Archiv der Kategorie: SY Marlin

Into the wild sea

20160307

Wasser von allen Seiten

“Hey. Morgen wird es richtig sportlich. Habt ihr das bestellt?“ Meine Crew lacht freudig. Ich bin eher besorgt. Hinter Jamaika bis Cuba ist ordentlich Wind angesagt für die ganze Woche und für heute aus Nordost auf die Nase mit 25kn in Böen bis 30kn. Ich halte mich aber mit diesen Informationen zurück. Seit dem Werftaufenthalt Trinidad spinnt der Raymarine Windanzeiger. Wir haben nur den Daumen und die Wellen. Vielleicht ganz gut so. Gegen Mittag sind die Wellen so heftig, dass sie sich über dem Deck brechen, MARLINS Arsch durchs Wasser zieht und regelmäßig Brecher bis ins Cockpit durchwaschen. Heike und Bernd entscheiden selbständig die Genua gegen die Fock auszutauschen. Natürlich werde ich wach. „Vom Prinzip her großartig!“, schreie ich gegen das Heulen des Windes im Rigg, „Beim nächsten Mal setzt ihr auch ein Running Backstay!“ Vermutlich denken sich die beiden ihren Teil über mich alten Salzbuckel, nicken trotzdem. Alles gut. Wir sind alle gestresst von dem heftigen Wind und vor allen Dingen von den imposanten Wellen. Am Mastfuß findet Salzwasser einen Weg ins Innere, was ich eigentlich schon abgedichtet hatte. Auch die Fenster sind nur fast dicht. „Es reicht. Wir fallen ab und laufen Mexiko an!“ Alle verstehen inzwischen meinen trockenen Spaß. 15 Grad abfallen reichen schon. „Der Wind wird drehen, dann gehen wir mit dem Wind wieder auf Kurs. Puhh! Anstrengend. Wer? Ich oder meine Crew?

Alle gehen motiviert Handsteuer ohne Diskussion. Ist ja nicht unbedingt immer so. Alle lassen sich im Cockpit nassduschen, wenn in unregelmäßigen Abständen eine Megawelle an den Rumpf der MARLIN klatscht und der Spray hoch in die Luft und ins Cockpit spritzt. Langsam dreht der Wind und aus U-Boot Segeln wird langsam Schwerwettertraining. „Ganz ehrlich Micha. Ich hatte mir den Trip etwas anders vorgestellt. Ich dachte wir segeln mit Genacker im Norden von Jamaika.“ „Tja Bernd, so kann es gehen wenn man mit der MARLIN segelt.“ Wir lachen beide. Unsere Wachen sind rotierend. Alle zwei Stunden kommt jemand neues ins Cockpit um fließend das Steuer zu übernehmen. „The helm is mine. The helm is yours“, hört man mitten in der Nacht. Überreste meiner englischen Yacht Master Ausbildung.

Mitten auf dem Weg liegt Little Cayman und Cayman Brack. War alles mal angeplant für einen Zwischenstopp. Aber leider gibt es dort keine geschützten Ankerplätze bei dem Starkwind. Auch die eigentlichen Cayman Inseln, gedacht für einen Versorgungsstopp fallen aus. Die allerdings weil Stefan kein Flugticket hat, um innercubanisch nach Havanna zu fliegen. In Cayo Largo müssen wir ihn irgendwie in einen Flieger bekommen, auf ein anderes Schiff oder er nimmt den Kite (Spass!) Also alles wie immer. Planung beim Segeln ist eben oft unterschiedlich von der Realität. So wird es nicht langweilig.

Insgesamt ist meine Crew super. Mal ganz ehrlich: Heike und Bernd sind Nathalie’s und meine Vermieter. Wer will schon mit seinen Vermietern segeln gehen? Ich war da auch etwas skeptisch. Heike und Bernd sind aber gar keine Vermieter an Bord, darüber verliert keiner ein Wort. Heike & Bernd sind super Segler. Beide stehen professionell am Steuer und steuern die MARLIN souverän und gradlinig. Man merkt schon dass sie auch selbst Eigner einer Comfortina 42 sind. Nachtschläge und Schwerwettertraining, zu dem sich das hier grade entwickelt, kennen die beiden „Landlords“ aber noch nicht. Oder besser: Jetzt schon. Wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass wir zusammen segeln.

 


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Lobsterparty auf der MARLIN

Was geht immer?

Wir sind mit der aufgehenden Sonne auf der Pedro Bank angekommen. „So klares Wasser habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen“, meint Tom, als der Anker auf 7 Meter auf den sandigen Grund mit Korallen fällt. Wir haben kaum das Frühstück beendet als das erste jamaikanische Fischerboot an unserer Seite anhält. „Wollt ihr Fisch?“ Die WinWin Verhandlung endet mit 10 Lobstern, 10 Lambischnecken und 10 Snappern für eine Lage Polar Bier und noch mal 15 Dollar. „So lässt sich leben!“, ist Bernd der Meinung. Das sehe ich allerdings auch so. Alle anderen Boote schicken wir wieder weg. Die Inseln sind also nicht unbewohnt. Am Nachmittag gehen wir an Land und sind von den Inseln schwer enttäuscht. „Hier bringe ich keine Crew mehr hin“, verkünde ich. Man fühlt sich wie auf einer übergroßen Müllhalde. „Lasst uns zurück auf die MARLIN fahren.“ Wir lassen uns im glasklaren Wasser hinter der MARLIN treiben. Wind für den Kite gibt es auch nicht. Wir liegen im Windschatten von Jamaika. „Ich koche heute für euch“, verkünde ich und stelle mich in die Küche. Es gibt heute Lobster satt und einen Lambi-Schnecken Eintopf.

Meine Crew hat Urlaub und Party gehört zum Urlaub wie das Salz zur Suppe. „Das hast Du aber schon mal gekocht“, meint Heike. „Ja Heike“, auch das. Der Lambi Eintopf ist diesmal besonders gut geworden. „Die Cubaner essen ja keine Lambi Schnecken. Das bekommst Du also bestimmt noch einmal in den nächsten Tagen.“ Zu dem fürstlichen Abendessen gibt es natürlich jede Menge Wein und zusammen mit Tom versinke ich philosophierend in der Hängematte. Wenn es nur nicht so warm wäre die ganze Zeit. Immer wieder muss man sich ins warme Wasser fallen lassen. Geht es uns gut? Ja, es geht gut. Wir haben alle eindeutig einen Eiweißschock. Es wird spät heute Abend.

 


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Der beste Platz um auf der MARLIN zu chillen

Tagsüber wie in der Nacht mit iPad und Stern App

Der Wind wird erwartungsgemäß weniger, der Skipper nach dem gigantischen Etmal ruhiger und die Menge an Sicherheitsanweisungen reduziert. Sprich: Das Urlaubsgefühl steigt ins Unermessliche. Am blauen Himmel lungern ein paar gelangweilten Passatwolken herum und wir müssen eh einen Gang runterfahren. Die angepeilten Untiefen der Pedro Bank, 50 Meilen offshore der jamaikanischen Südküste können wir nur tagsüber anlaufen, da diese Ziel neu für mich ist. Das North Cay ist keine Meile lang und wahrscheinlich unbewohnt. Mit etwas Glück gibt es einen Sandstrand, 15 Knoten Wind und der Kite wird am Himmel stehen. Ist kein Wind, werden wir die Paddlebords aufpumpen. Mit dem Dinghy wird die MARLINeigene SAR Gruppe, die Verlorengegangenen wieder einsammeln. Soso… Ist es geplant. Man wird sehen was passiert. Photos und Berichte folgen morgen.

Mit meinem dicken Freund Renee von der MIRA stehe ich seit heute wieder im Funkkontakt. Der wird jetzt Bürgermeister in Sant Maarten und die MIRA wird als Museum auf den Dorfplatz gestellt. Ist schon toll, wenn man einen Twinkieler hat. Vereinfacht vieles. Haha. Rene kann den Spot ab. In Wahrheit, hat er wieder Lochfraß an seiner neuen Edelstahlkette festgestellt. Das ist eine von Wälder und eine von Wälder haben wir auch gekauft. Hmm. Jetzt heißt es also, die Ankerkette der MARLIN mit der Lupe überprüfen. Ich habe ja auch sonst grade nichts zu tun. Zumindest stellt sich Wälder nicht doof an und die MIRA bekommt eine neue Chromox Kette frei Haus ins Bürgermeisterhaus nach Sant Maarten.

Das Bild zeigt Stefan, Tom und Renate im Dinghy auf Deck der MARLIN. „Wir finden, Du solltest noch Wasser reinlaufen lassen und wir haben dann unser privates Plantsch Becken“, meint Stefan zu mir. Stefan ist mein 1st Mate. Er ist schon zweimal auf dem Nord- und Südatlantik mit mir gesegelt, davon einmal erfolgreich rüber, das andere Mal wegen 10 Meter hoher Wellen und deftig Südweststurm, mit eingezogenem Schwanz wieder zurück nach Argentinien. Ich habe ihm versprochen, dass wir diesmal pünktlich in Cuba ankommen und er seinen Flug nach Deutschland bekommt. Stefan ist begnadeter Schiffskoch und geniest das höchste Ansehen der Crew. In der Nacht ist der Platz im Dinghy einfach einzigartig. Weich gepolstert durch den Genackersack kann man sich mit oder ohne Musik, alle oder zu zweit oder zu vielen, sich hier zum träumen und chillen ablegen. Um einen herum das einsame blaue Meer, die Geräusche der segelnden MARLIN und über einem das lichtüberflutete Universum. Galaxien, SuperNovas, Startrek und Starwars, der liebe Gott, Verstorbene und Verlorene finden sich wieder neben Elfen und Hexen. Die Beschreibungen der einzelnen Sterne auf der iPad App tun das restliche dazu in einer anderen Welt zu versinken. „Gibt es Leben dort oben? Auf einem dieser Planeten, die diese Sterne umkreisen müssen, die wir nicht kennen?“ Ich bin mir so sicher, kann es mir gar nicht anders vorstellen. Gut das die Entfernungen und Zeiten für uns und andere unüberwindlich sind. Mit den fantastischen Gedanken der letzten Nacht im Dinghy der MARLIN beginnt ein neuer Tag komplett anders mit neuen Ansichten. Vorstellbar? Ja. Vorstellbar. Für mich für Dich, für jeden der diese Seite liest. Welcome to heaven, welcome to MARLIN.

 


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New MARLIN Etmal Record: 231sm

We really did it!

Yes! Wir haben es geschafft. Die selbst auferlegte Aufgabe ist erfüllt. Die versegelte Strecke von gestern 12:00 bis heute 12:00 ist 231 Meilen über Grund (Logge: 245sm). Das ist der absolute neue MARLIN Rekord. So schnell waren wir noch nie unterwegs. Danke an meine Crew. Alle 30 Minuten haben wir uns in den letzten 24 Stunden am Ruder abgewechselt und mit maximaler Konzentration gesteuert. Bei 18 Knoten Wind aus 90-120° hat die MARLIN eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,6 Knoten mit zweitem Reff im Groß und ersten Reff in der ausgebaumten Genua hingelegt! Da gibt es keine Diskussion, dass ist Höchstleistung und nach meiner Meinung auch Ende der Fahnenstange. Durch die natürliche Begrenzung der Rumpfgeschwindigkeit werden wir diesen Rekord wohl nicht mehr toppen können. Ein Grund am nächsten Ankerplatz ordentlich zu feiern! Auf jeden Fall.

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Crewmitglied Heike hat sich bei einer seitlichen Monsterwelle, die auf Steuerbord angeklopft hat nicht im Bad halten können, ist gefallen und hat sich eine Platzwunde am Arm zugezogen. Ich habe sie vorschriftsmäßig mit Desinfektion, Strippflastern und einem Verband versorgt. Ob sie beim nächsten Landfall zum Arzt soll, darf la Capitana Nathalie entscheiden.

 


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Und wir segeln übers Meer, übers Meer, übers Meer…

MOB

Ne, nicht Mobbing, sondern Mann Over Board. Bis nach Westend von Curacao haben wir es gestern noch geschafft. Die Crew durfte ihr Wissen & Können unter Beweis stellen. „Wann hast Du Dein letztes MOB Manöver gefahren?“, frage ich Bernd, nachdem der Rettungsring „Paul“ wieder an Bord ist. „Hmm. So etwa vor zwanzig Jahren.“ „Na, dafür hat es es ja prima geklappt“, antworte ich gelassen. Die Crew hat bestanden und überhaupt ist alles gut. Die Stimmung ist auf dem Höchstpunkt, denn heute geht es los. Der Wind aus östlichen Richtungen wird uns in den nächsten Tagen sicher sein. Dann ab Höhe Jamaika sieht es grade noch wild aus. Aber das wird schon. Sind ja noch ein paar Tage hinne und dazwischen gibt es ein paar Steinfelsen. San Pedro. Irgendwo mitten im Meer. „Hmm, die schauen wir uns doch mal etwas näher an. Shark Zone! Geht mir dabei durch den Kopf.“

Zuerst einmal fällt uns der Spibaum beim Ausbaumen der Genua fast auf den Kopf. Skippers Hand ist aber an der richtigen Stelle, zum richtigen Zeitpunkt, auch das Fall ist schon angeschlagen. Nix Schlimmes passiert. Glück gehabt. Jetzt segeln wir frei nach dem Motto: „Nicht unter neun Knoten und keiner spricht den Steuermann an.“

 


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Neues Spiel, neues Glück

Ausklariert – Ready to fly

Alle Reparaturen sind ausgeführt. Alle Systeme arbeiten wieder. Was ein Akt: Am Wassermacher sind die Kolbendichtungen der Druckpumpe ersetzt. Danke an Michael Bauza von Echotec, der so schnell reagiert und geholfen hat. Alle Achtung. Die Reparatur war einfach, wie die Wassermacher von Echotec eben sind. Der gebrochene Baumniederholer ist von Westtec instand gesetzt worden. Dank an Vedhanayagam, der absolut untypische für die Karibik, alles andere hat liegen lassen und trotzdem nicht zu überzogenen Preisen, perfekte Arbeit geleistet hat. Der Generator hat einen neuen Zylinderkopf und läuft jetzt wie neu. Dank an Dirk Niggemann von Fischer Panda, der auf den letzten Drücker das Ersatzteil geliefert hat und das ohne Adminwasserkopf. Die Hauptmaschine läuft wieder ohne Luftblasen im Kühlwasser, Dank an Lisa, die mit ihren kleinen Fingern die richtigen Schrauben fest gedreht hat. Dank an mich selber. Ich habe keine Ahnung wie ich dieses Reparaturmarathon der letzten drei Wochen durchgehalten habe.

Heute ist es dann so weit. Wir sind seit gestern ausklariert. Mit Bernd, Tom, Renate, Stefan und Heike geht es auf den Weg nach Cuba. Cuba 1000 heißt der nächste Schlag und wir werden am Vormittag Spanish Waters verlassen. Kurs NW. Ja ich freue mich. Alle freuen sich und es ist mal wieder eine prima Crew, die in den letzten Tagen alles gegeben hat, um die MARLIN ready to go zu machen. Das geht nur gemeinsam und gemeinsam sind wir stark.

Aber es gibt auch Negatives. Eine Rettungsweste mit AIS Sender fehlt. Das geistert mir so im Kopf herum. Ob die ein Mitsegler so als Erinnerung eingepackt hat? Ich weiß es nicht. Soll ich mich aufregen? Nein. Sie fehlt einfach. Sicherheitsausrüstung mitgehen lassen, dass macht man doch nicht. Oder? Muss ich grade mal nachdenken.

 


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Rührei

Die MARLIN füllt sich

Tom und Renate sind jetzt auch da und die Rührei Portionen werden dementsprechend größer. Jetzt fehlt nur noch Stefan, mein 1st Mate für die Tour. Und der Koffer von Tom, der noch eine Nacht in Miami geblieben ist. Der neue Zylinderkopf ist schon an seinem Platz. Im Laufe des Nachmittags wird sich zeigen ob ich das richtige Ersatzteil bestellt habe. Ich fange an Aufgaben nach Neigungen zu verteilen und die MARLIN tanzt dazu mit dem Wind in der Ankerbucht. Schön ist es neue Crew zu bekommen. Ich frage mich selber ob das so gut ist, mit Crew-Gruppen unvollendet abzuschließen, weil dann alle schnell weg sind… Dann einfach wieder von vorne anfangen. Ob ich mich daran gewöhne auch im „normalen“ Leben Menschen zu „verschleißen“, weil ich nach der Tour in der Regel keine Zeit haben werde die Freundschaft weiter zu führen. Da denk ich heute mal drüber nach.

 


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Overloaded

Alles dreht sich, alles dreht sich, nichts geht mehr

Mein Blog rieselt mir genauso wie Sand durch die Finger, wie sämtliche ToDo Listen. Es geht nicht mehr um das ganze sondern nur noch um Prioritäten. „Micha. Jetzt lass uns doch mal irgendwo in die Stadt fahren, hinsetzen und ein Bier oder so trinken!“ Ich schaue Heike verdutzt an, denke an die Baustellen im Motorraum. Grade haben wir die Wassermacher Ersatzteile von Tinidad von Fedex abgeholt, die neuen Seilscheiben für den Downkicker des Baums und im Motorraum montiere ich grade den neuen Zylinderkopf. Nebenbei kümmere ich mich um unsere Wäsche, die Verproviantierung, die Ausklarierung und um Lunatronic, wo dutzende von Kunden meine Aufmerksamkeit benötigen. „Ja, Du hast Recht Heike! Lass uns doch einfach mal eine Runde hinsetzen!“ Die Vernunft siegt. Heute Abend kommen Renate und Tom an, Morgen kommt Stefan. Dann sind wir komplett um die MARLIN einmal durch die Karibik nach Norden gen Kuba zu jagen. Einen neuen Rekord wollen wir aufstellen. Die Latte liegt auf 203 Meilen Etmal. Mit der Crew sollte das klappen. Ich brauche noch eine Mütze Glück mit all meinen Projekten! Dann klarieren wir am Montag aus.

 


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Die Schöne, das Biest und der Fluch der Karibik

Spanish Waters ist erreicht

Leser Christoph wollte ein Bild von der MARLIN vor blauem Himmel. Bidde schön Christoph. Das ist die schöne Marlin, ich bin der diplomatische Skipper und der Fluch der Karibik liegt über uns. Mit der Morgensonne sind wir eingelaufen, der Törn von den Roques wieder mal wunderschön. Faul war ich, nur das Groß habe ich setzten lassen. Schnell genug, mit bis zu 9 Knoten. Wofür dich dann noch downwind mit der immer wieder flatternden Genua auseinandersetzen? Bullentaille ran und gut ist. „Lass Laufen – einfach laufen…Martin… Die Marlin ist nicht nur schön, sondern kann auch noch segeln.“ Meine Crew ist froh wenn es nicht viel zu tun gibt. So sind sie alle verschieden. Rot, braun, blond, lieb, herzlich, interessiert und wieder tiefenentspannt. Das mit dem allwetter- und stimmungsneutralem, immergutgelauten Skipper sein – kann ich weiter üben. Never ending story.

Eingelaufen in Spanish Waters, fällt der Anker recht weit hinten am Fischerhafen. Nah an Land. Ich geb ein bisschen Gas, weil ich weiß was kommt. Meine Crew sitzt mit dem Kopf schon halb im Flieger zum nächsten Kick, welcher auch immer. „Aber bevor ihr ausreisen könnt, müsst erst ihr erst einmal einreisen. So ist das. Ohne einen NAF in der Tasche, was die hiesige Währung ist, lassen wir uns von der Autovermietung abholen. Das ist umsonst oder auch nicht. Ich habe in den nächsten Tagen viele Leute und viele Proviant zu transportieren und meine Wahl fällt auf einen kleines Bus. Gegen Mittag sind wir dann endlich bei den Customs, beim Zoll und in langwieriger Kleinarbeit bearbeiten die Beamten unser Anliegen. Dann kommt Punkt zwei. Die für uns zuständige Immigration liegt hinter dem Keuzfahrtterminal weit hinter der großen Brücke. Es dauert gefühlte Stunden bis wir den Weg endlich finden. Zu Fuß wäre es schneller gewesen, eben aber ohne Klimaanlage. Im kleine Warteraum drängeln sich etwa 15 Venezulaner vor uns. Trotzdem geht alles verdammt schnell und die Beamtin hinter Scheibe ist wirklich zum Einstecken süß. Ob sie uns so nett findet wird mir nicht so ganz klar. Aber sie lächelt die ganze Zeit.

“Jetzt sind wir drin!“, meine ich zu Ronia. Die findet mich etwas zu enspannt heute. „Was soll ich machen Ronja. Bei der Hitze muss man einfach cool bleiben. Mit deutschen Vorstellungen bist Du hier vollkommen am falschen Platz. Inside myself hoffe ich ein paar halbwegs ruhige Tage zu haben, bevor es weiter geht nach Cuba. Die Lister der kaputten Aggregate im Maschinenraum ist lang. Da liegt noch ein paar Liter Schweiß vor mir.

 


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Chillen, Urlaub und viel Arbeit

Stimmungstrief

Heute soll ich nach erfolgreicher Selbstrettungsübung mit dem Kite einmal durch die Lagune bodydraggen, dann auf’s Brett. Lisa ist superzufrieden mit meinen Fortschritten. Enden tut das ganze Vorhaben leider, als mein 14er Kite einfach vom Himmel fällt wegen Windmangels. Also doch noch nicht aufs Brett. Kann man nix dran ändern.

Statt dessen ruft die Pflicht. Ich muss in den Motorraum. Mit aus Deutschland im Gepäck eine neue Kopfdichtung für den Generator, der seinen Dienst leider komplett verweigert. Mir fehlt die helfende Hand von Chris. Stunde um Stunde vergeht bis ich den Zylinderkopf endlich abhabe. Meine Crew besteigt derweilen den Berg von Ilha Grande. Ich wollte eigentlich vor Sonnenuntergang ablegen und die Nacht nutzen um nach Curacao zu segeln. Doch die Handsprechfunkgeräte sind beide auf der MARLIN. Tja. So wird das wohl nix. Als meine Musketiere bei Anbruch der Dunkelheit wieder da sind, wundern die sich, dass ich erst am nächsten Morgen weiter will. „Nein, bei Dunkelheit fahre ich nicht durch die Riffe raus.“ Ich versacke fluchend wieder in den Motorraum. Nein. Heute bekomme ich den Generator nicht wieder zum Laufen.

Der Tag endet mit einem Glas Rotwein auf dem Vordeck mit Blick auf die Roques und die schönste Kita Station, die zumindest Lisa in ihrem Leben gesehen hat. Morgen geht es weiter nach Westen.

 


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Endlich Kiten

Stimmungshoch

Endlich passt es und ich bekomme mein Training. Ausrüstung zusammenbauen. Hoch den Kite, lenken üben. Body Dragging. Das ganze Programm. Lisa ist eine faszinierende Kite Lehrerin. Man merkt ihr deutlich an, dass dieser Job ihr mehr, viel mehr Spaß macht, als in Zürich im Office zu hocken und Excel Sheets für DPD zu vergleichen. Sie kann das Kiten vermitteln, als wenn sie nie etwas anderes im Leben gemacht hat. Spart nicht mit Lob aber auch nicht mit Härte beim Unterricht. Ich lerne in kurzer Zeit massiv viel und habe vor allen Dingen eins: Spaß. Viel Spaß im Gesicht. Es geht mir richtig gut. Danke Lisa.

Auf einer der Inseln wohnt Willy. Willy hat einen Tisch, ein paar Stühle, einer Feuerstelle zum Grillen. Wir haben etwas zu Trinken, wir haben Fleisch, wir haben portable Musik und gute Laune. Nur Licht hat Willy leider nicht und Kopflampen wackeln immer mit dem, der sie trägt oder im Wind an einem Baum. Eine portable LED Lampe mit Warmlicht steht jetzt auf meiner Wunschliste.

Problemzone Baumniederholer

Hie hat es Bruch gegeben. Ermüdungsbruch würde ich mal sagen. Da haben wir ein Problem beim Segeltrimm. Durch den Bruch, der Nachts auftrat ist das Großsegel an der oberen Saling eingedrückt und folglich leider eingerissen. Nichts großes. Können wir reparieren. Die Rollen aber müssen angefertigt werden oder bestellet werden. Mal schauen ob meine „CUBA 1000 Crew“ das hinbekommt, die Ende nächster Woche auf die MARLIN kommt.

 


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Los Roques 2016

Im Paradies angekommen

Geht es schöner als im türkisen Blau der Roques Inseln vor der venezolanischen anzukommen? Nein, geht es nicht. Auf keinen Fall. Wir haben wieder ein Kühlwasserproblem, was die Entscheidung einfach macht, eben nicht vor der Hauptinsel Gran Roques zu ankern, sondern unter Segeln bis zum Ankerplatz vor der Kite Station auf Cayo Frances, aufzukreuzen und den Anker unter Segeln direkt vor der Kite Station auf 10 m Wassertiefe fallen zu lassen. So ein Motorproblem vereinfacht eben das Problem der Einklarierung und Behörden-Schlamassel, der sich ja nun eh nicht lohnt. Am Sonntag müssen wir ja schon weiter segeln nach Curacao.

Der Tag endet mit einem abenteuerlichen Dinghy Ride zur Hauptinsel um Bündel von Geld für 50 Euro schwarz zu tauschen, Bier und Zigaretten für die Crew zu erstehen und einen viel zu kurzen Eindruck von dieser tollen Insel zu bekommen.

 


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