Archiv der Kategorie: SY Marlin

Auf Reede. Microkosmos Ostseebad.

Darf man das?

Am Morgen wachen wir auf unserer MARLIN auf. Es wackelt nicht, kein Tatütata, keine Autos, kein Flensburg, ein paar Möven kreischen. Und das grade mal anderthalb Meilen weg von unserem Winterliegeplatz. Das lässt das Seglerherz höher schlagen. „Irgendwie habe ich die ganzen Nacht gewartet darauf, dass gleich irgendjemand anklopft mit den Worten: Hörnse mal, dass ist aber verboten. Hier einfach vor Anker liegen, das geht aber nicht. Husch, husch, ab in die Marina.“, Nathalie lacht. Dabei haben wir das mehr als ein Jahrzehnt auf der ganzen Welt gemacht. Hunderte Male, wenn nicht tausend Male ist unser Anker auf zehn Meter gefallen und hat uns Sicherheit und guten Schlaf in unserem Heim gegeben.“ „Nur das man hier nicht stundenlang zwischen anderen Schiffen umherfahren muss, um einen guten Platz zu finden. Hier gibt es keine anderen.“, ergänze ich. Lena hat sich zwischen uns in die Vorkabine gequetscht. „Nur ein bisschen wärmer könnte es sein.“

“Papa, lass uns fliegen.“ Tobias und ich haben den neuen Kran am Radarmast eingeweiht, der nun den schweren 30 PS Außenborder kinderleicht von der Reling Richtung Dinghy transportieren lässt. Wofür früher drei Leute notwendig waren, eine 10 minütige Einweisung, damit nix passiert und der AB nicht im Wasser oder an der Bordwand landet, machen das zwei Leute jetzt easy in ein paar Minuten. Wahrscheinlich geht es sogar Einhand recht flott von der Hand mit etwas Übung. Gute Optimierung. Und so schwimmt MAYALENA unser Naiad Beiboot aus Neuseeland mit dem dicken Motor am Heck hinter der MARLIN. Das reizt Maya. “Papa, lass uns endlich fliegen gehen.“ Endlich lasse ich alles andere fallen. Wer weiß ob ich morgen noch kann. Klar. Ich komme sofort mein Schatz. Maya und ich springen ins Dinghy. „Ich?“ „Na klar.“ „Aber ich bin den großen Außenborder noch nie gefahren.“ „Jetzt aber!“ Maya legt die Sicherungsleine um ihren Fuß, gibt vorsichtig Gas, bis sich der Bug des Tenders langsam wieder senkt und wir in Gleitfahrt kommen. „Fahr mal da hinten zu der kleinen Brücke hinter dem Wasserslebener Strand.“ Die kleine Holzbrücke markiert die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Kaum unter der kleinen Brücke hindurch sind wir im Land der Feen und Elfen. Hinter ein paar verlassenen Holzstegen, fahren wir zwischen mannshohem Schilf über kleine Seen. „Papa, nimm Du. Lass uns umdrehen. Da ist unheimlich. BITTE!“ Ich kenne meine Tochter. „Klar. Kein Problem.“

Brrrrrr. Der Wassermacher der MARLIN läuft. An dem Ostseewasser muss er nicht besonders arbeiten um klares gutschmeckendes Wasser zu erzeugen. Ich eröffne die Unabhängikeitssegelsaison 2017. Nicht ganz ohne Sorge, ob er denn nun die Zeit von July 2016 bis heute, den Frost und die Umstände, unbeschadet überlebt hat. Auf den Acoren haben Bootssjunge Micha und ich die Membranen und Leitungen mit Sodium Metabisulfite Lösung gefüllt, was das übliche Konservierungsmittel für Entsalzungsanlagen ist. Ein Jahr kann die Anlage dann ohne Nutzung, ohne Gammel stehen. Ich nippe nach 20 Minuten zum ersten Mal mit einem kleinen Schnappsglas am MARLIN Quellwasser. „Thats’s really good!“ Die Leitungen sind alle dicht. Das Marinawasser aus dem Tank pumpe ich ab, wegen dem Chlor. Generator und Wassermacher brauchen jetzt 5 Stunden um der einen Tank komplett zu füllen. „Komm Lars. Wir gehen spazieren!“, der arme Hund, immer noch kein Bootshund. Wird er auch irgendwie nie werden. Aber heute Abend ist Schiff angesagt, wegen der Übernachtungsgeburtstagsparty von Lena. Da ist er nämlich bewusst ausgeladen worden. Lars heult wieder rum, weil nur der Alte da ist und nicht sein Rudel.

Ich bin schon ein bisschen in St. Petersburg. Netz macht es möglich.


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Meine Kunden. Starke Segler.

Und los geht es.

Meinen Blog täglich zu pflegen, dazu komme ich im Moment nicht. Anderer Segler Probleme zu lösen ist mein Job, mit meiner Firma LUNATRONIC. Ich verkaufe aber nicht nur Hardware sondern auch Zeit. Meine Zeit. Training & Support. Ich habe gut zu tun, sehr gut zu tun. Vielleicht ist auch die Jahreszeit. Nach dem letzten Schnuppertörn im Winter 2017 am letzten Wochenende, gönne ich mir einen Tag zu Hause, dann mit der V70 Schleuder nach Greifswald. Kunde Christian hat tief in die Tasche gegriffen für sein Furuno FS-2575, ich soll sein PACTOR Modem DR7400 anschließen. Ein bisschen holprig, bis ich die Informationen zusammen habe. Furuno tut sich schwer, das Setup des KW Gerät ist mit einem Passwort geschützt, dass sie mir nicht geben wollen, so dass zwar der Anschluss gelingt, aber die schlussendliche Inbetriebnahme nur durch Furuno gemacht werden kann. Die haben aber keine Ahnung von den Modems. Vielleicht sollte Furuno da mal seinen Vertriebsprozess optimieren, ansonsten werden die Blauwassersegler wohl nicht diese eigentlich guten Anlagen kaufen.

Am nächsten Tag geht es weiter zu Kunde Andreas in Rostock, der ebenfalls eine Kurzwellenanlage hat, einen ICOM M802. Diesen aber von mir, also von LUNATRONIC. Ich soll die Erst-Inbetriebnahme machen. Der Katamaran steht an Land. Nun gut. Andreas ist nett, die Hardware hat er selbst verbaut und das perfekt. „Hätte ich nicht besser machen können. Glückwunsch Andreas.“ Ich schließe das DR7400 Modem mit zwei fertigen Kabeln an, pfeife einmal ins Mikro, schaue einmal auf das Amperemeter. „Alles gut.“ Nebenbei stecke ich zu Testzwecken die LunaWLANnet zusammen, die Andreas auch noch auf seinen Mast installieren wird. Die folgenden zwei Stunden texte ich Andreas zu. Ich mache die Schritte vor, er sitzt selbst am Rechner und macht alles nach, schreibt mit. Altes Wnuk’sches IHK Ausbilderwissen. Gelernt ist gelernt. Genauso schnell wie ich gekommen bin, schlage ich in Andreas Hand ein und bin wieder weg. „Ich schicke Dir eine Rechnung. Wenn Du noch Fragen hast. Telefonsupport ist kostenlos. Ruf mich an.“ Ich habe genug Erfahrung, dass ich weiß, dass Andreas wohl maximal noch mal zwei Mal anrufen wird, aber wegen dem MiniPlexer, den ich ihm nebenbei auch noch verkauft habe.

Am Nachmittag schlage ich an der Hohen Düne in Warnemünde auf. Kunde Frank, siehe Photo, habe ich schon 2015 ein komplettes Paket verkauft und zum Teil installiert. Vom B&G Naviagtions-N2K-Netzwerk, Fischer Panda Generator, über Wassermacher, diversen anderen Sachen bis hin zum MAC Bordrechner und natürlich dem PACTOR Modem mit ICOM M802 Funkanlage. Alles läuft. Frank hat mich gebucht, weil seine Pläne ins Mittelmeer zu gehen sich, etwas verirrt hatten, um nun wieder zielstrebig zu werden. Ja. So kann es gehen. Ich kenne solche Schicksalsschläge ja nun auch. Zwischenzeitlich steht ein umfangreiches AIS Update des Vesper Marine Fusion AIS an, diverse Software Updates und Netzwerkprobleme, in der recht komplex gewordenen Navigations- und Kommunikationselektronik. Frank ist nicht mehr so ganz vertraut mit der Bedienung, weil er sich seit zwei Jahren nicht, wie ursprünglich geplant, täglich mit der ganzen Technik beschäftigt hat. Das betrifft vor allen Dingen die Kurzwellenthematik, Händling von e-mail und Wetter an Bord. Ich versinke erst mal ein paar Stunden in die Firmware- und Update-Welt seiner Gerätschaften, bis alles wieder zusammenspielt. Dann übt Frank, so wie am Vormittag Andreas. Es geht schnell und gut, dauert dann aber doch alles wieder länger. Am frühen Abend verlassen wir das Schiff um im totenstillen Warnemünde noch einen Fisch an Salat zu finden. Das gelingt. Eine Flasche Wein an Bord schafft die Bettschwere. „Ne. Heute fahre ich nicht mehr Heim.“

Der nächste Tag ist von der Rückfahrt geprägt, bis ich schlussendlich am Nachmittag wieder zu Hause bin. Kennt ja jeder. Für die nächsten Tage liegen keine Termine an. Der Wetterbericht fürs Wochenende sieht gut aus. Sonnenschein ist angesagt. Frühlingserwachen. Am Samstag feiert Lena mit 12 Kindern Geburtstag mit Übernachtung. Da liegt eins nahe: „Leinen los!“ Am frühen Morgen läuft die MARLIN mit mir und Tobias aus. Das weite Ziel: Ostseebad. Die 2 Meilen sind schnell geschafft. Wir gehen auf Reede. Auf 10 Meter fällt der Anker. Alles gut. Karibikfeeling live. Es fehlen nur andere Ankerlieger. Hier liegen alle in der Marina.


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Viertes Schnuppersegeln auf der Förde

Mehr ein Starkwindtraining

Wir wachen am heutigen Morgen schräg auf. Die MARLIN will am Anker segeln und schwoit an der Kette was das Zeug hält. Von 15° Schräglage auf steuerbord, nach 15° backbord, fast rolle ich aus der Koje. „Wir laufen nicht aus! Der Anker bleibt da wo er ist. Windstärke acht ist Sturm“, verkünde ich unseren Mitseglern, die währenddessen die Tassen festhalten die ansonsten ins Rutschen kommen. Schon gestern sind wir bei Windstärke 7 aus dem Flensburger Hafen raus und raumschots mit 9-10 Knoten, nur mit dem zweiten Reff im Groß, bis nach Vemmingbund bei Sonderburg gekommen. Ordentlich Fisch, ordentlich Weinchen hat ebenfalls ordentlich Stimmung aufkommen lassen. Ich lasse mit NavMonPC die Winddaten mitschreiben. Am Horizont kommt eine schwarze Wolke nach der anderen und zieht über uns her. Aus dem geschützten Ankerplatz gegen W ist ein ungeschützter offen NW geworden. In den Böen sind 40 Knoten Wind, der Durchschnitt liegt bei 35 Knoten. Nicht das richtige Wetter um mit einer Crew loszusegeln, die das Schiff bisher nur flüchtig kennt.

Lange Gesichter. Pelle und Lars legen sich noch eine Runde auf’s Ohr. Dorit werkelt in der Küche. Wim und Jan sitzen vertieft mit ihren Handys im Salon. Die Stimmung ist nicht grade gut. „Schweinekalt ist es auch noch.“ „So ein Mistwetter hatte ich nicht gebucht.“ Da entdecke ich den ersten blauen Fleck am Himmel. Auch am Horizont tut sich was. Der Starkwind bleibt. Auf NavmonPC können wir die Windentwicklung live mitverfolgen. Gegen Mittag pendelt sich der Wind auf 30 Knoten ein. „Dann mal los!“, entscheide ich und ziehe mir meine Segelsachen an. Long John, Stiefel, warme Unterwäsche und natürlich die gute Musto Jacke bis unter die Nasenspitze. Außentemperatur 5°. Innentemperatur 19°. Im Pilothaus sitzt es sich gemütlich. Durch die großen Scheiben kann man die aufgepeitschte See beobachten. „Dann mal raus. Jan, Du bleibst am Steuerrad. Den ROCNA hebe ich mit Pelle. Alle anderen können schon mal die Leinen klar machen.“ Alles läuft wie am Schnürchen. Der 70kg ROCNA Anker an 30 Meter Kette kommt leicht hoch. Sofort legt sich MARLIN auf die Seite und segelt los. „Viereinhalb Knoten bei Halbwind. Ohne Segel.“ Ich schaue zum Horizont. Ein neues schwarzes Ungetüm taucht am Himmel auf. „Da sind noch mal vierzig Knoten drin. Wir warten noch mit dem Großsegel bis die Gewitter-Wolke durch ist. Dann gehen wir ins dritte Reff. Das sind ja Verhältnisse wie in Patagonien. Kap Hoorn liegt auf 56°S. Wir segeln grade auf 53°N.“ Pelle, Pille auf dem Raumschiff MARLIN, lacht. „Kap Hoorn hatte ich aber nicht auf dem Plan!“ Das Manöver zum Segelsetzen fahre ich selbst. Kaputt brauchen wir jetzt nicht. Ein paar Minuten später steht das Segel im kleinsten Reff, was wir haben. Ich falle ab. Jan schlägt den Bullenstander an. MARLIN segelt Richtung Kalkgrund mit Rumpfgeschwindigkeit. „Was ist Rumpfgeschwindigkeit?“, fragt Lehrer Lars. „Aehm. Da gibt es eine Formel für. Habe ich vergessen. Wim? Kennst Du die?“ „Wurzel der Wasserlinie mal 2,43“, kommt aus der Pistole geschossen! Ich zeige Wim den Daumen nach oben. Wim ist Profisegler, an Bord weil er besonders mich und die MARLIN mal kennenlernen wollte. Da passte der kurze Schnuppertörn bestens in seine Freizeitplanung. Überhaupt: Es hat sich wieder mal eine besonders stimmige Crew auf der MARLIN zusammengefunden.

Eigentlich sollte Skipper Jan das Segelzepter heute in der Hand halten, aber auf Grund der Windverhältnisse schalte ich mich ein. Es geht flott mit Rumpfgeschwindigkeit Richtung Leuchtturm Kalkgrund in den kleinen Belt. Schnuppersegeln. Downwind ist das ja alles gut und einfach, spaßig. Zwischenzeitlich haben wir durchgängig blauen Himmel und Sonne. „So hatte ich das bestellt.“ Die berühmt berüchtigte, steile, kabbelige Ostseewelle kommt ungebremst aus Norden, als wir in den Belt kommen. Die Insel Aero liegt zum Greifen nah vor uns und die Zeiger der Uhr im Salon der MARLIN dreht sich unweigerlich weiter. „Jan, ich koche mal ne Spagetti mit Sauce, bevor wir eine Wende fahren. Wir haben 20 Meilen bis nach Hoerup Havn, die wir gegen 30 Knoten aufkreuzen müssen.“ „Jou! Mach mal. Ich pass auf dass keiner über Bord geht.“ Am Steuer steht Dorit, die mutige Krankenschwester aus dem Spreewald. Als langjährige Leserin unseres Blogs, kennt sie mich vielleicht besser als ich mich selbst. „Irgendwie konnte ich es nicht sein lassen. Die Maus am Computer ist beim Buchen Button für diesen Schnuppertörn festgeklebt und ich habe gedrückt“, stellt sich sie die junge Krankenschwester mit Berliner Akzent vor. „Ich war noch nie auf einem Segelboot.“ „Na dann hast Du ja die richtige Wahl gemacht. Hast Du den Starkwind extra bestellt, damit es uns nicht langweilig wird?“ Dorit lacht mich mit strahlend blauen Augen an. Ja. Alle haben Fun ohne Ende, stehen abwechselnd am Ruder und in Rauschefahrt genießen sie die MARLIN. Ich verschwinde in der Kombüse. Spagetti a la Nathalie gibt es zum verspäteten Mittagessen.

“Klar zu Wende?“ Der Bug der MARLIN dreht sich Richtung Schlei Mündung, dann wieder Richtung Kalkgrund. Es wird ruppig und schräg. Sehr schräg. Jetzt kommen zu dem Wind, mit immer noch 25 Knoten, der Fahrtwind. Wieder steht die Nadel auf fast dreißig Knoten. Das Schiff zeigt was es kann. Der Rumpf schneidet den Belt in zwei Teile. Mit dreißig Tonnen liegen wir relativ ruhig im Wasser. Strömung gibt es hier kaum, die Schläge werden immer kürzer, die Sonne neigt sich immer weiter Richtung Westen und kaum verschwunden wird es eisig kalt draußen. Keine Diskussion. Nur noch für die Wenden gehen wir raus, den Rest der Zeit sitzen wir alle im warmen Pilothaus und schauen MARLIN beim Segeln zu, genießen die mollige Wärme, sind froh jetzt nicht am Steuer stehen zu müssen. Plötzlich ein Geräusch, ein Krachen, als wenn wir in einen Container gefahren sind. Ich kann es nicht lokalisieren. Chaos an Bord. „Was ist los?“ Skipper Jan wieselt über das Deck und findet schnell die Ursache: Die Ankerwinsch ist plötzlich angesprungen und hat versucht den Anker hochzuziehen, der aber bereis festgebunden in seiner Halterung liegt. Die Rutschkupplung ist mit einem irren Krach durchgedreht. „Mach schnell die Ankerwinschsicherung aus!“, Jan findet auch direkt die Ursache. Vom Fußschalter ist das Gummi kaputt gegangen, Seewasser eingedrungen und hat den Schaltimpuls ausgelöst. Gut gemacht Jan. Sehr gut.

Der Tag endet, wie er enden muss nach so viel Abenteuer. In Hoerup Havn fällt der ROCNA auf 10 Meter Wassertiefe, die Buddel Rum kommt aufn Tisch und der Skipper zaubert am Herd. „Heute habe ich Seeteufel beim Segeln gefangen.“ Keiner glaubt mir mehr, als ich den Fisch im Eimer zeige. Komisch. Es ist spät geworden. Und ich bin der erste, der schon mal das Nachtkonzert in der Steuerbordkabine anschnarcht. Tolle Crew. Toller Tag. Tolles Segeln. Unvergesslich.

 


 

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Geschafft. Schiffssicherheitszertifikat Klasse A für weltweite Fahrt

Eigentlich ja nur ein Stück Papier

Der Wnuk hat wieder Haare. Dies ist mein erstes Foto ohne schützende Cap seit 7 Monaten. Anderthalb Zentimeter Haare zieren meinen Schädel. Leider grau, was sich noch ändern kann. Immerhin, ein optischer Schritt nach vorne. Aber um ehrlich zu sein und auf den Punkt zu bringen: Der Umgang mit der Angst, dass die Krankheit zurückkommt, will gelernt sein. Punkt.

MARLIN hat die alle zwei Jahre notwendige Inspektion der BG Verkehr ohne einen einzigen Mängel abgelegt. Prima. Da auf dem Zettel steht es: Wir sind ein sicheres Schiff unter deutscher Flagge und dürfen Mitsegler mitnehmen. Hat nicht jeder und das hat den Grund der umfangreichen Anforderungen, die die BG Verkehr so an einen stellt. Ich habe das Dokument für den Interessierten mal hier zum runterladen für Interessenten bereitgestellt, also den Mitseglinteressierten, den Leser und natürlich für den, der noch ohne segelt. „Die Nachfrage nach unserern Abnahmem ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, mein der Prüfer Conradi. Ja. Ich bin nicht ohne Grund, stolz auf unsere Schiff, auf dieses Stück Papier. Ist jeden Tag auch ne ganze Menge Geld und Zeit, die in die Unter- und Instandhaltung reinfließt. Und somit ist klar: Über jeden neuen Mitsegler, freuen wir uns natürlich sehr.

Irgendwie ist ja nun doch alles im Plan gelaufen. Rückkehr nach Deutschland von den Azoren, um diese Prüfung zu bestehen. Ostseerunde, Schweden, Finnland und St. Petersburg standen immer schon auf der „MUST GO Liste“. Eine Prise Glück, viel Sonne und eine steife Brise werden das Gericht vervollständigen. „Guten Appetit.“

Tobias durfte heute zum ersten Mal in den Mast zum Tauschen der defekten Deckslampe. Ansonsten zieht die Deckwaschpumpe aus dem Motorraum in die Vorpiek um, nachdem uns ein Schlauch im Motorraum von der Tülle gesprungen ist und den Motorraum fluten wollte, dort nebst eine Innenraumlampe ein neues Zu Hause zu finden. Ich wechsle den Schalter der Decksbeleuchtung. Das Kontrolllicht war defekt, weshalb man natürlich vergessen hat diese auszuschalten und der teure Glaskolben ratzfatz im Arsch war. Umdreh-Schilder zieren nun die Toiletten um Anzuzeigen, ob der Schwarzwassertank offen oder geschlossen ist. Vorbereitungen für Schweden, die es mit dem Schwarzwasser sehr ernst nehmen. Schlussendlich habe ich weitere Sicherungsringe an den Drehgriffen der Cockpitluken aus Stahl gegen Edelstahl getauscht. Kleinigkeiten, die ausgiebig aufhalten. Aber es war sonnig. Geiler Tag.

 


 

Am Wochenende geht es wieder los!

Co Skipper Jan hat schon seinen Koffer gepackt um aus Berlin anzureisen. Da werde ich morgen mal ne Buddel Rum Windstärke 13 besorgen. Der folgende Schnuppersegeltörn ist ausgebucht. Aber Du kannst an den folgenden anstehenden Törns mitsegeln:
Flensburg – Anholt – Oslo
01.04.2017 – 13.04.2017
Oslo – südnorwegische Küste – Kristiansand – Skagen
15.04.2017 – 27.04.2017
Skagen – Göteborger Schärengarten – Göteborg – Anholt – Kopenhagen
29.04.2017 – 11.05.2017
Kopenhagen – Vesterø / Anholt – Skagen
13.05.2017 – 19.05.2017

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Lena wird Zehn

Lang ist es her

Zehn Jahre ist es nun her, dass Lena in Knysna, Südafrika, geboren wurde. Lang ist es her und die Erinnerung ist noch so nah wie der gestrige Tag. Nathalie musste ganz schön die Schenkel zusammenkneifen, sonst wäre Lena damals schon im alten Merdi auf dem Weg von der IRON LADY ins Krankenhaus rausgeflutscht. Und nun? Nun ist sie zehn Jahre alt, Wunschflensburgerin und eine selbstbewusste kleine Dame die übers Fußballfeld rennt, dass es ein Spaß ist ihr zuzuschauen. Oft werden wir gefragt ob unsere Kinder denn segelbegeistert sind. Die Antwort ist kurz: Nein. Wenn überhaupt Segeln als Thema auf den Tisch kommt: „Papa! Dann wollen wir aber auch richtig weit weg. Das wo es Delfine und Robben gibt, die Tage lang und die Nächte kurz sind. Oder nach Cuba, weil da die Leute so nett sind, das Wasser so klar und warm.“ Ich hatte auch nie erwartet, dass unsere Kinder zu Regattaseglerinnen werden, nur weil sie quasi auf dem Schiff geboren wurden. Heute auf jeden Fall ist Lena mit ihrer Schwester soeben im Kinderzimmer mit einem Berg Playmobilgeschenke verschwunden und wird bis zum Nachmittag da bestimmt auch nicht mehr herauskommen.

Uns MARLIN beherbergt dieses Wochenende Yvonne und ihren Freund als Airbnb Gäste. Die beiden waren noch nie auf einem Schiff. Meine Einweisung gestern war kurz und knapp. Für mich heißt das. Heute keine MARLIN, keine Baustellen.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

Vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan. Leider Ausgebucht.

Ab April soll die MARLIN eigentlich los nach Oslo. So steht es im Plan. Aber im Gegensatz zu den voll belegten Schnuppertörns in der Förde sind da noch viel zu viele Plätze frei und ich denke grade darüber nach ob es nicht noch ein bisschen zu früh ist für die meisten Segler. Zu kalt, zu ungemütlich? Ob wir besser noch ein paar Schnuppertörns anbieten? Hmm. Wird schon noch werden.

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Nikes Film übers Mitsegeln auf der Förde ist da.

Weiterhin Regen an der Förde

Es regnet sich ein Heute. Mal wieder. Fast war es frostig schöner. Richtig warm ist es immer noch nicht. Mensch, das dauert mal wieder, aber irgendwann wird sie kommen, die Sonne, der Frühling und Nike wird auch irgendwann wiederkommen. Das hab ich im Urin. Erst mal ein dickes Dankeschön an meine Segelfreundin. Ich wünsche Dir immer viel mehr als eine Handbreit unter dem Kiel.

Nach dem letzten Schuppersegeln ist wieder Alltag auf der MARLIN. Am Montag stehe ich vorm Schiff. Mein Nachbar Ragnar ist grade dabei aus seinem Segelschiff ein Hausboot zu machen. Ein solides Holzgestell soll eine solide Plane halten unter der er dann so eine Art Gewächshaus hat um Kräuter anzupflanzen. So, auf jeden Fall meine Vermutung. „Meinst Du, dass Du das Dach jemals wieder entfernst?“ Ragnar kann was ab. „Hast Du eine Ahnung von die MARLIN Aluleiter ist?“ „Oh, das habe ich mich auch schon gefragt.“ Nun, der Scherlock Holmes in mir befragt erst mal den letzten Gast Frank per Telefon. „Ne, ich habe die noch benutzt um auf den Steg zu kommen.“ Der Wind hat gedreht, die Klappleiter ist zwischen Schiff und Steg auf sechs Meter gesunken. „Und nu?“ Ich kratze mich an meiner modernen Kurzhaarfrisur am Hinterkopf. Ich hole erst mal den Thunfisch Angelharken und versuche meine Leiter wieder rauszufischen. Endet damit, dass mir die ganze Leine ins Wasser versinkt. Zweiter Versuch: Thunaharken mit Tauchblei. Einmal ziehe ich das Gespann längsseits. „Ragnar. Ragnar. Hilfe. Ich hab was an der Angel. Hilf mir.“ Ragnar kommt schnell und gemeinsam holen wir die Klappleiter an Bord. Der Wochenanfang ist positiv gemeistert. Also beim nächsten Briefing nicht vergessen. „Die Leiter nicht am Schiff angelehnt lassen! Sondern in die Süllkante legen.“

Als Nächstes teilt mir Hafenmeister Peter mit, dass ich ab dem 17ten März keinen Liegeplatz mehr habe, weil der Sommerlieger einwässert. Ich tue mal cool, als wenn mich das jetzt nicht interessieren würde. Etwas unruhig macht es mich aber doch. Egal. Zum 1. April soll die MARLIN ja lossegeln, was derzeit wegen fehlender Buchungen mehr zu einem besonders lustigen Aprilscherz führen wird. Irgendwie fehlen die Herren und Damen Ritter, die im April durch den Skagerrak nach Oslo segeln wollen. Nun, ganz unverständlich ist das nicht. Daran ändert leider auch die Zusammenarbeit mit Sailing Island nichts.

Tobis baut mal wieder die Toilettenpumpe aus um die Ursache für zu wenig Spülwasser zu finden. Ich das Rückschlagventil im Motorraum. Ich werde fündig, das Ventil ist komplett mit Seegras verstopft. „Na. Kein Wunder, wenn die Pumpe nicht genug Wasser bekommt. Am Nachmittag funktioniert wieder alles und wir sind wieder einmal um eine Länge schlauer, aber eben auch wieder einen Tag älter.

Am hinteren Ende des Baumes hat die letzte Crew die Reffleinen-Umlenkrolle des zweiten Reffs, mit lautem Krachen zerlegt. Alterserscheinungen. Die Rolle anfertigen zu lassen ist teuer. „Carsten, am besten machst Du die auch aus Alu mit einer Messingbuchse.“ „Bis wann? Freitag? Du spinnst doch.“ So was geht dann meist über den Preis. 40 Euro pro Rolle. Ist das jetzt teuer? Da das nicht die letzte kaputte Rolle sein wird, bestelle ich mal direkt sechs Stück, in der Hoffnung, dass die Rollen am Top nicht kaputte gehen und wenn, die gleichen Dimensionen haben.

Jetzt aber noch schnell zwei Rettungswesten bestellen, den neuen Kartensatz für die Ostsee und das Original Schiffssicherheitzertifikat suchen. Am Donnerstag kommt die BG Verkehr zur Prüfung.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

Vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan. Ausgebucht.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

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Frank at Helm

Ende gut – Alles gut

Schulleiter Frank ist am Steuer. Ich als alter Britisch Yachtmaster verfalle ja nun bekanntlich gerne in englische Sprache. „The helm is yours!“ Frank will übernehmen. Pause. „Frank ich lass das Steuer nicht los, wenn Du mir nicht antwortest. „The helm is mine!“ Ich lache. Frank lacht. Alles sehr lustig, aber eben mit der Prise Ernst. Nein, wir machen keine Ausbildungstörns, aber heute ist dann Paul, der Rettungsring, doch mal über Bord gegangen. „Mann über Bord.“ Keiner hat damit gerechnet, wie im ehrlichen Leben und Nicole hat ganz schön am Rad gedreht. Das beste an dem kapitalen Überläufer des Running Backstays war, das wir ihn mit einem Schotstek dann doch wieder ohne Messer lösen konnten. Alle haben was gelernt. Paul hat es dann zufälliger Weise doch ins Schiff zurück geschafft. LOL. Alles gut. Die Stimmung am letzten Tag war wieder super. Frank hat man gar nicht angemerkt, dass er Schulleiter ist. Gegen die hat man ja so seine Vorurteile. Frank ist aber ganz das Gegenteil, ein guter Segler, nervt nicht mit Besserwisserei, ist lustig und jetzt? Friend of MARLIN. Hoffentlich kommt er bald wieder mit. Und ich denke, dass wird er machen. Er hat sich deutlich in MARLIN verliebt. Kann ich verstehen. Ist mir auch mal so gegangen.

Von oben kommt viel Regen heute und am Nachmittag verlässt uns der Wind. So kommen wir wieder pünktlich genau auf die Minute in Flensburg an. Christoph parkt auf den Strich genau ein und bei Sichtung der übrig gebliebenden Getränkevoräte entwickelt sich eine Party im Cockpit. So warm ist es. Ob es Frühling wird? Ich schwächel zuerst und finde, nicht ganz gradlinig, dann doch den Weg nach Hause. Schön war es wieder. Danke noch mal an Christoph, Nicole, Lisa und Frank.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

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Segelelfen auf der MARLIN

Ein fantastischer Segeltag liegt hinter uns

Skipper Christoph hat nach einem Tag zuschauen, wie ich es mache mit den Gästen an Bord, das Kommando komplett übernommen. Die zweite Nacht verbringen wir längsseits im kleinen Hafen von Marstal auf der Insel Aero. Er macht alles richtig und ich ziehe mich zurück ins Innere der MARLIN. Mittags gibt es beim Segeln eine Schale warmes Essen aus meiner Kombüse. Vorgestern Fried Rice mit Gemüse, heute Green Curry mit Nudeln. Is mir ja besonders wichtig. Eine satte Crew ist eine glückliche Crew. Die Nutzung des Autopilots reduziert sich auf diese halbe Stunde Mittagessen im Pilothaus. Ansonsten steht die Crew fast durchgehend draußen, segelnd, lachend, redend, kommunizierend. Am Vormittag machen wir eine Runde durchs schnuckelige Örtchen Marstal. Wir sind das einzige Schiff mit Seglern. Ansonsten ist es zu früh im Jahr. Marstal ist dänisch nett. Wir werden belohnt für unseren Mut: Mit ein paar Sonnenstrahlen und einer frischen Brise aus Ost, um am Nachmittag den kleinen Belt wieder nach Hoerup Hav zu überqueren.

Lisa und Nicole sind unsere sympathische weibliche Besatzung aus dem schönen österreichischen Wien an Bord. Beide stehen am Beginn ihrer seglerischen Laufbahn und haben die Gunst der Zeit genutzt, auf der MARLIN anzuheuern. „Unsere Freunde stehen auf der Segler Messe Austrian Boat Show – BOOT TULLN in Wien und reden über Segeln. Wir sind auf der MARLIN hier in der dänischen Südsee und machen geniales Segeln. Das war die richtige Entscheidung!“ Die beiden fragen Christoph Löcher in den Bauch. Christoph kann das ab, hat eine störrische Ruhe dabei und höre immer lautes Lachen vom Cockpit herunter schallen. Alles gut.

Die Abende sind immer genial. Ich darf das machen, was ich am liebsten auf der MARLIN mache wenn Gäste an Bord sind. Ich darf kochen. Nebst der geräucherten Lachsforelle hat sich gestern Abend ein 2Kg Seeteufel in den Kühlschrank der MARLIN verlaufen, denn es mit viel Kräutern, Gemüse und Weißwein am Abend gibt. Die Gesichter sind alle auf Smile :-) eingestellt. Noch nicht einmal der Anstandsrest bleibt liegen. Alles Ratz Fatz leer. Heute Abend wir es ein scharfes indisches Madras Curry in Kokusnussmilch mit Rindfleisch, Gemüse, Salat und Bratkartoffeln mit Beifuß, geben. Das werden sie nicht schaffen aufzuessen. Gut dass wir uns so gut und ausgiebig verproviantiert haben. Die Frage: „Wer soll das denn alles essen?“, erübrigt sich von Tag zu Tag mehr. Am Sonntag Abend wird davon nicht viel übrig sein.


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Steiler Zahn: Skipper Christoph

In den Händen der dänischen Südsee.

Einsam ziehen die Segel der MARLIN am Leuchturm Kalkgrund vorbei. Ziel ist der Piratenhafen von Marstal. In etwa einer Stunde werden wir unser Ziel erreichen. Ein wunderschöner Frühlings- und Segeltag liegt dann hinter uns. Unerwartet, muss man zugeben. Unerwartet schön. Unerwartet harmonisch. Unerwartet windreich. Erst jetzt lässt der Wind etwas nach. Ich sitze am Navigationstisch, die Heizkörper sind runtergedreht, so warm ist es. Aber warum so viel unerwartet?

Der Tag gestern fing ganz anders an. In einem Hagelschauer mit starken Böen komme ich zur MARLIN. Lisa, Frank und Nicole waren schon am Nachmittag des Vortages aus Wien und vom Bodensee angereist und übernachteten auf der MARLIN. Da passiert es. Gegen 23 Uhr, mitten in der Nacht, der Skipper schnarcht schon im heimischen Bett neben der Capitana, da fällt die Heizung aus. Nicole vermutet, dass ich via iPhone App die Temperatur der MARLIN Heizung runter geschaltet habe. Woher soll sie auch wissen, was ich weiß, als ich zur MARLIN komme und die in Wintersachen vermummten Mitsegler frierend im Salon vorfinde? Der Verbrennungsmotor der Heizung ist ausgefallen. Neun mal blinkt die Fehlerleuchte. „Mist. Habt ihr es aber kalt hier. Das fängt ja gut an“, murmel ich mir in meinen Dreitagesbart, wissend: „Houston. Wir haben ein Problem.“

Mit den gleichen Worten rufe ich Bootsjunge Tobias an. „Notfall“ „O.K. Ich komme.“ Im Lager habe ich eine komplette Heizung für diesen Fall, irgendwann mal via eBay Kleinanzeigen günstig ergattert. Jetzt kommt ihre Zeit. Tobias und ich rücken mit der Heizung aus. Tobias gibt mir das OP Besteck an durch die Luke des Motorraums. Die OP mache ich lieber selber. Die Zeit drängt. Wir wollen gegen Mittag auslaufen.

Co-Skipper Christoph taucht auch auf. Zieht die Augenbraunen hoch. „O.K.!“ Nicht der Mann der großen Worte übernimmt er andere Arbeiten, füllt schon mal Wasser und Heizöl auf. Alle wissen, dass der Törn ohne Heizung, ins Wasser fallen wird. Also! Skipper Micha. Zeig was Du kannst. In 20 Minuten ist die Heizung ausgebaut und Tobias reicht mir das schmucke neue Stück hinunter. Nicht, dass das einfach so mal gemacht wäre. Die Halterung ist schwierig abzubauen, das Wasser ist abzulassen, viele Kabel und Schläuche sind zu lösen. Alles geht gut. In weiteren 35 Minuten ist alles drin. Der spannenden Augenblick beginnt. Wird sie laufen? „Ja. Sie läuft.“ Der Trip ist gerettet und Schwupps sind wir auch schon los zum Verproviantieren und bringen vor Sonnenuntergang die MARLIN in Richtung Ochseninseln. Alles gut, die Lachsforelle räuchert auf dem Force. Der Abend ist gerettet. Der Törn kann beginnen.

Für Skipper Christoph und mich ist es ein besonderer Schnuppertörn, ich will wissen wie Christoph die MARLIN segelt, mit meinen Kunden umgeht. Spannung liegt an. Christoph ist Profi. Ich auch. Der Segeltag verläuft glanzvoll für Christoph, für mich, für unsere Kunden. Gleich laufen wir in Marstal ein. 2kg Seeteufel warten auf ein ebenfalls glanzvolles Abendessen nach einem glanzvollen Segeltag. Alles gut. Die Crew der MARLIN, der Co-Skipper legen ein 1a Anlegemanöver hin. Ich stehe sinnlos daneben und schaue zu. Ein bisschen dekadent. Kann es besser sein? Nein.

Am 17.3. geht es wieder los mit der MARLIN. Ausgebucht. Mit dabei Co-Skipper Jan. No comment. Das wird ein toller Törn. Mal schauen was diesmal kaputt geht.


Schnuppersegeln auf der Förde!

vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

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Neue Rettungsinsel auf der MARLIN

Mehr Platz. Mehr Sicherheit

Nathalie war ja schon immer dafür, ich eher knauserig. Nun haben wir aber in den etwas sauren Apfel gebissen und die Neue ist da. Acht Personen kann die VIKING RescYou-Pro Rettungsinsel aufnehmen und ist natürlich für weltweite Fahrt zugelassen. Der Hintergrund ist aber auch der, dass die MARLIN ab April mit sechs Gästen plus Skipper fahren kann. Der Skipper darf dann im schönen Pilothaus schlafen. Auch nett. Oder? Die alte sechs Personen Rettungsinsel steht zum Verkauf. Muss allerdings geserviced werden. Bei Interesse: PN.

Morgen geht es wieder los auf die Förde. Diesmal wird Skipper Christoph, Lisa und Nicole, Frank und ich dabei sein. Ein Platz ist übrigens noch frei. Für Kurzentschlossene.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

vom 2.3.-5.3.17 Micha mit Co-Skipper Christoph.
vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

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Durch die Mitte zum Connect

Viel Fluch, viel Kabel, viel Kalt.

Auch am Wochenende wird auf der SY KISU gearbeitet. Erst einmal verstehen wir vor den verschlossenen Türen der Werft, als dann der Manager den Tür-Code per Telefon rausgibt um die Halle zu entern. Der Plan für heute steht schon fest: Die LunaWLANnet WLAN Mastantenne soll an ihren Platz um Markus und Gaby auf ihrer Reise grenzenlos mit Internet zu versorgen, auch am Ankerplatz, auch weit weg vom Hotspot, der Traumbar, dem Traumhotel, dem nächsten WiFi Einwahlknoten. In der Excel Liste steht: Aufwand 4 Std.

Das Vorhaben, das Kabel der Antenne durch den 18 Meter Mast zum Top zu bringen ist nicht einfach. Der Mast liegt in der hintersten Ecke der Halle. Die Schiffe sind kunstvoll zentimetergenau zusammengestellt. Eine Pilotleine vom Fuß zum Top gibt es natürlich nicht, aber ein 5mm dickes AIS Kabel und eine 9mm dicke UKW Leitung. Dann mal los.

Markus steht am Mastfuß, ich am Top. „Dann zieh mal die dünne Leitung raus!“, rufe ich durch die Halle. Am Ende habe ich die Pilotleine und das Kabel der LunaWLANnet angeknotet und mit Tape kunstvoll umwickelt. Nach vielleicht 5 Metern steckt mein Konstrukt im Mast fest. Es geht weder vor, noch zurück. Ich fange leise an zu fluchen. Mit viel Mühe bekomme ich das Kabel wieder zurück. Der nächste Versuch scheitert ebenfalls. Nach weiteren 30 Minuten ruft Markus von der anderen Seite: „Ich hab`s. Das Kabel ist durch.“ Allerdings ohne die Pilotleine, ohne das Kabel der LunaWLANnet. „Abgerissen!“ Ich fluche lauter. „O.K. Dann nehmen wir jetzt das 10mm dicke UKW Kabel.“ In der Halle ist es kalt. Der Alumast ist noch viel kälter. Ich spüre meine Fingerspitzen schon nicht mehr. „Letzte Chance!“, geht es mir durch den Kopf. Ich knote richtig, ziehe die Schlaufe über meinen Fuß zu. „So. Das muss jetzt aber verdammt noch mal halten.“ Markus zieht. „Ich habe das Datenkabel und die Pilotleine!“, ruft er vom Ende der Halle nach weiteren 30 Minuten. „HeyHey. SUPER!“ Give me Five. Die Installation der WLAN Mastantenne ist fertig. Nur ein kleine Problemchen besteht noch. Das AIS und UKW Kabel sind beide raus aus dem 38mm Plastikrohr, dass für uns unsichtbar durch den Mast geht. Jetzt wird es richtig laut. Ich fluche lauter. Alle Versuche, die Kabel zusammen mit der Pilotleine wieder in den Masttop zu bekommen scheitern. Literweise Spülmittel hilft als Gleitmittel. Ohne Erfolg. Ich bin kurz vorm Aufgeben. Aber was hilft Aufgeben schon? Ich kann ja Markus nicht ohne die beiden notwendigen Kabel alleine lassen. Nicht nett so etwas. Wir sind frustriert. Ich mehr als Markus. Der vertraut mir einfach. „Deshalb bist Du ja hier. Du machst das schon, steht zwischen den Falten auf seiner Stirn geschrieben.“ Hmm. Mit neuem Tape, noch mehr Spüli, noch raffinierteren Knoten, rutschen die Kabel dann irgendwann doch. Einzeln geht. „Das ist die Lösung. Ganz plötzlich rutscht alles an seinen Platz. „Gut, dass wir nicht aufgegeben haben.“

Alles in allem dauert der Job dann doch seine geplanten vier Stunden. Ist eben so. Ich atme auf, verlöte neue Stecker, wickle die Leitungen UV-sicher in selbstvulkanisierendes Tape ein, natürlich nicht ohne mir in die Pfoten zu schneiden. „Fertig. Jetzt könnt ihr den Mast stellen und braucht nur noch die Trennstelle wieder miteinander zu verbinden.“

Am 2.3. geht es wieder los mit der MARLIN. Schnuppertörn. Geheimtipp: Es ist noch ein Platz neben Elfe Loidold, Nicole und Ritter Frank frei. Spezieller Wunsch der dreien war, den Törn etwas auszuweiten. Deshalb geht der Törn über vier Tage.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

vom 2.3.-5.3.17 Micha mit Co-Skipper Christoph.
vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

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Makus und die 200er LIMA für die KISU

Das weiß er was er hat!

“Passt. Wackelt. Hat Luft!“ So sagen wir das am Niederrhein, inner Garage, wenn geschraubt wird. Kippe im Maul, Bier in der Hand und ölige Pranken, die man sich an der eh schon dreckigen Hose abwischt. Nicht ganz so auf Markus SY KISU. Die steht wo? Na. In der Halle. Sieht man doch. In Wemeldinge. In Holland. Sieht man nicht. Und die Balmar Lichtmaschine, das Beste was gibt, unter weißen Segeln, im Moment, um Strom mit Maschine zu erzeugen, die soll in Markus Schiff, damit der so lachen kann wie er es auf dem Foto tut. Unbesorgt. Ich lache noch nicht, denn noch ist die Balmar LIMA noch nicht an ihrem Platz neben dem Yanmar. Passt der Umbaukit? Oder passt er nicht? Man wird sehen. Kann dann später der, der Power braucht bei LUNATRONIC kaufen. “Passt. Wackelt. Hat Luft!“

Am 2.3. geht es wieder los. Geheimtipp: Es ist noch ein Platz neben Elfe Loidold, Nicole und Frank frei. Spezieller Wunsch der Beiden war den Törn etwas auszuweiten. Deshalb geht der Törn über vier Tage.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

vom 2.3.-5.3.17 Micha mit Co-Skipper Christoph.
vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

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