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Archiv der Kategorie: Iron Lady
Heisse Ware
Schraubertag
Das ist unser Generator. Ohne Wasserlock von einen SPEZIALFIRMA in Holland eingebaut. Das hat er dann 58 Stunden überstanden. Dann war Salzwasser im Verbrennungsraum, zurückgelaufen aus dem 1,5m Schwanenhals im Heck der MARLIN. Das kann der Anlasser natürlich nicht mehr komprimieren. Der Ex-Eigner schimpft und lässt es dabei. Das war vor sechs Jahren. Heute kommen Rene und Micha und befreien den Generator aus dem Motorraum. Mit dem Außenborderseilzug am Baum hieven wir die knapp 90 Kg ins Cockpit. An Deck steht jetzt schon seit Wochen der Austauschmotor aus Deutschland importiert mit der netten Hilfe von Fischer Panda. Rene von der MIRA hat das schon mal gemacht und mit seiner Hilfe traue ich mich das Projekt endlich zu beginnen. Es ist heiß im Motorraum, aber wir können bequem zu zweit alle Leitungen lösen, beschriften und dem inneren, dem Kubota Diesel, zu Leibe rücken. Die Technik ist einfach: Das was wir am alten Aggregat abbauen, wird am neuen drangebaut. Hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Gegen Fünf ist Feierabend. Fast schon sind wir soweit das Aggregat wieder einzubauen. Doch die Kinder wollen mit Rene und Marion schwimmen hingehen und danach Kapitän Blaubär schauen.Ankommen

Saint Georges
Nachdem vier Kinder auf der MARLIN übernachtet haben brauchte ich mal dringend Landflucht am Freitag. Morgen’s haue ich mit dem Dinghy ab, lasse Kinderland und Arbeitsplatz Segelboot hinter mir und komme endlich an Land. Grenada ist leicht hügelig, grün, nett und etwas schick. Ehemals englische Kolonie nun in festen Händen der USA, so kommt es mir vor. Das kann aber auch an der Überzahl der amerikanischen Boote liegen. In jeder Bucht liegen vierzig oder fünfzig Boote vor Anker. Einsam? Einsam ist es hier nicht. Ich lege am Schwimmsteg von Budget Marine an, SVB auf karibisch. Ich mag den Laden nicht, weil wir dort immer viel zu viel Geld ausgeben, aber zur Problemlösung eben doch schon toll, dass es den hier gibt. Ein kleiner Maxi Bus nimmt mich mit ins nahe gelegene Georges. Die Locals sind mir ein bisschen zu hektisch, ein bisschen zu karibisch unnett, aber doch nett genug, weil Sie Dein Geld wollen. Saint Georges ist pittoresk, am Hang gelegen und an der Pier liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Ich genieße meine Einsamkeit zwischen den ganzen Touristen, mache etwas lustlos ein paar Fotos und lerne ein paar Rastas in der hintersten Ecke des Marktes kennen. Hier gibt es vom kalten Carib Beer über kopierte CD’s und Räucherstäbchen alles was man will. Ich genieße die Rastas, die mir keine Tour und keinen Schmuck anbieten, genieße das kalte Bier im Schatten des Wellblechs unter der Mittagshitze. Meine Haare werden immer länger, aber Rasta Locken will ich nicht. In einem Beauty Laden weigert sich die dunkle Mutti und Besitzerin mir die Haare zu schneiden. Sie beteuert, dass Sie das „A“ noch nie bei einem Weißen gemacht hat und „B“ auch gar nicht können würde. Ich glaube, sie hatte einfach nur Angst vor meiner wuchtigen Erscheinung. Wie auch immer schickt sie mich zum Barber. Dort ist es laut, denn ein Prediger, Dauergast im „Styling Studio“ liest aus der Bibel vor und es wird fleißig darüber diskutiert. Karibik halt. Ich warte eine halbe Stunde und auch hier Probleme mit meinen langen Fransen auf dem Kopf. Hier hat halt keiner lange Haare und die Touristen vom Kreuzfahrtschiff lassen sich hier bestimmt nicht die Haare schneiden. Am Nachmittag bin ich stolzer Besitzer eine eigenen Telefonnummer auf Grenada, Internet in GPRS Geschwindigkeit (3G gibt es hier nicht!), einer 220V Energiesparbirne für unsere Motorraumbeleuchtung und ein paar Soundboxen für das Pilothaus! Doch wieder Geld ausgegeben.Film ab für die MARLIN Teil 2
Caribbean Cruising
Weit nach Sonnenaufgang kommt die Crew nach dem langen gestrigen Tag aus den Kojen gekrochen. Der Himmel hat aufgeklart, keine Wolkenbrüche und Gewitter in Sicht, dafür ein ordentlicher Passatwind und türkisblaues Wasser. Auf dem VHF-Netz, morgens um halb 8 auf Kanal 66 werden weniger Ersatzteile und Handwerker gesucht, dafür verlesen die lokalen Restaurants und Beach Bars ihre Speisekarten, dazu gibt es Cooking Class, Yoga, Book swap, shopping tours und alle möglichen anderen Aktivitäten. Wir sind allerdings nur hier, um einzuklarieren und unsere Crew abzuliefern, die mit demnächsten Segler heute Abend wieder zurück nach Trinidad ausläuft. Doch bevor es zurückgeht, müssen sie nochmal raus. Ins Dinghi. Denn wir brauchen noch Aufnahmen von der MARLIN aus der Frosch-, oder besser Fischperspektive. Gleich nach den Zollformalitäten heben wir den Anker und segeln mit dem Groß im zweiten Reff in die Einfahrt der Prickley Bay, ordentlich Wind und Welle steht dort. Laura wird kurz ein bisschen blass um die Nase, als sie das Dinghi schwanken sieht, dann sind beide drin und los, mit Kameras, Foto und Film, wasserdichten Gehäusen, Taschen, etc. Micha und ich legen los, gereffte Genau raus und eine Wende nach der anderen. Im Schiffsinneren fliegt alles durcheinander. Es fehlen eben die see- und vor allem manöverfesten Stauräume. Die Kinder lachen sich kaputt, als auch noch der Kühlschrank aufgeht, Äpfel und Karotten über den Boden kullern. Eine Stunde später haben wir alles im Kasten. Zwei Meilen sind wir während der Filmerei abgetrieben, die heißt es zurückmotoren. Erinnert mich an den Kurs im Beagle Channel nach Ushuaia, gegen 20 Knoten Wind und Welle, nur dass die MARLIN lässig mit 7 Knoten bei 2000 Touren durch die See pflügt, während die Lady bei gleichen Bedingungen gerade mal 3 Knoten gebracht hätte. Geankert haben wir diesmal neben einem Boot, an dem achteraus eine aufgeblasene Rettungsinsel hängt. Ein Boot mit Netz an der Reling. Muss eine Familie sein, oder? Ist es auch. Australier mit vier Kindern, davon zwei Mädchen in Mayas und Lenas Alter, die seit 7 Jahren in der Karibik sind und Grenada in- und auswendig kennen. Shaina und Tiana haben schon längst den Pool am gegenüberliegenden Strand klargemacht, womit der Nachmittag gerettet ist. Micha überwacht den internationalen Schwimmunterricht vom Beckenrand. Zurück an Bord werde ich mit tausend Plänen für die seeeeehr nahe Zukunft überfallen, sleep over, school projects, swimming lessons. Am besten jetzt gleich und sofort. Wird wohl nichts mit der geplanten Weiterfahrt nach Hog Island, wir sind jetzt verplant, auch ohne Cooking class und shopping tour, letzteres werden wir wohl aber bald brauchen, wenn die Damen nun zu viert den Kühlschrank leerfuttern. Hier der neuste MARLIN YACHT Blog.Go, go, go MARLIN

Micha ist seekrank
Mir ist die MARLIN zu schnell. Morgen’s um drei bin ich schon wach, schreibe noch im Deckshaus ein paar e-mails. Thorsten und Laura von der CORINTHIAN sind an Bord, die beiden müssen Trinidad wegen Visa verlassen und wiederkommen. Wir freuen uns, denn die MARLIN mit Nathalie mir und den Kindern zu bewegen, ist immer noch ungewohnt und schwierig. Gut gedacht! Grade raus aus dem Boca… Kein Wind. Wir haben am Ankerplatz schon das Großsegel im ersten Reff gesetzt. Eine Stunde später kräuselt sich das Wasser und sofort nimmt die MARLIN fünf Knoten aus quasi einem Lufthauch auf. Schnell wird es mehr Wind und wir sind froh das Reff gesetzt zu haben. Auf der Logge stehen acht, neun und zehn Knoten, bei 15 Knoten Wind.. Alles funktioniert, nur der Autopilot nicht. Der macht mal was, die Clutch funktioniert manchmal und mit riesigem Getöse versucht er den Kurs zu halten. So, dass ich in Ruhe aufs Vordeck gehen kann, davon kann man allerdings nicht sprechen. Ich stelle die Gear ein, aber die Baustelle bleibt Baustelle. So geht das gar nicht. Also segeln wir die 78 Meilen Kurs Nord in 11 Stunden. Ein Squall nach dem anderen mit viel Wind, dazwischen blauer Himmel, zwei Barrakudas und immer einer am Steuer. Der interessierte Leser merkt, der Skipper ist da grade etwas ungehemmt gegenüber Technik die nicht funktioniert. Außerdem ist mir den ganzen Tag irgendwie etwas übel. Muss mich erst mal an die Geschwindigkeit gewöhnen. Thorsten macht viele Bilder und filmt mit seiner GoPro. Vielleicht schneidet er ja in den kommenden Tagen einen kleinen Clip… Wir sind gespannt. Auf dem Rohmaterial kommt das Racing Gefühl auf jeden Fall schon mal ordentlich rüber! Um dieses Boot mit zwei Personen richtig zu segeln müssen wir auf jeden Fall noch nen bisschen optimieren.Die Taufe der MARLIN
Na endlich – ein bisschen Zeremonie.
Die Diskussion über das Zerschellen einer Flasche am frisch lackierten Bug der MARLIN war nicht lang. Aber das Opfer muss fließen. Eigentlich Blut, Sekt als Ersatz und Maya denkt sich einen schönen Tauftext aus, verliest diesen, am Eingang der Scotland Bay, die wir heute aufsuchen. Lena gießt einen ordentlichen Schluck des Sekts über den Bug der AMRLIN und nach drei Runden um die eigene Achse , mit Sekt im Heckwasser der MARLIN, sollte der alte Name vergessen und abgeschüttelt sein. So, jetzt kann nix mehr schief gehen. “Liebe Marlin, wir wünschen Dir, dass Du nie untergehst und immer viel Spaß hast. Das Du viele Tiere triffst und immer viel Glück hast und nie gegen etwas anderes stößt. Wir wünschen Dir, dass Du die ganze Welt kennen lernst, dass Du viele Abenteuer erlebst und immer viel Wind hast und das Du ab jetzt immer MARLIN heißen wirst. Wir wünschen Dir, dass Du mit uns eine schöne Zeit haben wirst.“ MayaDie Taufe der MARLIN

Die Taufe der MARLIN
Na endlich – ein bisschen Zeremonie.
Die Diskussion über das Zerschellen einer Flasche am frisch lackierten Bug der MARLIN war nicht lang. Aber das Opfer muss fließen. Eigentlich Blut, Sekt als Ersatz und Maya denkt sich einen schönen Tauftext aus, verliest diesen, am Eingang der Scotland Bay, die wir heute aufsuchen. Lena gießt einen ordentlichen Schluck des Sekts über den Bug der AMRLIN und nach drei Runden um die eigene Achse , mit Sekt im Heckwasser der MARLIN, sollte der alte Name vergessen und abgeschüttelt sein. So, jetzt kann nix mehr schief gehen.
“Liebe Marlin, wir wünschen Dir, dass Du nie untergehst und immer viel Spaß hast. Das Du viele Tiere triffst und immer viel Glück hast und nie gegen etwas anderes stößt. Wir wünschen Dir, dass Du die ganze Welt kennen lernst, dass Du viele Abenteuer erlebst und immer viel Wind hast und das Du ab jetzt immer MARLIN heißen wirst. Wir wünschen Dir, dass Du mit uns eine schöne Zeit haben wirst.“ Maya

