Monatsarchive: Mai 2013

luscious friday

Gewöhnungsbedürftig

Ankern und socialen…

Der Panda, so heißt er jetzt, einfach und sorglos, rappelt nun brav im Heck der MARLIN. Er ist wirklich sehr leise, weniger wegen seiner Kapselung, sondern weil er im Motorraums steht und der einer der fünf seewasserdichten Sektoren der MARLIN ist. Aluminiumtür zu und Ruhe sozusagen. Stört also nicht weiter und weil unsere Batterien, immer noch die alten, eher Energiepuffer als Batterien sind, rappelt er im Moment auch jeden Morgen und jeden Abend für eine Stunde. Das kostet zwei Liter Diesel am Tag zu 36 Cent, weil Trinidad Diesel. Das geht. Am Tag dann scheint die Sonne und bläst der Wind.

Ansonsten treffen am Nachmittag mal eben eine Horde neue Boote ein. Schweden mit Kindern, Österreicher mit Kindern, da ist Nathalie ganz aufgeregt und nach unserem Stadtbesuch wird direkt ein Bordwandbesuch durchgeführt. Es scheint sich zu bewahrheiten, was wir vermutet haben. Das soziale Leben mit Kindern an Bord von Yachten, ist in der Karibik weit mehr verbreitet, als im einsamen Patagonien.

Mein Vormittag widme ich der Luke im Kinderzimmer, weil es da durchregnet. Meine provisorische Reparatur in Suriname hat es nun hinter sich, die leckt jetzt auch, also komme ich nicht umhin, den Rahmen rauszunehmen. Der ist in Sika eingesetzt, was mir natürlich erhebliche Schwierigkeiten bereitet.

Wenn ich also schon zwei neue Zwingen brauche, die meinem Problem Herr werden können, eine Heißluftpistole haben wir von der LADY mitgebracht, so kann ich wenigstens auch endlich in den lokalen Fischerladen hinter dem Busterminal gehen. Ohne Familie! Ich decke uns gut ein mit Leine, Doppelhaken aus Edelstahl, einem Fancy Lure, mit dem ich meinen ersten Marlin fangen werde. Verspricht der Verkäufer! Aber vor allen Dingen einen neuen Speer für meine Omer Harpune, den originalen Speer konnte ich nicht mit im Flugzeug mitnehmen. Micha glücklich!

Zurück auf der MARLIN hat sich ein monströser KAT eine Bootslänge vor uns platziert, obwohl doch der Ankerplatz riesig groß ist. Ein anderes Boot hat direkt an unserem Heck sein Anker geworfen. Kommt einem ja auch im Boot immer besonders dicht vor und is dann doch viel weiter weg. Daran werden wir uns auch wieder gewöhnen. Ilona und Johann kleben plötzlich an der Bordwand. Sie finden die MARLIN sooooo… hübsch. Ob sie mal an Bord kommen dürfen, steht in ihren Augen geschrieben. Die Beiden sind supernett und leben auf einem Catana 43. Na, da würde ich doch nicht meckern an ihrer Stelle. „Nein, die MARLIN ist nicht zu verkaufen!“, ist meine Antwort auf die verdeckte Frage. „Alles ne Sache der Preises“, meint Nathalie. Aber da bin ich anderer Meinung. DEN Stress der letzten sechs Monate, den tue ich mir nicht noch mal an. Ne. Danke. Das macht mein Herz nicht noch mal mit.

high heels surfin


DesTopNews 2013-22

Luxusliner

Wie Strom aus der Steckdose

Durch den Fischer Panda Generator hat sich unser Leben schon einen echten Schritt weiter Richtung Komfort verändert. Wenn abends die Sonne nicht mehr auf die Solarpanele scheint und der Wind lustlos an den Flügeln des Superwinds vorbeipfeift, war eigentlich immer schon Strom sparen angesagt. Jetzt ist das anders. Der 24 Volt Strom des recht kleinen 4 kW Fischer Pandas wird mit einem Victron MultiPlus in 4KW Bordspannung 220V umgewandelt. Am Anfang schon ein komisches Gefühl. Irgendwie wie zu Hause. Der Strom kommt aus der Steckdose. Und genau hier habe ich gestern aufgehört zu schreiben, weil der gelobte Fischer Panda, wegen Übertemperatur ausstieg. Und ich fluchte! Da war also etwas nachzuarbeiten und wieder war es Rene, der mir aus der Patschen geholfen hat. Die Generatorkühlung unter der Diodenbank war dicht mit jahrelang abgestandenem Salzmoderknetschlam. Da konnte kein Kühlwasser mehr durch. Warum Fischer Panda bei einem zweikreisgekühltem Generator allerdings die Kühlung der eigentlichen Lichtmaschine mit Meerwasser macht, bleibt mir im Moment noch verborgen. Rene und ich haben dann die Kühlplatte unter schweißgebadeten Oberkörpern ans Licht gebracht. Mit viel Tricks und Drunks und Drehs ist es uns dann gelungen die hartgewordenen Salzmasse aus dem Inneren zu entfernen. Jetzt sollten alle Probleme erkannt und beseitigt sein. Oder etwa nicht? Die nächsten Wochen werden es zeigen.

Tag ein Tag aus – ohne Schalter

Die Erneuerung der Wiederdeckung der Langsamkeit

Keiner hat es wirklich eilig. Wir entdecken die Langsamkeit wieder. Der Sonntag war verregnet, erst ab Mittag gab es einen kleinen Vorgeschmack auf die ersehnte Inseltour. Wir landen am nahen Strand an mit der MIRA Crew im Schleppzug. Keine halbe Stunde Walk entfernt liegt der Touristenstrand von Grand Anse Bay. Wir fläzen uns am Strand und lassen den Sonntag, Sonntag sein.

Auf unserm Schiff, der MARLIN, kehrt auch langsam Alltag ein. Die üblichen ToDo Listen entstehen. Unser M802 DSC mit AT140 trifft auch endlich ein. Doch weit gefehlt, es gibt auf der ganzen Insel Grenada kein RG213U Koaxkabel. Also muss ich das auch erst wieder bestellen und eine Woche darauf warten. Ich finde einen Mechaniker für unseren „großen“ Yamaha 8PS, dem es dann doch nicht so gut getan hat sechs Jahre in der Segelkammer an den Treppenstufen gehangen zu haben. Eigentlich sind mir 38kg für 8PS viel zu viel. Ein Zweitakter Mercury 15 oder Tohatsu 18 mit dem selben Gewicht bringt schwebt mir da eher vor. Aber dafür müsste erst mal der alte (neue) nichtlaufende, in einen laufenden verwandelt werden und dann verkauft werden. Eigentlich hätte ich auch gerne ein neues Dinghy. Am liebsten von NAIAD, so wie auf der IRON LADY. Tja. Hätte, hätte, Fahrradkette! Unser geplantes Budget für die Instandsetzung der MARLIN ist bereits um 100% überschritten und das Ende der Fahnenstange erreicht. Sprich, erst mal kürzer treten. Mit dem leben was die MARLIN hergibt. Letzter Punkt auf der MARLIN ist ein Wassermacher den wir vielleicht in ein paar Monaten auf Curacao einbauen werden. Dann haben wir das die MARLIN unabhängig genug um monatelang an einsamen Ankerplätzen zu verweilen und zu leben. Noch müssen wir alle drei Wochen irgendwo in eine Marina einlaufen um Wasser zu tanken. Es ist einfach unglaublich, wieviel Wasser so eine vierköpfige Familie verbrauchen kann.