Archiv der Kategorie: SY Marlin

Film im Kasten. Drohne weg.

Roman im Reich der Sinne

“Wo bin ich? Wo bin ich?“ Roman starrt mit großen Augen auf das kleine Display in seiner Steuereinheit der DJI Mavic Pro. „Battery low!“ „Battery low!“ „Battery low!“ Eine liebliche Frauenstimme macht Roman nicht ruhiger. Ganz im Gegenteil. Schweißperlen bilden sich auf seiner mitvierziger Stirn. Ich erhasche auch einen Blick. Roman, also die Drohne ist hoffnungslos verloren. Überall nur Wasser und zig Segelboote, von der keines wirklich als MARLIN zu identifizieren ist. „Ich lande dort am Strand. Ich muss landen sonst versenke ich die Drohne im Wasser.“ Es erscheinen Menschen, ein kleiner Strand, eine kleine Kapelle und Roman setzt die Drohne davor ab. Menschen laufen vorbei. „Battery low!“ „Battery low!“ „Battery low!“ kommt wieder. Dann meldet sich die Drohne ab. Kontakt verloren. „Scheiße, Scheiße, Scheiße“, schreit Roman. Aber zumindest wissen wir wo die Drohne ist. Segel runter. Motor an und eine halbe Meile vor dem Strand ankern wir und lassen das Beiboot ins Wasser. An Land hat der Ranger eines Ressorts die Drohne in Sicherheit gebracht und den Hauptschalter ausgeschaltet, nachdem er einen Zettel mit der Anschrift eine Zeitlang vor dem Drohnenauge positioniert hat. Er begrüßt uns schon am Strand und Roman kommt mit seiner Drohne glücklich zurück.

Es ist ein verrückter Tag. Ich segle die MARLIN einhand, zickzack, durch meine Yachtmastergeburtsrevier. Ich kenne hier jede Tonne, jede Untiefe. Der Himmel war gestern strahlend blau, heute kommen malerische Wolken dazu. Was Roman filmt ist gigantisch, abgöttisch. Nie zuvor habe ich meine Schiff so aus der Luft gesehen. Ob nur ich die MARLIN so toll finde? Ich will nicht zu viel verraten. Aber eins kann ich hier schon verraten: Roman kann seinen Job. Profi halt. Da gibt es keine Diskussion. Bis der Film fertig ist, wird wohl noch ein bisschen dauern. Aber das Rohmaterial lässt schon hohe Erwartungen aufkommen.

Unser Abend endet in der Hasler Marina. Wir finden ein Platz. Besetzt. Die üblichen Verhandlungen. Ich hätte vorher reservieren sollen. Es gibt keinen Platz für ein Schiff unserer Größe und am Ende können wir liegen bleiben wo wir angelegt haben. Prost. Wir gehen in der MARY MOUSE 2 zum Dinner. Kristina, Reporterin von der YACHT ist auch schon dabei und muss sich die schrägen Geschichten von Roman und mir anhören. Roman und ich, wir verstehen uns weit prächtiger als gedacht. Männerromance. Morgen kommt der Rest der Bande und los geht es auf See in wärmere Gefilde.

 


 

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Mein anderes Leben. Drohnen Pilot Roman an Bord genommen.

Endlich wieder Zu Hause angekommen.

Mit dem Flixnachtbus startet meine Reise heute morgen um 2:00. Auf der Brücke bei Rendsburg wache ich auf. Genickstarre, Stau. Ich sehe schon meinen Flug quasi ins Wasser fallen. Aber der Fahrer schafft es mit einer Stunde Verspätung. Das ist in der Planung drin. Kein Problem. Um 10:30 sehe ich die Mastspitze meiner MARLIN zum ersten mal wieder. „Ja Du alte Ziege. Ich habe Dich vermisst. Doll sogar.“ Als ich die Tür aufmache, schlägt mir der Schiffsgeruch entgegen. Eine Mischung aus Holz-, Modder-, Seeluft. Jedes Schiff riecht anders. Jetzt riecht es nach MARLIN. Zu Hause. Angekommen. Endlich. Auch wenn ich mich inzwischen als Flensburger fühle und meine Familie dort wohnt. Es wird sich nie ändern. Mein Zu Hause ist auf meinem Schiff. Basta.

Nach einem Power-Nap schnappe ich mir eines der neuen Bords Fahrräder und erkunde die Stadt. War schon mal hier, aber mit dem Fahrrad geht alles viel einfacher, schneller. Ich finde Aldi, kaufe Notwendiges ein. Ein paar Bier für Roman. Roman ist Freund. Alter Freund aus Düsseldorfer Zeiten und Freund Roman kommt heute. Roman ist inzwischen neben Tontechniker und Musikproduzent, Lebenskünstler… DROHNENPILOT. Spezielles Einsatzgebiet Speeddrohnenflug. Was Roman macht kannst Du Dir hier anschauen. Roman und ich haben 48 Stunden Zeit, davon 24 Stunden wahrscheinlich bei 2024 mbar, also wahrscheinlich mit klarem Himmel und gutem Segelwind, um die MARLIN mit der Drohne visuell zu erfassen. Das ist Romans Target. Mit seinen neugierigen Augen sitzt er mir gegenüber. Ich habe gekocht, wir trinken Bier und machen ein Brainstorming. Wir reden auch viel über die alten Zeiten. Morgen soll es losgehen. Mensch Roman: „Es ist schön das Du da bist.“

 


 

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My first Dragonfly

New friends.

“Hey Martin. Und wann gehen wir segeln?“ Über zwanzig Knoten soll der Trimaran übers Wasser machen. Na denn. Doch aus dem Segeln wird nichts. Martin hat sich dazwischen gedrängelt, in meinen Terminplan, mit einer Installation. Die Rede war von: „Du musst nur die Kabel anschließen.“ Schnell hat seinen Preis. Der Preis ist Platz. Davon gibt es nicht so viel auf dem Dragonfly. Eher wenig. Und für den gusseisernen Kasten des ICOM M801E gibt es überhaupt keinen Platz. Also schlage ich einen warmen Ort vor: Den Motorraum. Mit dem 801 kann man das machen. Der überlebt auch einen Erstschlag der Nordvietnamesen – so stabil ist der gebaut. Das Modem und der Miniplexer soll in die Achterkabine, die Remote Einheit an den kleinen Kartentisch. Martin hat es eilig. Er tut ruhig, aber wer sich so ein Schiff kauft, der hat es auch innerlich eilig, was nachzuholen, zu normal war das bisherige Leben, auf der Flucht? „Martin. Bist Du auf der Flucht?“ Nein. Martin ist schon o.k. Ich weiß auch nicht so genau was in seiner Birne vorgeht. Ein bisschen Psychoanalyse muss einfach sein. So einfach davon ohne Sprüche kommt mir Martin nicht weg. Vier Tage hat es mich gekostet um ihm das beste Kurzwellensignal zu installieren, dass er auch haben muss bei den Geschwindigkeiten, die er an den Tag legen wird. Geld ist eins. Unverholen muss ich zugeben, dass das Arbeiten mit ihm Spaß macht. Liegt wahrscheinlich auch an seiner netten Gefährtin Claudia, die mich unbewusst daran alles hinzuschmeißen, meinen Weg zu gehen und lieber auf meinem eigenen Kahn zu basteln. Die Werft hat zumindest schon mal Antennen, Erdungsschwamm und LunaWLANnet installiert auf dem der Dragonfly. Mein Versuch in den Motorraum einzusteigen, endet mit einer Voltaren. „Hey Martin. Du muss da wohl selber Hand anlegen.“ Der Eigner wird degradiert zu meinem Handlanger. Ich beschäftige mich damit X-polige Kabel zu zerschneiden, deren Stecker nicht durch die Kabelkanäle passen und bis spät in die Nacht wieder zusammenzulöten. Die Geschichte nimmt seinen Lauf. „Am Dienstag morgen mache ich auf dem Weg zur MARLIN nach England. Bis dahin müssen wir fertig sein.“ Der Lauf ist also vorgegeben.

Wenn es sich grollig anhört. Der Eindruck ist falsch. Martin ist mein König und hat einen festen Platz in meinem Herzen gefunden. Alle meine Kunden, bei denen ich auf’s Schiff komme, sind Könige. Alles ist fertig geworden bis Montag am Abend. Martin muss noch ein paar Geräte an die Wand schrauben. Ein paar Einstellungen im Netzwerk fehlen noch. Aber irgendwie findet so eine Installation ja nie ihr Ende. „Den Rest machen wir über Team Viewer. Ich gehe jetzt“ Ich musste es ja auch mal selbst lernen. Und jetzt muss ich zugeben: Ein bisschen neidisch bin ich schon. Schönes Boot. Schöne Frau. Schöne Kurzwellenanlage und ein 1A Kurzwellensignalsignal. Da habe ich mich fast selbst übertroffen. Diese Installation hat Spaß gemacht. Er und Claudia laden Nathalie und mich zum Essen ins Mäders ein. Das hat auch Spaß gemacht. Danke schön.

Jetzt aber mal genug anderer Leute Probleme und Schiffe. Morgen Nacht geht es los nach Portsmouth. Die MARLIN wartet auf mich und ich bin ehrlich gesagt auch schon ganz aufgeregt. Am Samstag kommt meine neue Crew. Schwetterwettertraining in der Biskaya. Dann mal alle blasen!

 


 

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Mensch Wnuk. Wat machste denn da?

Cool gucken und die Ruhe bewahren.

Mal wieder ordentlich Bewegung in meinem Leben. Ich hab Ernst gemacht. Unser MARLIN Büro ist funktionsfähig. Zumindest 20 von 100m². Viel mehr brauche ich im Moment für mich alleine auch nicht. Also. Was mache ich da? Ich gehe einfach mal davon aus, dass mir da irgendwie noch was einfallen wird. Hinter einer Schaufensterscheibe sitzen nun Micha und Lars, schauen gleichermaßen dumm aus der Wäsche auf die Straße. Bisschen der Präsentierteller. Porno. Oder was? Für Lars rockt es auf jeden Fall. Der liegt oder sitzt in seinem Weidenkorb, glotzt hundeblind wie er ja nun mal ist, aus dem Fenster und ist einfach nur friedlich. So kennt man ihn gar nicht. Wir rätzeln. Andere Hunde gehen quasi auf Tuchfühlung am Schaufenster vorbei. Lars schlägt nicht an. Normalerweise würde ein Affen- Theater anzetteln, seinen und meinen Adrenalinspiegel in die Höhe pushen. Stattdessen sitzt er wie eine Statur in seiner Ecke. „Ach. Ist der süß! Nein. Der ist nicht ausgestopft. Der lebt. Schau mal. Er hat mit dem Kopf gewackelt.“ Lars entwickelt sich zur neuen Attraktion der Toosbüystraße inmitten von Flensburg.

Die letzten Tage waren entsprechend der Umbauarbeiten rastlos. Julian kommt aus Düsseldorf zu Besuch und hilft. Tobias kommt zum Streichen helfen. Ana hilft auch ordentlich mit. Alles im allem bleibt nicht viel Zeit fürs Bloggen. Aber jetzt. Jetzt nehme ich mir einfach mal die Zeit.

Zeit ist relativ. Zeit ist kostbar. Zeit bestimmt unser Leben. Zeit ist Geld. Alles dreht sich um’s Geld. Jou. Da sind wir mal wieder bei den Basics. Ich bin hin- und hergerissen zwischen. 1. So. Ich geh jetzt mit Lars spazieren, einen Kilometer schwimmen, eine Stunde saunen. Danach kuschel ich mit Maya und Lena und vielleicht ist die Capitana auch mal da. 2. Jede Stunde zählt. Also morgens um 6:00 ins Büro. Mails und Co. Dann ToDo Liste abarbeiten. Drei neue Produkte in den Webshop stellen, keine Zeit verlieren. Angebote schreiben. Rechnungen schreiben. Kohle machen. 3. Ich ruf Ilja oder Johann an und verabrede mich zum Kiten üben. Muss ja so langsam mal den Arsch aus dem Wasser bekommen. 4. Morgen nicht aufstehen und einfach mal einen Tag verweigern. Schaffe ich eh nicht.

Und uns MARLIN? Jan und Crew haben es bis nach England geschafft und sind auf dem Weg nach Portsmouth. Schaust Du hier.

Das Beste vom Tag: Rene von der MIRA hat endlich geschrieben. Marion hat ihn immer noch nicht verlassen. Mensch – Hat der ein Glück. Beide sind wohlauf. Zu MIRA hat er sich bedeckt gehalten. Also ohne Schaden ist das wohl nicht abgegangen. Mist aber auch. Ich hatte gehofft die Zwei rechtzeitig Richtung Guadelupe abgehauen sind.

 


 

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Und wieder schön

Die A7 ist mein Zu Hause

Laboe – Flensburg und Retoure. Das war jetzt für einige Tage mein Alltag. Damit ist jetzt aber auch Schluss. Ganz schön gerädert bin ich. Silke hat die Polster im Griff und just in time fertig gestellt. Als ich die 12 guten Teile abgeholt habe, hat sie eine Nacht ohne Schlaf hinter sich. Toller Einsatz Silke. Ist ja nicht grade üblich so ein toller Service. Overtime will sie nicht, Nathalie und ich zahlen trotzdem Overtime. Das wäre ja nun zu viel des Guten. Kaum sind die 12 Polster wieder im Auto, da liegt schon die reparierte Genua, wieder auf die A7. Auf dem Weg noch nach Life Guard Accociation in Schleswig. Dort hat Kerstin zwar keine Nachtschicht gemacht, aber Samstags schnell noch unsere Westen servicen ist ja nun auch nicht grade normal. Und das ohne das man dann das Gefühl hat , dass man jetzt eine gefühlte Unendlichkeit dankbar sein muss. Das ist ja so eine weit verbreitete norddeutsche Charaktereigenart mit der Nathalie und ich unsere Rheinländischen Problemchen haben. Eine Weste hat den Test tatsächlich nicht überstanden und zwar eine schicke Spinlock Weste, die ich eigentlich sehr gerne trage. Das war die Nathalie / Jan Weste und im Ernstfall hätte die 0 statt 275 Newton Auftrieb gehabt. BluBlub weg waren se… Das nach nur drei Jahren. Kerstin erklärt mir woran das liegt. Lagerung, Feuchtigkeit aber auch schlechte Konstruktion. Schick ist nicht immer gleich auch gut. Die Notwendigkeit die Rettungswesten regelmäßig prüfen zu lassen wird sehr deutlich. Die Reste der Spinlock landen im Müll, eine neue Secumar Bolero 275 kommt mit auf die MARLIN für den Herrn Co-Skipper Jan. Es ist schon fast unglaublich dass bei der Herstellung von Rettungsmitteln so geschlunzt wird. Ich werde meine Spinlock vor jeden großen Törn mal schön aufpusten. Einen kleinen Kompressor haben wir ja jetzt seit ein paar Tagen an Bord. Dazu später, warum und wieso. Bei der Westenkontrolle ist aufgefallen, dass irgendwann mal eine Weste mit AIS Sender abhanden gekommen ist. Nicht grade ein tolles Gefühl, in Zukunft den Bestand der Westen und AIS Sender kontrollieren zu müssen. Nun. Schwarze Schafe gibt es immer. Fast zeitgleich mit der Crew in Laboe ankommend, schafft diese bereitwillig alles auf die MARLIN. Jan legt die Polster ein. Passt alles. Super. Macht was her. Jan hat grade für die neue Crew gekocht, ich esse noch einen Teller mit, da heißt es für mich auch schon wieder A7. Wieder Schleswig. Gebraucht habe ich ein Aluklapprad erworben und das ist so cool, Jan hat noch einen Platz im Keller der MARLIN gefunden, dass wir noch das Schwesterherz erwerben, was auch zum Verkauf stand. Nun denn. Mitten in der Nacht muss ich das noch abholen. Jetzt können zwei Gäste sich an Land per Fahrrad auf Exkursion begeben. Ist ja manchmal ganz praktisch.

Es ist dunkel als ich wieder zu Hause in Flensburg bin. Nathalie treffe ich kurz auf der Straße, die Kinder haben Besuch und schauen einen Film. Ich zieh mich aus und lege mich ins Bett. Mir reicht es.

p>Und uns MARLIN? Heute geht es in den NOK. Schaust Du hier.

 


 

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Die Wolken ziehen am Himmel

Und ich renne hinterher

Anderthalb Jahre nach meinem Kite Unfall in Cuba, mit schmerzkreischenden Folgen in Cuba, nehme ich den Rat von Freund Johann wahr und buche einen Kite Kurs in Laboe. Also wieder ist Wasser. Ich mach mir in die Hose. Mein Kitelehrer sieht’s und nimmt sich die Zeit mir die Angst zu nehmen. Das mach Ilja sehr gut. In einer kleinen Gruppe verbringe ich vier Stunden im Wasser unterhalb des Marine-Ehrenmal Laboe. Mein 6,5mm dicker Neopren Anzug hält mich warm. Hehe. Ja ich habe Spaß in den Backen. Mehr im als über Wasser. Aber darum geht es ja heute auch gar nicht. Mit leuchtenden Augen geht es zurück auf die MARLIN. Dort stehen schon Gunter und Cornelia, wollen sich die MARLIN anschauen. Gestern waren schon Ralf und Martin da. Allesamt sympathische Segler mit eigenen Booten, kommen um die MARLIN zu sehen und gehen mit dem Handschlag, dass sie beim Schlag X mit dabei sind. Der Übersee Törnkalender füllt sich rascher als gedacht und die erste Buchung für den schönsten, der schönsten Legs mit der MARLIN, CREW 44 ist im Kasten. Oha! Dann wird es jetzt aber ordentlich ernst.

Ich verbringe die Tage ansonsten mehr auf der A7 als an Bord. Eine lange ToDo Liste steht im Zenit über mir. Holm Segel repariert unsere Genua, Frau Holm von Lifeguard Schleswig macht eine Nachtschicht für uns und bei Silkes Polsterei geht das Licht in der Werkstatt auch nicht aus und Skipper Micha ist on the Run. Samstag kommt Jan’s neue Crew, dann muss alles fertig sein.

Im Zuge der steigenden Professionalität nehme ich Kistenweise Elektronikmaterial, Schuhe Klamotten, Dies und Das von der MARLIN mit nach Hause. Ich ziehe quasi aus. Irgendwie ein komisches Gefühl. Einen kleinen Schrank mit ein paar warmen Sachen, Socken und Unterhosen behalte ich, damit ich demnächst mit Handgepäck an- und abreisen kann. Macht die Fliegerei ja nun immer entspannter. Jetzt aber mal ins Bett. Reicht. Morgen wieder unterwegs, brauche ich jetzt ne Mütze Schlaf.

Vergessen: Ich habe entschieden das der Schlag in den Norden über St. Marten und BVI’s auf das nächste Jahr verschoben wird. Strände voller Unrat und kaputte Siedlungen brauchen wir nicht auf unserem Törnplan. Ab St. Lucia geht es nun nach Süd Richtung Grenada von da aus auf die Roques und weiter nach Bon Air und Curacao. Rekarnativ gibt es ab Curacao einen neuen großartigen Schlag für sportlich ambitionierte Segler, den ich schon mal 2016 sehr erfolgreich mit Crew gesegelt bin. CUBA 1000. Tausend Meilen mit der MARLIN. Nachzulesen im Blog ab hier.

Und uns MARLIN? Die liegt im Hafen von Laboe. Jan hat alles im Griff. Jan hat Stress. Jou Ja. So ist das. Denn mal tau.

 


 

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Irma mochte ich noch nie

Und dann noch der Holzkopp aus Stralsund

Da sitze ich zu Hause, fast nen halben Quadratmeter Bildschirm vor mir und ne 400MBit Leitung zu Außenwelt, die Sonne scheint alle drei Tage mal zwischen den Regenwolken durch… Ich geh jetzt erst mal ne Runde mit dem Hund raus, bevor ich weiterschreibe… Soll ja mal helfen… Hat geholfen. Nun ja. So Landratte geworden, wie Johann meint, bin ich ich dann eben doch nicht. War wieder am Meer. Hab wieder auf den Horizont geschaut. Etwas neidisch die Segel ziehen verfolgt. Hmm.

Gestern war Freitag und Freitag is ja bekanntlich eh nicht mein Tag. Die schlechten Nachrichten vom Freitag kommen dann eben heute am Samstag rein. Hiobsbotschaft Nr. 1. Irma macht Landfall in Cuba. Nun. Mit dem südlichen beiden Quadranten, die sind weit weniger gefährlich als der nördliche Teil. Die Cubaner nehmen das auch eher mit Fassung und machen nicht so nen Medienzauber daraus wie die westlichen so genannten Zivilisationen. Hinter sich lässt Irma St. Maarten ziemlich zerstört zurück. Das ist oder war eines meiner Ziele mit der MARLIN im Januar 2018. Ob ich da jetzt noch hin will mit der MARLIN? Da muss ich jetzt mal scharf drüber nachdenken, wenn die Spätfolgen klarer sind. Oder dann doch lieber nach der ARC durch die Grenadinen nach Curacao und nochmal hoch nach Cuba um dort meinen Passageplan wieder ab dem 3. März einzuhalten? Wird sich finden.

Hiobsbotschaft Nr. 2. Einer meiner Gäste auf der Atlantiküberquerung von Las Palmas nach St. Lucia hatte einen kleinen Schlaganfall. Glück im Unglück und mit Hoffnung reparabel durch eine Reha. Wieder so ein Einschlag. Mensch, Mensch, Mensch. Ralph. Du machst Sachen. Ich und alle die davon wissen, drücken sich die Daumen krumm, dass das alles wieder gut wird mit Dir. Kommste halt nächstes Jahr mit rüber.

Hiobsbotschaft Nr. 3. Mein bester Segelfreund, Rene von der MIRA soll sich zum Zeitpunkt von Irmas Besuch in St. Maarten schon wieder direkt im Auge dort befunden haben, haben die Blauwasserbuschtrommeln mir mitgeteilt. Ich hab ihm erst mal ein bitterböses e-mail Gerieben. Alter Holzkopp. Hat sich doch dort schon vor zwei Jahren mit Wirbelsturm Gonzales angelegt und ein Jahr repariert. Haaaaaallllllloooo. Rene. Jetzt melde Dich mal und schreib das Du die MIRA rechtzeitig eingegraben hast oder so.

Also. Mit diesem Sturm. Echte Scheiße. Und Nathalie meint, dass der sich ja nun wochenlang noch auf das Wetter im Nordatlantik auswirken kann. Hmm. Na ja. Kann man drüber wetterphilosophieren. Kann allerdings wirklich sein. Kann sein, dass wir also zum Schwerwettertörn im Oktober wirklich schweres Wetter bekommen.

Meine Idee zu den Veranstaltungen im neuen LUNATRONIC / MARLIN Eventzentrum finden direkt Anklang. Ohne überhaupt einen Termin und Kosten benannt zu haben, kommen die ersten Anmeldungen. Na, dann machen wir mal weiter. Tischplatten sind schon bestellt. Fehlt nur noch ein Mietvertrag und die Schlüssel. Dann geht es los. Dann kommen auch Bilder. Versprochen.

Und uns MARLIN? Die segelt hart am Wind grade Richtung Fehmarn. Jan hat alles im Griff.

 


 

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Über das Leben eines Internetstars

Das Wetter in mir.

Erst mal das Wichtigste vom Tag. MARLIN segelt sicher und zielstrebig nach Süden. Muss auch sein. Nächste Woche Donnerstag soll sie in Kiel sein und in Laboe einlaufen. Derzeit hat Jan drei Andrease an Bord und Peter. Ich habe die nette Männercrew in Stockholm noch selber kennen gelernt. Guten Wind haben se grade. Also denn man tau Jan.

In Kiel wird die MARLIN nicht nur aufgetankt und neu verproviantiert. Auch Gas, Benzin, Öl, Rettungswesten, Ersatzteile. Unsere Segelmacherei Holm in Schleswig hat genau einen Tag Zeit die Genua zu fixen und in Lindewitt hat Polsterei Silke Peterson genau 36 Std. Zeit die Polster der MARLIN neu zu beziehen. Na. Ob das mal alles so klappt. Aber wird schon.

Ein Fenster klappt auf: „Hallo Michael, seit ich vor gut 1 ½ Jahren Euer 1. Buch „Meer als ein Traum“ gelesen habe, verfolge ich auch Euren BLOG. Nicht täglich, oft aber stöbere ich lange im Archiv herum und lese und lese…. Wir (meine Frau und ich) werden Ende 2018 los ziehen. Gibraltar, Madeira, Kanaren, evtl. Kapverden, Karibik. Ende 2018, also noch etwas Zeit. Bevors irgendwann evtl. nach den St. Blas Inseln durch den Panama Kanal geht will ich unbedingt auch nach Kuba. Eine Ecke also, die Du gut kennst. Eine Frage: Besteht mal die Möglichkeit, sich mit Dir drüber zu unterhalten und ein paar Tipps einzuholen? Ich wohne zwar bei Zürich, das ist nicht grade um die Ecke. Und unser Schiff liegt noch im französischem Mittelmeer, auch nicht Dein Revier. Aber evtl. bist Du ja auch mal irgendwo auf einer Bootsmesse oder so? Bin sicher Du kannst uns ne Menge wertvollen Input geben! Wir kennen uns nicht persönlich, ich hab auch bisher nichts von Dir gekauft. Würde es daher auch absolut OK finden wenn Du das quasi als „Törnberatung“ oder sonstige Dienstleistung verrechnest. Oder oder.“

Stefan ist nun kein Einzelfall. Ist ja auch gut so. So um die 20.000 Bücher haben wir insgesamt vielleicht verkauft. Wenn sich nun 500 Leser davon im Laufe der Zeit so melden, hab ich nen Problem. Ich finde Stefan total nett. Auch seine Message über Facebook. Und im ersten Moment habe ich nicht wenig Lust meine AirPods ein zusetzten und seine Nummer zu wählen.

Ich bin für Stefan wichtig. Meine Erfahrung und Meinung zählt und das ist ihm sogar Geld wert. Ist doch eigentlich ganz cool. Da muss ich jetzt mal ein bisschen ausholen, was grade passiert. Zufälliger Weise wird in unserem Wohnhaus grade das Ladenlokal in Parterre frei. Mit Bernd und Heike, meinen Vermietern bin ich schon mal von Curacao nach Cuba gesegelt. Besser gesagt in 2016. Beim Billard bieten mir die beiden das Ladenlokal zur Miete an. Irgendwie passt mir der Gedanke und ich schlage ein.

“Micha wird Landratte“, meint Freund Johann nur grinsend. Nun. Mein Arbeitstisch für das MARLIN und LUNATRONIC steht im Schlafzimmer. Pakete türmen sich, das Telefon schellt. Irgendwie wird es zu eng. Zumindest wenn ich da bin. Das soll sich jetzt ändern. Für den Job gibt es bald ein Büro mit drei Arbeitsplätzen. Mit Kunden wie zum Beispiel Stefan, mit Leuten, die uns gerne mal kennenlernen wollen, kann man sich bald an einen runden Tisch setzen oder in Ruhe telefonieren. Ich werde versuchsweise mal Wochenendseminare zum Thema SSB-Funken, PACTOR und Kommunikation auf See anbieten. In dem hinteren großen Raum wird ein Atelier entstehen, wo Maya und Lena sich mit Farben und Papier kreativ austoben können, eine Besucherschlafcouch kann Gäste beherbergen. Ein Beamer lädt zum chillen ein. Partyraum. Multifunktionsraum. Danke Bernd. Danke Heike.

So ganz klar ist es mir eigentlich noch nicht, wo der Weg hingeht. Ein bisschen Recht hat Johann schon. Ist das jetzt negativ? Ich schaue auf die MARLIN, die sich langsam über den Moitor bewegt. Ich freu mich, dass Jan Spaß am Segeln mit Gästen hat. Aber ich freu mich schon selbst auf das Schwerwettertraining, dass ich selber segeln werde.

 


 

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Catch & Lift Rescue System

Catch & Lift Rescue System

Wie bekomme ich Paul wieder an Bord?

Auf der MARLIN heißt es immer mal wieder in den ersten Tagen der neuen Crew. „Mann über Bord.“ Bei uns fällt der Backbord Rettungsring, lieb Paul genannt, ins Wasser. Wer grade am Steuer steht, ist dabei vollkommen egal. Auch ob diese Übung unter Motor, Segel, im Hafen oder bei 25 Knoten passiert. Egal. Gut, dass es meist eine Übung ist. Meistens klappt die Übung auch. Selten beim ersten Mal und noch viel seltener so wie gelernt. Aus diesem Grund haben wir die MARLIN mit AIS Sendern in den Rettungswesten ausgestattet. Die Erfahrung zeigt, dass die wenigsten Steuermänner und -frauen die MOB Taste am GPS drücken. Stell Dir das vor: Du gehst über Bord. Egal warum. Keiner drückt die MOB Taste. Keiner merkt es. Du schwimmst im besten Fall mit aufgeblasener Weste im Kielwasser der MARLIN und die segelt mit 10 Knoten von Dir weg unter Autopilot. Du schreist wie am Spieß. Wie lange wird es dauern, bis Dein Verlust bemerkt wird? Zu zweit auf unserem alten Schiff der IRON LADY war das Gesetz: „Wer über Bord geht ist tot.“ Das war ohne AIS Sender, das war 2001. Wer heute bei uns mitsegelt braucht davor keine Angst haben. Nicht auf der MARLIN.

Ein Schritt weiter geht die Übung meist nicht. Aber in Realität das heutzutage viel größere Problem ist, also mit AIS Sendern, die einen höllenlauten Alarm an Bord auslösen, dass der Über Bord Gegangene im durchschnittlichen Fall um die 90kg wiegt und 1,80cm groß ist. Im besten Fall, mit richtiger Anweisung des Skippers, schwimmt Paul dann getragen von seiner Rettungsweste im Kielwasser der MARLIN. Das AIS an Bord zeigt Pauls Position. Aber wie bekommen wir ihn wieder an Bord? An der Rettungsweste gibt es eine Schlaufe für die Luftrettung. Daran soll Paul nun an Bord gezogen werden. Im schlechtesten Fall ist Paul bewusstlos. Wie das geht zeigt das Video des Catch & Lift Rescue System’s.

Wir haben das System an Bord genommen für die Sicherheit unserer Gäste. Denn nichts ist schlimmer als die Vorstellung, das bei einer unserer Reisen ein Unfall passiert, dessen Folgen dazu führen, dass einer unserer Mitsegler verloren geht oder beim Versuch ihn an Bord zu bekommen verletzt wird. Klar, dass jeder der sich für das System interessiert, dieses über mich oder besser über LUNATRONIC auch für sein eigenes Schiff erwerben kann. Als Mitsegler solltest Du die Sicherheitsausrüstungen der Schiffe vergleichen, auf denen Du mitsegeln willst. Das hier angepriesene Catch & Lift System ist nicht automatisch an Bord eines jeden Schiffes und auch nicht in den Berufsgenossenschafts-Sicherheitsausrüstung-Voraussetzungen automatisch enthalten. Der vernünftige Skipper und Mitsegler fragt nach.


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Sauna- Segellandschaft im Stockholmer Schärengarten

Lesertip

Krister schreibt. Wer ist Krister? Er hat vor Jahren mal als Kunde in Flensburg längsseits der MARLIN gelegen, ich habe ihm die LunaWLANnet eingerichtet. Es war ein kurzer Besuch des schwedischen Seglers, an den ich mich nur noch wenig erinnern kann. Zu viele andere Kunden, Mitsegler, Menschen die mir die Hand drücken und tief in die Augen schauen. Messen. Länder. Marinas. Häfen. Ankerplätze. Mein Leben ist vielfältig und durch meinen Blog, unsere Bücher, unser teils öffentliches Leben kennen mehr Menschen mich und meine Familie, meine Abenteuer und mein Schicksal, dass wir, vor allen Dingen unsere Kinder, manchmal ihre Ruhe haben wollen. Krister schreibt über das Kontaktfomular des MARLIN-Blogs. „Wir verfolgen deinen Blog fast täglich und haben festgestellt, dass du auch ein “Saunasegler”, wie viele Segler in Scandinavien geworden bist… Norrviken 59.16.45 N 18.43.72 E. Ein holzbefeuertes Saunafloss, das Holz müsst ihr selbst hacken (Holz und Werkzeug vorhanden)“ Er schreibt noch mehr. Aber diese Bucht liegt quasi auf unserem Weg. Also. Dann mal dahin. Oder was?

Krister hat nicht zu viel versprochen. Sogar einen wunderschönen Spätsommertag hat er uns mitgeschickt. Es gibt einen Steg mit Bojen, der für die MARLIN etwas klein ist. Wir ankern eh lieber. Mit dem Dinghy geht es ins Dreamland. Eine kleiner Wald mit Schaukel und Abenteuerspielplatz. Holzhacken. Sägen. Tische zum Grillen. Mückenfrei, warum auch immer. Und eben die kleine schwimmende Sauna mit Holzofen. Nathalie liegt im Gras, Micha stolpert mit dem Weitwinkel durch’s Gestrüpp, MARLIN wackelt begeistert vor Anker mit der Mastspitze, MayaLena dürfen ihr eigenes Feuer machen und genießen die kindliche pyromanische Ader. Alles ist gut. Sehr gut. Bis in den Abend hinein, wo die Eltern endlich mal wieder einen Tatort sehen dürfen und weinselig ins Bett fallen. Dieser Skandinavien-Urlaub ist der volle Erfolg. Städte, Einsamkeit, geiles Segeln und ständig Abwechslung. Zugegeben, wir haben darüber nachgedacht das nächstes Jahr zu wiederholen. Aber die Regel gilt: Am besten nicht nochmal dahin fahren wo man schon mal war. „Und was ist mit Cuba Michael“, geht mir jetzt durch den Kopf? „Nächstes Jahr mit Gästen auf der MARLIN. Willst Du das wirklich?“ Ja. Ich will. Grade noch ist ein Mail von meinem Freund Roylan gekommen. Es ist alles beim alten. Ich soll mir keine Sorgen machen. Na dann.

Mit Maya und Lena an Bord hat sich einiges verändert. Ich habe zwei Mitseglerinnen, die sich wohl fühlen, wenn sie beim Segeln nicht nur im Pilothaus sitzen und die Eltern durch ihre fröhliche Anwesenheit erfreuen. Sondern sie helfen aktiv. Dinghy ins Wasser lassen, den großen Motor rauf- und runterkranen. Dinghy fahren. Und so setzen Maya und Micha mal eben rüber auf die andere Seite des Kanals, finden einen Supermarkt und stocken auf um noch einen Abend zu saunen und zu grillen, bevor es wieder in das Getümmel der Großstadt geht. Stockholm Sight Seeing liegt an. Ich muss mit den Kindern ins Tivoli, ich will endlich mal ins Vasa Museum. Am Donnerstag soll es eh regnen. Auch das Ende unseres Urlaubs naht und neue Mitsegler reisen am Samstag Mittag an. Jan soll die MARLIN nach Kiel segeln. Na. Sieht sportlich aus. Deshalb kommen sie ja auch angereist. Dreimal Andreas und einmal Peter wollen Segelspaß haben. Sollen sie bekommen.

 


 

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Müller betont Urlaub

Überführungs-Mitternachtstörn

Noch vor ein paar Wochen ist es des Nachts nicht dunkel geworden, hier auf der Ostsee. Das sieht zwischenzeitlich anders aus. Die Nächte sind pechschwarz und kalt. Für Nathalie Müller beginnt heute die dritte und letzte Woche des diesjährigen Sommerurlaubs. Müller sitzt mit Wnuk im Pilothaus. Ich habe die Türen geschlossen, überlasse der MARLIN alleine das Segeln. Ein Vierer-Nordwind schiebt uns zackig durch die Nacht Richtung West, bevor ab morgen eine stabile Süd und Westwindgroßwetterlage beginnen wird. Das Wetterfenster nutzen wir. MARLIN hat es wie immer eilig wenn Wind da ist. Acht bis Neuen Knoten stehen auf dem Tacho. Also kommen wir mitten in der Nacht in Sandhamn an, kurz bevor der Wind einschlafen wird. Mit meiner Lieblingscrew kein Problem. Meine Mädels haben das im Griff. Heute morgen standen sie im Schlafanzug an Deck, jeder mit einem Fender bewaffnet. Ein Bild für die Götter. Beim Abendessen waren sie immer noch im Schlafanzug. Maya und Lena haben definitiv eine andere Auffassung von Segeln. „Brauchst Du uns noch?“ „Ne. Alles gut!“ Mal schauen ob sie nachher aus der Koje kommen.

Nathalie zieht ein Resümee unseres Urlaubs. Ja. Örö. Das war schön. Eigentlich zu kurz. Petersburg. Auch schön. Auch zu kurz. Helsinki. Eigentlich alles zu kurz. Aber da ist ja noch eine Woche in den Schärengärten. Und Stockholm. Das hört sich so verlockend an. Ist es auch. Verlockend und schön. Wir werden es genießen.

Inzwischen sitze ich allein im Pilothaus. Nachtwache. Die genieße ich für mich alleine zu haben. Für mich wohl der letzte Schlag für dieses Jahr in der Ostsee. Von Stockholm aus wird Jan die MARLIN mit 3 x Andreas und einmal Peter nach Kiel bringen. Ich mache das Backoffice in Flensburg. Zwischendurch Klappe des Macbook’s zu, lasse meinen Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen und starre durch die großen Fenster in die Dunkelheit da draußen. Ne. Ich geh nicht raus in die Kälte. Kommt gar nicht in die Tüte. „Is there anybody out there?“ Noch 35 Meilen bis zur Ansteuerungstonne. Ich genieße jede Meile. Ist ja auch mein Urlaub. So. Klappe zu.

 


 

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Keep it simple

Der Sauna Staat

Draußen bläst es heute mit mehr als 25 Knoten. Aus West. Also. Hafentag. Ich hab ja eh zu tun. Der Draht der Motorsteuerung ist natürlich, Fummel Fummel, an der Handschaltung am Steuerrad gebrochen, direkt hinter dem gepressten Terminal. Erst mal bestelle ich zwei neue. Für Gas und Schaltung und noch zwei als Ersatz. Alles nach Stockholm. So. Dann drehe ich das gesamte Ding und baue das gesunde Ende in die Schaltung. Am kaputte Ende kürze ich die Hülse um zehn Zentimeter und verbinde das Terminal mit dem Schubdraht. Eine Seilklemme wird ihren Dienst wahrscheinlich die nächsten zehn Jahre tun. Muss sie aber nur bis Stockholm. Aufräumen. Test. Fertig.

Meine Mädels laufen um die Insel Örö und um vier Uhr treffen wir uns, wie alle anderen Segler wieder in der Sauna. Da ist alles voll. Da sitzen die Finnen und schauen mich ein bisschen komisch an. „Du bist kein Finne. Nicht? Ah. Hmm. Du bist von dem roten Schiff.“ Das war es dann auch mit der Kommunikation. Mir wird es zu heiß. Mein Kreislauf fängt an zu rasen und ich muss in die Ostsee springen. Dann ist mir wieder kalt. Also wieder in die Sauna und da sitzen sie immer noch und trinken ihr Saunabier. Machen die Finnen noch was anderes als in der Sauna zu sitzen?

Nebenbei organisiere ich die Crews unserer nächsten Törns durch. Für die Atlantiküberquerung haben wir jetzt einen patenten, supernetten Schweizer, Martin, einen ebenso netten Trierer, Ralph, im Achterschiff. Beide mein Alter. Im Vorschiff Marie und Esther, beide grade mit dem Abitur fertig. Jetzt fehlen uns noch ein oder zwei Mitsegler für die ARC, dann sind wir komplett. Auf dem Zubringertörn von La Coruna nach Las Palmas, einer der schönsten Törns im Atlantik sind auch noch zwei Plätze frei. Also. Dann mal ran. Ab Samstag nächster Woche steht MARLIN ab Stockholm an der Startlinie. Ausgebucht bis La Coruna. Na. Da können wir uns nicht beschweren.

 


 

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