Monatsarchive: September 2014

EINLADUNG: Ankunft in KAPPELN – 05.10.14

Moin Moin! Es lässt sich nicht mehr leugnen, die Ankunft steht vor der Tür. Am nächsten Sonntag, am Ende des langen Wochenendes, werde ich in Kappeln eintreffen und das Projekt “Rund Ostsee” beenden. Wer mich auf den letzten Metern begleiten möchte, oder auch nur am Steg auf ein gemeinsames Festmacher vorbeikommen will, darf sich gerne eingeladen fühlen!

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Ich werde ( Stand jetzt) mit der 14:45 Brückenöffnung durch die Kappelner Brücke gehen und gleich dahinter im Hafen meines Vereins, ASC, festmachen. Durch Schleimünde werde ich dementsprechend wohl eine Stunde vorher kommen.

Also, falls ihr in der Nähe seid kommt gerne vorbei und begleitet mich auf den letzten Metern. :-)

7 Tipps für das Segeln in der Türkei: Erforderliche Papiere,Vorschriften, Internet, Wetterdienste.

Die Bucht Ciftlik, wenige Seemeilen südwestlich von Marmaris. Sauberes Wasser, gut gewartete Restaurantstege, an denen man kostenlos liegen kann. Aber alles hat seinen Preis: Die Küstenwache kontrolliert auch dort penibel, ob man seinen Fäkalientank immer ordentlich im Hafen entleert. Und der Restaurantbesitzer erwartet für den kostenlosen Liegeplatz, dass wir unser Abendessen bei ihm und nicht am Nachbarsteg einnehmen.
In der türkischen Ägäis segelnd, folgende 7 Tipps (Stand Oktober 2014):
Da ich diesen Post aktuell halten will, bin ich auf Feedback, Fragen, Kritik, Anregungen angewiesen.  Und bitte Sie in jedem Fall um eine Mail. Auch wenn Sie mir nur sagen wollen: „War alles richtig und brauchbar.“

Unterwegs mit dem eigenen Boot: Einklarieren und erforderliche Permits (Stand September 2014)
Fürs Einklarieren in der Türkei können Sie die in jedem Hafen und jeder Marina ansässigen Agenten beauftragen – einfach beim Hafenmeister oder in der Marina nachfragen. Da deren Preise aber schwanken – ich habe von 20 € bis 100 € für die Erstregistrierung alles erlebt – lohnt sich das nachfragen. Als Charterer erledigt das Transitlog sowieso Ihr örtliches Charterbüro – gegen die oben genannten Gebühren.
Da ich es aber genau wissen wollte: habe ich versucht, ohne Agenten einzuklarieren – was fast klappte. Ganz – so meine Erfahrung – kommt man allerdings ohne einen Agenten nicht aus.

    Das kleine Hafenstädtchen Bozburun auf der Halbinsel Datca lockt mit guten Restaurants und perfektem Lebensmittel-  
     Angebot. Ein Ort zum „Auffüllen“. Richtig nett wirds allerdings ein bis zwei Seemeilen südlich des Hafens: Schwimmen 
      im kristallklaren Wasser – und herrliches Ankern zwischen den Inseln.

1. Das ist wichtig an Dokumenten, Gebühren und Vorschriften: 
1.1 Das Transitlog
Das Tranistlog ist das wichtigste Dokument für Ihren Törn in der Türkei. Es ist ein einfacher, aus mehreren Seiten bestehender Durchschreibsatz, den Sie in der örtlichen Marina erwerben und nacheinander von fünf verschiedenen Stellen/Personen bearbeiten und abstempeln lassen:
1. Ein Agent macht für Sie den Grundeintrag ins türkische Register: sechs, sieben Zeilen mit Bootsnamen, Nationalität. Dies können Sie nicht selber übernehmen, den Systemzugang hat nur der Agent. Gelegentlich macht es wohl ein gutwilliger Hafenmeister oder auch eine örtliche Seefahrtsbehörde.
2. Amtsarzt.
3. Zoll.
4. Passkontrolle.
5. Port Authority.
Das Transitlog wird sowohl in Marinas als auch bei Kontrollen durch die Küstenwache (Sahil Güvenlik) verlangt und eingesehen.

1.1 Die Wahl des Einklarierungshafens
Diese hat ganz erheblichen Einfluß auf die Zeit, die Sie für das Erstellen des Transitlogs einrechnen müssen. Immerhin sind fünf Stationen nacheinander abzuarbeiten: Agent, Amtsarzt, Zoll, Passkontrolle, Port Authority. 
In der Marina Turgutreis sitzen alle fünf Personen praktisch in EINEM Gebäude, dem Fähranleger im Süden der Marina. Mein Zeitaufwand: 2,5 Stunden.
In der Marina Bodrum sitzen die vier Behörden bis zu 40 Minuten Gehweg auseinander: Zeitaufwand eines befreundeten Seglers für dieselbe Prozedur: über 6,5 Stunden
Datca: keine Erfahrungen. Da der Ort nicht groß ist, gehe ich eher von kurzen Distanzen aus. Zudem liefen Gerüchte um, dass Datca als Einklarierungshafen geschlossen worden sei? Also vorher anrufen.
Marmaris: Zumindest die Port Authority sitzt am „anderen Ende“ der Stadt wie die Marina. Also: Zeitaufwand für Gehwege mit einplanen. Und da Marmaris ein großer Charterhafen ist: auch Wartezeiten bei jeder der einzelnen Behörden. Der Agent vor mir in der Marmaris Port Authority hatte die Transitlogs für 100 (!) Yachten dabei. Der Hafenmeister meinte, wir sollten in zwei Stunden wiederkommen… Aber der Agent war wohlwollend. Und ließ uns vor.

1.2 Kosten
Das blanke Transitlog, der Durchschreibsatz, kostete in der Marina Turgutreis 51 €.
Hinzu kam – als Minimalgebühr für das Erfassen meiner „sieben Zeilen“ im türkischen Register – 20 € an den Agenten.

ADAC Bootsschein und Bootsführerschein sowie blauen Versicherungsschein nicht vergessen.

    Der Steg des Restaurants RAFET BABA, diesmal von der anderen Seite. Mattelagen, Sonnenschirme, Stranddusche: wie   
     so oft ist die Türkei perfekt bis ins Detail.   

1.3 Fäkalientank
In der Türkei herrscht Tankpflicht. Das Einleiten von Fäkalien in Buchten wird nicht als Kavaliersdelikt angesehen. Ich kenne den Eigner einer 17-Meter-Yacht, der in Istanbul in einer Marina wegen angeblichen Einleitens von Fäkalien mit einer Forderung von 10.000 € konfrontiert wurde – und nur mit Mühe die Forderung abwenden konnte. „Nie wieder Türkei“, sein Fazit.
Das Positive:  man merkt es eindeutig an der Wasserqualität, die schon beeindruckend ist. Auch in engen Buchten mit fast stehendem Gewässer glasklares Wasser. Da hat sich seit meinem ersten Türkei-Törn 1998 sehr viel getan. Allerdings waren das Problem damals auch weniger die Yachties, sondern vielmehr die türkischen Gülets mit Hunderten ferienfroher Tagesausflügler aus den Hotels von Antalya, nach denen an ein Schwimmen in der Bucht einfach nicht mehr zu denken war.
Zwar gibt es viele ausländische Bootsbesitzer, die nach wie vor ohne Fäkalientank in der Türkei unterwegs sind. Aber wer einen längeren Aufenthalt in türkischen Gewässern einplant, sollte sich einen Tank einbauen lassen – vor allem im Marmaris traf ich auf fixe Bootstechniker mit hervorragendem Know-How zu dem Thema, inklusive individuell für mein Schiff hergestelltem Schwarzwasser-Tank.

    Die Bucht von Bozukale auf der Loryma-Halbinsel, südwestlich von Marmaris.   

1.4 Die „blaue“ Magnetkarte
Ein ernstes Thema: Und dummerweise weist den ankommenden Segler weder bei der Einreise noch beim Einklarieren eine Marina, ein Agent oder Hafenmeister auf Folgendes hin:
Vor einigen Jahren führte die Türkei eine blaue Magnetkarte ein, mit der jeder Eigner nachweisen muss, dass er seine Fakälientanks ordentlich im Hafen hat abpumpen lassen. Bisher galt „Entweder drei Meilen vor der Küste“ oder „im Hafen abpumpen“. Da wird’s nun ganz ernst, denn die Türkei hat die Regelungen zur blauen Karte in diesem Jahr verschärft:
– jeder Bootseigner MUSS eine blaue Karte haben (Ob man einen Tank eingebaut hat, wird nicht kontrolliert. Ob man eine blaue Karte hat: schon.)
– jeder Bootseigner muss auf dem Magnetchip mehrfaches Abpumpen nachweisen (wohlgemerkt: ob man einen Tank eingebaut hat, wird nicht kontrolliert. Lediglich der Nachweis des Abpumpens wird kontrolliert …)
– hat man keine blaue Magnetkarte: drohen wiederum saftige Geldstrafen.
Die Behörden meinen es ziemlich ernst, das haben wir auch vergangene Woche bei der Kontrolle aller Boote in der Bucht Ciftlik durch die SAHIL GÜVENLIK, die Küstenwache, am eigenen Leib gemerkt. Noch vor den Pässen oder dem Tranistlog wird per Smartphone die Eintragung auf der „blauen Karte“ kontrolliert. 
Da zeigt die streng geführte Türkei ihre bürokratischen Zähne. Und in Verbindung mit saftigen Marina-Preisen und manch „cleverem“ Restaurant-Stegbetreiber kommt man dann schon auch an ein „Nie wieder Türkei“ heran.

Die blaue Karte kostet 25 €. Und man kann sie in jedem Hafen und jeder Marina erwerben. Nur dass man sie braucht: DAS sagt einem keiner. Also auch wenn beim Erwerb des Transitlogs niemand davon spricht: gleich mitorganisieren. Die Behörden wollen die blaue Karte sehen.


3. Internet in der Türkei (Stand September 2014):
Schon in Griechenland waren meine Erfahrungen mit COSMOTE sehr gut. In der Türkei habe ich mir von TURKCELL im örtlichen Shop in Turgutreis eine Karte geholt: 10 GB für 3 Monate Laufzeit für 99 TL, also etwa 37 €. Die TURKCELL ist nach VODAFONE in der Türkei der größte Netzbetreiber – entsprechend gut funktionierte das System auch in abgelegenen Gegenden. Arbeiten vom fahrenden Überland-Bus aus kein Problem.
Die Karte erhält man in allen örtlichen Telefonläden. Sie ist innerhalb einer Viertelstunde nach Erwerb freigeschaltet. Pfiffig.

4. Internet-Wetterdienste
Auch in der Türkei arbeite ich mit den Wetterdiensten, die ich in mehreren Wetterartikeln in diesem Blog vorgestellt habe: Im Wesentlichen – da wir vor der Haustüre von Rhodos segeln – sind es griechische: die Windkarten von Poseidon, HNMS für die „Warnings“ sowie Windguru und Meteo Marine.
Gleich vorweg: Solche „dauerhaft stabilen“ Abweichungen bei allen Vorhersagen zwischen Vorhersage und Wirklichkeit habe ich nun über Jahre hinweg in keinem anderen Revier erlebt. Das hat vor allem mit den gebirgigen türkischen Küsten zu tun, die täglich beschliessen, etwas ganz anderes an Wind zu produzieren als sie eigentlich eben noch wollten. Die Hauptrichtung steht von Juni bis Anfang September zwar fest: Meist Nordwest, gelegentlich mehr West oder ein bisschen mehr Nord. In den Windstärke-Angaben liegen die Vorhersagen aber herzhaft daneben.
Beispiel vergangene Woche: Vorhersage Poseidon und Windguru „Nordwest 4 bft“. De facto war das nicht sooooo verkehrt, es waren 4-5 bft., eher 5 bft. ablandig. Bis auf die 26-33 Knoten-Böen, die Levje fünf-, sechs-, siebenmal flach aufs Wasser legten…
Meine Faustregel: Schläft der Meltemi abends pünktlich um 10 Uhr ein, ist für den nächsten Tag wenig zu fürchten. Hält er in der Nacht stark und böig durch: dann kann es am nächsten Tag – ab 15 Uhr, wenn der Meltemi kräftig wird – auch mal mit 35 Knoten und darüber wehen.


5. Revierführer
Obwohl von manchen kritischen Lesern in den Wertungen als „veraltet“, „überholt“ bezeichnet, weil 1994 erstmals erschienen, fand ich das Buch von Andrea Horn/Wyn Hoop: TÜRKISCHE KÜSTE/OSTGRIECHISCHE INSELN immer noch ausgesprochen brauchbar und aktuell. Ich arbeite mit der 5. Auflage und finde die Angaben bislang sehr verlässlich.

    Auf dem Weg nach Bozburun.






Friedrichshafen. Messerückblick.

Knapp 2 Wochen war ich nun unterwegs. An-Abreise, Auf- Abbau und neun Tage in der Halle. Ein Rückblick.

Gestern auf der Autobahn zwischen Lindau am Bodensee und Hamburg: alle 30 Minuten überhole ich Autos mit Hängern, auf denen Boote stehen oder Bootswerbung geklebt ist. Zwischendurch auch mal eine J70 mit Bundesliga Aufkleber. Viele norddeutsche Wassersportler, Händler, Werften und Co. waren auf der Rückreise. Kein Wunder: In Friedrichshafen endete am Sonntag die Bundesliga und die Interboot.

Zunächst mal das Positive am Rückblick: Ich habe in Friedrichshafen wieder einmal viele Leser des Blogs, Buches und Facebook Kontakte kennen gelernt. Es ist immer wieder schön, Menschen im realen Leben zu treffen. In Friedrichshafen war das eine bunte Mischung aus vielen Schweizern, Österreichern und Süddeutschen. Solche Treffen machen immer wieder Spaß. Genau wie die bekannten Gesichter unter den Ausstellern – irgendwie hat das was von Wanderzirkus.

Friedrichshafen ist ein schöner Ort, um nach den Messetagen zu entspannen. Am See sitzen, ein Bier trinken oder auch sonst die gastronomischen Vorzüge des Südens zu genießen – herrlich. Und so spricht auch jeder Aussteller, den ich traf, über die Messe: Das Drumherum ist fantastisch.

Zur Messe selbst: Die neuen Hallen sind die schönsten, die ich bisher gesehen habe. Lichtdurchflutet, modern und ein angenehmes Luftklima. Der Messesee draussen steht dem in nichts nach. Dort zu sitzen, zu segeln, auf dem Wakeboard ne Runde zu drehen oder auf dem SUP – es gibt schlimmeres. Das Messeteam gibt sich viel Mühe, WLAN ist kostenlos (Hallo Hamburg und Düsseldorf!) und selbst die die Parkwächter sind hier freundlich (Hallo Berlin!).

Ansonsten ist es halt eine Messe. Und die leben von Besuchern und Ausstellern gleichermaßen.  Bis zur Wirtschaftskrise 2008 hat das gut funktioniert. Danach gingen die Besucherzahlen runter, und mit ihnen die Aussteller. Und so ist es auf der Interboot nicht anders, als auf anderen Messen auch. Segelhallen werden mit Weinhändlern, Whirlpools, Kaminen und anderem Zeugs, das nichts mit Booten zu tun hat, gefüllt. Das kann man verstehen, schliesslich sind halbleere Hallen der Horror jeder Messe.

Bootsaustellung?
Bootsaustellung?

Schwer zu verstehen ist angesichts der Besucherrückgänge die Dauer der Messe. 9 Tage. 2 Wochenenden, die gut besucht sind – und dazwischen Brückentage, die mit Schulklassen und Freikartenbesitzern gefüllt werden. Und so sieht man von Montag bis Freitag nur vereinzelnd Besucher. Die Aussteller sitzen gelangweilt (das kann man verstehen) auf ihren Ständen und vernichten ihre eigenen Kekse.

Huch - da ist jemand!
Huch – da kommt jemand!

Irgend jemand stellte am vergangenen Mittwoch die These auf, dass “heute nur Aussteller und Messeleute der anderen Messen unterwegs” seien. So kam es einem auch ein wenig vor.

Das Thema Verkürzung macht schon seit Jahren die Runde. Verkürzt wurde jedoch nie. Auch wenn das in den Ausstellerbefragungen anscheinend sehr viele (die meisten?) ankreuzen.

Ich stand diese neun Tage direkt am Haupteingang. Dort sieht man ob viele Besucher kommen, wann sie wieder gehen und was sie kaufen. In der Woche kommen wenige, gehen früh und unterm Arm hatten die meisten entweder Tüten mit Prospekten oder Snowboards bzw. Skier.

Wie viele von den 80.000 Besuchern sind dann “echte” Wassersportler?  Wie viele sind Schüler, Pfadfinder, Snowboarder?

Die Frage, die sich vielen stellt: Sollte man nicht auf 5 Tage verkürzen? Manche sagen bereits, sie würden sogar die gleiche Standmiete zahlen. Aber man spart Übernachtungskosten, Spesen und vor allem Tage, in denen man manchmal glaubt, dass bald überhaupt niemand je wieder auf eine Messe geht.

Erwartungsgemäß konnte man gestern wieder die obligatorische Pressemitteilung lesen, in der von “guter Stimmung” und “positiver Schlussbilanz” trotz weniger Besucher gesprochen wurde. Diese Mitteilungen kennt man. Sie erinnern einen mittlerweile an die Statements  nach Wahlen, in der alles immer toll ist und jeder sich als Gewinner sieht – sogar die FDP. Zu den Mitteilungen werden auch gleich die Fotos gepackt, die seit Jahren immer mit langer Brennweite geschossen werden. Auf Besucher eines Standes. So macht es dann dein Eindruck, als sei es teilweise richtig voll gewesen. Weitwinklige Aufnahmen aus den Hallen sieht man kaum noch. Sie würden jedoch die Realität zeigen.

Für niedrigere Besucherzahlen gibt es auch Gründe aus dem Baukasten: Mal ist es das schöne Wetter, mal das schlechte. Mal streiken die Lokführer, dann ist wieder was anderes.

Bringen diese 9 Tage also noch was? Wäre eine Verkürzung nicht sinnvoll? Das die Branche rückläufig ist, weiss jeder. Daran ändern auch Erfolgsmeldungen nicht, die eigentlich keine sind.

Ich selbst bin gefragt worden, ob ich nächstes Jahr wieder komme. Mache ich gerne – nur ob ich mir die Tage unter der Woche antue, weiss ich nicht. Es ist für einen Vortragenden ziemlich bitter, einen Vortrag ohne Besucher zu beginnen. Ab und zu bleibt mal einer stehen und schlägt die Zeit tot. Das geht nicht nur mir so. Das hört man auch von den anderen. Zitat eines Vortragenden: “Bei mir saß heute ein einziger hinten in der Ecke und hat mit den Augen geknibbelt”.

Vielleicht sollte man wie auf dem Schild unten den Schimmel solcher Messen mal entfernen – und das sind halt diese zähen Wochentage. Und nein – es ist nicht alles schlecht. Es gibt auch zufriedene Händler, die gute Aufträge schrieben oder “gute Gespräche” führten. Aber das würde laut vieler Aussagen auch an weniger Tagen klappen.

Nun freue ich mich auf Hamburg, und hoffe, dass dort alles besser wird.

In Halle A2 - Zubehör
In Halle A2 – Zubehör

 

 

Seebär

Leaving Kopenhagen. Mit einem echten Seebären an meiner Seite.

13. JadeWeserPort-CUP: Leinen los zur ältesten Traditionssegler-Regatta Deutschlands

LogoWilhelmshaven – Wilhelmshaven setzt die Segel. Zum dreizehnten Mal startet am ersten Oktoberwochenende die älteste Traditionssegler-Regatta Deutschlands – der JadeWeserPort-CUP. Vom 03. bis 05. Oktober 2014 können interessierte Besucher die spannende Regatta der Traditionssegler auf der Jade selbst miterleben. Neben dem garantiert unvergesslichen Wettstreit am Samstag auf der Jade sorgt auch das Rahmenprogramm mit Straßenkünstlern, Hafenrundfahrten und Bühnenprogramm von Freitag bis Sonntag für abwechslungsreiche Unterhaltung. Somit steht eines bereits fest: es wird bunt und richtig maritim – an allen Tagen!

Eröffnet wird das Veranstaltungswochenende am Freitag, dem Tag der deutschen Einheit, mit dem Kajenmarkt. In maritimer Atmosphäre können Besucher die Schlemmermeile am Bontekai entlang schlendern. Die Crews und Kapitäne der Traditionssegler öffnen ihre Luken und laden zu kostenfreien Schiffsbesichtigungen ein. Das überwältigende Höhenfeuerwerk, das den Himmel über dem Großen Hafen hell erleuchten wird, ist der krönende Abschluss des Freitages.

Am Samstag um 08.30 Uhr heißt es „Leinen los“ zur Fahrt um den begehrten JadeWeserPort-CUP 2014. Die Regatta hat sich zu einer festen und überaus beliebten Veranstaltung mit überregionaler Strahlkraft entwickelt und wird erstmalig durch die Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH veranstaltet.

Während die Traditionssegler auf der Jade um den Regattasieg kämpfen, startet im Großen Hafen die Jugend zur Wettfahrt beim JadeWeserPort-Junior-CUP. Am Nachmittag findet zudem das 3. Hafenschwimmen statt. Zurückzulegen ist eine Strecke von der Deichbrücke bei der DLRG bis zum Feuerschiff und wieder zurück.

Das Highlight der Veranstaltung bildet am späten Nachmittag die Einlaufparade der Segler durch die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Dann kehren die zahlreichen Traditionssegler von der Regatta auf der Jade zurück. Das Spektakel bietet fantastische Fotomotive. Die Sieger werden anschließend auf der Bühne am Bontekai geehrt. Am Abend kann bei der großen Seglerparty mit Live-Musik im Pumpwerk ausgiebig gefeiert werden.

Am Sonntag laden die Traditionssegler dann noch einmal zum kostenfreien „Open-Ship“ ein. Hier können Besucher die Schiffe genauer erkunden, einen Blick in den Steuerstand werfen und die überwältigende Kulisse der Segler am Bontekai genießen. Unter dem Motto „Piratencity“ findet zudem wieder ein verkaufsoffener Sonntag statt, der die Wilhelmshavener Innenstadt in ein Piratennest verwandeln und großen wie kleinen Kunden einen abenteuerlichen Piratensonntag bescheren wird.

Tickets für das Segelerlebnis am Samstag sind unter www.jadeweserport-cup.de sowie bei der Tourist-Information Wilhelmshaven in der NordseePassage unter 04421 / 91 3000 erhältlich.

Informationen zu den Marinas und Anlegestellen am Veranstaltungsort unter www.marinafuehrer.adac.de

Ich bin ein Alien; auf jeden Fall nicht mehr der Alte

Ende September habe ich nun Kopenhagen erreicht. Aus irgendeinem Grund war das für mich immer ein sehr wichtiges Ziel auf der Reise; ich denke es liegt daran das ich dort schon mehrmals “an Land” war und immer davon geträumt habe, dort auf eigenem Kiel einzulaufen. Um den Rest des Rückweges nun nicht mit einer “Nun aber schnell nach Hause” Einstellung weiterzuhetzen, habe ich mir jetzt bewusst eine kurze Pause  verdordnet und fahre für 3 Tage nach Hamburg, in der Hoffnung dann, das von Walter Kretschmer vorausgesagte Superwetter in der ersten Oktoberwoche, mitnehmen zu können und in aller Ruhe und mit Urlaubsgefühlen meine Reisemonate ausklingen zu lassen. Ausserdem gilt es meinen Freund Dara auf seiner Hochzeitsfeier zu überraschen und mit meiner Frau unser 15 jähriges Kennenlernjubiläum zu feiern.

Nach nur vier Stunden Bahnfahrt später bin ich wieder in Hamburg und fühle mich wie ein Ausserirdischer. Da hat sich in mir doch einiges verändert in den letzten 3 Monaten, die ich ja komplett auf dem Schiff verbracht habe.

Zunächst einmal spricht hier natürlich jeder Deutsch; so natürlich ist das aber nicht mehr für mich. Nach fast schon automatischen Gruß “HejHej” guckt hier schon einmal jeder etwas merkwürdig und ich bin es schlicht nicht mehr gewohnt in Gastronomie oder Geschäften deutsch zu sprechen und stammel mir einen zurecht…schon verrückt. 

Dann sind hier Alle in unglaublicher Eile, die ich auch nicht mehr so kenne. Vom Hauptbahnhof bis nach Hause musste ich zwei U-Bahnen und einen Bus nehmen. Dazwischen habe ich immer erst einmal eine Pause von 30 Minuten machen müssen um einfach irgendwo ins Leere zu starren. Prompt bin ich auch noch ein paar Stationen träumend zu weit gefahren; schon merkwürdig! 

Und zu Hause erwartet mich die große Wandkarte mit meiner Planung und ausgeschnittenen Fotos aus Berichten über Schweden…das hat sich ja nun erledigt und ich habe über 1.500 eigene Bilder im Gepäck. In diesem Moment merke ich sehr stark, wie sehr die Reise mich verändert hat und habe mir einmal ein paar Punkte notiert, an denen ich das gut festmachen kann.

– Am Waschbecken trete ich mit dem Fuss ins Leere statt denn Wasserhahn zu öffen. An Bord habe ich ja Fusspumpen dafür.

– Ich brauche wesentlich weniger Schlaf und freue mich morgens auf das Aufstehen. Endlich kenne ich dieses Gefühl wieder!!

– Meine Ernährung hat sich extrem verändert. FastFood wie McDonalds ist unvorstellbar. Nicht aus Vernunft sondern aus Körpergefühl. An Bord esse ich ja eher zielgerichtet nach vorhandenen Vorräten und Lust am Kochen. Daraus resultiert dann ein kleines Frühstück und eine warme Mahlzeit am Tag. Und viel Obst und Gemüse; das an Bord immer vorhanden, schnell zubereitet und vom Verderben bedroht ist. An Land sind meine Favoriten asiatisch oder indisch. Burger und vor allem Kohlenhydrate mag ich überhaupt nicht mehr. Salat mit Lachs oder typische Asia Gerichte schmecken und bekommen mir am Besten. Ich lebe also deutlich gesünder. Nicht aus Vernunft, sondern aus Geschmack. Auch esse ich nur noch ca. 20% der Menge Fleisch als vor der Reise. Keinen Aufschnitt und Berge von Tomaten.

– Wie schon einmal erwähnt gehe ich viel offener auf Menschen zu und komme schnell in Gespräche. Diese sind dann meist sehr bewusst, aufmerksam und mit viel mehr Augenkontakt.

– Überhaupt beobachte ich sehr viel genauer und bewusster. Das gilt für Umgebung und Wetter genauso wie für andere Menschen und deren Verhaltensweisen. Stundenlang kann ich dem Gewusel zusehen und dabei “Verhaltensforschung” betreiben.

– Auch dieses bewusste Abschalten, das Öffnen des Blickwinkels und des genussvollen Zeitverstreichenlassen ist mir neu. Das kommt sicher von den vielen Stunden der Segelei, die ja im Verhältnis zu den Entfernungen immer sehr langsam vor sich geht. Da muss man schon lernen 5-6 Stunden einfach nur Dazusein! Häufig das Ziel 3 Stunden vor Ankunft schon vor den Augen.

– Daraus resultiert dann auch ein anderes Tempo. Ich bin am Bahnhof sicher der Langsamste und stehe wohl auch anderen im Weg…aber wozu die Eile, wo es doch so viel zu sehen gibt.

– Und last but not least das Versinken in den eigenen Gedanken. Ich kann mich sehr lange damit beschäftigen über Dinge nachzudenken. Beispiel: Sinn des Lebens, Anzahl der vorhandenen Universen, Karma, was koche ich nachher, Altern, Glück und Ziele, warum habe ich vor 20 Jahren so gehandelt, wie ich es damals getan habe…..all son Zeugs.  

Ein für mich wichtiges Ergebnis daraus ist es, sich nicht so sehr ans Leben zu krallen. Mit jetzt über 50 muss man sich ja damit auch mal auseinandersetzen. Das bedeutet jetzt nicht Suizidgedanken oder Todessehnsucht, im Gegenteil. Aber ich will jederzeit bereit dafür sein den Auftritt hier zu beenden, ohne zu sagen: Ich wollte aber noch Dieses oder Jenes machen, aber habe dafür ja keine Zeit. Nach der Rente fange ich an zu Leben. Richtig glücklich bin ich nichts, aber so ist das eben etcetcetc.
Ich werde niemals alle meine Wünsche erfüllen können, aber ich gebe nicht auf. Ich habe die Liebe meines Lebens gefunden. Bin gesund und glücklich. Bin unterwegs und immer auf der Suche. Bin auf dem Wasser. Wenn der Mann mit der Sense anklopft kann ich ihm also lächelnd entgegentreten. Das ist ein sehr friedliches und beruhigendes Gefühl. Zumal mich die Größe und Weite des Himmels, des Meeres und des Universums, von denen es ja nach neuen Erkenntnissen mehrere geben soll, im Verhältnis zu meiner kleinen Existenz, davon überzeugt, das wir weit davon entfernt sind unser Leben und unseren Tod auch nur ansatzweise zu verstehen. Irgendwie geht es also immer weiter….
So bevor es nun zu philosophisch wird, mache ich mich wieder auf den Weg nach Kopenhagen und auf das weite Meer.