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Einer der 10 schönsten Tage meines Lebens

Die Überquerung des “Salar de Uyuni” Salzsees

Es gibt sie, diese zehn schönsten Orte der Welt, die man einfach in seinem Leben gesehen haben muss! Must be seen! We did the Salar de Uyuni, in der Trockenzeit mit Herrn Beuger. Sprich wir durften einmal drüber fahren. Great. Genial. Super! Ja es war einer der zehn schönsten Tage meines Lebens. Unten weiß, oben strahlend blau auf fast 4.000 Meter über dem Meeresspiegel.

Es fing alles ganz normal an: „Papa – Ich will nicht auf den Salzsee. Da sind nur die Fußabdrücke von den ganzen Touristen. Das ist total langweilig. Ihr macht wieder tausend Photos und wir langweilen uns!“ Klare Ansage für einen jungen Vater. Ein aufklärendes Gespräch folgt, doch wirklich überzeugen kann auch Nathalie nicht. Da hilft nur Zwang zum Glück. Manchmal muss das wohl sein.

Nun. Maya ist dann doch mitgekommen, Wir haben schlecht gefrühstückt, für zu viel Geld in dem Touristencamp Uyuni. Dann haben wir uns hinter die anderen 20 Toyota Geländewagen an der Tankstelle in Uyuni gestellt. Mit dem Tanken in Bolivien ist das so eine Sache. Die Locals zahlen 3,5 Bolivianos, dass sind 33 Euro Cent! für den Liter Sprit, die Ausländer 9,5 Bolivianos. Das geht gar nicht, finde ich. Nathalie findet das ganz normal. Na gut, dass wir uns wieder so einig sind. Nicht das das Leben im Beuger einfacher wäre als in der eh schon engen IRON LADY! Auf jeden Fall habe ich mir angewöhnt den Tankwarten einen Schein in die Hand zu drücken mit dem Hinweis, dass wir ja vom Herzen her eigentlich Bolivianer sind. Das funktioniert meist auch gut. Manchmal nicht bei der ersten, dann aber bei der zweiten Tankstelle oder bei der dritten oder vierten. Heute soll es anders sein. Nachdem ich mich schon den ganzen Tag über unfreundliche Uyunianer aufgeregt habe und schlechte Laune im Beuger verstreue, steht da dieser nette Tankwart, nachdem wir in der 20er Schlange auf Platz 1 vorgerückt sind und lächelt mich an: „Nicht nötig mit dem Tip!“ Mit dem Blick auf Maya und Lena erklärt er mir dass ausgerechnet heute die Fomulare für die Ausländerabrechnung ausgegangen sind und wir den Sprit auch ohne „Tip“ zum bolivianischen Preis bekommen. Nicht ohne zu erwähnen, dass die Kontrollen ab „Morgen“ in ganz Bolivien so verschärft werden, dass das wohl da letzte Mal war. Letzte Ausnahme sozusagen.

Dann geht es endlich auf den Uyuni!

Nathalie will noch unbedingt am Salzmuseum halten, dass sich dann aber doch als Andenkenladen entpuppt. Und schwupps, jetzt endlich die Sonnenbrillen auf und Papa gibt Gas, denn er will Spaß. Der Salzsee ist glatt wie ein Kinderpopo, leider nicht rutschig, weil es ja grade Trockenzeit ist und nicht regnet. Aber auch gut so, denn so verteilt sich das ganze Salz wenigstens nicht auf und unter dem ganzen Auto. Die Piste ist hart, der Weg durch die Spuren der anderen Wagen vorgegeben. Der typische europäische Zaun und das Gate mit dem Eintrittgeldzahlhäuschen fehlt. Komisch.

Am Anfang des Sees werden in einen kleinen Feld lang noch Salz abgebaut, das verliert sich aber schnell, denn der Uyuni Salzsee ist fast so groß wie der Tititaca See. Unglaublich. Und, wir fühlen uns wirklich wie auf einem See. Die Sonne steht zwischenzeitlich im Zenith, wir vertilgen Unmengen von Wasser und ohne Sonnenbrille würde überhaupt nichts gehen. Es ist unglaublich. Mit hundert Sachen, wir könnten auch Vollgas geben, rasen wir über das Eis, Richtung der Insel Isla Incahuasi. Das Salz ist glatt wie Eis. Nur eigenartige kleine zentimeterhohe Erhebungen, wabenartig, sechseckig, ungefähr einen Quadratmeter groß, vom kristallisieren, vermute ich mal als halbweiser Wikipediaologe. Wir erreichen nach ca. 40 km die Isla und halten auch sofort an der Nordspitze an! „Wow!“ Riesige Korallenkakteen mit bis zu 5 Meter Höhe zieren die Insel. Es ist wie die Landung auf einem anderen Planeten. Wir landen mit dem Beuger an und ziehen ihn an den Strand ;-) Auf geht es. Wir exploren die Insel und steigen den Berg hoch und versuchen die 1.000 Photos zu machen, die Maya prophezeit hat. Wieder am Strand angekommen, packen wir unser Picknickkram aus, und dinieren in aller Ruhe. Alle zehn Minuten, kommt ein Toyota Landcruiser vorbei, aber keiner hält an. Alle fahren an diesem paradiesischen Ort vorbei. Komisch.

Die Auflösung passiert als wir weiterfahren. Um die Ecke parken zwei Dutzend der Beuger Verwandte. Es gibt eine öffentliche Toilette, ein Eintrittskartenhäuschen, ein kleines Restaurant und das volle Touristenprogramm. Auf befestigten Wegen darf man über die Insel gehen, aber auch nur da. Tja, haben wir wieder alles falsch gemacht. Aber ohne es zu wissen. Ich schaue auf Nathalies neue Haarnadel, einen 15 cm langen Korallenkaktusstachel, der in ihrem Haarknoten am Hinterkopf. „Berühren der Kakteen verboten!“

Wir haben trotzdem noch einen wunderschönen Tag auf dem Uyuni Salzsee, erreichen das südliche Ende und schlagen uns über wirkliche Off Road Wege durch bis nach San Juan. Es gäbe, wie jeden Tag, noch so viel zu schreiben, doch irgendwann muss Schluss sein.

Altiplano

Offroad

Von La Paz führen viele Wege nach Chile, doch da schon der Immigrationsbeamte beim Grenzübertritt gesagt hat, dass wir unbedingt zum Salar de Uyuni müssen und seitdem ungefähr jeder zweite dasselbe behauptet hat, ist klar, dass wir diesem Rat folgen müssen. Der Salar de Uyuni ist ein riesiger Salzsee, in der Regenzeit von ein paar Zentimetern Wasser bedeckt, aber jetzt, am Ende der Trockenzeit, so trocken wie eine Sandwüste und komplett befahrbar, wenn man dem Motor nach dem Offroadtrip eine Motowäsche gönnt. Südlich des Salars führt ein Pass über die Anden und über die Grenze nach Chile bis nach Calama in der Nähe von San Pedro de Atacama, womit wir fast 1000 km Ruta 5 in Chile, die wir ja nun schon kennen, abgekürzt hätten. Liegen immer noch noch mehrere tausend vor uns, aber daran denken wir heute lieber nicht.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der sehr untouristischen aber irgendwie auch sehr langweiligen Stadt Oruro, ging es heute 300 km über das Altiplano, die Hochebene. Spätestens mit dem Wechsel von Asphaltstrasse zu Offroadpiste wurde auch die Natur wilder, die ersten Vicuñas tauchten auf und statt unbestellter Felder, verlassener Dörfer und Bauruinen gab es endlich wieder die typische wilde Vegetation der Gegend. Auf halbem Weg verlassen wir die Strasse, fahren an einem kleinen Wasserlauf querfeldein und picknicken zwischen Lamas und bizarren Felsformationen an einem kleinen Wasserlauf.

Ordentlich durchgerüttelt erreichen wir am Nachmittag Uyuni, das Tor zum mächtigen Salzsee, der keine 10 km entfernt liegt. Vor den Hotels parken schon die Jeeps, die das Gepäck ihrer Gäste für die morgige Tour an Bord nehmen. Bis zu 7 Gäste plus Fahrer werden teilweise in die Autos gepackt, wie gut, dass wir unseren Herrn Beuger für uns haben. Morgen früh noch die Wasser- und Benzinvorräte aufstocken, dann kann das nächste Offroadabenteuer beginnen.

Segeln auf dem Titicacasee

Ein Traum wird wahr

Nach dem Frühstück befreien wir heute Herrn Beuger aus seiner Garage und machen uns auf den Weg zum Titicacasee. Für die Yacht wollen wir ein Interview mit dem Commodore des Yacht Clubs Boliviano führen und der hat uns prompt zu einer Sonntagsauslug eingeladen. Das nehmen wir doch gerne an. Drei Stunden quälen wir uns durch den chaotischen Verkehr der Vorstadt El Alto, durch Sonntagsmärkte, Kartoffel- und Klamottenstände, haben unsere obligatorische Auseinandersetzung mit der bolivianischen Polizei, da unser Navi die Einbahnstrassen nicht kennt und warten eine halbe Stunde an der einzigen Tankstelle auf dem Weg, die Benzin hat, auf Sprit für die Weiterfahrt. Maya hatte schon morgens keine Lust ins Auto zu steigen, sie hatte wohl ein Vorahnung.

Doch um Punkt 12 erreichen wir den Club und werden von Luis und seiner Familie begrüßt. Die Marineros des Clubs haben die Hunter 31 schon segelklar an den Steg gelegt, wir gehen an Bord und nachdem wir beim Personal des Restaurants unsere Wünsche für das Mittagessen losgeworden sind, heisst es Leinen los. Wir haben großes Glück und werden mit einer perfekten Nachmittagsbrise inklusiver kleiner Schaumkrönchen beschenkt. Nachdem wir die Segel gesetzt haben, legt sich das Schiff auf die Seite und die Logge zeigt über 5 Knoten. Luis strahlt und erzählt Geschichten zur Entstehung des Clubs, über das Segelrevier und wie er sein Boot erstanden hat. Seine Frau Claudia reicht Schnittchen, unsere Kinder freunden sich mit der vierjährigen Tochter an und über allem strahlt der unfassbar blaue Himmel des Altiplano. Nach zwei Stunden und ein paar Schlägen auf dem See kehren wir zurück in den Club und lassen uns die frischgebratenen Forellen schmecken, ein perfektere Sonntag am See.

Der Rückweg verläuft bedeutend schneller, fahren wir schliesslich auch im Kielwasser von Luis, der sich gekonnt durch den Rückreiseverkehr schlängelt und sämtliche Collectivos und Kleinbusse konsequent rechts liegen lässt. Spontan folgen wir der fünf-köpfigen Familie in ihr Hause im Süden La Paz und während die Kinder im Garten auf dem Trampolin ihre Freundschaft vertiefen, machen wir Erwachsenen das gleiche mit Kaffee und Kuchen auf der Terasse. Die Haus der Familie liegt in einem der begehrtesten Vororte der Großtstadt, auf nur 3300 Metern Höhe lässt es sich entspannt durchatmen und auch die Temperaturen sind milder. Es wird wirklich Zeit für einen Abstieg Richtung Meeresniveau! Noch einen letzten Tag in La Paz, dann geht es weiter nach Süden, Richtung chilenische Grenze!

Pechsträhne

Was geht und was nicht…

Ich hatte mir grade eine neue Umhängetasche für Kamera und Utensilien gekauft. Keine Lust mehr immer den schweren Rucksack mitzuschleppen. Praktisch so was, auch weil man sich nicht so viel Gedanken machen muss, dass einem einer von hinten des Rucksack aufmacht und die Sachen klaut. Doch es sollte anders kommen, klar, weil es ist der Dreizehnte gewesen. Eine kleine Flasche mit so einem Isodrink entleerte sich unbeabsichtigt in dem Beutel über die Kamera. Die klebrige Brühe läuft über ins Innere und über die Elektronik. Was soll ich sagen, ist nicht die erste Kamera, ich, der Micha, war es selber Schuld. Doof, ne?

Und so erkunde ich in den letzten Tagen die Stadt nicht auf der Suche nach schönen Fotomotiven und tollen Erlebnissen, sondern auf der Suche nach einer neuen Batterie, die kaputt ist. Die finde ich auch, aber nicht die Batterie der Kamera ist kaputt. Aber was soll’s, es gibt hunderte von Elektronikschraubern, die unmögliches möglich machen. Meiner heißt Nelson und ist wirklich nett. Abends fahre ich nochmal den langen Weg in die Stadt und er sitzt jetzt wirklich vor dem offenen Herzen, die Kamera in hundert Einzelteile zerlegt. Auf einer Platine sind mehrere IC’s verbrannt und Kurzschlüsse zu sehen. Aus. Vorbei.

Wenigstens das gute Objektiv hat die Wnuksche Operation „Pechsträhne“ überlebt und so mache ich mich auf die Suche nach einer neuen Kamera und plündere nebenbei schon mal die Bankomaten um das Geld in cash zusammenzubekommen, denn mit Karte wird in Bolivien nicht gezahlt. Anbieter gibt es genug, aber was da so schick hinter Glas steht sind meist refurbished Kameras, generalüberholt. Sagt einem aber keiner. Und so verbringe ich Stunde um Stunde in der Einkaufsstraße der Elektronik, tingel von einem Händler zum nächsten um eine echte Nikon D5100, neu!, zu erwerben. Meine Bemühungen sind von Erfolg gekrönt und ich tingel wieder zurück zu Nelson, der die Alte Nikon mit Zeit reparieren soll. Ich lasse ihm den Originalkarton meines Neukaufes da, damit er dann den ganzen Kram irgendwann als refurbished verkaufen kann und mir Geld schickt. „Wer’s glaubt wird selig!“, sagt Nathalie, aber ich glaube Nelson. Ich weiß zwar nicht warum, aber ich glaube fest an das gute Gefühl was ich habe.

In der Hexenstraße in La Paz wird alles zum Verhexen verkauft. Unter anderem auch getrocknete Lama-Embryos, die man unter dem Fundament eines Neubaus vergräbt und die dann Glück bringen sollen. Mir haben der Anblick der Lamas nur Unglück gebracht. In La Paz kenne ich mich inzwischen recht gut aus.

Traumziel erreicht

Traumziel erreicht

Ortswechsel

Es war ein langer Traum des Fernreisenden Wnuk’s – La Paz ist erreicht. Warum ich eigentlich immer so sehr von fernen Städten, Ländern und Kulturen träumen muss und dann auch noch alles dran setzte, die Träume wahr zu machen; möchte mal wissen, wer mir das mit ins Erbgut gelegt hat. Meine direkten Eltern können es nicht gewesen sein, die sind nie so weit gereist, muss was über mehrere Generationen sein. Vielleicht mein Großvater mütterlicher Seite, den ich leider nie kennengelernt habe.

Der Weg vom Tititaca See nach La Paz war nicht sehr weit. Nathalie hat ihn verlängert mit dem Besuch der Ruinen von TiWanaku. Nicht das ich ein Kulturbanause bin, aber vielleicht habe ich einfach zu viele Steine in letzter Zeit gesehen, heute waren es mir einfach zu wenig Steine. So in etwa Xanten vor 20 Jahren, als vom Amphitheater nur die Fundamente frei gelegt worden waren. Daran hat auch der eigens engagierte Führer nichts geändert, der uns jedes Detail, jedes Steines, erklärte. Zum Abend erwartet uns Anja. Anja ist Couchsurferin und bietet anderen Couchsurfern, wie wir es sind, die Möglichkeit in ihrer Wohnung im Zentrum von La Paz für ein paar Tage zu leben. Inzwischen gefällt uns dieses Prinzip immer besser. Wir erreichen Anjas Wohnung, im schönen mediterranen Teil von der Millionenstadt La Paz, am Nachmittag, nicht ohne durch die gewöhnungsbedürftige Vorstadt im Norden gefahren zu sein. Dreck, meilenweit Bauruinen, Armut und Polizisten, die uns ständig wegen unseres chilenischen Kennzeichens anhalten, dann aber wieder laufen lassen, so bald klar ist, dass wir deutsch sind. Wir bleiben im Stau stecken, geschlagene zwanzig Minuten umringt von Fußgängern, mobilen Bauchläden, Geschäften am Straßenrand. Es ist unglaublich was hier geht. Nicht dokumentierbar nur abspeicherbar im eigenen Kopf, als Erlebnis Bolivien, Abenteuer 2012.

Irgendwann kommt der Blick über die Kante ins Tal, wo das andere La Paz fast 1.000 Meter tief unten liegt. Irgendwo da unten lebt Anja. O.K. Unser Navi, ohne wären wir verloren, führt uns über den kürzesten Weg nach unten, Serpentinen, Neigungen von 45°, so kommt es uns zumindest vor. „Da gibt es Eis Papa!“ Aber wir halten jetzt nicht. Mit qualmenden, glühenden Bremsscheiben kommen wir vor Anjas Wohnung an. Die ist nicht da, aber ihre Haushälterin Ellie. Herr Beuger bekommt eine Garage, die eh nicht genutzt wird, wir eine eigene Etage und mit dem Taxi geht es zum nächsten Platz, mit Palmen, Supermarkt und Spielplatz. Wir kommen uns vor wie nach Rio de Janeiro versetzt. Es ist quasi sauber, keine Indios, statt dessen mediterranes Umfeld, wildgemischte Kulturen. Häh? Was geht jetzt. Wir kaufen ein um Anjas Kühlschrank für ein paar Tage zu Überquellen zu bringen und da sind wir auch schon wieder zu Hause. „Es gab noch nie einen Couchsurfer, der zu der Zeit angekommen ist, zu der er sich angemeldet hat. Ihr seid die ersten.“ Tja, dank Navi und Südamerikaerfahrung würde ich sagen. Anja ist eine nette Berlinerin in Nathalies jugendlichem Alter, Expat, seit fast einem Jahr in La Paz, laut, lacht viel und freut sich mal eine Familie zu Besuch zu haben. Die Mädels haben Spaß, ich brauche heute dringend mal eine Abspülung des Staubes in der Kehle und schlafe wahrscheinlich beim „Insbettbringen“ von Mayalena direkt mit ein. Morgen Alltag. Diverses Sachen sind hier in La Paz zu erledigen. Es wird bestimmt wieder ein aufregender Tag werden.

Von Nord nach Süd

Isla del Sol zu Fuß

Nachdem wir Mädels uns gestern nach Michas Abfahrt die Inkaruinen im Norden der Insel angeschaut haben und die Kinder nach drei Stunden laufen noch Energie für stundenlanges Spielen am Strand hatten, stand der Plan, die Insel von Nord nach Süd zu durchlaufen, fest. Nach einem letzten Frühstück in unserem Lieblingsrestaurant, machen wir uns heute auf den Weg zur Bolleteria, die die Tickets für die Fähre verkauft und versuchen unsere Reisetasche alleine in den Süden zu schicken. Kein Problem, meinen die Herren, sie werden unsere Tasche auf das Boot um 13:30 einchecken, das in Yumani, dem Dorf im Süden einen Zwischenstop einlegt. Um 15:30 können wir dort zusteigen, wenn wir es bis dahin schaffen. Na, etwas mehr als sechs Stunden sollten wohl reichen. Rucksäcke geschultert und los geht es.

Vom Fähranleger im Süden bis zu den Ruinen des alten Inkatempels im Norden führt ein präkolombianischer Inkaweg, fast schnurgerade, auf über 4000 Meter Höhe. Der See liegt auf 3800 m und so steht uns zunächst ein steiler Aufstieg bevor, um irgendwo auf dem Weg nach Süden diesen alten Pfad zu treffen. Sobald wir das Dorf verlassen haben, ist nicht mehr viel los, wir wandern durch Eukalyptushaine und trockene Steppen ohne einer Menschenseele zu begegnen. Der Weg ist mal mehr, mal weniger gut zu erkennen und die Kinder legen fleissig Pfeile und bauen Pyramiden wie Hänsel und Gretel um im Notfall den Weg zurück nach Challapampa zu finden.

 

Zwei Stunden und viele kleine Pausen später entdecken wir über uns einen Touristen mit schwerem Rucksack, der mit Sicherheit auf dem heiligen Weg wandelt, ein paar letzte Höhenmeter und wir haben den Bergkamm erreicht, auf dessen Rücken sich der Weg über die Insel zieht. Im Osten zeigen sich die schneebedeckten Berge der Cordillera Real, im Südwesten können wir Copacabana erahnen. Eine halbe Stunde später stehen wir auf dem Santa Barbara Gipfel und können die gesamte Insel überblicken. Wie heisst es immer so schön in unserem Reiseführer: Wahrhaft atemberaubend. Jeder Meter hat sich gelohnt. Und ab jetzt geht es (fast nur noch) bergab.

 

Das Dorf Yumani erreichen wir nach knapp vier Stunden, ein bisschen ausser Atem, aber glücklich und zufrieden. Das einzige, was uns noch fehlt, sind kalte Getränke und ein Platz auf einer schattigen Terasse. Schattige Terassen mit blühenden Gärten gibt es viele, unzählige, im Vergleich zum Norden, doch leider wird nicht bedient. Mehrmals öffnen wir Türen mit dem verlockendenen Schildchen “abierto” oder “open”, doch den einzigen, den wir antreffen, ist ein wütend kläffender Hund, der anscheinend der Meinung ist, wir hätten keine Berechtigung so mir nichts, dir nichts, in ein Cafe zu spazieren. Eine Kioskfrau klärt uns auf, nichts los hier zur Zeit, keine Gäste, da machen nur die Restaurants unten am Fähranleger auf, die Tagestouristen kommen nicht so weit nach oben. Na gut, also nochmal zwanzig Minuten Fußmarsch bis auf Seeniveau. Wir Glücklichen dürfen nun die legendäre steile Inkatreppe leichtfüssig hinunterhüpfen, während eine gerade angekommene Reisegruppe schnaufend die steilen Stufen erklimmt. Am Ende des Aufstieges wartet eine Quelle, die ewige Jugend verspricht. Wie verzichten nach den vergangenen Erfahrungen mit peruanisch-bolivianischen Viren und Bakterien lieber auf eine Kostprobe und halten uns an den frischen Orangensaft im Restaurant am Strand.

Unser Schiff kommt, wie geplant und halb vier und hat tatsächlich unseren Koffer dabei, unglaublich. Noch 90 Minuten Bootsfahrt und die Familie ist wieder vereint. Micha hat heute Herrn Beuger eine Autowäsche verpasst, der strahlt wie neu, was man von uns nicht behaupten kann, Auswahlkriterium für das nächste Hostal ist definitiv eine heisse Dusche!

Internet Free Time

Tititakasee

Hier auf der Isla del Sol gibt es kein Internet, kein Strom am Tag. Wofür auch? Die freilaufenden Schweine am Strand und Kühe auf den Straßen brauchen weder Internet, noch Strom. Die Bewohner sind meist mit ihren Schafherden in den Bergen und werden erst zum Sonnenuntergang wieder erwartet. Unser kleines Zimmer bietet den Ausblick auf den Tititaka See. Wir befinden uns auf 3.825 Meter und mein Körper hat gestern und vorgestern über diesen letzten Sprung in die Höhe ordentlich gemeckert. Heute geht es zum ersten Mal wieder und am Morgen rebelliere ich und die Kinder gegen jegliche Inkasteineguckenpläne von Nathalie. Ich drücke ihr das MACBOOK in die Hand. „Pascal von der YACHT will am Montag den Artikel auf dem Tisch liegen haben und Du musst noch mal lesen und korrigieren!“ Ich nehme mir Maya und Lena und ziehe los direkt zum kleinen Strand direkt neben dem Anlieger. Auf dem kleinen Sandstreifen bauen wir eine Inkaruine, eine Sandburg und pflanzen einen Tanzpfahl. Die kleinen Boote bringen mal wieder 60 neue Backpacker Touristen aus Copacabana, was interessiert uns das, wir bauen noch einen Graben von der Sandburg zum Wasser. Es ist Samstag, Schulfrei. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne fast 4 km näher als sonst und wir sind am Nabel der Inka Welt, denn die Isla del Sol gilt als Entstehungspunkt der Inkakultur. Entsprechend träumen wir alle auch Nachts die wildesten Sachen.

Ich muss nachdenken, wie sehr mich doch dieses ständige Interzugriff verändert hat, genau darüber habe ich den Artikel für die Yacht geschrieben. Heute merke ich, wie viel Ruhe, Gelassenheit und Zeit ich für meine Kinder habe, Zeit, die ich sonst heute schon den halben Tag wieder vorm Bildschirm verbracht hätte. Schönes Bolivien, schöne Einfachheit, schöne Zeit, schön mal ohne Internet. Mayalena lacht!

Reif für die Insel

Sonne, Strand und See

Grippe, Scharlach und Höhenanpassung haben ihre Spuren bei der gesamten Crew hinterlassen und so sind heute alle reif für die Insel, die Isla del Sol. Zwei Bootsstunden von Copacabana entfernt liegt die Insel auf der die Kultur der Inka ihren Ursprung hatte. Im Süden befinden sich die großen und besseren Hotels und Restaurants. Der Norden hat sich seinen ursprünglichen Charme bewahrt und hat nur wenige einfache Hostals zu bieten. Natürlich nehmen wir die Fähre in den Norden und für knapp zwei Euro pro Person sind wir endlich mal wieder auf dem Wasser unterwegs. Der Capitano der kleinen Fähre steuert die 60 PS Yamahas mit dem Fuß, während seine Kumpels im Bug Karten zocken.

Weier Sandstrand, Wellenrauschen und ein kleines Dorf erwarten uns. Das Dorf erwartet in Zukunft mehr Tourismus, denn überall entstehen neue Hostals in lateinamerikanischer Bauweise. Ist Geld da, wird gebaut, ist keins da, wird erstmal vermietet und sobald wieder ein paar Bolivianos zusammengekommen sind, werden vielleicht die Fenster eingekittet oder die Wand zu Ende verputzt. Wir sind ja nun keinen großen Luxus gewöhnt, aber einen Platz, sei es Veranda, Terasse oder Patio mit Tisch und ein paar Stühlen hätten wir nun doch ganz gerne, und so folgen wir dem Weg aus dem Dorf in der Hoffnung auf ein nettes Hostal. Auf dem Weg treffen wir Paz, Paz ist 70, hat 12 Kinder und schleppt gerade 20 kg Getränke auf dem Rücken für ein Kiosk im Nachbarort. Sie kennt ein Hostal, ganz ruhig, im nächsten Ort, die Besitzerin kocht auch. Prima, denken wir, werfen einen letzten Blick auf die halbfertigen Häuser am Sandstrand und folgen Paz. Paz ist trotz ihrer schweren Last deutlich flinker als wir und führt uns auf steinigen Felswegen die Küste entlang. Hier gibt es weder Autos noch Motorräder, die Insel erinnert an Mittelmeerinseln, wie sie vielleicht vor fünfzig Jahren ausgesehen haben.

Nach einer halben Stunde schweißtreibenden Aufstieg erreichen wir das Hostal, doch wie sollte es anders sein, die Besitzerin ist natürlich nicht da, sie kommt auch nach einer halben Stunde nicht und so langsam nähern wir uns der Dämmerung. Zwanzig Minuten weiter wohnt Paz und hat ein Zimmer zu vermieten, direkt am Strand, sehr verlockend, doch der Haken ist, dass sie nichts zu Essen für uns hat. Romantisch zu zweit kann man sicher mal auf Abendessen und Frühstück verzichten, doch mit zwei Kindern sieht das anders aus. So bleibt uns nichts anderes übrig, als erneut unser Gepäck zu schultern, und den Weg zurück ins Dorf anzutreten. Wir landen schließlich in einem Zimmer mit Fenster zum Strand, keine 50 Meter vom Wasser entfernt, die Kinder sind glücklich, und wir auch. Die Muniereisen und halbverputzten Außenwände können wir locker ignorieren, nachdem wir merken, dass nicht nur das Hostal, sondern auch die Matratzen neu und wunderbar hart sind. Das Wochenende kann beginnen.

Grenzübertritt

An der Copacabana

Die peruanische Stadt Puno am Titicacasee lädt nicht gerade dazu ein, länger zu bleiben. Die meisten Touristen unternehmen von hier aus Touren auf die bekannten schwimmenden Inseln der Uros. Schon unser Reiseführer rät von einem Besuch ab, da den Ausflügen immer ein gewisses Zoogefühl anhaftet, nichts für uns, entscheiden wir. Nach einem kurzen Gang über den Fähranleger, an dem unzählige Boote auf Kundschaft warten, starten wir Herrn Beuger und nehmen die Küstenstrasse Richtung Bolivien.

Schnell wird die Umgebung ländlich. Die halb fertigen Stadthäuser ohne Fenster werden von Lehmhütten und kleinen Bauernhäusern abgelöst, statt Stadtverkehr queren Schaf- und Rinderherden die Straße. Überall auf den Feldern sind die Frauen mit der Aussaat beschäftigt, denn der Winter nähert sich dem Ende. Immer wieder ergeben sich Ausblicke auf den tiefblauen Titicacasee, die Sicht kilometerweit, das andere Ufer, Bolivien, zum Greifen nah. Nur Segelboote können wir keine entdecken, dabei scheint sich das Wetter mit der leichten Brise förmlich anzubieten. Mittags essen wir unsere erste köstliche Forelle aus dem See zwischen LKW-Fahrern, die Soja und anderes Getreide aus Bolivien nach Arequipa fahren.

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Grenze, einen kleinen Übergang nördlich der vielbefahrenen Hauptstrasse. Micha verschwindet mit den Papieren in das kleine Grenzerhäuschen und wir beobachten das Treiben auf der Strasse. Ausser uns wartet eine zehn-köpfige Motorradtruppe auf ihre Papiere. Die Peruaner dagegen scheinen ohne Formalitäten fröhlich über die Grenze zu spazieren. Schubkarrenweise Getreide und Eier werden drüben eingekauft und in Peru wieder verkauft; was die Frauen in ihren zu Kiepen gebundenen bunten Tüchern schmuggeln, ist nicht zu erkennen. Nach einer halben Stunde haben wir den ersten Stempel im Pass und fahren hundert Meter weiter zum bolivianischen Pendant. Ausklarieren, einklarieren, das alte Spielchen. Ein bisschen Aufregung gibt es immer, irgendeinen Stempel, der falsch herum auf das Papier gedrückt wurde, ein Dokument, das nur in Kopie, statt Original vorliegt oder ein fehlendes Formular. Doch irgendwann ist auch die zweite Hürde geschafft und wir sind in Bolivien. Die Hauptstrasse wird gerade neu asphaltiert, die Umleitung mal wieder offroad im wahrsten Sinne des Wortes. Acht Kilometer noch, dann sind wir da, in Copacabana, dem verschlafenen Nest am Titicacasee, das dem weitaus berühmteren Strand in Rio seinen Namen gab.

Das Herzstück des Ortes ist die Basilika, deren Marienfigur besondere Kräfte nachgesagt werden. Die Virgen ist insbesondere eine Schutzpatronin für Autos, und so sammeln sich hier sonntags die brandneuen Wagen aus La Paz und Arequipa, geschmückt mit Girlanden und Plaketten, um sich vom Priester einen Segen für langes Leben und unfallfreie Fahrt abzuholen. Doch heute ist nicht Sonntag und daher kümmern wir uns lieber um eine Unterkunft und mieten uns in einem kleinen Hostal ausserhalb des Ortes direkt am Seeufer ein. Die Abendsonne taucht den See in ein unwirkliches Licht. So langsam macht sich die Höhe und die angeschlagene Gesundheit bemerkbar und so gibt es statt einem Restaurantbesuch Käse- und Wurstbrote und einen frühen Gang ins Bett.

Dentist Street

Warp III

Es geht eindeutig wieder nach Süden. Wir packen die halbkranken Kinder ins Auto und steuern Herrn Beuger Richtung Titikaka See. Ich muss zugeben, nach fast zwei Monaten ist so langsam mal wieder Heimat angesagt. Alle vermissen die LADY, aber ein Blick auf den Wetterbericht zeigt. In Puerto Montt regnet es immer noch. Nun, also lassen wir uns Zeit und erreichen gegen Abend die Stadt Puno. Wir haben wieder mal kein Hostel gebucht, suchen eine günstige Bleibe mal wieder spontan finden wir ein sauberes Bed and Bread für einen günstigen Preis. Das sauberste seit langem. Garagenparklatz inklusive. Sogar etwas Blick auf den See gibt es. Na, mal wieder Schwein gehabt. Das Hostal in Cusco hat aber auch gereicht. Nachts wird das Wasser abgestellt, die Familie streitet, die TV süchtige Chica Samanta, die die Glotze morgens um sieben einschaltet, durchgehend, abends um 12 dann doch endlich mal ins Bett geht, macht bei laufender Glotze Schularbeiten mit Morena und motzt die an, sich zu konzentrieren. Das Verständnis für fremde Kulturen setzt bei mir aus, bevor ich mich aufrege, ziehen wir Leine.

Es geht durch das dreckige, lebendige Juliaca. Ich muss zugeben, ich würde gerne aussteigen und mit Nathalie durchs Gewühle der Märkte ziehen. Mit zwei Kindern, geht das nicht. Nathalie würde immer denken, uns werden die Kinder geklaut. Ich hätte Angst das Herr Beuger grade aufgebrochen oder geklaut wird. Usw… Eltern eben. So ist das. Eben doch alles anders mit Kindern. Dafür sind eben andere Sachen schön. Das Leben hat immer mindestens zwei Seiten, meist noch viel mehr. Du, der das liest bist eine davon. Und so fahren wir durch die mit Dreirädern vollgestopften Straßen, hupen mit was das Zeug hält, fahren über rote Ampeln um den Verkehr nicht aufzuhalten. Hier ist Business klar nach Straßen gegliedert. Es gibt Straßen für Autozubehör, für Motorräder oder eben führ Zähne. Die Zahnstraße ist lang. Ein Dentista reiht sich an den anderen. So geht das mindestens fünf Hausblöcke a 10 Läden. Muss ja ein unheimlicher Bedarf sein. Auf den Plakate wird geworben: Von der Zahnspange über Wurzelbehandlung bis zum Implantat. Bestimmt günstiger als in Deutschland – wer sich traut.

Bei der Einfahrt in Puno werden wir von der Polizei angehalten, weil wir am helllichten Tag ohne Licht gefahren sind. Das die Peruaner die Chilen gar nicht mögen, haben wir auch schon gemerkt. Herr Beuger ist chilenisch und zeigt das schon am Nummernschild. Statt Geld, drücke ich dem Officer den deutschen Führerschein in die Hand und wir dürfen weiterfahren. Manchmal ist es eben doch praktisch Deutscher zu sein.

Morgen fahren wir weiter an die Copacabana – so heißt der erste Landstrich direkt hinter der Grenze nach Bolivien. Moment war das nicht eigentlich in Rio de Jainero?

Auszeit

 

Zurück in Cuzco

Zurück in Cuzco ist für die Kinder eigentlich nur eins wichtig, das alte Hostal, damit sie mit ihren Freundinnen Milka und Morena spielen können. Museen, Kirchen, Ruinen? Nein, danke, selbst Nahrungsaufnahme wird als lästige Pflichterfüllung angesehen und nur unter lautem Protest durchgeführt. Ab und an kommt mal eine der beiden ins Zimmer und fragt nach dem spanischen Wort für Schatz, Nixe, Fee oder Lehrerin und schon sind sie wieder weg um ihre peruanischen Freundinnen im Rollenspiel a la Maya und Lena zu unterweisen. Micha sitzt Stunden vor dem Rechner um Geld zu verdienen und ich sitze etwas verloren im Innenhof herum.

Wenn also keiner mitwill, geh ich eben alleine und schau mir all das an, wozu ausser mir sowieso keiner Lust hat, Kirchen und Gemälde der Cuzco-Schule. Alleine schlendert es sich doppelt so schnell und entspannt durch die Strassen, ich kann so viele Erklärungstafeln im Museum lesen, wie ich will, stundenlang bei einem Cafe den Leuten hinterherschauen und mir zum Abschluß eine Massage gönnen. Herrlich.

Zurück im Hostal hat Micha viereckige Augen und die Kinder sind immer noch im Spielwahn. Nur mit Mühe bekommen wir sie ins Restaurant um die Ecke geschleppt, unsere neue Entdeckung. La divina Rosa, die göttliche Rosa, heisst der Laden, und was Rosa so zaubert, schmeckt wirklich göttlich und bei einem Preis von drei Euro pro Drei-Gang-Menu mit Matetee weigere ich mich, mich in die gewöhnungsbedürftige Küche des Hostals zu stellen. Ein perfekter Tagesabschluß!

Irgendwann trifft es uns eben alle einmal

Alle Krank

Bei soviel Aktion schlafen die Touristen denn dann doch irgendwann neben ihrer teuren Nikon ein. Und keiner klaut die Nikon, keiner klaut den Tourist und Maya lässt genau zu der gleichen Zeit ihren iPod auf dem Tisch liegen. Drei Stunden später fragt Maya an der Theke: „Ach Deiner ist das. Der wurde hier abgegeben.“ Süd Amerika, wie man es sich eben gar nicht vorstellt. Ehrlich und nett. Der Plan heute weiter zu fahren… War wohl nix. Kinder kotzen beide was das Zeug hält. Nathalie und ich sind total genervt. Seit zwei Wochen geht das so. Immer ist einer krank. Wir vertilgen päckchenweise Antibiotika, Ibu’s und Nasenspray. Heute Morgen bin ich davon aufgewacht wie Maya mir grade in den Arm kotzt. Toller Tagesanfang.

Nachdem wir Matchu Picchu besucht haben ist unser nördlicher Wendepunkt erreicht. Den Dschungel Nationalpark „Manu“ werden wir wohl doch nicht machen, dafür steht der Tititaka See auf dem Plan und danach noch ein Besuch in La Paz, der heimlichen Hauptstadt Boliviens.

Ein Gutes hat die Geschichte ja: Ich habe am Wochenende endlich die Broschüre von Bernd’s Yacht-Skipper Akademie fertig gemacht – damit ich nicht ganz aus der Übung komme mit Photoshop und InDesign ;-) Da sie ordentlich was mit Segeln zu tun hat mach ich hier auch mal ordentlich Werbung dafür. Immerhin hab ich bei Bernd vor ein paar Jahren auch meinen britischen Yacht Master gemacht und noch ordentlich was dazugelernt. Auf jeden Fall sein Geld wert.