Archiv der Kategorie: Digger Hamburg

Mal so’ ne ungefähre Windauswertung.

Hab mal unsere Windverhältnisse rausgekramt. Und in eine Karte eingetragen. So sah das aus. Sind nicht alle Etappen drauf. Hafentage werte ich auch mal aus, da sind die Zahlen viel höher…


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Und ich sach doch: Punkrock!

Mehr sag ich im Moment noch nicht dazu…

 

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Seemannschaft – ein gequälter Begriff.

Es gibt etwas, was ich mittlerweile am Segeln gar nicht mehr mag. Es ist keine Situation, sondern ein Begriff. Genauer gesagt der Umgang mit einem Begriff. Ein Begriff, mit dem sogar ziemlich gemein umgegangen wird. Er wird herumgeworfen wie ein Gummiball. Den man so einsetzen kann, wie es einem gefällt. Und wenn einem die Srgumente ausgehen. Die Rede ist von folgendem Wort: der “Seemannschaft”.

Eigentlich ist die Seemannschaft etwas wunderbares. Wikipedia erklärt diesen Begriff wie folgt: Seamanship is the art of operating a ship or boat.

Genau das ist es. Nur wird das oft anders betrachtet. Seemannschaft wird immer gern von  Besserseglern eingesetzt. Segler die wissen, wie es geht. Und es den anderen erklären müssen. Strandet irgendwo eine Yacht und steht es in den Medien, wird das in den Internetforen sofort nach ein paar Beiträgen mit “schlechter Seemannschaft” kommentiert. Ohne zu wissen, wie die Situation an Bord war. Streng genommen ist Einhandsegeln immer “schlechte Seemannschaft”. Weil es in Schlafphasen des Skippers keine Wache an Deck gibt. Es gibt in meinen Augen auch keine gute Seemannschaft. Es gibt nur die Seemannschaft. Entweder beherrscht man die Kunst, ein Boot zu führen oder nicht. Die Habecks, die vor Jahren auf einer 21 Fuss Yacht rund um die Welt gesegelt sind, mit ihrem kleinen Sohn, wurden oft so sehr abgestraft. Und immer fiel dann das Nicht-Argument “schlechte Seemannschaft.” Ist es aber nicht. Die 3 sind auf einem Boot kaum größer als eine Jolle um die Welt gesegelt. Und heile angekommen.

Segelt jemand ohne nennenswerte Probleme um die Welt, spricht man schnell von guter Seemannschaft. Segelt ein anderer die gleiche Tour und gerät in einem Orkan in Seenot, dann wird von schlechter Seemannschaft gesprochen, weil es ja unverantwortlich war, was er tat.

Wie man diesen Begriff strapazieren kann, erklärt eine Nachricht und ein Forenbeitrag, den ich irgendwo über unsere DIGGER Tour gelesen hab. Als ich in Sæby entschied, nicht weiter gen Norden zu segeln, weil das Wetter so unbeständig war und unser kleines Boot – und vor allem wohl ich – mit dem vielen Durchschnittswind und der Welle an einer Grenze angekommen war. Da schrieb einer irgendwo in irgendeinem Forum: schlechte Seemannschaft, mit einem 18 Fuss Schiff so eine Tour zu machen. Ein anderer schrieb mir: gute Seemannschaft, so eine Entscheidung zu treffen. Na was denn nun?

Wenn jemand einen Fehler an Bord macht, ist es gemeinhin die schlechte Seemannschaft. Ich denke aber, dass Fehler dazu gehören, um die Kunst des Bootsführens zu lernen.

Wenn man sich an Bord ein Bier nach dem anderen reinpfeffert, dann ist es in meinen Augen keine Schlechte, sondern gar keine Seemannschaft.

Wenn ich dem anderen Schiff frühzeitig anzeige, dass ich abfalle und eine klar erkennbare Kurskorrektur vornehme, um eine Kollision zu vermeiden, dann ist es keine Gute, sondern einfach nur Seemannschaft.

Seemannschaft ist immer auch eine Frage der Perspektive. Der Skipper, der sich bei 7 Bft. zu unsicher fühlt und im Hafen bleibt, beherrscht die Seemannschaft genauso gut wie der Andere, der bei diesen Verhältnissen gern rausgeht und zum nächsten Hafen segelt.

Dieser schöne alte Begriff wird zu viel herumgetreten. Ich benutze ihn daher kaum. Was schade ist.

Ich empfehle jedem das Standardwerk, welches in meiner Bordbibliothek unverzichtbar ist. Ein Buch mit dem Namen “Seemannschaft”. (Delius-Klasing, ISBN 978-3-7688-3248-9 EUR: 39,90) Das Buch umfasst alles, was zu der angesprochenen Kunst gehört. Und es gibt keine anderen Ausgaben mit den Adjektiven ‘gut’ und ‘schlecht’. Einfach nur Seemannschaft.


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Rückenschmerzen und Rückblick.

Wieder zuhause. Schlimm. Hamburger Hauptbahnhof war die Hölle. An einem Freitagnachmittag. Das bisher bescheuertste Timing in den letzten 3 Monaten. Aus der vollkommenen Natur und Ruhe in das Epizentrum eines lauten, lärmenden, stinkenden und farblosen Haufens. Na danke auch. Mit schwerem Gepäck durch die Mengen schleppen. Hab mir schön was im Rücken geholt. Tut mächtig weh heute. Wahrscheinlich vom tragen des schweren Koffers, oder noch von der Überfahrt am Donnerstag bei der dämlichen Welle. Zur Hochzeit gehe ich nicht. Ich bleib liegen. Ibuprofen hat nichts geholfen. Und an feiern heute ist bei dem Rücken nicht zu denken. Also Bilder gucken. Bilder des letzten Vierteljahres auf dem Boot. Ich würde eigentlich schreiben wollen: auf See – aber dazu hatte wir zu viele Hafentage. Es war so unglaublich schön. So nah dran am Wasser hatte ich das noch nie. 18 Fuss sind halt näher dran an allem. Ich rate niemandem, so eine Tour zu machen. Überhaupt sollte man nicht länger als einen normalen Urlaub segeln gehen. Denn das Zurückkommen ist echt mies. Autolärm ist wesentlich schlimmer als 6 Bft und 2,5m Welle von vorn. Hauptbahnhof viel schlimmer als 5 Grad Kälte und Regen auf See. Und Hamburg ist viel schlimmer als eingeweht in Grenå. Und das soll was heissen. Kathleen geht’s genauso. Und Polly gaube ich auch. Komischer Tag. “Melankomisch”. DIGGER haben wir gestern am Steg allein zurückgelassen. Komisch war das. Konnte mich auch nicht mehr umdrehen. Aber eines sieht man ihm an: er will noch mehr. Und das kriegt er. Ganz sicher. Der ist noch nicht durch dieses Jahr.

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Nicht dass hier jemand wieder was Falsches denkt…

Der Segelsommer ist noch nicht zu Ende. Und gibt noch ordentlich was zu kritzeln. DIGGER segelt bald wieder und ich schreib weiter.
Heute nen ruhigen Tag auf der Schlei verbracht. Lange her, ohne Welle unterwegs zu sein. Ich dachte schon, das Boot sei kaputt.
Nach fast 3 Monaten mal wieder nen guten Wein zu kaufen, der nicht soviel kostet wie eine SWAN und auch noch total fein schmeckt, hat was.
Uns gehts gut. Traurigkeit ist weg, gewichen der Freude über eine unglaublich geile Zeit.

Wenn ich an Autos, Grossstadt, Lärm und ein Bett, dass nicht schwankt denke, könnte ich kotzen. Vielleicht mach ich das einfach. Ich poste dann davon keine Bilder. Versprochen.

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