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Archiv der Kategorie: Iron Lady
Freitag?

Freitag!
Puerto Williams ist für uns definitiv der schönere Platz. Schon das Einklarieren beginnt mit dem für hier typischen Kopfschütteln. Ein Prefecturabeamter mit großer Porsche-Sonnenbrille und kleiner Körpergröße kommt an Bord und ist besorgt um unsere Sicherheit. „Wie viele Personen an Bord?“ „4“ „Oka, oka, dann möchte ich jetzt vier Schwimmwesten sehen“ Augenrollend verschwinde ich im Schiff, wir hatten gerade alles abgeschlossen, um zur Prefectura zu gehen, und erscheine mit unseren 4 aufblasbaren Secumarwesten, die der Kinder brandneu, mit TÜV-Siegel, double protect, schweineteuer und Piratenemblem. Der Beamte schüttelt missbilligend den Kopf. Wo wir die denn herhaben, aus Argentinien seien die nicht. Ich verkneife mir ein „Nein, Gott sei Dank nicht“ und erwähne freundlich Kaufort und Datum. Die Westen sind aber hier nicht anerkannt, man habe hier andere, wir müssen sie zum Prüfen zur Prefectura bringen, dort bliese man sie einmal auf, nur zu unserer Sicherheit, und wir bekämen ein Zertifikat. Zustimmend nicken wir mit dem Kopf und zeigen auf Verlangen noch Logbuch und Papierseekarten vor, erklären, dass wir alle 12 Stunden brav unsere Positionsmeldungen per email an alle Stationen versenden. Mittlerweile hat Herr Porsche auch verstanden, dass wir schon mal hier waren, in Argentinien, und auch in Capital, in Buenos Aires. Ach so, dann sei das etwas anderes mit den Westen, dann dürften sie die nicht mehr prüfen, es sei alles in Ordnung. Häh? Egal, wir bekommen die Erlaubnis an Land zu gehen und offiziell einzuklarieren, was ausnahmsweise mal recht problemlos vonstatten geht. In unserem Lieblingssupermarkt kaufen wir frisches Fleisch und Maiskolben, die wir abends auf den Indoorgrill des Clubs werfen. Herrlich. In Ushuaia gibt es zwei Clubs, den Nautico, vor deren Steg wir das letzte Mal lagen und den AFASyn, etwas weiter draussen, ruhiger und mit allen Annehmlichkeiten wie Dusche, Clubhaus, Grill und Kinderspielplatz ausgestattet. Alles könnte gut sein, doch am nächsten Tag ist Freitag. Der beginnt mit unerfreulichen Arbeitsemails für Micha, so dass ich ihn schon morgens lautstark via schlechter Skypeverbindung mit DHL-Mitarbeitern schimpfen höre, geht weiter mit einem Riß in unserer teuren Küchenarbeitsplatte aus Südafrika und endet damit, dass eines der Kinder mir mit dem Bein beim Vonbordgehen die Brille von der Nase schubst. Ausversehen natürlich. Kurz verfängt sich der Bügel noch am Fender, dann macht es Platsch und 3 Dioptrien landen im eiskalten, verdreckten Wasser von Ushuaia. Wie gut, dass ich mich vor der Abreise für 2 günstige, statt für eine teure Brille entschieden habe. Gott sei Dank tauchen am Abend Jaqueline und ihre drei Kinder auf, die Laune steigt. 5 Kinder verschwinden in der Achterkabine und spielen Playmobil, während ich für alle Spaghetti zaubere. Heute ist Samstag, die Kinder und ich haben den immer noch grummelnden Skipper zu Hause gelassen und haben das getan, was man im Ushuaia am besten kann: Einkaufen und Eisessen. Warme Klamotten für die Kinder, Schulmaterialien für Lena und neue Bastel- und Malbücher für lange, regnerische Ankertage in den Kanälen. Für den Skipper gab es Schokolade und einen Lammeintopf mit frischem Koriander, das hebt die Stimmung. Der Westwind bläst mal wieder mit 30 Knoten. Morgen ist Wandern im Nationalpark angesagt. Ich freu mich schon.Wogen geglättet

Wogen geglättet
Die große Stadt ruft
Nach den Aufregungen und Anstrengungen der letzten Tage kehren wieder unsere eigenen Ziele in den Vordergrund. Verproviantierung. Dies ist in Puerto Williams nur bedingt möglich. Es gibt in dem 2.000 Seelendorf nur gefrorenes Fleisch, keinen guten Supermarkt, nur zwei Tante Emma Läden. Also international ausklarieren und um fünf Uhr aufstehen. „Leinen los!“ Es ist sechs Uhr, kein stürmischer Westwind und somit beste Bedingungen um unter Motor und mit fast sechs Knoten nach Ushuaia ab zu düsen. Geplant ist eine Woche um uns fertig zu machen und zwei bis drei Monate einsam durch die chilenischen Kanäle nach Valdivia zu fahren. Ein Trip von ca. 1.300 Meilen unter Motor. Also 750 Liter Diesel für Johann und 120 Liter für warme Füße. Hmm. Da müssen wir uns wohl noch mal vier zusätzliche Kanister mit Diesel an Deck stellen, denn es gibt bis da oben keine Tankstelle, Berge, Gletscher, Beeren und King Crab. Wenigstens Süßwasser gibt es genug. Ach, wir freuen uns so sehr.
Wogen geglättet

Wogen geglättet
Die große Stadt ruft
Nach den Aufregungen und Anstrengungen der letzten Tage kehren wieder unsere eigenen Ziele in den Vordergrund. Verproviantierung. Dies ist in Puerto Williams nur bedingt möglich. Es gibt in dem 2.000 Seelendorf nur gefrorenes Fleisch, keinen guten Supermarkt, nur zwei Tante Emma Läden. Also international ausklarieren und um fünf Uhr aufstehen. „Leinen los!“ Es ist sechs Uhr, kein stürmischer Westwind und somit beste Bedingungen um unter Motor und mit fast sechs Knoten nach Ushuaia ab zu düsen. Geplant ist eine Woche um uns fertig zu machen und zwei bis drei Monate einsam durch die chilenischen Kanäle nach Valdivia zu fahren. Ein Trip von ca. 1.300 Meilen unter Motor. Also 750 Liter Diesel für Johann und 120 Liter für warme Füße. Hmm. Da müssen wir uns wohl noch mal vier zusätzliche Kanister mit Diesel an Deck stellen, denn es gibt bis da oben keine Tankstelle, Berge, Gletscher, Beeren und King Crab. Wenigstens Süßwasser gibt es genug. Ach, wir freuen uns so sehr.
Wogen geglättet

