Monatsarchive: August 2015

Begegnungen auf See

20150831

Was geht? Geht was?

In Peniche möchte man uns nicht. Vor allen Dingen nicht, weil wir mitten im Hafenbecken lagen. „Allgemeine Fahrzeugkontrolle. Ihren Führerschein bitte. Habe Sie Alkohol oder Drogen zu sich genommen?“, na ja, es war nicht ganz so schlimm. Auf jeden Fall lagen wir ab 11 Uhr auf Reede vorm Hafen, ungeschützt, gegen den thermischen Wind des Tages. Jan ist in die Stadt gegangen und ich hab das Schiff gehütet. Am Nachmittag soll der Wind drehen und langsam stärker werden. So war es dann auch und wir haben das Eisen aus dem Sand gehoben, Peniche, Peniche sein lassen und 30 Tonnen MARLIN langsam mit Windhauchkraft und Diesel Richtung Süd bewegt. Inzwischen segeln wir sogar.

“Da ist ein Dreimaster am Horizont. Oder ist das ein Frachter mit drei Kränen. Ne. Der ist ja noch langsamer als wir. Ein Knoten machen die. Das ist die NPR Sagres sagt das AIS. Als wir näher kommen, brav unter Segeln, sehen wir die Bestimmung. Eine portugiesische Galeere. „Die kriegen den Hals nie voll!“ „Pass auf, sonst geben die uns jetzt die Breitseite!“ Also ein Segelschulschiff. Die Matrosen bekommen grade an Deck eine Unterweisung. Oder Einlauf. Wer weiß. Schickes Schiff. Endlich passiert mal was.

 


Nächste Abfahrtmöglichkeit mit der MARLIN: Atlantiküberquerung 2016 von Kuba über Bahamas zu den Azoren – buchst Du jetzt.www.marlin-expeditions.com

 

One Night Stand mit einer Legende

Ich hatte am Freitag eine wunderbare Nacht mit einer Legende: Der Illbruck. „So, willst Du mal?“ Gegen zwei Uhr Uhr morgens ist es soweit: Ich habe eine Premiere. Denn ich stehe an Bord der „Illbruck“ irgendwo zwischen Fehmarn und dem Kiel-Ostsee-Weg und habe ein Steuerrad  in der Hand. Ich hatte bisher immer nur Pinnen in meinen Fingern. Das … One Night Stand mit einer Legende weiterlesen

Kurzentschlossen kurzgeschlossen!

20150830

Johann hatte doch ne Schraube locker

Das mit dem Schlüssel drehen hat auch heute Mittag noch nicht geklappt. Aber ich bin endlich ausgeschlafen. Ein Blick in das Werkstattbuch mit dem Schaltplan hilft. Entweder es muss das Trennrelay des YANMAR’s sein, denn dieser ist massefrei installiert oder aber das Startmagnet. Mit einem dicken Kabel rücke ich dem faulen Zahn zu Leibe. Das Trennrelay ist es nicht. Also gebe ich Saft direkt auf das Startmagnet. In der Erwartung eines dicken Knalls schließe ich dabei mal vorsichthalber die Augen. Wie früher in Duisburg, wenn man seinen Autoschlüssel nachts im Old Daddy verloren hat und das eigene Auto aufbrechen muss. Das Magnet zieht an, der Anlasser rüttelt los und Johann schuckelt wieder. Mir fällt ein Stein vom Herzen. „Give me five!“ Jan steht oben verschlafen im Cockpit. „Gut gemacht Skipper.“ Nen Lob vom Bootsjungen tut ja auch mal gut. Nach zwei Stunden Motorfahrt funktioniert alles wieder wie neu! Die losen Kontakte an der Lichtmaschine waren doch das Übel. Motor wieder aus. „Sechs Knoten Wind. Das können wir in Schleichfahrt. Drück mal auf’s GPS und aktiviere Faro.“

 


Nächste Abfahrtmöglichkeit mit der MARLIN: Derzeit ist fast alles dicht bis April 2016. Am 6ten September segeln wir Faro nach Madeira. Da sind noch zwei Plätze frei. Die Überfahrt zu den Kapverden ist ausgebucht. Im Oktober kannst Du noch auf den Kapverden mitsegeln. Ein Platz ist noch frei. Die Atlantiküberquerung ist ausgebucht. Der Törn mit der Rennmaschine MARLIN: Cuba 1000. Wir brechen den 200 Meilen Rekord! Von Curacao nach Cuba, hat noch eine Koje frei. Meine persönliche Empfehlung: Atlantiküberquerung 2016 buchst Du jetzt.www.marlin-expeditions.com

 

Sunbeam 42 DS – zu verkaufen – for sale – € 220.000

EINE UNGEWÖHNLICHE LIEBESGESCHICHTE

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Es ist zwei Jahre her, dass ich eine Windpilot Heckverzierung in Grömitz ausgeliefert habe. Sie wurde dort an eine nahezu unbenutzte Sunbeam 42 DS angeschraubt, deren Eigner ich wenig später im Hafen kennen lernen durfte: Ein Ehepaar aus Süddeutschland mit geringer See Erfahrung, aber enormen Sehnsüchten und noch grösseren Plänen, sowie dem Willen, das Schiff mit allen „bells and whistles“ aufzurüsten, damit es auf See an nichts mehr fehlt. Immerhin stockte mir der Atem. weil ich vergleichbar investitions freudige Eigner selten erlebt. Wie hätte ich ahnen können, dass es eine Fortsetzungs Geschichte werden würde?

Ich erhielt kurz nach der Ausreise im Sommer 2013 diese Mail:

Die Anlage hat nach eine kurzen „Test und Einstellphase“ jetzt Ihren Dienst übernommen.
Unauffällig, zuverlässig einfach nur eine große Freude! Ich war wirklich skeptisch und bin jetzt
umso mehr begeistert. Die Anlage steuert und ich schreibe Ihnen am Kartentisch eine Mail über SSB.
Einfach cool. Meine Frau hat die Windpilot-Anlage „Liselotte die Zuverlässige“ genannt. Unser Autopilot heißt „Otto“ und ist heute schon 3x ausgestiegen :-( Jetzt raten Sie mal, weshalb der AP von meiner Frau einen Männernamen bekommen hat :-) ?
Wir freuen uns jedenfalls über unsere neue „Steuerfrau“ und wünschen Ihnen und Ihrer Frau weiterhin alles Gute und viel Erfolg!
Katja + Dietmar Henke SV Summer

7000 sm europäische Küstenlandschaften später, erreicht mich ein Alarm von den Azoren: Mann hatte sich in eine wunderschöne klassische SWAN Yawl verknallt, Frau hat sich mit beiden Füssen auf die Bremse gestellt – ein Konflikt, der nicht mit dem Holzhammer zu lösen ist, zumal man sich an die SV Summer perfekt gewöhnt. Siehe auch im Blog

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Wir haben lange Mails und noch längere Telefonate geführt, insbesondere weil mir die neue – fast ausserirdisch hübsche Geliebte – persönlich bekannt. Hier einen kühlen Kopf zu behalten, gerät zur Schwerstarbeit, zumal wenn das Herz in der Birne immer dazwischen funkt. Darum kürze ich die Geschichte an dieser Stelle einmal ab: Katja und Dietmar haben sich entschieden und werden ihre Reisen nun mit der klassischen Yawl „Cesarina“ fortsetzen.

Die SY Summer, eine SUNBEAM 42 DS im Neuzustand, mit nur 560 Betriebs Std auf der Maschine, darf man getrost als einen Leckerbissen bezeichnen, fix und fertig erprobt und ausgerüstet mit allem, was Geld hat kaufen können.

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SUNBEAM 42DS, BJ 2006,  Länge 12,60m, Breite 4,40m, Tiefgang 1,95m,
YANMAR 75PS mit nur 560 Motorstunden,
Rollanlage Fock 2014, Roll-Groß/Genua Laminatsegel 2013, Genacker 130qm 2013, Fock Dracon 2014, Maststufen klappbar, Eignerkabine, Spezialmatratzen waschbar, Komplette Beleuchtung innen LED, doppelte Navigationsbeleuchtung LED Hella Marine, Lotsenkoje, Kocher 2-flammig ENO mit Backofen, 2x 12KG Alugasflaschen Kühlschrank el., Spüle, 2x WC manuell, 2x Waschbecken, separate Duschkabine , komplette Nautik Raymarine E-Serie neu in 2013, Radar 4KW HD , UKW-Funk Ray 260, Autopilot Linearantrieb 2012, Selbststeueranlage Windpilot Pacific, Fishfinder/Sonar Ray Downvision, Kartenplotter E125 E7 2013, NAVTEX, Meteoman Wetterstation, SSB/Kurzwelle ICOM 78 ist vorinstalliert mit Achterstagantenne/Groundpaint/elektr.Installation, Ganzpersenning Maßanfertigung 2014, Sprayhood mit Macrolonscheibe 2014, Bimini-Top 2014, Landanschluss 220 Volt, Generator Diesel Fischer Panda AGT 4000 neu 2013, plus zusätzlichem 60l Dieseltank, Vitron Inverter 4 KW 220V, Top Batterieladegerät, Gasspürgerät Bilge f. Propan, Ankerkasten/Kollisionsschott mit Segellast, Rettungsinsel 6 Personen, E-Ankerwinde, Waschmaschine Bosch 6 Kg neu 2013, 9x VETUS Gel-Batterie a 90 Ah in 2013, Batteriewächter Philippi, 2x SUPERWIND 2013/2015 Bug-Ankerwinde el., massive Seereling Edelstahl mit Handlauf, Warmwasseranlage, Heckdusche warm/kalt, 3x Bilgepumpe automatisch Alarm, Bugstrahlruder Vetus, Geräteträger Niro Petersen mit 130W Solarpanel und Kran für Außenborder, gr. Watermaker von H2O Factory vollautomatisch DK4, 1x Bilgepumpe mechanisch, CD-Player, Polsterbezüge Alcantara mit Frottee Schonbezug, überall sind die Böden mit Teppich/Kugelgarn belegt, der Teakboden ist in einem sehr gutem Zustand Cockpittisch, Unterwasseranstrich neu in 2/2015 Hempel Globic 9000 Badeplattform, Badeleiter, 2x 6KG Feuerlöscher, Diesel Heizung Warmluft Webasto, TV Antenne, Radio, 2x Dieselfilter SEPAR umschaltbar, stehendes Gut (Wanten/Stagen) neu in 2014, Ruderlager und Dichtungen neu in 2015, 1x Heckanker mit Ausleger, SPW 4 Blatt Drehflügel-Propeller 20″ und sehr viele weitere Extras.
EU Steuern bezahlt
Liegeplatz Villamoura Portugal
Anfragen an den Eigner:
Dietmar Henke
+49 171 3474107
dh.dietmar.henke@gmail.com

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Fuzzack! Wind streikt!

Ruhe bewahren

Die erste Nacht auf See haben wir hinter uns gebracht. Wir wachen von 8-12, 12-4, 4-8 usw. Draußen: Suppe. Nebel. Gestern auch schon. Ein sicheres Zeichen für lokale Hochdruckkerne. Und somit ist auch kein Wind. Kein Wind für die Genua, kein Wind für den Genacker. 100qm Großsegel, mit Bullenstander in Position gehalten, bewegen uns mit grade mal 3 Knoten in die richtige Richtung. Zeit für ein Selfie. Zeit um übers Leben nachzudenken und im Werkstatthandbuch den YANMAR’s zu blättern. Den Fehler sollten wir selber finden können. Die Literatur ist ausgiebig, aber wahrscheinlich müssen wir den Anlasser ausbauen und zerlegen. Will ich das auf See machen? Bei diesen Windverhältnissen und auf See setzt die Motivationsdepression ein. Jede Aktion wird hundert mal überdacht. Soll ich oder soll ich nicht? Heute Nachmittag soll es wieder Wind geben, sagt die Elektronik, die Grib’s über PACTOR. Glauben tue ich nur was ich habe. Noch schlägt das Segel nicht und solange das Segel nicht schlägt ist mir alles egal. Erst wenn die Segel schlagen, greife ich zum Zündschlüssel. Aber das geht ja nun nicht mehr. Also doch ab in den Keller und ran an die Arbeit? Motivationsschwäche.

 


Nächste Abfahrtmöglichkeit mit der MARLIN: Derzeit ist fast alles dicht bis September. Dann geht es von Faro nach Madeira. Da sind wieder Plätze frei und von Madeira zu den kanarischen Inseln. Im Oktober kannst Du noch auf den Kapverden mitsegeln. Die Atlantiküberquerung ist ausgebucht. www.marlin-expeditions.com

 

Fuzzack! Johann streikt!

20150829

Auf und weg!

Im Hafen war heute Morgen kein Windhauch. Eigentlich hätten wir bis Dienstag warten sollen, wenn es nach den Wetterprognosen hätte gehen sollen. Aber das Spiel kennen wir schon. Am Dienstag heißt es dann, dass am Freitag Wind ist Und so weiter. Am Nachmittag kräuselt sich das Wasser. Anker auf und los. Nicht grade in bester Verfassung, muss ich zugeben, denn der nette Abend mit Jan und den anderen deutschen Seglern, war mit einem vielen Gläsern guten lokalen Wein gespickt. „Willst Du denn heute Abend in eine Marina?“, fragt mich Jan mit hoffendem Blick. „Nö!“ Eine Stunde später stehen wir auf der Stelle mitten dem Meer mit schlagendem Großsegel. „Komm wir nehmen den Lappen runter!“ Doch auf den Startbefehl, mittels Zündschlüssel, antwortet Johann nur mit einem leisen Klick. Klar, dass ich natürlich sofort die Suppe auf habe. Auch das noch zu meinem dicken Kopf von gestern. Also bleibt der 100qm Lappen oben und ich verschwinde mit Headlamp im Motorraum. „Bestimmt ist die Starterbatterie leer.“ Ich finde zwei lose Kontakte an der Lichtmaschine, was die Sache erklären würde. Aber. Die Starterbatterie ist voll. Der Magnetschalter, der das Starterritzel in das Gehäuse schieben soll macht keinen Mucks mehr. „Komm wir kochen erst mal ne ordentliche Spagetti. Dir steht der Hunger ja im Gesicht geschrieben.“ Der Wettergott schickt uns eine leichte Brise von achtern und so bleibt die Situation erträglich. „Ich hatte eh nicht vor nach Lissabon zu motoren. Sicherheitshalber schließe ich die Starter-Batterie an ein 24V Ladegerät an, aber ohne weiteren Erfolg. „Jan, ich geh schlafen. Vielleicht fällt mir was im Traum ein.“ Gefährlich ist die Situation nicht, denn unsere Energie machen wir mit dem Generator. Zur Fortbewegung haben wir ja, Gott sei es gedankt: Segel! Solange wir das Problem nicht mit Bordmitteln hinbekommen, steht Cascais auf dem Plan. Das sollten wir unter Segeln anlaufen können, ist ein Vorort von Lissabon und dort finden wir am ehesten einen Mechaniker oder notwendige Ersatzteile. 157 Meilen bis dahin. Hoffentlich bleibt uns der Wind erhalten.

 


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