Archiv der Kategorie: SY Marlin

Echte Helden

Fast wie auf der Reeperbahn geht es Richtung Ost.

Ich höre nicht viel von unserer MARLIN. „Nach fest kommt ab!“, war der letzte Kommentar zum Zustand des Temperaturfühlers der Heizung der MARLIN. Da hilft auch kein Ersatzfühler. Die Heizung müsste komplett ausgebaut werden. Da könnte Jan dann die komplett neue Ersatzheizung einbauen, die für diesen GAU an Bord ist. Ob er das gemacht hat, oder Jürgen Prochnow mäßig Handschuhe, Mütze, Funktionsunterwäsche und Decken ausgeben hat lassen, kann ich nur vermuten. Nun, sie bewegt sich, die MARLIN. 6 Stunden mit 10 Knoten, dann wieder 6 Stunden mit 5 Knoten. Je nach Tide und Strömung im Kanal. Richtung Cuxhaven. Der Wind stimmt und wird in den nächsten 48 Stunden kräftig von hinten anschieben. Also durchhalten: „Wir sind alle stolz auf euch!“

Auch mir geht es gut. Ich habe zehn Tage Erholungspause von meiner Behandlung und bin fit wie ein Turnschuh. Also werde ich mich aufmachen um die MARLIN am Wochenende in Cuxhaven zu empfangen und den Rest des Schlages mit zu frieren ;-) Ja. Natürlich bin ich nervös und ich freue mich. Was sonst. Die ganze Seglerfamilie ist nervös, aufgeregt und freut sich, dass ihr Zuhause in heimische Gewässer kommt!

Auch wenn es kalt ist, hat die Crew der MARLIN echtes Glück mit dem Wetter. Neid kommt auf. Zumindest bei mir. GO! MARLIN GO!

Crewwechsel

Landleben

Wir wurden verlassen. Nach 10 Tagen sind Lara und Lars von Board gegangen. Lars früh um Acht, um mit dem Bus nach London zum Flughafen zu fahren, Lara nachmittags, auf Sie wartete die Fähre in Dover. Ein bisschen hat es den Beiden schon Leid getan, zu gehen und uns auch. Man reibt sich, gewöhnt sich bei so einer Tour gut aneinander. Mit Lara und Lars war das sehr einfach, da sie super nett sind und kompetente Segler dazu.

Da hat Micha einen gute Nase gehabt und Jan und mir eine gute Crew zusammengestellt. Apropos gute Crew, unser ,,Neuer” Markus ergänzt uns aufs Beste. Souverän steuert er die Marlin, absolut lässig hoch am Wind mit Vollzeug, Groß, Genua und Fock.

Nach 2 Tagen Hafenpause, ist es klasse wieder zu segeln. Nicht, dass es uns in Plymouth nicht gefallen hätte, ganz im Gegenteil. Nette Altstadt, nette Engländer und erstaunlicherweise gutes Essen. Der absolute Renner allerdings war die Sanitäranlage vom Yachthafen. Tolles Design, neu super gepflegt und sogar baden konnte man. Diese Tatsache wiederum hat zu einigen Verzögerungen geführt… wer einmal in der Anlage verschwunden war, kam so schnell nicht wieder.

Seit 11 Uhr sind wir wieder unterwegs, zwar mit 7-8 kn, aber leider nicht ganz in die richtige Richtung, will heißen, wir müssen kreuzen. Nach dem gestrigen Wetterbericht war das schon klar und unser Ziel für heute auch nur ca. 40sm. Wirklich günstiger Wind ist erst ab Dienstag zu erwarten, solange wollten wir aber nicht warte. Daher Plan B, langhangeln entlang der Englischen Küste bis Dienstag und dann zum nächsten großen Schlag ausholen. Mal sehen ob unser Plan aufgeht.

Sue!

MayaLena Trickfilmkiste

Familiensonntag in Flensburg

Die MARLIN liegt in Dartmouth. Der Wind kommt aus Ost, was zu einem goldenen Herbst führt. 18 Grad und T-Shirt Wetter. Skipper Jan klingt glücklich am Telefon. „Und Jan? Wie ist das Leben als Skipper of MARLIN. Anstrengend. Wahr? Keine zwanzig Minuten ohne ohne Aufgabe und Fragen.“ Jan lacht am Telefon. Das ist wohl ein „JA!“

Skipper zu sein ist das eine, das Wetter ist das andere. Jetzt wartet Skipper Jan auf den Nord Wind, den West Wind, auf jeden Fall auf irgendeinen Wind, nur nicht genau auf die Nase. Der Steg ist praktisch, mitten im River, mit dem Dinghy ist man weitestgehend frei. Das Leben kann so schön sein ;-)

Mein Plan auf die MARLIN zu kommen ist verschoben. Vielleicht klappt es ja nach Cuxhaven. Sue will dort von Bord und ich würde sie eigentlich gerne noch sehen. Außerdem ist mir nach Reisen. Am Dienstag werde ich meine letzte Chemo Tabletten für den derzeitigen Run nehmen. Danach darf sich mein Körper, vor allen Dingen mein Knochenmark mal 2 Wochen erholen und so tun, als wenn es ganz toll gesund wäre. Fleißig frisches Blut produzieren. Ich freue mich darauf.

Gestern Abend nach 00:00 Uhr sind meine drei Damen nach 10 Tagen Düsseldorf wieder in die Heimat nach Flensburg gekommen. Der Zug hatte vier Stunden Verspätung, am Flensburger Main Hauptbahnhof gab es kein Taxi mehr. Gut das ich noch wach war und dann das Taxi spielen konnte. Gut, das die Damen wieder da sind. Das Leben mit Familie ist eindeutig spannender als so „solo“. Vor zwei Wochen habe ich MayaLena die alte Nikon, ein Stativ, einen Studioblitz und etwas Wissen in die Hand gegeben. Einen Tag lang hat man fast kein Ton und nur das Geräusch des Blitzes gehört. Ein kleiner Film ist entstanden, den ich gestern mal für meine Töchter gerendert habe. Ganz ohne Hilfe, ganz ohne Regie und Vormachen. Schön! Nicht?

Wir sind alle gespannt, dass unser Schiff schon bald in wieder in Flensburg liegen wird. Der sonntägliche Ausflug mit Lars in den Glücksburger Hundewald, geht am neuen Liegeplatz vorbei. Nicht mehr so dominant in der Hafenspitze wird die MARLIN fast neben der MS LIBELLE, dem schwimmenden Restaurant, direkt gegenüber dem Museumshafen den Winter verbringen. Diesmal allerdings aber mit Schwimmsteg. Wir sind Flensburger!

Landfall der MARLIN Crew

Festgezurrt

Es ist vollbrach. Der Atlantik ist schon mal bezwungen. Gut 10 Tage hat die Crew gebraucht um Portsmouth zu erreichen. Alle sind gesund und munter, vertreten sich gleich die Füße in der Stadt und werden wahrscheinlich wankend irgendwann zum Schiff zurück kommen. Mehr weiß ich ehrlich gesagt nicht und will es vielleicht auch gar nicht wissen ;-)

Die letzten Meilen zum Landfall

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Falmouth Voraus

Von Bord der MARLIN höre ich im Moment nicht viel. Seit ein paar Stunden ist das Schiff wieder in der Zivilisation auf dem AIS zu empfangen. Mit Skipper Jan schreibe ich alle paar Stunden via e-mail. Motorfahrt. Kein Wind. Alle wollen ankommen. So wird es sein. ETA Falmouth Donnerstag vormittag. Sie haben es fast geschafft. Ich bin stolz auf meine Crew. Und alle Freunde und Bekannte sollten es auch sein. War nicht ganz so easy wie geplant.

Ich bin ein bisschen traurig. Meine Chance für das letzte Stück an Bord zu kommen schwindet grade. Meine aktuelle Chemo dauert noch bis Dienstag und auch dann steht noch eine Knochenmarkspunktion an um den Erfolg der dritten Chemo zu bestätigen – oder eben auch nicht. Ich bin nervös. Ich bin vollgepumpt mit Antibiotika und anderen Medikamenten, am letzten Wochenende ging es mir alles andere als gut. Einblutungen im Mund als Nebenwirkungen von akuten Thrombozytenmangel. Nebenwirkungen. Erwartete Wirkungen. Ich trinke literweise Ingwerwasser, statt zu essen. Jetzt steigen die Blutwerte wieder an, dass Knochenmark nimmt seine Funktion wieder auf. Die Maschine Mensch um meine Seele herum fängt wieder an zu arbeiten. Ich habe das Gefühl, dass ich auf der MARLIN gar nicht so gut aufgehoben bin im Moment und dass die Crew dass auch prima ohne den ollen Wnuk schafft. Die MARLIN zu segeln lernt man nicht in der Segelschule, die MARLIN zu segeln lernt man auf See. Da stehen im Moment andere am Steuer und ich sollte mich erst einmal um meine eigene Haut kümmern. Grins.

Wer meine Worte so interpretiert, dass es mir schlecht geht, ist falsch gewickelt. Jetzt wo die MARLIN den großen Schlag fast geschafft hat, fällt mir genau ein dicker Stein der letzten zehn Tage vom Herzen. Ich muss nicht im Krankenhaus liegen. Alles läuft nach Plan, besser als gedacht und gehofft. Mitleid ist echt nicht angesagt.

Wir können auch anders

Ein Sonntag auf der MARLIN

Nach den stressigen letzten Tagen haben wir uns einen Sonntag verdient und auch bekommen. Mit der Morgendämmerung erstrahlt über uns blauer Himmel, am Horizont erscheinen typische atlantische Kumuluswolken rundum, alle bestaunen die eindrucksvolle Dünung um uns herum, die MARLIN fährt Aufzug, beim Morgenkaffee wird diskutiert ob die MARLIN nun zwei oder vier Stockwerke auf und ab fährt. Die Morgenwache (seit 4 Uhr wach) mag gar nicht in die Kojen verschwinden, so schön ist’s. Einziger Wermutstropfen ist der stetig tuckernde Motor, der uns leider schon seit einigen Stunden anschiebt – wir müssen gerade mal eben den Wind einholen. Es dauert nicht lange und das schöne Wetter zieht sich durch alle Kojen, Sonnenschein durchflutet das Boot und verteilt die gesamte Crew übers Schiff. Auch ein erschöpfter Spatz freut sich mit uns. Auf dem Vorschiff wird getanzt, die Hängematte findet ihren Platz, das Gemüseschnippeln wird auf Deck verlegt, Musik erklingt, David Bowie singt für uns. Zum Nachmittagskaffee versammelt sich die Crew im Pilothaus und verstrickt sich in Ermangelung der Sonntagszeitung in weltpolitische Diskussionen – unter uns 4000 Meter Wasser. Während wir den Blogeintrag verfassen guckt ein Teil der Crew in die Röhre (Radar) und bestaunt die dort sichtbaren Wolkenformationen (squalls), nicht beunruhigt da diese sich neben uns und nicht vor uns befinden. Die Idee zum Reffen entsteht und stellt sich sogleich als eine Spitzenidee dar: schlagartig ist der Squall über uns und Skipper Jan steuert die MARLIN souverän in den Wind um Zeit zum Reffen zu gewinnen. Damit hatte die sonntägliche Lethargie ein jähes Ende: so ist Segeln, sei stets bereit.

Unbekannter Verfasser

Spiel mir das Lied vom Tief

Ein Theater in 6 Akten

17 Uhr. Lara kocht. Heute gibt es Spaghetti mit Gemüsetomatensauce und Salat. Sie macht das wirklich gut, super Gerüche steigen aus der Pantry auf. Nach dem Essen sind alle satt und glücklich, bis auf die Crewmitglieder die mit der Seekrankheit kämpfen. Wer, wird an dieser Stelle nicht verraten. Auf Wache sind Sue und Lars, die sich auf ihren ,,Feierabend” um 20 Uhr freuen.

20 Uhr: Jede Wache hat 4 Stunden und ist mit 2 Personen besetzt. Jans Wache beginnt jeweils um 20 bzw.um 8 Uhr. Seit einer Stunde ist klar, dass Jan seinen Wachpartner krankheitsbedingt verloren hat. In einer Crewbesprechnung haben wir uns darauf geeinigt, dass Sue bis 22 Uhr bleibt und Micha ab 22 Uhr, also 2 Stunden vor seiner eigentlichen Hundewache da sein wird. Eine besondere Konstruktion aus Büchern und der Safetyline auf dem Pilothaustisch musste herhalten, um Skipper Jans Wunsch nach einer Runde Kniffel zu erfüllen.

22 Uhr: alle schlafen, bis auf Jan und Micha…

Der Vorhang geht auf und das Wind-und Wettertheater nimmt seinen Lauf. Prolog:23:00 Uhr – Der Wind frischt deutlich auf (33-36 kn, 7-8 bft), es ist wolkenverhangen fast nebelig mit einem feinen Sprühregen.

1. Akt : Sue wird zur Unterstützung geweckt, das 3. Reff muss ins Groß. Die Genua muss weg. Alles klappt, bis auf die Tatsache, dass das Groß eine besonders enge Beziehung mit den Lazyjacks eingeht. 24 Uhr: Alle schlafen bis auf Micha und Lara. An dieser Stelle muss man allerdings kurz erklären, dass Schlafen in diesem Fall nicht schlafen im eigentlichen Sinne bedeutet. Auf die Frage an die Crew, wie man diesen Zustand beschreiben kann, kamen folgende Anregungen: an der Bordwand kleben oder im Leesegel hängen, baumelnd wie auch immer…aber auf keinen Fall wirklich schlafen.

2. Akt: 04:00 Uhr Wachwechsel – Es gibt eine kurze Übergabe. Aktuell haben wir stark wechselnde Windstärken, denen durch Abfallen zu begegnen ist. Unser Hauptziel ist möglichst im Auge des Sturmtiefs zu bleiben, also Richtung Ost zu segeln. Gesagt, getan….. Was uns ,,etwas” beunruhigt: Der freie Fall des Barographen spiegelt das Wettergeschehen sehr gut wieder. Das bedeutet: Da kommt noch was!

3. Akt: 04:40 -Das erste Mal bei dieser Überfahrt wird die Tür des Pilothauses geschlossen. Es regnet in Strömen und hat deutlich abgekühlt. Leider, leider musste die aktuelle Wache Sue und Lars, das warme nette Pilothaus verlassen, da doch einige Tätigkeiten zu erledigen sind. Da wären: Wenden mit Normalregen, das Groß ausreffen mit Starkregen, Genua setzen mit Horizontalregen, Wende mit Scheißregen, ….Bilder vom “VolvoOceanRace” erscheinen im Lichte der Stirnlampe.

4. Akt: 08:00 – alle Schlafenden, schlafen in der Zwischenzeit wohl wirklich. Lars und Sue sehen ihren Feierabend gefährdet. Mit Hoffnung erfüllt uns die Tatsache, dass es endlich hell ist und aufgehört hat zu regnen. Unser Problem ist, dass wir in der Zwischenzeit keinen Wind mehr haben – wie damit umgehen?

5. Akt: Skipper Jan betritt die Bühne und schmeißt den Motor an.

Unbekannter Verfasser

Durch’s Auge des Tiefs

Nichts Neues im Westen

Außer der Computer Simulation kann ich im Moment nicht viel anbieten von der MARLIN. Ich bekomme auch mehr Lebenszeichen als ausführliche Informationen. Aus Erfahrung weiß ich, dass keiner Lust und Laune hat unten am Bordrechner zu sitzen. Die MARLIN segelt hart und maximal am Wind um Ost zu machen und dem Tief in die östliche Flanke zu entfliehen. Dort gibt es hoffentlich den erhofften Südwind um in Richtung Kanal zu kommen. Bei dem Kurs wird das Vorschiff unbewohnbar, der Bug knallt durch drei Meter hohe Wellen. Um so mehr gibt es zu erzählen wenn man im Hafen ankommt. Auf jeden Fall macht die MARLIN Crew da grade keinen Sonntags-Nachmittagstörn sondern einen auf jeden Fall unvergesslichen Schlag durch die Biskaya.

Keine Post ist gute Post. Die MARLIN rennt nach NE.

Sturmtief aus NW erwartet

Wie aus dem Nichts soll am Wochenende ein Sturmtief nördlich der MARLIN auftauchen und dann Süd ziehen und ordentlich fallen. Mir macht der Wetterbericht etwas Stirnrunzeln und schlechten Schlaf. Von Bord der MARLIN bekomme ich immer einen automatischen Positionsreport, wenn Skipper Jan ein PACTOR Verbindung macht. Das Mittagsbesteck sammel ich und kann hier eingesehen werden. „Mach Ost und beeil Dich!“ ist der Konsens meiner Morgenmail an den Skipper. Aber eigentlich ist alles gar nicht so schlimm. Die Starkwinde mit 8Bft werden aus W kommen. Das kann die MARLIN ablaufen. „Ihr schaukelt das schon.“

Mit dem Schaukeln muss es auch zu tun habe, dass ich außer den 12 Uhr Mittagsbesteck mit Position, weder tolle Logbuchberichte, noch tolle Fotos bekomme, um hier mal was zu posten. Ich kann also nur versichern, dass es allen gut geht und die MARLIN wie geplant Etmale um 160 Meilen in die richtige Richtung macht. Was will man mehr? Ein kurzes Telefonat mit Jan über Iridium, hat das am Nachmittag bestätigt.

Ist eigentlich schon aufgefallen, dass hier gar nicht mehr Rede von meiner leidigen Krankheit ist? Monatelang ging es um nichts anderes. Gefällt mir. Mir geht es super. Ich fühle mich gesund und munter. Bis Mitte November brauche ich nicht mehr ins Krankenhaus.

Sie haben es geschafft loszukommen. Im Oktober durch die Biskaya.

Morgenmail an meine Crew

Moin Jan und Crew, ihr habt es geschafft. Leinen los! Wer lossegelt und nicht innerhalb 12 Stunden zurück im Hafen ist, der kommt auch an. Mit den Seebeinen habt ihr alle morgen durch das Thema. Dann werdet ihr euch an Bord bewegen, als wenn ihr nie woanders gewesen seid. Hey, ich bin stolz auf euch. Auch das schöne Crewfoto habe ich noch bekommen. Stelle ich heute mal ins Netz. Ich hoffe ihr hab die Herrschaft über all die MARLIN Technik und kommt ohne große Probleme durch. Zum Wetter: Eure Lage ist schon recht herbstlich. Mit jedem Grad Nord werdet ihr es merken. Die GRIB Files erzählen alle sechs Stunden neue Märchen. Dem sollte man nicht zu viel Bedeutung geben. Ihr könnt dem Wetter eh nicht ausweichen. Da kommt ein Tief von Westen mit einer Front, die aber weit nördlich von euch liegt. Auf Erfahrung würde ich einfach Kurs Portsmouth anlegen. Das sollte weitestgehend gehen. Bekommt ihr starke Winde, könnt ihr einfach 12 Stunden auf 135° zum Wind ablaufen. Durch eure hohe Geschwindigkeit, von fast 9 Knoten, macht ihr dann aus 35 Knoten TWS 25 Knoten AWS, fahrt dann halt mal 12 Stunden nicht genau auf der Linie. Die gedachte Linie La Coruna – Brest ist no Go Area! Aber davon werdet ihr überhaupt nicht betroffen sein. Jedes Tief bringt euch segelbaren Wind. Das Azorenhoch würde euch Nord Winde bringen. Also: Alles gut. Weiter so! GO! MARLIN GO! Die Positionsmeldungen über Sailmail und Kurzwelle laufen jetzt prima. Kommt alles an. Ich wünsche euch Mast und Shotbruch. Daumen hoch! Micha.

Crew 19 an Bord

Mannschaft komplett

Nachdem Lara am Freitag, Bente, Micha und Lars am Samstag angekommen sind, habe ich mit meiner Ankunft am Sonntag die Crew komplettiert. Die Anreise hat bei allen problemlos geklappt….leider nein. Am Freitag Abend gab es die erste Schrecksekunde, die sich dann zu einer schlaflosen Nacht von Bente und Micha ausbaute. Ihr Gepäck war leider in Düsseldorf hängengeblieben. Nun waren sie zwar auf den Azoren, aber halt ohne Schwerwetterkleidung, warme Unterwäsche, Gummistiefel…..So hätten sie nicht segeln können. Zum Glück konnte alles geregelt werden und die Taschen wurde am Sonntag morgen nachgeliefert. Der wunderschöne Sonntag wurde zum Erkunden der Stadt, eines nahgelegenen Hügels und natürlich der Marlin genutzt. Eine so große Yacht benötigt schon ein bisschen Zeit zum kennenlernen. Skipper Jan hat mit der Einweisung in den Motorraum und Deck begonnen. Außerdem einen Überblick über das laufende und stehende Gut gegeben. Den Tagesabschluss bildetet das gemeinsame Essen mit einer kleinen Vorstellungsrunde in der ,,Stadt“. Erstes Resümee: Jan und ich haben super Glück gehabt oder besser gesagt Schiffseigner Micha hat uns eine tolle Mannschaft zusammen gestellt. Für Morgen steht die Einweisung in das restliche Schiff, Planen und Einkaufen und eine Geburtstagsfeier auf dem Plan. Einen Tisch in der legendäre Seglerkneipe Peter Cafe Sport ist schon reserviert.

Sue

Crew 19 an Bord

Geburtstag

Am Tag vor der Abreise haben wir viel zu tut. Es beginnt mit einem Check der Bordvorräte. Die Besatzungen vor uns haben recht viele haltbare Lebensmittel übrig gelassen. Wir haben Nudel, Reis, Mehl, Dosentomaten, Kokosmilch, Marmelade, Gurken….. im Überfluss. Trotzdem wird auch unsere Liste recht voll. Obst, Gemüse, Salat, Käse, Salami…. ganz, ganz viele Süßigkeiten und Cola für die Nachtschichten. Bente, Lars und Lara sind für ein paar Stunden beschäftigt. Parallel wird das Projekt ,,Bild auf der Haufenmohle“ angegangen. Hauptbeauftragter dafür ist Micha, der ebenfalls für Stunden beschäftigt ist. Die Idee für das Motiv ist unserem super kreativen Skipper Jan entsprungen. Vor dem Abendessen stand der 2. Teil der Sicherheitseinweisung auf dem Plan. Diesmal unter Deck. Schwimmwesten wurden zugeteilt und gecheckt, Lifelines angepasst, AIS-Transponder erklärt. Danach nahmen wir uns dem Thema Feuer und Feuerlöscher an. Vermeiden ist das wichtigste und Wasser zum Löschen im Überfluss vorhanden. Soweit so gut. Wenn es keine Kabelbrände und Fettbrände gäbe. Dafür haben wir CO2 und spezielle Schaumlöscher. Batteriehaupschalter und Gasabsperrventile suchen und finden war das nächste Thema. Und und und…..Wieder ein paar Stunden. Dann hatten wir auch noch einen Geburtstag zu feiern. Lara hat Geburtstag. Happy birthday! Da werden bei mir ein paar Erinnerungen wach. Vor knapp einem Jahr habe ich schon mal einen Geburtstag gefeiert, auf hoher See mitten auf dem Atlantik. Wir waren auf dem Weg von den Kapverden nach Grenada und feierten Skipper Micha´s Geburtstag. Schön war´s und was ganz besonderes. Ein bisschen vermisse ich ihn schon. Auf der Marlin zu sein, ohne ihn….. Gut, dass es wenigsten einen Namensvetter gibt. Praktischerweise ein sehr erfahrener Segler und supernett.

Sue