Monatsarchive: Dezember 2013

Sydney Hobart Race: Varuna on top

Photo by: Rolex / Carlo Borlenghi

 

Photo by: Rolex / Carlo Borlenghi

 

Line Honours 10
IRC   4
IRC – Div 1   1
ORCi   3
ORCi – Div 1   3

Angekommen auf den Cayman Islands

Zu wenig Sternschnuppen

So schön, wie der Trip angefangen hat in Jamaika, so unangenehm war die letzte Nacht. Der Wind lässt immer mehr nach, die Welle bleibt. Nathalie und ich teilen uns die Nachtwachen. Meiner Schwester Susanne geht es nicht so gut. Vielleicht doch nicht so ihr Ding, dass mit dem Segeln. Man muss die Dinge nehmen, wie sie eben sind. Klar, aber wenn es einem Crewmitglied so deutlich unwohl ist drückt das natürlich auf die ganze Boots-Biosphäre.

Anstatt heute Morgen, früh anzukommen, segeln wir im Ententempo. Nathalie und ich probieren noch Auszubaumen und maximales Tuch, platt vorm Windhauch. Doch ganz ohne Wind kann auch die MARLIN nicht segeln. Geht einfach nicht. Mit viel Segelschlagen machen wir grade mal 3,3 Knoten. Das ETA verschiebt sich immer weiter nach hinten. Noch eine Nacht auf See wollen wir unserem Passagier wirklich nicht antun. Nathalie verliert zuerst die Nerven und dreht den Schlüssel vom Johann. „Brumm.“ Sieben Knoten COG aber auch 8L Fuel.

“Ist heute eigentlich schon wieder Sonntag?“, frage ich Nathalie. Schon beim Ausklarieren in Jamaika haben wir vergessen dran zu denken, dass die Customs ja am Samstag und Sonntag Overtime Gebühren nehmen. Und das nicht zu knapp. $68 US. Uff. Nathalie schluckt. Ich auch. Hätten wir ja auch jeder dran denken können. Aber wie das so ist. Auch die Chicas im Marina Office hätten ja mal was sagen können. Aber egal. Im Crusing Guide Cayman Islands lese ich noch mal nach. Auch hier das Gleiche. Britisch Commonwealth. Shit happens twice. Wenn wir heute Abend noch auf den Cayman anlanden sind $70 US fällig. Irgendwie sind wir ausnahmsweise unprofessionell vorbereitet.

Kaum sind wir um die Ostspitze der Insel herum wird uns eine Boje zugewiesen. Direkt vor dem Gebäude der Einklarierungsbehörden. Daneben. Der Friedhof. Auf dem Friedhof ist grade Party angesagt. Noch während der Mouringaufnahme meldet sich Mr. Shipping Advice auf VHF16. Ein freiberuflicher, selbsternannter Vertreter der Insel. „Willkommen im Paradies“, schmettert er los. Ohne Punkt und Komma erklärt er uns über Funk, was wir zu tun und zu lassen haben. Er kümmert sich auch um die Bestellung der Officials. Nathalie gibt offiziell die Erklärung ab, dass wir eine segelnde Familie sind und die Officials auch gerne am Montag kommen könnten, damit unser Sailing Budget geschont wird. Mr. Shipping Advice quittiert dies und bittet uns sechs Mal unser Schiffshorn lang zu blasen. Wegen der verstorbenen Maria XY, die jetzt grade beerdigt wurde. Kein Problem. Außer das der Tutut Dose beim sechsten Mal fast die Kohlensäure ausgeht. Wir sind also angekommen und lassen uns ins Wasser fallen. Klares Wasser. Geil. Das hatte doch irgendwie gefehlt in Haiti, in Santiago de Cuba und Jamaika. Die Sonne senkt sich, keine Officials tauchen auf. Nur Mr. Shipping Advice meldet sich noch mal. Wird wohl eher etwas später am nächsten Morgen. Wegen der Beerdigungsfeier vermuten wir mal. Uns soll es recht sein, dann sparen wir uns die Overtime Gebühr.

Joerg Drexhagen – Yachtfunk – Pressrelease


WHERE AND WHEN APP
SSB Funk gehört zum Standard auf fast jeder Blauwasseryacht und die Bedienung ist heute fast kinderleicht. Weniger übersichtlich sind die Informationen über weltweite Funkfrequenzen sowie Sendezeiten, zu denen über grosse Distanzen Verbindungen am besten zustande kommen können. Das vonJoerg Drexhagen von Yachtfunk.com entwickelte App hilft dem Segler in Textform und farbigem Diagramm, jederzeit und weltweit die geeignete Frequenz und sinnvolle Sendezeit zu ermitteln. WEITERLESEN

Sydney Hobart Race: WOXI again

Es ist wie ein Nachtspaziergang

Sterne, Sternschnuppen und der Orion

Nichts ist schöner als der Sternenhimmel auf See. Jeder der den Anblick unter Segeln kennt, wird mir zustimmen. Der Wind hat etwas nachgelassen, die Capitana hat die Segel besser getrimmt, ich habe ein paar Stunden geschlafen. Jetzt sitze ich am Kartentisch und schaue dumm aus der Wäsche. Rechts und links gluckert das Wasser an mir vorbei. Der Generator und Wassermacher brummen im Heck der MARLIN. Crew schläft. Wir kommen langsam den Cayman Island näher.

Meine Gedanken gehen zurück nach Jamaika. Ich habe die Zeit genossen. Aber Jamaika ist ganz anders gewesen als ich es mir vorgestellt habe. Jamaika ist für karibische Verhältnisse reich. Zumindest gibt es viele dicke Autos und gut gepflegte und genährte Muttis dazu. Ganz im Gegenteil zu Cuba oder Haiti. Die Jamaikaner sind nett und zuvorkommend und diese Nettigkeit gegenüber dem weißen Mann will immer belohnt sein. „Hey white man. Give me some Dollar!“ Das nervt mit der Zeit. Auch gibt es gar nicht so viele kiffende Rastas, wie ich mir es vorgestellt habe. Die Zeit ist NICHT stehengeblieben auf Jamaika. Auch dieses Land will seinen Teil vom Kuchen abbekommen und wird es auch tun. Ohne Frage.

Die MARLIN segelt durch die Nacht. Neues Ziel Cayman Islands. Da denkt man erst mal an Steuerhinterziehung, Nummernkonto und so weiter. Is doch so. Oder nicht? Deshalb segeln wir allerdings nicht ins Steuerparadies, denn mit unseren Beständen, würden wir noch nicht einmal in die Banken reinkommen. Wir haben in Alu investiert. Alu statt Euro, statt Fonds und Aktien. Nicht schlecht. Oder? Ich finde, eine gar nicht schlechte Investition. Aber zurück zu den Caymans. Diese sind ein Tauchparadies. Das ist der Grund, warum wir hier zumindest einmal stoppen müssen, um uns unser eigenes Urteil zu finden. Bisher wissen wir nur, dass es kostenlose Tauchbojen gibt, das Einklarieren umsonst ist. Was wir uns denken, ist, dass die Caymans ein teures Pflaster sind. Deshalb hat Nathalie heute auch noch mal ordentlich auf dem Jamaika Markt eingekauft.

Die erste Insel, die wir morgen erreichen werden ist Cayman Brac und grade mal 10 Meilen lang. Ein paar Häuser im Norden, ein paar Häuser im Westen. Hmm. Wir sind echt gespannt was uns dort erwartet. Kristallklares Wasser als Erstes. Rollige Ankerplätze als Zweites. Morgen Abend wissen wir mehr.

Auf nach Cayman Islands

Schnelles, komfortables Segeln

Nach vielen Papieren und Overtime Gebühren bei den Customs, an die wir nicht gedacht haben ;-(, sind wir dann mal wieder los. Susanne ist weiterhin dabei, auch wenn die Freundschaft „Die Frau und das Meer“, noch nicht so richtig funktioniert. Doch heute, gibt sich das Meer alle Mühe, Susi auch. Sie sitzt am Heck und hypnotisiert die Wellen. Wir laufen 8 Knoten Average. Kurs Cayman Brac liegt an, die Sonne scheint. Schönstes Karibik Segeln.

Ich habe endlich ein Relay zwischen den Clutch Ausgang des Raymarine S3G Kurscomputer geschaltet, der der Kupplung der Jefa Steuerung den Strom direkt von Batterie gibt. Hier hat es immer wieder Aussetzer gegeben, vor allen Dingen, wenn die Batterien nicht ganz voll waren, nachts und bei heftigem Wetter. Folge war das man sich nie auf den Autopiloten verlassen konnte, weil die Kupplung zum Ruder mal so eben für 10 Sekunden mit lautem Getöse raussprang. Jetzt bin ich grade gespannt ob’s klappt. Is nen alter Tip von Rene, SY MIRA. Seit einer Stunde klappt es schon. Das lässt hoffen. Ich liege auf der Lauer.