Archiv der Kategorie: Allein rund Ostsee 2011

Freud und Leid und 80 Meilen…

…liegen sehr nah beieinander ;)

Nachdem wir Tammisaari | Ekenäs am Samstag früh gegen 6.00 Uhr mit Kurs Hanko verlassen haben, erwartete uns neben einem sonnigen Tag auch noch ein sehr fairer Wind um die 14 Knoten. Dies war Grund genug, den mehr als Industriehafen wahrgenommenen Hafen Hanko rechts liegen zu lassen und weiter in die finnischen Schären zu segeln.

Der weitere Weg führte uns an zwei Hanko vorgelagerten Schären vorbei, die wie das Tor in einen anderen, neuen Schärengarten wirken.

Es geht um die Südwestspitze Finnlands durch einen mehr und mehr steiniger wirkenden Schärengarten, wo die Felsen nicht ganz so dicht bewachsen sind wie im Ekenäs Nationalpark, auch die einzelnen Schären sind hier etwas weitläufiger von einander entfernt. Alles in allem ein extrem herrliches Segeln und am liebsten würde ich nirgendwo anlegen,  so begeistert bin ich von diesem Revier !

Auch die Beschriftung der Fahrwasser ist, generell in Finnland, sehr gut. Neben den Fahrwasser Tonnen stehen auf einigen Schären große Hinweisschilder mit Buchstaben. Einer nach dem anderen wird ordentlich auf der Karte abgehakt. Einzig die Kardinaltonnen machen mir etwas Kopfzerbrechen, da diese zwar unterschiedliche Farbgebungen haben, jedoch keine Toppzeichen besitzen…

Unterwegs gibt es die ersten kleinen Matchraces auf dieser Tour, denn mehr als ein Boot in gleicher Richtung ist eine Regatta ;)  

Leider war diese estnische Yacht dann doch etwas schneller… Aber es hat richtig Spaß gemacht mal mit anderen Seglern auf dem Wasser zu sein !

Nach gut 44 NM laufen wir gegen 16.00 Uhr im Hafen von Dalsbruk auf Taalintehdas ein. Unmittelbar vor der Hafeneinfahrt dachte ich zu halluzinieren, denn direkt vor meinem Bug liegen drei Bälle im Wasser oder ist das der Kopf eines Tauchers ? Auf einmal sind diese nämlich verschwunden. Dann wieder, diesmal neben mir. Es sind jedoch weder Taucher, noch Bälle, nein es sind Robben. Im Hafen lese ich, dass dies eine der wenigen Gegenden Finnlands ist wo es Robben gibt.

Beim Anlegen sind mir drei Finnen behilflich, denn es wird an Moorings festgemacht, die allerdings für etwas größere Schiffe gedacht sind und ziemlich weit von der Pier entfernt im Wasser liegen. Meine längste Leine reicht gerade so aus und kurz vor Übergabe der Vorleine vertütelt sich diese in der Schraube :(

Egal, kein Schaden am Motor, lediglich das Anlegemanöver musste ich mit einer neuen Leine erneut fahren. Zur Feier des Tages haben die Finnen mich dann gleich  zu einem Saunagang um 20.00 Uhr eingeladen. JA, das ist eine sehr gute Idee ! Mein Rücken allerdings schmerzt jetzt noch, denn um die Durchblutung anzuregen malträtieren die Jungs sich ihre Rücken mit Birkenzweigen. Der Saunagang an sich war ebenfalls sehr speziell. Neben der ultraheissen Sauna und Aufguss mit den Blüten der Birke und Vodka wurde nach 10 Minuten unterbrochen, der Körper mit Salz eingerieben und dann wieder 5 Minuten bei voller Hitze und Aufguss ohne Ende. Das anschliessende Nass der Ostsee war danach sehr angenehm und ich habe mich extrem gut gefühlt !

Nachdem ich am Sonntag ausgeschlafen habe, sind wir um 9.30 Uhr abgelegt, weiter Kurs Turku durch dieses einmalige Inselarchipel 

Immer wieder stehen versteckt einzelne Häuser auf den Schären und es herrscht eine extreme Ruhe. Hinzu kommt der schönste Tag auf unserer bisherigen Reise, bei herrlichen Sonnenschein und Temperaturen um die 26° segel ich bei 11 Knoten Wind aus SW mit T Shirt und kurzer Hose durch diesen wunderbaren Flecken Wasser ;) Gut 10 Meilen vor Turku liegt auf der Schäre Störmälo der kleine Ort Airisto mit einem sehr hübschen Hafen, der inmitten der felsigen Insel liegt.

Nach 28NM machen wir gegen 16.30 Uhr in Airisto fest.

Der Nachmittag wird genutzt und mit vier Finnen die neben mir liegen wird der Grill angeheizt. Jedoch nicht mit Kohle, nein die Finnen heizen diesen mit Birkenholz ein und darauf werden dann die Unmengen Grillfleisch und Wurst zubereitet. Sehr empfehlenswert und sehr lecker !

In der Nacht ziehen einige Regenschauer über uns hinweg und der kommende Morgen lässt zu unserem Leid ebenfalls nicht mit guten Wetter aufwarten… Nachdem die Gewitterfronten über uns hinweg sind, nutze ich die regnerische Gunst der Stunde und verlasse Airisto bei leidigen Regen um 11.30 Uhr mit Kurs Turku, lediglich 14 NM Seeweg. 14 NM die es vom Wind her mehr als in sich haben. Bei Böen bis zu 30 Knoten und weiterhin anhaltenden Regen kommen wir sehr flott aber auch sehr nass voran. Die Logge zeit einige Male mehr als 7 Knoten Speed an und 3 Meilen vor Turku berge ich die Fock um etwas Fahrt aus dem Schiff zu nehmen. Denn zur Ansteuerung wähle ich den etwas anspruchsvolleren Weg durch das 2,5 m tiefe, sehr schmale, südliche Fahrwasser. Turku ist das finnische Segelmekka und bereits vor dem Stadthafen finden sich an BB und STB unzählige Häfen mit Segelyachten aller Größen.

Die Ansteuerung in den Seekanal führt gut 1,5 NM in die Stadt hinein und an beiden Seiten liegen neben privaten Yachten einige Schiffe der SAR, der Marine und ein wunderschöner Dreimaster.

Um 14.20 machen wir in der Stadtmarina in Turku fest, drei Russen die kurz vor mir eingelaufen sind, sind mir beim annehmen der Vorleinen behilflich. Was dann auch prompt zu einer Einladung auf deren gecharterte GibSea 43 – Gianna – führte. Ohne mir auch nur den Hauch einer Chance zu geben, mich meines Nassen Ölzeugs zu entledigen und mein Schiff aufzuklaren, saß ich auch schon an Bord …

Eigentlich wollten sie sieben Jungs auf eigenen Kiel von St. Petersburg nach Mariehamn segeln und den Sommer hier verbringen. Da es wegen Eis kein Rauskommen aus St. Petersburg gab, wurde kurzer Hand gechartert und in zwei Wochen soll dann die eigene Yacht geholt werden… Auf meine Frage wie lange sie denn segeln wollen, kam eine kurze knappe Antwort. The whole summer ! Als Gastgeschenk gab es neben einer zwei Liter Flasche Finnlandia, die nach drei Stunden geleert war,  dann auch noch eine Russia Mütze mit einem entsprechenden Sticker, der vermuten lässt aus welchem Gewerbe die Jungs kommen ;)

Für mich hiess es jedoch um 18.00 Uhr hinlegen und Augen schliessen… Denn auf meinem Boot hat es auf einmal mehr geschaukelt als bei 6 Bft ;) Heute haben die Jungs mich zum Grillen eingeladen und auf die Frage was ich mitbringen soll wurde mit absoluter Gegenhaltung NJET / nothing gesagt … Das Frühstück heute morgen an Bord der Gianna habe ich allerdings ausfallen lassen, denn ansonsten hätte ich heute Mittag wieder einen Ausfall ;)

Heute Nachmittag werde ich dann mal Turku erkunden und einige Einkäufe machen. Denn ich habe beschlossen von hier recht zügig nach Haparanda zu segeln und die Ålands ausgiebig auf dem Rückweg zu geniessen, wenn das Wsser und die Luft warm sind und man neben ankern auch baden gehen kann. Thomas wird das ebenfalls freuen, da er erst Ende Juni an Bord kommen kann und Mitsommer auf den Åalands, das hätte schon was :D Dann heisst es Ende Juni zu zweit rund åland…

Daher warte ich jetzt täglich auf mein Paket mit der Kamera und dann geht es fix weiter Richtung Nord !

Update folgt, Fotos gehen gleich online …

Schoten dicht und Wegpunkte abhaken

jolågo und Ingo


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Tammisaari | Ekenäs…

…oder wörtlich übersetzt die Eichenhalbinsel. Denn Tammisaari ( finnisch ) | Ekenäs ( schwedisch ) ist einer der wenigen Orte in Finnland wo dank des milden Klimas Eichen wachsen. Und passend dazu  scheint heute mal wieder so richtig die Sonne und ich sehe die ersten Mücken langsam aus ihrem Winterschlaf erwachen.

Die gut 15.000 Einwohner große Stadt mit seinen rund 1300 vorgelagerten Inseln bilden den Ekenäs Nationalpark. Die Bevölkerung besteht zu mehr als 80% aus Finnlandschweden und somit ist schwedisch die Hauptsprache und finnisch die Nebensprache in diesem Landstrich.

In jedem Fall gefällt mir dieser Ort sehr gut und weil es so schwedisch ist, gab es zum Frühstück auch gleich mein schwedisches Lieblingsgebäck -chokladbollar- und dazu einen extrem leckeren Kaffee ;)

Eines möchte ich an dieser Stelle für meine schwedischen Leser und nach Johans gestrigen Kommentar übrigens noch klarstellen :

Ishockey när jag var febrig med Sverige, men av anständighet firade med finländarna !
Frisch gestärkt mache ich mich dann auf den Weg und erkunde den beliebtesten Badeort des russischen

Adels im 19. Jahrhundert. Zar Alexander III war zu Lebzeiten mit seiner Yacht ebenfalls ein häufiger Gast im Hafen von Ekenäs. Insbesondere das alte Badehaus erinnert noch sehr stark an diese Zeit. Die Alltstadt mit ihren alten Holzhäusern versprüht sehr stark den Charme einer kanadischen Kleinstadt. Neben den Häusern wird dies durch die vielen amerikanischen Pick Ups und Jeeps sowie den Pick Up Booten ( Boote mit einer Ladefläche ) noch verstärkt ;)

Auf einen Hügel in der Innenstadt schaue ich mir den alten Leuchtturm ( leider nicht geöffnet ) und eine sehr alte Windmühle an 

Beides wirkt wie in die Landschaft gemalt und ich bin sehr froh, Ekenäs als Hafen gewählt zu haben !

Auch hier ist alles sehr gepflegt und äußerst angenehm ist, dass jeder mit dem ich ins Gespräch komme sehr gutes englisch spricht. Die alte Kirche habe ich mir ebenfalls angesehen. Diese ist aus dem 17. Jahrhundert und war sogar geöffnet. Im Innern der Kirche wirkte alles sehr hell, sehr freundlich und somit für mein Empfinden äußerst angenehm. Hier lässt sich die starke Verbundenheit des Ortes zur See spüren und vor allem sehen. Den Nachmittag habe ich genutzt, um einige Einkäufe zu erledigen. Denn noch einmal will ich nicht auf mein geliebtes Barbecue auf einer einsamen Schäreninsel verzichten… Daher wurde Grillfleisch und Grillkohle eingekauft und wenn alles gut geht, dann werde ich morgen auf meinem Weg nach Hanko einen Mittagstop auf einer Schäre einlegen und grillen ;)

Der Fehler für die undichte Stelle im Vorluk ist ebenfalls definiert, leider ist der Dichtgummi so spröde, dass er an sämtlichen Stellen leck ist… Da ich hier keine neue Dichtung bekommen konnte, habe ich das ganze erst einmal provisorisch mit einem Fenstergummi und Tape abgedichtet, denn der Wind kommt morgen wieder – RICHTIG – von vorn…

Bis jetzt hatte ich in den Häfen immer sehr viel Glück mit WiFi Verbindungen, nun geht es jedoch in die Schären, ich werde viel ankern und ich weiss nicht wie die WiFi Versorgung in den Schärenhäfen ist. Daher kann es sein das ich in den nächsten Tagen nicht ganz so oft bloggen werde…. Den Kurs könnt ihr jedoch unabhängig vom bloggen über meine SatPro Verbindung verfolgen !

Meine weitere Planung sieht vor, nach meinem Stop in Hanko über zwei Ankerstopps nach Turku, dem finnischen Segelmekka zu segeln.

Schoten dicht und hart am Wind

jolågo und Ingo

PS. Fotos von heute sind gleich online


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Schärensegeln…

…ist einhand und gegen den Wind ziemlich anstrengend.

Am Montag Abend konnte ich Rex und Dave von ihren Aufgaben an Bord der Kiitaja befreien und mit beiden einen tollen Abend bei Bier, Burger und der Weltmeisterfeier verbringen.

Die Stadt war übervoll und auf dem Fährplatz haben sich einige 100.000 Finnen zur offiziellen Party eingefunden. Als wir uns auf den Weg vom Hafen in die Innenstadt gemacht haben, standen wir plötzlich und völlig unerwartet neben dem Bus, der die Eishockeymannschaft zum offiziellen Empfang chauffierte.

Dieser Abend war klasse und wir waren erst um Mitternacht wieder auf unseren Schiffen.

Nachdem ich am Dienstag ausgeschlafen hatte, habe ich noch einmal Kontakt zu Helsinki Traffic aufgenommen und gefragt ob es möglich ist St. Petersburg per Segelboot anzulaufen. Nach einer kurzen Rücksprache kam über Funk : „Sorry Captain that´s not possible, too much ice before Kronstadt“

Damit steht fest, meine Reise führt definitiv gen Westen, Richtung Åaland Inseln. Die Routenplanung ist recht schnell erledigt und bei dem vorherrschenden Südwest Wind soll es auf die Halbinsel Pokkala nach Dragesviken gehen. Lediglich 15 NM Luftlinie.

Den Weg raus aus Helsinki habe ich diesmal durch andere Schären hindurch gewählt und da es mein erstes Mal in den Schären war, dazu noch Wind von vorn, fand ich es besonders anstrengend… Teilweise sind die Inseln an den Seiten 10 Meter hoch und die Fahrwasser ganze 20 m breit. Überall liegen über und unter Wasser Steine die jedoch extrem gut in den Seekarten verzeichnet und durch Spierentonnen gekennzeichnet sind. Viel mehr zu schaffen machen mir die scharf abknickenden Fahrwasser. An einigen Biegungen denkt man in eine Sackgasse einzulaufen. Es geht jedoch alles gut und wir laufen nach 6h 20m und knapp 26 NM in den wunderschönen Hafen Dragesviken ein.

Ich habe mir fest vorgenommen am Abend zu grillen. Laut Hafenführer ist im Hafen ein Laden der Grillfleisch und frischen Fisch verkauft. Voller Vorfreude steuer ich nach Ankunft direkt auf das Hauptgebäude zu und muss feststellen das es geschlossen ist :( Nach einem kurzen Telefonat mit dem Hafenmeister war ich etwas schlauer. Der Hafen öffnet erst am Samstag und dann ist neben dem Laden und einem Cafe auch die Sauna geöffnet. Als kleinen Trost spare ich die Hafengebühr, denn ich brauch kein Liegegeld zahlen.

Voller Tatendrang weiter in Richtung Westen zu kommen, laufe ich am Mittwoch Mittag aus. Leider zeigt Rasmus mir erstmalig auf dieser Reise, wie gewaltig die Natur sein kann. Keine Seemeile hinter dem Hafen geht es mit einem 50 m breiten Fahrwasser durch zwei Schäreninseln hindurch. Der Wind bläst mit 26 Knoten aus Südwest und es stehen gut 3 – 4 Knoten Strom, was zur Folge hat das ich eine gute Stunde auf der Stelle kreuze. Auch der Motor hilft nicht weiter, daher kehre ich um und mache 2 Stunden später erneut in Dragesviken fest.

Ein Finne, der sein Tauchboot im Hafen liegen hat muss etwas grinsen und sagt mir das es keine Chance gibt bei Südwestlage aus dieser Bucht in Richtung West zu segeln. Er gibt mir jedoch einen Tipp:  Eine Fahrrinne die nur ortsansässige benutzen, verdammt eng und max. 1,5 m Tiefe. Er gibt mir die Koordinaten und wir kennzeichnen diese Route in den Seekarten. Allerdings gibt es keine Chance mehr heute noch abzulegen, da die anlandende Brandung hinter den Schären auf ca 4 NM, offene See ohne Abdeckung, die jolågo auf die dann leewärtigen Schären drücken würde.

Die beste Zeit um bei Südwest Winden auszulaufen ist nachts gegen 3.00 Uhr, dann haben Wind und Dünung erfahrungsgemäß nachgelassen . Ich nutze den Nachmittag und putze das Schiff, bis am frühen Abend Motorengeräusche zu vernehmen sind. Ein Blick nach oben und ich sehe eine deutsche Najad Yacht mit Namen Unda einlaufen.

Skipper Uli ist mit seinen Freunden Marc, Hans und Rüdiger unterwegs von Nyköpping nach Helsinki. Kurz nach ihrer Ankunft verkünden sie, dass sie bereits meine Bekanntschaft gemacht haben .

Wie jetzt ?

Eine gute Stunde bevor die Jungs eingelaufen sind, habe ich mir über Turku Radio die Info eingeholt ob das vorgelagerte Schießgebiet vor Porkkala morgen früh gequert werden darf. Die Antwort war nichts halbes und nichts ganzes : „it is not recommended to cross this area“ OK !? Uli und seine Crew sind da auch durch – ohne zu fragen. Also werde ich das morgen ebenfalls machen !

In Helsinki will Uli sein Schiff liegen lassen und es im Sommer über das Baltikum zurücksegeln. Spontan werde ich zum Abendessen eingeladen, es gibt frischen Gurkensalat, Spaghetti aglio olio und gebratenen Lachs mit Gemüse. Das war ein sehr willkommenes Festmahl. Zum Nachtisch gab es  einen sehr leckeren, estnischen Vodka und wir haben bis halb Eins an Deck gesessen und Seemannsgarn erzählt ;)

@ Uli und Crew,

noch einmal herzlichen Dank für einen netten Abend mit sehr leckeren Essen !!!

Die Nacht war kurz, denn es soll weiter nach Westen gehen, und so lege ich um kurz nach 4.00 Uhr ab. Die Daten von dem finnischen Taucher waren perfekt ! Es war zwar ein sehr enges Fahrwasser aber wir kommen extrem gut raus und können ohne großartige Dünung die 4 Meilen über die offene Küste ins Schärenfahrwasser segeln.

Eigentlich ist Segeln bei hohen Wellengang keine Herausforderung, wären da nicht die ganzen Steine unter und über Wasser, sowie die leewärtigen Schären… Alles geht gut. Der Wind nimmt allerdings stetig zu und zu allem Übel fängt es gegen 6.00 Uhr auch noch zu regnen an…

Es ist nicht desto trotz ein klasse Segeln. Die ganze Zeit duftet es herrlich nach Kiefern und das Fahrwasser windet sich um die einzelnen Schären, das einem (neben der Tatsache dass in unsere Fahrtrichtung die Stb Tonnen rot sind) ganz schwindelig wird.

Insgesamt legen wir heute gut 43 NM zurück und laufen um kurz nach 14.00 Uhr in Tammisaari, der ältesten Stadt Finnlands, ein.

Ich werde die nächsten zwei Tage erst einmal hier bleiben und hoffen, dass der Wind nachlässt. Die Stadt hat scheinbar einiges zu bieten und genau das werde ich morgen in aller Ruhe erkunden.

Fotos der letzten ( teilweise bewölkten und verregneten ) Tage werde ich gleich hochladen.

Bis dahin fair winds, gutes Wetter und immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel !

jolågo und Ingo


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Helsinki bebt…

…und tobt seit gestern Abend, denn die Finnen sind gestern Weltmeister im Ice Hockey geworden.

Mit einem sensationellen 6:1 Sieg gegen den geliebten Nachbarn Schweden waren die Finnen gestern nicht mehr zu bremsen. Eishockey hat hier den Stellenwert, wie Fußball in Deutschland und so kann sich jeder ein eigenes Bild von der Megaparty gestern Abend machen.

Ich habe das spannende Spiel gestern Abend in der Amarillo Sports Bar mitten in Helsinki City verfolgt  und habe anschließend mit einigen Finnen gefeiert…

Heute früh musste ich daher erstmal ausschlafen und habe dann prompt gehört, das es gestern lediglich die Vorspeise war. Die Party steigt heute, wenn die Mannschaft gegen 18.00 Uhr aus Düsseldorf kommt und zum riesigen Empfang auf dem Fährplatz am Regierungsgebäude einfliegt. Den ganzen Tag sind die Helsinkier bereits am aufbauen der riesigen Bühne und einer public viewing Arena für den den heutigen Abend. 

Überall in der Stadt laufen die Menschen mit den Trikots der finnischen Nationalmannschaft herum und es herrscht durchweg eine tolle sehr fröhliche Atmosphäre.

Heute früh habe ich drei Briten kennengelernt, die mit ihrer Nauticat 33 -Kiitaja-seit einigen Wochen die Ostsee unsicher machen und mit drei Monaten Zeit über die baltischen Länder zurück in ihre Heimat segeln wollen.

Alan, der Captain scheucht seine Crew, Rex & Dave heute jedoch kräftig durchs Schiff… Bilge reinigen, Fäkaltanks leeren und lauter solche Sachen… Ich trinke meinen Kaffee aus und verzieh mich lieber bevor ich auch noch eingespannt werde ;) Rex, Dave und ich werden heute Abend zum public viewing gehen und mit den Finnen ihren wohlverdienten Ice Hockey Sieg feiern.

Ich mache mich um die Mittagszeit also erstmal allein auf den Weg, mir Helsinki anzuschauen. Eine tolle Stadt und ich freue mich sofort in Skandinavien angelangt zu sein. Alles ist sehr offen, freundlich aber auch recht teuer. In der Innenstadt werden einige Fotos geschossen und im Gasthaus zum goldenen M wird zünftig zu Mittag gegessen ;)  

Die alte Architektur begeistert mich total, überall finden sich wunderschöne alte Gebäude und irgendwie hat diese Stadt etwas von San Francisco. Die Strassenbahnen, Steigungen in den Gassen und trotz Großstadt nicht überfüllt.

Am meisten jedoch gefallen mir die unzähligen Bars und Kneipen, vor denen immer wieder Musiker live Jazz Music spielen und der ganzen Stadt somit ein sehr tolles Flair geben. Trotz des schlechten Wetters sehe ich mir alles ausgiebig an und mache unzählige Fotos. Bereits gestern war ich am Bahnhof um mit der Tube nach ISAKESKUS / ÖSTRACENTRUM zu fahren und mir den finnischen Hafenführer zu kaufen. 

Das im Jugendstil erbaute Bahnhofsgebäude von 1919 ist faszinierend und ich vergesse sogar das schlechte Wetter um mich herum. Mein Weg zurück zum Hafen führt mich durch das sehr gepflegte Regierungsviertel und durch einige schmale Strassen.

Zurück im Yachtclub steht ein interessiert dreinblickender Segler, was unschwer an den Klamotten zu erkennen ist, am Tor und auf meine Frage „do you need any assistance ?“ kam die Antwort :“yes, I´m looking for the skipper from the jolågo“

Meine Antwort : „that´s me“ Er spricht mich auf deutsch an und sagt das er seit Anbeginn meinen Blog verfolgt, darauf lade ich ihn erstmal auf einen Drink an Bord ein und wir kommen ins Gespräch. Er heisstKlaus, kommt aus Scharbeutz und ist mit seinem Kumpel Peter aus Timmendorfer Strand in Helsinki, beide haben mit Unterstützung eines verschollenen Crewmitglied in den letzten vier Tagen eine Beneteau 37 von Heiligenhafen nach Helsinki gesegelt.

Da Klaus meinen Blog sehr aktiv liest, hat er mir sofort sein mobiles AIS für den weiteren Verlauf meiner Reise angeboten. Leider ist es ein AIS to USB und ich habe keinen Kartensatz für mein Macbook, daher geht es leider nicht… Aber herzlichen Dank für das spontane  Angebot. Kurze Zeit später kommt die neue Eignerin, Maria, an Bord um damit zu beginnen das Boot häuslich einzurichten und die beiden zum Flughafen zu bringen.

Peter, Klaus und die neue Eignerin Maria

Mein Weg zurück zur jolågo führt vorbei an einem havarierten Schiff, seit heute früh ist dieses Boot kontinuierlich am piepen gewesen und jetzt – gesunken…

Ein riesiges Aufgebot an Feuerwehr, SAR und Tauchern ist vor Ort um das Schiff wieder zu heben…

So, genug jetzt. Hier fliegen einige Heli´s ein und ich vermute die Insassen sind die Eishockeyspieler der finnischen Nationalmannschaft.

Werd mal schauen ob Alan auf seine Crew verzichten kann und wir uns auf den Weg zur Party machen ;)

Ach eines noch : Da Thomas einen Kommentar hinterlassen hat ob mir Travemünde nicht fehlt – Die Antwort ist einfach. JA die Heimat fehlt schon ein wenig aber ich werde hier, unterwegs entschädigt durch nette Menschen die ich kennenlerne, Abenteuer die wir durchleben, tolle Windjammer die auch hier im Hafen liegen und einer riesigen Vorfreude auf deinen Besuch, lieber Thomas, auf den Åalands.

Fotos folgen heute, spät Abends oder morgen früh…

Schoten Dicht

jolågo, Ingo und … Jan Delay der aus dem ipod klingt ;)


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