzüge aus Thailand heraus und machen uns auf den Weg. Ich mache mir ein wenig Sorgen, dass wir auffallen – natürlich haben wir keine ordentlichen Schuhe – Benni ist in Converse unterwegs, ich in Flip Flops.

Als wir an der Auffahrt des Round Hill ankommen ist natürlich noch kein Chokey da und trotz all unseres Charmes und Überredungskunst werden wir nicht hereingelassen. Ein wenig abseits verspeisen wir unseren mitgebrachten Proviant und üben uns in Geduld bis Chokey schließlich in seinem roten Mini vorgefahren kommt, wir ins Auto springen und schon sind wir drin!

Wir warten auf Chokey und verspeisen unser Proviant

Man will uns nicht gleich rein lassen

Der Ball fängt allerdings erst gegen sieben Uhr an und wir vertreiben uns die restliche Zeit im Spa-Bereich – dösen auf bequemen Strandliegen und genießen den traumhaften Sonnenuntergang.

Auf dem Weg in unser Versteck: Dem Spa-Bereich

Hier kann man es sich gut gehen lassen im Spa Bereich

Zum Sektempfang sind wir natürlich pünktlich am richtigen Ende vom Einlass, plaudern mit Millionären, Paul ist leider nicht da, dafür schütteln wir Ralph Lauren die Hand, tanzen Limbo, trinken Vodka Cranberries mit mehr Vodka als Cranberry, werden von der Presse fotografiert und bekommen noch mehr Drinks ausgegeben. Mittendrin werden wir sogar auf unsere Schuhmode angesprochen, wie großartig doch Turnschuhe und Flip Flops zu den Anzügen passen würden. Alles klar. Wir knüpfen Kontakte für unsere bevorstehende U.S.A.-Tour und irgendwann Endet der Abend im Sonnenaufgang am Strand und wir machen uns auf den Heimweg, natürlich als einzige weiße im Route Taxi für einen Dollar pro Fahrt… eine verrückte Woche!

Vom Festort bis zur Hauptstraße werden wir freundlicherweise mitgenommen