Monatsarchive: Februar 2015

24. Tag auf See – Ergänzung!

Kursänderung um zehn Grad nach Süden. Wir laufen seit heute Mittag 12.30 Uhr mit Kurs auf Grenada. Ich habe eine Mail von unserem Freund Herbert (SY Maya) bekommen, der gestern dort eingelaufen ist. Wir versuchen schon seit Monaten, endlich mal zusammen in einem Hafen zu liegen, aber bisher hat es noch nicht geklappt. Da der Wind ohnehin gerade aus Ostnordost kommt und Herberts Beschreibung uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen hat, hängen wir also noch einen Tag hinten dran und segeln durch. 446 Seemeilen to go. Von Grenada aus können wir dann auch herrlich in Tagesetappen über die Grenadinen hinauf nach St. Lucia und weiter in den Norden. Noch eine weitere Ergänzung: Ich habe gerade erfahren, dass seit heute oder gestern ein Video über uns auf YACHT-online zu sehen ist. Genauer ist es ein Trailer einer 45-minütigen Doku, die am Ostersonntag um 8.30 Uhr auf ZDF-Info gesendet wird. Der Hamburger Filmemacher Arne Schröder hat uns während unserer Reise nach Madeira von Zeit zu Zeit mit einem Filmteam begleitet. Er war bei den stressigen Vorbereitungen und der überstürzten Abfahrt mit dabei und hat uns in Dartmouth (England), Viveiro (Spanien) und auf Madeira besucht. Zwischendurch waren wir immer einige Wochen auf See und haben mit drei HD-Videokameras und drei GoPros das Unterwegs-Material selbst gedreht. Das Ergebnis könnt ihr euch wie gesagt am Ostersonntag anschauen. Und den Trailer bereits jetzt auf YACHT-online: http://www.yacht.de/yacht_tv/reportage/johannes-und-cati–der-filmtrailer=/a96651.html Wir sind selbst ganz gespannt, müssen uns aber noch einige Tage gedulden. Über Iridium würde es wohl eine Woche dauern, den Trailer zu laden – und etwa 1500 Euro kosten … ; )

24. Tag auf See

“The days, they don’t have names …” habe ich 2006 in einer verlassenen Kneipe auf einer kleinen Insel der Bahamas gelesen. Wenn man einfach so dahinlebt, vergisst man schnell, welchen Wochentag man hat. Gut, Workaholics mag es genauso gehen. Aber auch uns hier draußen. Denn ob Werktag oder Wochenende, wir segeln, segeln, segeln … Den Tagesrythmus bestimmen einzig die Wachen und die Zeiten der Nahrungsaufnahme. Seit gestern wissen wir allerdings wieder sehr wohl, welchen Wochentag wir gerade haben. Denn die Tage auf See sind gezählt und wir versuchen nun unsere Ankunft auf Barbados möglichst so zu timen, dass die Büros des Zolls und der Einwanderungsbehörde gerade geöffnet haben. Ansonsten ist nämlich ein saftiger Zuschlag fürs Einklarieren fällig. Wir haben noch 347 Seemeilen vor dem Bug und im Moment sagt das GPS, dass wir Montagabend gegen 20 Uhr in die Carlisle-Bay vor der Stadt Bridgetown einlaufen. Die Büros haben zwar bis 22 Uhr geöffnet, aber trotzdem ist das ganz schön spät. Denn wir müssen anschließend in der Bucht vor Anker gehen und im dunkeln ist es nicht allzu einfach, eine passende Stelle mit schönem Sandgrund zu finden. Wir werden also rechtzeitig die Segel reduzieren, damit wir mit dem Sonnenaufgang am Dienstagmorgen einlaufen. Wir hatten in den letzten Tagen wieder einige dicke Wolken, die viel Wind gebracht haben. Gestern Nacht gleich zweimal. Schon beim ersten Mal habe ich die Genua weggenommen und das Schiff über Nacht nur unter zweifach gerefftem Groß laufen lassen. “Maverick” kann mit solchen Starkwind-Böen nur unter Groß gut umgehen. Wenn es ihr zu viel wird, dreht sie eigenständig bei und wartet ab. Manchmal nimmt sie anschließend mit dem Abflauen den alten Kurs auf, manchmal bracht sie dabei auch ein wenig Hilfe. Der Schiffsverkehr nimmt auch wieder zu. Heute früh hatten wir schon wieder einen Frachter auf dem AIS, wenn auch recht weit entfernt und auf Gegenkurs. Nach 23 Seetagen sind wir ein bisschen geschafft. Cati fällt es immer schwerer, in den Nachtwachen wach zu bleiben. Wenn das Schiff einen anderen Kurs einschlägt und ich dadurch kurz wach werde, steht sie nicht selten gerade mitten im Salon, weil sie im Sitzen einschläft. Es wird also langsam Zeit, dass wir ankommen und mal wieder eine Nacht durchschlafen …

23. Tag auf See

Je weiter wir nach Westen kommen, desto nördlicher kommt der Passat. “Maverick” ist unter Windsteueranlage langsam nach Süden, Richtung Trinidad, abgebogen. Deshalb haben wir den Vormwindkurs mit Schmetterling-Besegelung heute früh verlassen und halten jetzt mit raumen Wind wieder genau auf unser Ziel zu. Wir sind etwas langsamer geworden, nur noch 5 Knoten im Schnitt. Aber das reicht vollkommen aus. Wenn also nichts mehr dazwischen kommt, sollten wir am Dienstagmorgen in der Carlisle-Bay im Südwesten von Barbados auftauchen. Bis dahin liegen nur noch 467 Seemeilen vor dem Bug. Das letzte Etmal betrug 138 Seemeilen. Wir rechnen witzigerweise langsam in bereits geschafften Etappen: Als gestern “540” auf dem GPS stand, hieß es “nur noch so lang, wie von Lissabon nach Madeira”. Morgen stehen 330 Seemeilen auf dem GPS, “das ist dann nur noch eine Biskaya-Überquerung”. Zu unserer Überraschung verderben unsere Dosen in der Bilge seit kurzem. Zwei waren sehr aufgebläht, das Blech richtig aufgeblasen. Dabei sollte der Inhalt noch ein Jahr haltbar sein. Zwei Mandarinen-Dosen fühlten sich an, als wären sie leer. Offenbar ist die Flüssigkeit abhanden gekommen. Wie kann das passieren? Äußerlich sehen die Dosen alle noch gut aus. Vielleicht bekommt ihnen das Gerolle nicht gut? Seit wir den Vorrat dezimieren, ist wieder Platz in der Bilge und einige Dosen fallen um, rollen den Rumpf hoch und runter. Wir werden wohl mal aussortieren müssen. Auch die Beschriftung mit einem Edding hält dem ab und zu mal vorbeischwappenden Bilgewasser nicht länger stand. Gestern sollte es Ravioli geben. “Das hier sieht aus wie eine Ravioli-Dose, ich mach die mal auf.” Und dann die Überraschung: “Zum Nachtisch gibt es Aprikosen.” Nach ein paar grauen Tagen ist heute endlich mal wieder die Sonne rausgekommen. Herrliches Wetter. Trotzdem ist das Bordleben beschwerlich, denn es rollen hohe Wellen von Steuerbord an und werfen das Schiff immer wieder auf die Seite. Cati hat heute früh Pfannkuchen zum Frühstück gebacken. Ohne Ei, die sind ausgegangen. Haben trotzdem super geschmeckt. Aber bei den Bewegungen war das schon eine Meisterleistung.

ES TUT SICH WAS auf der MARLIN

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Wenn Träume irgendwann doch wahr werden

Lars liegt unter’m Tisch, seine Schnauz auf meinen Füßen. „Eh Alter. Take it cool.“ Irgendwie so etwas, will er mir sagen. Ein Tag mit 18 Stunden liegt hinter mir und ich komme mir vor, als wenn ich nichts geschafft hätte. Dem ist aber eigentlich nicht so. Das MacBook liegt auf einer wunderschönen 40mm massiven Holzplatte aus Kirschholz, die den Salon der MARLIN seit heute schmückt. Silvia und Jens unsere Tischler aus Flensburg waren heute da und haben Schmuckstücke abgeliefert. Neben der Tischplatte, einen Brotschrank statt Mikrowelle, einen genialen Geschirrschrank außerhalb der Pantry, Regale für Tassen und Gläser. Es wird langsam ein Schiff, ein Schiff auf dem man nicht erst einen ganzen Tag wegstauen muss, bevor man schön schräg segeln gehen will.

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Von der Idee, über die Planung, bis zum fertigen Produkt kann schon lange dauern. Ich eher etwas ungeduldig, kann da schon mal raff sein. Sorry Silvia! Gut das du die Ruhe bewahrt hast. Unsere Überwinterung in Flensburg hat einiges an Arbeit mit sich gebracht. Umbau der Heizöl-Tankanlage, Freundschaftsversuche mit der Webasto Thermos 90S Heißwasserstation haben meinen Bart teils grau, teils rot gefärbt, wie Lena letztens mit mir in der Badewanne beim „Papa rasieren“ festgestellt hat. „Raus das Ding und einen Reflex Ofen rein?“ Das war die Frage, die ich mir immer wieder gestellt habe. Inzwischen habe ich die Websto mehrmals auseinander und wieder zusammen geschraubt, ähnlich wie beim Fischer Panda, und sie verstanden. Und Eine komplette Ersatzwebasto gekauft und eingelagert. Eigentlich ist sie ja ein prima Ding. Doof nur, wenn sie ausfällt irgendwo im nirgendwo. Was vollkommen nervend war, sind die Wärmetauscher, die im Boot verteilt sind, um aus dem heißen Wasserkreislauf, warme Heizungsluft zu machen. Viel Platz für Heizkörper haben wie leider nicht, aber im Salon hat ein kräftiger italienischer 2KW Alu Radiator seit ein paar Tagen seinen Platz gefunden. Einhand, die Leitungen in der Bilge zu verlegen ist zwar mit einem Knoten im Unterarm geendet, schlussendlich aber war die Installation mit Alu-PE Verbundrohr und gepressten Anschlüssen einfacher als gedacht. Das Zeug lässt sich echt um jede Ecke biegen. „Papa, ich bleibe heute Nacht hier!“, ist Maya’s Kommentar, auf einer Decke vor dem Heizkörper liegend mit dem iPad in der Hand. Recht hat sie. Ohne Krach der Heizungsgebläse und dem Gefühl sich grade im Landeanflug in einer Airbus Maschine zu fühlen, strahlt so ein Heizkörper seine Wärme einfach angenehmer durch den Salon.

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Silvia ist Tischlerin gebürtig aus Bern und letzten Sommer von den Azoren nach Flensburg mitgesegelt, wo sie selber auch wohnt. Dafür hat sie uns bei den Küchenoptimierungen der MARLIN übernommen. Mal abgesehen von dem schönen Tisch, hat sie selber bei 15 Grad Schräglage und 20 Knoten Wind auf dem Atlantik versucht auf der MARLIN zu kochen. Die Erfahrungen finden sich nun wieder in den Aufbewahrungen für unser Geschirr. Derjenige der abtrocknet, kann im Salon stehen und das Geschirr direkt auf der anderen Seite in den kränkungsfesten Tellerschrank einräumen. Derjenige, der in der Küche kocht kann die Einschüsselgerichte direkt an der Arbeitsplatte einfüllen, ohne dass ihm die Schüsseln durch die Gegend fliegen und ins Pilothaus durchreichen lassen. Auf den Photos sieht man sehr gut was sie gemacht hat. Das Holz ist noch viel heller als der restliche Ausbau der MARLIN. Das wird noch nachdunkeln und sich später nicht mehr vom restlichen Ausbau unterscheiden. Wer von Silvia auch was für sein Schiff haben will, der schaut hier:Isler Treppen macht auch Schiffe schön

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Lars bleibt jetzt doch in der Familie und vor allen Dingen bei den Kindern. Nachdem sich Hafenmeister Alfred zum Hundepaten hat ernennen lassen, der Lars ab und an mal nimmt, hat Lars nun Aufenthaltsgenehmigung bei Nathalie bekommen. „Wir sollten unseren Kinder nicht zeigen, dass man ein Tier, für das man sich irgendwann mal entschieden hat, einfach abschiebt“, ist auch meine Meinung. Gemeinsam geht das. Ich alleine könnte das nicht mit den MARLIN Expeditionen schaffen. Lars braucht zumindest jetzt einfach noch viel mehr Auslauf, als er das auf dem Boot hätte. Aber egal. Genug dazu geschrieben. Ich räum jetzt mal auf. Heute kommt Nadja vom dk Verlag. Brainstormen. Bilder sollen sich bewegen. MARLIN – Der Film.

 


Mitsegeln auf der MARLIN? Du bist dabei: Bergen zu den Lofoten 15.4.2015 Spitzbergen im Mai und Juni ab Longyearbyen. Noch jeweils zwei Plätze frei www.sy-marlin.de/mitsegeln

 

Menschen am Meer: Steve. Die Schlei. Oder: Warum ausgerechnet ein Amerikaner das beste Risotto kocht.

Mit der Kunst, italienisch zu kochen ist es wie mit der italienischen Sprache: Nur allzu leicht meint man, darin bewandert zu sein, es halbwegs „drauf“ zu haben. Worte und Gerichte gehen vergleichsweise leicht von der Hand. Und doch: stelle ich nach Jahrzehnten des Italienisch-Sprechens fest: Dies perfekt zu beherrschen, wirklich gut zu sprechen, ist ebenso schwieriges Unterfangen wie halbwegs Mandarin zu erlernen. Italienisch ist voll von Konnotationen. Kürzeln. Beigeschmäckern. An- und Be-Deutungen: die nur Italiener untereinander in ihrer Komplexität verstehen.
Ebenso ist es mit der italienischen Küche. Spaghetti Bolognese zum Beispiel. Augenscheinlich doch ganz einfach mit dem „Spaghetti-Hackfleisch-Dingsda“. Aber um das wirklich gut hinzubekommen: muss man schon einige geheime Regeln kennen. Ich weiß, wovon ich spreche: Ich habe jahrelang in Italien versucht, mich in Restaurants an Köche ranzupirschen, um das Geheimnis einer richtig guten italienischen Muschelsauce herauszubekommen. Es dauerte Jahre, bis mir die Köchin des OBELISCO im Containerhafen von Livorno – sie kuckte immer durch ein klitzekleines Fenster aus der Küche ins Restaurant wie Lukas, der Lokomotivführer, aus seiner Emma – ihr einfaches kleines Geheimnis verriet. Seit dem Zeitpunkt sind „Spaghetti a lo Scoglio“ der Bringer.
Die Schlei im August: Das Licht am Morgen auf der „kleinen Breite“.
Die Freundschaft zwischen Steve und mir begann rein beruflich. Wir lernten uns auf einer Messe kennen. Er leitete einen großen Verlag. Ich einen kleinen. Wir verehrten beide denselben deutschen Verleger, stellten wir fest. Von da ab trafen wir uns einmal jährlich. Immer auf dieser Messe. Klinkten uns einfach für eine abends für eine halbe Stunde aus dem Getriebe der Messe aus. Für „die blaue Stunde“ hatte Steve eine besondere Flasche schottischen Whisky am Stand. Und vielleicht ist meine Liebe zu Whisky in jener halben Stunde auf der drögen CeBIT in Hannover geboren, in den Gesprächen mit Steve. Er war treu: War ich nicht da: stand er immer irgendwann am Stand und ließ seine Karte mit einer Notiz für mich zurück. Es war mir immer eine Freude. Denn jedesmal knurrte mein Boß: Steve: sei „seine Liga“. Steve und ich: wir machten uns ein Spiel daraus.
Irgendwann erzählte mir Steve was von einem Boot, das er sich gekauft hatte. Für die Schlei. Eine SCHÖCHL MANTA. Genau die hatte ich auch gekauft, wenige Monate zuvor. Wieder ein paar Jahre später, wieder auf der Messe, wieder abends zur „blauen Stunde“, als wir wieder über dem tarnenden Pappbecher mit klirrenden Eiswürfeln saßen, erzählte mir Steve in seiner engen Messekoje, er habe sich ein größeres Boot gekauft, ein 28 Fuß-Schiff. Da hatte ich gerade meine 31-Fuß-LEVJE gekauft.
Es dauerte noch ein paar Messen. Es waren noch ein paar Jahre „blaue Stunde“, mit 1 Whisky am Stand von Steve notwendig, bis wir es wagten: miteinander Segeln zu gehen. Er nahm mich auf seiner INE mit auf die Schlei. Wir segelten von der STOLLER-WERFT, fast ganz im Westen, durch Missunde, an Arnis, Kappeln, Schleimünde hinaus auf die Ostsee. Mal nach Kiel. Mal nach Sonderborg. Mal nach Marstal. Und seither gehört die Schlei im August für mich zum schönsten, was man als Segler erleben kann. Segeln eine englische Parklandschaften. Durch Fluß-Engen. Durch goldene Getreidefelder. An Pappeln, Backstein, Schlickbänken, Räuchereien entlang, zwischen sanft rollenden Hügeln dahin. Ein Traum.
Im vergangenen Jahr begleitete mich Steve zum ersten Mal aufs Mittelmeer. Er war noch nie im Mittelmeer gesegelt. Er kannte Italien nicht. Aber er machte mich rebellisch mit seinem Vorschlag für ein Abendmenü auf LEVJE: Steve schlug vor, Risotto zu kochen. Risotto mit Steinpilzen. Und grünem Spargel.
Häääh? Es war Juli. Kein Monat für grünen Spargel noch für Steinpilze.
Ich war skeptisch. Meine Meinung wurde nicht besser, als mich Steve quer durch Ancona hetzte auf der Suche nach blöden Steinpilzen. Ich hielt ihm die Packung hin. Dann jene. Er schüttelte entschieden den Kopf. Er quälte mich auf der Suche nach den richtigen Zutaten. Ich zog die Sache in die Länge. Können Amerikaner kochen?
Es dauerte bis Pescara, wo wir die Nacht nicht im Hafen, sondern als einziges Schiff hinter der Diga, der Mole ankerten. Steve verschwand unten in LEVJE’s Kombüse. Ich schaute oben in den Sonnenuntergang, in die Berge. Steve rumorte unten. Ich übte oben Knoten. Steve klapperte unten mit  tausenderlei Töpfen. Ich kuckte in den aufziehenden Sternhimmel. Steve stand unter Deck im Küchendampf. LEVJE’s Salon sah aus, als wäre eine Bombe explodiert. Bis aufs Vorschiff hatte Steve die wehrlose LEVJE in seine Aktion „Risotto mit Steinpilzen und grünem Spargel“ einbezogen. Una bomba! In medio della piazza!
Diesmal zelebriert Steve sein Risotto mit Pilzen zusätzlich mit einem in der Pfanne gebratenen Stück Weißfisch. 
Steve’s Risotto war ein Gedicht. Ein Feuerwerk an feinem Pilzgeschmack, zarter Anmutung an aufgegossenen Wein, leichtem Geschmack von schmelzendem Provolone und Grana, verkochendem Stangensellerie, Möhren, Knoblauch. Es war der Hammer. Es war unbeschreiblich. Steve hatte das ultimative Risotto geschaffen.
Bedächtig nahm ich Teller um Teller. Der Sternhimmel kreiste über uns. Die Weinflasche zwischen uns. Der zarte Wind und die Lichter der Stadt vom Ufer. Immer wieder turnte ich nach unten, Gabel um Gabel, Steve’s Risotto willenlos ausgeliefert.
Und weil es schon so ist, wie der gelegentlich wunderbare Johannes Mario Simmel in seinem noch wunderbareren Erstling ES MUSS NICHT IMMER KAVIAR schrieb: Konnte uns nach diesem Risotto nur wenig etwas anhaben. Selbst die italienische GUARDIA DI FINANZIA nicht, die nachts um drei mit einem Aufgebot starker Scheinwerfer erschien, um grell auszuleuchten, wer da ankerte, wo er nicht sollte.
Ich habe sie verscheucht. Mit einer lässigen Handbewegung. Wie eine Fliege von einem Teller mit wunderbarem Risotto.
Das Rezept für Steve’s Risotto:
RISOTTO MIT STEINPILZEN
2 Zwiebeln glasig in Butterschmalz anbraten (Der Dreh: aber gaaaanz langsam. Bis sie Golden sind)
Dann drei Sardellen zugeben. Mit schmelzen lassen.
Staudensellerie, Karotten, Knoblauch zugeben.
Risotto drauf, mit ziehen lassen.
Weisswein aufgiessen: es muss heiß sein, umrühren, bis der Weisswein verdampft.
Gemüsebrühe und Pilze;
Pilzwasser dazu
150 gr. getrocknete Steinpilze
abschmecken
zum Schluß: 150 gr. Parmesan mit etwas Provolone dazureiben. (Der Dreh: Da muss ein Berg Käse drunter, zum Schluß.)
 
… und was mir Steve erst gestern verraten hat, als wir wieder mal über seinem Risotto saßen und ich juchzte: Er gießt ganz zum Schluß noch mal leicht mit Wein auf.
 
Dieser durchtriebene Ami.
 
 
 
 

 

Folierungsmarathon in Bremen

Sieben mal. So oft wird Bente auf der Messe foliert. Auch eine Wette haben wir laufen. Toni Gerken will’s wissen. Bente wird auf der Boatfit gleich sieben mal foliert. Irgendwie muss man den Leuten ja mal zeigen, dass das schnell und effektiv geht. Ich werde das Ganze filmen. 2 mal am Freitag, 3 mal am … Folierungsmarathon in Bremen weiterlesen