Archiv der Kategorie 'Yachtblick'

Eastern Hemisphere Championship der Stare in Boltenhagen!

Um genau 12:30 Uhr fiel, vor der Weißen Wiek in Boltenhagen, der erste Startschuss der NRV Champions Week 2010, in deren Rahmen die Eastern Hemisphere Championship der olympischen Starboot-Klasse noch bis Sonntag ausgetragen wird. Derzeit führt der schwedische Olympiadritte Frederik Loof mit Max Salminen. Bestes deutsches Team ist Johannes Babendererde & Timo Jacobs auf Rang drei.

„Wir müssen noch mal übers Wetter reden“, erklärte Ralf Weidner, Jurymitglied der Veranstaltung, als er heute Nachmittag wieder in das warme Race Office kam. Kühle 12 Grad, Regen und Wind um 10 Knoten begleiteten und forderten 37 Top-Teams aus 13 Nationen, die Wettfahrtleitung und das Jury-Team. Die Bilanz: Schweden vor Brasilien und Deutschland! Nach zwei Wettfahrten verwies Frederik Loof mit Max Salminen das Jahrhunderttalent Robert Scheidt, der mit dem deutschen Vorschoter Frithjof Kleen (NRV) segelt, auf Rang zwei. Auf einem aussichtsreichen dritten Platz positionierten sich die Lübecker Johannes Babendererde & Timo Jacobs (beide NRV). Dicht gefolgt von dem deutschen „Starminator“ der Segelsaison 2010, Johannes Polgar & Markus Koy (beide NRV), die in diesem Jahr bereits den Europameister und den Deutschen Meister Titel einfuhren: „Das ist eine sehr gute Ausgangsposition für die kommenden Tage. Allerdings ist Markus durch einen grippalen Infekt geschwächt und wir müssen sehen, ob es ihm in den nächsten Tagen besser geht“, erklärte Steuermann Polgar bei Würstchen und Bier im direkten Anschluss der beiden Rennen. Insgesamt gehen 17 deutsche Teams an den Start.

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Wenn ich mal alt bin, dann …! Videoreportage über einen Bootsbauer!

Ich habe vor kurzem das Buch “Die Zunge Europas” von Heinz Strunk gelesen! Das Buch ist ganz nett, die Geschichte plätschert so vor sich hin, gekauft habe ich es aufgrund des einen Satzes auf der Rückseite: “Mein größter und in Wirklichkeit einziger Wunsch: Mit nacktem Oberkörper Holz hacken ohne dass es Scheiße aussieht!” Back to the Roots! Man studiert, ist fleißig, plant eine Karriere als Schiffbauer im Yachtbereich … aber eigentlich will ich nur eine kleine Holzbootwerft haben in der ich kleine schicke Schiffe zusammen bauen kann! Knietief in Holzspänen stehen und Farbe an den Händen haben – studieren um Handwerker zu werden – ist zugegeben nicht der klassische Weg. Heute und morgen wäre mir das auch noch zu langweilig, deshalb gehört dieser Gedanke in die Schublade: “Wenn ich mal alt bin”!

Das war ein kurzer Exkurs in meine Traumwelten und was ich euch damit eigentlich nur sagen will ist, dass ich eine Reportage über einen Bootsbauer vom Darß gefunden habe! Viel Spaß! =)

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Halbzeit beim Maxi Yacht Rolex Cup!

BELLAMENTE, Hap Fauth Copyright by Carlo Borlenghi
HIGHLAND FLING, Irvine Laidlaw Copyright by Carlo Borlenghi
Maxi division heads upwind Copyright by Carlo Borlenghi
Mini Maxi race start Copyright by Carlo Borlenghi
Race postponed Copyright by Carlo Borlenghi
STIG, Alessandro Rombelli Copyright by Carlo Borlenghi

Zur Halbzeit des Maxi Yacht Rolex Cup im italienischen Porto Cervo liegen in zwei von fünf Wertungsgruppen norddeutsche Segelyachten an der Spitze. Hasso Plattners „Visione“ vom Kieler Yacht-Club gewann am Mittwoch (8. September) das dritte Rennen der Super-Maxis dicht gefolgt von der „Hetairos“ mit Otto Happel, die auch in der Gesamtwertung Zweite ist. Der Hamburger Claus-Peter Offen verteidigte mit der „Y3K“ (Norddeutscher Regatta Verein) die Führung bei den Wally-Yachten erneut durch einen zweiten Rang, den dritten in Folge. Nur Harm Müller-Spreer (ebenfalls Hamburg) war mit Platz fünf seiner gecharterten „Container“, die auch Platz fünf im Zwischenklassement der Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft bedeutet, nicht zufrieden. Hier führt weiter die britische „Alegre“ von Andy Soriano.

Ausgelassene Stimmung herrschte abends auf der äußersten Pier in der mondänen Marina der sardischen Idylle Porto Cervo, wo die größten, schnellsten und schönsten Regattayachten der Welt für eine Woche festgemacht haben. Eingeladen hatte der Reeder und Hochseeenthusiast Claus-Peter Offen. Mit vielen gegnerischen, aber befreundeten Mannschaften feierte er zehn Jahre „Y3K“-Crew. Was im Jahr 2000 mit dem erfolgreichen Vorgängerboot „Y2K“ begann, hat bis heute 15 Segler als Stammcrew bei der Stange gehalten. „Wir segeln ambitioniert und hochmotiviert, aber nicht verbissen“, erklärt der Eigner und Steuermann, der auch Vorsitzender der Internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA ist, „und das macht allen offenbar anhaltend Spaß.“

Nicht zuletzt gibt der Erfolg ihm Recht. Im Vorjahr gewann die neue 30,50 Meter lange Wally 100 „Y3K“ den Maxi Yacht Rolex Cup und führt nun nach drei von fünf Rennen die Gesamtwertung wieder an. Drei Punkte zurück folgt die „Magic Carpet²“ von Lindsay Owen Jones aus Großbritannien. Zum ersten Tagessieg hatte es für die Deutschen zwar wieder nicht gereicht. Der gebührte der kleineren „Gibian“ aus Großbritannien berechnet mit 24 Sekunden Vorsprung. Doch es zählt ja bekanntlich, was unterm Strich herauskommt.

„Wir hatten erneut einen Frühstart und waren danach eingeklemmt, so dass wir erst mit einer Verspätung von drei Minuten und 45 Sekunden auf die Strecke gingen“, berichtete Taktiker Thomas Jungblut. Der Hamburger Segelmacher krönte die Aufholjagd mit einer idealen Vorsegelwahl im zweiten Teil des Rennens. Jungblut: „Damit sind wir nur so an den Konkurrenten vorbeigerauscht.“

Genau diese „Waffe“ fehlte der 20-Meter-Yacht „Container“, die auf der langen Startkreuz brilliert hatte und nach berechneter Zeit überraschend in Führung lag. „Danach fehlte uns für die frische Brise um 20 Knoten ein spezieller A0-Spinnaker, der bei einem Windeinfallswinkel von 110 bis 120 Grad unschlagbar ist“, erklärte Steuermann Harm Müller-Spreer, der die Mitbewerber praktisch ohne Gegenwehr vorbeiwinken musste. Den Tagessieg holte sich ausgerechnet die „Bellamente“ von Hap Fauth aus den USA, die dadurch die „Container“ um einen Punkt auch vom Gesamtrang vier verdrängte.

Strahlende Gesichter gab es dagegen an Bord der „Visione“. Als mit Abstand schnellstes Schiff der Division Super-Maxi auf dem Wasser zeigte Plattner mit seiner professionellen Crew, was ein sicheres Zusammenspiel von Bootshandling, Taktik und Trimm ausmacht, nachdem es nach dem Durchzug einer Gewitterfront erst mit dreistündiger Verzögerung auf die Regattabahn gegangen war. Dass die J-Class-Yacht „Ranger“ unter der Flagge der Cayman Islands, mit der es auch zusätzlich noch eine gemeinsame Wertungsgruppe gibt, berechnet trotzdem sogar dreieinhalb Minuten Vorsprung hatte, tat der herausragenden Leistung keinen Abbruch. Das gilt auch für die klassische, deutliche schwerere „Hetairos“, deren Potential Happel mit seiner Mannschaft ausschöpft. In der Gemeinschaftswertung mit den führenden J-Class-Yachten (Zweite ist die „Velsheda“/Großbritannien) ist die „Hetairos“ daher auch punktgleich mit der „Visione“ beste Verfolgerin.

Am Donnerstag (9. September) ist Ruhetag (Donnerstag) beim Maxi Yacht Rolex Cup. Er wird am Freitag fortgesetzt und geht am Sonnabend (11. September) zu Ende.

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Mit dem Opti von Gedser nach Rostock! Teil 2! Bericht + Bildgalerie!

Die „Opti-Offshore-Challenge“ begann am Samstag dem 28. August um 5:30 mit einem wunderbaren Kaffee mit Milchschaum … dank Sandra und dem Wohnwagen waren wir ja bestens ausgerüstet. In den nächsten 2 Stunden wurde der Opti fertig ausgerüstet – Dreifarbenlaterne, Motorradbatterien für das bereits eingebaute Lenzsystem, Kompass, Wasserflaschen, eine Notlampe für die Nacht und eine wasserdichte Tonne mit „Stullen“. Der Adenauer wurde auf dem Ruder montiert und die Gastlandflagge mittels Blöcken so angebracht, dass sie aus dem Cockpit heraus bedient werden konnte. Liebe zum Detail oder Wahnsinn?

Johannes wurde eher mit klassischen Accessoires ausgestattet, Neoprenanzug, Ölhose, Schwimmweste und wasserdichtem Funkgerät!

Nach all diesem Gebastel war Johannes dann endlich um 8:00 Uhr auf dem Wasser und schon im Hafen war der Opti unerwartet schnell unterwegs, was zu spontanen Sprints durch den Hafen führte, um ein paar gute Bilder vom Opti in der Hafeneinfahrt zu bekommen! Die Erkenntnis – Jochen (segel-filme.de) ist fitter als ich =)

Bis wir uns und die Bora dann endlich klariert hatten, um aus dem Hafen von Gedser auszulaufen, war der Opti schon außer Sichtweite. Der erste Funkspruch von Hannes hatte uns allerdings schon erreicht! Sinngemäß widergegeben: „Schon ein wenig gewöhnungsbedürftig mit den Enten auf Augenhöhe zu schwimmen“!

Nach dem wir das Flach vor der Hafenausfahrt von Gedser hinter uns gelassen hatten, konnten wir auf Johannes Kurs gehen und neben ihm her fahren. Die „Bora“ über Stunden neben dem nicht gerade kursstabilen Opti zu halten, erforderte einiges an Konzentration und war auf die Dauer nicht wenig anstrengend, denn um gute Bilder mit der Kamera einzufangen, mussten wir relativ dicht neben ihm fahren.

Die erste Stunde lief alles wie geplant und es schickte sich an eine unspektakuläre Überfahrt zu werden … bis der erste Funkspruch mit Fehlermeldung uns erreichte. „Das Lenzsystem funktioniert nicht richtig“ – diese Information wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen, zum einen konnte ich über das ohnehin schon belächelte Lenzsystem jetzt noch ein bisschen lauter lästern, zum anderen hieß das natürlich für Johannes, dass er  jetzt schöpfen müsse – natürlich mit der klassischen abgeschnittenen Waschmittelflasche.

Der nächste Funkspruch der uns erreichte, war dann leider weniger amüsant, denn er informierte darüber, dass die Schrauben die den Mastfuß halten, sich aus dem Rumpf gelöst haben. Das Ende der Reise? Weit gefehlt! Denn Herr Kapitän verlangte nach Werkzeug! Mit der aufkommenden Seekrankheit kämpfend, kniete Johannes im Boot und reparierte den Opti mit einem Taschenmesser, 2 Schrauben und dem Behelfspaddel, das er im Boot hatte! Das Highlight dieser Reparatur war aber zweifelsohne Johannes „Achterstag“, das er irgendwo im oberen Drittel des Mastes angebunden hatte und es in den nächsten Stunden aus der Hand fuhr.

Mac Gyver lässt grüßen!

Womit wirklich keiner von uns gerechnet hatte, war die Tatsache, dass der Opti trotz des ungewohnten „Zusatzgewichtes“ streckenweise recht konstante 5 Kn über Grund machte. Die unerwartete Geschwindigkeit ist zugegeben nicht  dem guten Gewichtstrimm (durch neigen des Kopfes) zuzuschreiben, sondern vielmehr der Tatsache, dass während unserer „Expedition“ der Wind merklich zunahm. Als wir ungefähr 8 Seemeilen vor dem Zielhafen Rostock waren, informierte uns „Dinghy“ darüber, dass laut Wetterdienst in Warnemünde solide 5 Windstärken anlagen. Da wir bereits einige Stunden auf dem Wasser waren, hatte die Dünung natürlich genügend Zeit sich aufzubauen. Wind und Welle machten die Reise für Johannes nicht angenehmer und was er in seiner Nussschale durchmachen musste, konnten wir auf dem Begleitboot natürlich nur schwer nachempfinden, obwohl auch wir schon gut durchgeschüttelt wurden.

P.S. Ich freue mich über Kommentare! Ich habe die Bilder durchnummeriert – welches ist euer Opti-Bild? Mein Favorit ist ganz klar die Nummer 28!

… wie es weiter geht und ob Johannes heil in Rostock angekommen ist erfahrt ihr im nächsten Bericht!

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