Archiv der Kategorie: SY Marlin

Schwerwettertraining mit der YACHT. Friends going sailing.

Das sind Michael und Jan.

Jan ist nicht meine Alter, könnte mein Sohn sein und ist aber mein Freund. Lucky me – Würde ich mal so sagen. Jans Ankunft war ein bisschen schwierig. Wieder mal so ein Atlantiktief. Ich mit einem Mietwagen unterwegs versuche am richtigen Ort in Loraine zu sein, wenn Jan vom Himmel fällt. Das sind mal locker 150 km mit dem Mietwagen gewesen. Dunkle Nacht. Viel Regen. Zweimal geblitzt worden. Kaum habe ich meinen Ricard und Cafe Midi an der Flughafenbar getrunken, blitzt es am Himmel und die Durchsage aus den Lautsprechern der übersichtlichen Flughafenhalle fällt statt Jan auf meinen Tisch. Der Ryanair Flug erhält wegen des starken Windes keine Landeerlaubnis und wir nach Rennes weiterfliegen. Wieder sitze ich im Auto. 150 km nach Rennes. Hatte ich mir anders vorgestellt. Ich puste das mitgebrachte Fallkissen auf. Jan fällt hinein und darf zur Belohnung die 100 km nach Portiche selber fahren. What a day?

Vom YACHT Schwerwetterteam ist nur noch Thomas übriggeblieben. Alle anderen hatten andere Pläne als die restlichen 340 sm nach La Coruna mit Micha & Jan als Skipper zu segeln. Ob sie was verpassen? Man wird sehen. Morgen gibt es das einzige Wetterfenster, dass Jan und ich so sehen. 33 Knoten wahrer Wind aus West. Na ja. Also wenn ich jetzt nicht grade in La Coruna 5 Gäste hätte sitzen, die und heißblutig erwarten, ich würde die Abfahrt verschieben. Aber so ist das. Wir werden morgen früh mal über die Hafenmauer schauen und wenn da keine brechenden Grundseen bis zum Horizont sind, machen wir mal Schwerwettertraining gegenan. Thomas ist dabei. Ich bin stolz auf Thomas.

Wir verbringen den Tag damit MARLIN für den Schlag vorzubereiten. Marinarechnung bezahlen. Mietauto wegbringen. Ein letztes Abendessen in der waagerechten. In den nächsten 24 Stunden wird man wahrscheinlich nichts von uns hören und sehen. Sechs Meter Welle ist angesagt. Das könnte zu unserem Problem werden. Nicht der Wind. Hmm. Grübel. Skippers delight ist das heute nicht grade.

An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.

 


 

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Schwerwettertraining mit der YACHT. MARLIN definiert Bewegung neu.

Das ist Kristina.

Kristina ist nicht mein Alter. Kristina kann keine Knoten, weil sie nicht, wie alle anderen, mit Knoten fotografiert werden will. Kristina fotografiert hier auf der MARLIN jeden Pups von vorne und von oben und von hinten. Kristina ist Volontärin bei der YACHT und segelt diese wundersame Segelreise mit der MARLIN mit. Wie mit jedem anderen Crewmitglied, sind auch Kristina und ich uns näher gekommen. Nicht zu nah bitte. Denn zwei die gerne durch die maritime Linse schauen und dazu auch noch schreiben, können auch schnell aneinanderstoßen. Kristina gibt gerne Wiederworte und fragt berufsbeding natürlich gerne immer wieder nach. Ich habe Kristina lieb gewonnen, ihre Art passt zu ihr, fühle fast schon Zuneigung. Tolle Seglerin, tolle Kameradin. Respekt. Aber, ich muss zugeben, ich durchschaue die YACHT-Volontärin auch nicht und ich habe berufsbedingt schon mal auch Respekt vor dem was sie von der MARLIN in Bild und Text irgendwann veröffentlichen wird. Die Situation erinnert mich etwas an das Interview aus dem Jahre 2000, als die Redakteurin Christiane Sommer von brandeins auf der IRON LADY war. Den Artikel kann man sich unter Presse anschauen. Also behandle ich Kristina mit gebürtigem Respekt. „Ist sie jetzt nett zu mir aus Sympathie? Oder nur weil sie etwas aus mir herausbringen will, was ich ihr unter Umständen nicht preisgeben würde und will das dann verwenden um… „Stop! Wnuk!“, beende ich das Selbstgespräch an diesem Punkt. „Sie hat Dir nichts getan und macht nur professionell und gewissenhaft ihren Job. Außerdem segelt sie gerne und mit Dir, Deiner Crew und der MARLIN allemal.“ Kommt es aus meinem Hinterkopf.

MARLIN tuckert zwischenzeitlich gemütlich an der Bretangne vorbei Richtung Nantes, das ja weiter im Land liegt und jetzt haben wir uns auf die Marina Pornichet geeinigt. Also eigentlich hat mir Co-Skipper Bernhard diese so raffiniert ans Herz gelegt, dass ich nachher meinte sie selbst ausgesucht zu haben. Ja. Das kann der Bernhard. Wir haben wilde Zeiten hinter uns gebracht. Wie zu erwarten war die Abfahrt von Ile d’Ouessant höchst dramatisch. Morgens um drei ging es aus den Federn und um vier drehte sich der Bug der MARLIN wieder auf Kurs um die Westküste. Wind war keiner, dafür stockdustere Nacht, eine nervöse Crew und ein nervöser Skipper. Zu Recht. Die Wellen der Wirbelsturms standen noch wie am Tage zuvor, knallten gegen die Küste und reflektierten zurück. Eine Meile Sicherheitsabstand half auch nicht viel. Die Natur fing an Ping Pong Ball mit der MARLIN zu spielen. Skipperfehler. Wir sind ohne Stützsegel ausgelaufen. So schlimm hatte ich mir die Situation nicht vorgestellt. Die alte Welle steht mit gut 4-6 Metern und fast senkrechten Wellenflanken. Die Schiffsbewegungen sind heftigste, sogar die sonst so ruhige MARLIN fängt an sich wild aufzuschaukeln. Zwei meiner Mitsegler fangen an die Fische zu füttern und ich? Ich lege mich auch mal besser eine halbe Stunde in die Waagerechte. Kurze Zeit später falle ich vom Sofa als ein brachialer Kawensmann MARLIN auf die Seite legt und alles nicht niet- und nagelfestes durch die scheinbare Schwerelosigkeit innerhalb MARLINs fliegt. „OhHa!“ Ich stürze raus, zähle durch. „Puh!“ Alle noch da. Da kommt die Botschaft, die ich schon kenne. „Piiiiiiieeeeepp!“ Johann ist überhitzt. „Motor aus!“ brülle ich durch die finstere Nacht. Johanns Gerödel erstirbt und jetzt wird MARLIN erst recht zum Spielball. „Klar machen zum Setzen des Großsegels!“ Jetzt mal nicht den Joystick loslassen Micha, sonst gibt das eine Verkettung von unglücklichen Problemen, die nicht zu einem guten Ende führen. Ich meine zu merken, wie die Mannschaft die Führung als Sicherheit bewertet. „Nicht nachdenken. Machen.“ Meter für Meter, die Schaukelbewegungen des Schiffes ausnutzend, findet das Großsegel seinen Weg bis zur zweiten Saling. „Mensch, wird es denn heute nie hell?“ Ich weiß wie sich meine Crew fühlt. Scheiße.

Die Genua, als Vortriebssegel, reicht nicht aus um MARLIN in die richtige Richtung zu bringen. Kein Wind. Neue Kaventsmänner spülen von der Seite über das Deck und rauschen die Süllkante runter bis übers Heck. MARLIN treibt in der aufkommenden Strömung mit einem Knoten Kurs Süd. Na. Wenigstens etwas. Wir halten uns frei von der Küste. In der heftigen Welle von vorhin ist der Kühlwassereinfluss in der Mitte des Kiels mit Luft in Berührung gekommen, die Wassersäule ist schlagartig unterbrochen, die Maschine bekommt ordentlich Luft und der Impeller kann nicht mehr fördern. Kennen wir ja schon. Aber! Es hat keiner gemerkt. Auch ich nicht. Jetzt ist der Motor so heiß, dass im Motorraum Ölqualm steht, der mir den Atem nimmt. Die 100er Abgasrohre sind unantastbar heiß. „Komm Schatzi. Du funktionierst noch. BIIIIITTE!“ Die Frage ist, ob der Impeller noch soweit o.k. ist, dass er Wasser fördern kann. Über unsere Süßwasserpumpe und eine gewisse Ventilkombination drücke ich Süßwasser in das leere Kühlsystem des Motors. „Komm Schatzi. Du funktionierst. BIIIIITTE! Ich mach es auch nie wieder Johann.“ Es gluckert im Wassersammler des Auspuffsystems. Jetzt. „Motor an!“ Ja. Ich schreie. Tue ich nicht gerne aber sonst hört mich keiner. Johann startet. Ich spiele mit dem Zulaufventil. Auf. Zu. Im Wasserfilter sehe ich wie zögerlich Wasser angesaugt wird. Dann kräftig. Dann hört es wieder auf. Die Brauchwasserpumpe läuft die ganze Zeit mit und kühlt Johann mit Süßwasser, damit es jetzt nicht einen Kolbenfresser gibt und wir manövrierunfähig auf die offene Biskaya getrieben werden. „Schöne Story wird das. Supertoll“, schimpfe ich mit mir selbst. Da kommt ein dicker Wasserstrahl in den Filter und es geht los. Johann läuft wieder. Alles gut.

Ich strecke meinen Kopf aus dem Zugang zum Motorraum. „Alles gut. Weiterfahren.“ Am Himmel wird es langsam heller. Es fängt an zu regnen, Segelwind setzt langsam ein und der Schwell nimmt langsam ab. MARLIN nimmt Kurs auf Richtung Nantes. Ja. Wir mussten Ile d’Ouessant zu dem Zeitpunkt bei Stillwasser verlassen. Sonst wäre es noch viel schlimmer geworden. Und darüber ob an diesem spooky place das beim Auslaufen Großsegel geholfen hätte, ich wage es zu bezweifeln. Eine Freakwave im Segel, die den Mast auf die Wasseroberfläche drückt, ist vielleicht noch viel schlimmer. Fünf Leuchttürme zieren Ile d’Ouessant, hunderte von Wracks liegen um die Insel herum verteilt. Wir sind nicht dabei. Gut so.

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Schwerwettertraining mit der YACHT. Und eingeweht.

Das ist Bernhard.

In das Feld bei der Frage nach: „Bist Du schon mal über den Atlantik gesegelt?“ antwortet er: 3x Ost-West, 2x West-Ost. Das liest sich natürlich gut für mich und Bernhard habe ich heute zum Co-Skipper nominiert. Erfahrung vor Scheinen. Aber die hat Bernhard sowieso. Bernhard ist Arzt, Tierarzt. Noch so ein positiver Punkt. Bernhard kann also nicht nur nähen, sondern ist auch noch klug. Professor und Geschäftsführer. Wenn Bernhard redet, hört man gerne zu und Bernhard hat Witz und Charme. Wie alle anderen meiner Crew ein sehr angenehmer Mitsegler. Bernhard segelt nicht nur gerne sondern auch viel. Er interessiert sich sehr dafür bei der nächsten West-Ost-Atlantiküberquerung im Mai 2018 dabei zu sein. „Von mir aus gerne. Bernhard. Da bist Du dabei.“ “Ihr seid die beste Crew von allen, die ich bisher je hatte“, schnulze ich beim morgendlichen Briefing. Und das stimmt sogar. „Ich hatte noch nie eine Crew gehabt, bei der der Autopilot so wenig gelaufen ist wie bei euch.“ Eigentlich nur ich selbst schalte diesen an. Nicht meine Crew. Doch trotzdem – Hurricane Sturmtief Ophelia hat uns voll im Griff. Unser morgendlicher Versuch die Insel zu verlassen und nach Brest zu verlegen endete damit, dass wir im Süden von Ile d’Ouessant wieder umgedreht sind. Eigentlich ist Ophelia erst für heute Nacht angesagt unsere Breite im Abstand von einigen hundert Meilen zu passieren und uns 40 Knoten Wind und 6 Meter Welle zu bescheren, südlich der Insel frischt es aber am Morgen schon so kräftig bis auf 35 Knoten Wind in Böen auf, dass ich den Schlag absage, mit der Angst im Nacken, dass Ophelia doch schon jetzt zuschlägt und näher ist als ich denke. SAEFTY FIRST. Zurück in die schützende Bucht, an die sichere Franz-Mouring. Innerlich koche ich. Ich finde nichts schlimmer als umdrehen zu müssen. Auf die Frage ob dies meine Crew bemerkt: „Nein. Das merkt man Dir nicht an.“ „Aufgeben gehört eben auch zum Schwerwettertraining.“

Also werden wir eben warten, bis der ehemals Hurricane, nun Tropical Storm vorbeigezogen ist und wir Dienstag auf seiner Rückseite Richtung Höhe Nantes durchkommen. Der Zielhafen zum vereinbarten Termin rückt immer weiter weg. Für Donnerstag hat sich ein neues Tiefdruckgebiet mit erheblichem Ausmaß angekündigt, dass nicht über Irland nach Norden ziehen soll, sondern seinen Weg durch den englischen Kanal nehmen will. Die Isobaren setzen so weit südlich, dass ab Nantes Westwinde in Sturmstärke angesagt sind. Ich denke nach. Leise mit mir selbst. Hörbar mit meiner Crew. Ich muss zugeben, dass es mir trotz ausgiebigen Trainings im Solent und im englischen Kanal, nicht gelungen ist, dass meine Crew die MARLIN nachts alleine segeln können. Zu viele Risikofaktoren mit der Aussicht auf Schäden oder Unfälle. Bei Tageslicht schaffen sie das schon, wenn ich dabei bin, aber nachts besteht keine Chance und wie sagt Jan dann: „Irgendwann muss der Skipper dann ja auch mal schlafen.“ Genau da harkt unser Schwerwettertraining. Die permanenten Starkwinde, immer von vorne benötigen einen zweiten Mann, einen zweiten Skipper, um die notwendigen Übernachttörns nach La Coruna zu schaffen. Das schaffe ich definitiv nicht alleine. War etwas anders geplant. Nicht so heftig. Nicht mit Ophelia, nicht mit dem kommenden Sturmtief. „Wnuk. Da hast Du Dich etwas überschätzt“, spreche ich mit mir selbst und erwidere mir selbst: „Hätte ja auch gutgehen können.“ Folge dessen wähle ich Jans Nummer. Die Skipper reden miteinander . Ich versuche mein bestes um bis Donnerstag mit meiner Crew nach Nantes zu kommen. Jan versucht dann dorthin zu kommen und gemeinsam werden wir mit oder ohne Crew den Schlag nach La Coruna zu schaffen.

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Schwerwettertraining mit der YACHT.

Das segelt Axel doch mit links.

Das ist Axel. Dem Ingenieur ist nichts zu schwör, fällt mir zu Axel ein, wenn ich so mit ihm auf der MARLIN segele. Auf jedem Fall gehen an Axel keine Unstimmigkeiten unkommentiert vorbei. Ob es die Differenzen in unseren elektronischen Kartensystemen oder der Lösung von technischen Problemen ist. Offen frage ich Axel nach seiner Lebensphilosophie und er antwortet mir auf den Punkt gebracht: „Ich bin und lebe Ingenieur und Verfahrenstechnik.“ Das ist eine ehrliche Aussage und als Skipper Micha lernt man, dass man seine Mitsegler & Mitmenschen am besten einfach so nimmt und belässt wie sie sind. Am Ruder ist Axel der Boss. Unserer MARLIN lässt er nichts durchgehen, legt einen graden Strich mit maximaler Geschwindigkeit auf den Plott. „Mensch Axel. Du steuerst ja fast so genau wie der Autopilot. Und das lässig mit links!“ Weiter geht es voll Stoff gegen den Wind. Muss ja mal gesagt werden. Wir haben und werden kein Rückenwind auf diesem Törn haben und da komme ich zur Definition Schwerwetter.

Schwerwetter bekommt man heute in der Regel nicht mehr ungewollt. Die Wetterprognosen sind so genau, dass die Schlechtwetterphasen mit fast wissenschaftlicher Genauigkeit prognostiziert werden. Ist Schwerwetter somit Vergangenheit? Nein. Die Genauigkeit der Prognosen nimmt im Quadrat zur Reisezeit nach dem dritten Tag ab. Daran ändert auch Meeno Schrader nichts. Schwerwetter ist nach meiner Definition somit nur möglich, wenn man zu einer Trans Ozean Passage startet, wo die geplante Reisezeit zum nächsten Hafen weit mehr als drei Tage und wohlmöglich in einem Tiefdruck frequentierten Seeraum befindet. Wie zum Beispiel der Nordatlantik Passagen: Bahamas – Bermudas, Bermudas – Azoren und Azoren – Europa. Bei Schwerwetter wird die tatsächliche Taktik auf jeden Fall sein, den Starkwind raumschots abzuwettern. Auf unserem jetzigen Schwerwettertörn machen wir eher aus frischen Winden zwischen 20-30 Knoten, Starkwinde durch das Gegenanaufkreuzen durch Addition mit unserem Fahrtwind. 35-40 Knoten sind mit der MARLIN weitestgehend kein Problem. Das Problem ist eher der Faktor Mensch, der in der Schüssel drin sitzt und durch Gravitation umhergeschleudert wird, mit entsprechender Seekrankheitsanfälligkeit. Und das ist, was uns derzeit bevorsteht auf dem Weg nach La Coruña…

Wir sind unterwegs nach Falmouth und werden uns die Nacht um die Ohren schlagen. Zum Sonnenaufgang werden wir Falmouth erreichen. Auf marinetraffic.om kann man uns verfolgen. Suchst Du nach MMSI 211606420, findest Du die MARLIN auf der Echtzeitkarte. In der Biskaya selber wird das nicht mehr funktionieren, aber im Küstenbereich.

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CREW 34 Schwerwettertraining mit der YACHT

Geht doch! Segelt doch! Wir machen Strecke.

Das ist Thomas. Thomas kann auch einen Knoten: Den Einfachen Haubold. Thomas ist auch mein Alter, technisch orientiert, interessiert und ein richtig guter Mitsegler. Die Gute Seele im Team und immer dabei, wenn es bei viel Schräg auf’s nasse Vordeck geht. Womit wir beim Thema sind. Schräg geht es zu auf der MARLIN. Nach eine Strömungspause vor Anker in Portland geht es am Morgen hoch am Wind Richtung Dartmouth. Am Kap Portland steht Südwestwind gegen Strömung. Brechende Wellenberge zieren die Sichtkante. Ich muss mutwillig an die Einfahrt der Knysna Lagune in Südafrika denken, in der schon so mancher bekannter Weltumsegler sein Unglück besiedelte und quergeschlagen ist. „So. Wir picken jetzt mal alle unsere Karabiner der Lifelines in die dafür vorhergesehenen Ösen. Axel. Willst Du noch mit raus?“ Ich setze das Steckbrett in den Niedergang ein und verrammle die Tür. Kristina flüstert fast: „Warum so vorsichtig?“ Schon hebt MARLIN ihren Bug und geht schneidend und Gischt schlagend durch die hohen Strömungswellen. „Thomas. Genau 90° Kurs halten. Dann kann nix passieren.“ Es passiert auch nix. CREW 34 setzt die Segel. MARLIN neigt ihren Mast, hebt ihren Popo und legt ihre Backe in die See. Der Unterdruck vor der Genua zieht den Bootskörper nach vorn. Kurs West liegt an. „Ich lebe“, sage ich zu mir selbst. „Ich lebe.“ Es ist wunderschön die frische Segelluft im Gesicht zu spüren. Es hat sich gelohnt durchzuhalten. Ein weiteres drittes Mal bin ich auf dem Weg in die Biskaya, auf der Suche nach dem guten Wind, nach den wärmenden Sonnenstrahlen in meinem Gesicht.

Um nach Darthmouth rein zu segeln fehlt mir die Muße. Es ist pechschwarze Nacht als ich auf mit dem Finger auf die Karte tippe und einen Ankerplatz für die Nacht festlege. Der Rocna hält sofort. Aber so wie die Kette die gesamte Nacht rasselt, ist es Steinboden 15 Meter unter uns. Ich runzel die Stirn. Nicht, das der sich mal irgendwann in einer Festspalte verkantet. Einer der Gründe, warum ich ungerne tiefer als 10 Meter ankere. Bis 10 Meter kann ich das Problem selbst noch ohne Presslufttauchflasche lösen.

Mit meiner Crew ist jetzt alles perfekt. Sie lernen schnell sich an die Vorgaben zu halten und die MARLIN als Team knackig zu segeln. Alle verstehen sich.

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CREW 34 Schwerwettertraining mit der YACHT

Skipperfrust

Das ist Bernd. Auch mein Alter. Vielleicht etwas erfahrener. Bernd ist ein ruhiger, angenehmer Mitsegler. Mathematik / Kunsterziehung steht im Fragebogen. Deutlich süddeutscher Ausdruck. Bernd segelt gerne und wird ordentlich was mitnehmen, habe ich im Gefühl. Aber auch ich werde von Bernd was mitnehmen, weiß ich schon jetzt. Ich bin fast schon neugierig auf das Debriefing und Interview, was ich mit meinen Mitseglern zum Abschluß anbieten will.

Aber jetzt: Zu Sache. Ich war heute recht gefrustet. Nach all meinen Einweisungslaberei und Hafenachten fahren, geht es in den Solent. Die Gruppe ist groß, meine Einweisungen zu diesem Zeitpunkt betreffen sicherlich alle. Habe ja keine Lust alles dreimal hintereinander zu erklären. Tagesziel Wenden mit der MARLIN lernen. Wir tuckern mit der Strömung Richtung Cowes. Nur eine gefütterte Crew ist eine aufnahmebereite Crew. Also schlage ich vor zu ankern. Aus dem Vorschlag werden belegte Brote im Pilothaus. Alle essen. Alle gehen noch mal zum Klo. Einer muss noch ne andere Jacke anziehen etc. Da platzt mir die Hutschnur. Aber ich halte mein Maul. Schlucke dreimal und rufe zum Meeting. Ich versuche zu erklären, dass mir das jetzt etwas zu langsam geht. Das kleine Meeting hilft mir. Meiner Crew auch. Cowes, 10 Meilen sind verstrichen, ist zwischenzeitlich achteraus, fange ich das Briefing zum Setzen des Großsegels an ;-) Und siehe da. Vor 30 Minuten habe ich noch gedacht, dass die Reise zur geführten Kreuzfahrt wird, da fangen alle plötzlich an zu leben, nehmen meine Tipps und Erklärungen verständlich auf und kreuzen die MARLIN nach Yarmouth auf, als wenn sie nie etwas anderes getan hätten. Lachende Gesichter und auch mein Soul findet wieder die richtige Richtung. Jetzt bin ich plötzlich überzeugt, dass der Törn ein voller Erfolg wird. Ich glaube das ist normal. Die ersten 48 Stunden sind einfach immer der Skipper- und Mitseglerhorror.

Yarmouth ist Anlegen an einer Mouring. Gehört hier im übrigen zur Yachtmaster Ausbildung und will gekonnt sein, bei 3-4 Knoten Strömung im hautnahen Bojenfeld. Ich habe vom letzten Mal gelernt. Wir haben diesmal einen Hook & More Enterhaken dabei. Am Ende ist der gesichert mit einer Markierungsboje. Auch das halte ich für schlau. 2015 haben wir einen Enterhaken hier, an dieser Stelle verloren. Es klappt trotzdem nicht auf Anhieb. Gut, dass außer uns nur eine Segelschule grade mit dem gleichen Manöver beschäftigt ist und ansonsten alle Mourings frei sind. Keine klatschenden Zuschauer. Es wird schon dunkel, als wir endlich mit dem Wassertaxi in den Pub fahren. Die Sea Platter entschärft den Tag endgültig. Danke liebe CREW 34.

Inzwischen sind wir im Kanal und tanzen am Wind Richtung Falmouth. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort klappt das auch gut. 10 Knoten steht auf dem GPS. Die Flut werden wir abwarten und östlich Portland ankern. Sechs Stunden später geht es dann wieder mit der Strömung in die richtige Richtung weiter Richtung: Falmouth.

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CREW 34 vollständig – Schwerwetter?

Gegen den Wind.

Die Gewinnerin der Yacht Verlosung ist Kerstin. Kerstin ist mein Alter, wie man so schön sagt. Kerstin Lacht. Kerstin lacht viel. Kerstin segelt und hat ein eigenes Schiff. Ja. Was soll man dazu sagen. Kerstin hat viel Glück gehabt und ist dabei, beim Schwerwettertraining. Bei Aldi an der Kasse, im Portsmouth-Vorort Goesport, verrät sie mir, dass sie eigentlich ganz froh ist, dass kein Sturm angesagt ist in den nächsten Tagen. „Es heißt zwar Schwerwettertraining. Aber wollen tut es doch keiner.“ Ich grinse Kersting an. Habe ich eigentlich etwas dazu gesagt? Ich kann mich gar nicht mehr erinnern. Das Wetter ist mir relativ egal geworden solange Wind ist. Lieber Wind von vorne als von achtern. Dann segeln wir wenigstens.

Nebst Kerstin sind noch fünf andere Mitsegler an Bord der MARLIN gekommen und müssen nun die Sicherheitseinweisung des Skippers und Eigners über sich ergehen lassen. Ich mache das immer ordentlich, versuche es ein bisschen lustig zu machen. Aber das ist schwierig. Trockener Stoff. Feuerlöscher, Rettungswesten und Wassereinbruchsbekämpfung. Irgendwann ist es vorbei.

Die Vorräte sind verstopft, muss man so sagen, denn ich hätte mal in die Schapps gucken sollen vor dem Einkauf. Jan hat mir weit mehr dagelassen als ich gedacht habe. Essen war während der letzten Törns wohl nicht so die Dominanz, während seiner schrägen Am Wind Törns, die er hinlegen musste um Portsmouth zu erreichen. Ja, was ist denn nun mit dem Wetter? Zusammengefasst kann man das so definieren: Gegenwind. Eher keinen Starkwind. Meint man so, wenn man die Prognose sieht. Mein Resultat aber ist: Mistwetter. Denn wir müssen erst mal aufkreuzen, aufkreuzen, aufkreuzen. Wäre ja kein Problem, wenn da nicht die starke Strömung im Kanal wäre und aus unserem gemäßigtem-Langkieler-Wendewinkel von 90°, je nach Tide 130° werden lassen wird. Das wird schräg. Aus angesagten 15 Knoten werden 25 Knoten scheinbarer Wind. Das wird dann doch sportlich. Der Blick in die Kristallkugel zeigt kleine Blitze am Horizont – Die Biskaya ist immer gut für Überraschungen. Warten wir ab.

Morgen geht es dann erst einmal in den Solent. Schiff kennenlernen. Aufkreuzen mit der MARLIN üben und Teambuilding. Ein letzter Boxenstop ist in Yarmouth geplant. Schiff Ahoi!

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Film im Kasten. Drohne weg.

Roman im Reich der Sinne

“Wo bin ich? Wo bin ich?“ Roman starrt mit großen Augen auf das kleine Display in seiner Steuereinheit der DJI Mavic Pro. „Battery low!“ „Battery low!“ „Battery low!“ Eine liebliche Frauenstimme macht Roman nicht ruhiger. Ganz im Gegenteil. Schweißperlen bilden sich auf seiner mitvierziger Stirn. Ich erhasche auch einen Blick. Roman, also die Drohne ist hoffnungslos verloren. Überall nur Wasser und zig Segelboote, von der keines wirklich als MARLIN zu identifizieren ist. „Ich lande dort am Strand. Ich muss landen sonst versenke ich die Drohne im Wasser.“ Es erscheinen Menschen, ein kleiner Strand, eine kleine Kapelle und Roman setzt die Drohne davor ab. Menschen laufen vorbei. „Battery low!“ „Battery low!“ „Battery low!“ kommt wieder. Dann meldet sich die Drohne ab. Kontakt verloren. „Scheiße, Scheiße, Scheiße“, schreit Roman. Aber zumindest wissen wir wo die Drohne ist. Segel runter. Motor an und eine halbe Meile vor dem Strand ankern wir und lassen das Beiboot ins Wasser. An Land hat der Ranger eines Ressorts die Drohne in Sicherheit gebracht und den Hauptschalter ausgeschaltet, nachdem er einen Zettel mit der Anschrift eine Zeitlang vor dem Drohnenauge positioniert hat. Er begrüßt uns schon am Strand und Roman kommt mit seiner Drohne glücklich zurück.

Es ist ein verrückter Tag. Ich segle die MARLIN einhand, zickzack, durch meine Yachtmastergeburtsrevier. Ich kenne hier jede Tonne, jede Untiefe. Der Himmel war gestern strahlend blau, heute kommen malerische Wolken dazu. Was Roman filmt ist gigantisch, abgöttisch. Nie zuvor habe ich meine Schiff so aus der Luft gesehen. Ob nur ich die MARLIN so toll finde? Ich will nicht zu viel verraten. Aber eins kann ich hier schon verraten: Roman kann seinen Job. Profi halt. Da gibt es keine Diskussion. Bis der Film fertig ist, wird wohl noch ein bisschen dauern. Aber das Rohmaterial lässt schon hohe Erwartungen aufkommen.

Unser Abend endet in der Hasler Marina. Wir finden ein Platz. Besetzt. Die üblichen Verhandlungen. Ich hätte vorher reservieren sollen. Es gibt keinen Platz für ein Schiff unserer Größe und am Ende können wir liegen bleiben wo wir angelegt haben. Prost. Wir gehen in der MARY MOUSE 2 zum Dinner. Kristina, Reporterin von der YACHT ist auch schon dabei und muss sich die schrägen Geschichten von Roman und mir anhören. Roman und ich, wir verstehen uns weit prächtiger als gedacht. Männerromance. Morgen kommt der Rest der Bande und los geht es auf See in wärmere Gefilde.

 


 

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Mein anderes Leben. Drohnen Pilot Roman an Bord genommen.

Endlich wieder Zu Hause angekommen.

Mit dem Flixnachtbus startet meine Reise heute morgen um 2:00. Auf der Brücke bei Rendsburg wache ich auf. Genickstarre, Stau. Ich sehe schon meinen Flug quasi ins Wasser fallen. Aber der Fahrer schafft es mit einer Stunde Verspätung. Das ist in der Planung drin. Kein Problem. Um 10:30 sehe ich die Mastspitze meiner MARLIN zum ersten mal wieder. „Ja Du alte Ziege. Ich habe Dich vermisst. Doll sogar.“ Als ich die Tür aufmache, schlägt mir der Schiffsgeruch entgegen. Eine Mischung aus Holz-, Modder-, Seeluft. Jedes Schiff riecht anders. Jetzt riecht es nach MARLIN. Zu Hause. Angekommen. Endlich. Auch wenn ich mich inzwischen als Flensburger fühle und meine Familie dort wohnt. Es wird sich nie ändern. Mein Zu Hause ist auf meinem Schiff. Basta.

Nach einem Power-Nap schnappe ich mir eines der neuen Bords Fahrräder und erkunde die Stadt. War schon mal hier, aber mit dem Fahrrad geht alles viel einfacher, schneller. Ich finde Aldi, kaufe Notwendiges ein. Ein paar Bier für Roman. Roman ist Freund. Alter Freund aus Düsseldorfer Zeiten und Freund Roman kommt heute. Roman ist inzwischen neben Tontechniker und Musikproduzent, Lebenskünstler… DROHNENPILOT. Spezielles Einsatzgebiet Speeddrohnenflug. Was Roman macht kannst Du Dir hier anschauen. Roman und ich haben 48 Stunden Zeit, davon 24 Stunden wahrscheinlich bei 2024 mbar, also wahrscheinlich mit klarem Himmel und gutem Segelwind, um die MARLIN mit der Drohne visuell zu erfassen. Das ist Romans Target. Mit seinen neugierigen Augen sitzt er mir gegenüber. Ich habe gekocht, wir trinken Bier und machen ein Brainstorming. Wir reden auch viel über die alten Zeiten. Morgen soll es losgehen. Mensch Roman: „Es ist schön das Du da bist.“

 


 

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My first Dragonfly

New friends.

“Hey Martin. Und wann gehen wir segeln?“ Über zwanzig Knoten soll der Trimaran übers Wasser machen. Na denn. Doch aus dem Segeln wird nichts. Martin hat sich dazwischen gedrängelt, in meinen Terminplan, mit einer Installation. Die Rede war von: „Du musst nur die Kabel anschließen.“ Schnell hat seinen Preis. Der Preis ist Platz. Davon gibt es nicht so viel auf dem Dragonfly. Eher wenig. Und für den gusseisernen Kasten des ICOM M801E gibt es überhaupt keinen Platz. Also schlage ich einen warmen Ort vor: Den Motorraum. Mit dem 801 kann man das machen. Der überlebt auch einen Erstschlag der Nordvietnamesen – so stabil ist der gebaut. Das Modem und der Miniplexer soll in die Achterkabine, die Remote Einheit an den kleinen Kartentisch. Martin hat es eilig. Er tut ruhig, aber wer sich so ein Schiff kauft, der hat es auch innerlich eilig, was nachzuholen, zu normal war das bisherige Leben, auf der Flucht? „Martin. Bist Du auf der Flucht?“ Nein. Martin ist schon o.k. Ich weiß auch nicht so genau was in seiner Birne vorgeht. Ein bisschen Psychoanalyse muss einfach sein. So einfach davon ohne Sprüche kommt mir Martin nicht weg. Vier Tage hat es mich gekostet um ihm das beste Kurzwellensignal zu installieren, dass er auch haben muss bei den Geschwindigkeiten, die er an den Tag legen wird. Geld ist eins. Unverholen muss ich zugeben, dass das Arbeiten mit ihm Spaß macht. Liegt wahrscheinlich auch an seiner netten Gefährtin Claudia, die mich unbewusst daran alles hinzuschmeißen, meinen Weg zu gehen und lieber auf meinem eigenen Kahn zu basteln. Die Werft hat zumindest schon mal Antennen, Erdungsschwamm und LunaWLANnet installiert auf dem der Dragonfly. Mein Versuch in den Motorraum einzusteigen, endet mit einer Voltaren. „Hey Martin. Du muss da wohl selber Hand anlegen.“ Der Eigner wird degradiert zu meinem Handlanger. Ich beschäftige mich damit X-polige Kabel zu zerschneiden, deren Stecker nicht durch die Kabelkanäle passen und bis spät in die Nacht wieder zusammenzulöten. Die Geschichte nimmt seinen Lauf. „Am Dienstag morgen mache ich auf dem Weg zur MARLIN nach England. Bis dahin müssen wir fertig sein.“ Der Lauf ist also vorgegeben.

Wenn es sich grollig anhört. Der Eindruck ist falsch. Martin ist mein König und hat einen festen Platz in meinem Herzen gefunden. Alle meine Kunden, bei denen ich auf’s Schiff komme, sind Könige. Alles ist fertig geworden bis Montag am Abend. Martin muss noch ein paar Geräte an die Wand schrauben. Ein paar Einstellungen im Netzwerk fehlen noch. Aber irgendwie findet so eine Installation ja nie ihr Ende. „Den Rest machen wir über Team Viewer. Ich gehe jetzt“ Ich musste es ja auch mal selbst lernen. Und jetzt muss ich zugeben: Ein bisschen neidisch bin ich schon. Schönes Boot. Schöne Frau. Schöne Kurzwellenanlage und ein 1A Kurzwellensignalsignal. Da habe ich mich fast selbst übertroffen. Diese Installation hat Spaß gemacht. Er und Claudia laden Nathalie und mich zum Essen ins Mäders ein. Das hat auch Spaß gemacht. Danke schön.

Jetzt aber mal genug anderer Leute Probleme und Schiffe. Morgen Nacht geht es los nach Portsmouth. Die MARLIN wartet auf mich und ich bin ehrlich gesagt auch schon ganz aufgeregt. Am Samstag kommt meine neue Crew. Schwetterwettertraining in der Biskaya. Dann mal alle blasen!

 


 

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Mensch Wnuk. Wat machste denn da?

Cool gucken und die Ruhe bewahren.

Mal wieder ordentlich Bewegung in meinem Leben. Ich hab Ernst gemacht. Unser MARLIN Büro ist funktionsfähig. Zumindest 20 von 100m². Viel mehr brauche ich im Moment für mich alleine auch nicht. Also. Was mache ich da? Ich gehe einfach mal davon aus, dass mir da irgendwie noch was einfallen wird. Hinter einer Schaufensterscheibe sitzen nun Micha und Lars, schauen gleichermaßen dumm aus der Wäsche auf die Straße. Bisschen der Präsentierteller. Porno. Oder was? Für Lars rockt es auf jeden Fall. Der liegt oder sitzt in seinem Weidenkorb, glotzt hundeblind wie er ja nun mal ist, aus dem Fenster und ist einfach nur friedlich. So kennt man ihn gar nicht. Wir rätzeln. Andere Hunde gehen quasi auf Tuchfühlung am Schaufenster vorbei. Lars schlägt nicht an. Normalerweise würde ein Affen- Theater anzetteln, seinen und meinen Adrenalinspiegel in die Höhe pushen. Stattdessen sitzt er wie eine Statur in seiner Ecke. „Ach. Ist der süß! Nein. Der ist nicht ausgestopft. Der lebt. Schau mal. Er hat mit dem Kopf gewackelt.“ Lars entwickelt sich zur neuen Attraktion der Toosbüystraße inmitten von Flensburg.

Die letzten Tage waren entsprechend der Umbauarbeiten rastlos. Julian kommt aus Düsseldorf zu Besuch und hilft. Tobias kommt zum Streichen helfen. Ana hilft auch ordentlich mit. Alles im allem bleibt nicht viel Zeit fürs Bloggen. Aber jetzt. Jetzt nehme ich mir einfach mal die Zeit.

Zeit ist relativ. Zeit ist kostbar. Zeit bestimmt unser Leben. Zeit ist Geld. Alles dreht sich um’s Geld. Jou. Da sind wir mal wieder bei den Basics. Ich bin hin- und hergerissen zwischen. 1. So. Ich geh jetzt mit Lars spazieren, einen Kilometer schwimmen, eine Stunde saunen. Danach kuschel ich mit Maya und Lena und vielleicht ist die Capitana auch mal da. 2. Jede Stunde zählt. Also morgens um 6:00 ins Büro. Mails und Co. Dann ToDo Liste abarbeiten. Drei neue Produkte in den Webshop stellen, keine Zeit verlieren. Angebote schreiben. Rechnungen schreiben. Kohle machen. 3. Ich ruf Ilja oder Johann an und verabrede mich zum Kiten üben. Muss ja so langsam mal den Arsch aus dem Wasser bekommen. 4. Morgen nicht aufstehen und einfach mal einen Tag verweigern. Schaffe ich eh nicht.

Und uns MARLIN? Jan und Crew haben es bis nach England geschafft und sind auf dem Weg nach Portsmouth. Schaust Du hier.

Das Beste vom Tag: Rene von der MIRA hat endlich geschrieben. Marion hat ihn immer noch nicht verlassen. Mensch – Hat der ein Glück. Beide sind wohlauf. Zu MIRA hat er sich bedeckt gehalten. Also ohne Schaden ist das wohl nicht abgegangen. Mist aber auch. Ich hatte gehofft die Zwei rechtzeitig Richtung Guadelupe abgehauen sind.

 


 

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Und wieder schön

Die A7 ist mein Zu Hause

Laboe – Flensburg und Retoure. Das war jetzt für einige Tage mein Alltag. Damit ist jetzt aber auch Schluss. Ganz schön gerädert bin ich. Silke hat die Polster im Griff und just in time fertig gestellt. Als ich die 12 guten Teile abgeholt habe, hat sie eine Nacht ohne Schlaf hinter sich. Toller Einsatz Silke. Ist ja nicht grade üblich so ein toller Service. Overtime will sie nicht, Nathalie und ich zahlen trotzdem Overtime. Das wäre ja nun zu viel des Guten. Kaum sind die 12 Polster wieder im Auto, da liegt schon die reparierte Genua, wieder auf die A7. Auf dem Weg noch nach Life Guard Accociation in Schleswig. Dort hat Kerstin zwar keine Nachtschicht gemacht, aber Samstags schnell noch unsere Westen servicen ist ja nun auch nicht grade normal. Und das ohne das man dann das Gefühl hat , dass man jetzt eine gefühlte Unendlichkeit dankbar sein muss. Das ist ja so eine weit verbreitete norddeutsche Charaktereigenart mit der Nathalie und ich unsere Rheinländischen Problemchen haben. Eine Weste hat den Test tatsächlich nicht überstanden und zwar eine schicke Spinlock Weste, die ich eigentlich sehr gerne trage. Das war die Nathalie / Jan Weste und im Ernstfall hätte die 0 statt 275 Newton Auftrieb gehabt. BluBlub weg waren se… Das nach nur drei Jahren. Kerstin erklärt mir woran das liegt. Lagerung, Feuchtigkeit aber auch schlechte Konstruktion. Schick ist nicht immer gleich auch gut. Die Notwendigkeit die Rettungswesten regelmäßig prüfen zu lassen wird sehr deutlich. Die Reste der Spinlock landen im Müll, eine neue Secumar Bolero 275 kommt mit auf die MARLIN für den Herrn Co-Skipper Jan. Es ist schon fast unglaublich dass bei der Herstellung von Rettungsmitteln so geschlunzt wird. Ich werde meine Spinlock vor jeden großen Törn mal schön aufpusten. Einen kleinen Kompressor haben wir ja jetzt seit ein paar Tagen an Bord. Dazu später, warum und wieso. Bei der Westenkontrolle ist aufgefallen, dass irgendwann mal eine Weste mit AIS Sender abhanden gekommen ist. Nicht grade ein tolles Gefühl, in Zukunft den Bestand der Westen und AIS Sender kontrollieren zu müssen. Nun. Schwarze Schafe gibt es immer. Fast zeitgleich mit der Crew in Laboe ankommend, schafft diese bereitwillig alles auf die MARLIN. Jan legt die Polster ein. Passt alles. Super. Macht was her. Jan hat grade für die neue Crew gekocht, ich esse noch einen Teller mit, da heißt es für mich auch schon wieder A7. Wieder Schleswig. Gebraucht habe ich ein Aluklapprad erworben und das ist so cool, Jan hat noch einen Platz im Keller der MARLIN gefunden, dass wir noch das Schwesterherz erwerben, was auch zum Verkauf stand. Nun denn. Mitten in der Nacht muss ich das noch abholen. Jetzt können zwei Gäste sich an Land per Fahrrad auf Exkursion begeben. Ist ja manchmal ganz praktisch.

Es ist dunkel als ich wieder zu Hause in Flensburg bin. Nathalie treffe ich kurz auf der Straße, die Kinder haben Besuch und schauen einen Film. Ich zieh mich aus und lege mich ins Bett. Mir reicht es.

p>Und uns MARLIN? Heute geht es in den NOK. Schaust Du hier.

 


 

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