Archiv der Kategorie: Yachtblick

Code 0 von Black Pepper

Ich muss ja zugeben, dass ich auf der diesjährigen Boot nur mal so kurz an der Black Pepper Code 0 vorbei gelaufen bin und ihr außer einem kurzen “hübsch” keine großartige Beachtung geschenkt habe. Der ganze Messebesuch verlief leider ziemlich unter Zeitdruck. Allein die Bilder belegen aber schon, dass es sich um eines der schönsten Boote dieser Messe gehandelt.

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Konzeption und Konstruktion stammen von Romaric Neyhousser der bereits einiges an Rennziegen-Expertise auf der Haben-Seite hat. Unter anderem war er an der extremen Katamarankonstruktion Hydraplaneur beteiligt. Letzteres ist ein ganz interessantes Gerät darüber darüber werde ich demnächst auch mal schreiben. Auf americascup.com wird er auch als Mechanical Systems Engineer von Emirates Team New Zealand gelistet. Beraten stand ihm Offshore Veteran Yves Parlier zur Seite.

Man müsste schon blind durch die Yachtszene laufen um nicht zu erkennen, dass die Kombination aus klassischen Linien und modernen Materialien gerade ziemlich “schick” ist und immer öfter aufgegriffen wird, was natürlich auch nicht immer gelingt,in diesem Fall aber zu funktionieren scheint.

Der knapp 10 m lange Daysailer besteht komplett aus einem Carbon-Sandwich und wiegt daher nur 1,8 t wovon etwas 0,8 t auf den Schwenkkiel entfallen und auch das Rigg besteht bereits aus Kohle – serienmäßig! Durch Letzteren ist der Tiefgang zwischen 0,7 m und 2,20 m einstellbar. Durch die Doppelruderanlage soll das Boot trockenfallen können, was natürlich zusätzliche Märkte eröffnet.

Gebaut wird die Kohleschüssel bei Chantier Naval de Larros, in Gujan-Mestras an der Bucht von Arcachon im Südwesten Frankreichs. Thierry Eluère hat sein Wissen bereits in einige Rennyachten eingebracht Fujicolor, Fleury Michon, Aquitaine Innovations und der Hydraplaneur stehen auf seiner Referenzliste.

Wenn man sich die Elektrik im Innenraum ansieht  (Link zur Yacht) sieht das natürlich nur wenig elegant aus … das geht besser … aber dazu später mehr! =)

Length Overall : 32,64 ft (9,95 m)
Length Waterline : 30,51 ft (9,30 m)
Beam : 8,86 ft (2,70 m)
High above the water line : 44,95 ft (13,70 m)
Displacement : 4299,01 lb (1950 kg)
Lifting Keel : 1763,7 lb (800 kg)
Draft Keel : 2,3 ft / 7,22 (0,70 m / 2,20 m)
Mainsail : 104,99 ft² (32 m²)
Jib : 59,06 ft² (18 m²)
Code : 133,23 ft² (40 m²)
Asymmetrical spinnaker : 246,06 ft² (75 m²)

Materials : Carbon epoxy hull Carbon mast Deck in wood

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Golf von Aden achteraus – MS Tûranor PlanetSolar ist durch!

An die Yachtblicker, Nach 30 Tagen Angst vor Piraterie haben wir sicher die 17° Nord im Roten Meer erreicht. Wir befinden uns östlich vom Sudan, mit Kurs auf den Suez Kanal. Wenn ich auf die letzten Wochen zurückschaue, liegen hinter uns Wochen voller Spannung, Angst und Unsicherheit.
Demihull @night bow IMG_0842_DxO IMG_1928 IMG_1942 IMG_1985 IMG_2015 IMG_2029 IMG_2051 IMG_2219 IMG_2230 IMG_2247 IMG_2270 Vorbereitung fÅr Golf von Aden (2) Vorbereitung fÅr Golf von Aden
Am 05.02 13.00 Uhr hieß es in Abu Dhabi Leinen los. Die Sonne steht gut und der Wind weht schwach aus NO. Es hatte den Anschein, als liegt eine von vielen gewöhnlichen Etappen vor uns, um die Turanor ein Stück dichter an Monaco zu bringen – doch der Anschein trügte. Wenn man in die Gesichter der Crew schaute, sah man einen Ausdruck von Ungewissheit und Angst. Beim genaueren betrachten der Yacht kann man sehen, dass die Turanor mit einer Barriere aus Stacheldraht verkleidet wurde, die Crew mit kugelsicheren Westen, sowie Helm ausgestattet wurde und sich eine Spezialeinheit von der Sicherheitsfirma G4S an Bord der Turanor verschanzt hat. Desweiteren hat der erste Kapitän der Turanor, Patrick Marchesseau, das Ruder für diese gefährliche Etappe übernommen, da er bereits 2008 von Piraten entführt wurde und bei einer abenteuerlichen Geldübergabe freigekommen ist, somit also über die nötige Erfahrung für die kritischste Etappe auf unserer Weltreise verfügt. Wir verließen den Hafen von Abu Dhabi, um durch den Golf von Aden nach Djibouti und dann ins Rote Meer zu gelangen. Das Problem in diesem Gebiet – Piraten aus dem 20sten Jahrhundert, die ihre Säbel gegen automatische Waffen und Panzerfäuste getauscht haben. Sie haben ihren Ursprung in Somalia, wo sie einst als Fischer ihren Lohn verdienten. Nach der Überfischung der Weltmeere gehen ihnen jetzt vorwiegend Tanker, Containerschiffe und Privatyachten ins Netz. Und es lohnt sich für die somalischen Seemänner. Für eine gekaperte Yacht verlangen sie zwischen 750.000 und 3.000.000 Euro, je nach Herkunft, Größe und Anzahl der Crew.
Unser Trip war 2200nm lang – von Abu Dhabi bis 17° Nord im Roten Meer. Davon befinden wir uns 1700nm in der High Risk Area und 1400nm im Brennpunktbereich, was uns genug Grund zur Sorge gab. Der Ex Armeechef der Schweiz, Christophe Kekeis, sagte im Interview, dass die Turanor Planetsolar von einer 90% Sicherheit ausgehen muss, angegriffen zu werden und zum sogenannten “Catch of the Year” für die Piraten zählt. Fast der komplette nördliche Indische Ozean wurde vor ein paar Jahren zur High Risk Area erklärt, doch der Brennpunkt ist der Golf von Aden. Dort spricht man schon in Fachkreisen vom Kriegsgebiet. Unsere größte Schwäche im Kampf gegen die Piraten war unsere Geschwindigkeit von etwa 5kn, was das Kapern der Yacht sehr vereinfachen würde. Die zu empfehlende Mindestgeschwindigkeit im Golf von Aden liegt bei 18kn!! Wir waren nur 4 Wochen in der High Risk Area, aber es kam uns vor wie eine halbe Ewigkeit. Alle von uns waren zu jeder Sekunde konzentriert, denn wir durften uns keine Fehler erlauben. Die Aufgabe für die Crew bestand darin, alle Bewegungen von Booten aufzuzeichnen, auszuwerten und Fischer von Piraten zu unterscheiden. Wir hatten alle möglichen Situationen im Vorfeld durchgespielt, doch es war einfach nicht das Gleiche wie im Training. Wir hatten einige Situationen dabei, in denen wir uns Gefechtsbereit machte und die Präsenz der Waffen aufzeigen mussten. Zum Glück kam es jedoch nie soweit, dass die Waffen benutzt werden mussten, dieses hing auch mit unserer ausgezeichneten Zusammenarbeit mit der französischen Marine, der Bundespolizei und allen vor Ort stationierten Kriegsschiffen zusammen. Jeden Tag bauten wir den Kontakt zu Kriegsschiffen auf, kurz vor Sonnenuntergang wurde unser Gebiet von Hubschraubern der deutschen, französischen und japanischen Marine nach möglichen Piraten-Schiffen abgesucht. Doch all dies gibt keine 100% Sicherheit. Während wir den Golf von Aden durchquerten wurden 3 Schiffe von somalischen Piraten geentert und vor die somalische Küste verschleppt, wo nun Lösegeldforderungen gestellt werden.
Jacques-Yves Cousteau precontinent II 1963 Jacques-Yves Cousteau PrecontinentII_1963 Jens Langwasser PrecontinentII_2012 (2) Jens Langwasser PrecontinentII_2012 (3) Jens Langwasser PrecontinentII_2012 PlanetSolar im Roten Meer PlanetSolar DCIM100GOPRO
All das liegt jetzt hinter uns und wir können mit einer großen Erleichterung sagen, dass die Turanor das erste Solarboot ist, welches den Golf von Aden durchquert hat. Nun können wir uns wieder auf unsere eigentliche Expedition konzentrieren, welche uns unter anderem in die Fußstapfen von Jacques-Yves Cousteau und seine alte Unterwasserstadt führte. Grüße Jens

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