Archiv der Kategorie: SY Marlin

Mayreau erreicht

Whistle Bay

“Hallo. Ich bin der Micha von der MARLIN. Du wolltest mich kennenlernen?“ “Ja. Mensch. Du hast mich 2014 auf dem Atlantik überholt. Ich kann mich noch genau an Dein Schiff erinnern. Rot! Mit dem großen weißen Logo. Ich bin übrigens Torsten.“ Wir stehen in einer Strandbar der Whistle Bay. Hier gibt es übrigens keine Schildkröten. Ich würde mich hier als Schildkröte auch nicht hintrauen. Ansonsten ist es hier malerisch schön und unsäglich romantisch. Dafür gibt es die Kiter auf der anderen Seite der Bay. Upps. Wieder ein Kite Spot der nichts für solche Anfänger wie mich ist. Komplett auflandiger Wind und ordentlich Welle. Mit dem SUP paddel ich an Land, setze mich in den Sand zu den Kitern, die es können, was so einfach aussieht und nicht ist. Hmm. Das sind keine Anfänger. So gar nicht. Aber zuschauen ist ja auch sehr schön und sehr lehrreich.

Während ich durchs Unterholz laufe und mir meinen ersten kleinen Sonnenbrand hole in diesem, Jahr holt Evert seine Maverick DJI Drohne aus der Spielkiste, die er mitgebracht hat. Erste Aufnahmen von oben entstehen und Dank modernster Technik muss keiner mehr über die Insel laufen. Die schauen wir uns jetzt ferngesteuert an. Cool. Wir Menschen lassen uns ja immer wieder was neues einfallen. Könnte ich auch Gefallen dran haben. Auf der anderen Seite sitze ich schon genug vor der Kiste und erleide Sehnenverkürzung in den Beinen. Also?

Torsten is schlank, braungebrannt, mit Kopftuch und nach eigenen Angaben um die 50. Ein Salzbuckel. Einer der den Weg in die Heimat nicht mehr finden will, einer der seit Jahrzehnten auf seinem Segelboot lebt. So kann es gehen. „Kennst Du die IRON LADY?“ „Na klar. Chaguramas 2001!“ Jetzt kommen wir ganz schnell vorwärts mit der Erinnerung. Torsten und Silke. Sind 1999, ein Jahr vor Nathalie und mir über den Atlantik gesegelt. Und Alfred von der Freedom. Ach was. Ne. Wie war das noch. „Torsten. Wir haben uns doch in Trinidad kennengelernt. Du hast doch auch in der Scotland Bay gelegen. Silke war noch so sauer auf mich weil ich irgendwas über sie in meinem Blog geschrieben habe. Ja genau. So war das. Mensch Torsten. Das es Dich noch gibt.“ Was normalerweise in einem langen Abend geendet wäre, endet etwas abrupt in der Bar, denn meine CREW 37 hat Hunger. Der Spagetti Snack vom Nachmittag ist schon durchgesackt und der Wahoo ruft, um mit der Kokosnussmilch im i ndischen Masalla Currypulver zu garen. „Sorry Torsten. Ich habe meiner Crew versprochen heute Abend zu kochen. Wir sehen uns. Irgendwie. Irgendwann. Irgendwo. Grüß Silke wenn Du ihr mal schreibst. Oder auf dem Atlantik. Wer weiß.“

Also? T-Sirt ausziehen und der Sprung is Wasser folgt: Jetzt. Platsch

 

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MARLIN Dreams

Landed at the turquoise planet

“Los. Lass uns schnorcheln gehen. Allemann in die Boote.“ Die Tobago Keys sind quasi schildkrötenverseucht. Direkt am weißen Sandstrand gibt es einen abgetrennten Bereich, den man nur mit dem Beiboot befahren darf. Dort kann man prima mit den gemütlich wirkenden Tieren schnorcheln und sie beobachten. Sie sind keineswegs scheu. Aber auch nicht angefüttert. Direkt von hier aus geht es weiter zum Aussenriff und da gibt es gute Neuigkeiten. Noch vor einem Jahr war hier alles durch das Korallenbleeching quasi abgestorben, jetzt kann man sehen wie die Korallen ihren Lebensraum wieder neue erobern. Etwa 10-15% gesunde Korallen sind zu bewundern.

Nach einer ausgedehnten Siesta kommt einer der bootmobilen Markthändler vorbeigefahren, als ich grade an der Reeling stehe. „Frischer Fisch? I have Atun. I have Wahoo.“ Bei dem Wort Wahoo werde ich direkt nervös, winke ihn ran. Er zeigt den Wahoo. Gut sieht der aus. „That is not 12 Kilo.“ Und jetzt geht es los mit der Diskussion. Ich gewinne, weil ich die elektronische Kofferwaage habe, die auch noch Lbs messen kann. So ein Pech aber auch. Somit kommen wir recht günstig an einen attraktive Wahoo. Ich verzichte auf das Angebot der Fischer die Innereien rauszunehmen und zeige statt dessen meinen Mitseglern, wie man den Fisch auf See filetieren würde. Wahoofilets müssen erst einen Tag in den Kühlschrank, bevor der exzellente Speisefisch seinen ganzen Geschmack freigibt. So gibt es heute Abend erst einmal eine Fischsuppe mit dem was die Netze im Salon so an Gemüse hergeben.

Vom Berg der Insel hinter uns kann man einen Eindruck bekommen wie es hier aussieht. Was man nicht sieht sind die Gewitter die im Durchschnitt alle drei Stunden von See kommend Land unter mit uns spielen. Dicke schwarze, gehaltvolle Wolken mit Regen und 40 Knoten Wind in Böen. Das alte Tropenspiel: Fenster auf – Fenster zu.

 

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Das Lied der alten Liebe zum Meer

Sail with MARLIN

Martin hat die MARLIN im kalten norddeutschen Frühjahr, im Regen, im dänischen Sonderburg, an sich vorbeifahren sehen. „Die ist es!“ Liebe definiert sich eben im Augenblick. Da gibt es kein wenn, aber und oder? Mit Monica muss es vor 38 Jahren genauso gewesen sein. Martin ist seinen Gefühlen hörig. Monica hat er geheiratet und die alte Liebe ist es weiterhin. Mit der MARLIN hat er es ebenso gemacht. Seit Ende September segelt er mit. Mal mit Jan, mal mit mir. Fast drei Monate lebt und segelt er bereits auf der MARLIN. Er hat ab La Coruna den Atlantik überquert, hat Seebeine bekommen und sie wieder verloren, sie wieder bekommen. MARTIN hat es easy geschafft den #Entschleunigungsgrad 0 zu erreichen. Martin ist eins mit der MARLIN geworden. Da fragt man sich, ob das nicht sehr teuer ist solange bei uns mitzusegeln. Nun. Ist es eigentlich nicht. #Langzeitbucher sind recht günstig dabei und für mich und Jan eigentlich einfacher zu betreuen. Es ist auch ein Geben und Nehmen. Martin nimmt an der Instandhaltung und der psychologischen Törnführung aktiv und leitend teil ohne dabei unangenehm aufzufallen. Ja. Ich hätte nichts dagegen wenn Martin und Monica noch ein paar weitere Wochen an Bord bleiben würden. #Tolle Mitsegler. #Schöne Zeit.

Die MARLIN segelt gemütlich von Bequia zu den Tobago Keys. Es ist recht wenig Wind heute. Skipper Micha und Jan und die Crew sind entschleunigt. Die kleine Fock. Groß im zweiten Reff. 5 Knoten. Die Angelleine zieht einen kleinen Köder durchs Kielwasser. Optimale Bedingungen um einen Fisch zu fangen. Ich falle in die Koje, die Mannschaft liegt auf dem Vordeck herum, die Tobago Keys liegen an. Alles gut soweit. Bis dann die Schweizer Flying Merlin mit Martin und Claudia im Kielwasser auftauchen. Martin hat es eilig, sein brandneuer Dragonfly Trimaran sollte deutlich schneller sein als wir. „Micha. Wir sollten mal die Genua setzten. Ganz so einfach sollten wir es denen nicht machen.“ Ich grunze ein: „Is klar“ aus der Koje. „Muss das jetzt sein?“ geht mir durch den Kopf. Aber wie das so ist. Ein Segelboot: Segeln. Zwei Segelboote: Regatta. Jan macht alles richtig und wir ziehen vor dem Trimaran Richtung Süd. Die lange Nase aber vergeht uns als in der Abschattun g der Insel Canouan der Wind ausgeht. Da kann Flying MARLIN den 26 Tonnen Gewichtsunterschied in der glatten See ausspielen. Martin und Claudia ziehen langsam an uns vorbei. Mit unserer Angelleine, die ich dann am Ende einfach abschneide. Sie werden es noch nicht einmal merken. Oder soll man es ihnen sagen. Ja. Vielleicht besser. Am Ende kommt die Dragonfly zwei Schiffslängen vor der Einfahrt zu den Tobago Keys an. Wir hatten sie für schneller gehalten. Aber dazu braucht es wohl mehr Wind und mit mehr Wind gibt es mehr Welle. Das aber mag Martin mit seiner Flying Merlin gar nicht und seine Claudia noch viel weniger.

Auf fünf Meter fallen die Anker der beiden befreundeten Schiffe, auf türkisfarbenen Sandgrund, in den paradiesischen Tobago Keys. Wir liegen hinter dem Riff auf glasklarem Wasser. Ich bin schon wieder müde. Sonne, Wind und Segel fordern ihren Tribut. Für das Nachtessen verabreden wir uns zu acht zum Lobsteressen bei BigMama. Nicht grade ein Schnäppchen. Aber lecker und es gehört einfach dazu. Morgen #Meer #Segelurlaub #MARLIN.

 

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Bequia Verproviantierung

Was geht denn hier ab?

Die längste Ananas die Kim wohl jemals auf dem Kopf hatte. Kopfschmuck a la Bequia. Und jetzt heißt es erst einmal Entschleunigen. „Aber was ist Entschleunigen?“ Evert, so nennen alle meinen neuen holländischen Freund, fragt mich. Der in IRON LADY Zeiten von Nathalie und mir definierte Begriff bezieht sich auf das Leben an Bord eines Segelschiffes. Entschleunigung ist die Fähigkeit sich zuerst einmal sich nur noch mit einer Sache zu beschäftigen. Die Zurückeroberung des Singletasks, die uns das Leben viel sinnvoller gestalten und erleben lässt. „Schwierig? Was?“ Jeder der an Bord der MARLIN kommt wird damit konfrontiert. Einmal in der Karibik angekommen lebt sich halt anders. Man muss sich schon erst mal daran gewöhnen dass der Himmel jeden Tag blau ist, das Wasser meist warm und die Menschen um einen herumlimen. Der Tagesablauf gestaltet sich eben entspannter. Dinge die gestern noch wichtig waren, sind es plötzlich nicht mehr. Auf der MARLIN lernt man Sac hen wie: Löcher in den Himmel gucken. Oder sich selbst mehr wert zu schätzen. Wenn man sich darauf einläßt. Schöne Ananas die Kim da gekauft hat.

Ich bestelle beim Einkauf prophylaktisch mal 100 Eier. Kim und Evert kommen mit 150 Stück zurück aus Town. Das ist ja schon mal gut. Nicht so gut sieht es aus mit der Frischfisch Versorgung. Die Fischhalle ist leer. Ich frage einen Rastafari: „Nein. Es gibt keine festen Zeiten wann die Fischer ihren Fisch verkaufen. Sie kommen wenn sie Fischhaben und blasen die Muschel zum Zeichen. Dann kommen alle um Fisch zu kaufen.“ Hmm. Entschleunigung heißt eben auch mit dem klar zu kommen was es gibt. Vieles gibt es eben einfach nicht wie in Deutschland. Nix da mit heute bestellt und gestern geliefert. Kim hat unsere Bücher gelesen. „Nein. Ich habe sie in zwei Tagen verschlungen“, antwortet sie mir. Und jetzt ist sie der Meinung, dass ich mit der Harpune nur ins Wasser springen muss. Evert gleich mit und da schwimmt mir mal so eben ein Yellowfin Thuna mit 30kg vor die Harpune und das Fischproblem ist für die nächsten zwei Wochen gelöst. Das ist das Problem mit den Büc hern, wo man ein Highlight nach dem anderen aus sieben Jahren Segeln bringt. Das man das nun eben nicht in zwei Wochen oder Monaten konzentriert wiedererleben und buchen. Erst einmal muss sich jeder selbst auf das Leben an Bord einlassen. Ich bin da guter Dinge, dass ich das ich das auch diesmal vermitteln kann.

 

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Landeanflug Bequia

Karibisches Leben

Ankommen dauert ja immer etwas. Für die Gäste genauso wie für mich. Die Karibik macht es einem da aber schon recht einfach. Sonne, Wärme, Wind immer aus der richtigen Richtung. Es gibt keinen besseren Platz um das Leben zu geniessen und die Segel hochzuziehen, den Bug in die richtige Richtung zu lenken. Zumindest gibt es keinen Platz der so nahe dran ist am Begriff Segelparadies und dazu entspannt zu erreichen.

Doch ganz so einfach fing es gar nicht an. Gestern hat es erst einmal ordentlich geregnet. Die Überfahrt von Saint Lucia nach St. Vincent war quasi ein dickes Gewitter, die Welle zwischen den Insel raff. Also gar nicht so karibisch, wie man sich das so vorstellt. Heute dafür von St. Vincent nach Bequia mit 1a Blue Sky, bis zu 30 Knoten Wind. Das hab ich mir nicht nehmen lassen. Da steuert der Alte doch ganz gerne mal selbst mit etwas zu viel Segel. „Komm Everhardus. Übernimm mal.“ Everhardus ist Kim’s Lover. Everhardus ist auch Holländer. Everhardus ist nett und spricht kein Deutsch. Prima Sache. So sprechen wir auf der MARLIN eben Englisch. Find ich prima. Und es halten sich alle daran. Everhardus stellt sich auch beim Steuern nicht dumm an. Prima. Kann ich gut gebrauchen. Kim und Everhardus bleiben für 2 Monate auf der MARLIN. Upps. Das ist eine lange Zeit. Da bin ich ganz froh, wenn das mit dem Miteinander so prima klappt, wie es sich im Moment anfühlt.

Was sich lohnt im Moment ist die Ausgabe 2 der YACHT zu kaufen. Hier gibt es einen schönen Artikel von Kristina Müller über ihre Zeit als YACHT Reporterin auf dem MARLIN Schwerwettertörn und wie sie es so gefunden hat. Wenn ich das richtig verstehe bin ich gar nicht so schlimm als Skipper, wie ich mich selbst manchmal einstufe. Mehr wissen? Selber eine Meinung haben? Also dann mal los zum Kiosk. Oder auch mal mitsegeln.

In Bequia werden wir eine Meile vor der Ankerbucht begrüßt von Kenmore Henville, Alias bequiaphotoaction.com. Er ist alter Bekannter. 2014 haben wir Kenmore extra einen halben Tag gebucht um viele der bekannten MARLIN Photos zu machen. Ganz so viel Geld will ich dieses Mal zwar nicht ausgeben, aber eins der vielen Photos die er uns dann zum Ankerplatz gebracht hat, kauf die Crew. Gut für ihn. Gut für uns. So. Jetzt geht es aber mal zum Nachtessen, wie unsere Schweizer, Martin und Monica sagen. Dort treffen wir zwei weitere gute Freunde von mir. Die FLYING MERLIN mit Martin und Claudia auch Schweizer sind ebenfalls grade in Bequia. Auf der FLYING MERLIN habe ich die Kommunikationselektronik installiert. Wenn alles klappt, dann darf ich den Dragonfly Trimaran in den kommenden Tagen mal selbst steuern. Da würde ich gerne mal eine Meinung zu haben und zu berichten.

 

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Zu Hause auf der MARLIN angekommen.

Der neue Blog des jungen W aus D. Live aus dem Paradies.

An den letzten Tagen vor Abreise nach Übersee überschlagen sich die Tasks sichtbar. Ich bevorzuge die Kommunikation mit meinen Mitmenschen. Unser Andalusisches Au Pair Ana, die knappe zwei Jahre an unserer Seite gelebt, erfahren und mit und gegen den Alltag gekämpft hat, wird nun abgelöst durch die venezolanische Anyelina. Ich bitte sie, doch so anzureisen, dass ich sie an meinem letzten Heimattag noch kennenlernen kann. Das klappt. Anyelina ist so aufgeregt, wie man es nur sein kann wenn man neu in Flensburg ist. Mit ihren 25 Jahren ist die Medizinstudentin aber total sympathisch. Dank Anyelina’s Mamas Hilfe aus Caracas, komme ich vielleicht sogar noch vor dem anstehenden Schlag durch die karibische Südsee an eine venezolanische 1GB Data SIM Card, die ich auf den Islas Roques nutzen kann. Die Dinger sind in Venezuela genauso vergriffen wie alles andere was man so zum Leben braucht. Wenn man auf den venezolanischen Antillen ankommt ist man dann einfach ohne Internet . Es gibt auch nirgendwo Internet. Ja. Geht garnicht. Ob das klappt, was ich mir da wieder ausgedacht habe.

“Hey Mann Jan. Alles klar?“ Jan und ich nehmen uns in den Arm und irgendwie ist sofort alles gut. Wir treffen uns in der Marina, wo Jan mich mit meinen beiden neuen Gästen Kimberly und ihrem Lebensgefährten Everhardus abholt, die fast zeitgleich gelandet sind. Als die Tür des Thomas Cook Touristenbombers mit seinen über 300 Plätzen aufgeht und ich nach 6 Wochen Flensburg und 9 Stunden Flug zum ersten Mal die Sonnenbrille vom Kopf auf die Nase runterklappe, macht sich ein Grinsen auf meinem Gesicht breit. 25° Temperaturunterschied. Bis zur Gepäckhalle schaffe ich es, dann muss ich mich erst einmal entkleiden, Socken und Air’s ausziehen und die Rastafari FlipFlops rauskramen. Endlich hat das frieren ein Ende.

Auf der MARLIN werden wir Neuankömmlinge von der Stammcrew der letzten drei Wochen freudig begrüßt. Hier ist nämlich ein bisschen der Palmenblues ausgebrochen. Jetzt mit uns beginnt eine neue CREW. Die laufende Nr. 37. Martin hat Fisch vorbereitet, es gibt einen riesigen Salat und den nächsten Tag beginne ich erst einmal mit einem genußvollen Bauchklatscher ins warme Wasser hinter der MARLIN. Saint Lucia reißt mich jetzt nicht grade vom Hocker und so verkünde ich erst einmal, dass wir schnellstmöglich nach Bequia segeln und dann weiter in die Tobago Keys. Martin, Monica und Jan grinsen. Am nächsten Tag teilen wir Crew und Skipper. Jan und ich gehen ausklarieren. Die Crew Vorräte ergänzen. Heute morgen dann heißt es Ankerauf und Kurs Süd. Und da sind wir. Wir stehen 10 Meilen nördlich von St. Vincent. Der Plan die Insel im Westen an steuerbord liegen zu lassen scheitert am allgemeinen Wusch um 18 Uhr den Anker in der nächsten karibischen Ankerbuch im Lee de r Insel fallen zu lassen. Das werden wir wohl schaffen. 2018 kann beginnen.

 

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Feliz Año Nuevo. Einen guten Rutsch. Happy New Year!

Und vor allen Dingen wünsche ich euch allen Gesundheit!

Hier geht es heiß her zum Ende des Jahres. Nebst vieler Kunden die schnell noch einen Auftrag loswerden wollen, renoviere ich noch den zweiten von den drei Büroräumen im LUNATRONIC / MARLIN Headquarter, so dass wir im kommenden Jahr mit dem Projekt „Bluewater Coaching“ an zwei Wochenenden starten werden. Dazu zeigt sich Flensburg weiter von seiner besten Seite. Es regnet Bindfäden. Fünf Wochen bin ich nun hier. Zwei richtig tolle Sonnentage mit Spaziergängen an der Förde. Ansonsten: Geschäftiges Treiben, Weihnachtsrummel mit Glühwein, Essen, Trinken. Ich freue mich schon darauf die nächsten Monate in der Karibik, jeden Morgen erst einmal ins Wasser springen zu können um meine Runden ums Schiff zu schwimmen.

Beim Bluewater Coaching handelt es sich um eine Wochenendseminar Samstag / Sonntag, bei dem interessierten zukünftigen Weltumseglern in einer kleinen Gruppe von 2-6 Personen von mir und Nathalie persönlich die Möglichkeit gegeben wird, sich individuell auf die Reise vorzubereiten. Eine genaue Beschreibung mit Anmeldeformular wird in Kürze hier veröffentlicht und zum Download zur Verfügung stehen. Damit werden ich das nächste Jahr beginnen.

So geschäftig es hier in Flensburg zugeht, dass ich kaum zum bloggen komme, freue ich mich auf die kommende Zeit wenn ich nicht erst die Blitzanlage aufstellen muss um mal wieder ein vernünftiges Fotos hinzuzaubern. Maya und Lena haben zu Weihnachten ein Waffeleisen mit Donut Einsatz von der Oma bekommen. Wie man sieht mit ordentlich Erfolg. Die zehn Donuts auf dem Teller sind 10 Prozent. Der gestrigen Tagesproduktion. Die restlichen 60 sind im Kühlschrank meines Büros verschwunden, den ich unter der Bedingung zur Verfügung gestellt habe, dass die Konditoren vor die Linse bekomme.

Im Namen von Nathalie, MayaLena und mir wünschen wir allen Lesern, Bekannten, Verwandten, Freunden, Mitseglern, Kunden, Mitschülern, Sportlern, Seglern und Kitern einen tollen Rutsch in das neue Jahr und vor allen Dingen viel Glück, Sonne und Gesundheit in 2018.m Hehe. Also. Heute Abend dann mal die Tassen hoch was das Zeug hält! Frohes neues Jahr!

 

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Frohes Fest

Viel zu satt

Nathalie und ich haben heute zusammen in der Küche gekocht. Bei uns gab es Sauerbraten. Rheinischen Sauerbraten. Ich habe mich an selbstgemachten Klößen mit Pfirsich dazu probiert. Die gute Nachricht: Wir haben uns nicht gestritten. Schon der Kochwein war so lecker, dass mir gar nicht aufgefallen ist, dass das der Weihnachtsmann tonnenweise Geschenke ins Wohnzimmer geschleppt hat, während meine Familie den klassischen Kirchenbesucht tätigte. Weihnachten ist für Kinder superwichtig. Unser Weihnachten war wieder mal super üppig. Essen, Trinken, Geschenke. Es war der Hit für Aleman.

So üppig Weihnachten bei uns abläuft um so trauriger ist es für andere. Mit dem Blick auf den Berg an Geschenken unter dem Weihnachtsbaum und der Menge an Essen, die auf dem Tisch steht, erinnere mich an meine Zeit in der Abgeschiedenheit der Isolierstation im Krankenhaus. Was liegt da näher am heutigen Tag noch mal ein Mail an Marc von den segelrebellen.de zu schreiben. Während meiner langwierigen Behandlung im Krankenhaus war es mir ein inniger Wunsch, mit anderen jungen Menschen, die auch an meiner Krankheit leiden, einen Schlag zusammen zu segeln. Wieder gesund, verblasst dieser Wunsch hinter dem täglichen Alltag. Ja. Das ist schon ein Vorwurf an mich selbst. Hoffentlich meldet sich Marc und die MARLIN segelt ein Törn mit einem Team der Segelrebellen in 2018.

An dieser Stelle möchte ich allen Lesern und spontanen Besuchern meines Blog ein frohes Fest wünschen.


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Das Fest. Der Weg. Das Ziel.

Alle Jahre wieder.

Ich muss zugeben. Weihnachten ist nicht mein Fest, wird es auch nie werden. Zwischenzeitlich sind Brigitte, Stefanie und die süße kleine Emma aus Düsseldorf und Langenfeld in Flensburg eingerollt. MayaLena haben mit einem unglaublichen Spürsinn, in Dänemark die schönste Weihnachtstanne aufgespürt, die ich je gesehen habe. MayaLena haben sie auch selbst abgesägt, de Tanne. Warum diese wunderschöne Tanne nur sieben Euro gekostet hat, ist mir bis heute nicht erklärbar. Weit über zwei Meter groß, durfte sie heute vom Balkon ins Wohnzimmer einziehen und strahlt schon ohne Schmuck und Kerzen. Hmm. Nun ja.

Mit Jan konnte ich nach der Atlantiküberquerung endlich mal telefonieren. Ich kenne das. Auf dem Schiff, wenn Gäste da sind, zu telefonieren ist quasi nicht möglich. Man hat eben kein Privatleben. Irgendeiner hört immer zu und wenn man das auch nur meint. Ohne es zu merken ist man genötigt. Jan ist zum telefonieren an Land gegangen. Ich in den Garten. Das hat gut getan. Beidseitig. Ob Missverständnisse zu Fehlern wurden, fehlende Absprachen zu Missverständnissen geführt haben – Jan und ich haben uns geeinigt, dass wir Beide uns in des Gegenüber Situation versetzen und verstehen können. Pari. Gleichstand. Alles gut. Den Rest unter vier Augen im Januar, wenn ich nach Hause komme. Danke Jan.

Die Ereignisse haben mich ein wenig blockiert. Mein Office Work ist recht ausfüllend mit meinen zwei Mitstreitern. Wir haben uns gemeinsam Ziele gesetzt, die es in sechs Monaten zu erreichen gilt. Interessant. Was daraus wohl wird? Auch das Wetter blockiert mich. Ich bin seit vier Wochen in Flensburg und erst ein einzigen wirklich sonnigen Tag. Die Dunkelheit dominiert. Es wird Nachmittags dunkel und erst spät am Morgen wieder etwas hell. Zumindest ist es nicht mehr ganz so klirrend kalt, dass ich immer wieder taube Fingerspitzen bekomme.

Viel Lob ist ja gefallen über die CREW 36, die ARC Crew. Wer ein bisschen wenig abbekommen hat vom Lob, dem Camgagner, der Liebe und Küsse… ist die MARLIN. Oder kommt mir das nur so vor?

Und da sind wir wieder beim Thema. Wohin gehr denn nun die Reise 2018?

Mittelmeer klingt für den einen eher langweilig, für den anderen gewohnt. Was hat das denn nun mit Expeditions zu tun? Es vergehen ordentlich Stunden bei der Planung. Ich verbringe Stunden bei der Windanalyse zu den Jahreszeiten und beim Studieren der Segelreviere. Von Faro bis nach Athen sind es ca. 1.800 Meilen bei günstigen Winden. Im Juni aber werden wir wohl eher östliche Winde haben. Entweder leicht oder Sturm. Levante, Mistral, Libecio, Poniente, Meltemi, Scirocco. Man, Man, Man, da kommt ja ganz schön was auf die MARLIN zu.

OK. Also wer Rund Malle machen will, der ist bei uns schief gewickelt. Wir werden ab Faro ausschliesslich zum Verproviantieren in den Hafen gehen. Ansonsten werden wir was? Vor Anker liegen, wenn wir nicht grade segeln. Wir werden immer wieder Steinhaufen, Inseln, Mittelmeerriffe und geschützte Strände und romantische Buchten finden, erobern und unsere MARLIN Flagge in den Sand rammen. Im Moment ist der Passageplan noch etwas interaktiv. Ich habe mich entschieden diesen einfach Online zu editieren. Ich bin für Mitsegler- Anregungen, Ideen, Wünsche echt offen. Ich will eigentlich nicht den Routen der YACHT Artikel folgen.

In den letzten zwei Jahren der MARLIN Passagen hat sich immer wieder gezeigt, dass die Zusammensetzung der CREW über den Erfolg der Reise entschieden hat. Ich habe gelernt vollkommen umzudenken. Es geht beim Segeln auf der MARLIN nicht um Segelerfahrung sondern um die Fähigkeiten der Crew ihre Zeit auf der MARLIN sozial-kreativ zu gestalten. Das mit dem Segeln, der Yacht, der Technik, der Verpflegung, der Häfen, der Traumzliele, des Wetters… ja das bekommen Jan und ich einfach hin. Kein Problem. Auch mit der Seekrankheit unserer Mitsegler kommen wir inzwischen fast immer klar. „Jan. Der individuelle Erfolg unserer Reisen hängt mit der Zusammensetzung unserer Crew durch den Veranstalter und den Skipper eng zusammen. Erst wenn wir die doppelte oder dreifache Menge an Bewerbern anstatt zur Verfügung stehender Plätze haben können wir den Kahn auf den richtigen Erfolgskurs bringen. Wir schaffen das!“ Höh Höh. Das ist leichter gesagt als getan. Tausende von andere Boote schippern mit Gästen auf den sieben Meeren. Im Mittelmeer konzentriert sich das ganz besonders. Andere Boote sind auch schön. Andere Skipper sind auch fähig. Mr. Wnuk. Kommense mal runter!

Für heute habe ich genug geplant. Wird sich alles finden und wenn nicht… Dann drehen wir eben um und segeln wieder nach Culatra…


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Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken

Die sieben Meere

Dieser Spruch hängt bei uns in der Küche. Als Postkarte. Und immer wenn ich am Morgen auf diese Postkarte schaue, frage ich mich. „Hey. Wer hat diese Karte denn dort aufgehängt?“ Muss doch die Capitana gewesen sein. Mayalena haben grade andere Sachen im Kopf. Meist ist es grade mal fünf Uhr wenn ich aufstehe oder sechs Uhr. Presenile Bettflucht hat das mein Freund Jürgen genannt. Jürgens ist immer noch in meinem Kopf. Manchmal täglich mehrmals. Jürgen ist vor mir gestorben. Jürgen ist zulange an der Küste geblieben. Für mich lebt Jürgen weiter, weil tot sind Freunde erst, wenn man nicht mehr an sie denkt. „Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken“, wird übrigens Magellan zugeschrieben. Oh Fuck! Ich hänge echt am MARLIN Passageplan 2018. Für die Atlantiküberquerung W-E, die ich selber als Skipper segeln werde, kommen reihenweise Buchungen von starken Typen (innen) rein. Ziel ist Faro. Culatra. Portugal. Faro. Oh. Culatra. Culatra i st so schön. Muss sein. Und dann? Und dann? Wnuk. Soll die MARLIN wirklich ins Mittelmeer? Oh Shit. Das ist doch so eng da. Kaum hat man die Segel hochgezogen, schreit wieder einer „Land in Sicht!“

Heute ist Sonntag. Sonntag. Familientag. Kein Büro. Kein Krankenhaus für Nathalie. Gemeinsames Frühstück. Auf dem Plan steht Dänemark. Häh? Hundewald. Und überhaupt. Wetterforcast: „Sonne. Sonne. Sonne. Sonne.“ „Heyhey.“ Die ersten Sonnenstrahlen seit meinem letzten Landeanflug auf dem Köln / Bonner Flughafen Ende November. Ne. Nein. Nicht gelogen. Also nix wie raus. Um 16 Uhr wird es schon wieder dunkel sein. Und die Kamera. Die Kamera kommt heute auch mit. Und ein Stativ. Puh. Endlich mal patagonische Hochdruck Bedingungen für einen guten Schuss. Mayalena meutern schon mal Pro Forma. „BOAH Papa. Muss dass sein?“ „Voll langweilig!“

Für Nathalie soll es das prophylaktische Weihnachts-Grussbild werden. Ich habe eine Momentaufnahme im Sinn. Heimat. Ich muss wieder an Magellan denken. Die sieben Ozeane habe ich eingeritzt. Den Südatlantik E-W habe ich schon hinter mir. Beim Südatlantik W-E in den Roaring Forties bin ich mit der IRON LADY umgekehrt. 2009. Alte Geschichte. Sitz tief. Nix für Anfänger. Warum hat Nathalie diese Postkarte mit dem Spruch von Magellan in der Küche aufgehangen? Muss MARLIN nicht mal in den Rio de la Plata. Eigentlich schon. Oder? Oh. Ich kämpfe mich von Zeile zu Zeile. Sesselpupsend im Büro in Flensburg. „Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken.“

“Da wo Deine Familie ist, ist Dein Zuhause“, hat mir mal eine Blog Leser geschrieben. Weisheiten. Blogleser schreiben immer gerne mal Weisheiten. Find ich ja gut. Muss ich mich dann verhalten? Ne. Nicht wirklich.

 


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Skipper Jan on stage!

Ganz am Schluss durchs Ziel und doch ganz vorn. Wie geht das denn?

Finger weg von meinem Blog! Wer meine Wahrheit nicht verträgt, sollte meine Posts meiden. Wer immer noch ironlady.de im Bookmark hat, der ist schon mehr als vier Jahre dabei und wird das wissen und grade eben gut finden. Hier gibt es wnuk’sche Rechtschreibinterpretationen der deutschen Sprache, einseitige Meinungen einen Seebären und Posts in nicht nüchternem Zustand, anzügliche Bemerkungen und sogar Posts kurz vorm Exitus. Hier schreibe ich für mich und Du bist Zaungast. Genau. Keiner weiß es wirklich, ob Du mitliest, teilhabst, miterlebst oder nicht. Es ist mein Leben und das was mit meinen Schiffen passiert/e, es sind meine Crews, meine Mitsegler, Friends of IRON LADY, Friends of MARLIN, meine Familie. Hier wird nichts geschönt. Wenn es nicht passt: Es gibt genug andere Seglerblogs.

Jan hat es geschafft. Er hat einfach den Schlüssel für den Motor nicht gedreht. Auch nicht beim Gegenwind. Hat Süd gemacht, gewartet, ist ruhig geblieben. Irgendwann hat er den Passat bekommen und auch hier hat er nicht übertrieben. Er kennt die MARLIN, weiß was unser Schiff kann. Kleinere Schiffe sind vor ihm in St. Lucia eingelaufen. Nach der Auswertung hat er doch gewonnen. Platz drei in seiner Gruppe. Ganz offiziell vom Alten ein dickes Lob. Hätte ich mit der Crew nicht besser machen können. Gut gemacht Jan. K(l)eine(re) Schäden. Und vor allen Dingen: Die Folgetörns sind nicht durch Schäden beeinträchtigt. Ich stehe nicht auf der Bühne, bin trotzdem dabei. Habe trotzdem gewonnen. Jan kommt aus meiner Schule. Bin stolz auf Dich Jan!

 


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MARLIN wieder aufgetaucht

Alles gut?

Der Morgen beginnt damit das ich Jan’s What’s App von der letzten Nacht um 23:59 bekomme. Auf die Frage wohin sie fahren: „Marigot Bay.“ Das ist alles. Den Rest soll ich mir jetzt denken? Ich verzichte darauf zu schauen ob MARLIN auf dem AIS zu sehen ist. Ich habe etwas Kopfschmerzen vom Rotwein der letzten Nacht, dem dicken Hals. Auf der MARLIN ist es drei Uhr nachts als ich Jan ein mail schreibe, in Flensburg ist es acht Uhr am Morgen: „Nicht authorisierte Schiffsbewegung und Segelanweisung“, steht im Subject. Den Rest kann man sich denken. Ich fordere Jan auf die MARLIN wieder in die Rodney Bay zu legen. Ich versuche sachlich zu bleiben. Das hätte er sich und uns echt sparen können. Gegen 15 Uhr kommt die erste Reaktion vom Schiff, von Martin. Scheint wohl alles entspannt zu sein. Na dann. Ma gut dass es keine Piraten waren, die die MARLIN inklusive Crew nach Haiti entführt haben. Hätte ja auch sein können.

“Hätte, hätte Ankerkette…“, heißt es ja immer so schön. Alles gut. Wäre es nicht gut, wäre es dann doch wieder meine Schuld gewesen. So wie die Frau von Crewmitglied Holger während dieser Transatlantik Tour wild aufgeregt angerufen hat, warum ich denn NICHTS wissen würde. „Die MARLIN fährt grade zurück nach Las Palmas. Ich seh das doch im Internet. Sie müssen doch wissen was da los ist. Vielleicht haben die einen verloren oder einer ist krank geworden. Unverantwortlich von ihnen.“ Ich war kurz davor aufzulegen, in solch einem Ton hat die Dame mit mir gesprochen. Holger hat es nicht für notwendig gehalten die Bord-email-Adresse oder die Telefonnummer vom Iridium bei seiner Frau zu hinterlassen. Auch wieder mein Fehler. Bestimmt. Hätte ich besser kommunizieren müssen. Bestimmt. Ne? Da frage ich mich, wozu ich nen Skipper habe.

Am Nachmittag meldet sich Jan dann auch mal. Die Telefonverbindung ist so schlecht, dass wir nicht wirklich kommunizieren können. Vielleicht auch besser so. Um 23:00 kommt die Nachricht, dass MARLIN wieder in der Rodney Bay liegt. Aha.

Das ist übrigens Lara. Lara ist ca. 20 Jahre alt und meine neueste Mitarbeiterin. Sie ist zuständig für geduldig dem Alten zuhören. Lara war eigentlich kurzhaarig, also kahl, als ich sie eingestellt habe. Nackt war sie ausserdem. Das ginge so aber nicht, meinten Mayalena und haben ihr erst mal Nagellack verpasst. Dann nen paar alte Klamotten und vor allen Dingen ne blonde Perücke. Dann hat Lara ihren ersten Arbeitstag gehabt. Im Schaufenster des MARLIN / LUNATRONIC Büros sorgt sie dafür, dass die Leute stehenbleiben und sich fragen, was wir denn da eigentlich so machen. Nun. In der Hauptsache sitzen wir den ganzen Tag vor drei Rechnern, telefonieren und nehmen Pakete an und verschicken wieder andere Pakete. Lara muss zuhören, vor allen Dingen wenn ich alleine bin und ist dabei sehr begabt: Sie gibt keine Widerworte. Nach der Probezeit hat Lara nun ein neuen Outlook bekommen. Eine schwarze Perücke, weil ich eben nicht auf blond stehe und wenn ich schon meine Tage m it Lara verbringen, anstatt mit Nathalie um die Welt zu segeln, dann kann sie wenigstens lange schwarze Haare haben. Wobei natürlich nahe liegt ob Lara nicht auch eine hervorragende Segelpartnerin wäre.

Nun. Das Büro läuft. Zumindest wenn ich da bin. Noch acht Tage bis Weihnachten.

 


+++ SAIL EXPEDITION +++
+++ 1.000 Meilen FASTSAIL Törn nach Cuba +++
+++ Atlantiküberquerung West-Ost +++
+++ Griechenland 2018 +++

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