Archiv der Kategorie: SY Marlin

Der Wnuk-Müller Effekt

Tiefenentspannt

Die Bucht von Lilleoere finden wir mit unserem siebten Sinn. Dafür brauchen wir kein Revierführer, dazu reicht uns unsere Nase, eine Navionics Karte auf dem iPad und ein bisschen Wind. „Papa, dass sieht hier ja aus wie in Cuba.“ Na so was. „Ahhhhhh! Aber das Wasser in Kuba ist viel wärmer.“ Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Neben uns ein einziger anderer Ankerlieger, ein holländisches Motorboot. Keiner an Bord zu sehen. Der Strand gehört uns. Das glasklare Wasser gehört uns ebenso. Der ROCNA liegt brav auf fünf Meter und wir exploren mit dem Dinghy und den beiden Paddelboards die Umgebung. Auch der kleine Naturhafen ist leergefegt, das Cafe ist geschlossen. Ein Volvo aus HH mit einer jungen Familie, einem Hund und Papa fotografiert. Also ganz ähnlich. Ansonsten: Nix. Cooler Platz. Schon klar, dass es uns nicht weiter zieht. Wohin auch. Wir haben ja alles. Der Kühlschrank ist bis zum Wochenende gefüllt, Internet gibt es for free über die LunaWLANnet, Wasser kommt aus dem Wassermacher und Strom von den Solarpanels und Windgenerator. Zumindest für ein paar Tage tun wir so, als wenn wir auf Langfahrt sind. Familienglück macht sich breit und sogar die pubertierenden Teenager halten sich zurück. Aber das hat einen Hintergrund. Sie wollen gerne in den Tivoli Park in Kopenhagen und das macht Mama nur wenn sie sich nicht streiten, beim Abwasch mithelfen, nicht für Stunden mit iPhone das Klo blockieren und überhaupt. So fällt des öfteren das Zauberwort: „TIVOLI?“ Alle lachen.

Sonne, Meer und Urlaub. Prima. Endlich hat die Saison begonnen. Genug gefroren.

 


 

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Eignercrew

Speedy durch die dänische Südsee II

…Det MARLINchen segelt, die Sonne scheint, Nathalie und die Kinder sind an Bord aufgenommen. Bestes Wetter stellt sich ein und genauso schnell wie wir Horsend erreicht haben, verlassen wir die kleine Stadt auch wieder. Anholt heißt das Ziel, was wir, typisch Wnuk/Müller doch glatt verpassen um Samsø anzulaufen. Hört sich doch sehr schön an der Name. Um Meilen geht es grade nicht, sondern um Urlaub. Die Sonne steht im Zenith und beschwert uns heute einen Sommertag wie er im Buche steht. So schön kann segeln sein, so schön kann Dänemark sein. Eine Nacht verweilen wir vor Ballen. Nein, natürlich nicht im Hafen, aber davor, so dass wir bequem mit der LunaWLANnet das offene HafenWLANnetz anzapfen können. „Papa, wir haben ja Internet!“ Maya ist schnell begeistert. „Hier bleiben wir. Das sehen die Eltern anders. Morgen früh geht es weiter.

Sonne, Meer und Urlaub. Prima. Endlich hat die Saison begonnen. Genug gefroren.

 


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Überführungscrew

Speedy durch die dänische Südsee

…Det MARLINchen segelt brav und schnell links vorbei an Fünen, rechts vorbei am Festland. Segel rechts wieder Segel links, an Middelfart vorbei übers offene Meer (Ostsee) Richtung Arhus. Die Zeit reicht nicht, über Nacht segeln ist auch nicht gebucht, die Steaks im Kühlschrank wollen gerichtet werden und überhaupt. Meine Liebe zur Ostsee steckt „noch“ in den Kinderschuhen. Schön, so ohne Welle, dass ganz bestimmt. Heute Abend haben wir die Bucht von Juelsminde für den ROCNA ausgesucht. Auf 8 Meter fällt das Eisen, das erste Bier, der erste Wein wird geöffnet und Skipper Micha stellt sich in die Küche. Ja. Erfolgreich war der Trip. Nicht nur über 60 Meilen liegen hinter uns, auch schnell sind wir gewesen. Irgendwo über 9 Knoten ziemlich lang. Hmm. Das macht Spaß. Bestes Wetter, Blue Sky, nettes Segelteam. Schwester Susanne hat deutlich Spaß, am Leben, am Segeln und hilft wo sie kann. Bootjunge Tobias genießt seine freie Zeit, denn aktives Mitsegeln ist Teil unserer Arbeitsvereinbarung. Gerade im Moment ist er von der Schule befreit, wegen der innerbetrieblichen Weiterbildung in Sachen Kommunikation auf Segelyachten. Genau, das hört sich nach Chirp, Chirp und Co. an. Muss ja man ja alles mal gemacht haben. Live dabei ist auch Nicole, die extra aus Österreich gekommen ist. Im Frühjahr war sie schon mal zwecks Schnuppertörn dabei. Alles passt und mit vier Leuten ist die MARLIN eigentlich noch besser. Segeltechnisch kein Problem. Meine Crew hat alles im Griff. Fast nichts geht kaputt, nur ein Block vom „neuen“ Bullenstandersystem, als Tobias diesen ordentlich durchsetzt. Korrosion, Alterschwäche und Materialermüdung. Da kann er nicht dafür. Ersatz ist da und die andere Seite? Ja, die werden wir auch ersetzen.

Ein Blick auf die Wettervorhersage zeigt, dass wir morgen wohl kaum Arhus erreichen werden. Aber wir sind superflexibel, denn Nathalie kommt aus Flensburg, mit dem Auto meiner Schwester. Also gar keine Frage wohin Nathalie kommt. Nur eine Frage des Wann und Wo’s.

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Losgesegelt und Flensburg verlassen

Losgesegelt und Flensburg verlassen

Und T’schüss

Mit an Bord auf dem Weg nach Norden ist Nicole, meine Schwester Susanne und Bootjunge Tobias, für den es schlussendlich leider ein Abschiedstörn sein wird. Sein Praktikum auf der MARLIN endet nun. Nach gründlicher Verproviantierung macht es uns der Dauerregen nicht grade schwer die Förde mit Rückenwind unspektakulär zu verlassen. Ich verlasse leider auch meine Familie, Ana und mein BMW und Volvo Spielzeug. Aber es ja nicht für immer. Ich versuche zumindest es positiv zu sehen. Nächste Woche schon kommt Nathalie mit den Kindern nach Arhus. Dann segeln wir gemeinsam nach Kuba…

Traum und Realität vermischen sich bei mir ganz schnell. Vor der Klappe der Sonderburg Brücke müssen wir gut eine Stunde warten. Es fieselt. Ich übe mein eigens Schiff rückwärts zu fahren. In Bezug auf die kommenden Häfen, bestimmt keine schlechte Übung.

Die MARLIN bringt uns unter Segel nach Sonderborg, weiter geht es unter Segeln bis in die wunderschöne Dyvig. Die Sonne scheint noch mal kurz über den Weinberg, ein paar Selfies entstehen, es wird gelacht, viel gelacht. Die Stimmung an Bord ist weit besser als erwartet. Das gute Essen, aber auch der Barolo Wein und Tres Hombres Rum verhelfen die letzte Scham wegzupusten. So gehört sich ein Abschied. Es ist ruhig in der Dyvig, der Anker liegt auf 5 Meter mit viel zu viel Kette. 40 Meter. Ob Nicole und Skipper einen Wirbelsturm erwarten? Die waren es Schuld. Also müssen die auch die Kette mit Deckswaschpumpe vom Dreck befreien, der beim Ankerlichten unweigerlich mit vom Boden an Bord will. Eine langweilige Aufgabe.

In den nächsten Tage ist nicht viel Wind angesagt. Dafür aber sommerliche Temperaturen. Na. Wenigstens kein wochenlanger Dauerregen. Es melden sich immer mehr Kandidaten die die Törns der MARLIN mitsegeln wollen per Telefon. Muss wohl doch mit dem Wetter zu tun haben. Oder aber auch, dass ich jetzt die Verwaltung unserer Törns selbst in die Hand genommen habe. Wer also mitsegeln will sollte nicht nur den Flyer anschauen, sondern einfach meine Nummer wählen um wenigstens schon mal zu sehen ob die Chemie passt. +49 157 51147894


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Dorit im Gästebuch gefunden

Es ist einfach alles ein bisschen zu viel für mein kleines Resthirn

Also ich schaue ja nur ganz selten und ganz zufällig ins Gästebuch. Heute habe ich mich richtig, peinlich verspätet, echt gefreut. Finde ich folgenden Eintrag: “999 kitefee sagt: Am 5. April 2017 um 19:19 Uhr | Bearbeiten Liebe Marlin, lieber Michael, danke für die unvergesslichen Tage auf der Marlin in umsorgter Obhut vom Skipper Micha fragte mich, ob ich schon einmal ins Gästebuch geschrieben habe, konnte ich ja nicht, da ich noch nicht Gast auf der Marlin war. Das hat sich geändert. Ich war das erste Mal SEGELN und das mit richtig viel Wind. Die Marlin war ein sicheres zu Hause, ich habe mich wohlgefühlt und hoffe auf ein Wiedersehen. Micha hat mir das Segellatein übersetzt, so dass ich mich als ein Teil der Crew gefühlt habe. Auch meine Mitsegler haben mich unter ihre Fittiche genommen, danke dafür. Die Bemühungen des Skippers unser Leib und Seele beisammen zu halten, sollen nicht unerwähnt bleiben. Lecker, lecker, lecker. Vielleich gelingt es uns ja ein “Schnupper”-Kiten zu arrangieren, ich würde mich freuen. Einen ganz lieben Gruß aus dem Spreewald von Dorit P.S. An alle Nichtsegler, so ein Schnuppertörn ist eine unvergessliche Erfahrung, ihr seit hier in erfahrenen Händen und auf einem sicherm Boot, nur Mut!“

Die Kitefee ist Dorit und Dorit hat nach dem Törn leider etwas Pech gehabt. Fast hätten wir uns zufälliger Weise auf Mallorca wiedergetroffen, wenn die Kitefee nicht beim Rennradfahren gestürzt wäre und ein paar wichtige Sehnen und Bänder in der Schulter gerissen wären. Jetzt ist meine für den Sommer geplantes Kitewochenende mit der Kitefee erst einmal gestorben. Kitefees Schulter ist genauso kaputt wie meine. Kitenix grüßt Kitenix. Dorit: Segeln mit der MARLIN ist auf jeden Fall sicherer. Wir sehen uns. Der Sommer kommt bestimmt. Dir hier nochmal Dank für den sweet Gästebucheintrag und gute Besserung.


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MARLIN meets SELENA

PACTOR Installation am Ankerplatz

“Wo soll die Installation stattfinden?“ Sergey schaut mich fragend an. „Na. Hier.“ Ich habe die SY SELENA rangewunken. Vor- und Achterleine, eine Spring. Alles gut. „Nein. Bitte keinen eigenen Anker werfen. Mein 70kg ROCNA wird auch noch Deine 43 Hallberg Rassey sicher aushalten.“ Längsseits meiner MARLIN ist für mich prima. Für die Installation des ICOM M802 mit AT130 und PACTOR habe ich alles an Bord. Ob Kabel, PL Stecker, Internetverbindung, Lötkolben etc. Einen besseren Platz gibt es gar nicht. Wir liegen vor den Ochseninseln. Sergey und Aleksei sind Russische Staatsbürger und kommen mit ihrem grade mal zwei Jahren alten Schiff aus Norwegen, am Heck weht die Flagge aus Guernsey. In Moskau betreiben sie einen Shop für Foto- und Videokameras.

“Zu Beginn der Installation nehmen wir uns erst mal die HR43 vor!“, spreche ich zu mir selbst und entere die SELENA. Die Kommunikation mit meinem russischen Kunden ist etwas schwierig. Grund: Mein Russisch ist echt Scheiße. Aber die Menge meiner russischen Kunden, lässt nun noch nicht grade einen Russisch Intensivkurs als ein MUST DO! erscheinen. Also versuchen wir es mit Sergey’s Englisch, Händen und Füßen. Geht doch. Sergey hat sich mutig für eine KISS Erdung entscheiden. Das klappt ja nicht unbedingt immer gut. Ein Blick in den Schaltschrank der HR läßt mich vor NEID ERBLASSEN. „Wow“ Alle Kabel sauber verlegt, keines kreuzt das andere, alles in den Klemmleisten, alles fein säuberlich dokumentiert und beschriftet. Sogar die Versorgungsspannung für das M802 in der entsprechenden Größe sind geplant und vorbereitet. Dieses Schiff ist von der Verarbeitung her der Hammer. Ich hab ja schon viel gesehen. So etwas nicht. Nun. Ich denke: Im nächsten Leben fahre ich früher an zu sparen oder mache einen Fotoladen in Moskau auf.
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Sergey lässt es sich nicht nehmen ordentlich mitzuhelfen und nach grade mal acht Stunden ist alles eingebaut, der Tuner mit einer Holzplatte von innen am Heck verklebt und die 7m lange SSB-Wip-Antenne steht an Deck, 10 Grad nach hinten geneigt. Schick sieht das aus. „I will test now!“ Sergey zieht die Augenbraunen hoch. „Realy?“ Und hält das Anennenkabel vom Tuner zur Antenne hoch. „Hmm.“ Das war wohl etwas eilig. 20 Minuten später darf ich endlich die PTT Taste drücken. Der Tuner rappelt kurz. 15 Ampere fließen ins Funkgerät als ich ordentlich pfeife auf 6 Mhz. „Prima.“ SWR ist prima. Ich gehe die verschiedenen Marine und Amateurfunkfrequenzen durch auf der Suche nach einem „Un-Match!“ Der Tuner matcht alle Frequenzen. Die KISS Erde funktioniert gut. Weiter geht es. Der Gassensor ist resonant auf ein paar Frequenzen. Hier muss Sergey, diesen entweder beim Senden ausschalten, oder das ungeschirmte Sensorkabel gegen ein geschirmtes auswechseln. Will er selber machen. Interferenzen gibt es auch. Der Mastervolt macht Störungen und die PACTOR Verbindung wird langsam. Auf Sergey’s fragenden Blick antworte ich mit: „VICTRON!“ Nun. Das geht natürlich nicht. „Damit musst Du leider leben. Den Mastervolt Inverter musst Du bei schlechten Bedingungen abschalten.“ „Den nutze ich aber eigentlich eh nur wenn ich 230V brauche“, meint Sergey. Alles gut. Es folgt noch ein kurzes Training. Aber Sergey hat schon alle Manuals gelesen und ist bestens vorbereitet. „Satisfied?“ „Much more than espected. You are really a professional. We thank you so much!“ Das höre ich natürlich gerne und wir verabreden uns zum Abendessen in der Flensburger Altstadt. Leinen los heißt es nach nur 48 Std längsseits der MARLIN. Wahrscheinlich sehen wir uns sogar noch mal wieder. Über einen Wassermacher denkt Sergey nun nach. Und einen Miniplexer, den benötigt er natürlich noch. So geht das, wenn man mich trifft.

Morgen geht es los. Schwester Susanne, Mitseglerin Nicole und Tobias rücken an. Verproviantieren und dann Segel hoch. Die MARLIN wird bald die Flensburger Förde verlassen. Kurs Nord.


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Mensch – Hab ich ein Glück

Skippers delight

Eigentlich sollte es nur ein dummes Passfoto werden, was ich grade mal wieder für einen noch dümmeren deutschen Segelschein brauche, der noch viel weniger amtlich ist und mir noch noch viel meer am Arsch vorbeigeht. Ich hab da grade anderes Glück. Ich sitze grade im Wohnzimmer und fotografiere mich selbst nach den Fotomustern der Bundesdruckerei, da kommen meine Töchter, schick gemacht und gesellen sich zwecks Shooting zu mir. Schnell entstehen ein paar hundert Schüsse und das, das Du da grade siehst ist das Schönste von allen. Nein. Ich bin Dir nicht böse, wenn Du neidisch bist. Ich kann es voll verstehen. Mensch – Hab ich ein Glück zwei so attraktive girls zu haben.

Mit Tobias hab ich heute morgen die BMW-Kuh auseinandergeschraubt um eine wasserdichte Halterung fürs iPhone am Lenker zu integrieren, nebst Stromversorgung. Alles dran und am Sonntag kann es losgehen – mit Navi. Am Sonntag werde ich gen Holland biken und nochmal nach Wemeldinge düsen, um meine Installation auf der KISU erfolgreich zu beenden. Markus war so nett, mir Karte und Schlüssel der YACHT zu übergeben. Ob er sich klar ist, dass ich bei gutem Wind einen Testtörn machen muss? Seatrial nennen das meine Freunde im Solent. Um es mal klarzustellen. Ich weiß, dass hört hier keiner gerne. Aber die Engländer sind die besseren Segler. Nun. Die Franzosen sind schneller. Und die Neuseeländer, von denen können sich alle anderen in Bezug auf Mut, ne Scheibe abschneiden. Wer refft ist feige. Sydney – Hobard. Jow! Wenn ich weiter so fit bleibe, wie ich mich grade fühle und aussehe, dass wäre doch mal schwer angesagt für die MARLIN. Da juckt es in den Fingern und Du willst mit? Tja. Der Weg geht von West nach Ost auf 40°S. Meine mail Adresse ist hinlänglich bekannt. Doch vermutlich muss ich erst mal meinen Blog auf Englisch und Französisch verfassen, denn in Deutschland sportlich – mutige Crew mit zu finden, mit der man das segeln kann, was in mir brodelt, erscheint mir zwischenzeitlich fast unmöglich. Viel BlaBla. Noch mehr BlaBla.


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Was macht Gardena Flexy Control in meinem Maschinenraum?

Skippers Incentive

Vor Anker. Die Marlin liegt vor Annies. Dänische Würstchenbude par excellence. Mit Wikipedia Eintrag. Frequentierteste Biker Würstchenbude nächst der deutsch /dänischen Grenze. Nebst 20 Knoten NE Wind für mich, mein Schiff, meine Seele und überhaupt der beste Platz bei den grade mal zweistelligen Temperaturen. Noch nicht weit genug von zu Hause weg um wirkliches Fernweh aufzubauen, genug um die Freiheit der kommenden Segelsaison an den Hacken zu spüren.

Es gibt gekochten Blumenkohl. Es gibt Bohnen. Beides geschwenkt in Butter. Es gibt ein grade mal extrem heiß angebratenes argentinisches Steak in Öl mit luftiger Knoblauchblume in Tasker-Wiskey geschwenkt. Ein Glas chilenischen Carménère, so ziemlich die beste südamerikanische Traube die ich je auf der Zunge habe zergehen lassen. Was man nicht alles so mitbringt von einer Weltumsegelung. Ich feiere allein auf der MARLIN. Nein, dass ist nicht einsam. Mit Genuss feiere ich, dass der mikroskopische Bericht meines Knochenmarkstest der letzten Woche negativ war. Oder besser gesagt positiv. Keine sichtbaren Krebszellen. Drei Monate geschafft ohne Rezidiv. Das ist schon mal gut. Prost!

Die Gardena Flexy Control ist eine handelsübliche Bewässerungsuhr. Gardena-Like aus Plastik, einfach praktisch und gut. Der Akku soll über ein Jahr halten. Die Bedienung ist ultraeinfach. Für unser Tomatenbeet auf der Badeplattform! Glaubst Du nicht? Oder für die Maria Plantage im Heckstauraum mit UV Beleuchtung? Auch keine schlechte Idee. Aber es ist viel einfacher. Flexy schickt alle 3 Tage für 5 Minuten Wasser aus dem MARLIN Druckwassersystem (Wassermacherproduktwasser) via einem Aktivkohlefilter durch die zwei Entsalzungs-Membranen und spült diese so automatisch. Aus Erfahrung wird man klug. Nicht, dass die Membranen mir Angst machen, sondern Elektrolyse an der Pumpe und den Fittingen durch Rest-Salzwasser was im System rumgammelt. Des Weiteren riecht das Produktwasser nicht mehr nach faulen Eiern, während der ersten 10 Minuten Wassermachen. So ein Wassermacher kauft man beim Fachmann. Das garantiert erstklassige Beratung und jahrelange Freude. Warum das Rad neu erfinden und die Fehler anderer wiederholen? Clickst Du hier.

Hier hinter der Ochseninsel in der Flensburger Förde werden wir noch ein paar Tage liegen. Warum auch nicht? Durchweg 25 Knoten Wind ohne Welle. Wir wissen gar nicht was wir mit dem ganzen Strom machen sollen. Mitte des Monats geht es dann in den Kattegat und an die schwedische Westküste. Ich freu mich.


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Eines Tages im Mai. Der Wind dreht.

Pünktlich auf die Minute scheint die Sonne wieder.

Ich bin glücklich. Maya und Lena sind mit mir alleine an Bord der MARLIN. Schon letzte Woche zeigte der Windfinder: Es gibt Ostwind. Eigentlich beste Voraussetzungen um in den englischen Kanal zu segeln und das Weite zu suchen, ist mein spontaner Gedanke. Aber mit der Spontanität ist es ja nun mal so eine Sache. Termin liegen an, der Gesundheit traue ich noch nicht so ganz und Maya will eh nicht, dass ich weg segle – Ohne sie. Mit ihr geht aber nun auch nicht, wegen der Schule. Verzwickte Sache.

Ja. Der Ostwind. „Nathalie, bringst Du uns zum Ostseebad?“ Seit ein paar Wochen schon liegt die MARLIN vor den Toren der nördlichsten Deutschen Stadt, Flensburg, auf Reede, wartet auf besseres Wetter. „Fuck the harbour!“ ist das Moto und das tut gut. Der MARLIN und mir. Maya, Lena springen is Dinghy. Verpflegung für’s lange Wochenende folgt. Sogar Boothund Lars darf mit. Nur Nathalie nicht. Die Pflicht, das Krankenhaus ruft. Die kommt nach. Lena liegt sofort in eine dicke Decke gewickelt, mit Lars und einem Comic vor der Heizung, während dessen Maya keine andere Wahl hat. „Komm. Du bist jetzt 1st Mate! Kein anderer da.“ Wir holen die Kette Glied für Glied aus dem Moder der Ostsee. Maya spritzt mit der endlich funktionierenden Deckwaschpumpe den Schlamm ab. Immerhin besser als mit der Pütz. „Das hätte Stunden gedauert!“ So dauert es gut eine halbe Stunde. Dann übernimmt Maya das Steuer der MARLIN kuppelt ein. Kurs Ochseninseln. „Für die zwei Meilen setzen wir aber kein Segel gegenan, Papa. Oder?“ Ich schüttle bejahend den Kopf. MARLIN tuckert mit zwei Meilen langsam an der dänischen Grenze entlang. Maya setzt die Gastlandflagge. Wir verlassen die deutschen Hoheitsgewässer am 30.4.17 und werfen Anker vor der kleinen Ochseninsel. Direkt vor Annies Kiosk. Annie Bøgild ist 2016 leider an Blasenkrebs verstorben. Maya lässt die Ankerkette noch rasseln, da steckt Lena den Kopf aus der Luke: „Sind wir schon losgefahren?“

Die Nacht teile ich mir mit meinen Töchtern die Eignerkoje. Die kleine Lena braucht, zusammengerollt in Embryostellung, die Hälfte des Bettes und schläft wie tot. Maya hat mich fest im Arm und schnarcht mir lauter, als ich selbst, direkt ins Ohr. Um drei Uhr morgens steht der jaulende Bootshund vor mir. Tolle Nacht. Sehr entspannende Nacht. Ich lasse den Hund raus an Deck. Der Himmel weiß, was der dort macht. Kacken und Pissen tut er auf jeden Fall nicht mehr an Deck. Da wird bis zum bitteren Ende eingehalten. Das Telefon klingelt. „Upps, die Nacht ist wohl schon vorbei“, Nathalie steht winkend auf dem Steg bei Annies. Den ersten Mai grillen wir mit Freunden auf den Ochseninsel an. Es ist schon fast Sommer! Man friert in der Sonne schon fast nicht mehr. Der Ostwind hat voll eingesetzt und vertreibt die Wärme der Sonnenstrahlen.

Seit ihrem ersten Ritt auf der BMW ist Maya voll im Fieber. „Motorradfahren ist ja so schön. Das macht ja irren Spaß.“ Nathalies Helm passt ihr schon, so wie Nathalies Schuhe auch. Jede freie Minute, mindestens einmal am Tag, will sie eine kleine Runde mit der alten BMW drehen. Mir gefällt es natürlich. In der kommenden Woche kommt Lenas Helm. Bin ja mal gespannt ob es da auch zu einem Motorradfieber kommt.

 


 

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Alte Liebe. The Bike.

Freiheit.

In meinem alten Leben, also bevor ich IRON LADY kaufte und meinen Traum „Weltumsegelung“ wahr machte, war „Käthy“ ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Damals war Käthy eine KTM LC620, die mir viel Ablenkung brachte, wenn ich grad mal die Schnauze voll hatte vom Alltag. Rauf auf den Bock, ran an den Asphalt und ab ins Gelände. Nun. Mit dem Gelände, dass muss nicht mehr sein, ich weiß schon, wie das endet, denke da an meine Schulter. Aber die Richtung sollte es dann schon sein. Da lächelte mich eine BMW F650 im Internet an, ich lächelte Käthy an und schon war es geschehen. Statt Wind braucht Käthy ein bisschen Liebe und ein paar Liter Sprit. Doch nicht nur das.

Das Wetter kotzt mich an. Härter und klarer kann ich es im Moment nicht ausdrücken. Nachts minus ein Grad hier an der Förde. Das geht gar nicht. Meine Gedanken schwojen, so wie die MARLIN. Ich sehe mich schon eher in Culatra in der Lagune von Faro, als einen weiteren Winter hier. Doch das ist nun ja auch in Gottes Hand. Wo ich gar nicht an Gott glaube.

Zumindest habe ich den schönsten Ausblick auf die Förde. Ich sitze im Pilothaus der MARLIN und starre auf den fast nicht endenden Horizont. Da hinten liegt das Meer, die Freiheit und vieles Meer, ja so ist das. Ein bisschen verwirrt mich das. Hier an der Förde. Ein bisschen hin und her bewege ich mich selbst, so wie mein Schiff. Gelassen, verwirrt und den Augenblick genießend. Mein Tag war Furuno, Victron und Sevdesk. Office halt. Alles sehr virtuell, jetzt sitze ich der Förde gegenüber, lasse Buchstaben den Bildschirm runterfallen wie in der Matrix und meine Gedanken schweben genauso umher. „Ja. Schön hier an der Elbe!“, sagen dann meine Flensburger Freunde. Ich verziehe mich gerne am Nachmittag auf die MARLIN. Ein bisschen wie mein schwimmender Balkon.

 


 

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Blog Sperre. Was mich bewegt.

Wemeldinge II. Kurz vor Leinen los.

Da bin ich wieder. Sperre im Kopf. Ein Mail von Xara hat mich kotzen lassen. Da habe ich einfach mal die Finger von den Tasten gelassen. Ich finde man sollte seine mails, wenn es problematische mails sind, unter Entwurf speichern sollte und vorm Wegschicken, am nächsten Tag noch mal lesen sollte, bevor man spontan so eine Überheblichkeit über den Äther schickt. Blacklist. No comment! Geht gar nicht. Hat mir echt den Wind aus den Segeln genommen. Manchmal frage ich mich eben doch, ob es so sinnvoll ist mein Leben auf meinem Blog so auszubreiten. Jetzt erhole ich mich so langsam.

Die Sonne hat geschienen, heute in Wemeldinge, im königlichen entspannten Holland. Für mich, für Gaby, für Markus. Die Beiden durften draußen arbeiten und sich auf ihre baldiges „Leinen los. Wir segeln jetzt mal um die Welt.“ – Manöver freuen. Auf ins Paradies. Beneidenswert. „Ihr habt noch Träume“, grinse ich vor mich hin. Ich durfte im Keller der KISU arbeiten. „Das Kellerkind“, haben sie mich gerufen, wenn meine Größe von Nöten war, beim klarmachen des Großsegels. Ich installiere wieder. Das geht eben nicht schnell. Auf Schiffen ist alles anders. Meist muss ich mich erst mal durch einen Salat von Kabeln denken. Meist ohne Zeichnung, ohne Schaltplan und wenn veraltet und nicht beschriftet. Nach mir die Sinnflut. So auch auf der KISU. Der von mir gelieferte VICTRON Multi Plus ist nicht schwierig zu installieren, aber eben doch. Markus hat die Leitungen schon vorbereitet. Aber so, wie nix grade ist auf einem Schiff, geht eben immer was schief auf einem Schiff. Erst einmal finden wir eine Batterien von sieben, die nur noch sechs Volt hat und dadurch alle anderen sechs Batterien, während der Markus Abwesenheit zerstört hat. Die neue Balmar 200A Lichtmaschine leistete volle Arbeit. Drei Batterien fangen an zu kochen. Ende vom Lied, die gut zehn Jahre alten Batterien müssen alle ersetzt werden. Nun. Zehn Jahre für Batterien sind bei anstehender Weltumsegelung eh nix gut. Das ist einfach besser so. Und so darf ich das dann wohl auch machen. Aber das war noch nicht das Ende vom Lied. Beim Laden macht der VICTRON Multi Plus Geräusche wie eine Espresso Maschine, ein sehr laute Espresso Maschine und gar nicht so gleichmäßig. Die Schuld fällt vor allen Dingen von mir selbst zugewiesen, auf mich selbst. „Mensch Micha, was hast Du denn da gebaut? Mist?“ Merklich nervös gehe ich alle Kabel durch. Der Himmel über Wemeldinge wird dunkel. Sehr dunkel.

Ich übernachte bei meinen Jobs gern auf den Schiffen meiner Kunden. Gaby und Markus sind toll. Trotz aller Probleme bleiben sie ruhig und wir erzählen über ferne Küsten über murphy’s law, das auf Schiffen nun mal gerne mitsegelt. Heute bin ich dran mit Kochen. Klar, ich zaubere mit Tante Green und Onkel Curry. Das beruhigt die Nerven. Mit dem iPhone habe ich ein Video gemacht von der Brummmaschine und bei VICTRON haben die, die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Nein, das ist nicht normal. Alles richtig installiert. Ihr bekommt sofort ein neues Gerät.“ Und ich dachte schon, ich habe Tomaten vor den Augen. Prost. Jetzt schmeckt der Wein wieder. Gaby und Markus auch.

Anderer Schauplatz. Da man öffentliche Medien ja nun nicht mehr lesen kann, aufgrund der andauernden Horrornachrichten, möchte ich an dieser Stelle mal auf die Glüxspiraten verweisen. Eric hat einen tollen Törnbericht mit der MARLIN online gestellt. Auch gibt es ein Podcast mit dem Interview mit mir. Nein Eric, ich habe mir das nicht angehört, ich will es auch nicht hören, was ich wieder so erzählt habe. Hast Du toll gemacht, aber es ist damit, wie mit den Photos von einem selbst. Da geht man so kritisch dran.


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Wohin geht der Weg?

Lena und ich

Nathalie wandert mit Maya die Berge rauf und runter zum Kloster Llub. Micha und Lena sind nicht so die Bergwanderer. Also trennen wir uns mal für einen Tag und gehen different ways. Ich fahre mit Lena nach Pollença an den Stadtstrand. Herrlich. Einfach nur am Strand rumhängen im flachen Wasser Schlammschlachten verlieren, Frisbee spielen, Sandburgen bauen und sich einen leichten Sonnenbrand holen. Das ist doch jetzt mal richtig Malle – Oder was? Lena hat den totalen Spaß, Papa ebenso.

Unsere Kurzurlaub Tage vergehen wie im Flug. Schade. Batterien sind aber auch gut wieder aufgeladen. Ich bin mit meinem Kopf schon wieder auf der MARLIN. Checke ToDo Listen und chatte mit Tobias, der die Stellung am Ostseebad hält. Der Richtungsanzeiger auf unserer Finka zeigt auch schon nach Nord. Wenn da im Norden nur ein bisschen besseres Wetter wäre, na ja, wenigstens etwas wärmer. Hallo Frühling? Oder sollen wir den Frühling hier auf Malle einpacken und mitnehmen? Ja genau. Das machen wir so.

 


 

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